Highlight 2026
Die RiesinnenDie anfängliche Stimmung hätte vermuten lassen können, dass wir uns sehr weit in der Vergangenheit befinden, aber es ist 'nur' das letzte Jahrhundert. Die Sechziger. Da beginnt dieser gut beobachtete Roman, ...
Die anfängliche Stimmung hätte vermuten lassen können, dass wir uns sehr weit in der Vergangenheit befinden, aber es ist 'nur' das letzte Jahrhundert. Die Sechziger. Da beginnt dieser gut beobachtete Roman, der in dem kleinen fiktiven Ort Wittenmoos im Schwarzwald spielt.
Es ist ein generationenumspannender Roman. Der die Leben dreier Frauen beschreibt. Erst Liese, dann ihre Tochter Cora und zuletzt deren Tochter Eva. Ich fand es faszinierend, wie geschickt Hannah Häffner jedes Mal den Übergang zur nächsten Protagonistin schafft. Schleichend und zart wechseln die Perspektiven und wie selbstverständlich bewegen wir uns in den Leben der kommenden Generationen.
Drei Frauen, jede steht für eine ganz eigene Stärke, selbst in ihrem Scheitern. Und selbst wenn die Ferne ruft, ist da immer diese Heimat, die so rauh daher kommt und mit ihren Wäldern doch so viel Verbindung schafft, dass sie wie ein Magnet alle drei Frauen immer wieder zu sich zieht.
Reale Ereignisse werden mit den Biografien der Frauen verwoben. Ich habe das ein oder andere Mal gegoogelt um zu erfahren, was erfunden und was tatsächlich passiert ist.
Jede der drei Frauen in mein Herz geschlossen, habe gejubelt über Befreiungsschläge, habe geweint bei verpassten Chancen. Das Jahr startete mit solch einer tollen Neuerscheinung starten. Das kann nur ein gutes Omen für das Literaturjahr 2026 bedeuten.
Taucht ein, wenn ihr Familiengeschichten mögt, die Kanten haben und bis in die kleinsten Nebenrollen gut gezeichnet sind. Ein wunderbares Buch, dass mich umarmt.