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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.01.2024

Wenig weihnachtlich, aber ansonsten ein schöner Liebesroman

Winterzauber in der kleinen Traumküche in Cornwall
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Wenn ein Roman bereits „Winter“ im Titel hat und mit einer verschneiten Landschaft wirbt, dann gehe ich davon aus, dass mich dieses Buch in eine schön gemütliche, weihnachtliche Stimmung versetzt. Das ...

Wenn ein Roman bereits „Winter“ im Titel hat und mit einer verschneiten Landschaft wirbt, dann gehe ich davon aus, dass mich dieses Buch in eine schön gemütliche, weihnachtliche Stimmung versetzt. Das war zumindest meine Erwartung als ich mit der Reise in ein kleines Dorf in Cornwall begonnen habe. Der Leser kann in jedem Fall ein ausgefallenes Dorfleben mit vielen neugierigen Nachbarn, viel Zusammenhalt und einigen Veranstaltungen erwarten. Allerdings lässt die Magie der kalten Jahreszeit auf sich warten. Es geht viel mehr um das Dorfleben, die Bewohner und die Renovierung des Stargazey Cottage. Der Roman beinhaltet eine schöne Liebesgeschichte, allerdings sollte jeder Leser, der gerne in Weihnachtsstimmung kommen würde, zu einem anderen Weihnachtsroman greifen.

Gwen benötigt einen Neustart und eine Aufgabe, um über den Verlust ihres Bruders hinweg zu kommen. Es gibt zu viele Aktivitäten, die sie nicht mehr erlaubt zu machen, da diese sie zu sehr an ihren Bruder erinnern. Mit der Lüge, dass sie eine begnadete Inneneinrichterin ist, ergattert sie mit ihrer besten Freundin Ella das renovierungsbedürftige Cottage Stargazey und hat nun die Aufgabe sich ins tapezieren und streichen einzulesen, um weiteren den Schein zu wahren. Dabei sind die Freundinnen nicht die einzigen Neuankömmlinge, die das Dorfleben durcheinander bringen.

Obwohl der Roman überwiegend auf einer Baustelle spielt, vermittelt er eine heimische Atmosphäre und strahlt eine Gemütlichkeit, die ich nicht erwartet hätte. Diese Gemütlichkeit spiegelt sich an einigen Stellen allerdings auch in dem Tempo des Romans wieder. Es ist eine sehr ruhige Geschichte, die leider in vielen Momenten vorhersehbar ist und wenige Überraschungen bereithält. Bei der ein oder anderen Situation musste ich auch hinterfragen, ob das Geschehen wirklich realistisch. Dennoch hat mich der Schreibstil und vor allem die Dialoge gut genug unterhalten, sodass ich jede Seite gerne gelesen habe. Der Leser sollte nur keine großen Überraschungen oder tiefgründige Charakterentwicklungen erwarten. Es ist wie eine Kutschfahrt im Schnee, wenig actionreich, aber dennoch gemütlich und schön.

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Veröffentlicht am 30.01.2024

Ein Wettbewerb à la Ocean’s Eleven

Thieves' Gambit
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Was wäre, wenn es einen Wettbewerb für den besten Dr. No aus James Bond oder den gerissensten Joker in Batman geben würde? Rosalyn ist eine Teenagerin, die ganz anders als andere Altersgenossen groß geworden ...

Was wäre, wenn es einen Wettbewerb für den besten Dr. No aus James Bond oder den gerissensten Joker in Batman geben würde? Rosalyn ist eine Teenagerin, die ganz anders als andere Altersgenossen groß geworden ist. Sie ist die Tochter der erfolgreichsten Diebin Amerikas. Ihre Bestimmung war es immer irgendwann in die Fußstapfen ihrer Mutter zu treten. Allerdings ist das nicht unbedingt ihr Traum. Sie würden so viel lieber an eine Highschool gehen und Freunde treffen.

Im Herzen dieses Jugendromans steht ein Wettkampf zwischen der nächsten Generation an Dieben. Es ist eine spannende Herausforderung mit echt ausgefallenen Aufgaben und vor allem Lösungen. Das Buch hat mich wirklich häufiger überrascht und ich habe viele Wendungen nicht kommen sehen. Mit einigen Teilnehmern und mehren Diebstählen, die geplant werden müssen, legt die Handlung ein starkes Tempo vor. Dabei stehen keine Emotionen und zur Abwechslung auch einmal keine Liebesgeschichte im Vordergrund. Der Leser sollte somit auch keine tiefgründige Charakterentwicklung erwarten, die auf einer komplexen Gefühlswelt basiert. Es geht um einen rücksichtslosen Kampf um den erfolgreichsten, jungen Dieb.

Der Schreibstil ist ebenfalls mitreißend. Von der ersten Seite an bin ich in die Handlung gesogen worden und habe häufig mitgerätselt, wie man den ein oder anderen Gegenstand klauen könnte. Auch wenn die anderen Teilnehmer spannende Perspektiven einnehmen könnten, ist der gesamte Roman aus Rosalyns Sicht geschrieben. Da sie jedoch nicht immer überall sein kann, gibt es manchmal ein paar Lücken, was den Leser ebenfalls im Ungewissen lässt. Für mich wäre es auch spannen gewesen, wenn man mehr Sichten mitbekommen hätte, um so noch mehr über die geplanten Raubzüge zu erfahren, aber ich konnte nachvollziehen, warum die Autorin sich nur für den einen Erzähler entschieden hat.

Zum Ende hin war ich etwas enttäuscht, da ich nicht darauf eingestellt war, dass dies nur der Auftakt einer Geschichte ist. Es gibt kurz vor Ende noch schnell zwei krasse Wendungen und dann ist die letzte Seite erreicht. Leider gehen mit den Wendungen auch noch recht viel Drama einher. Von der dicke des Buches her, hätte hier auch das Gambit zu Ende sein können, aber der Leser darf Rosalyn noch länger begleiten. Ich schätze, dass leider auch mehr Drama in der Fortsetzung wartet. Darauf habe ich leider wenig Lust, da diese im ersten Teil ziemlich stereotypisch waren. Ich bin mir somit nicht sicher, ob ich wirklich diese Karriere als erfolgreiche Diebin weiterverfolgen möchte.

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Veröffentlicht am 16.01.2024

Eine Happy Hour in dieser Bar ist ein Muss

Drei Magier und eine Margarita
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Das Cover des Buches sieht etwas aus wie ein Zauberbuch und magisch ist die Geschichte in jedem Fall. So ganz konnte ich die Richtung des Roman nicht greifen, als ich den Klappentext gelesen habe. Das ...

Das Cover des Buches sieht etwas aus wie ein Zauberbuch und magisch ist die Geschichte in jedem Fall. So ganz konnte ich die Richtung des Roman nicht greifen, als ich den Klappentext gelesen habe. Das Buch wollte in keine bekannte Schublade passen. Auch nach der Lektüre kann ich es nicht vollkommen einordnen und genau das ist das Besondere. Es ist eine außergewöhnliche Geschichte mit einem äußerst spannenden Setting.

Nachdem Tori eine Kundin im Restaurant geschlagen hat, verliert sie ihren Job. Mit ihrem Temperament ist sie eigentlich komplett ungeeignet für eine Arbeit in der Gastronomie. Durch Zufall wird sie allerdings auf eine Stelle als Barkeeperin aufmerksam. Obwohl sie beim Probearbeiten einem Gast ein Getränk ins Gesicht schüttet, bekommt sie die Stelle. So ungewöhnlich das Stellenangebot ist, so besonders sind auch die anderen Gäste, die allesamt Mitglieder einer magischen Gilde sind.

Als Barkeeper hört man gewöhnlich ja die ein oder andere Geschichte von seinen Stammgästen. Wenn die Gäste allerdings Wahrsager, Magier oder Kopfgeldjäger für übernatürliche Wesen sind, dann werden die Erzählungen noch bemerkenswerter. Durch ein paar Überfälle bleibt Tori nicht nur eine unbeteiligte Zuhörerin, sondern landet im Mittelpunkt einer Ermittlung. Es gibt hier immer wieder interessante Wendungen und schlagfertige Dialoge. Neben Tori stehen auch drei Stammgäste der Bar, ein Trio von Magiern im Vordergrund. Jede der Nebenfiguren ist facettenreich ausgearbeitet und bringt noch mehr Kontraste in die Geschichte. Ich würde so gerne auch einmal einen Abend mit den vier verbringen.

Mir hat die Mischung aus Kriminalroman, Komödie und einer Prise Liebesgeschichte sehr gut gefallen. Das Ergebnis ist ein sehr schmackhafter Cocktail, den man sehr schnell ausgetrunken hat. Ich freue mich schon auf die nächste Happy Hour.

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Veröffentlicht am 01.01.2024

Ein außergewöhnlicher Collageroman mit viel Spannung und Fantasie

Fallen Princess
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Am Anfang ihrer Karriere hat Mona Kasten sehr viele Fantasieromane geschrieben. In den letzten Jahren hat sie vor allem Liebesromane veröffentlicht. Diese sind auch wirklich gut und die Again-Reihe gehört ...

Am Anfang ihrer Karriere hat Mona Kasten sehr viele Fantasieromane geschrieben. In den letzten Jahren hat sie vor allem Liebesromane veröffentlicht. Diese sind auch wirklich gut und die Again-Reihe gehört zu meinen liebsten New Adult Romanen, aber ich habe mich gefreut, dass sie mal wieder ein Fantasy geschrieben hat. Das Setting spielt quasi auch an einem College, allerdings werden an dieser Schule nicht die klassischen Fächer gelehrt. An drei verschiedenen Häusern werden die Schüler auf ihre besonderen Fähigkeiten vorbereitet. Sie lernen auf magische Weise zu heilen, als Todesfee zu singen oder verzauberte Waffen zu schmieden. Von der Atmosphäre her hat mich das Setting etwas an Hogwarts erinnert.

Zoey ist ihr ganzes Leben darauf vorbereitet worden in die Fußstapfen ihrer Mutter zu treten und eine mächtige Heilerin zu werden. Als ihre Magie endlich erwacht, ist dies allerdings keine Heilmagie, sondern Todesmagie. Für sie bedeutet dies, dass sie ihre Fächer wechseln muss und ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt wird. Ihre Mitschüler haben durch ihre Magie Angst vor ihr und auch ihre Freunde scheinen nicht mehr so viel Zeit mit ihr verbringen zu wollen.

Die Geschichte ist eine Mischung aus Fantasy, Kriminal- und Liebesroman. Ich mochte allerdings sehr, dass die Liebesgeschichte nicht unbedingt im Vordergrund steht und es vor allem um die anderen beiden Genre ging. So haben einige Wendungen dazu geführt, dass es viel Spannung gab. Auch wenn die eigentliche Handlung in sich abgeschlossen ist, hält die Rahmenhandlung noch einige Fragen für die Fortsetzung bereit. Ich kann mir sehr gut vorstellen an die Everfall Academy zurückzukehren und mehr über Zoeys Magie zu erfahren. Für den Auftakt dieser Reihe gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.01.2024

Ein wunderschöner Weihnachtsroman über eine komplexe Familie und viele Verwirrungen

Weihnachten kann kommen
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Die Autorin „Sarah Morgan“ sagt mittlerweile selbst auch, dass es jedes Jahr zu einer Tradition gehört einen neuen Weihnachtsroman zu schreiben. Genauso gehört es für mich jedes Jahr zu einer Tradition ...

Die Autorin „Sarah Morgan“ sagt mittlerweile selbst auch, dass es jedes Jahr zu einer Tradition gehört einen neuen Weihnachtsroman zu schreiben. Genauso gehört es für mich jedes Jahr zu einer Tradition ihren neuen Weihnachtsroman zu lesen. In der Regel lese ich sie zur Einstimmung in die Weihnachtszeit. Dieses Jahr allerdings hat das nicht funktioniert und ich habe diesen Roman quasi als Abschluss gelesen. Bemerkenswert war dennoch, dass der Roman etwas geschafft hat, was die vier Wochen im Advent nicht geschafft haben. Er hat mich in eine gemütliche, winterliche Stimmung versetzt. Das Einzige, was jetzt noch fehlt, sind kühlere Temperaturen und etwas Schnee, um die Atmosphäre perfekt zu machen.
Bezeichnend für den Stil der Autorin ist es, dass sie mittlerweile keine klassischen Liebesgeschichten mehr schreibt. Es geht nicht mehr nur darum, dass sich eine Hauptperson zur Weihnachtszeit verliebt und einige romantische Dates erlebt. Diese Geschichten sind auch schön und haben ihre Daseinsberechtigung.
Die Autorin schreibt allerdings mittlerweile deutlich tiefgründigere Geschichten. Im Vordergrund stehen immer komplexe Familienbeziehungen und dieser Roman ist keine Ausnahme. Es geht um die Familie Miller, die von außen betrachtet die absolute Bilderbuchfamilie ist. Hinter den Kulissen gibt es allerdings viele Tabuthemen und der Zusammenhalt ist nicht so fest wie er scheint. Das Ganze scheint kurz vor Weihnachten zu eskalieren, als alle im Elternhaus in Schottland zusammenkommen und eingeschneit werden. Im Zentrum von den Familienkonflikten landet Lucy, die eigentlich nur ein neues Marketingkonzept vorbeibringen wollte und nun unfreiwillig mit den Millers Weihnachten feiern darf.

Ob die Ausgangssituation für diesen Roman nicht vielleicht etwas übertrieben ist, darüber kann man bestimmt streiten. Es gibt hier definitiv einige Zufälle und Verwirrungen, die es so nicht zwingend bedurft hätten. Dennoch ist die Handlung mit viel Witz geschrieben und viele Dialoge wirken sehr authentisch. In den wenigsten Familien darf jeder immer ausreden oder zu Wort kommen. Warum sollte dies in einem Buch anders sein? Mir hat außerdem gefallen, dass die Geschichte aus fünf Sichten erzählt wird und der Leser dadurch sehr viele Einblicke in die Familie bekommt. So wird auch deutlicher, warum einer so handelt wie er es getan hat.

Das absolute Highlight war für mich da Setting in einem eingeschneiten Herrenhaus in Schottland. Ich würde sehr gerne einmal in einem solchen Haus Urlaub machen. Es gibt auch eine große Bibliothek mit Kamin und wer nicht bei diese Vorstellung schon in einer gemütlichen Stimmung ist, der ist es bestimmt, wenn er davon liest, die die Oma frische Lebkuchen backt, die Mutter in jedem Zimmer einen Tannenbaum dekoriert oder eine Tochter einen Schneemann baut. Es gibt es viele Weihnachtstraditionen, die hier aufleben. Wer in einem Weihnachtsroman auch ein bisschen Kitsch haben möchte, kommt auch auf seine Kosten. Für mich war dies ein perfektes Rundumpaket.

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