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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.07.2025

Konnte mich nicht überzeugen

Meeresfriedhof
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Ich bin etwas schwer in das Buch reingekommen, weil sehr viele Personen vorkommen, die auch noch (fast) alle irgendwie verwandtschaftlich miteinander verbandelt sind oder für die Familie Falck arbeiten. ...

Ich bin etwas schwer in das Buch reingekommen, weil sehr viele Personen vorkommen, die auch noch (fast) alle irgendwie verwandtschaftlich miteinander verbandelt sind oder für die Familie Falck arbeiten. Ich musste ständig zum Stammbaum vorne zurückblättern, um zu schauen, wer die Personen jeweils sind. Der Schreibstil ist ansonsten recht flüssig, nur die Erzählweise oft zu langatmig.

Das Buch spielt außerdem in verschiedenen Zeitebenen bzw. gibt es immer wieder Rückblenden, die teils etwas schwer zu erkennen waren.

Es ist in personaler Erzählweise geschrieben, wechselt dabei aber zwischen den Protagonist:innen. Am häufigstem wird aus der Sicht von Sasha erzählt. Deren Großmutter und Oberhaupt der Falck-Familie, Vera, hat mit über 90 Jahren Selbstmord begangen.

Jetzt ist aber ihr Testament verschwunden und alle (vor allem Veras Sohn Olav) befürchten, dass sie dem verarmten (und verhassten) anderen Teil der Familie Immobilien (von enorm hohem Wert) vererbt. Durch einen Tipp kommt Sasha darauf, dass wahrscheinlich ein nie veröffentlichtes Manuskript ihrer Oma ihr „Testament“ ist.

Dieses Manuskript jedoch wurde in den 1970ern vom Staatsschutz eingezogen, weil es offenbar brisante Wahrheiten enthält – die dem widersprechen, was der Staat über die Geschehnisse im 2. Weltkrieg veröffentlich hat.

Ich fand irgendwie keine:n der Protagonist:innen sympathisch und alle bleiben das ganze Buch lang schwer greifbar. Olav faselt ständig davon, wie wichtig das Erbe ist, die Linie erhalten etc. und möchte unbedingt verhindern, dass jemand anders als er etwas vom Erbe bekommt. Seine Kinder scheint er nur zu mögen, wenn sie seiner Sache irgendwie dienlich sind.

Einzig interessant sind die Auszüge aus dem alten Manuskript, da hier das lang gehütete Familiengeheimnis langsam ans Licht kommt.

200 Seiten, einige Personen und Kriegshandlungen weniger, und die Geschichte wäre deutlich spannender gewesen.

Mir persönlich war es zu viel „Drumherum“, das die eigentliche Geschichte nicht vorangebracht, sondern nur verwirrt hat. Mehr als 2,5 Sterne kann ich darum leider nicht geben, auch wenn der Autor sich offensichtlich sehr viel Mühe mit der Konzeption des Buchs gegeben hat.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Berührt und regt zum Nachdenken an

Während ich hier bin
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Das Buch ließ sich wirklich sehr gut lesen, trotz der recht schweren Thematik geling es der Autorin, sehr viel Freude und Leichtigkeit in die Geschichte hineinzubringen.

Maggie hat fast ihr ganzes Leben ...

Das Buch ließ sich wirklich sehr gut lesen, trotz der recht schweren Thematik geling es der Autorin, sehr viel Freude und Leichtigkeit in die Geschichte hineinzubringen.

Maggie hat fast ihr ganzes Leben lang sehr vorsichtig und zurückgezogen gelebt, weil sie einen angeborenen Herzfehler hat. Zuerst ist sie dadurch sehr eingeschränkt und schwach gewesen, doch auch nach der rettenden Organspende kann sie ihr Leben nicht genießen, weil sie ständig Angst hat. Angst, sich zu sehr anzustrengen, Angst, ihre Eltern und ihre Schwester traurig zu machen, falls ihr etwas passiert. Denn vor Jahren ist ihre älteste Schwester Cat gestorben und sie könnte es ihrer Familie nicht antun, sie auch noch zu verlieren.

An ihrem ersten „Herzgeburtstag“ – ein Jahr nach der Transplantation – bricht sie plötzlich zusammen und wacht in einem fremden Körper auf. Von nun an lebt sie Emilys leben und kann endlich all das tun, was sie sich immer erträumt hat. Dabei ist Maggie aber hin und hergerissen, das zu tun, was Emily gewollt hätte, und für sich selbst zu leben. Maggie möchte daher jetzt Emilys „Bucketlist“ abarbeiten - oder doch eigentlich ihre eigene?

Warum ist sie gerade in Emilys Körper aufgewacht?

Das Buch schafft es, die große philosophische Frage nach dem Sinn des Lebens auf eine sehr positive Art zu thematisieren, auch wenn der drohende Tod eigentlich bei jedem Leben allgegenwärtig ist und man nie weiß, wann es zuende ist.

Besonders schön geschrieben fand ich die Erkenntnis, dass es keine großen Dinge sein müssen, die das Leben ausmachen, sondern dass das Glück in den kleinen Erlebnissen, Freunden, gemeinsamer Zeit, steckt. Und dass man wirklich jeden Moment genießen sollte, da man nie weiß, wann es vorbei ist. Das vergisst man im Alltag mit Arbeit, Sorgen etc. schnell mal.

Für mich hat das Buch auch einiges zum Nachdenken geboten und einiges angestoßen – und richtig Reiselust geweckt. :D

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Zu viele Plotholes

The Family Guest
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Der Schreibstil des Buches ist recht schlicht und nicht besonders abwechslungsreich, lässt sich aber an sich flüssig lesen. Gestört haben mich aber die häufigen kurz aufeinanderfolgenden Wortwiederholungen ...

Der Schreibstil des Buches ist recht schlicht und nicht besonders abwechslungsreich, lässt sich aber an sich flüssig lesen. Gestört haben mich aber die häufigen kurz aufeinanderfolgenden Wortwiederholungen bzw. das ständige Wiederholen von Ausdrücken wie "Nerd-Höhle" oder „Uber-Taxi“ (hier würde außerdem „Uber“ reichen). Manche Sätze waren auch schlicht unlogisch (S. 189: „Ich hatte das noch nie in meinem Leben getan, und obwohl man sagt, dass es für alles ein erstes Mal gibt, war dies nicht das erste Mal“) oder schlecht übersetzt (niemand benutzt im Deutschen "J-Ausweis" für Jungfräulichkeit, hier stand im Original wahrscheinlich "V Card" oder "aufföhnen", was vermutlich ein Blowout sein soll). Und davon gab es zahlreiche Stellen, an denen man vermuten konnte, was hier im Original stand, was aber schlecht ins Deutsche übertragen wurde.

Dazu noch offensichtliche Fehler wie bspw. sie nahm sich "ein" Pommes oder "die" Pub sowie Inkonsistenzen (am Anfang schreiben sie noch SMS, irgendwann nur noch „Textmessages“).

Generell frage ich mich auch, warum man ein Buch, das von einer Frau sowie aus der Sicht einer recht jungen Mutter und einer 16-Jährigen geschrieben ist, von einem 70 (!)-jährigen MANN übersetzen lässt?! Erklärt vielleicht die oft gestelzt wirkenden Ausdrücke.

Aber auch inhaltlich waren mir zu viele Lücken im Plot. Es fängt spannend an: britische Austauschschülerin Tanya kommt in die wohlhabende Familie Merritt und sieht deren verstorbener Tochter Anabel verblüffend ähnlich. Mit der Zeit verhält sie sich auch immer mehr wie diese und trägt sogar ihre Kleidung, außerdem wird ihr Verhalten immer merkwürdiger. Sie scheint nicht die zu sein, die sie vorgibt. Doch wer ist Tanya wirklich und was will sie von der Familie?

Auch Mutter Natalie hat einiges zu verbergen. Erzählt wird abwechselnd aus ihrer Sicht und der ihrer anderen Tochter Paige. Während Natalie Tanya sofort ins Herz schließt, können Paige und Bruder Will sie überhaupt nicht leiden.

Auch wenn aus wechselnden Ich-Perspektiven erzählt wurde, kamen leider gar keine Emotionen der Charaktere rüber, weil sie einfach so klischeehaft gezeichnet sind und sich auch absolut stereotypisch verhalten. Die ständig zum Pilates und Friseur gehende, Wohltätigkeitsveranstaltungen organisierende und Xanax wie Gummibärchen schluckende Mutter, der Workaholic und betrügende Vater, die vegane Tochter (was auch jedes Mal erwähnt werden muss, wenn im Buch gegessen wird), die nur Second Hand kauft, der nerdige kleine Bruder und die tussige, pink liebende, Freund ausspannende angehende Influencerin.

An sich ließ sich die Story flüssig lesen, langweilig war es nicht. Aber mich haben doch oft die Handlungen der Protagonistinnen genervt, weil sie oft einfach keinen Sinn ergeben.

Für mich auch eher ein Jugendthriller, da wirkliche Thrill-Momente gefehlt haben und die Story sich ziemlich viel um Teenie-Zickereien dreht.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Wenig Spannungsmomente

Sie kann dich hören
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Vorweg; das Buch lässt sich angenehm flüssig lesen, ich war in zwei Tagen entspannt durch. Die Sprache ist eher schlicht und vor allem am Anfang haben mich einige Wiederholungen genervt (wie oft kann man ...

Vorweg; das Buch lässt sich angenehm flüssig lesen, ich war in zwei Tagen entspannt durch. Die Sprache ist eher schlicht und vor allem am Anfang haben mich einige Wiederholungen genervt (wie oft kann man ein (halbes) Dutzend sagen?), man gewöhnt sich aber daran.

Die Story konnte mich allerdings nicht wirklich packen, meiner Meinung nach ist es eher ein spannender Roman, aber kein Thriller. Es gab zwar Überraschungsmomente, diese wurden aber so nüchtern beschrieben, dass keine richtige Spannung aufgenommen ist. Man denkt sich beim Lesen eher "ach, so war das", aber fühlt nicht richtig mit.

Das liegt vielleicht daran, dass es der zweite Band einer Reihe ist (was ich vorher nicht wusste und was an sich für die Geschichte auch nicht so wichtig ist, man kann auch ohne Vorwissen allem folgen) - vielleicht wurde die Hauptprotagonistin im ersten Band ausführlicher gezeichnet, ich konnte hier keine Verbindung zu ihr aufbauen. Habe mich nur die ganze Zeit gefragt, warum sie mit einem Typen zusammen ist, den sie so offensichtlich gar nicht mag.

Die Idee der Story fand ich gut, darum habe ich das Buch auch gekauft. Die Umsetzung war für meinen Geschmack aber zu nüchtern und lieblos. Ok für zwischendurch, aber im Endeffekt zu konstruiert und wenig spannend geschrieben.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Zog sich sehr

Das Waldhaus
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Irgendwie habe ich seit einiger Zeit eine Thriller-Flaute. Das war jetzt mindestens der 5. Thriller in Folge, der mich überhaupt nicht packen konnte. Und das liegt nicht daran, dass ich irgendwie "abgestumpft" ...

Irgendwie habe ich seit einiger Zeit eine Thriller-Flaute. Das war jetzt mindestens der 5. Thriller in Folge, der mich überhaupt nicht packen konnte. Und das liegt nicht daran, dass ich irgendwie "abgestumpft" bin, sondern dass das Buch einfach null Thrill hatte. Es war mit viel gutem Willen ein mittelmäßig spannender Roman, der aber auch mit der Hälfte der Seiten ausgekommen wäre.

Die Mutter der Protagonistin Hannah wurde vor 23 Jahren umgebracht, als sie noch ein Teenager war - der:die Täter:in wurde nie geklärt. Seitdem schlägt Hannah sich mehr schlecht als recht im Leben durch und hat ein krasses Alkoholproblem entwickelt. Nun kehrt sie in ihr Elternhaus zurück, um ihren dementen Vater zu pflegen. Dieser verwechselt sie immer öfter mit der Mutter und scheint etwas über den Tod seiner Frau zu wissen.

Der Plot klang eigentlich sehr spannend. Die Geschichte kommt aber leider gar nicht in Fahrt, es geht eigentlich nur um Familienverstrickungen, der entfremdete Bruder und die Nachbarn mischen auch mit und jeder hat irgendwie etwas zu verbergen. Das Ganze wird aber so langatmig erzählt, dass es irgendwann nur noch nervig ist. Hannah stolpert durch die Geschichte, ist die halbe Zeit betrunken und wirkt komplett lebensunfähig. Sie verdächtigt reihum jeden mal, dabei verstrickt sich die Geschichte aber in so viele unwichtige Details, die nichts mit der Haupthandlung zu tun haben, dass das Lesen einfach nur anstrengend ist.

Dazu sind sämtliche Charaktere einfach nur unsympathisch und die Story insgesamt absurd.

Die Auflösung war dann leider auch weder spannend noch überraschend.

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