Profilbild von Michite

Michite

Lesejury Star
offline

Michite ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Michite über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.12.2025

Für meinen Geschmack zu viel Drama

Silver Lights - The more I hate you
0

In „Silver Lights“ geht es um Shae, die nach Golden Bay zurückkehrt, weil sie sich ihrer jüngeren Schwester wieder annähern will. Um sich den Verkupplungsversuchen ihrer Eltern zu entziehen, geht sie mit ...

In „Silver Lights“ geht es um Shae, die nach Golden Bay zurückkehrt, weil sie sich ihrer jüngeren Schwester wieder annähern will. Um sich den Verkupplungsversuchen ihrer Eltern zu entziehen, geht sie mit Beck, den sie eigentlich nicht ausstehen kann, eine Fake-Beziehung ein …

Bei „Silver Lights“ handelt es sich um ein Spin-Off der „Golden Bay“-Trilogie, die ich nicht gelesen habe. Eigentlich sollen die Reihen unabhängig voneinander lesbar sein, jedoch hatte ich das Gefühl, dass mir einige Informationen gefehlt haben. Die Protagonisten können sich von Beginn an nicht ausstehen – ich habe aber nicht wirklich verstanden, wieso die beiden ein Problem miteinander haben. Auch in Bezug auf die Nebencharaktere hatte ich das Gefühl, dass es durchaus sinnvoll ist, vorher „Golden Bay“ zu lesen.

Fake-Dating ist ein Trope, das ich bereits häufig gelesen habe. Positiv ist mir deshalb aufgefallen, dass Shae tatsächlich mehrere Personen fragen muss, bis jemand einwilligt, ihren Fake-Freund zu spielen. Die weitere Umsetzung konnte mich dann aber leider nicht wirklich überzeugen. Für meinen Geschmack gab es zu viel unglaubwürdiges Drama, wodurch ich emotional nicht mitgerissen wurde.

Auch mit den Protagonisten bin ich leider nicht richtig warm geworden. Beide haben viele Geheimnisse und vor allem Beck ist ein Buch mit sieben Siegeln. Aufgrund dessen habe ich das Handeln der beiden häufig nicht nachvollziehen, geschweige denn eine Bindung zu ihnen aufbauen können.
Damit zusammenhängend konnte ich auch die Entwicklung der Beziehung nicht nachempfinden. Generell ist diese eher körperlich als emotional, da die beiden abseits ihres Deals kaum Zeit miteinander verbringen.

Alles in allem hat das Buch meinen Geschmack aufgrund des vielen Dramas und der unnahbaren Protagonisten leider nicht getroffen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.11.2025

Viel Potenzial, das leider nicht vollständig ausgeschöpft wurde

Terror at the Gates
2

In „Terror at the Gates“ geht es um Lilith, die sich dem Einfluss ihrer Familie entziehen will und sich mit Diebstählen über Wasser hält. Als sie in den Besitz eines wertvollen Dolches gerät, geschehen ...

In „Terror at the Gates“ geht es um Lilith, die sich dem Einfluss ihrer Familie entziehen will und sich mit Diebstählen über Wasser hält. Als sie in den Besitz eines wertvollen Dolches gerät, geschehen merkwürdige Dinge. Zusammen mit Zahariev versucht sie deswegen herauszufinden, was es mit dem Dolch auf sich hat …

„Terror at the Gates“ hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen. Obwohl die Kapitel relativ lang sind, bin ich durch die Seiten geflogen. Besonders der Umstand, dass in Eden nur Frauen Magie besitzen und trotzdem von den Männern unterdrückt werden, hat mich fasziniert. Auch die damit verbundene Gesellschaftskritik fand ich anfangs sehr gut umgesetzt. Aufgrund dessen hatte das Buch großes Potenzial, zu einem Lesehighlight zu werden – letztendlich konnten meine Erwartungen aber leider nicht vollständig erfüllt werden.

Lilith war mir als Protagonistin durchaus sympathisch, jedoch wirkte sie zum Teil etwas unreif und unselbständig. In Hinblick auf ihre Vergangenheit war ihr Verhalten nachvollziehbar, aber manchmal hätte ich sie aufgrund ihrer unüberlegten Entscheidungen und ihrem harschen Umgang mit Zahariev gerne durchgeschüttelt.
Zahariev war vor allem am Anfang mysteriös und undurchsichtig; an seiner Zuneigung für Lilith habe ich jedoch keinen Moment gezweifelt. Besonders gut gefallen haben mir die Momente, in denen seine fürsorgliche Seite zum Vorschein kam.

Etwas enttäuscht hat mich, dass viele interessante Dinge, die zu Beginn des Buches angeschnitten wurden, im weiteren Verlauf keine Rolle mehr spielten. So hätte die gesamte Handlung genauso ablaufen können, ohne dass Lilith dafür Magie hätte besitzen müssen. Meiner Meinung nach wurde hier einiges an Potenzial verschenkt, da das Magiesystem innovativ und interessant wirkte.
Generell nahm das Worldbuilding im Verlauf immer weniger Raum ein – stattdessen lag der Fokus auf dem Hin und Her zwischen den Protagonisten. Zwar hat mir die Dynamik der beiden absolut zugesagt, jedoch hätte es abseits der Liebesgeschichte viele weitere Aspekte gegeben, über die ich gerne mehr erfahren hätte. Deswegen hoffe ich, dass die Erkundung der Welt in den folgenden Bänden nachgeholt wird.

Alles in allem hat mich „Terror at the Gates“ gut unterhalten, jedoch wäre in Hinblick auf das Magiesystem und die Gesellschaftskritik deutlich mehr drin gewesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 28.11.2025

Eine ruhige und tiefgründige Fortsetzung

Will You Heal My Heart
0

„Will You Heal My Heart“ ist der zweite Band der Romance-Reihe rund um Sienna und Alick, die beide mit ihrer Vergangenheit und traumatischen Erlebnissen zu kämpfen haben. Für ein besseres Verständnis ihrer ...

„Will You Heal My Heart“ ist der zweite Band der Romance-Reihe rund um Sienna und Alick, die beide mit ihrer Vergangenheit und traumatischen Erlebnissen zu kämpfen haben. Für ein besseres Verständnis ihrer Reise ist es sinnvoll, vorher den ersten Teil zu lesen.

Nach dem Ende von Band 1 waren bei mir viele Fragen offen und auch die Charakterentwicklung der Protagonisten hatte gefühlt gerade erst begonnen – entsprechend habe ich mich gefreut, dass die Geschichte von Sienna und Alick in diesem Buch fortgeführt wird. Mehr noch als im ersten Band liegt der Fokus auf dem Thema soziale Ungleichheit – insbesondere dem Aufwachsen in prekären Verhältnissen. Diese Thematik hat die Autorin meiner Meinung nach sehr einfühlsam umgesetzt.

Da ich Band 1 nur wenige Wochen zuvor gelesen habe, habe ich schnell wieder in die Handlung gefunden, auch wenn ich mir bereits zu Beginn einen stärkeren roten Faden gewünscht hätte. Auf den ersten 100 Seiten ist die Handlung ziemlich ruhig und es geht vor allem um die glückliche Zweisamkeit der Protagonisten. Mit Fortschreiten der Geschichte wurde jedoch deutlich, worauf das Buch hinauswill.

Sowohl Sienna als auch Alick entwickeln sich im Verlauf der Handlung Schritt für Schritt weiter und stellen sich ihren Ängsten. Die Entwicklung habe ich dabei als sehr authentisch empfunden, da beide keine Wunderheilung durchmachen, sondern immer wieder Rückschläge erleben. Weil das Ende wie bei Band 1 ziemlich offen ist und die Protagonisten ihre Vergangenheit noch lange nicht aufgearbeitet haben, könnte ich mir gut vorstellen, dass noch ein weiterer Band folgt.

Alles in allem eine ruhige und tiefgründige Fortsetzung, die noch einiges offen lässt. Wen die Geschichte bereits im ersten Band berührt hat, der sollte sich Band 2 nicht entgehen lassen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.11.2025

Temporeicher Auftakt mit einem faszinierenden Setting

Prinzessin der tausend Diebe – Betrayed
0

In „Prinzessin der tausend Diebe“ geht es um Sora, die als Kind von ihrem Vater verstoßen wurde. Jahre später will sie sich rächen und tritt in einem magischen Wettkampf gegen ihre Halbschwester Jia an. ...

In „Prinzessin der tausend Diebe“ geht es um Sora, die als Kind von ihrem Vater verstoßen wurde. Jahre später will sie sich rächen und tritt in einem magischen Wettkampf gegen ihre Halbschwester Jia an. Unterstützt wird sie dabei vom Tigergott Ran, der selbst noch eine Rechnung mit der Familie offen hat …

Die Protagonistin Sora hat ein ziemlich loses Mundwerk, durch das sie sich immer wieder in für sie ungünstigen, für mich als Leser aber sehr unterhaltsamen Situationen wiederfindet. Im Großen und Ganzen war sie mir sympathisch, auch wenn ihre Reaktionen manchmal ziemlich trotzig waren.
Auch Ran mochte ich, wobei er im Vergleich zu Sora noch eher blass blieb. Durch seine kindliche Begeisterung war er trotzdem eine große Bereicherung, da er die sonst eher bedrohliche Atmosphäre des Romans merklich aufgelockert hat.

Das moderne Setting im südkoreanischen Busan hat mir sehr gut gefallen, auch wenn der Handlungsraum aufgrund der Prüfungen eher eingeschränkt war. Generell blieben einige Aspekte der Welt wie das Magiesystem noch eher vage und ich erhoffe mir, dass diese im zweiten Band noch weiter aufgeführt werden.

Was die Handlung betrifft, jagt ein Ereignis das nächste und es passierte unheimlich viel in kurzer Zeit. Hierdurch war es durchgehend spannend, jedoch hätte ich mir zum Ausgleich ein paar ruhigere Momente zur Entschleunigung gewünscht, um die Szenen wirken zu lassen und den Emotionen mehr Raum zu geben. Dies hätte der Spannung sicher keinen Abbruch getan.

Alles in allem ein temporeicher Auftakt mit einem faszinierenden Setting, der trotz kleinerer Schwächen Lust auf mehr macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.11.2025

Eine besondere winterliche Liebesgeschichte

Good Spirits
0

In „Good Spirits“ geht es um Harriet, die über die Feiertage von Nolan – einem Geist der vergangenen Weihnacht – heimgesucht wird, obwohl sie sich keines Fehlers bewusst ist. Gemeinsam besuchen die beiden ...

In „Good Spirits“ geht es um Harriet, die über die Feiertage von Nolan – einem Geist der vergangenen Weihnacht – heimgesucht wird, obwohl sie sich keines Fehlers bewusst ist. Gemeinsam besuchen die beiden Momente der Vergangenheit und kommen sich dabei unerwartet näher …

„Good Spirits“ war mein erstes Buch der Autorin B. K. Borison und ich bin positiv überrascht. Die Geschichte hat thematisch deutlich mehr Tiefe als erwartet, ohne dabei auf weihnachtliche Gefühle zu verzichten. Im Zentrum stehen Einsamkeit und das Gefühl, nicht dazuzugehören – und trotzdem ist die Handlung nicht durchweg traurig, sondern immer wieder hoffnungsvoll.

Die Protagonistin Harriet ist sehr harmoniebedürftig und hat aufgrund ihrer Erziehung ein geringes Selbstwertgefühl. Im Verlauf der Geschichte lernt sie, mehr auf sich selbst zu achten, ohne dafür ihre komplette Persönlichkeit ändern zu müssen. Besonders gefallen haben mir die Schlagabtausche mit Nolan, die sie aus ihrer Komfortzone gelockt haben.
Auch Nolan, der mit seiner mürrischen Art einen starken Kontrast zu Harriet bildet, ist mir ans Herz gewachsen. Es war süß, zu beobachten, wie er sich gegen seinen Willen um Harriet sorgt und die Welt mit kindlicher Neugier erkundet.

Als Paar harmonieren die Protagonisten gut, auch wenn die Beziehung für meinen Geschmack noch ein wenig mehr Tiefe hätte haben dürfen. Die Gefühle basieren vorrangig auf äußerlicher Attraktivität, was wohl zum Teil auch dem Umstand geschuldet ist, dass die Handlung nur einen relativ kurzen Zeitraum abdeckt. Trotzdem habe ich mit beiden mitgefiebert und es gab viele niedliche Momente.

Das Ende ist passend zu einem weihnachtlichen Roman ziemlich kitschig; aber ein bisschen Kitsch kann in der kalten Jahreszeit nicht schaden. Nur Weihnachten selbst hätte gerne noch etwas präsenter sein dürfen.

Alles in allem eine besondere winterliche Liebesgeschichte, die mich aufgrund ihrer Tiefgründigkeit positiv überrascht hat. Ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere