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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.06.2021

Unterhaltsam und interessant

Happy Road
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"Happy Road - Dem Weg ist das Ziel egal" ist das Reisetagebuch von Sarah und Mathias - sie Deutsche, er Österreicher - abseits der dank Instagram so romantischen Vorstellungen des Vanlife.

Ich muss zugeben, ...

"Happy Road - Dem Weg ist das Ziel egal" ist das Reisetagebuch von Sarah und Mathias - sie Deutsche, er Österreicher - abseits der dank Instagram so romantischen Vorstellungen des Vanlife.

Ich muss zugeben, Cover und Titel wären mir bei diesem Titel gar nicht so in's Auge gestochen, die Inhaltsangabe hat mich jedoch sehr rasch von dem Titel überzeugt. Überzeugen konnten mich dann auch sofort der Schreibstil der Autorin und schon nach wenigen Seiten habe ich mich mit den beiden sehr sympathischen Weltenbummlern verbunden gefühlt. Mit Fortschreiten der Lektüre muss ich zugeben, dass mir die Ausdrucksweise dann doch teilweise etwas zu "gewollt lustig" vorkam und der Text schrammte teilweise haarscharf am nervig werden - aber eben nur haarscharf, Sarah Kringe hat die Kurve immer noch rechtzeitig gekriegt. Besonders lustig fand ich alle Passagen, in denen Mathias sich zu Wort meldet, da Sarah mir den großen Gefallen getan hat, seine Rede im wortwörtlichen Pinzgauer Dialekt widerzugeben. Ein großes Lesevergnügen, da ich auch in eben jener Region Österreichs lebe.

Die Geschichte des jungen Paares ist jedoch nicht nur unterhaltsam, sondern auch durchaus lehrreich. Habe ich vor Beginn der Lektüre selbst noch von einer großen Reise in einem selbst umgebauten Camper geträumt, so muss ich sagen, dass mir die Abenteuer der beiden die Augen geöffnet haben. Keine Toilette (und das vielleicht noch bei Blasenentzündung oder Darmproblemen), keine (oder nur selten eine) heiße Dusche - man stellt sich das Vanlife manchmal eben doch zu einfach vor bzw. nicht einfach genug - je nachdem, wie man es nimmt.

Aber gerade das ist auch, was mir an dem Buch besonders gefallen hat: Die Erzählungen sind sehr authentisch. Hier wird nichts beschönigt und es wird auch nicht an Selbstkritik gespart. Gerade diese ehrliche Weise finde ich sehr charmant und sympathisch.

Was meiner Meinung nach verbesserungswürdig wäre: Format und Schriftart des Buches. Es handelt sich um ein Taschenbuch, bei dem die Abmessungen kleiner hätten sein dürfen, da es so, wie es ist, nicht so nett zu halten ist. Die Schriftart ist zwar optisch ansprechend, ich fand die Font-Strichstärke allerdings etwas zu dünn, sodass man bei schwächerem Licht leicht Probleme mit dem Entziffern bekommt. Würde ich das Buch erneut kaufen/lesen wollen, so würde ich eher zur e-Reader Variante greifen.

"Happy Road" empfehle ich allen, die Reisetagebücher und Abenteuer-Erzählungen schätzen. Allen, bei denen der Humor nicht fehlen darf und die sich gerne in andere Welten träumen.

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Veröffentlicht am 03.05.2021

Gute Lektüre

So wie du mich kennst
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Klara hat ihre Schwester Marie verloren. Marie, die so ganz anders war, als sie selbst - und ihr doch immer so nah. Obwohl sie in New York gelebt hat und Marie in der Kleinstadt im ländlichen Bayern. Nun ...

Klara hat ihre Schwester Marie verloren. Marie, die so ganz anders war, als sie selbst - und ihr doch immer so nah. Obwohl sie in New York gelebt hat und Marie in der Kleinstadt im ländlichen Bayern. Nun hat Marie keine Schwester mehr. Sie und ihre Familie kämpfen gegen die Trauer, oder lassen sich hineinfallen. Jeder geht anders mit dem Schicksal um. Marie erklärt sich dazu bereit, nach New York zu fliegen und die Wohnung ihrer Schwester zu räumen. Dabei entdeckt sie Seiten, die sie zuvor nicht von Marie kannte.

Das Buch ist einfach zu lesen, ohne dabei stumpf zu sein. Es ist sehr mitreißend und man kann sich gut in die Charaktere hineinversetzen. Das Geheimnis, das Marie jahrelang gehütet hat, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Doch so viel sei gesagt: Es ist ein Thema, dass viele Frauen betrifft und ich finde es gut, dass es in diesem Buch thematisiert wird.

Ich habe die Lektüre sehr genossen und empfehle sie gerne weiter.

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Veröffentlicht am 03.05.2021

Mehr erwartet

Der Donnerstagsmordclub (Die Mordclub-Serie 1)
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Im Erstling von Richard Osman begleiten wir vier rüstige Senioren in ihrem Leben in einer Seniorenresidenz. Doch so beschaulich, wie man sich das vorstellen mag, ist es bei weitem nicht. Diese vier haben ...

Im Erstling von Richard Osman begleiten wir vier rüstige Senioren in ihrem Leben in einer Seniorenresidenz. Doch so beschaulich, wie man sich das vorstellen mag, ist es bei weitem nicht. Diese vier haben nämlich zum Zeitvertreib den "Donnerstagsmordclub" gegründet und treffen sich wöchentlich, um alte ungeklärte Verbrechen aufzuklären. Eines Tages ereignet sich jedoch in ihrem direkten Umfeld ein Mord und die vier beginnen, auf eigene Faust zu ermitteln.

Die Idee hinter diesem Buch fand ich grandios. Bei einer Seniorenresidenz handelt es sich um eine Kulisse, in der man viele Geschichten spielen lassen kann und vor allem kann man dort als Autor viele skurrile Charaktere erschaffen. So hat Herr Osman auch jedem seiner vier Protagonisten ganz eigene Züge und Fähigkeiten verpasst.

So toll ich die Idee der Geschichte auch finde, wirklich mitreißen konnte sie mich nicht. Ich fand sie stellenweise sehr langatmig und zu ausschweifend an Stellen, die es für die Entwicklung der Handlung gar nicht gebraucht hätte.

Ganz nett fand ich, dass immer wieder Kapitel eingeworfen werden, in denen eine der Protagonistinnen Tagebuch schreibt. Man erkennt darin richtig gut ihren schwatzhaften Charakter. Was mich hierbei allerdings etwas gestört hat ist, dass sie den Leser direkt angesprochen hat, was irgendwie das Gefühl des Tagebuchs (das man ja eigentlich für sich selbst schreibt) zerstört hat.

Die Auflösung der Kriminalfälle war in Ordnung, bis dahin war es aber ein (gefühlt zu) langer weg. Es handelt sich bei diesem Buch um den ersten Teil einer Reihe, welche ich aber voraussichtlich nicht mehr lesen werde. Ich runde hier 2,5 Punkte großzügig auf 3 auf.

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Veröffentlicht am 15.04.2021

Sehr interessant

Gefangen und frei
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Gefangen und Frei - Der Buddhist in der Todeszelle: Der Titel verlautbart bereits ganz klar, worum es in dem Buch geht.

Jarvis Jay Masters führt das „typische“ Leben eines Menschen, der im Todestrakt ...

Gefangen und Frei - Der Buddhist in der Todeszelle: Der Titel verlautbart bereits ganz klar, worum es in dem Buch geht.

Jarvis Jay Masters führt das „typische“ Leben eines Menschen, der im Todestrakt landet: Seine Haut ist dunkel, er wächst in schwierigsten Verhältnissen auf, erfährt schon früh Angst und Gewalt und verfällt dieser schließlich selbst. Obwohl es Versuche seinerseits gibt, aus diesen zerstörerischen Kreisen auszubrechen, verfällt er ihnen am Ende doch und landet wegen eines Raubüberfalles in San Quentin. Dort setzt sich die Abwärtsspirale fort, als er sich einer Gang anschließt und schließlich verdächtigt wird, am Mord an einem Gefängniswärter involviert gewesen zu sein. Obwohl Beweisen fehlen und es Fehler in seinem Verfahren gibt, wird der damals Mitte-20-Jährige zum Tode verurteilt.

David Sheff erzählt in seinem Buch, wie Masters den Weg zur Spiritualität findet. Zu Beginn seines Weges ist er selbst noch nicht überzeugt von den Praktiken des Buddhismus, bleibt aber dennoch dran und bemerkt im Laufe der Zeit, dass es ihm selbst gut tut und er damit auch anderen helfen kann.

Die Themen Buddhismus/Meditation und Todesstrafe interessieren und beschäftigen mich schon lange, weshalb ich mich sehr über diese Lektüre gefreut habe. Sie ist sehr interessant, liest sich flüssig und ist teilweise einfach unfassbar (für mich, die in so komplett anderen Verhältnissen aufgewachsen ist als der Protagonist der Geschichte). Auf der anderen Seite kann man sich als Leser viel aus dem Buch mitnehmen.

Ich muss zugeben, dass das Buch phasenweise etwas langatmig war und mir ist aufgefallen, dass sich einige Fehler im Text eingeschlichen haben.
Dennoch würde ich die Lektüre uneingeschränkt empfehlen.

Veröffentlicht am 07.04.2021

The Legend of Zelda ;-)

Jeder Tag ist eine Schlacht, mein Herz
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"Jede Tag ist eine Schlacht, mein Herz" erzählt die Geschichte der 21-jährigen Zelda, einer wahren Wikingerheldin in ihrer eigenen Legende. Dass sie mit Fetalem Alkoholsyndrom geboren wurde, hindert sie ...

"Jede Tag ist eine Schlacht, mein Herz" erzählt die Geschichte der 21-jährigen Zelda, einer wahren Wikingerheldin in ihrer eigenen Legende. Dass sie mit Fetalem Alkoholsyndrom geboren wurde, hindert sie nicht daran, ihre Träume zu verwirklichen oder für ihre Sippe, die aus ihrem Bruder Gert und seiner Ex-Freundin AK47 besteht, sowie die Liebe ihrer Holden Maid Marxy zu kämpfen.

Mich sprach und spricht der Titel des Buches überhaupt nicht an und ich muss hier meine Kritik einfach kundtun: Warum dieser "kitschige" Titel und nicht einfach das Original "When we were Vikings" übersetzen? Das hätte sich in meinen Ohren viel interessanter angehört. Nichtsdestotrotz haben mich Klappentext und Inhaltsangabe neugierig gemacht, und so habe ich das Buch mit Freude begonnen, vor allem auch da ich mich selbst für Wikinger bzw. frühere Kulturen interessiere.

Ich fand die Geschichte am Anfang recht interessant und spannend. Diversität ist in letzter Zeit ein "Modethema" in der Literatur, und Bücher über Homosexuelle Menschen oder POC gibt es inzwischen in großen Mengen, Bücher über körperlich oder geistig behinderte Menschen allerdings wenige und noch seltener treten diese als Protagonisten auf. Ich fand diese Perspektive sehr interessant.

Die Sprache der Erzählung ist einfach gehalten und passend zum Thema bzw. zur Perspektive. Mir ist aufgefallen, dass Zelda sich manchmal sehr intelligent ausdrückt und/oder verhält und dann in anderen Phasen eher wieder wie ein Kind. Das hat ab und zu in meinen Augen nicht zusammengepasst - auf der anderen Seite kann ich aber auch nicht beurteilen, ob Menschen mit Fetalem Alkoholsyndrom nicht wirklich so handeln würden.

Die Story selbst beginnt recht ruhig und wird zum Ende hin immer rasanter. Hierbei war mir aber der Plot etwas zu offensichtlich, eine (unvorhersehbare) Wendung hie und da hätte dem nicht geschadet. Auch sind mir die Charaktere teilweise etwas zu eindimensional erschienen.

Ganz gut gefallen hat mir, dass Zelda immer wieder den Bezug zu den Wikingern hergestellt hat. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass Leute, die mit Wikingern wenig anfangen können, irgendwann davon genervt sind.

Alles in allem ein solides Werk, bei dem es für mich allerdings etwas an Spannung gefehlt hat bzw. bei dem die Auflösungen der Momente, die spannend hätten sein sollen, zu offensichtlich waren.

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