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MarieausE

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.09.2019

Fesselnde Fortsetzung

Zimmer 19
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Als ich "Schlüssel 17", Band eins der Reihe ausgelesen hatte, war ich etwas angesäuert, weil das Buch mit einem ganz üblen Cliffhanger geendet hatte.
Eigentlich kann ich das gar nicht leiden und ich strafe ...

Als ich "Schlüssel 17", Band eins der Reihe ausgelesen hatte, war ich etwas angesäuert, weil das Buch mit einem ganz üblen Cliffhanger geendet hatte.
Eigentlich kann ich das gar nicht leiden und ich strafe solche Reihen mit knallhartem Leseentzug meinerseits.
Tja. Soweit zur Theorie. Ich war viel zu neugierig auf die Fortsetzung und konnte meinen gefassten Vorsatz nicht durchhalten.

Band 2 hat mir fast noch besser gefallen. Die Verknüpfung der aktuellen Ereignisse mit der Vergangenheit Tom Babylons (LKA Ermittler) und Sita Johanns (Psychologin) war richtig fesselnd. Ich fand insbesondere Sita sehr gut beschrieben, ihr Schicksal hat mich berührt.

Leider hatte ich Band eins nicht mehr vollständig parat, es hat mich gestört, dass der Leseeindruck nicht mehr frisch war. Während ich sonst meist ohne Probleme in Reihen quereinsteige, wäre es hier tatsächlich besser, wenn man beide Bände hintereinander ohne großen Abstand liest.

Natürlich endet auch Band Zwei wieder mit einem fiesen Cliffhanger, grrrr.
Hoffentlich dauert es nicht allzu lang, bis Band Drei erscheint.

Mein Fazit: temporeich, spannend, berührend samt einem Ermittlerteam mit Ecken und Kanten. So mag ich Thriller!

Veröffentlicht am 10.09.2019

Neuanfang in einer Patchworkfamilie: witzig und kindgerecht

Als uns Einstein vom Himmel fiel
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Seit dem Kindergarten schon sind Nia und Luke beste Freunde. Jetzt haben sich Nias Vater und Lukes Mutter verliebt und sie ziehen zusammen. Anfangs sind alle begeistert, doch schon nach kurzer Zeit geht ...

Seit dem Kindergarten schon sind Nia und Luke beste Freunde. Jetzt haben sich Nias Vater und Lukes Mutter verliebt und sie ziehen zusammen. Anfangs sind alle begeistert, doch schon nach kurzer Zeit geht die Euphorie verloren und alle sind zunehmend genervt voneinander.

Das Buch behandelt die Situation in einer Patchwork-Familie, bei der sich alle umstellen müsste - insbesondere die Kinder, die nun teilen müssen und nicht mehr alle Wünsche erfüllt bekommen. Aber auch für die Erwachsenen ist die neue Situation nicht leicht.

Das klingt jetzt ziemlich schwer und ernst, das ist es aber gar nicht, denn das Thema wurde so witzig und spannend umgesetzt, dass es eine echte Lesefreude ist. Man kann es auch genauso "nur" als lustiges Kinderbuch voll von Streichen lesen, es ist kein pädagogisches Buch zur Familiensituation.
Kapitelüberschriften wie "Rache schmeckt nach Zuckerwatte" oder "Flüchte dich aus dem Stinkebus!" sind doch schon sehr vielversprechend, oder?

Denn Nia und Luke haben es faustdick hinter den Ohren und auch Einstein, der ständig pupsende Hamster ist fast immer mit dabei.
Dann wäre da noch die österreichische Lehrerin, die so eigenartig spricht und die beste Freundin Jule, die nur noch in Reimen spricht.

Auch optisch ist das Buch gelungen, neben schönen schwarz-weiß-Illus gibt es sogar eine thematisch passende schwarze Seite mit weißer Schrift, super Idee bei dieser Textpassage.

Die neunjährige Tochter fand das Buch superwitzig und hat es am Stück ausgelesen.
Auf jeden Fall fünf Sterne, sagt sie.
So sei es.

Veröffentlicht am 08.09.2019

Beeindruckendes Buch

Laufen
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Von Isabel Bogdan habe ich schon ihr Erstlingswerk gelesen und war sehr angetan, deshalb war ich gespannt, ob mir "Laufen" wieder so gut gefällt.
Es ist nicht vergleichbar, so dermaßen anders und lange ...

Von Isabel Bogdan habe ich schon ihr Erstlingswerk gelesen und war sehr angetan, deshalb war ich gespannt, ob mir "Laufen" wieder so gut gefällt.
Es ist nicht vergleichbar, so dermaßen anders und lange nicht so kurzweilig zu lesen.
Aber das neue Buch hat mich sehr beeindruckt.

Wir lernen die namenlose Ich-Erzähler kennen, die nach langer Zeit wieder mit dem Laufen beginnt.
Alle Laufanfänger werden sich sofort wiedererkennen: "Wie bitte? Natürlich macht es keinen Spaß, es ist wahnsinnig anstrengend, das fängt schon beim Aufraffen an, und dann muss man immer weiterlaufen, obwohl man längst nicht mehr kann, und kurz vorm Herzinfarkt ist doch erst eine halbe Stunde rum, das macht doch keinen Spaß!"
Wie wahr!

Nach und nach erfährt man, warum die Ich-Erzählerin läuft. Etwas Furchtbares ist passiert und sie will einfach nur davon Weglaufen.
Lange Zeit gibt es nichts außer den Verlust - und man bekommt hautnah mit, wie wichtig gute Freunde, Kollegen, ein Job der Freude macht und Familie sind. Und Zeit. Und Geduld.

Das Buch ist nicht einfach zu lesen, obwohl es mit nur 224 Seiten relativ dünn ist. Denn es ist komplett als innerer Monolog verfasst und die Sätze sind oft atemlos, während des Laufens ausgestoßen. Zumal der Inhalt auch keine leichte Kost ist.
Aber es lohnt sich, ich konnte mich so in die Erzählerin einfühlen und trotz aller Schwere blitzte auch immer ihr Humor durch ("Vielleicht gibt es ja ein paar tolle Bachblüten oder Einhornessenzen").

Ein starkes Buch, das ich sicherlich nach einiger Zeit noch einmal lesen werden.

Veröffentlicht am 01.09.2019

Malve, eine zauberhafte Elfe, die gar keine Elfe sein will

Malve will keine Elfe sein
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Elfen singen und tanzen den ganzen Tag und flattern als Schmetterling herum? Nur ein übles Klischee?
Nein, es ist wirklich (fast) so! Sehr zum Leidwesen von Malve, sie hat darauf so überhaupt gar keine ...

Elfen singen und tanzen den ganzen Tag und flattern als Schmetterling herum? Nur ein übles Klischee?
Nein, es ist wirklich (fast) so! Sehr zum Leidwesen von Malve, sie hat darauf so überhaupt gar keine Lust. Sie möchte viel lieber in den Ferien ein Menschenkind kennenlernen.

Ihre Familie ist hingegen eine echte Elfen-Überflieger-Familie (alle waren Superduperabsolventen des Elfeninternats und haben sämtliche Preise gewonnen) und Malve kann sich nicht einmal die richtige Farbreihenfolge des Regenbogens merken. Sie wird von allen geneckt, weil sie so anders ist und ihre Eltern machen sich sogar etwas Sorgen um sie.

Aber dann...dann beginnt ein echtes Sommerabenteuer!

Wir mögen das Buch sehr, Malve ist so putzig und meint es immer nur gut, aber ihr wisst ja, gut gemeint...
Besonders gut hat uns der Perspektivenwechsel gefallen, man sieht das Menschenleben mal aus einer anderen Sicht und das ist lustig und manchmal rätselt man ganz schön, was Malve denn nun meint.

Die Thema Freundschaft und Anders-sein sind gut ausgearbeitet, aber nicht pädagogisch-belehrend-langweilig, sondern herzerfrischend.

Das Buch kann man gut als Kind alleine lesen, es wird ab 8 Jahren empfohlen, das passt auch aus unserer Sicht gut. Man kann es aber auch wunderbar vorlesen, da können die Kinder dann auch jünger sein.

Und nicht zuletzt ist die Optik auch noch gelungen, die schwarz-weiß Illustrationen passen sehr gut zur Handlung und haben sowohl Mutter als auch Kind gut gefallen.

Veröffentlicht am 26.08.2019

Aktueller Südstaatenroman

Verratenes Land
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Ein richtig dicker Wälzer ist dieser Südstaatenroman bzw. Thriller mit seinen 896 Seiten.
Ich habe ihn gelesen, als ich nicht weit vom Handlungsort entfernt Urlaub verbracht habe und eine bessere Urlaubslektüre ...

Ein richtig dicker Wälzer ist dieser Südstaatenroman bzw. Thriller mit seinen 896 Seiten.
Ich habe ihn gelesen, als ich nicht weit vom Handlungsort entfernt Urlaub verbracht habe und eine bessere Urlaubslektüre hätte ich nicht finden können.

Das Buch startet zwar gleich mit einem Mord, dann geht es aber mit etwas angezogener Handbremse weiter, so dass ich zuerst skeptisch war und bei knapp 900 Seiten einige Längen befürchtet habe. Aber weit gefehlt!

Iles beschreibt das heutige Leben in einem kleineren Ort der Südstaaten brilliant. Die Korruption, eine Polizei und Justiz, die nur Marionette der Reichen und Mächtigen ist, die Hoffnungslosigkeit der abgehängten Kleinstadt und ihre Abhängigkeit von einem Investor, alles eingebetttet in das Schicksal zweier Familien. Die Söhne beste Freunde seit Schulzeit und nun Rivalen.

Interessant auch die Zeit der Beiden im Irakkrieg - viele der Söldner damals waren ehemalige Polizisten oder Sheriff‘s Deputys, es war die einzige Hoffnung, jemals mehr als den Mindestlohn zu verdienen. Auch der Auswahlprozess der privaten Kämpfer im Gegensatz zu dem Prozedere der Navy SEALs war aufschlussreich.

Insbesondere all diese Gesellschaftsbeschreibungen machten das Buch für mich so stark - die Respekterweisung und das in den Heldenstatus erheben von Soldaten wurde auch angesprochen.
Das fällt auch im Alltag auf, extra Sitzecken für Veteranen in Einkaufsmalls beispielsweise.

Aber natürlich ist das Buch auch ein Thriller und damit spannend.
Ich hätte es zwar nicht als Thriller eingeordnet, gleichwohl es spannend ist. Jedoch auf die dezente Art, es ist ein Aspekt des Buches, es bietet aber noch so viel mehr. Je weiter das Buch fortschreitet, umso dominanter wird allerdings die Thrillerkomponente.

Für mich ein großes Buch, bei dem sich jede Seite zu lesen lohnt.