Profilbild von MademoiselleMeow

MademoiselleMeow

Lesejury Profi
online

MademoiselleMeow ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MademoiselleMeow über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.09.2025

Dracula 2.0

Hunting Prince Dracula
0

Nach Band 1 war ich mir ja noch unsicher, ob ich Audrey Rose auf weiteren Abenteuern begleiten möchte. Aber irgendwas reizt mich an dieser Reihe, sei es nun die wunderhübsche Gestaltung (innen wie außen) ...

Nach Band 1 war ich mir ja noch unsicher, ob ich Audrey Rose auf weiteren Abenteuern begleiten möchte. Aber irgendwas reizt mich an dieser Reihe, sei es nun die wunderhübsche Gestaltung (innen wie außen) oder die durchaus interessanten Fälle mit historischen Bezug. Warum nicht also eine zweite Chance geben?

Nach der traumatischen Aufklärung der Ripper Morde, gönnen sich Audrey und Thomas keine Pause. Um einen begehrten Platz an der Akademie für Gerichtsmedizin zu ergattern, führt sie ihr Weg nach Rumänien und damit direkt in die nächste Reihe von mysteriösen Mordfällen.
Blutleere und gepfählte Leichen deuten auf einen Täter hin, der sich den größten Blutsauger der Welt zum Vorbild genommen hat: Graf Darcula.

Vielleicht ist es ja Gewöhnungssache, aber diesmal fand ich Thomas gar nicht so nervig und konnte sogar über ein paar seiner Scherze lachen. Zwischen ihm und Audrey geht es sehr viel inniger zu als im vorherigen Band. Trotz aller Romantik, ist es aber immer noch ein fortwährendes Katz und Maus Spiel.

Der Fall Dracula konnte mich um einiges mehr fesseln. Geheimgänge, versteckte Fallen, verschlüsselte Botschaften – ein richtiger Abenteuerroman.
Die Auflösung fand ich gut, einen Teil davon allerdings, mal wieder, total drüber. Warum bauen so viele Autoren immer wieder überflüssige Plots ein? Manchmal ist weniger mehr.

Dennoch, eine deutliche Steigerung zu Band 1. Wenn es dann weitergeht mit dem dritten Teil, der leider noch keinen Erscheinungstermin hat, kann ich mit Bestimmtheit sagen: Ich bin wieder dabei!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.09.2025

Ein Zirkus der anderen Art

Sparks
0

„Sparks“ stand auf meiner Leseliste und dank vorablesen durfte ich mich über ein Rezensionsexemplar freuen. Ich mag Zirkusgeschichten und am liebsten sind mir die ganz ohne Tiere. So ist es auch hier, ...

„Sparks“ stand auf meiner Leseliste und dank vorablesen durfte ich mich über ein Rezensionsexemplar freuen. Ich mag Zirkusgeschichten und am liebsten sind mir die ganz ohne Tiere. So ist es auch hier, wobei die Zirkustruppe dann schon etwas speziellere Mitglieder hat als einfache Clowns und Artisten.

In Windy van Hootens Manege tummeln sich nämlich die sogenannten Sparks. Menschen, die während des 1. Weltkrieges eine spezielle Gabe erhalten haben. Zirkusdirektorin Ringmaster, genannt Rin, kann nicht nur durch die Zeit reisen, sondern sich auch an beliebige Orte beamen.
Mauve kann in die Zukunft blicken und Rin‘s Frau Odette hat heilende Hände.
Diese Fähigkeiten erlauben den dreien schon im Jahr 1926 einen Blick in eine grausame Zukunft zu werfen. Ist es möglich mit Hilfe der Sparks einen weiteren Krieg zu verhindern?
Doch das ist nicht das einzige Problem. Auch der unheilvolle Circus King ist Rin und ihren Leuten dicht auf den Fersen.

Also, ich war am Anfang ganz schön erschlagen von all den Zeitsprüngen, seltsamen Namen und vielfältigen Sparks. Doch man gewöhnt sich daran und mit der Zeit ergibt alles einen Sinn.

Die verschiedenen Sparks kennenzulernen hat großen Spaß gemacht. Am meisten haben mich aber tatsächlich die Kapitel um Ruth und Edward interessiert, weil sie so geheimnisvoll waren und man lange nicht wusste, was es mit ihnen auf sich hat. Ich fand es nur etwas schade, dass Edwards Charakterentwicklung so lieblos behandelt wurde.

Diejenigen die meine Rezis kennen wissen, dass ich kein Fan von übertriebener Wokeness bin. Aber wo ist Diversität besser aufgehoben als bei einem Zirkus? Bis auf ein paar Ausnahmen fand ich diese Thematik auf sehr natürliche Weise eingewoben, ohne dass es von der Haupthandlung abgelenkt hat. Nur das am Ende gefühlt jede dritte Person homosexuell war, fand ich dann doch ein bisschen viel.

Das Ende kam dann recht schnell und auch wenn ich die Umsetzung herzerwärmend fand, denke ich doch, dass man es hätte besser machen können. Etwas zu übereilt, etwas zu offen, aber ein Ende mit dem man Leben kann.

Ein guter Zirkus-Roman, aber nicht der Beste.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.09.2025

Ein magischer Mörder und 5 Racheengel

Jack the Ripper`s Sammlung der Herzen
0

Allein optisch ist dieser Roman ein Traum und die Autorin hat im Nachwort absolut Recht mit der Vermutung, dass allein die Gestaltung viele Leser anziehen wird.
Aber wie immer nützt das schönste Cover ...

Allein optisch ist dieser Roman ein Traum und die Autorin hat im Nachwort absolut Recht mit der Vermutung, dass allein die Gestaltung viele Leser anziehen wird.
Aber wie immer nützt das schönste Cover wenig, wenn die Geschichte nichts hergibt. Heißt es auch hier mehr Schein als Sein?

Unsere Protagonistin ist Mary Kelly, Jack‘s letztes Opfer. Diese wacht nach ihrem Tod umringt von ihren vier Mit-Ermordeten auf. Die erklären ihr, Jack hätte sie zwar getötet, durch ein Ritual aber wieder zum Leben erweckt. Im Besitz ihrer Körper sind sie sogar in der Lage von anderen gesehen zu werden und mit ihnen zu interagieren. Und das nicht ohne Grund. Die Frauen sollen ihre Kräfte nutzen und für Gerechtigkeit sorgen. Gerechtigkeit auch für das ganze Volk und dafür muss Jack die Kontrolle über die Königin erlangen. Das Jack‘s Absichten nicht gut sein können, erkennt vor allem Mary. Doch nur in Besitz ihrer Herzen, können sie sich Jack‘s Bann wieder entziehen.

Okaaaay…
Zunächst einmal zum Positiven. Ich fand es wirklich schön, diesen fünf Frauen eine Stimme zu geben. Und es ist ein netter Gedanke, so viel sei verraten, dass Jack the Ripper doch seine gerechte Strafe bekommen hat, wenn auch nicht offiziell. Auf literarischer Ebene ist es auch keine schlechte Idee, dass dabei die Geister seiner Opfer ihre Hände mit im Spiel hatten.

Aber diese Umsetzung!
Jack the Ripper mit magischen Kräften? Woher er die hatte, wird nicht erklärt.
Will Macht über die Königin erlangen, um was genau zu tun? Was sind seine Pläne für England? Wird nicht geklärt.
Und mal ganz ehrlich, hätte er wirklich fünf Prostituierte umbringen müssen, um dieses Ziel zu erreichen? Eigentlich nicht.
So viele Plot Holes. Das Meiste hat für mich einfach keinen Sinn ergeben.

Die Beziehung zwischen Mary und Inspektor Abberline ist stark angelehnt an den Film „From Hell“. Da hat mich die Chemie schon nicht überzeugt und auch hier habe ich mich stets gefragt, warum Abberline immer wieder so bereitwillig hinter Mary aufräumt.

Immerhin ist das Buch einfach zu lesen und perfekt für Zwischendurch. Aber ich war mit vielen Dingen einfach nicht wirklich zufrieden, deswegen gibt es von mir nur 3 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.09.2025

Der Tod steht ihnen nicht gut

Immortality
0

Nachdem ich „Anatomy“ überraschend gut fand, wollte ich gleich den zweiten Teil der Dilogie verschlingen und war fast traurig, dass es hier nur zwei Teile gibt. Nun weiß ich, es wäre vielleicht doch besser ...

Nachdem ich „Anatomy“ überraschend gut fand, wollte ich gleich den zweiten Teil der Dilogie verschlingen und war fast traurig, dass es hier nur zwei Teile gibt. Nun weiß ich, es wäre vielleicht doch besser bei einem Einzelband geblieben…

Nachdem Hazel ihren Geliebten Jack verloren hat, stürzt sie sich in die Arbeit. Jedoch wird ihr eine Patientin zum Verhängnis und Hazel landet im Gefängnis. Sie sieht sich schon am Galgen baumeln, als sie plötzlich freigelassen und direkt zur Behandlung der kranken Prinzessin Charlotte geschickt wird. Dabei macht sie auch Bekanntschaft mit einer mysteriösen Dame und ihrem Geheimbund. Die sind keine Unbekannten und hüten ein teuflisches Geheimnis. Will Hazel Teil davon werden oder ist ein Leben an der Seite ihres netten Arztkollegen die bessere Wahl?

Tja, was für ein Absturz. Wo fange ich am besten an.
Ich war kein großer Fan von der Gruppe unsterblicher Berühmtheiten, mit denen sich Hazel in diesem Teil abgibt. Mir war das zu abgehoben, zu unfreiwillig komisch. Groteskerweise erinnert das Ganze ein wenig an „Der Tod steht ihr gut“ mit Hazel als Dr. Ernest Menville in der Hauptrolle.

Klar, das Thema Unsterblichkeit musste eine Rolle spielen. Aber nachdem der erste Teil fast ohne Fantasy-Elemente auskam, wird hier in die Vollen gegangen, ohne Rücksicht auf Verluste. Oder gar historische Genauigkeiten. Das kann gut gehen, aber hier hat einfach die Qualität darunter gelitten.

Auch Hazel’s große Liebe zu Jack, die sogar mich überzeugen konnte, bekommt starke Risse. Aber warum einem vielleicht Toten hinterher trauern, wenn ein sexy schwedischer Arzt schon in den Startlöchern steht? Da war ich sehr enttäuscht von Hazel.
Dennoch werden besonders die Romantiker unter uns mit dem Ende zufrieden sein.

Mir schien es, als habe die Autorin mittendrin ein paar mal ihre Meinung geändert, sodass wir am Ende eine Geschichte serviert bekommen, die zusammengestückelt ist wie Frankenstein’s Monster….was ja auch wieder irgendwie passt.
Teil 1 und 2 passen allein von der Stimmung her gar nicht zueinander.

Leider nur noch 3 Sterne. Aber gerade so.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.08.2025

Ärztin aus Leideschaft

Anatomy
0

𝐀𝐧𝐚𝐭𝐨𝐦𝐲 hat so ein interessantes und gleichermaßen hübsches Cover, dass man sich den Klappentext einfach näher anschauen muss. Aber eine Liebesgeschichte….hm. In meiner Wunschliste ist es in all der Zeit ...

𝐀𝐧𝐚𝐭𝐨𝐦𝐲 hat so ein interessantes und gleichermaßen hübsches Cover, dass man sich den Klappentext einfach näher anschauen muss. Aber eine Liebesgeschichte….hm. In meiner Wunschliste ist es in all der Zeit auch nicht höher gerückt, aber wie gut, dass meine Bibliothek gleich beide Teile der Dilogie hatte!

1817: Hazel’s größter Traum ist es Chirurgin zu werden. Doch Frauen ist diese Art von Beruf verwehrt, nicht mal zu Vorlesungen kann sie einfach so gehen. Aber Hazel ist einfallsreich und schafft es verkleidet Zugang zum wertvollen Wissen zu erlangen. Das geht aber nicht lange gut und schließlich muss sie sich ohne Unterricht auf die Prüfung vorbereiten. Hilfe bekommt sie dabei vom Auferstehungsmann Jack, der sie mit aus Gräbern geraubten Leichen versorgt. Doch einige Leichen sind seltsam verstümmelt und bald ist klar, dass neben dem gefürchteten römischen Fieber noch ein anderes Grauen die Stadt heimsucht.

Der Roman liest sich richtig gut und ich war auch ziemlich schnell durch.
Von einer Liebesgeschichte ist erst einmal keine Spur und als sie dann im letzten Drittel Form annimmt, war ich davon auch fast schon begeistert. Dennoch habe ich mich gefragt, ob hier nicht auch die Liebe zur Anatomie gemeint war.

Hazel und Jack sind zwei unterschiedliche und sehr sympathische Figuren. Sie werden als gut aussehend, aber nicht schön beschrieben, wie das so oft der Fall ist. Während wir durch Hazel die High Society jener Zeit kennenlernen, erleben wir durch Jack Armut und das Leben der Unterschicht. Natürlich gibt es da Konflikte, aber diese werden nicht künstlich aufgebauscht, wie in anderen Romanen.

Wir werden Zeuge von Obduktionen, Krankheit und Tod und das auch grafisch, jedoch fand ich es nie zu blutig oder ekelhaft. Die Geschichte hält sich sehr schön die Waage zwischen Historienroman, Krimi, Romanze und einem Schuss Fantasy.

Das Ende ist ziemlich gemein und was bin ich froh, vor dem Wochenende nochmal zur Bücherei gegangen zu sein, im Teil zwei noch mitzunehmen. Es ist ein Cliffhanger, aber mir Aussicht auf ein Happy End.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere