Historischer Roman rund um die Baumwollspinnereien
Glimmende HimmelJune arbeitet nun in der Baumwollspinnerei, als ihr Franklin O’Donovan wiederbegegnet. Sie ist ihm nicht wohlgesonnen, auch die Arbeit ist hart, vor allem die schlechte Luft macht ihr zu schaffen. Ein ...
June arbeitet nun in der Baumwollspinnerei, als ihr Franklin O’Donovan wiederbegegnet. Sie ist ihm nicht wohlgesonnen, auch die Arbeit ist hart, vor allem die schlechte Luft macht ihr zu schaffen. Ein Lichtblick ist ihre Freundin Hattie und die Briefe, die sie an ihre Familie schreibt. Auch ihre medizinische Erfahrung, die sie sich als Begleitung ihrer Tante angeeignet hat, kommt ihr nun zugute und sie gewinnt an Selbstsicherheit, als es ihr gelingt, den kleinen Sohn von Franklins Freunden von seiner Durchfallerkrankung zu heilen. Franklin ermuntert sie, sich Gehör zu verschaffen. Bei der Zeitung lernt sie den Redakteur Jacob kennen, er ebenfalls gegen die Missstände in den Spinnereien kämpft und er sorgt dafür, dass sie künftig ihre Tipps und Ratschläge in einer Kolumne veröffentlichen darf.
Franklin hingegen befindet sich in einer Abwärtsspirale. Obwohl er und June sich näherkommen, hält er sich für nicht gut genug und trifft falsche Entscheidungen.
Ich war sehr gespannt auf den zweiten Teil. Voran möchte ich schicken, dass man zuvor den ersten Teil gelesen haben sollte, denn sonst ist vieles vermutlich unklar. Ein bisschen enttäuscht wurde ich, weil rund um Franklins Geschichte nichts aufgeklärt wurde. Man bleibt im Dunkeln, was es mit seiner ersten Frau auf sich hat, warum er seinen kleinen Sohn in die Obhut seiner Schwester gegeben hat und sich nicht einmal nach ihm erkundigt. Seine Figur entwickelt sich in diesem Band kaum weiter.
June hingegen reift ungemein und ihre Persönlichkeit wird zum starken Charakter, was mir sehr gut gefiel. Viel Historisches ist in den Roman eingearbeitet, die katastrophalen Zustände in den Baumwollspinnereien, die Profitgier der Besitzer und das unhygienisch elende Leben der Arbeiterinnen und Arbeiter.
Nur wenig erfährt man von Junes Familie, das fand ich schade. Doch ist vermutlich von einem Mittelteil zu erwarten, dass das meiste offenbleibt.
Der Schreibstil ist wie beim ersten Teil flüssig zu lesen, die Dialoge der damaligen Zeit angepasst. Ich warte mit Sehnsucht auf Band 3.