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Mia_05

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.04.2026

Traumhafte Idee mit Schattenseiten

REM
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Ich bin mir sicher, jeder von uns hat sich schon mal gewünscht, seine skurrilen Träume wie einen Film abspulen zu können. Was für uns (noch) nur ein weit entfernter Gedanke ist, wird hier bittere Realität. ...

Ich bin mir sicher, jeder von uns hat sich schon mal gewünscht, seine skurrilen Träume wie einen Film abspulen zu können. Was für uns (noch) nur ein weit entfernter Gedanke ist, wird hier bittere Realität. Alysee, die von Kindheitstagen an Angst vor einem traumbehafteten Schlaf hat, begibt sich auf eine lebensgefährliche Spurensuche zu ihrer Vergangenheit. Das Erbe, das sie dazu veranlasst, birgt jedoch ein bedrohliches Geheimnis: Träume können sichtbar gemacht werden. Doch was geschieht mit den vermeintlich irrealen Albträumen?
Auf diese Frage gibt uns REM eine erschreckende Antwort. Doch nicht nur die Geschichte hat es in sich – auch das Cover lässt erahnen, welch horrorähnlicher Stoff sich hier verbirgt. Genretypisch und inhaltlich abgestimmt wird bereits äußerlich eine düstere Atmosphäre kreiert.
Hierzu sehr unterstützend fungieren die Illustrationen im Buch. Die sowieso schon sehr lebhafte Sprache wird dadurch ideal unterstützt, sodass wahrhaftige Bilder in den Kopf des Lesers projiziert werden. Insgesamt wird man regelrecht durch die Seiten gezerrt, so klar und flüssig ist der Schreibstil. Außerdem werden teilweise erschreckende, abstruse und ekelerregende Bilder gezeichnet, die ihr Übriges für Spannung und Lesefluss tun. Und dennoch wird die Geschichte nicht mit jener übel erregenden Sprache überladen, wodurch Stil und Storyführung noch immer thrillertypisch anmuten. Demnach kann man REM auch als alter Thriller-Hase und gleichzeitiger Horrorneuling (wie ich es bin) sehr gut lesen.
Allerdings liegt hier wahrscheinlich auch der Knackpunkt. Da ich nicht wirklich affin im Bereich Horror bin, kann ich nicht sagen, ob Strauss und Fitzek hier genau mit dieser Wendung einen wahren Meisterstreich gelandet haben oder der Plot selbst für echte Kenner zu weit hergeholt ist – Für mich ist er das nämlich definitiv. Insgesamt kann ich für mich sagen, dass Basis und Erklärung des ganzen Geschehens eher futuristisch und unrealistisch wirken, was den ansonsten sehr gelungenen Horror-Thriller ein wenig nach unten zieht. Natürlich werde ich an dieser Stelle nicht spoilern, aber eines kann ich sagen: Manchmal ist weniger eben mehr. Für mich hat man hier einfach die falsche Autobahnausfahrt genommen und somit an Fahrt und Glaubwürdigkeit verloren.
Um noch mal zu etwas Positivem zu kommen, möchte ich abschließend kurz auf die Charaktere eingehen. Diese haben mir nämlich allesamt durch ihre Eigenarten und authentisches Handeln gefallen, weswegen die Geschichte noch ein Stück lebhafter wurde. Dabei empfinde ich vor allem Marvin als Bereicherung und stilistisch ideal eingearbeitete Figur. Aber auch zu Alysee konnte ich schon durch den rückschauenden Beginn eine Art Verbundenheit entwickeln, die einen umso mehr mitfiebern lässt.
Am Ende ist REM eine wirklich gelungene Mischung aus Thriller und Horror. Getragen wird die durchweg spannende Geschichte dabei vom bildhaften und abartigen Schreibstil (hier aber definitiv positiv gemeint!) sowie den authentischen Charakteren. Sie hätte für mich jedoch etwas besser abschneiden können, wenn die Ursache der Geschehnisse nicht so weit hergeholt wäre.
Alle, die sich gern ein paar spannende Stunden mit einem guten Thriller bescheren wollen und sich manchmal eine gewisse Note an Übernatürlichem wünschen, sollten meiner Meinung nach zu REM greifen. Und wer zusätzlich noch ein klein wenig mehr den Hang zur Realität verlieren will, dem gefällt das Ganze wahrscheinlich sogar noch ein Stück besser.

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Vielversprechende Story mit Luft nach oben

Love, Mom
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Schon nach dem Lesen des Klappentextes wird klar: Hier herrscht echtes Thriller-Potential! Mackenzie, die junge Studentin und Tochter der berühmten Autorin E.V. Renge, hat einen schweren Verlust zu beklagen. ...

Schon nach dem Lesen des Klappentextes wird klar: Hier herrscht echtes Thriller-Potential! Mackenzie, die junge Studentin und Tochter der berühmten Autorin E.V. Renge, hat einen schweren Verlust zu beklagen. Ihr Mutter, die alle nur unter ihrem Pseudonym kennen, kommt unerwartet bei einem Unfall ums Leben. Als sie eines Tages einen Brief erhält, beschleicht sie ein unheimliches Gefühl. Das Schriftstück, das sie zuerst für Fanpost hält, scheint von ihrer verstorbenen Mutter höchstpersönlich zu kommen. Und damit beginnt die Spurensuche in der Vergangenheit ihrer eigenen Familie, bei der Geheimnisse an die Oberfläche gezerrt werden, die das Leben der jungen Frau vollkommen auf den Kopf stellen sollen.
Klingt erst einmal vielversprechend, stellt sich dann aber als teilweise lückenhaft heraus. Insgesamt ist der Inhalt gut herausgearbeitet und dargestellt. Vor allem der erzählerische Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit lässt zu, weiter in die Geschichte einzutauchen und alle Geschehnisse nachzuvollziehen. Die Einteilung in 3 Teile sorgt dafür, den Spannungsbogen zu zeichnen.
Jedoch wird hier auch der erste Mangel deutlich. So zieht sich die Geschichte zwischenzeitlich ein wenig in die Länge und ist auch schon frühzeitig relativ leicht zu durchschauen. Damit meine ich nicht, dass bereits zu Beginn klar ist, wie alles enden wird. Vielmehr werden einzelne Aspekte und Handlungsstränge herausgearbeitet, bei denen man sich wünscht, dass die Autorin endlich auf den Punkt kommt und das niederschreibt, was man schon seit einigen Seiten ahnt / weiß.
Auch die Charaktere wirken ein wenig oberflächlich. Obwohl man sich die einzelnen Personen sehr gut vorstellen kann und mir vor allem Mackenzie und ihr bester Freund schon etwas ans Herz wachsen konnten, fehlt ihnen eine gewisse Tiefe. Dadurch kann es einem etwas schwerer fallen, eine Bindung aufzubauen, die zum Weiterlesen motiviert.
An Schreibstil und Covergestaltung habe ich dahingegen nichts auszusetzen. Durch die einfache, ans Genre angepasste Sprache lässt sich der Thriller angenehm und flüssig lesen. Das Cover passt inhaltlich optimal und erweckt die Aufmerksamkeit des (vermeintlichen) Lesers.
Alles in allem lässt sich sagen, dass es sich bei „Love, Mom“ von Iliana Xander um ein gutes Buch für zwischendurch handelt. Man bekommt eine interessante Story mit kleinen Mängeln sowohl im Spannungsaufbau als auch der Charaktergestaltung. Zwar ist es nicht das erste Buch, das mir in den Sinn kommt, wenn ich nach einer Empfehlung im Bereich Thriller gefragt werde und doch kann ich es nicht als Zeitverschwendung betiteln!

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Jahreshighlight

The Surf House
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Was für viele junge Mädchen einem Traum gleicht, ist für andere das komplette Gegenteil – so auch für Bea. Das junge Model beschließt aus diesem Albtraum auszubrechen und ein neues Leben zu beginnen. Inmitten ...

Was für viele junge Mädchen einem Traum gleicht, ist für andere das komplette Gegenteil – so auch für Bea. Das junge Model beschließt aus diesem Albtraum auszubrechen und ein neues Leben zu beginnen. Inmitten der Straßen Marokkos wagt sie die ersten Schritte in ein neues Abenteuer und schließt die Tür zu den unrealistischen Schönheitsidealen der oberflächlichen Modelbranche. Doch schon bald werden diese Pläne durch ein entsetzliches Ereignis zunichtegemacht. Retterin Marnie nimmt sie kurzerhand mit in ihr Surfhotel, wo jedoch nicht alles so paradiesisch ist, wie es scheint: Umgeben von Korruption und den beliebten Wellen Marokkos taucht ein Mann auf, der einen ehemaligen Gast sucht. Auf der Suche nach der verschwundenen Savannah gerät Bea gezwungenermaßen in eine Spirale aus Lügen, Liebe und Betrug, bis sie schlussendlich niemandem vertrauen kann außer sich selbst und der Kraft des Meeres.
Lucy Clarke erschafft mit „The Surf House“ eine Geschichte, von der man sich wünscht, sie würde nie enden. Durch den klaren und sehr authentischen Schreibstil fühlt es sich an, als würde man gemeinsam mit Bea durch die Szenerie Marokkos spazieren. Die Ereignisse wirken beinahe erschreckend realistisch, was nicht zuletzt an den sehr tiefgründig ausgestalteten Charakteren liegt, die einem über die Seiten hinweg immer mehr ans Herz wachsen.
Durch die eingestreuten Rückblicke zu den Geschehnissen rund um Savannah hat man einen genialen Spannungsaufbau. Insgesamt hofft man bis zum Schluss auf ein Happy End, bei dem sich alles als ein Traum herausstellt und die Figuren gemeinsam bei einem Stück Orangenkuchen sitzen und den Blick auf die Wellen Marokkos genießen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass wirklich jeder zu diesem Buch greifen sollte! Wer auf der Suche nach einer durchgehend spannenden Geschichte ist, macht mit „The Surf House“ definitiv alles richtig. Durch die authentischen Figuren, dem mitreißenden Schreibstil und den perfekt gesetzten Plots kommt definitiv keine Langeweile auf. Insgesamt bekommt man ein gelungenes Zusammenspiel aus verschiedenen Konflikten, einer interessanten Spurensuch mit einer Prise Neuanfang und einer ordentlichen Portion Naturgewalt. Für mich das erste Buch von Lucy Clarke – aber definitiv nicht das letzte!

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Veröffentlicht am 20.03.2025

Mörderischer Spaß mit ein paar Autoren

Die mörderischen Cunninghams. Jeder im Zug ist verdächtig (Die mörderischen Cunninghams 2)
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Australisches Outback, eine Zugreise mit dem berühmt berüchtigten Ghan und ein paar Autoren, die sich im Zuge des 50. Australischen Krimi-Festivals treffen. Was zunächst nach einer entspannten, literarischen ...

Australisches Outback, eine Zugreise mit dem berühmt berüchtigten Ghan und ein paar Autoren, die sich im Zuge des 50. Australischen Krimi-Festivals treffen. Was zunächst nach einer entspannten, literarischen Reise klingt, soll schon bald zum Schauplatz von bis dahin ungelüfteten Geheimnissen und mörderischen Ereignissen werden. Denn was niemand ahnt – keiner der eingeladenen Schriftsteller ist grundlos vor Ort. Jeder (wirklich jeder) im Zug wird zum Verdächtigen.
Die Geschichte wird aus Sicht des nicht ganz unbekannten Ernest Cunningham, dem zuvor bereits ein ganzes Buch gewidmet wurde, berichtet. Er begleitet den Leser als ehrlicher Erzähler, wodurch eine besondere Nähe geschaffen wird. Insgesamt handeln alle auftretenden Figuren sehr authentisch und ihrer Rolle entsprechend. Die Tatsache, dass relativ viele Personen von Beginn an vorgestellt werden, tut dem Fluss der Geschichte keinen Abbruch, da diese auf banale, aber optimale Art und Weise eingeführt werden.
Auch der Schreibstil sorgt dafür, dass man als Leser doch recht nah am Geschehen ist. So fühlt es sich durch die klare und nahbare Sprache an, als erlebe man die Geschichte direkt mit. Für einige Schmunzler und den Spaß beim Lesen konnten die teilweise nicht ganz so ernsten Kommentare sorgen. Genau diese Prise Humor kann man bei Stand-up-Comedian Benjamin Stevenson erwarten.
Auch anhand des Covers lässt sich erkennen, dass es sich bei „Jeder im Zug ist verdächtig“ nicht um einen blutigen und brutalen Krimi handelt. Die Elemente dessen werden zwar angedeutet, jedoch durch die eher fröhliche Farbgebung ergänzt, wodurch ein insgesamt sehr stimmiges Bild von Geschichte, Sprache und Genre entsteht.
Alles in allem konnte mich das atmosphärisch sehr gut ausgestaltete Setting des Krimifestivals mit Charakteren, die sich teilweise nicht wirklich Grün sind, überzeugen. Als Agatha Christie-Fan hat mich die Grundidee sehr stark an einen ihrer Beststeller erinnert. Eine Parallele zwischen der Krimikönigin und Stevenson lässt sich besonders zum Schluss erkennen. Trotz dessen kann man sagen, dass eine klare Abgrenzung durch die komödiantischen sowie modernen Elemente in Sprache und Story vorgenommen werden kann.
Abschließend kann ich eine klare Leseempfehlung für alle Freunde des Genres geben. Wer leichte Kost mit einem doch recht spannenden Anteil gepaart mit einer Prise Humor sucht, sollte zu diesem Werk greifen. Die authentischen Figuren sowie die besondere Art der Leserbegleitung stellen hierbei ein klares Plus dar. Zudem findet sich das ein oder andere interaktive Element wieder, was zum Miträtseln einlädt. Trotz der Tatsache, dass es sich für mich nicht um ein Highlight handelt, lohnt sich „Jeder im Zug ist verdächtig“ durchaus für ein paar nette Stunden.

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Veröffentlicht am 07.11.2024

Camping-Idylle trifft Mord

Mord im Himmelreich
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Wo lässt es sich ruhiger Leben als im beschaulichen Brandenburger Himmelreich. Den Camper mit Blick auf den See geparkt, ist Ruheständler Björn Kupernikus bereit für ein paar nette Stunden bei feinstem ...

Wo lässt es sich ruhiger Leben als im beschaulichen Brandenburger Himmelreich. Den Camper mit Blick auf den See geparkt, ist Ruheständler Björn Kupernikus bereit für ein paar nette Stunden bei feinstem Kaffee – wäre da nicht der skurrile Anblick eines verängstigten Hundes auf einem einsamen Stand-Up-Paddle-Board. Gestört durch das unverhoffte Zusammentreffen mit der aufgeweckten Anwohnerin Isabell und Hund Pinguin geht der ehemalige Schauspieler in der Rolle seines Lebens auf und beginnt mit den Ermittlungen rund um Leiche und „Mord-Board“, nichts ahnend wie weit er sich in die Machenschaften einflussreicher Leute begeben muss.
Schon allein bei dem Anblick des Covers bekommt man Lust auf dieses Buch. Die Elemente des Campings in Verbindung mit der bissigen und doch liebenswürdigen Hundedame wirken insgesamt sehr einladend. Und trotz Idylle und Ruhe, die von dem Cover ausgehen, tragen die detaillierten Anzeichen eines gestörten Friedens zur Vollendung des ersten Eindrucks bei.
Auch die Umsetzung des ganzen Themas an sich ist sehr gelungen. Man kann sich voll und ganz in das Leben auf dem Campingplatz einfühlen, was sowohl durch die absolut gelungenen Ortsbeschreibungen als auch durch die beschriebenen Personen und deren stets authentisches Handeln bedingt ist. So sind die Charaktere sehr gut und tiefgründig ausgestaltet, wobei mir insbesondere die künstlerische Isabell und natürlich der bzw. die kleine Pinguin ans Herz wachsen konnten.
Das Ganze wird durch den gewohnt genialen Schreibstil Winkelmanns zu einem echten Leseerlebnis. Man fliegt geradezu durch die Seiten, nicht zuletzt wegen der sehr bildlichen und detailverliebten Darstellung. Besonders die ausgearbeiteten Dialekte und Sprechgewohnheiten, verleihen sowohl den Charakteren als auch der Story eine besonders tiefgründige Note.
Auch wenn man dieses Genre nicht von Andreas Winkelmann gewohnt ist, hatte ich selten ein Buch in der Hand, das mehr nach Cosy-Crime geschrien hat als „Mord im Himmelreich“. Flüssiger Schreibstil, nahbare Figuren und die nötige Prise Humor wurden hier zu einem Buch vereint, das nicht nur für Campings-Fans geeignet ist, sondern auch von Menschen zur Hand genommen werden sollte, die ein paar schöne Lesestunden voller Schmunzler und Spannung verbringen wollen oder gern bis zum Schluss im Dunkeln tappen.

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