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Madamebiscuit15

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2026

Sommerstimmung und Selbstfindung

Träume aus Salz
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Habt Ihr auch bereits Lust auf den Sommer? Meeresrauschen im Ohr, den Geruch nach Sonnencreme und mediterranem Essen in der Nase und lauen Nächten auf der Terrasse? Dann greift zu dem neuen Roman von Anika ...

Habt Ihr auch bereits Lust auf den Sommer? Meeresrauschen im Ohr, den Geruch nach Sonnencreme und mediterranem Essen in der Nase und lauen Nächten auf der Terrasse? Dann greift zu dem neuen Roman von Anika Landsteiner.

Darin reist das Paar Flo und Matty auf eine kleine griechische Insel und gönnt sich genau so eine Auszeit. Ab der ersten Seite sind diese herrlichen Urlaubs-Vibes zu spüren und haben mich dem grauen Alltag entfliehen lassen. Die beiden sind ein sympathisches und verliebtes Paar. Doch nach acht Monaten Beziehung können die beiden noch nicht alles voneinander wissen.
Als sie in einem Restaurant die Kellnerin Sofia kennenlernen, die ihnen kurz darauf die Tarotkarten legt, tauchen wir tiefer in Flos Vergangenheit ein und erfahren, was sie bisher nicht in Worte fassen, konnte.

Die Autorin schreibt sich einmal mehr gekonnt in die Psyche ihrer Figuren und wir Lesenden erfahren erst im Fortgang der Handlung, was im Inneren der einzelnen Charaktere vorgeht. Ich mag ihren Ton sehr, er ist soghaft, mit einer gewissen Tiefe und bewahrt sich doch eine gewisse Leichtigkeit.

In dieser Geschichte liegt der Fokus sehr schnell auf den beiden Frauen, die sich unbewusst ineinander wiedererkennen und sich gegenseitig brauchen, um endlich den Impuls zu bekommen, in ihrem Leben Veränderungen anzustoßen.

Für mich war es gelungener und kurzweiliger Ausflug nach Griechenland, den ich gerne empfehle, auch wenn mich die beiden Vorgänger noch einen Tick mehr überzeugen konnten.

Für Fans von Lucy Clarke und Taylor Jenkins Reid.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Gelungenes Nachschlagewerk für den Gemüsegarten

Das Gemüsegarten 1 x 1
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Es ist nicht mein erster Ratgeber für den Gemüsegarten, insofern war ich gespannt, ob er mich überzeugen können würde und ich vielleicht noch etwas Neues lernen könnte. Allein die Covergestaltung fand ...

Es ist nicht mein erster Ratgeber für den Gemüsegarten, insofern war ich gespannt, ob er mich überzeugen können würde und ich vielleicht noch etwas Neues lernen könnte. Allein die Covergestaltung fand ich sofort sehr ansprechend, buntes Gemüse, stimmig um den Titel angeordnet.

Inhaltlich gibt es eine klare Gliederung, von der Anzucht, über die verschiedenen Pflanzen, bis hin zu Schädlinge und Nützlinge, was mir schon einmal gut gefallen hat.
Jede Seite wartet mit passenden und veranschaulichenden Fotografien zu den Informationen auf und schafft so zusätzlich Verständlichkeit. Gerade auch bei einzelnen Pflanzenkrankheiten empfand ich die Fotos als sehr hilfreich.
Besonders gelungen fand ich im Pflanzenkapitel, dass immer ein kurzer Steckbrief zu jeder Pflanze vorangestellt wurde. Dadurch ist auf einen schnellen Blick ersichtlich, wann und wie gesät, gepflanzt und geerntet werden muss.
Die Infotexte empfand ich als klar verständlich und auf das Wesentliche fokussiert.

Am Ende gibt es noch ein Sachregister, dass gezieltes Suchen nach Begriffen erleichtert.

Für mich stellt dieses Nachschlagewerk tatsächlich eine Bereicherung in meinem Bücherregal dar, das sicher noch oft zur Hand genommen werden wird.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Zwei Paare, ein Sommerhaus und viele Emotionen

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
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Zwei Paare, ein gemeinsames Ferienhaus in Südfrankreich am Meer, Sommer, Sonne und Idylle? Natürlich nicht, sonst gäbe es dieses Buch wohl kaum.
Felix und Matze sind Freunde seit Schultagen, wobei es schon ...

Zwei Paare, ein gemeinsames Ferienhaus in Südfrankreich am Meer, Sommer, Sonne und Idylle? Natürlich nicht, sonst gäbe es dieses Buch wohl kaum.
Felix und Matze sind Freunde seit Schultagen, wobei es schon immer ein Gefälle in ihrer Beziehung gab. Felix war und ist der Gewinnertyp, während Matze dazugehören und gefallen will. Insofern macht er sich bei Felix klein. Ihre Freundschaft funktioniert seit vielen Jahren nach diesem Muster und wird auch nicht in Frage gestellt. Damit hat Linn, Matzes Freundin, manchmal Mühe, denn Felix darf nicht kritisiert werden und schon gar nicht jetzt im Urlaub, den er schließlich auch noch für alle bezahlt hat.
Diese Ausgangssituation bietet bereits genug Potential für zwischenmenschliche Zerwürfnisse, steht in diesem Roman aber nicht im Mittelpunkt. Den größeren Raum der Handlung nehmen die beiden Frauen Eva, Felix’ Frau und Linn ein. Besonders spannend war dabei für mich der Unterschied zwischen Fremdwahrnehmung und Selbstwahrnehmung der beiden Figuren. Beide struggeln aus den unterschiedlichsten Gründen, egal ob es dabei beispielsweise um ihren Körper oder um das Thema Mutterschaft geht. Sie werden von der anderen oft für exakt die Punkte bewundert, die sie an sich selbst als ungenügend empfinden.
Auch wenn ihre Ausgangssituation zu Beginn der Urlaubszeit völlig unterschiedlich ist, nähern sie sich schnell einander an und zeigen sich einander ungeschönt. Diesen Blick ehrlichen und empathischen Blick auf diese aufkeimende Frauenfreundschaft mochte ich besonders gern.
Auch im Allgemeinen fand ich den flüssigen und schlagfertigen Schreibstil der Autorin überzeugend und ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen. Sich in die beiden Protagonistinnen einzufühlen, fiel mir leicht. Zu viele ihrer Gedanken sind uns Frauen allen bekannt. Es reicht von Momenten, in denen wir uns von der Freundin eher verstanden fühlen, als von dem eigenen Partner, bis hin zu der großen Frage nach dem Kinderwunsch oder eben nicht und wie damit umgehen.
Einziger Kritikpunkt ist das Ende, das wir mir dann doch etwas zu sehr drüber war. Für mich hätte es auch mit weniger Sensation funktioniert. Aber das ist natürlich Geschmackssache.
Eine Leseempfehlung für diesen aktuellen und gelungen Roman von Dita Zipfel.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Wilder und sympathischer Roadtrip zweier Frauen

Karat
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Etna ist Goldschmiedin in einer Schweizer Kleinstadt und ungewollt schwanger. Außerdem hat sie ein großes Problem mit Ungerechtigkeit jeglicher Art und neigt zur Impulsivität. Das ziemlich genaue Gegenteil ...

Etna ist Goldschmiedin in einer Schweizer Kleinstadt und ungewollt schwanger. Außerdem hat sie ein großes Problem mit Ungerechtigkeit jeglicher Art und neigt zur Impulsivität. Das ziemlich genaue Gegenteil dazu ist Svenja, die ihre fertigen Trauringe bei Etna abholen will, denn in drei Wochen ist der Hochzeitstermin. Ein Termin, der ebenso durchgeplant und organisiert ist, wie auch das restliche Leben von Svenja. Aber will sie das überhaupt alles so?
 
Die beiden jungen Frauen treffen in einem Moment aufeinander, wo für beide die Welt ins Wanken gerät und so brechen sie kurzerhand auf zu einem Roadtrip durch die Schweiz. Sie begeben sich auf die Suche nach dem passenden Vater für Etnas ungeborenes Kind und merken dabei schnell, dass sie sich doch ähnlicher sind, als im ersten Momentvermutet.
 
Karin Reys Geschichte schafft es gewichtige Themen (junger) Frauen anzusprechen, ohne schwermütig zu wirken. Ich saß unheimlich gerne mit den beiden Frauen im Van und bin ihren Gesprächen gefolgt.

Etna ist dabei die direkte, sie trägt ihr Herz auf der Zunge und lässt sich nicht verbiegen. Manche Aktionen von ihr wirken im ersten Moment drastisch oder auch verrückt, aber ich fand sie unheimlich sympathisch. Immer wieder musste ich beim Lesen schmunzeln über sie. Für mich ist sie eine sehr warmherzige Person.

Svenja dagegen ist die ruhigere, verlässlichere, die ihre Bedürfnisse meist hintenanstellt. Auch sie habe ich leicht in mein Herz schließen können und mir den Roman über gewünscht, dass sie zu sich selbst und gleichzeitig eine Lösung für ihr Beziehungsdilemma findet.
 
Der Roman ist in einem lockeren Ton geschrieben und lässt sich einfach so weglesen, ohne dass es ihm dabei an Tiefe fehlt. Für mich war es ein temporeicher Ausflug mit zwei starken Frauen, der mir viel Spaß gemacht hat.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Berührend, literarischer Blick auf unsere deutsche Vergangenheit

Treppe aus Papier
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„Kein Fleck in diesem Land ist frei von seiner Geschichte, denkt sie.“ S. 159

Das ist nur einer, dieser vielen Sätze, die in mir nachhallen und dieses Buch für mich zu einem ganz besonderen machen. Henrik ...

„Kein Fleck in diesem Land ist frei von seiner Geschichte, denkt sie.“ S. 159

Das ist nur einer, dieser vielen Sätze, die in mir nachhallen und dieses Buch für mich zu einem ganz besonderen machen. Henrik Szántó schafft es in seinem Roman viele Male Gefühle und Wahrheiten so treffend auf den Punkt zu bringen, dass ich immer wieder innehalten musste beim Lesen und über diese Fähigkeit mit Sprache umzugehen gestaunt habe.

Die Handlung selbst spielt einzig und allein in einem Mehrparteienhaus und das Einzigartige darin ist die Erzählperspektive, denn die übernimmt das Haus selbst. Klingt im ersten Moment seltsam, hat für mich aber unheimlich gut funktioniert. Gerade auch, weil das Haus fühlt, leidet, sich freut und somit sehr menschlich wirkt.

Dabei stellt es Ruth, Nele und Irma in den Mittelpunkt und wechselt maßgeblich zwischen zwei Zeitebenen. Einmal begleiten wir Ruth und Irma während den 1930ern und 1940ern und zum anderen befinden wir uns mit einer über 90jährigen Ruth und Nele in der Gegenwart.

Wie die erste Zeitebene vermuten lässt, spielt die NS-Zeit und ihre Folgen eine große Rolle. Ruth ist Jüdin und Irma ein Kind nazitreuer Eltern und auch wenn es zu Beginn eine Freundschaft zwischen den beiden Mädchen gibt, brauchen wir leider alle keine Fantasie, um uns vorzustellen, wie die Situation für Ruths Familie ausging.

Der Autor nutzt diese Zeitebene allerdings nicht als Fokuspunkt der Geschichte, sondern eher als Ausgangspunkt, um zu veranschaulichen, wie prägend diese Erfahrungen für uns Menschen sind. Denn Ruths Charakter und Verhalten ist ein klares Produkt ihrer Erziehung und jetzt am Ende ihres Lebens, setzt sie sich damit auseinander. Den Anstoß dazu bekommt sie durch die Teenagerin Nele, die für ihre Geschichtsklausur lernen muss und Ruth als Zeitzeugin nutzt.

Die Folge davon ist, dass auch Nele in ihrer Familie nachzufragen beginnt, denn „Vielleicht hat die eigene Familie nicht nur erlebt, sondern auch getan.“ S.72

Es ist ein Roman, der mich sehr berührt hat und für mich eine große Entdeckung darstellt. Henrik Szántó schreibt äußerst einfühlsam, ohne dabei alles auserzählen zu müssen. Vieles klingt und hallt zwischen den Zeilen und verfängt dadurch vielleicht sogar noch viel mehr.
Für mich ein Highlight.

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