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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.09.2024

Eine wunderbare und bewegende Sprache

Unsere Jahre auf Fellowship Point
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Die Autorin Alice Elliott Dark, erzählt in ihrem neuen Roman „Unsere Jahre auf Fellowship Point“ an dem sie 17 Jahre gearbeitet hat, eine Geschichte über eine lebenslange und tiefe Freundschaft zweier ...

Die Autorin Alice Elliott Dark, erzählt in ihrem neuen Roman „Unsere Jahre auf Fellowship Point“ an dem sie 17 Jahre gearbeitet hat, eine Geschichte über eine lebenslange und tiefe Freundschaft zweier Frauen, deren Leben nicht unterschiedlicher sein könnte und eine bittersüße Liebeserklärung an Fellowship Point an der Küste von Maine inmitten unberührter Natur.

Inhalt:
Über achtzig Sommer haben Agnes Lee und Polly Wister zusammen verbracht, in den Sommerhäusern ihrer Familien auf Fellowship Point an der Küste Maines inmitten unberührter Natur. Auch jetzt, im Alter, ist ihre lebenslange Freundschaft unverbrüchlich, trotz ihrer sehr unterschiedlichen Lebenswege: Polly hat sich ihr Leben lang immer zuallererst um andere gekümmert, um ihren Mann Dick, der Karriere als Philosophieprofessor gemacht hat, und um ihre drei Söhne, denen sie ein behagliches Zuhause und eine unbeschwerte Kindheit ermöglicht hat. Agnes hingegen hat nie geheiratet, stets alleine gelebt und sich ihrer Arbeit gewidmet: Als Kinderbuchautorin hat sie große Erfolge gefeiert, und nun drängt ihre Lektorin sie, ihre Memoiren zu schreiben. Dabei kommen schmerzhafte Erinnerungen an die Oberfläche und eine tiefe, unerfüllte Sehnsucht, die sie lange verdrängt hatte …

Meine Meinung:
Obwohl die Autorin 17 Jahre an ihrem Roman gearbeitet hat, ist es ihr ausgesprochen gut gelungen, den Faden ihrer Geschichte im Laufe der Jahre nicht zu verlieren.
Das erste Drittel der Geschichte verlangt schon etwas mehr als Aufmerksamkeit um die Zusammenhänge der Eigentümergemeinschaft auf Fellowship Point, zu verstehen. Hier hätte ich mir auf jeden Fall ein kleiner Stammbaum, sehr gut gefallen.

Ist das erste Drittel überstanden, überschlägt sich die Geschichte mit zahlreichen Ereignissen, die wunderbar in der Gegenwart und Vergangenheit erzählen und tiefsinnig in einer schönen Sprache, miteinander verwebt sind.

Agnes Lee ist eine sehr erfolgreiche Kinderbuchautorin, schreibt aber auch Romane unter einem Pseudonym und niemand weiß, dass sie sich dahinter verbirgt. Aktuell ist sie verzagt, denn sie hat eine Schreibblockade und dazu kommt noch die Diagnose; Krebs. Ein Besuch von Polly könnte sie aufheitern, doch es kommt anders, denn die Eigentümergemeinschaft auf Fellowship Point soll verkauft werden um Platz für ein modernes Touristengebiet mit Yachthafen, zu machen. Die Freundinnen sind sich aber einig, dass dies massive Auswirkungen auf die Küstenlandschaft und die Naturlandschaft mit den dort heimischen Vogelarten haben wird.

Polly, die kaum eine Entscheidung ohne ihren Ehemann treffen kann, hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, ihren Mann Dick und ihre drei Söhne zu umsorgen, obwohl ihre Fürsorge oft an Unterwürfigkeit grenzt. Was sie sich jedoch nicht nehmen und reinreden lässt, ist der enge Kontakt zu ihrer Freundin Agnes. Erst nach dem Tod ihres Mannes, scheint sie langsam die wahren Gesichter ihrer erwachsenen Söhne zu erkennen und setzt sich zur Wehr.

Agnes macht es sich zum Ziel, dass fast unberührte Fleckchen Erde an der Küste Maines vor einem Bauprojekt zu schützen und taucht tief in die Vergangenheit verbunden mit ihren Erinnerungen ein, die berührend mit Briefen an ihre tote Schwester Elspeth, erzählt werden.

Mein Fazit:
Der Autorin ist es hervorragend gelungen, mit ihren Figuren eine atmosphärische Geschichte über die Kraft der Freundschaft zweier großartiger Frauen, geschickt zu erzählen. Der Schreibstil ist flüssig und mit einer Leichtigkeit geschrieben, der mir von Anfang an gut gefallen hat. Eine wunderbare Wohlfühlgeschichte begleitet mit bildhaft dargestellten Landschafts- und Umgebungsbeschreibungen.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 22.09.2024

Zwischenmenschliches in schwierigen Zeiten

Don't kiss Tommy. Eine Liebe in der Stunde Null
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Die Autorin Theresia Graw, erzählt in ihrem neuen Roman „Don't kiss Tommy. Eine Liebe in der Stunde Null“, die Geschichte über zwei ungleiche Freundinnen, die nach Kriegsende während der Besatzung der ...

Die Autorin Theresia Graw, erzählt in ihrem neuen Roman „Don't kiss Tommy. Eine Liebe in der Stunde Null“, die Geschichte über zwei ungleiche Freundinnen, die nach Kriegsende während der Besatzung der britischen Rheinarmee, für ihre Träume und gegen die Grenzen der Liebe kämpfen.

Inhalt:
Nach Kriegsende wird der mondäne Kurort Bad Oeynhausen zum Hauptquartier der britischen Rheinarmee. Durch die Innenstadt wird ein Zaun gezogen, tausende Einwohner müssen ihr Zuhause verlassen und Platz machen für die Besatzer. Auch Anne und ihre Familie sind gezwungen, ihr Kurhotel aufgeben und in eine Baracke außerhalb der Sperrzone zu ziehen. Während ihre Freundin Rosalie gewillt ist, sich die Briten zum Freund und das Leben dadurch ein bisschen einfacher zu machen, lehnt sich Anne auf und gerät immer wieder mit dem Colonel Michael Hunter aneinander. Erst ein verhängnisvolles Feuer lässt beide erkennen, dass sie auf derselben Seite stehen und sich viel näher sind, als sie jemals dachten …

Meine Meinung:
Der Krieg ist zu Ende und jeder Bewohner in Bad Oeynhausen hofft, dass das Leben besser wird, doch die britische Rheinarmee macht den einst mondänen Kurort Bad Oeynhausen, zu ihrem Hauptquartier. Tausende Einwohner müssen ihr Zuhause verlassen. Während Anna mit ihrer Familie in eine der Baracken außerhalb der Sperrzone umsiedelt, gelingt es Rosalie in Rehme auf dem Bauernhof von Helmut und dessen Vater unterzukommen.

Der Autorin gelingt es, das schwierige und unterschiedliche Leben von Anne und Rosalie während der Besatzung, fesselnd zu erzählen. Einst waren beide eng befreundet, wäre da nicht eine falsche Beschuldigung gegen Rosalie aufgetaucht, die einen Bruch zwischen beiden auslöste. Anne fällt es schwer sich mit der neuen Situation abzufinden, während Rosalie ganz darin aufgeht, als Kellnerin im „Victory Club“, dem Offizierskasino der Briten zu arbeiten, denn bald erkennt sie ihre Vorteile.

Anne wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich das geliebte Hotel Margarethenhof wieder eröffnen zu können und gerät dabei immer wieder mit Colonel Michael Hunter in Konflikt. Erst als Anne selbst für die Briten als Übersetzerin arbeitet, kommen sich beide näher und die Verbindung zu Rosalie, nimmt auch neue Formen, an.

Wie wird Annes und Rosalies Zukunft aussehen und werden sie ihre Freundschaft retten können …

Fazit:
Der Autorin ist es gelungen, eine lesenswerte fiktive Geschichte über Freundschaft, Vergebung und Zusammenhalt in schwierigen Zeiten zu erzählen, der ich gerne gefolgt bin. Die Charaktereigenschaften und Entwicklung der Protagonisten, sind harmonisch und stimmig, ausgearbeitet.
Von mir 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 16.09.2024

Abschluss der Heimkehr-Trilogie

Vielleicht können wir glücklich sein
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Die Autorin Alexa Hennig, erzählt in ihrem dritten Band „Vielleicht können wir glücklich sein“ den Abschluss ihrer Heimkehr-Trilogie.

Inhalt:
Mitte der Vierzigerjahre rückt die Front immer näher an Deutschland ...

Die Autorin Alexa Hennig, erzählt in ihrem dritten Band „Vielleicht können wir glücklich sein“ den Abschluss ihrer Heimkehr-Trilogie.

Inhalt:
Mitte der Vierzigerjahre rückt die Front immer näher an Deutschland heran. Klara ist inzwischen Mutter von vier kleinen Kindern, während ihr Mann Gustav in Schlesien ums Überleben kämpft. Zwischen Bombennächten, Hunger, Terror und Angst versucht Klara, ihren Kindern eine halbwegs unbeschwerte Kindheit zu ermöglichen – doch die Schuldgefühle, das jüdische Mädchen Tolla weggegeben zu haben, wüten in ihr. Als der Krieg vorbei ist und Europa in Trümmern liegt, muss sich Klara fragen, was sie retten konnte von ihren Träumen und Hoffnungen. Mehr als fünfzig Jahre später: Nach dem Tod ihrer Großmutter entdeckt Isabell einen Karton mit Tonbändern, auf die Klara ihre Lebenserinnerungen gesprochen hat. Mit ihrer Tochter auf dem Schoß lauscht Isabell der vertrauten Stimme und begibt sich auf eine Zeitreise. Zu spät erkennt sie, wer ihre oft unnahbar wirkende Großmutter wirklich war – und sie fragt sich: Was hätte ich getan, um die zu schützen, die ich liebe?

Meine Meinung:
Isabell lauscht mal wieder der vertrauten Stimme ihrer verstorbenen Großmutter, die ihre Lebenserinnerungen wegen ihrer Erblindung auf Tonbändern gesprochen hat und taucht tief in deren Vergangenheit ein. Je mehr Isabell sich mit Klaras Vergangenheit beschäftigt umso mehr erkennt sie, wer ihre oft unnahbar wirkende Großmutter wirklich war.

Mitte der 40er-Jahre gibt Klara die Leitung im Frauenbildungsheim auf, während ihr Mann Georg in Schlesien ums Überleben kämpft. Mit ihren vier Kindern hat Klara alle Hände voll zu tun um ihren Alltag und den ihrer Kinder zwischen Fliegeralarm und dem Überleben halbwegs erträglich zu machen. Klara wird immer wieder von Schuldgefühlen geplagt, denn selbst die noch so kurzen Lebenszeichen von dem jüdischen Mädchen Tolla, die sie zehn Jahre als ihre eigene Tochter ausgegeben und großgezogen hat, können sie beruhigen. Von ihrem Mann Gustav erhält Klara einen verstörenden Brief, denn er schreibt, ich habe Tolla auf einem der Todesmärsche gesehen …

Der schreckliche Krieg neigt sich dem Ende entgegen und es kommen die Alliierten. Klara fragt sich, ob es einen neuen Anfang geben kann!

In diesem Roman werden Isabells Gewissenskonflikte ihrer Großmutter gegenüber mehr als spürbar, denn sie bekommt der einen Seite ein positiveres Bild von ihr als Mensch aber auf der anderen Seite fällt es ihr schwer, sie nicht zu verurteilen.
Während Isabells Mutter Inge schwer an den Erinnerungen ihrer Mutter, aber auch an ihren eigenen Nachkriegserinnerungen zu tragen hat.

Erst nachdem ich das Nachwort der Autorin zu Fakten und Fiktion gelesen habe, wusste ich, warum für mich die Erzählungen über Tolla von Anfang an, nicht wirklich greifbar waren.

Fazit:
Der Autorin ist mit ihrem flüssigen Schreibstil ein lesenswerter Abschluss ihrer Heimkehr-Trilogie, gelungen. Besonders gut gefällt mir, dass die Autorin aus ihrer Sicht, ihre eigene Familiengeschichte mit fiktiven und biografischen Erlebnissen, erzählt. Eine lesenswerte Trilogie mit der ich viele schöne Lesestunden hatte.
Von mir 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Der Friseursalon für besondere Kundinnen

Und morgen wieder schön
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Die Autorin Marie Sand, erzählt in ihrem neuen Roman „Und morgen wieder schön“, eine bewegende Geschichte über eine junge Frau, die voller Ideen mit ihrem Skizzenbuch unterm Arm nach Paris reist um am ...

Die Autorin Marie Sand, erzählt in ihrem neuen Roman „Und morgen wieder schön“, eine bewegende Geschichte über eine junge Frau, die voller Ideen mit ihrem Skizzenbuch unterm Arm nach Paris reist um am Ende in Berlin ihren eigenen Friseursalon zu einem besonderen Ort machen wird.

Inhalt:
Als Amanda mit ihrem Skizzenbuch im Rockbund in Paris ankommt, will sie nur eins: Karl Lagerfeld treffen und für ihn die Frisuren zeichnen. Aber so einfach wie Amanda, die aus dem kleinen Eifeler Friseurladen ihrer Mutter geflüchtet ist, sich das vorstellt, scheint es nicht zu werden. Der Weg ist steinig und lang – und doch avanciert sie als talentierte Friseurin zum Liebling der High Society der 1970er-Jahre, als sie Françoise Hardy den schrägen Pony verpasst und damit den Look einer ganzen Generation prägt. Auf der Höhe des Erfolgs aber erkrankt ihre Freundin an Brustkrebs.
Amanda begreift, was der Verlust der Haare unter der Chemotherapie mit Frauen macht. Damit trifft sie eine Entscheidung, von der sie später sagen wird: „Ich hätte etwas in meinem Leben versäumt, hätte ich diese Arbeit nicht getan.“

Meine Meinung:
Geschickt und berührend schildert die Autorin ihre Geschichte in zwei Teilen und beginnt mit der jungen Amanda, die mit 19 Jahren aus dem mütterlichen Friseursalon ausbricht um nach Paris zu gehen.

Paris 1968 – 1972: Hartnäckig verfolgt Amanda ihr Ziel, Karl Lagerfeld zu begegnen und trifft dabei auf Ben, der ihr ein paar Tipps gibt, wo sie ihn finden könnte. Endlich gelingt es ihr einen Termin bei Karl Lagerfeld zu bekommen und mit ihrem Skizzenbuch unterm Arm, versucht sie ihn von ihrem Können zu überzeugen, doch er schickt sie für eine Lehre zu seinem Star Friseur René. Ein steiniger Weg liegt vor Amanda.

Nach einem Anruf bei ihrer Mutter wird Amanda von ihrer Vermieterin auf die Straße gesetzt aber eine Rückkehr in ihre Heimat, kommt für sie nicht in Frage. Zum Glück gibt es da noch Catherine, die Tango-Tänzerin, die davon träumt eines Tages im Moulin Rouge auftreten zu können. Catherine weiß sich zu helfen, freundet sich schnell mit Amanda an und hilft ihr, sich in Paris zurechtzufinden. Ben, der sein Studium als Arzt schleifen lässt und dafür lieber das Geld seines Vaters ausgibt, wird schnell zum besten Freund. Amanda ist etwas enttäuscht, denn Ben ist ausgerechnet von Catherine verzaubert, obwohl sie seine Gefühle nicht erwidert. An einem Silvesterabend in einem Pariser Tempel, legt Catherine es darauf an, dass Karl Lagerfeld auf sie aufmerksam wird und beginnt bei ihm eine großartige Karriere. Alleingelassen, beschließt Ben nach Berlin zu gehen und fordert Amanda auf, mit ihm zu kommen.

Berlin 1976 – 1981: Mit Hilfe von Ben eröffnet Amanda in Berlin ihren eigenen Friseursalon und hilft bald Frauen, teils auch unentgeltlich über den Verlust ihrer Haare hinwegzukommen bis eines Tages, Catherine im Laden steht und ihr von ihrem Brustkrebs erzählt. Feinfühlig und beherzt erweist sich Amanda als wahre Freundin. Sie und Ben begleiten Catherine auf ihrem schwersten Weg.

Das Nachwort der Autorin zu Fakten und Fiktion runden für mich den Roman hervorragend ab.

Zitat:
Der Autorin ist es hervorragend gelungen, ein bewegendes Buch mit einer Geschichte, die nachdenklich macht, zu erzählen. Die Charaktereigenschaften und Entwicklung der Protagonisten, sind gelungen und spannend, ausgearbeitet. Selbst der flüssige Schreibstil unterstreicht die emotionalen Momente und lässt auch die traurigen Ereignisse deutlich fühlbar werden.
Von mir 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 05.09.2024

Die Kraft der Kälte

9 Grad
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Die Autorin Elli Kolb, erzählt in ihrem Roman „9 Grad“ eine Geschichte über die Kraft der Kälte, das Zurückfinden zu sich selbst, echte und sprengbare Grenzen im Leben und Freundschaften, die bereichern.

Inhalt:
Neun ...

Die Autorin Elli Kolb, erzählt in ihrem Roman „9 Grad“ eine Geschichte über die Kraft der Kälte, das Zurückfinden zu sich selbst, echte und sprengbare Grenzen im Leben und Freundschaften, die bereichern.

Inhalt:
Neun Grad hat das Wasser, als Josie sich zum ersten Mal in den Fluss wagt, um ihrer schwer kranken Freundin Rena einen Wunsch zu erfüllen. Vielleicht betäubt der Kälteschmerz ja auch die Angst, sie zu verlieren. Doch was Josie dann erlebt, übersteigt alles, was sie sich erhofft hat. Beim Eisbaden spürt sie sich zum ersten Mal selbst, erlebt ihren Körper, mit dem sie immer gehadert hat, ganz neu. Und noch etwas ist neu: ihre Beziehung zu Lee, den sie über Tinder kennengelernt hat. Doch Lee kämpft mit seinen eigenen Dämonen, ist depressiv. Was bedeutet das für ihre Liebe - und was machen Grenzerfahrungen mit einem? Elli Kolb erzählt es in ihrem bewegenden Roman.

Meine Meinung:
Um in die Geschichte eintauchen zu können, brauchte ich schon einige Seiten, bis mir klar wurde, dass die Studenten Josie, Rena und Anton, seit ihren Kindheitstagen enge Freunde sind und jeder seine eigenen Probleme hat! Die drei Freunde scheinen unzertrennlich, denn sie teilen ihre Ängste und Sorgen, erleben aber auch gemeinsam ihre Erfahrungen.

Josies fühlt sich in ihrem Körper nicht wohl und ihre Freundin Rena überredet sie und Anton, mit in die Sauna zu kommen. Josie fühlt sich dabei nicht so richtig wohl, den die Hüllen vor allen Menschen fallen zu lassen, ist nicht ihr Ding, doch Rana beharrt darauf. Nach ihrem Zusammenbruch und Krankenhausaufenthalt, möchte Rena endlich ihren Freunden reinen Wein einschenken und sie über ihre Krankheit, die durch ein defektes Gen ihrer Eltern, an sie vererbt wurde. Auch versucht sie über ihre Grenzerfahrungen während ihres Zusammenbruchs zu erzählen. Nur wurde dieses Thema aus meiner Sicht, ziemlich oberflächlich sowie ohne Tiefe dargestellt und ergab für mich keinen Sinn.

Rena liebt Frauen und ihren geäußerten Gedanken konnte ich oft nicht folgen oder nachvollziehen. Irgendwie wirkt Renas Geschichte nicht rund! Anton ist genau das Gegenteil von Rena, er liebt Männer und hält sich lieber im Hintergrund, ist aber für seine Freundinnen jederzeit da.

Josie lernt Lee kennen und fühlt sich seit langem wohl in ihrer Haut. Lee gesteht Josie, dass er unter Depressionen leidet und dass verkompliziert ihre Beziehung dermaßen, dass sie darunter leidet, sie sich trennen und doch wieder zueinander finden. In all diesem Wirrwarr entdeckt Josie schließlich das Eisbaden für sich. In welche Gefahren sie sich damit begibt ist ihr scheinbar in dem Moment egal, denn das Gefühl ihren eigenen Körper zu spüren und ihn so zu akzeptieren wie er ist, ist ihr viel wichtiger.

Im Nachwort gibt die Autorin zum Glück, Tipps & Tricks, für den Einstieg ins Eisbaden.

Fazit:
Die Autorin hat einen Schreibstil, der recht verschachtelt daherkommt und ich bis zum Ende nicht wusste, wohin die Geschichte mich eigentlich hinführen sollte! Aus meiner Sicht werden die Themen: Freundschaft, Eisbaden, Grenzerfahrungen und Depressionen zwar immer wieder aufgegriffen aber nie so richtig abgerundet zu Ende, erzählt.
„9 Grad“ ist eine Geschichte, die mich nicht wirklich erreichen und überzeugen konnte!
Von mir 3 von 5 Sternen!

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