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Veröffentlicht am 08.11.2017

The Making of Outlander - Das ultimative Fanbuch. Ich liebe es

Hinter den Kulissen von Outlander: Die TV-Serie
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In den vergangenen 10 Jahren wurde mir unzählige Male Diana Gabaldons „Feuer und Stein“ ans Herz gelegt und ich bereue es zutiefst, diesen Empfehlungen nicht nachgegangen zu sein. Denn ich LIEBE die Outlander-TV-Serie ...

In den vergangenen 10 Jahren wurde mir unzählige Male Diana Gabaldons „Feuer und Stein“ ans Herz gelegt und ich bereue es zutiefst, diesen Empfehlungen nicht nachgegangen zu sein. Denn ich LIEBE die Outlander-TV-Serie und kann gar nicht genug von dieser unglaublichen Highland-Saga bekommen.

Schon als Kind habe ich mir immer Bücher gewünscht, die mir einen Blick hinter die Kulissen meiner Lieblingsserien und -filme ermöglichten. Das Gefühl, ein Stück davon zu besitzen und mehr zu wissen als alle anderen, habe ich immer sehr geliebt, und da ich dieses Gefühl heute immer noch liebe, habe ich mich auf die Suche nach einem Begleitbuch zu meiner geliebten Outlander-Serie gemacht und bin fündig geworden.

Der Titel „Hinter den Kulissen von Outlander“ beschreibt genau das, was der Leser beim Lesen erleben darf. Auf etwa 230 Seiten wirft man tatsächlich einen Blick hinter die Kulissen der aufwendigen Serienproduktion und schaut den Produzenten und Drehbuchautoren über die Schultern. In umfangreichen Texten erfährt man spannende Hintergrundgeschichten zu den Dreharbeiten, die mit O-Tönen der Schauspieler bereichert werden und durchlebt noch einmal die komplette erste und die komplette zweite Staffel der TV-Serie.

Nach einem ausführlichen und sehr sympathischen Vorwort von Diana Gabaldon erzählt die Autorin Tara Bennett von den Anfängen der Serie und den Schwierigkeiten, das Buch für den Fernsehbildschirm zu adaptieren. Ihre Texte ergänzt sie mit Auszügen aus unzähligen Interviews, die sie mit dem Produzententeam geführt hat und im weiteren Verlauf des Buches kommen sie immer wieder zu Wort.

Im Anschluss an die ausführliche Vorgeschichte der Serie wird jede der 29 Folgen aus den ersten beiden Staffeln chronologisch aufgeführt und meist erzählt der zuständige Drehbuchautor etwas über die Entwicklungen der Story, den Schwierigkeiten beim Dreh und der Auswahl der Kulissen. Gleichzeitig durchlebt man beim Lesen noch einmal jede einzelne Folge und wird dabei auf viele Kleinigkeiten und Details aufmerksam, die man als Zuschauer nur flüchtig wahrgenommen hat. Großformatige Farbfotos und Zitate der Schauspieler runden diese Rückblicke wunderbar ab.

Im Wechsel mit dem detaillierten Folgenguide werden die wichtigsten Charaktere der Serie in ausführlichen Porträts vorgestellt und über die aufwendigen Kostüme der beiden Staffeln wird natürlich auch einiges erzählt.

Dieses fantastische Begleitbuch hat meine Erwartungen tatsächlich übertroffen und ich habe es mit großer Begeisterung gelesen. Ich kann es jedem Outlander-Fan ans Herz legen. Mit einem Preis von 30 Euro ist es natürlich kein Schnäppchen, doch ich bin der Meinung, dass dieses Buch wirklich jeden Cent wert ist.

Veröffentlicht am 06.11.2017

Die große Spannung vor dem Finale

Die Gabe der Auserwählten
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Es ist unglaublich, von Buch zu Buch liebe ich diese Serie mehr. Erneut hat mich Mary E. Pearson mit dem rasanten Märchenabenteuer der Prinzessin Lia vollkommen mitgerissen. Die düstere und gefährlich ...

Es ist unglaublich, von Buch zu Buch liebe ich diese Serie mehr. Erneut hat mich Mary E. Pearson mit dem rasanten Märchenabenteuer der Prinzessin Lia vollkommen mitgerissen. Die düstere und gefährlich magische Atmosphäre ist so gewaltig und die Story so einnehmend, dass die Handlung wie ein Film vor dem inneren Auge abläuft. Absolut fantastisch!

Dabei ist es nicht nur der großartige Roadtrip durch die gefährlichen Königreiche der überzeugt und unterhält, es sind auch die starken Hintergrundgeschichten des Landes und der geheimnisvollen Vorfahren, die mit den Seiten immer weiter enthüllt werden. Die Autorin hat eine gewaltige Welt mit einem dramatischen Background erschaffen, was mich beim Lesen erneut tief beeindruckt hat.

Die Protagonistin Lia hat schon in den ersten Szenen des ersten Buches bewiesen, dass sie eine starke und unabhängige junge Frau ist, die kein Spielball im System der Monarchie sein möchte und für ein selbstbestimmtes Leben kämpft. Im zweiten Band beweist sie noch mehr Stärke und gewinnt so viel Selbstvertrauen, dass sie jetzt – im dritten Band – mit einem stolzen und unerschütterlichen Selbstbewusstsein ihrer Bestimmung nachgeht. Lia lässt sich von niemanden etwas vorschreiben, sie steht für sich ein und kämpft mutig für eine bessere und gerechtere Welt.

Aber nicht nur die Protagonistin macht eine gewaltige Entwicklung durch, auch die zwei männlichen Hauptcharaktere verändern sich vor den Augen der Leser und ich bin mir nicht mehr sicher, für welche Seite sich Lia am besten entscheiden sollte. Da ich undurchschaubare Liebesdreiecksgeschichten sehr mag, finde ich diese Unwissenheit und die neue Dynamik großartig. Welcher Mann Lias Herz am Ende erobern wird, lässt sich tatsächlich nicht absehen.

Im Original ist die „Chroniken der Verbliebenen“-Buchreihe lediglich eine Trilogie, dessen Finalband für den deutschen Markt extra aufgeteilt wurde. Somit ist „Die Gabe der Auserwählten“ Band 3.1 und dieser knüpft unmittelbar an den Cliffhanger des zweiten Bandes an. Über die Handlung selbst möchte ich nicht allzu viel verraten, da hier jedes Wort zu viel sein könnte. Nur soviel sei gesagt: Ich fand es wahnsinnig gut, aber leider ist dieses Buch mit seinen knapp 350 Seiten eindeutig zu kurz. Mir wäre es ehrlich gesagt lieber gewesen, wenn der englische Finalband in seinem vollen Umfang in Deutschland erschienen und nicht gesplittet worden wäre. Das ist der einzige Kritikpunkt am ganzen Buch, sonst stimmt hier einfach alles und ich kann diese Buchreihe wirklich jedem Fantasy-/Märchenliebhaber ans Herz legen.

Veröffentlicht am 27.10.2017

Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

The Promise - Der goldene Hof
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Ehrlich gesagt wollte ich dieses Buch nur lesen, da ich hinter dem grandiosen, einfach nur atemberaubenden Cover eine märchenhafte Jugendfantasygeschichte vermutet habe.
Gelesen habe ich dann eine Art ...

Ehrlich gesagt wollte ich dieses Buch nur lesen, da ich hinter dem grandiosen, einfach nur atemberaubenden Cover eine märchenhafte Jugendfantasygeschichte vermutet habe.
Gelesen habe ich dann eine Art historischen Roman, in dem mittellose, ungebildete und unverheiratete Mädchen von einem Unternehmen rekrutiert werden, um im hochgelobten Nachbarland Adoria an reiche Männern versteigert zu werden.

Klingt eigentlich nach einem guten Aufhänger für eine düstere Dystopie, doch die Handlung ist so belanglos und wird so zäh erzählt, dass zu keiner Zeit auch nur der Hauch von Spannung aufkommt. Davon abgesehen störte mich von Beginn an das schwache und verstörende Frauenbild, das von der Autorin gezeichnet wurde. Die rekrutierten Mädchen lernen in ihrer umfassenden Ausbildung nicht nur die Gepflogenheiten des Adels, sondern auch das Verhalten einer folgsamen und unterwürfigen Ehefrau kennen. Eine gute Ehefrau hat sich ihrem Mann natürlich in allen Belangen sittsam unterzuordnen und seine Bedürfnisse über ihre eigenen zu stellen. Ist doch klar …

Das Ganze wäre ja gar nicht so schockierend gewesen, wenn eine starke Protagonistin mutig gegen dieses Schicksal rebelliert hätte. Stattdessen lernt der Leser eine gelangweilte und verzogene junge Gräfin kennen, die vor einer arrangierten Hochzeit flieht, um in Adoria an einen reichen Mann versteigert zu werden. Unterwürfig fügt sie sich diesem Schicksal. Oookay … Erst viel zu spät beginnt sie, für sich einzustehen und gegen dieses System zu kämpfen.

Diese Entwicklungen haben mich so sehr gestört, dass die Handlung selbst, die in meinen Augen auch noch langweilig erzählt wird und mit keinen überraschenden Wendungen aufwarten kann, diese Enttäuschung nicht mehr gut machen konnte.

Zugegeben, ich habe von der Geschichte etwas vollkommen anderes erwartet und mich auf ein märchenhaftes Fantasyabenteuer gefreut. Anstelle von magischen Elementen und einer starken Hauptfigur habe ich nur eine affektierte und schwache Protagonistin kennengelernt, an der man sich auf keinen Fall ein Beispiel nehmen sollte.
Meiner Tochter würde ich dieses Jugendbuch, das kein vorbildliches Frauenbild zeichnet, nicht zu lesen geben.

Veröffentlicht am 22.09.2017

Ein komplexer Pageturner mit einer beeindruckend starken und verkorksten Ermittlerin

Fiona
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Auf diesen Spionagekrimi bin ich durch eine Pressestimme aufmerksam geworden, die die Protagonistin als wohl „spektakulärste, ausgeflippteste und originellste Heldin in der modernen Spannungsliteratur“ ...

Auf diesen Spionagekrimi bin ich durch eine Pressestimme aufmerksam geworden, die die Protagonistin als wohl „spektakulärste, ausgeflippteste und originellste Heldin in der modernen Spannungsliteratur“ beschrieb. Und ja, Fiona Griffiths ist anders als andere Ermittler. Sie ist hochbegabt, hat einen Gangsterboss zum Vater und leidet an einer unheilbaren Krankheit, die sie als Kind in die Psychiatrie brachte.

Von ihren vorwiegend männlichen Kollegen, die nichts von ihrer psychischen Erkrankung und deren Auswirkungen wissen, wird die junge Frau stets unterschätzt und dazu verdammt, langweilige Routinefälle zu bearbeiten. Doch Fiona ist eine sehr gute Polizistin und entdeckt hinter einem kleinen Abrechnungsbetrug eine Spur, die sie zu Leichen und zu noch größeren Geheimnissen führt, die sie als Undercoveragentin aufdecken will. Unter dem Pseudonym „Fiona Grey“ wird sie in ein betroffenes Unternehmen eingeschleust und ahnt nicht, dass sie bereits ins Fadenkreuz einer übermächtigen und gnadenlosen Betrügerbande geraten ist …

Harry Binghams Schreibstil ist schnörkellos, auf Tatsachen reduziert und trotz der puristischen Schlichtheit ist „FIONA. Als ich tot war“ ein beeindruckend bildgewaltiger und temporeicher Kriminalroman, voller Facetten. Da die gleichnamige Protagonistin unter dem Cotard-Syndrom leidet, das ihr das Gefühl gibt, kein normaler Mensch zu sein, denkt sie ebenso analytisch und kühl. Emotionale Prozesse registriert sie nicht immer sofort. Durch Harry Binghams systematische und rationale Sprache entwickelt sich Fiona zu einer ganz besonderen Persönlichkeit und die Knappheit an Worte machen sie umso authentischer.

Durch Fionas starken aber auch verkorksten Charakter verwandelt sich dieser anfangs gewöhnliche Krimi in einen spannenden, auf Tatsachen beruhenden Pageturner, der zudem beeindruckend detailliert auf die abenteuerliche und gefährliche Arbeit eines verdeckten Ermittlers eingeht. Der Wahnsinn der Isolation, die allgegenwärtige Angst, entdeckt zu werden und das innere Gleichgewicht zu verlieren, werden so real und nachvollziehbar dargestellt, dass ich diese mutigen und selbstlosen Profis, die nie eine öffentliche Anerkennung erhalten, an dieser Stelle meinen allergrößten Respekt aussprechen möchte.


## Fazit

„FIONA. Als ich tot war“ überzeugt vor allem durch die reale Darstellung der starken, verkorksten und unberechenbaren Undercoveragentin Fiona, die mit einem eisernen Willen gegen das organisierte Verbrechen und ihren inneren Dämonen kämpft. Durch seine puristische Schlichtheit und überraschende Wendungen entwickelt sich dieser düstere Kriminalroman zu einem spannungsgeladenen, komplexen und rasanten Actionthriller, der einen nicht mehr loslässt.
Obwohl die Handlung in sich abgeschlossen ist, gibt es noch einige interessante Erzählstränge, die von Harry Bingham bewusst nicht zu Ende geführt wurden. Nach dem explosivem Schluss bleibt also noch genügend Raum für wilde Spekulationen und ich warte gespannt auf eine Fortsetzung!

Veröffentlicht am 30.08.2017

Ein filmreifes Lesevergnügen -- Eine große Empfehlung für alle Thriller-Fans

Spectrum
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Eine kleine Warnung vorab:
Solltet ihr euch für diesen Thriller interessieren, dann lest euch besser nicht den originalen Klappentext des Buches durch, denn dieser greift meiner Meinung nach zu weit vor!!! ...

Eine kleine Warnung vorab:
Solltet ihr euch für diesen Thriller interessieren, dann lest euch besser nicht den originalen Klappentext des Buches durch, denn dieser greift meiner Meinung nach zu weit vor!!!

Zum Inhalt
Idris Madeira ist ein treuer Ehemann und ein liebender Vater. Doch Idris ist auch „Krüger“ – ein Söldner und Serienkiller, der seinen letzten großen Coup plant, um sich anschließend zur Ruhe zu setzen.
Mit einem ausgewählten Team überfällt er eine Filiale der Firma GoBox und nimmt die Angestellten sowie die Kunden als Geiseln. Dass die Filiale von unzähligen Polizisten, dem FBI, der CIA und einem SWAT-Team umstellt ist, stört ihn weniger. Im Gegenteil, er ist seinem Ruhestand näher den je.


Meine Meinung
„Spectrum“ ist mein allererster Cross-Thriller und wird definitiv nicht mein letzter bleiben.

Zugegeben der Einstieg war nicht leicht. Nach den ersten verwirrenden Kapiteln hat man noch kein Gefühl dafür, in welche Richtung sich diese Story bewegen wird und was die Motive hinter den grausamen Verbrechen sind, die von Ethan Cross so brutal und detailgenau beschrieben werden.

Überraschenderweise lernt man den Täter sofort kennen. Sein Name und seine private Geschichte sind kein Geheimnis. Zeitgleich kommen eine auf Rache sinnende Polizistin aus Südafrika und ein hochrangiges Ermittlerteam aus Las Vegas ins Spiel, die jeweils einen Erzählstrang bedienen. Es ist ausgesprochen interessant zu sehen, wie alle losen Fäden schließlich perfekt zusammenfinden.

Der anfangs stark verwirrende Perspektivenwechsel kommt der Story schnell zugute und verwandelt diesen Thriller in einen atemberaubenden und psychologisch beeindruckenden Actionthriller, den Drehbuchautoren aus Hollywood nicht spannender hätten erzählen können.

Die Story selbst ist wie ein Verkehrsunfall. Man mag nicht hinschauen, ist zutiefst erschüttert und irgendwie ist es unmöglich den Blick abzuwenden, und da man als Leser stets den kompletten Überblick über das Geschehen hat, merkt man natürlich sofort, wenn bei den Ermittlungen etwas schief läuft. Um das Gefühl der Hilflosigkeit möglichst schnell wieder loszuwerden, kann man nicht anders, als zügig weiterzulesen.

Die moderne Kriminalstory selbst konnte mich ausgesprochen gut unterhalten und auch mit dem „offenen“ Ende bin ich zufrieden, da die Situation vorübergehend geklärt ist und es gleichzeitig bedeutet, dass es irgendwann mal eine Fortsetzung geben wird, was mich außerordentlich freut.

Abgesehen von der vielschichtigen Handlung und dem bildgewaltigen Schreibstil von Ethan Cross hat mich aber jemand ganz anderes nachhaltig beeindruckt: der am Asperger Syndrom erkrankte Protagonist August Burke. Er ist ein hochbegabtes Genie, an dem die Ironie stets spurlos vorbei geht und der krankheitsbedingt Probleme hat, das Verhalten seiner Mitmenschen zu verstehen. Aller Ernsthaftigkeit zum Trotz brachte er mich immer wieder zum Schmunzeln und seine analytischen Fähigkeiten haben mich immer wieder beeindruckt. Seine Story und seine Persönlichkeit sind so stark und einnehmend, dass August Burke meiner Meinung nach Simon Becketts „David Hunter“, Cody Mcfadyens „Smoky Barrett“ oder James Carols „Jefferson Winter“ in nichts nachsteht.

„SPECTRUM“ ist eine große Empfehlung für alle Thriller-Fans!