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Veröffentlicht am 28.10.2025

Ein mitreißender und düsterer Auftakt

Heavenbreaker
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„Heavenbreaker“ ist ein dystopisches SciFi-Abenteuer, in dem es um Synali geht, die den Tod ihrer Mutter rächen möchte. Um ihren Racheplan umzusetzen, geht sie einen Deal mit dem geheimnisvollen Adligen ...

„Heavenbreaker“ ist ein dystopisches SciFi-Abenteuer, in dem es um Synali geht, die den Tod ihrer Mutter rächen möchte. Um ihren Racheplan umzusetzen, geht sie einen Deal mit dem geheimnisvollen Adligen Darvik ein: Jedes Mal, wenn Synali mit dem Streitross Heavenbreaker einen Sieg davonträgt, stirbt jemand, der am Tod ihrer Mutter beteiligt war…

Da ich im Rahmen meines Studiums bereits einige mittelalterliche Artusromane gelesen habe, hat mich die Idee, das Rittertum auf die Zukunft zu übertragen, sofort fasziniert. Anstatt mit Pferden treten die Duellanten in „Heavenbreaker“ mit Maschinen im Weltraum gegeneinander an. Am Anfang hat es etwas gedauert, bis ich das Konzept wirklich verstanden habe, aber nach kurzer Zeit konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Synali ist keine einfache Protagonistin. Aufgrund ihrer Erfahrungen hat sie sich eine harte Schale zugelegt, die kaum durchbrochen werden kann. Obwohl ich ihr Handeln nicht immer nachvollziehen oder gutheißen konnte, habe ich trotzdem mit ihr gelitten. Ich bin sehr gespannt, wie ihre Entwicklung im zweiten Band fortgeführt wird.

Die Geschichte wird jedoch nicht ausschließlich aus Synalis Perspektive erzählt, sondern es gibt immer wieder Kapitel, die wichtigen Nebenfiguren – wie Synalis Konkurrenten Rax und Mirelle – folgen. Auf diese Weise wurde ein tieferer Einblick in die Welt und die Dynamik der Figuren ermöglicht. Besonders interessant waren für mich die Kapitel, die vom Leben des Attentäters von Synalis Mutter handeln. Vor allem zum Ende hin haben die kurzen Kapitel und die vielen Perspektivwechsel für ordentlich Spannung gesorgt.

Mein einziger Kritikpunkt betrifft die Länge des Buches: Ein paar Seiten weniger hätten der Handlung nicht geschadet. Vor allem die Kämpfe sind sehr detailliert geschildert. An sich hat mir dies gut gefallen, jedoch wurde es teilweise repetitiv. Stattdessen hätte ich mir noch ein paar mehr Einblicke in das Leben auf der Raumstation gewünscht.

Alles in allem ein mitreißender und düsterer Auftakt, der Lust auf mehr macht.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Interessante Grundidee mit Schwächen bei Lovestory und Worldbuilding

Blood and Steel
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In „Blood & Steel“ geht es um Thea, die trotz eines Waffenverbots für Frauen um jeden Preis Kriegerin werden will. Doch nicht nur das harte Training macht ihr zu schaffen, sondern auch die Anziehung zu ...

In „Blood & Steel“ geht es um Thea, die trotz eines Waffenverbots für Frauen um jeden Preis Kriegerin werden will. Doch nicht nur das harte Training macht ihr zu schaffen, sondern auch die Anziehung zu ihrem Ausbilder Wilder…

„Blood & Steel“ hat mich über weite Strecken gut unterhalten, ist gleichzeitig aber auch ein Paradebeispiel für ein Problem, das ich in letzter Zeit bei vielen Romantasy-Büchern habe: Häufig leidet entweder das Worldbuilding oder die Liebesgeschichte unter der Kombination – in manchen Fällen sogar beides.

Die Protagonisten Thea und Wilder sind relativ prototypische Figuren. Vor allem bei Wilder hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Er ist ein schlecht gelaunter Badboy mit schwieriger Vergangenheit – darüber hinaus hatte er aber leider wenig Charakterzüge. Trotzdem haben beide Figuren Potenzial und ich hoffe, dass sie im zweiten Teil etwas mehr Persönlichkeit bekommen.

Was die Liebesgeschichte betrifft, beruht diese auf sofortiger Anziehung, die im Verlauf jedoch nicht mehr Tiefe bekommt. Aufgrund der Unentschlossenheit beider Figuren drehte sich die Entwicklung etwas im Kreis. Manchmal fühlte es sich für mich so an, als wären einfach beliebte Microtropes aneinandergereiht worden, wodurch bei mir gefühlstechnisch wenig ankam. Außerdem hat es mich gestört, dass die beiden in den unpassenden Momenten zu sabbernden Teenagern mutieren.

Die Welt, in der die Handlung spielt, fühlte sich über weite Strecken eher mittelalterlich mit einer unbekannten Bedrohung an und weniger fantastisch. Aufgrund des eher angedeuteten Worldbuildings konnte ich die wenigen Informationen, die gegeben wurden, nicht einordnen. Ich hatte beim Lesen viele Fragezeichen im Kopf, wodurch ich nicht richtig in die Welt abtauchen konnte.

Was die Handlung betrifft, ist das Tempo eher wechselhaft. Es dauert fast 250 Seiten, bis wir endlich bei dem Teil ankommen, der im Klappentext versprochen wurde. Als das Training begonnen hat, hat mich das Buch endlich mitgerissen. Vor allem zum Ende hatte ich aber das Gefühl, dass es einige Plotholes gab.

Mein Lichtblick waren auf jeden Fall die Nebenfiguren. Sowohl Theas Beziehung zu ihrer Schwester Wren als auch ihre Freundschaft zu Kipp und Cal waren gut ausgearbeitet. Meine liebsten Figuren sind aber unangefochten Malik und sein Hund Dax.

Alles in allem eine interessante Grundidee mit spannenden Momenten, bei der mich aber leider sowohl die Liebesgeschichte als auch das Worldbuilding nicht zufriedenstellen konnten.

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Winterliche Lovestory mit Liebe zum Detail

Herzglitzern und Mistelzweige
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In „Herzglitzern & Mistelzweige“ geht es um Lin, die ihren besten Freund Jona seit einem Jahr nicht mehr gesehen hat und ihn nun über Weihnachten in Schweden besucht. Während Jona schon lange in Lin verliebt ...

In „Herzglitzern & Mistelzweige“ geht es um Lin, die ihren besten Freund Jona seit einem Jahr nicht mehr gesehen hat und ihn nun über Weihnachten in Schweden besucht. Während Jona schon lange in Lin verliebt ist, weiß Lin nicht, wie sie mit den neuen Empfindungen umgehen soll, die ihr bester Freund plötzlich in ihr auslöst …

Für mich ist „Herzglitzern & Mistelzweige“ das perfekte Wohlfühlbuch für kalte Tage, da sowohl das Setting als auch die Charaktere sehr viel Wärme ausstrahlen. Vor allem Jona hat bereits im Prolog mein Herz erobert und ich habe mit ihm gelitten, als Lin ihn unbewusst zurückgewiesen hat. Auch Lin mochte ich sehr, obwohl sie sich zeitweise selbst im Weg steht. Mit Lins Schwester und Jonas bestem Freund gibt es zudem gut ausgearbeitete Nebenfiguren, die der Handlung Lebendigkeit verleihen.

Besonders gut gefallen hat mir das Setting in einem kleinen familiengeführten Hotel in Schweden. So gemütlich wie der Handlungsort beschrieben wurde, würde ich selbst gerne im Solvinkel Urlaub machen. Auch die vielen schwedischen Bräuche, die in die Handlung eingearbeitet wurden, waren sehr interessant und haben das Setting lebendig werden lassen. Durch die vielen liebevollen Details kommt beim Lesen auf jeden Fall eine gemütliche winterliche Atmosphäre auf.

Was die Liebesgeschichte zwischen Lin und Jona betrifft, entwickelt diese sich eher gemächlich und in ruhigen Momenten. An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht, aber insgesamt habe ich die Entwicklung von Freunden zu mehr als glaubhaft empfunden. Die beiden geben auf jeden Fall ein süßes Paar ab und Jona ist eine absolute Greenflag.

Alles in allem eine süße winterliche Liebesgeschichte, bei der mich besonders die Liebe zum Detail bei der Gestaltung des Settings begeistert hat.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Eine solide Romantasy

The Wrath and the Dawn (Deutsche Ausgabe)
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In „The Wrath and the Dawn“ geht es um Shazi, die freiwillig Braut des Kalifen Chalid wird, um ihre beste Freundin zu rächen. Im Gegensatz zu den vorherigen Frauen überlebt Shazi jedoch und muss sich fragen, ...

In „The Wrath and the Dawn“ geht es um Shazi, die freiwillig Braut des Kalifen Chalid wird, um ihre beste Freundin zu rächen. Im Gegensatz zu den vorherigen Frauen überlebt Shazi jedoch und muss sich fragen, ob sie den Racheplan angesichts ihrer aufkeimenden Gefühle für Chalid noch umsetzen kann …

Der Start in die Geschichte fiel mir relativ leicht, da der Schreibstil angenehm zu lesen war – auch wenn ich manchmal über ein paar nicht ganz runde Stellen der Übersetzung gestolpert bin. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Handlung nicht nur Shazi folgt. Hierdurch war es möglich, auch Einblicke in das Geschehen abseits des Palastes zu erhalten. Vor allem durch die vielen Perspektivenwechsel zum Ende der Geschichte hin wurde ordentlich Spannung erzeugt.

Im Mittelteil hat mich die Handlung hingegen etwas verloren. Hier lag der Fokus vor allem auf der Liebesgeschichte zwischen Shazi und Chalid, die mich leider nicht völlig überzeugen konnte. Zwar gab es einige süße Momente zwischen den beiden, jedoch entwickeln beide nach wenigen Tagen Gefühle füreinander, ohne sich näher kennenzulernen. Leider habe ich bis zum Schluss nicht nachvollziehen können, was die beiden ineinander sehen.
Besonders gut gefallen hat mir dafür die Freundschaft zwischen Shazi und ihrer Dienerin Despina. Die beiden liefern sich einige hitzige Wortgefechte, können am Ende aber doch nicht ohne einander.

Zuletzt muss ich noch anmerken, dass „The Wrath and the Dawn“ für einen Fantasyroman relativ wenig fantastische Elemente enthält. Auf das Magiesystem wurde in diesem Band kaum eingegangen und auch die Magie selbst war eher eine Randbemerkung. Entsprechend eignet sich das Buch sehr gut für Genreeinsteiger – ich hätte mir hingegen ein stärkeres Worldbuilding gewünscht.

Alles in allem eine solide Romantasy, bei der ich mir jedoch einen stärkeren Fokus auf die Magie sowie eine weniger abrupte Entwicklung der Liebesgeschichte gewünscht hätte.

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Leider anders als erwartet

Heavenly Bodies
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In „Heavenly Bodies“ geht es um Elara, die aufgrund einer Prophezeiung um ihr Leben fürchten muss. Nur durch eine Entführung überlebt sie den Angriff auf ihr Königreich und muss fortan mit dem Prinzen ...

In „Heavenly Bodies“ geht es um Elara, die aufgrund einer Prophezeiung um ihr Leben fürchten muss. Nur durch eine Entführung überlebt sie den Angriff auf ihr Königreich und muss fortan mit dem Prinzen des feindlichen Königreichs trainieren, um Rache zu üben …

Der Start ins Buch wurde mir unglücklicherweise erschwert, da ich nach dem Klappentext falsche Erwartungen hatte: Während im Text steht, dass Elara flieht, beginnt das Buch mit ihrer Entführung. Dieser Fehler ist wohl darauf zurückzuführen, dass das Buch im Englischen 2022 das erste Mal im Selbstverlag erschienen ist und dann für die Verlagsausgabe überarbeitet wurde. Erst bei dieser Überarbeitung wurde aus der Flucht eine Entführung. Entsprechend war der Einstieg für mich ziemlich verwirrend.

Leider habe ich auch im weiteren Verlauf nicht wirklich in die Handlung gefunden. Der Klappentext nimmt relativ viel vorweg und erst nach 250 Seiten sind die Figuren auf demselben Wissensstand wie der Leser. Ehrlich gesagt bin ich irgendwann dazu übergegangen, Textpassagen zu überfliegen, da für ein Buch, das 600 Seiten hat, relativ wenig passiert. Wenn dann mal etwas aufregendes geschah, war es bedauerlicherweise darauf zurückzuführen, dass die Figuren relativ unüberlegte Entscheidungen getroffen haben.

Dass mich die Handlung nicht richtig mitreißen konnte, ist zum Teil auch darauf zurückzuführen, dass ich mit den Protagonisten Elara und Enzo bzw. ihrer Liebesgeschichte nicht warm geworden bin. Die beiden werfen sich relativ schnell vor, dass sie einander nicht vertrauen, geben sich aber gleichzeitig keine Mühe, Vertrauen aufzubauen. Generell hatte ich das Gefühl, als Leser keinen richtigen Einblick in Elaras Gefühlswelt zu erhalten.

Ansonsten gibt es das Konzept von Licht- und Schattenmagie bereits in vielen anderen Werken. Da ich parallel auch den zweiten Teil von „The Hurricane Wars“ gelesen habe, kam ich nicht darum herum, die beiden Bücher miteinander zu vergleichen. Im Vergleich zu diesem Buch hat „Heavenly Bodies“ einen deutlich geringeren Fokus auf Politik und Worldbuilding.

Alles in allem ein Romantasyroman, bei dem mich die Liebesgeschichte leider nicht gepackt hat und der Fantasieanteil für meinen Geschmack mehr Tiefe gebraucht hätte.

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