Aller guten Dinge sind drei... oder nicht?
Erebos 3Danke an NetGalley und den Loewe Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.
Den ersten Teil der Reihe habe ich vor mittlerweile 10 ...
Danke an NetGalley und den Loewe Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.
Den ersten Teil der Reihe habe ich vor mittlerweile 10 Jahren zum ersten Mal gelesen und GELIEBT. Dieses Buch… hat für mich so viele neue Maßstäbe für mein Leseverhalten gesetzt. Dementsprechend gefreut habe ich mich 2019/2020 auf den 2. Band der Reihe, der eine gute Fortsetzung war, und das ganze Thema der Gefahren von einer omnipräsenten Technologie weiter ausgearbeitet hat.
Jetzt sind wir hier: 2025, und Ursula Poznanski hat einen dritten Teil ihrer Bestseller-Reihe rund um das Computerspiel Erebos rausgebracht. Natürlich will ich das lesen, hallo? Aber ich gucke auch kritisch auf das Buch. Denn: braucht es diese Fortsetzung? Was kann die Autorin Neues beitragen zu der Welt, was nicht schon in Band 1 und 2 vorkam?
Wir starten direkt rein mit Nick, unserem Protagonisten der vorherigen Bände. Er baut sich ein Leben als Fotograf auf, verbringt viel Zeit mit Freunden – und denkt eigentlich nicht mehr an Erebos.
Ich bin ehrlich: mir hätte ein kurzes „was bisher geschah“ echt gut getan; da ich gar nicht mehr genau sagen kann, was in Band 1 und 2 jeweils passiert ist – mein Lesen der Bücher ist ja schon 5 bzw. 10 Jahre her. So kann ich gar nicht mit 100% Richtigkeit sagen, welche Charaktere man schon aus vorherigen Bänden kennt und wie genau die zu Erebos gekommen sind.
Generell gibt es in diesem Buch sehr viele Charaktere, denn Erebos hat eine neue Funktion: Horden, bzw. Teams, zu denen sich Spieler zusammen sammeln müssen. Jede Horde besteht aus 11 Personen, und natürlich ist nicht nur die Horde von Nick bzw. Sarius, sondern auch verbündete und verfeindete Horden. Alle Charaktere waren gut ausgedacht, die Spielfiguren waren einzigartig genug, um sie beim Lesen auseinanderhalten zu können – aber nach dem Lesen waren die alle schon wieder raus aus meinem Kopf.
Zur Handlung. Es ist eigentlich das selbe Spiel mit Erebos wie in den vorherigen Bänden. Es gibt Missionen und Aufträge, die im echten Leben erfüllt werden müssen, die von Objekten finden über Autoreifen aufstechen bis zu Körperverletzung sehr vielfältig sind und die Gefahren des Spiels verdeutlichen. Für Nick steht seine Karriere auf dem Spiel, da Erebos die Kontrolle über seinen Computer und sein Mailprogramm übernommen hat. Als angehender Fotograf ist er auf Aufträge und Rezensionen angewiesen, und Erebos kann ihn dabei unterstützen, wenn er sich fügt – oder einen Shitstorm gegen ihn lostreten.
Also macht Nick mit und begibt sich wieder in das Spiel, trommelt seine Horde zusammen und löst die Rätsel. Denn ihm ist klar: es geht auch um ein Geheimnis im echten Leben. Er vermutet, das es irgendwas mit dem Verschwinden von einem Mädchen zu tun hat… aber so richtig sind ihm die Zusammenhänge nicht klar.
Im Laufe des Buches wird also gespielt und gerätselt. Es ist zwar spannend und ich mag die Spielwelt von Erebos, aber gleichzeitig habe ich wenig neues an dem Buch gefunden, was so den großen Reiz für mich ausgemacht hätte.
Das große Rätsel in der echten Welt war spannend, irgendwann ist auch bei mir der Groschen gefallen und ich hatte einen Aha-Moment – das war richtig cool, und danach wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Aber als dann der Showdown im Real Life wirklich passiert ist… ich weiß nicht, dass war dann doch etwas abgespaced und so richtig verstanden, warum genau Erebos dafür zurückgekommen ist, habe ich bis zum Ende nicht.
Fazit: es ist ein spannendes Buch, man kanns auf jeden Fall lesen, ich bin gut unterhalten worden. Aber man sollte es wirklich nur lesen, wenn man auch die vorherigen Bände richtig gerne mochte & wenn es für einen okay ist, dass hier keine großartig neuen Sachen passieren. Den ersten Band von Erebos werde ich für immer uneingeschränkt überall empfehlen, aber bei Band 2 – und vor allem 3 – würde ich sagen: müsst ihr selber entscheiden.
Von mir gibt’s 3.5 Sterne und ich hoffe irgendwie immer noch, dass es Erebos mal als Testversion zum Spielen gibt. Aber nur das Spiel an sich und nicht diese allesübergreifende gefährliche Präsenz von der Software bitte, danke.