Profilbild von MayaB

MayaB

Lesejury Star
offline

MayaB ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MayaB über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2025

Richtig tolle Welt mit leider doch viel verschenktem Potenzial

Soulmates and Other Ways to Die
0

Dieses Buch hat mich am Anfang wirklich sehr schnell abgeholt. Eine RomCom in der Apokalypse, in der zwei Seelenverwandte versuchen, einander wieder loszuwerden, während sie aufeinander aufpassen müssen, ...

Dieses Buch hat mich am Anfang wirklich sehr schnell abgeholt. Eine RomCom in der Apokalypse, in der zwei Seelenverwandte versuchen, einander wieder loszuwerden, während sie aufeinander aufpassen müssen, weil wenn einer stirbt, stirbt der andere auch? Count me in. Klang wirklich interessant, die Leseprobe fand ich überzeugend, und als ich dann das Buch vollständig lesen konnte (was ich tatsächlich auch in drei Tagen geschafft habe, denn es lässt sich wirklich leicht lesen) ging es genauso weiter.
Zoe und Miloo sind Seelenverwandte (oder KinTwins, wie sie hier genannt werden), die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber plötzlich müssensie dann doch zusammenarbeiten, um den jeweils anderen wieder loswerden zu können. Nur natürlich lernt man sich auch besser kennen, wenn man so sehr am selben Strang zieht, und so wird aus anfänglichem Hass dann doch sehr schnell sowas wie Freundschaft. Was für mich auch wirklich gut funktioniert hat. Zoe wird inMilos Freundesgruppe hereingezogen und aufgenommen, und erlebt zum ersten Mal seit Jahren, wie es ist, sich nicht ständig im eigenen Haus einzuschließen, während Milo lernt, dass Adrenalin vielleicht nicht das wichtigste auf der Welt ist, und man ab und an auch mal Rücksicht auf andere nehmen kann.
Leider muss ich sagen, dass ich darüber hinaus kaum Chemie zwischen den beiden gefühlt habe. Die Freundschaft kaufe ich ihnen voll ab, die angebliche Romanze leider gar nicht. Dabei ist es nicht einmal so, als würde Welliver keine Romanzen schreiben können, den der besten Freundin von Milo habe ich ihre Beziehung schon abgekauft.
Die Figuren einzeln fand ich ebenfalls stark (auch wenn ich teils das Gefühl hatte, besonders bei Zoe, dass die erste Charakterisierung überhaupt nicht der Wahrheit entsprach, und sie eher Dinge gemacht hat, die ich nicht zwingend als passend empfunden hätte), und auch richtig gut gefallen hat mir, wie und dass queere Themen in der Geschichte aufgegriffen wurden. Man merkt, dass Welliver sich Gedanken gemacht hat, und wie queere Themen nebenbei immer wieder eingeflossen sind fand ich echt schön. Besonders die Erwähnung von Asexualität hat mich echt happy gemacht, weil ich damit so gar nicht gerechnet hatte. Hier wurden sich eindeutig Gedanken gemacht, und ganz viele Fragen, die ich andernfalls gehabt hätte, wurden so tatsächlich echt schön erklärt.
Ebenfalls gut gefallen hat mir die Idee der Seelenverwandtschaft, und auch die Kettenreaktion, die alle Geschehnisse automatisch immer mit sich führten. Ja, es war düster, aber irgendwie hat's auch gepasst, zu wissen wie viel mit jedem einzelnen Tod automatisch auf dem Spiel steht.
Im großen und ganzen fand ich's also richtig gut ... und dann kam die zweite Hälfte, die mich gerade weil ich den Anfang so sehr mochte eher enttäuscht hat.
Plötzlich ist Milo der praktisch erste Mensch seit Jahren, der auf die Idee kommt, anderen zu helfen, und wird dadurch ein Held (schiebt es aber Zoe in die Schuhe), Zoe wird von einer vernünftigen und bedachten Person, die immer alles durchdenkt zu jemandem, der sich plötzlich auf seine Gefühle stürzt und nur noch aus (angeblicher) Liebe handelt, unser "Bösewicht" wird wirklich sehr extrem, und aus dem RomCom, bei dem ich durchaus auch Komik erwarte, wurde eine eher richtig düstere Geschichte. Ich muss sagen, dass ich's von Anfang an nicht wirklich lustig fand, aber durch den leichten Ton, in dem alles geschrieben war, konnte ich mit dem "RomCom" trotzdem gut leben. In der zweiten Hälfte wird es aber gefühlt nur noch düster und grau und alles wird schrecklich und apokalyptisch, und damit hätte ich ganz ehrlich auch super leben können (hätte mir sogar besser gefallen als der leichte Ton am Anfang), aber die Mischung aus beidem haut für mich leider nicht hin. Man kann nicht so "hell" anfangen, und dann so "dunkel" weitermachen. Da hätte Welliver sich in meinen Augen für eins entscheiden müssen.
Insgesamt muss ich sagen, dass ich trotzdem eine echt gute Zeit hatte, und gerade der Anfang war wie gesagt echt super und die Welt und Ideen haben mir echt gut gefallen, am Ende war die Änderung des Tons aber unpassend, ganz viel Potenzial wurde in meinen Augen verschenkt, und es traf einfach nicht das, was die Geschichte mir eigentlich versprochen hatte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.09.2025

Kann das Hörbuch nur empfehlen

Die Känguru-Offenbarung (Känguru 3)
0

Ich habe beim Lesen das ungekürzte Hörbuch gehört, und nachdem ich die ersten beiden Bände teils auch ohne Hörbuch gelesen habe: Das ist auf jeden Fall die richtige Art, diese Bücher zu "konsumieren". ...

Ich habe beim Lesen das ungekürzte Hörbuch gehört, und nachdem ich die ersten beiden Bände teils auch ohne Hörbuch gelesen habe: Das ist auf jeden Fall die richtige Art, diese Bücher zu "konsumieren". Kling arbeitet einfach so sehr mit seiner Stimme und haucht den Texten so viel leben ein, dass lustige Szenen noch lustiger werden, und weniger amüsante Szenen werden amüsant. Ich denke, dass die Geschichte auch ohne Hörbuch vermutlich lesenswert ist, weil ganz viel an dem Humor natürlich auch ohne Stimmen funktioniert, aber es macht einfach einen riesigen unterschied, ob man darüber liest, wie das Känguru und Marc-Uwe versuchen, die Welt zu retten, oder ob man dabei ist, wenn die beiden ihre ganzen Erlebnisse haben.
Was sich natürlich nicht ändert ist der Inhalt: Systemkritik, viele Witze, Anspielungen auf die echte Welt sowie zahlreiche Bücher und Buchreihen in diesem Band (eins meiner absoluten Highlights, muss ich sagen, fand ich jedes Mal wieder sehr lustig) sind genauso stark wie immer, aber während ich beim Lesen immer eher das Gefühl habe von "ja, kann man mal lesen", bin ich beim Hören wirklich regelmäßig laut am Lachen gewesen und kann mir auch absolut vorstellen, wieder zur Geschichte zurückzukehren (was ich beim Lesen oft eher nicht habe).
Insofern: Solide Geschichte, die als von Kling gelesenes Hörbuch noch mal einiges an Qualität gewinnt, wenn man mich fragt.

Veröffentlicht am 12.09.2025

Keinesfalls so schlecht wie befürchtet

Reckless 1
0

Ich habe von Reckless bisher eigentlich immer eher gemischte bis negative Meinungen gehört/mir war nur bewusst, dass viele Leute wohl der Meinung sind, dass es eher ein schlechteres Werk von Funke ist, ...

Ich habe von Reckless bisher eigentlich immer eher gemischte bis negative Meinungen gehört/mir war nur bewusst, dass viele Leute wohl der Meinung sind, dass es eher ein schlechteres Werk von Funke ist, aber ich persönlich muss sagen, dass mir das Buch sehr zugesagt hat.
Ich habe allerdings auch zusätzlich (und teils sogar nur) das Hörbuch gehört, das auf der Version 10 Jahre nach der ersten Veröffentlichung basiert, und muss sagen: Das macht auf jeden Fall einen riesigen Unterschied, da ist so einiges etwas ausgefeilter und angenehmer geschrieben in meinen Augen.
Inhaltlich wird man in beiden Versionen sofort ins Geschehen geworfen, was obwohl ich das eigentlich mag, hier doch ein wenig viel war, den ich habe obwohl ich es eigentlich wusste doch kurz gezögert, ob ich vielleicht einen vorherigen Band doch irgendwie verpasst hatte. Danach kam ich aber richtig schön schnell ins Geschehen, und tatsächlich konnte ich auch ganz gut damit leben, dass die Figuren nicht so richtig etabliert waren, da hier eben mehr ihr Handeln als irgendetwas anderes im Vordergrund stand.
Manchmal war es mir trotzdem ein bisschen wenig. Über Jacob, der eigentlich nur versucht, seiner Vergangenheit/Familie zu entkommen, erfährt man noch recht viel, Fuchs, Jacobs ständiger Begleiterin, ist auch ganz gut ausgearbeitet, Will und Clara, die beiden letzten Hauptfiguren, wirkten allerdings oft schwach. Gerade durch die Augen der anderen haben wir über viele Charaktereigenschaften entweder gar nichts erfahren, oder nur im Nachhinein von etwas, das war, das man im Buch aber nie sieht, weshalb es mir recht schwer fällt, das zu glauben. Die Handlungen selbst fand ich aber wieder nachvollziehbar und auch durchaus ansprechend. Also Jacob und wie weit er zu gehen bereit ist, Will, der langsam desillusioniert wird, Fuchs, die eigentlich nur Jacob schützen möchte ... und Clara, zu der habe ich tatschlich (leider) so gar nichts zu sagen. Es war spannend, zu sehen, wie die Figuren mit unterschiedlichen Situationen umgegangen sind, dabei haben sie allerdings auch oft die gleichen Fehler wieder und wieder gemacht, oder so kam es mir vor, entsprechend konnte ich nicht wirklich eine Charakterentwicklung erkennen. Ich kam schon irgendwie damit klar, wie die Figuren so sind, und ich habe sie auch durchaus ins Herz geschlossen, ich würde allerdings auch behaupten, dass es bei weitem nicht Funkes stärkste Figuren sind. (Wobei ich aber durchaus Hoffnung hätte, dass sich das mit den zukünftigen Büchern ändern würde.)
Womit das Buch bei mir allerdings richtig dolle punkten konnte, war die Welt. Ich liebe Märchen, habe kürzlich über mich gelernt, dass ich Horror eigentlich ein echt cooles Genre finde, und hier die Geschichte in einer Welt zu haben, in der die Märchen, wie man sie kennt, als düstere Wirklichkeit existieren, konnte mich wirklich schnell überzeugen. Und selbst der Teil, der keine Märchen waren, war sehr märchenhaft und düster geschrieben, und irgendwie auf eine typische "gut und böse"-Art, wie sie Märchen ja immer haben, nur ohne, dass es tatsächlich so klare Grenzen gab. Im Endeffekt ist keine Figur wirklich gut oder böse gewesen, und da schließe ich unsere Hauptfiguren ohne zu zögern mit ein (außer Clara, vielleicht ist sie darum noch mal so viel schwächer als die anderen Figuren in meinen Augen). Am Ende wären sie alle bereit, für ihre Ziele (zu) weit zu gehen, und nur weil sie für sich das richtige tun, ist es bei weitem noch nicht die tatsächlich richtige Entscheidung.
Ich fand die eher düstere Stimmung auf jeden Fall durchgängig ansprechend, und obwohl mir Figuren eigentlich wichtiger sind als Plot, haben die Figuren mir hier gerade genug in der Welt gegeben, dass ich dann doch recht leicht darüber hinwegsehen konnte, dass sie an vielen Stellen auch eher nicht so viel Substanz hatten. Dafür aber sehr viel Potenzial, und sollten mir jemals die anderen Bücher in die Hände fallen, dann bin ich sehr gespannt, wie sich dann hoffentlich doch noch alles entwickelt.
Alles in allem würde ich sagen, dass es wirklich nicht das beste Werk von Funke ist, aber ich war die ganze Zeit über gut unterhalten und hatte auf jeden Fall auch meine Freude an allem, bin also auch wirklich nicht enttäuscht worden.

  • Einzelne Kategorien
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.09.2025

Irgendwie nicht mein Fall

Die drei ???, Stadt der Vampire (drei Fragezeichen)
0

Vielleicht bin ich inzwischen einfach zu alt für die ???-Bücher. Ich dachte, mindestens der Nostalgie-Faktor würde mir noch was geben, aber ehrlicherweise gingen die ??? mir hier eher auf die Nerven. Dicken-Witze ...

Vielleicht bin ich inzwischen einfach zu alt für die ???-Bücher. Ich dachte, mindestens der Nostalgie-Faktor würde mir noch was geben, aber ehrlicherweise gingen die ??? mir hier eher auf die Nerven. Dicken-Witze an Just, der aus irgendeinem Grund bloß niemals irgendwas klarstellt und seine Kollegen im Dunkeln tappen lässt, weil das ja immer eine super Idee ist, die wiederum aber irgendwie aller Wahrscheinlichkeit zum Trotz dann doch an Vampire glauben (und neben einem Friedhof Wache schieben, wenn sie an Geister glauben, wo kam denn der Mut her?), und irgendwie werden Schlüsse einerseits aus dem nichts und andererseits viel zu langsam gezogen ...
Die Idee war schon irgendwie spannend, und das Setting auch nett gemacht, und zum Glück sind die Bücher ja auch immer schnell gelesen, aber so richtig überzeugen konnte mich das alles nicht.
Es wird trotzdem nicht mein letztes ???-Buch gewesen sein, denn an sich fand ich's auch nicht grauenhaft, und der Nostalgie-Faktor ist ja trotzdem durchaus vorhanden (außerdem liegt's ja vielleicht doch am Buch und nicht an mir), aber aktuell habe ich das Gefühl, dass ich meine Sammlung vielleicht doch irgendwann weitergeben muss ... oder sie nur als Erinnerung behalten werde, bis ich irgendwann bereit bin, mich von allem zu trennen, was ich mit den ??? verbinde ... mal sehen, vielleicht liegt's ja auch nur am übernatürlichen Fall und der Rest kommt mir wieder solider vor, wenn ich lese, aber dann werde ich wohl dann rauskriegen.

Veröffentlicht am 10.09.2025

Tolles Kinderbuch zu Trauer und Trost

Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge
0

Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge hat mir wirklich gut gefallen als Buch.

Die Zeichnungen sind lebhaft und warm gestaltet, sodass man sich sehr aufgehoben in den Seiten fühlt, und die Texte offensichtlich ...

Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge hat mir wirklich gut gefallen als Buch.

Die Zeichnungen sind lebhaft und warm gestaltet, sodass man sich sehr aufgehoben in den Seiten fühlt, und die Texte offensichtlich mit Liebe verfasst, und das auf eine so angenehme Art, dass sie einerseits kindgerecht sind und das Thema von Verlust, Schmerz und Trost super angenehm aufgreifen, sodass man es auch mit Kindern thematisieren kann, andererseits aber auch so melodisch und "blumig" geschrieben, dass man auch als erwachsene Person viel Freude an den Texten haben und sie ebenfalls genießen kann.

Auch wird in den Bildern selbst durch die Darstellung von Geistern oder Hunden mit Gehhilfen viel Potenzial für Gespräche oder das Anregen von Gedanken geboten (und einfach eine sehr angenehme nebenbei entstehende Art von Diversität in die Geschichte eingeflochten), und es gibt sogar ein paar Karten am Anfang und Ende, die die Welt ein bisschen zeigen.

Ich persönlich habe anfangs gar nicht wahrgenommen, dass es sich um ein "Influencer-Buch" handelt, hätte man es mir nicht mitgeteilt, und bin ehrlich froh darüber, denn sonst wäre es mir vielleicht auf Grund von Vorurteilen sogar entgangen, und nachdem ich es nun gelesen habe muss ich sagen, dass mir da wirklich so einiges verloren gegangen wäre.

Eine warme Darstellung von Trauer und Trost, die einfach zum Leben gehört, die schöne Freundschaft zwischen Malte und Phia, die Tatsache, dass Malte so leicht um Hilfe bittet und diese auch bekommt ... in dem Buch steckt eindeutig ganz viel Liebe, die ich beim Lesen auch deutlich gespürt habe, und ich glaube, um mit Kindern über Verluste zu sprechen, eignet es sich ziemlich hervorragend.

Ein sehr schönes Buch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere