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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2022

Schicht um Schicht kommt die Wahrheit ans Licht

Freunde. Für immer.
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Ein klassischer Plot: Jugendfreunde aus Collegezeiten treffen sich wieder, hier um vermeintlich den Junggesellenabschied von einem der Freunde zu feiern. Bald schon wird klar, in der Vergangenheit der ...

Ein klassischer Plot: Jugendfreunde aus Collegezeiten treffen sich wieder, hier um vermeintlich den Junggesellenabschied von einem der Freunde zu feiern. Bald schon wird klar, in der Vergangenheit der Clique gibt es ein Ereignis, das aus gutem Grund vergraben bleibt.

Soweit schon oft gelesen.
Trotzdem immer wieder interessant.
Hier bekommt das ganze noch zusätzlich Dynamik, weil die ermittelnde Detective bereits als Kind den Verlust ihrer Schwester zu ertragen hatte und auch das nicht verarbeitet ist. Klar, wie auch.

Was mir an dem Buch gefallen hat: es entblättert sich die Auflösung Schicht um Schicht. Anfangs ist man völlig ahnungslos und Seite um Seite kommt man der Wahrheit näher, bis man gegen Ende dann ahnt, wie alles zusammenhängt.

Etwas anstrengend fand ich den ständigen Perspektivenwechsel. Es wird immer abwechselnd aus Sicht der Freunde erzählt. Es steht zwar immer jeweils über dem Kapitel, wer nun Erzähler ist, aber ich musste doch ein paar Mal zurückblättern, um nochmal nachzusehen.

Übermäßig spannend fand ich das Buch jetzt auch nicht, die Kategorie Thriller erfüllt es für mich nicht unbedingt.
Aber interessant war es auf jeden Fall und gute Unterhaltung auch - die Story an sich war gut konstruiert.

Veröffentlicht am 15.05.2022

Bewegender Roman

Das verschlossene Zimmer
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Der Roman spielt 1939 in Polen, der Krieg kündigt sich immer mehr an.
Marie ist Heranwachsende, sie verliebt sich und der unklare Verbleib ihrer Mutter beschäftigt sie immer mehr. Sie weiß nicht, was mit ...

Der Roman spielt 1939 in Polen, der Krieg kündigt sich immer mehr an.
Marie ist Heranwachsende, sie verliebt sich und der unklare Verbleib ihrer Mutter beschäftigt sie immer mehr. Sie weiß nicht, was mit ihr geschah, sie hat nur einen Hauch von Erinnerung an sie und ihr Vater hüllt sich in Schweigen.

Dann gibt es noch eine zweite Zeitebene, die Zeit nach dem ersten Weltkrieg - auch hier das (harte) Leben einer Frau in Polen.

Ich mochte fast alles an dem Buch.
Sehr spannend fand ich beispielsweise die Einblicke in das Arzt- und Apothekenwesen damals. Eine bahnbrechende Zeit mit der Erfindung von Antibiotikum und ein Apotheker hat damals noch alles in Handarbeit selbst zusammengemischt. Welch Verantwortung und welch Wissen dafür erforderlich war! Starke Szenen mit sehr eindrücklicher Beschreibung - finde ich.

Dann das Leben in Polen damals generell, die Schilderung der verschiedenen Viertel in Krakau, Armut, Entbehrung und fast unvorstellbare Lebensbedingungen. Dazu Kriegserfahrungen und Kriegstraumata.
Ganz schön viel, was die Autorin da in ihr Buch gepackt hat, mich hat das aber auch sehr gepackt.

Manchmal war es für mich etwas zu viel des Guten, ein Strang wurde relativ breit erzählt, hatte aber dann keine weitere Bedeutung.
Die Übersetzung oder das Lektorat hat sich mit den Namen der Charaktere auch mal vertan, das war irritierend.
Dann gab es auch noch einige doch sehr weit hergeholte Szenen, die einfach nur unrealistisch waren.

Aber trotzdem! Ich kann keinen der fünf Sterne abziehen, weil ich das Buch trotz der Kritikpunkte sehr mag.
Es hat mich bewegt, es hat Bilder vor meinem Leseaugen entstehen lassen und es hat mich dankbar gemacht, dass ich nicht Frau vor 100 Jahren sein musste.

Veröffentlicht am 12.05.2022

Die theoretische Unwahrscheinlichkeit, dass ich einen Liebesroman mag

Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe
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Ich bin nicht so der Fan von Liebesromanen, sie sind mir meist viel zu schnulzig.
Aber hier hat mich die Inhaltsangabe neugierig gemacht - und ja, es gibt sie wohl doch! Die Liebesromane, die mich zu einer ...

Ich bin nicht so der Fan von Liebesromanen, sie sind mir meist viel zu schnulzig.
Aber hier hat mich die Inhaltsangabe neugierig gemacht - und ja, es gibt sie wohl doch! Die Liebesromane, die mich zu einer fünf Sterne Rezension "zwingen".

Ach, war das ein schönes Buch!
Natürlich ist es auch schnulzig, es ist nun mal ein Liebesroman.
Aber was es für mich so fein und ausgewogen gemacht hat, war der Hintergrund. Es spielt im akademischen Umfeld, eine junge Doktorandin und dann noch in einem spannenden Fachgebiet.
Ein sehr interessanter Einblick in das US-System, das sicherlich in Deutschland auch nicht so viel anders sein wird. Abhängigkeiten von Geldgebern und noch viel mehr. Von außen betrachtet relativiert sich die idealistische Vorstellung mit dem Buch ganz schnell.

Dann mochte ich aber auch die beiden Hauptpersonen sehr gern.

Der Schreibstil war so schön erfrischend, ich habe es richtiggehend bedauert, als das Buch ausgelesen war.

Mein Fazit: schlau, witzig und romantisch. Mit viel Herzschmerz und doch nicht seicht und blöd. So mag ich Liebesschnulzen!

Veröffentlicht am 12.05.2022

Unterhaltsame Einblicke

Gala und Dalí – Die Unzertrennlichen
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Dalí kenne ich, klar. Allerdings nur seine Bilder, über sein Leben wusste ich bislang noch nichts.
Deshalb hat mir das Buch gut gefallen, ich konnte etwas hineinlinsen ins das Leben des großen Malers.

Das ...

Dalí kenne ich, klar. Allerdings nur seine Bilder, über sein Leben wusste ich bislang noch nichts.
Deshalb hat mir das Buch gut gefallen, ich konnte etwas hineinlinsen ins das Leben des großen Malers.

Das Buch beginnt 1929, als Gala und ihr Mann Paul aus Paris in den kleinen Fischerort Cadaqués nach Spanien reisen. Dort lernen sie den dort lebenden Dalí kennen und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie egozentrisch die Menschen in der Kunstszene waren.
Paul, der Dichter, der immer nur nach Lust und Laune handelt und als dessen Managerin sich Gala, seine Frau sieht. Einerseits ordnet sie sich Pauls Bedürfnissen unter, andererseits bin ich mir nicht sicher, ob das nicht auch eher aus Geltungsbedürfnissen als aus tiefer Verbundenheit geschieht?
Gleiches Muster bei Dalí, dem so profane Dinge wie die Organisation des Broterwerb natürlich auch nicht zugemutet werden können.
Mich macht immer etwas sprachlos, wie unbekümmert die Interessen von Eltern in der Szene verfolgt werden, was mit gemeinsamen Kindern geschieht, who cares.
Das ist nicht das erste Buch aus der Zeit, das mich diesbezüglich etwas sprachlos zurücklässt.

Spannend, auf jeden Fall!
Dazu unterhaltsam und leicht lesbar geschrieben.

Im letzten Viertel hatte es dann für mich ein wenig Längen, da war die Luft für mich dann raus.
Außerdem hätte ich mir noch ein wenig mehr Einblick in die Werke Dalís und ire Entstehung gewünscht, hier wurde nur anhand weniger ausgewählter Stücke etwas mehr darauf eingegangen.

Ganz klar ein Unterhaltungsroman, kunstgeschichtliche tiefere Einblicke werden hier nicht gewährt. Für mich aber insgesamt in sich so passend, ich habe das Buch gerne gelesen.

Veröffentlicht am 01.05.2022

Ausgelutscht

Affenhitze (Kluftinger-Krimis 12)
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Alles hat seine Zeit - und meine Zeit mit Klufti ist wohl abgelaufen, das hat sich schon länger angedeutet, mit dem neuen Fall aber endgültig besiegelt.

Das Konzept mit dem etwas hinter dem Mond lebenden ...

Alles hat seine Zeit - und meine Zeit mit Klufti ist wohl abgelaufen, das hat sich schon länger angedeutet, mit dem neuen Fall aber endgültig besiegelt.

Das Konzept mit dem etwas hinter dem Mond lebenden Klufti und seine Dauerfehde mit dem Arzt ist für mich inzwischen ausgelutscht.

Der aktuelle Band hat immerhin stolze 549 Seiten - und doch nimmt der Kriminalfall nur eine untergeordnete Stellung ein. Im Fokus steht Klufti, wie er leibt und lebt (und in dem Band auch schwitzt).
Das ist eine Zeit lang witzig, aber nicht über so viele Seiten.
Für mich leider auch nicht über so viele Bände, wenn es quasi das Wesentliche ist.
Ja, Klufti ist nun in der Welt von Social Media angekommen und trapst auch hier erwartungsgemäß von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen. Leider aber alles sehr vorhersehbar, richtig lustig fand ich das nicht.

Aber das ist das Buchkonzept und gehört schon auch dazu.
Was mich aber richtig gestört hat, war die fehlende Spannung und Dynamik. Der eigentliche Fall plätschert so vor sich hin, ohne dass ein echter Spannungsbogen entstand.
Schade, denn die Thematik um die Ausgrabungsstätte im Allgäu und immer wieder neue faszinierende Erkenntnisse über Evolution sind spannend und interessant.

Mein Fazit: für eingefleischte Fans wieder ein humorvolles Wiederlesen mit Klufti und Co. Der Fokus liegt eindeutig auf dem "Drumherum".
Für reine Krimifans zu wenig Spannung und zu langatmig.

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