Platzhalter für Profilbild

Lust_auf_literatur

Lesejury Star
offline

Lust_auf_literatur ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lust_auf_literatur über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2025

Soghafter und poetischer Entwicklungsroman

Die imaginäre Nacht
0

Der französische Autor Hugo Lindenberg überraschte 2023 mit seinem preisgekrönten Debütroman „Eines Tages wird es leer sein“ , den ich jetzt auch noch sehr gerne lesen möchte.
Denn sein zweiter Roman „Die ...

Der französische Autor Hugo Lindenberg überraschte 2023 mit seinem preisgekrönten Debütroman „Eines Tages wird es leer sein“ , den ich jetzt auch noch sehr gerne lesen möchte.
Denn sein zweiter Roman „Die imaginäre Nacht“ überzeugt mich mit seiner melancholischen Stimmung und seiner glasklaren Prosa.

“Die Zeit war vor fünfzehn Jahren in Aufruhr geraten, als der Sieben-Uhr-Zug über den Körper meiner Mutter fuhr. Um von ihrem Tod nichts zu wissen, führte ich mein Leben in der Vergangenheit.”

Die Mutter des jungen, erwachsenen Ich-Erzählers hat sich umgebracht, als er 6 Jahre alt war. Dass der Tod der Mutter ein Suizid und nicht etwa Unfall war, erfährt er erst als junger Erwachsener und es stellt seine ganzes Dasein in Frage.
Seine Kindheit und Jugend ohne Mutter waren schwierig und jetzt als Erwachsener ist er ziemlich lost.

In dem Versuch diesen Schmerz und seine Hilflosigkeit zu entdecken, beginnt er durch die Pariser Nacht zu streifen. In Clubs und bei Begegnungen lässt er sich treiben, traut sich seinem Begehren nachzugeben und seine Sexualität auszuloten.
Doch dem Kern seiner Trauer kann er nicht entfliehen.

Ihn quälen Fragen zum Leben und zum Tod seiner Mutter. Der Erzähler beginnt mit Menschen zu sprechen, die seine Mutter kannten, um ihr näher zu kommen.

Die Kurzbeschreibung nennt den Roman einen „schwindelerregender Entwicklungsroman, sinnlich und fieberhaft“ . Auch ich werde beim Lesen von dieser atmosphärischen Stimmung erfasst, die Lindenberg so meisterhaft zu erzeugen weiß.
Viele Sätze laden mich zum Nachdenken ein und versetzen mich in die Lebenswelt des Erzähler, in dem alles noch möglich ist, alles noch imaginiert werden kann.
Ist das eine Last oder ein Geschenk?

“Manchmal wäre ich gerne schon alt, um mir die Unsicherheiten der Existenz zu ersparen.”

Ich fand den Roman auch sprachlich sehr besonders, den die Erzählstimme spricht klar und poetisch, nüchtern aber doch gefühlvoll.
Und nach der langen Nacht erwartet mich am Ende ein kathartischer Schluss, der mir sehr gut gefällt.

Ich fand „Die imaginäre Nacht“ ist ein Roman, für den es die richtige Stimmung braucht um sich darauf einzulassen und der vielleicht nicht in jede Lebens- und Lesesituation passt.

Aus dem Französischen von der preisgekrönten Übersetzerin und Autorin Lena Müller, die bereits „Eines Tages wird es leer sein“ übersetzt hat und die selbst mir „Restlöcher“ bereits einen Roman veröffentlich hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2025

Kein wirkliches Lesevergnügen

Der Einfluss der Fasane
0

Antje Rávik Strubel wurde 2021 für ihren Roman „Die blaue Frau“ mit dem Buchpreis ausgezeichnet. Jetzt ist ihr neuer Roman „Der Einfluss der Fasane“ mit einer vielversprechenden Kurzbeschreibung erschienen.
Für ...

Antje Rávik Strubel wurde 2021 für ihren Roman „Die blaue Frau“ mit dem Buchpreis ausgezeichnet. Jetzt ist ihr neuer Roman „Der Einfluss der Fasane“ mit einer vielversprechenden Kurzbeschreibung erschienen.
Für mich war es der erste Roman der Autorin. Und ich weiß noch nicht, ob ich Lust auf weitere Literatur von Antje Rávik Strubel habe, denn der „Der Einfluss der Fasane“ hat mir nicht sonderlich gut gefallen.
Ich konnte einfach nicht so richtig folgen oder die Botschaften dechiffrieren, die in der Geschichte der Feuilletonchefin Hella Karl vermittelt werden sollten.
Die äußeren Eckpfeiler der Handlung kann ich noch gut ausmachen, aber der Subkontext erschließt sich mir nicht so ganz.
Die besagte Feuilletonchefin Hella Karl hat in einem Zeitungsartikel die sexistischen Praktiken eines renommierten Theaterindentanden aufgedeckt und kritisch darüber berichtet.
Der hat sich jetzt allerdings in Sydney während einer Operaufführung seiner ebenfalls berühmeten Frau umgebracht.
Für die Presse natürlich ein gefundenes Fressen und Hella Karl steckt schnell in der Rolle des Bösewichts.
Hat sie den Mann mit ihrem Artikel in den Selbstmord getrieben?
Die Schuldzuweisungen der Presse sind die eine Sachen, die andere ist die individuelle Schuld Hella Karls. Oder gibt es die überhaupt?

Mir ist einigermaßen klar, dass Antje Rávik Strubel in ihrem Roman ganz viel mit den stereotypen Vorstellungen von Geschlechterrollen arbeitet. Hält sich Hella Karl ihren jüngeren Mann nicht als klassisches Sexobjekt zu Hause in der Rolle der traditionellen Hausfrau? Agiert sie im Umgang mit ihren jüngeren Mitarbeiterinnen nicht patriarchal herablassend von oben herab?

Andere verschlüsseltere Gesellschaftskritik erschließt sich mir dann weniger.

In ihrem neuen Roman „rechnet Antje Rávik Strubel mit Aufregungsmechanismen und Blindheit der Medien ab“, titelt der Tagesspiegel.

Öh ja, so wird der Roman mehrmals beschrieben, aber warum kann ich das dann gar nicht so wirklich IN dem Roman lesen? Wo wird das denn beschrieben, habe ich das überlesen?
Die häufig von Antje Rávik Strubel verwendeten Dialoge lesen sich für mich konstruiert, fast surreal satirisch, nur dass ich den springenden Punkt scheinbar einfach nicht verstehe.
Anscheinend basieren ihre Figuren und die geschilderten Vorfälle auf wahren Begebenheiten, aber ich habe natürlich keinen Schimmer auf welchen.
Und die Fasane? Sie erscheinen als roter Faden immer wieder, sogar ganz dramatisch am Ende des Romans, aber was will die Autorin mir damit sagen?


Ich denke, dass das Zielpublikum des Romans definitiv ein Intellektuelles ist. Allein der Schreibstil hat schon einen gewissen Anspruch und bereitet vielleicht nicht jedem Lesepublikum eine intuitive Lesefreude.
Ich selbst habe den Roman mit grundsätzlichem Interesse, aber ohne großes Vergnügen gelesen.
Aber wahrscheinlich liebt das Feuilleton Romane über das Feuilleton und wird auch diesen hoffentlich ausführlich und detailliert besprechen und ihn für mich in der Nachlese nochmals aufbereiten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2025

So muss Literatur.

Der Junge
0

Was für ein Glück, dass ich bei diesem Roman auf die Blurbs vertraut hatte.
Denn das Cover finde ich persönlich nicht besonders ansprechend und der Autor fällt jetzt auch nicht unbedingt in mein Leseschema.
Aber ...

Was für ein Glück, dass ich bei diesem Roman auf die Blurbs vertraut hatte.
Denn das Cover finde ich persönlich nicht besonders ansprechend und der Autor fällt jetzt auch nicht unbedingt in mein Leseschema.
Aber «Dieses Buch spricht zu einem. Man liest es mit einem Gefühl von anhaltendem Staunen.» sagt der Corriere della Sera.

Dann nach 50 Seiten überlege ich schon fast, ob ich den Roman nicht lieber weglegen sollte. Wie ich bereits vom Klappentext weiß, wird es in dem Roman um ein totes Kind gehen. Aber die Beschreibung der Explosion, in der kleine Nuco umkommt und die der vielen anderen toten Kinder sind plastisch und drastisch. Und genauso ist es die Trauer der Eltern und Großeltern. Eine kurze Recherche ergab, dass es die von Aramburu beschriebene Gasexplosion in einer baskischen Schule 1980 wirklich gab und sogar bei Wikipedia auf der Liste der größten künstlichen, nichtnuklearen Explosionen geführt wird. Dabei kamen wahrscheinlich 50 Kinder ums Leben.

Das geht mir sehr nahe, vor allem weil ich selbst gerade einen Sohn im Alter des kleinen Jungen habe.

Nicht nur der Tod steht im Mittelpunkt von Aramburus Roman, sondern auch die Trauer der Hinterbliebenen, allen voran Nucos Mutter, Vater und Großvater. Alle drei haben unterschiedliche Arten mit ihrem Schmerz umzugehen.

Während der Großvater den Tod seines einzigen und sehr geliebten Enkels nicht wahrhaben will und einfach nicht zur Kenntnis nimmt, drängt Nucos Vater auf eine erneute Schwangerschaft.
Nucos Mutter Marieje ist eine der Hauptzerzählenden und steht der Idee einer erneuten Schwangerschaft skeptisch gegenüber.
Dafür hat sie neben der Trauer ihre ganz eigenen Gründe.

Aramburu, ein mehrfach preisgekrönter spanischer Schriftsteller, der in in Deutschland lebt, arbeitet in seinem neuen und kurzen Roman sehr geschickt mit den verschiedenen Perspektiven. Hauptsächlich lässt er den Großvater und Marieje erzählen und arbeitet ihre Gefühls- und Gedankenwelt plastisch und nachvollziehbar aus.
Er fügt sogar noch eine weitere Erzähldimension hinzu, indem er den Text selbst sprechen lässt. Das gefällt mir sehr gut und ergänzt und erweitert die Geschichte perfekt.
Unter der Trauer um den toten Sohn leidet letztendlich auch die Ehe von Nucos Eltern. Und der große Verlust zieht noch weiteres Unglück nach sich…


Ganz zum Schluss meldet sich der Text selber noch mal zu Wort:
“Mehr verlange ich gar nicht: sinnvoll sein, in dem einen oder anderen Bewusstsein eine Spur hinterlassen.”

Bei mir ist das gelungen. Nach der letzten Seite bin ich ergriffen, bewegt, traurig und gleichzeitig befreit.

So muss Literatur.

Eine klare Leseempfehlung für diesen kurzen und besonderen Roman!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2025

Ein literarischer Thriller der Spitzenklasse?

Der Gott des Waldes
0

„Ein literarischer Thriller der Spitzenklasse“ blurbt The Guardian direkt auf dem Cover. Klar, das ich mir so einen Roman nicht entgehen lassen kann.
Ich hatte bereits „Long Bright River“ von Moore gelesen ...

„Ein literarischer Thriller der Spitzenklasse“ blurbt The Guardian direkt auf dem Cover. Klar, das ich mir so einen Roman nicht entgehen lassen kann.
Ich hatte bereits „Long Bright River“ von Moore gelesen und gemocht, als letztes Jahr beim Bloggerinnentreffen auf der #FBM ihr neuer Roman angekündigt wurde.
Seitdem freue ich mich auf dieses Buch.

Und ich hatte mit dem fast 600 Seiten langen Buch wirklich eine sehr unterhaltsame Lesezeit, auch wenn ich nicht ganz ohne ein paar Kritikpunkte auskomme.

Das Setting gefällt mir natürlich ausgesprochen gut. Der gesamte Roman spielt auf verschiedenen Zeitebenen in einem bergigen und waldigen Naturresservat in den nordamerikanischen Adirondack Mountains.
Dort gibt es ein kleines Camp, in dem Kinder und Jugendliche aus dem nahegelegenen New York ihre Ferien verbringen, wie es in den USA oft üblich ist.
Die Handlung beginnt sofort mit Action, denn eine Jugendliche, Barbara, ist über Nacht aus dem Camp verschwunden, wie ihre Betreuerinnen entsetzt feststellen.
Die Situation wird dadurch verkompliziert, dass Barbara die Tochter der Großgrundbesitzerfamilie Van Laar ist, denen das gesamte Gelände und auch das Camp gehört.

Es ist außerdem das Jahr 1975 und die technischen Möglichkeiten für eine Suche sind begrenzt. Natürlich wird das Gelände weitreichend durchsucht und die Polizei wird eingeschaltet.
Der Ernst der Lage ist allen klar, denn Jahre zuvor ist bereits ein anderes Kind der Van Laars, Barbaras Bruder Bear, aus dem Sommercamp verschwunden und nie wieder aufgetaucht. Sein mutmaßlicher Entführer und Mörder wurde damals rasch identifiziert, obwohl Bears Leiche nie gefunden wurde.

Moore verwendet in ihrem Roman verschieden Perspektiven und verschiedene Zeitebenen. Zwischen der aktuellen Geschichte springt sie zurück in die Zeit von Bears rätselhaften Verschwinden und sogar noch weiter zurück in die Zeit vor seiner Geburt. Die Geschichte seiner Mutter Alice, die ganz jung in die reiche Famillie Van Laar einheiratet und sehr schnell eine sehr unglückliche Ehe führt, ist beklemmend.

Mit den Zeitsprüngen komme ich sehr gut zurecht, aber die vielen Erzählperspektiven und die vielen involvierten Familien und Personen verwirren mich. Hier wäre meiner Meinung nach, trotz der hohen Seitenzahl, einiges an Einsparpotential gewesen, ohne dass die eigentliche Geschichte darunter leidet.
Auch die vielen angerissenen Konfliktfelder erweisen dem Roman keinen guten Dienst. Statt der vielen Themenfelder wäre ich lieber noch näher an die eigentlichen Kernfiguren, ihre Motive und ihre Gefühlswelt herangekommen.
Denn obwohl Moore die Gedankengänge ihrer Figuren durch die verschiedenen Erzählperspektiven gut nachvollziehbar macht und sie für Spannungsliteratur detailiert anlegt, bleiben sie mir persönlich zu flach.

Vergleiche zwischen Autorinnen sind sicherlich immer unfair, ich möchte aber zeigen, dass es durchaus auch Kriminalliteratur gibt, die meinen hohen Ansprüchen in dieser Hinsicht genügt. Ich finde bespielsweise die Krimis und Thriller von Tana French in ihrer Figurenzeichnung psychologisch weitaus besser ausgearbeitet und auch tatsächlich wesentlich spannender. Gegen diese Finesse der irischen Autorin wirkt die US-amerikanische Moore deutlich oberflächlicher.

Dennoch bilden Moores atmosphärische Schilderungen des Camps im Wald und die vielen gesellschaftlichen Themen wie soziale Ungleichheit, Wohlstandsverwahrlosung und Machtmissbrauch eine gute Mischung. Dass sie, so wie bereits in „Long Bright River“, weibliche Perspektiven und weibliches Erleben in den Mittelpunkt stellt, ist gerade für einen Thriller, immer noch eine besondere Erwähnung wert.

Gerne empfehle ich dir „Der Gott des Waldes“ weiter, auch wenn der Roman meinen zu hohen Erwartungen vielleicht nicht ganz gerecht wurde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2025

Fandom aus marginalisierter Perspektive

Nerd Girl Magic
0

Ich hatte so ungefähr gar keine Ahnung, was mich in „Nerd Girl Magic“ erwartet, aber ein gewisses Nerd Gefühl begleitet auch mich seit meiner Teenagerzeit.

Ein Bücher-Nerd Gefühl.

Nach der Lektüre des ...

Ich hatte so ungefähr gar keine Ahnung, was mich in „Nerd Girl Magic“ erwartet, aber ein gewisses Nerd Gefühl begleitet auch mich seit meiner Teenagerzeit.

Ein Bücher-Nerd Gefühl.

Nach der Lektüre des Buches weiß ich, dass ich auf gar keinen in die Kategorie Geeks und Nerds falle, die Simoné Goldschmidt-Lechner „Nerd Girl Magic“ beschreibt und der sie sich zugehörig fühlt.
Denn ich habe noch nie (!) ein Vidoespiel gespielt, der Fernseher in meinem Elternhaus hatte nur drei Programme und wenn ich als Jugendliche an einen Computer wollte, musste ich in die Stadtbücherei.
Jetzt lebe ich natürlich mittlerweile nicht mehr ganz hinter dem Mond, bin aber von jeder Art von Nerd Girl Magic Lichtjahre entfernt.

Umso mehr habe ich die Einblicke Goldschmidt-Lechners Welt genossen, die sie in ihrem neuen Buch mit ihren Leser*innen teilt.
Anhand ihrer eigenen Nerd Girl Geschichte erzählt sie von verschiedenen Facetten des modernen Fandomes in Gaming, Fantasy und K-Pop und wie sich beispielsweise die Rollenspielszene und die Rezeption von Fan Fiction die letzten Jahre verändert hat.

Von manchen Facetten wusste ich einfach noch gar nichts, beispielsweise wie Queerness in Mangas und Animes verhandelt wird. Bei anderen Kapiteln, wie das über Rassismus, Sexismus und Queerfeindlichkeit in „Herr der Ringe“, „Games of Thrones“ und „Harry Potter“, könnte ich (fast) mitreden.

Mir gefällt der lockere und andeutungsweise humorvolle Stil Goldschmidt-Lechners sehr gut und die Mischung aus ihren eigenen Erfahrungen, ihrer persönlicher Meinung und den Sachinformation find ich ziemlich gelungen.
Ich kann die Texte trotz vieler neuer Begrifflichkeiten aus Gaming und co. locker weglesen und ich hätte mir fast noch mehr Kapitel und weiterführende Informationen gewünscht.
Ich hoffe sehr, Fortsetzung folgt…

Goldschmidt-Lechner schreibt in „Nerd Girl Magic“ aus einer nicht-weißer, nicht-männlicher Perspektive und durchbricht damit ein lange vorherrschende Stereotyp.

„Die Welt der Geeks und Nerds verändert sich. Es sind nicht länger nur weiße männliche cis-Nerds, die sichtbar sind. Die queeren und nicht-weißen Nerds, die nicht-männlichen Geeks und alle dazwischen können nicht länger ignoriert werden.“

Das begrüße und feiere ich als Feministin natürlich sehr, bin aber, fürchte ich, angesichts des großen reaktionären gesellschaftlichen Backlashs nicht ganz so optimistisch wie die Autorin.
Aber vielleicht bietet genau dieses Nerdtum und Fandom, wie Goldschmidt-Lechner es beschreibt, eine Möglichkeit, die oberflächlichen und vorherrschenden Strömungen subversiv zu unterwandern und so letztendlich auch Veränderungen zu bewirken.
So hoffe ich zumindest.

„Wir sind Nrrd Grrrls.
Und wir werden die Welt verändern.“

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere