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Veröffentlicht am 25.09.2025

Eine süße Romance für Zwischendurch

My December Darling
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„My December Darling“ ist eine winterliche Novelle, in der es um die Krankenschwester Catalina und den Arzt Luke geht. Bei den Vorbereitungen der Hochzeit von Catalinas Schwester und Lukes bestem Freund ...

„My December Darling“ ist eine winterliche Novelle, in der es um die Krankenschwester Catalina und den Arzt Luke geht. Bei den Vorbereitungen der Hochzeit von Catalinas Schwester und Lukes bestem Freund – der gleichzeitig Catas Exfreund ist – kommen sich die beiden unerwartet näher.

Mit knapp 300 Seiten ist dieses neue Buch von Lauren Asher deutlich kürzer als ihre üblichen Romane. Trotzdem schafft es die Autorin, dreidimensionale Protagonisten zu präsentieren, mit denen ich mitgefiebert habe.

Die Protagonistin Catalina hält andere Leute auf Distanz, um nicht enttäuscht zu werden. Durch Kommentare anderer Leute hat sie das Gefühl, weniger liebenswert als ihre Schwester Gaby zu sein. Auch der Protagonist Luke kennt das Gefühl, nicht genug zu sein. Anstatt sich jedoch wie Catalina zurückzuziehen, geht er offen auf andere Menschen zu. Entsprechend ergänzen sich die beiden wunderbar.

Was die Liebesgeschichte zwischen Cata und Luke betrifft, ist die Ausgangslage etwas pikant. Zum Glück wurde aus der früheren Beziehung zwischen Cata und Aiden aber kein großes Drama gemacht. Stattdessen sind sowohl Aiden als auch Gaby zwei sehr unterstützende Figuren. In diesem Zusammenhang hat mich besonders berührt, wie sich Gaby und Cata im Verlauf der Handlung wieder angenähert haben.

Obwohl die Handlung im Winter spielt, kann man das Buch – so wie ich – auch gut bei Sonnenschein und 20 Grad lesen. Die winterlichen Elemente bleiben eher im Hintergrund und auch Weihnachten wird nur nebensächlich thematisiert. Trotzdem kommt eine gemütliche Atmosphäre auf.

Die eine spicy Szene, die es im Buch gibt, habe ich leider eher als störend und unpassend im Vergleich zur restlichen Handlung wahrgenommen. Im Nachwort erwähnt die Autorin selbst, dass zuerst geplant war, keinen Spice einzubauen. Ich hätte mir gewünscht, dass dieser ursprüngliche Plan tatsächlich umgesetzt worden wäre.

Alles in allem eine süße Liebesgeschichte für zwischendurch, die inhaltlich nicht viel Neues bietet, dafür aber ohne Drama auskommt.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Protagonisten aus zwei Welten

Secrets between us
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„Secrets Between Us“ ist eine moderne und weniger tragische Nacherzählung des Musicals „West Side Story“. Es geht um Eleanor und Kai, deren Welten unerwartet aufeinanderprallen.

Eleanor mochte ich als ...

„Secrets Between Us“ ist eine moderne und weniger tragische Nacherzählung des Musicals „West Side Story“. Es geht um Eleanor und Kai, deren Welten unerwartet aufeinanderprallen.

Eleanor mochte ich als Protagonistin ganz gerne. Ich konnte gut nachvollziehen, dass sie sich aufgrund der Erwartungen ihrer Eltern eingeengt fühlt. Etwas gestört hat mich hingegen, dass sie ständig als unterkühlt bezeichnet wird – davon habe ich in ihrem Verhalten zum Glück nichts gemerkt. Kai hingegen blieb eher blass. Er zeichnet sich vor allem durch seine Hilfsbereitschaft aus, die aber zum Teil ungesunde Ausmaße annimmt.

Was die Handlung betrifft, ist der Spannungsbogen eher flach. Eleanor und Kai entwickeln schnell Gefühle füreinander, wodurch die Handlung im Mittelteil eher vor sich dahinplätschert. Zum Ende hin wurde es dafür nochmal richtig spannend und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Leider konnte mich die Auflösung letztendlich nicht ganz zufriedenstellen, da das Ende auf mich etwas konstruiert wirkte.

Der Schreibstil ließ sich flüssig lesen, aber ich hatte das Gefühl, als Leser teilweise keinen richtigen Zugang zu den Emotionen der Protagonisten zu bekommen. In diesem Fall hätte ich mir tatsächlich eher die Ich-Perspektive gewünscht, um noch besser nachvollziehen zu können, was die beiden ineinander sehen.

Alles in allem ein Jugendbuch, das ernste Themen anspricht, bei dem ich mir jedoch gewünscht hätte, emotional noch stärker mitgerissen zu werden.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Interessantes Setting

Der Duft der Sumpfzypressen
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In „Der Duft der Sumpfzypressen“ geht es um Maybelle, deren Welt im Sumpf von Louisiana auf den Kopf gestellt wird, als der undurchschaubare Ökologe Cody in ihrer Heimat auftaucht…

Die Stärke des Romans ...

In „Der Duft der Sumpfzypressen“ geht es um Maybelle, deren Welt im Sumpf von Louisiana auf den Kopf gestellt wird, als der undurchschaubare Ökologe Cody in ihrer Heimat auftaucht…

Die Stärke des Romans liegt auf jeden Fall in der atmosphärischen Beschreibung des Handlungsortes. Die vielen kleinen Details haben bei mir dafür gesorgt, dass ich mir den Sumpf lebhaft vorstellen konnte, obwohl ich bisher kaum etwas über Louisiana wusste. In diesem Zusammenhang hat mir auch die Thematisierung von Folgen des Klimawandels und fehlendem Umweltschutz zugesagt.
Die Protagonisten Maybelle und Cody haben beide ihre Ecken und Kanten. Sie sind authentisch geschrieben, auch wenn ich über einige ihrer Entscheidungen nur den Kopf schütteln konnte. Ein paar der Missverständnisse hätten sicher vermieden werden können, wenn Probleme direkt angesprochen worden wären. Zudem hätte Cody als Charakter für meinen Geschmack noch etwas mehr Tiefe haben können.
In Bezug auf die Liebesgeschichte zwischen den beiden hätte ich mir mehr Knistern gewünscht. Dafür, dass Cody May zu Beginn die kalte Schulter zeigt, entwickelt sich die Beziehung doch eher schnell. Ich konnte erst gegen Ende wirklich nachvollziehen, was die beiden in einander sehen.
Sehr gut umgesetzt war hingegen die Beziehung von May zu ihrer Familie. Beim Lesen wurde deutlich, dass ein starker Zusammenhalt zwischen den Mitgliedern besteht.
Insgesamt wechselt die Handlung zwischen eher ruhigen Szenen und aufwühlenden Ereignissen. In Zusammenhang mit dem angenehmen Schreibstil der Autorin hat diese Mischung dafür gesorgt, dass ich beim Lesen gut vorangekommen bin.

Alles in allem ein Liebesroman, dessen Stärke in seinem Setting liegt, bei dem ich mir aber noch mehr Knistern gewünscht hätte.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Ein interessantes Debüt

Heir of Storms
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In „Heir of Storms“ geht es um Blaze, die bei ihrer Geburt eine Naturkatastrophe auslöste und seitdem von den meisten Bewohnern verachtet wird. Als sie für den Wettkampf um die Krone auserwählt wird, bekommt ...

In „Heir of Storms“ geht es um Blaze, die bei ihrer Geburt eine Naturkatastrophe auslöste und seitdem von den meisten Bewohnern verachtet wird. Als sie für den Wettkampf um die Krone auserwählt wird, bekommt sie endlich die Chance, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen…

Die Protagonistin Blaze war mir von Beginn an sympathisch. Seit ihrer Geburt wächst sie isoliert auf und hat die negativen Attribute verinnerlicht, die ihr von anderen Bewohnern zugeschrieben werden. Mich hat es sehr berührt, als Leser zu erleben, wie sie ihren Selbsthass im Verlauf der Handlung in Selbstvertrauen umwandelt. Zwar wirkte sie in manchen Situationen etwas naiv, jedoch macht sie eine positive Entwicklung durch und lässt sich nicht mehr kleinhalten.
Im Gegensatz zu Blaze konnten mich die beiden Love Interests als Figuren nicht ganz überzeugen. Während Hal relativ blass bleibt, ist Fox ziemlich undurchsichtig. Da der Fokus in diesem Band auf dem Weltaufbau und dem Wettkampf um die Krone liegt, hat mich die fehlende Tiefe in der Liebesgeschichte jedoch nicht so gestört. Ich denke, dass die Liebesgeschichte im zweiten Band durchaus Potenzial hat, da das Love-Triangle zum Ende dieses Bandes zum Glück bereits aufgelöst wurde.
In Bezug auf die restliche Handlung muss ich zugeben, dass ich viele Wendungen bereits vorhergesehen habe. Auch von den Prüfungen hatte ich etwas mehr erwartet. Trotzdem wurde die Handlung nie langweilig und ich hatte viel Spaß beim Lesen. Meine Freude wurde jedoch etwas durch den eher ungünstigen Umgang mit Sklaverei bzw. durch die Tatsache, dass keine der Figuren sie zu hinterfragen scheint, gedämpft. Ich hoffe, dass mit diesem Thema im zweiten Band etwas sensibler umgegangen wird.

Alles in allem ein interessantes Debüt, das trotz kleinerer Schwächen Lust auf mehr macht.

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Zu wenig Tiefe

Honeybridge. All Mine
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In Band 1 der Honeybridge-Reihe geht es um Isabella, die nach einer unschönen Trennung einen Neustart wagen und ein eigenes Restaurant eröffnen möchte. Ihre Pläne, sich nur auf ihr Restaurant zu konzentrieren, ...

In Band 1 der Honeybridge-Reihe geht es um Isabella, die nach einer unschönen Trennung einen Neustart wagen und ein eigenes Restaurant eröffnen möchte. Ihre Pläne, sich nur auf ihr Restaurant zu konzentrieren, geraten jedoch schnell ins Wanken, als sie ihren Konkurrenten Etienne kennenlernt…

Durch den lockeren Schreibstil der Autorin und die eher kurzen Kapitel habe ich schnell in die Handlung gefunden. Auch das Setting in einer Kleinstadt und der Zusammenhalt der Bewohner haben es mir sofort angetan. Besonders gefallen hat mir hier die Dynamik der Freundesgruppen von Isabella und Etienne. Entsprechend gab es viele sympathische Nebenfiguren, über die ich gerne noch mehr erfahren würde.
Die Liebesgeschichte zwischen Isabella und Etienne konnte mich hingegen leider nicht ganz überzeugen. Der Fokus lag bis zum Schluss vor allem auf dem Körperlichen und nicht auf den Gefühlen. Ich hätte mir mehr private Interaktionen zwischen den beiden gewünscht, in denen sie sich besser kennenlernen. Zudem bin ich bis zum Ende nicht mit Etienne warmgeworden, der ein ordentlicher Playboy ist und Frauen auf ihr Äußeres reduziert. Zwar macht er im Verlauf eine drastische Wandlung durch, jedoch kam mir diese etwas zu abrupt.
Mal abgesehen von der Liebesgeschichte gab es noch weitere Handlungsstränge, die etwas Spannung in die ansonsten eher ruhige Handlung bringen. Diese wurden für mich nicht ganz zufriedenstellend aufgelöst. Hier hätte ein wenig mehr Tiefe nicht geschadet. Ich habe aber Hoffnung, dass die Thematik in den Folgebänden noch einmal aufgegriffen wird.

Alles in allem eine süße Idee, die meinen Geschmack in der Umsetzung nicht ganz getroffen hat.

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