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Veröffentlicht am 27.04.2020

Band 5 der Gunther-Reihe: spannend und gut recherchiert

Das letzte Experiment
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Per Schiff kommt Bernhard Gunther 1950 in Argentinien an. Dort gibt es bereits eine Reihe von ehemaligen Nazis und eine Organisation die ihnen anfangs unter die Arme greift. Doch sein guter Ruf als Polizist ...

Per Schiff kommt Bernhard Gunther 1950 in Argentinien an. Dort gibt es bereits eine Reihe von ehemaligen Nazis und eine Organisation die ihnen anfangs unter die Arme greift. Doch sein guter Ruf als Polizist im Berlin der Vorkriegszeit erweckt schon bald das Interesse des argentinischen Geheimdienstes. Ein Mädchen ist ermordet worden und genauso bestialisch zugerichtet worden wie zwei vergleichbare Fälle in denen er damals ermittelt hat. Ein weiteres Mädchen ist verschwunden und nachdem die Polizei es nicht finden konnte, ruhen die Hoffnungen auf Gunther - dem Spezialisten für verschwundene Personen. Als dann auch noch die bildschöne Anna ihn engagiert, überstürzen sich schon bald die Ereignisse: viele spielen ein falsches Spiel mit ihm, aber wie erkennt man wer Freund ist und wer Feind? Gunther muss einige schmerzhafte Lektionen über sich ergehen lassen... bis hin zu einem Flug auf 1.500 Meter in einem Flugzeug ohne Tür über den Rio de la Plata ...

Band 5 der Gunther-Reihe ist von einer Qualität wie man sie von Philip Kerr kennt, die aber so hoch kaum jemand anderes erreicht. Wenn ich sechs Sterne vergeben dürfte, würde ich es tun - so bleibt es bei der maximal möglichen Zahl von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 23.04.2020

Slapstick-Komödie: schusseliger Kommissar auf der Jagd nach dem Superschurken

Bross. Showdown im Schlippers
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Bross ist Kommissar im Dezernat 12 in irgendeiner Stadt, deren Namen aus gutem Grund glaube ich nicht erwähnt wird. Denn Bross ist anders als andere Kommissare, Detektive, Ermittler oder sonstige Personen ...

Bross ist Kommissar im Dezernat 12 in irgendeiner Stadt, deren Namen aus gutem Grund glaube ich nicht erwähnt wird. Denn Bross ist anders als andere Kommissare, Detektive, Ermittler oder sonstige Personen die sich beruflich damit beschäftigen, Verbrecher hinter Schloß und Riegel zu bekommen. Denn einerseits ist Bross ebenso charismatisch wie skurril (zumindest behauptet das der Klappentext), anderseits ist er schusselig, ungeduldig und reichlich chaotisch. Und er hat Probleme: da wo er ist, regnet es ständig (während es zwei Meter weiter trocken ist), er bekommt keine Zigarette zuende geraucht da sie ihm immer nass werden. Und er hat einen neuen, spannenden Fall: ein Superschurke mit dem Spitznamen Hakennase ist nach mehrjähriger Flucht wieder zurück. Und die beiden haben noch eine offene Rechnung, dass kann Bross nicht auf sich sitzen lassen. Also stürzt er sich in die Ermittlungen, verhört zum Beispiel die Bewohner eines Seniorenheims.  Warum auch immer. Doch bei aller Schusseligkeit - am Ende gibt es, wie es sich für einen Krimi gehört, einen Showdown.  Wer oder was Schlippers ist, was es mit dem Lied Mister Blue von Detlef Engel zu tun hat und welche Rolle drei Araber mit Schuhen in der Hand spielen - all das erfährt man, wenn man dieses skurille slapstickhafte, kurzweilige, lustige, amüsante, zum lachen führende, absurde, amüsante (oh, hatte ich schon, kommt nicht in die Punktewertung), verwegene, durch-und-durch unerotische (bis auf eine Liebesszene jedenfalls), verwegene Buch gelesen werden. Ich vergebe jedenfalls sehr gerne gute vier von fünf Sternen. 

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Veröffentlicht am 18.04.2020

Spannender Science-Fiction über Gen-Editing im Jahr 2045

Bios
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Kenneth Durand leitet 2045 bei Interpol den Kampf gegen Genkriminalität. Bei einem Briefing werden er und sein Team um Mithilfe beim Kampf gegen ein skrupelloses Kartell gebeten: die Huli jing entwickeln ...

Kenneth Durand leitet 2045 bei Interpol den Kampf gegen Genkriminalität. Bei einem Briefing werden er und sein Team um Mithilfe beim Kampf gegen ein skrupelloses Kartell gebeten: die Huli jing entwickeln neue, un-ethische Methoden der Gen-Optimierung, an ihrer Spitze Marcus Wyckes. Als Durand am Nachmittag nach Hause möchte, um den Geburtstag seiner Tochter zusammen mit seiner Frau zu feiern, gerät sein Leben aus den Fugen: das autonome Auto hat eine merkwürdige Störung, auf dem Weg zu Fuß zur U-Bahn-Haltestelle wird er angerempelt und verspürt einen merkwürdigen Stich. Er bricht zusammen, kann kaum noch atmen, wird von Sanitätern abtransportiert. Als er im Krankenhaus wieder zu sich kommt, hat er unsägliche Schmerzen. Doch das ist nichts gegen den Schock, als er in den Spiegel blickt: sein Körper sieht aus wie der von Marcus Wyckes! Selbst seine Kollegen erkennen ihn nicht mehr wieder, freuen sich, den vermeintlichen Verbrecher geschnappt zu haben. Durand gelingt die Flucht, doch er will nicht nur seinen mächtigen Gegner vernichten, er will auch sein altes Leben, seine alte Identität zurück. Ein abenteuerlicher Wettlauf beginnt...

Meine Meinung: WOW, was für ein spannendes Buch! Die Welt von 2045 ist anders als unsere heutige, die Technik hat viele Fortschritte gemacht. Aber man erkennt sie immer noch wieder. Die Geschichte ist atemlos spannend und mit vielen überraschenden Wendungen. Man verfolgt die Reise von Durand auf der Suche nach seinem wahren Ich und kann das Buch dabei kaum aus der Hand legen. Daher vergebe ich sehr gerne fünf von fünf Sternen. 

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Veröffentlicht am 11.04.2020

31 Kurzgeschichten zum Thema Mord und Totschlag

Gift hat keine Kalorien
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31 Kurzgeschichten über das, was man normalerweise nicht tun sollte und was zu Recht hart bestraft wird: Mord und Totschlag. Allerdings nicht bierernst, sondern immer mit einem zwinkernden Auge, mit Ironie ...

31 Kurzgeschichten über das, was man normalerweise nicht tun sollte und was zu Recht hart bestraft wird: Mord und Totschlag. Allerdings nicht bierernst, sondern immer mit einem zwinkernden Auge, mit Ironie und Witz. Dabei sind die Geschichten teilweise skurril, teilweise bizarr. Teilweise nur eine halbe Seite, teilweise über mehrere Seiten. 

Da gibt es zum Beispiel die Deutsch-Lehrerin die von ihrem ehemaligen Schüler überfallen wird. Der war aber nicht nur damals dämlich, er lässt sich auch jetzt von seiner Lehrerin überwältigen und bekommt dann  eine sehr exklusive Lehrstunde.

Mir persönlich hat die überwiegende Zahl der Geschichten gut bis sehr gut gefallen,  in Summe vergebe ich sehr gerne vier von fünf Sternen. 

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Veröffentlicht am 07.04.2020

Spektakuläre Mordserie, spannend nacherzählt

Haarmann
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In den 1920er Jahren verschwinden immer wieder männliche Jugendliche in Hannover. Nachdem die örtliche Polizei lange keine Erfolge vorweisen kann, wird ein Ermittler aus Bochum geholt: Robert Lahnstein, ...

In den 1920er Jahren verschwinden immer wieder männliche Jugendliche in Hannover. Nachdem die örtliche Polizei lange keine Erfolge vorweisen kann, wird ein Ermittler aus Bochum geholt: Robert Lahnstein, der im 1. Weltkrieg als Flieger in britischer Gefangenschaft gesessen hat, soll neue Impulse setzen. Doch es sind harte Zeiten, die Bevölkerung arm, die Gesetze gegen "Unzucht" und "widernatürliches Verhalten" streng. Viele, zu viele sind traumatisiert. Zwar hat man Fritz Haarmann schon früh im Visier, aber, da er gleichzeitig als Polizeispitzel arbeitet, ist es seinen Verfolgern immer einen Schritt voraus. Und so müssen noch einige Eltern mehr sich im Polizeipräsidium einfinden und das verschwinden ihrer Kinder beklagen, ehe Haarmann dann doch endlich das Handwerk gelegt wird.

Der Roman begleitet Lahnstein als Ermittler vom zehnten Opfer bis zum Ende des Prozesses gegen Haarmann. Ungewöhnlich ist dabei die Sprache: es gibt keine direkte Rede in "Gänsefüßchen", es gibt eingeschobene Texte in kursiv, die andere Perspektiven einblenden. Für mich entstand dadurch ein Sog, eine alptraumhafte Spannung, der Eindruck der Atemlosigkeit.  Daher vergebe ich sehr gerne vier von fünf Sternen. 

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