Hat mich positiv überrascht
Riesling und ein MordHat mich positiv überrascht
Besonders der Anfang des Buches, das 2015 im Emons-Verlag erschien, konnte mich hundertprozentig überzeugen. Wir lernen die junge Pia kennen, die seit Langem von ihrem Freund ...
Hat mich positiv überrascht
Besonders der Anfang des Buches, das 2015 im Emons-Verlag erschien, konnte mich hundertprozentig überzeugen. Wir lernen die junge Pia kennen, die seit Langem von ihrem Freund Lukas misshandelt wird, aber einfach nicht den Absprung schafft aus dieser toxischen Beziehung. Kerstin Lange schafft es hier, etwas eigentlich Unverständliches so darzulegen, dass man es gut nachvollziehen kann. Dieser Teil ist bedrückend, aber auch fesselnd und man bangt unweigerlich mit Pia mit und hofft, dass sie sich endlich von Lukas lösen kann. Als es dann tatsächlich so weit ist, währt Pias Freiheit nur kurz, denn noch in derselben Nacht wird sie auf dem Weg zur Wohnung ihrer Freundin ermordet. Natürlich fällt der Verdacht sofort auf Lukas; er kommt in Untersuchungshaft. Doch dann geschieht ein weiterer Mord nach dem gleichen Schema, und alles ist wieder offen.
Pias Nachbar, der pensionierte Kriminaloberrat Ferdinand Weber, versucht sich in privaten Ermittlungen zu den Morden.
Der Kriminalfall erweist sich als sehr spannend, und das obwohl ich schon nach etwa der Hälfte den richtigen Verdacht hatte. Immerhin geht es aber auch noch darum, ob es weitere Opfer geben wird.
Gut gefallen haben mir auch die Szenen, die den Speyerer Lokalkolorit zeigen, von Elwedritsche und Duppengläser erzählen. Die Erwähnung leckerer Gerichte und Weine ließen mir das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Was mir nicht gefiel: Den Lesenden wird an einer Stelle bewusst die Unwahrheit präsentiert. Da fühle ich mich dann doch etwas vergackeiert.
Trotzdem ein lesenswerter Roman.
★★★★☆