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Veröffentlicht am 12.01.2026

Die Hölle sind die anderen

Katabasis
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Danke an den Eichborn Verlag und NetGalley, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich bin ein großer Fan von R.F. Kuang und mochte Babel ...

Danke an den Eichborn Verlag und NetGalley, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich bin ein großer Fan von R.F. Kuang und mochte Babel und Yellowface sehr gerne, aber ich hatte etwas Respekt vor Katabasis, da ich viele kritische Stimmen gehört hatte – auch von Leuten, die sonst Fans ihrer Werke sind.

Zum Glück waren all meine Sorgen jedoch unbegründet und ich hatte eine echt gute Zeit mit der Geschichte. Der Plot lässt sich knapp zusammenfassen: Alice und Peter machen sich gemeinsam auf in die Hölle, um ihren Doktorvater zurückzuholen, der bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Es ist ein spannendes Academia Setting kombiniert mit einer Version der Hölle, die auf Vorstellungen aus klassischer Literatur (z.B. Dantes Inferno oder Orpheus) basiert.

Das Buch ist schon sehr komplex. Alice und Peter promovieren in Analytischer Magie und es gibt sehr viel wissenschaftliche Sprachen, logische Probleme etc. Ich bin ehrlich: man muss nicht alles davon verstehen, um Spaß an dem Buch zu haben. Ja, vielleicht hatte ich sogar mehr Spaß am Buch, weil ich versucht habe, nicht alles 100% durchleuchten zu können. Ich habe einfach akzeptiert, dass die Autorin und Protagonisten schlauer sind als ich!

Frei nach dem Motto „die Hölle sind die anderen“ durchleben die beiden Protagonisten alle Ebenen der Hölle und verstehen immer mehr, wie toxisch ihr Verhalten während der Promotion eigentlich war. Das gegenseitige Ausspielen, die hohe Arbeitsbelastung, die Gerüchte und Missgunst (v.a. gegenüber anderen Frauen) – und wofür? Für Anerkennung und Lob über gute akademische Leistungen. Die beiden nähern sich immer mehr an und merken, dass sie eventuell andere Gefühle als Hass für die andere Person empfinden, wenn kein akademischer Wettstreit zwischen ihnen steht. Das Buch zeigt auf, welche Bedeutung das Leben eigentlich hat und das wissenschaftlicher Erfolg nicht das einzig Wahre ist und man sich nicht ausschließlich der Arbeit widmen sollte, sondern auch das Leben leben.

„Voll Erleichterung hatte sie sich schlafen gelegt, voller Enttäuschung war sie aufgewacht. Damals war ihr jede Stunde, die vorüberzog, wie ein kleiner Sieg vorgekommen. Doch warum hatte sie so danach gegiert, dass die Zeit forttickte? Auf welches Ereignis hatte sie gewartet?“

Aber: dieses Buch ist teilweise auch echt explizit. Es geht um Gewalt (physisch und psychisch). Es geht um chronische Krankheit und das Überschreiten von Grenzen bei Personen. Und ja, es gibt auch Szenen mit Tierquälerei (die hätte man ehrlich gesagt auch weglassen können, die hatten in meinen Augen nicht ganz so viel Sinn).

„Wie sollte sie das erklären? Das Vernichtende war nicht die körperliche Berührung – er hatte ja kaum Gewalt angewendet. Nein, in erster Linie schmerzte sie, wie mühelos er sie auf ein Objekt reduzierte. Sie war nicht länger eine Studentin, ein Verstand, ein wissbegieriges Wesen, das unter seiner Aufsicht wuchs und lernte und sich entwickelte – sondern nur noch die simple Identität, vor der sie sich immer gefürchtet hatte, nämlich bloß eine Frau.“

Insgesamt ist Katabasis in meinen Augen das beste Werk der Autorin. Eine Systemkritik, verwoben mit einer Heldenreise in der Hölle, die durch Worldbuilding imponiert. Ja, man versteht nicht immer alles, und ich hätte mir ehrlich gesagt gewünscht, dass ich das Ende eeeetwas besser hätte nachvollziehen können. Aber ansonsten? Ein riesiges Highlight für mich. Definitiv kein einfaches Buch, aber wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen und über die Geschichte nachzudenken, dann kommt man hier eindeutig auf seine Kosten.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Toller Familienroman, schwächere Lovestory

Say You’ll Remember Me
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Say You’ll Remember Me war unser Buchclub Buch für Juli und August, und da für mich die vorherige Reihe der Autorin (Part of Your World, Yours Truly, Just for the Summer) ein riesiges Highlight war, waren ...

Say You’ll Remember Me war unser Buchclub Buch für Juli und August, und da für mich die vorherige Reihe der Autorin (Part of Your World, Yours Truly, Just for the Summer) ein riesiges Highlight war, waren meine Erwartungen dementsprechend hoch. Ein weiteres Highlight habe ich hier allerdings nicht gefunden.

Das Buch startet etwas insta love mäßig: Sam und Xavier treffen aufeinander, haben ihr erstes Date und fühlen sich von Anfang an extrem zueinander hingezogen, und entscheiden quasi nach dem ersten und einzigen Date, eine Fernbeziehung über mehrere Bundesstaaten hinweg hinzunehmen. Insgesamt dominiert auch das Thema dieser Fernbeziehung, es ist ein ständiges Hin und Her zwischen den beiden, da es auf beiden Seiten Gründe gibt, warum sie nicht von ihrem Wohnort wegkönnen: bei Sam ist es ihre demenzkranke Mutter und bei Xavier seine Tierarztpraxis. Ich fand tatsächlich, dass sich dieser Konflikt im Kreis gedreht hat und die Auflösung am Ende war in meinen Augen nicht so ganz befriedigend.

Während die Liebesbeziehung in diesem Buch für mich also nicht so ganz funktioniert hat, kann das Buch in meinen Augen durch die Familiengeschichte als Roman glänzen.

Denn wie gesagt hat Sams Mutter Demenz und dieses Buch zeigt sehr eindrücklich, wie allumfassend so eine Krankheit sein kann und wie das ein Familienleben an seine Grenzen drängen kann. Der Schreibstil ist super schön und ich habe mir richtig viele Zitate notiert, die was mit den Themen Familie und Erinnerung sowie die Spuren, die Menschen auf der Erde und im Leben von anderen hinterlassen, zu tun haben.

„Weißt du, was mir bei alldem klar geworden ist? Dass es nichts schöneres gibt, als das Leben eines anderen Menschen mitzuerleben. Jemanden in- und auswendig zu kennen und alles gemeinsam durchzumachen, sich an die gleichen Dinge zu erinnern. Das will ich.“

Neben den schwierigen Themen wird das Buch zum Glück nicht allzu traurig, da es immer wieder humorvolle Szenen gibt (wie die ganze Thematik mit dem Senf – was es damit auf sich hat, verrate ich hier aber nicht 😊).

In meinen Augen war es ein gutes Buch, aber nicht das Beste der Autorin. Die Familienromananteile sind extrem gut geworden, aber leider ist die Balance zu den Liebesromanteilen nicht ganz ausgewogen, sodass die Lovestory etwas „leidet“. Aber es gibt doch viele Szenen, an die ich gerne zurück denke und somit komme ich auf 4 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Ein Sonnenaufgang fürs Herz

Sonnenaufgang Nr. 5
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Vielen Dank an Vorablesen und den Piper Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich bin ein großer Fan der Bücher von Carsten Henn, ...

Vielen Dank an Vorablesen und den Piper Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich bin ein großer Fan der Bücher von Carsten Henn, aber an den Buchspazierer sind die später erschienenen Romane von ihm nie rangekommen. Mit Sonnenaufgang Nr. 5 kommt er in meinen Augen dieser einzigartigen Atmosphäre und herzerwärmenden Geschichte schon ziemlich nah.

Worum geht es? Jonas ist 19 und will als Ghostwriter die Biografien von anderen Menschen festhalten. Seine erste Kundin ist die exzentrische Stella, die früher eine berühmte Schauspielerin war, und mittlerweile abgeschieden in einem Küstenort lebt.

„Sammeln Sie viele schöne Erinnerungen, die wärmen im Alter.“

Genau dorthin begleiten wir Jonas und lernen den Ort und all seine Bewohner kennen. Bentje an der Bushaltestelle (deren Geschichte laut Nachwort als Inspiration für das gesamte Buch diente), Paul und sein Hund Guter Junge oder der Künstler Geraldo (der Sonnenaufgänge malt und die Bilder dann nummeriert, ergo ist Name und Cover des Buches an sein Kunstwerk angelehnt).

„Erinnern ist ein wenig, als würde man es noch mal erleben.“

Wir tauchen ein in die Lebensgeschichte von Stella, ihre Anfänge in der Schauspielbranche und ihre von Schmerz durch einen Todesfall geprägten Familienzeiten bis hin zu dem Punkt, an dem sie sich in der Gegenwart befindet. Und gleichzeitig erfährt Jonas auch durch andere Menschen in Stellas Leben, dass es auf die Perspektive ankommt, aus der eine Geschichte erzählt wird und man nicht immer den eigenen Erinnerungen trauen kann. Wie ein Puzzle setzt er Stellas Vergangenheit zusammen.
Parallel dazu geht es aber auch um Jonas Vergangenheit. Seine Mutter ist früh verstorben und die Erinnerungen an sie sind ein Thema, das einen Keil zwischen Jonas und seinen Vater treibt. So lernt Jonas in den Begegnungen mit Stella, auch seine eigene Familiengeschichte zu navigieren.

„Ein Feld voller Lavendelblüten ließ sich nicht einfach verewigen. Man musste das Glück haben, es zu erleben.“

Am meisten überzeugt an dem Buch haben mich die Atmosphäre und die vielen schönen Zitate. Es ist ein lebensbejahendes Buch, das zeigt, dass man sein Leben wirklich leben soll und sich im Alter auch an alles erinnern und sich nichts zurechtbiegen soll.

Wer vom Klappentext her wie ich eine ähnliche Geschichte wie Die sieben Ehemänner der Evelyn Hugo erwartet hat: so exzentrisch ist das Leben von Stella nicht, man sollte hier keine super großen Enthüllungen und Geheimnisse erwarten.

Auch spielen in dem Buch gleich zwei Liebesgeschichten eine Rolle, denn sowohl Stella als auch Jonas dürfen sich im Laufe der Story verlieben (natürlich nicht ineinander!). Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich das so gebraucht hätte… denn es gab ja mit der Biografie und dem Thema von Familie für Jonas UND Stella eigentlich schon genug Inhalte, um das Buch zu füllen… Das war für mich nicht so ganz rund.

Trotzdem komme ich am Ende auf eine Bewertung von 4 Sternen. Ich hatte eine gute Zeit mit dem Buch, und habe die Charaktere wirklich doll ins Herz geschlossen. Und ähnlich wie beim Buchspazierer sehe ich hier ganz viel Potential für eine Verfilmung – das wären sicherlich tolle Bilder mit der Küstenkulisse!

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Die Macht von Erinnerungen und Zensur - Fantasy mit aktuellem Thema

Das Buch der verlorenen Stunden
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Vielen Dank an Vorablesen und den dtv Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

An diesem Buch hat mich der Mix aus Roman und Fantasyelementen ...

Vielen Dank an Vorablesen und den dtv Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

An diesem Buch hat mich der Mix aus Roman und Fantasyelementen angesprochen – es hat mich etwas an die Mitternachtsbibliothek von Matt Haig erinnert, die ich sehr gerne mochte: eine Bibliothek abseits von Raum und Zeit mit Büchern, die Erinnerungen und Lebensgeschichten bewahren.

Dieses Konzept wird hier in ein historisches Setting gebettet. Die junge Jüdin Lisavet lebt 1938 in Nürnberg und wird von ihrem Vater während der Reichspogromnacht im sogenannten Zeitraum versteckt, in der sie den 2. Weltkrieg überlebt. Eine zweite Perspektive bringt uns zur Geschichte von Amelia, die 1965 bei ihrem Onkel Ernest in Boston aufwächst. Doch dann wird Ernest ermordet, angeblich von den Russen. Amelia erfährt durch Moira, eine Kollegin ihres Onkels, die Wahrheit: Ernest war Zeithüter und konnte mit einer Uhr in den Zeitraum reisen, die Zeit verändern. So begibt sich auch Amelia in diese Welt abseits von Raum und Zeit.

Die beiden Zeitebenen entwickeln sich langsam: während in der Gegenwart Amelia versucht, dem Erbe und Tod ihres Onkels auf die Spur zu kommen und gegen andere Zeitwächter zu verteidigen, begleiten wir Lisavet in den Jahren, die sie während des Krieges im Zeitraum verbracht hat – und in der sie Ernest kennen- und lieben gelernt hat. Die erste Verbindung der beiden Zeitebenen durch Ernest ist also relativ offensichtlich, aber es verstrickt sich immer mehr und spätere Plottwists konnten mich ehrlich überraschen. Das war bei ca. 50-60% des Buches, danach konnte ich es kaum aus den Händen legen. Davor… nun, ehrlich gesagt fand ich das Lesen davor etwas zäh, weil es wirklich sehr langsam erzählt wurde und die ersten Enthüllungen eher offensichtlich waren.

In der 2. Hälfte des Buches wird auch das zentrale Thema sehr eindeutig. Es geht besonders um Erinnerungen, und den Zeitraum als Ort, der Erinnerung bewahrt. Gleichzeitig geht es um Organisationen, die diese Fähigkeiten für eigene Zwecke nutzen wollen: Erinnerungen sollen gelöscht und zensiert werden. In diesem Komplex kommt die Rebellion gegen diese Organisationen auf, die sich mit der Blume Vergissmeinnicht schmückt – ein eindeutiges Symbol für ihre Mission.

Und unter diesem Aspekt begleiten wir Amelia, Lisavet, Moira und Ernest; wie sie sich von ihrer Moral leiten lassen und für das Kämpfen, was sie für richtig halten.

„Du würdest mich nicht verlieren. Man kann nichts verlieren, woran man sich nicht erinnert.“

Zusammen mit dem historischen Kontext des 2. Weltkriegs bzw. kalten Krieges ein unfassbar aktuelles Thema, das uns zeigt, wie wertvoll die Macht der Erinnerungen ist und wie gefährlich es ist, wenn Menschen in Machtpositionen das Narrativ verändern lassen (wollen).

Das Buch hat ein paar langatmige Stellen, besonders zu Beginn, und man darf nicht zu viel über die magischen Elemente nachdenken, da das System nicht komplett ausgefeilt und begrenzt wurde. Aber insgesamt hatte ich eine gute und anregende Lesezeit und möchte das Buch vor allem wegen der Thematik allen ans Herz legen. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Zwischen Sportmedizin und zweiten Chancen

Falling for No. 89
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Danke an NetGalley und den LYX Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Band 1, My Idea of No. 14, hat mir im April unfassbar gut ...

Danke an NetGalley und den LYX Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Band 1, My Idea of No. 14, hat mir im April unfassbar gut gefallen. Ich mochte den Schreibstil, die süße Liebesgeschichte, die toughe Protagonistin Leah und den gut recherchierten und großen Sportanteil in dieser Sportsromance. Dementsprechend war mir klar, dass ich auch noch weitere Bücher von Alicia Sommer lesen wollte. So bin ich auch ohne große Vorkenntnisse über den Klappentext in die Geschichte gestartet, und wusste nur, dass die Protagonistin Shaila was mit Medizin macht und der Protagonist Kayce (logischerweise) bei den L.A. Vipers Football spielt.

Und während ich die erste Begegnung von Leah und Sam im 1. Band als richtig süßes Meet Cute empfunden habe, hat mir das erste Aufeinandertreffen der Protagonisten hier im Buch den Einstieg nicht ganz so leicht gemacht… körperliche Nähe und Tension, besitzübergreifender Protagonist. Ich hatte das Gefühl, was verpasst zu haben. Und ja, irgendwie haben wir alle einen Teil der Story (gewollt) verpasst, denn: das hier ist eine Art Second Chance Romance. Die beiden Protagonisten kennen sich aus Teenagerzeiten und auch wenn sie da nicht wirklich ein Paar waren, so gab es doch körperliche Nähe und geteilte Gefühle.

Ich bin ehrlich: ich mag Second Chance (oder Childhood Best Friends to Lovers) Bücher nicht so gerne. Ich habe da als Leserin wirklich die ganze Zeit das Gefühl, essentielles Wissen über die Beziehung der Charaktere verpasst zu haben, weil die halt schon so viel vorherige Geschichte haben. Genau diese Vibes habe ich anfangs verspürt und es hat gedauert, bis ich in die Story reingekommen bin.

Shaila lernen wir relativ schnell gut kennen, da es immer wieder Tagebucheinträge aus ihrer Vergangenheit gibt, die Stück für Stück Licht ins Dunkel zu ihrer Beziehung zu Kayce bringen sollen. Ihre Arbeit als „Praktikantin“ der Sportmedizin beim Team hat mir auch gut gefallen und dadurch wurde eine ganz andere Seite vom Sport beleuchtet. Ich glaube ich hatte auch noch nie etwas über dieses Berufsfeld gelesen und fand die Einblicke super spannend. Während wir bei No. 14 ganz viel auf dem Feld und beim Training unterwegs waren, geht es hier auch mehr in die Kabinen, Vor- und Nachuntersuchungen der Mannschaft – aber natürlich auch Unfälle auf dem Feld. Bei Kayce dauert es etwas länger bis man ihn kennen lernt, er ist sehr verschlossen und man ahnt nur, dass es vergangene Konflikte mit seiner Familie gab.

Ich muss auch sagen, dass mir die Charakterentwicklung der beiden sowie die „Enthüllungen“ über die Vergangenheit eher schwach und oberflächlich fand, sodass ich kaum eine emotionale Verbindung aufbauen konnte. Die Tagebucheinträge von Shaila z.B. waren in meinen Augen eher unglaubwürdig und gingen für mich in eine kindisch-obsessive Richtung, die ich sehr unpassend fand.

Am Ende komme ich bei dem Buch auf gute 3 Sterne. Die beiden Protagonisten und ihre Liebesgeschichte waren einfach nicht mein Fall – und der Sportteil mit dem spannende Zusatz der Sportmedizin (bin immer noch Fan von dem Thema!) kam mir etwas zu kurz. Der Schreibstil von Alicia Sommer gefällt mir sehr und ich hoffe einfach, dass der 3. Band der L.A. Vipers Reihe wieder mehr meinen Geschmack trifft und an das Highlight-Leseerlebnis von Band 1 anknüpfen kann.

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