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Veröffentlicht am 01.04.2022

Zusammenhänge und Zufälle – eben das Leben!

Henry
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Marion Angermeier räumt gerade den Einkauf aus dem Auto ins Haus, als ein Fremder die Gelegenheit nutzt, ihr Auto zu stehlen. Das wäre längst nicht ein so großes Drama, doch auf der Rückbank schläft ihre ...

Marion Angermeier räumt gerade den Einkauf aus dem Auto ins Haus, als ein Fremder die Gelegenheit nutzt, ihr Auto zu stehlen. Das wäre längst nicht ein so großes Drama, doch auf der Rückbank schläft ihre 12-jährige Tochter Henriette, die von allen Henry genannt wird. Während die Polizei mit Marion und Thomas nichts unversucht lässt, den Entführer zu finden, erlebt Henry den großartigsten Ausflug ihres Lebens …

Die ist ein so wunderbares Buch, das mit einer erstaunlichen Leichtigkeit sehr viele und ganz große, schwere Themen aufgreift und dem Leser nahelegt. So schwer es ist, wenn man selbst in die Pubertät kommt, so schwer ist es auch und gerade für die Eltern. Schaut man als Erwachsener zurück, gibt es ganz sicher immer Dinge, die nicht so prickelnd waren, vielleicht auch eine Aufarbeitung benötigen, ob mit oder ohne fachmännische Hilfe. Dieses Buch zeigt, dass es weder schlimm ist, Hilfe in Anspruch zu nehmen, noch irgendjemand das Recht hat, über die Größe der zu bewältigenden Probleme zu urteilen. Nicht alle angeschnittenen Themen werden tiefer ausgearbeitet, aber das ist in meinen Augen auch nicht nötig. Das Anschneiden allein löst schon Gedankengänge aus, die der Leser selbständig allein für sich weiterdenken kann.

Man schwankt immer wieder zwischen Mitgefühl für Marion und Wut auf sie. Doch bleibt immer ein Rest Verständnis und Wissen, dass man es niemals schafft, alles richtig zu machen. Gleiches gilt auch für Thomas und Henry, aber ebenso für Sven und Nadja. Das ist wunderbar, denn es gilt eben einfach für jeden einzelnen Menschen!

Sehr schön ist auch, dass hier tatsächlich jeder Fehler macht. Wie im echten Leben! Und vielleicht machen alle genau deshalb irgendwie am Ende doch alles richtig? So lustig und erfrischend weite Strecken des Buches sind, kommen doch auch sehr ergreifende und bewegende Stellen vor. Das macht es in meinen Augen noch besser! Auf so wenigen Seiten im Grunde das ganze Leben zu erfassen, so viele Probleme im zwischenmenschlichen Bereich aufzuzeigen, so wunderbar das seelische Chaos einer Pubertierenden darzulegen, so sehr das Leben zu feiern und zu lieben – das ist Florian Gottschick unsagbar gut gelungen!

Es gibt insgesamt nicht sehr viele Figuren und das macht das Buch sehr leicht und flott lesbar. Man kann sich dadurch gut auf die jeweilige Figur fokussieren und behält immer den Überblick. Vielleicht ist das Zitat aus einem anderen Buch, das hier eingewoben wurde, die beste Beschreibung überhaupt. Es ist aus „Die juristische Unschärfe einer Ehe“ von Olga Grasova: „Man braucht nicht auf die Midlife-Crisis zu warten, man kann sein Leben auch schon mit Mitte 20 wunderbar gegen die Wand fahren.“ Auch „Aber bei Thomas überschlägt sich nichts, sondern verirrt sich in unbewohnten Hirnwindungen.“ ist so ein Moment, der bei mir in Herz und Seele kleine Glöckchen hat klingen lassen. Ganz großes Kino ist dann die Beschreibung der Szene im Kürbisfeld. Da glaubt man fast nicht mehr, dass es Fiktion ist! Sätze wie „Er schaut zu den Kürbissen, von denen der eine seine interzellulare Struktur schlagartig umdisponiert hat.“ müssen einem erst einmal einfallen! Mich machen sie beim Lesen einfach nur glücklich!

Das ist die Art Bücher, von denen ich nicht genug bekomme, die man aber sehr selten findet. Ich liebe es und gebe fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 25.03.2022

Plätschert ziellos vor sich hin – Thrill fehlt völlig

Der Gräber
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Der Verlag droht, in die Insolvenz zu steuern. Ein Bestseller könnte ihn retten. Auf der Suche danach fällt der Lektorin Annika Granlund ein Manuskript in die Hände, das in mehrerlei Hinsicht umwerfend ...

Der Verlag droht, in die Insolvenz zu steuern. Ein Bestseller könnte ihn retten. Auf der Suche danach fällt der Lektorin Annika Granlund ein Manuskript in die Hände, das in mehrerlei Hinsicht umwerfend ist. Es scheint vom seit sechs Jahren verschollenen Autor Jan Apelgren zu stammen! Aber dann stellt sich heraus, dass das Buch der Realität ein wenig zu sehr gleicht …

Hier habe ich meine Erfahrung mit skandinavischen Autoren bestätigt bekommen. Die Grundidee ist immer super, die Ausführung aber gern zäh, düster, depressiv, bedrückend, dunkel. Ein wenig, als würden die kurzen Tage und langen Nächte selbst beim Schreiben aufs Gemüt schlagen! Es finden sich immer wieder Längen und teils unfassbar nervige blumige und extrem ausgeschmückte Be- und Umschreibungen. Mir ist nicht eine einzige Figur nahe gekommen. Sympathie konnte ich selbst für die „schwachen“ Figuren nicht empfinden. Ein Großteil des Buches handelt von den vielen privaten Problemen jeder einzelnen Figur. Das langweilt sehr, zumal es nicht zur Handlung beiträgt. Sehr oft werden unlogische Handlungen bedingungslos durchgezogen. Zurückrudern, wenn eine Figur ihren Fehler erkennt? Nein, das wäre ja zu einfach! Diese Dinge ärgern mich aber auch bei Büchern, nicht nur im wahren Leben.

Im Grunde hat jede Figur im Buch gewissermaßen Leichen im Keller. Auch und gerade Annika. Dass sie dann auch noch ausgerechnet das Haus von Jan Apelgren kauft und darin wohnt, ist einfach zu viel des Guten. Hier spätestens fängt es an, sehr „drüber“ zu sein.

Die Einschübe des Gräbers sind kurz und extrem düster und ergeben anfangs nur sehr wenig Sinn. Dazu kommt ein Strang im Jetzt. Dieser plätschert recht seicht dahin. Spannung kommt nur ganz selten auf und verläuft sich dann auch wieder. Die Szenen aus der Zeit von vor sechs Jahren halten meist mehr auf, als dass sie zum Verständnis der Story beitragen.

Der Gräber selbst, der jedes Jahr am selben Tag in ein Haus eindringt und durch den Keller sein Opfer entführt, bietet jede Menge Spannungspotenzial. Aber genau dies wird vernachlässigt. Immer wieder wird von der Angst vor dem Keller erzählt, die Polizei fürchtet sich vor dem „Stichtag“, aber das war es dann auch schon. Ich gebe zu, es hat mich viel Willenskraft gekostet, bis zum Ende durchzuhalten. Ich hatte darauf gehofft, dass mich das Ende versöhnlich stimmt, mich überzeugen kann und alles rund macht. Doch leider wurde ich auch hier enttäuscht. Einen Effekt, wie die Knaller-Enden bei Horrorromanen von Stephen King bleibt aus. Ein Teil war sehr früh zu erahnen, ein anderer Teil bleibt unaufgelöst. Das ist sehr unbefriedigend.

Ich mag Horror. Ich komme auch gut mit unrealistischen Szenarien klar, mit „Wesen“ jedweder Art. Aber dieses Buch war leider ein Fehlgriff. Zwei Sterne, mehr ist leider nicht drin.

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Veröffentlicht am 22.03.2022

Die Wahrheit aus den Akten und die Wahrheit aus dem Leben

Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße
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Michael Hartung lebt im Grunde so vor sich hin. Recht ziellos, von einem Tag auf den anderen, nicht wirklich erfolgreich und ein bisschen verloren. Irgendwie klappt nie etwas, das er anfängt. Kein Wunder ...

Michael Hartung lebt im Grunde so vor sich hin. Recht ziellos, von einem Tag auf den anderen, nicht wirklich erfolgreich und ein bisschen verloren. Irgendwie klappt nie etwas, das er anfängt. Kein Wunder also, dass er noch immer an seiner Videothek festhält, obwohl längst kaum Umsatz damit zu machen ist, weil alle Welt Filme streamt. Auch kein Wunder, dass er die Miete nicht zusammenbekommt. Und wenn dann ein Journalist auf der Suche nach einer guten Story zum 30. Jahrestag des Mauerfalls Michael quasi die Lösung all seiner Probleme aufdrängt, dann, ja dann … ergreift Michael diese Chance. Dass das nicht wirklich gutgehen kann, ist ihm klar, aber was hat er schon zu verlieren?

Michael Hartung ist das, was man bei uns eine „verkrachte Existenz“ nennt. Super sympathisch im Grunde, aber auch an seiner Lage selbst schuld. Wer es sich immer bequem macht, der kommt eben zu nix. Aber dennoch mag man ihn irgendwie. Und ganz ehrlich, wenn es einem so leicht gemacht wird, einige Probleme auf einmal loszuwerden, ein bisschen zu glänzen und der erwachsenen Tochter die Chance zu geben, stolz auf sich zu sein, dann, ja dann … nutzt man das!

Ich hätte unseren Helden öfter mal gern geschüttelt, aber gleichzeitig auch wie ein kleines Kind schützen wollen und ihm helfen, endlich in die Puschen zu kommen. Nach und nach erfährt man nicht nur, was 1983 passiert ist – laut Akten und der Wahrheit -, sondern auch, wie Michael wurde, wie er ist. Böse sein kann man ihm nicht wirklich!

Die Story entwickelt sich wunderschön bildhaft. Viele kleine Ursachen, die sich auswachsen und kleine, mittlere und große Lawinen auslösen, sind nicht nur amüsant, sondern regen auch zum Nachdenken an. Der Mensch sieht eben, was er gern sehen möchte. Die Wahrheit dahinter sieht fast immer völlig anders aus. Genau das stellt man hier fest – und zwar in ganz großem Maße. Aber auch, dass alles seinen Weg geht, ganz gleich, was passiert. Hartungs große Liebe, der er irgendwie sein ganzes Leben lang nachhing, hat sein Leben auf völlig andere Weise verändert, als er selbst zunächst und lange Jahre dachte.

Die Folgen, die der Zeitungsartikel hatte, sind nicht nur für Hartung größer, als erwartet. Auch der Journalist erkennt, wohin ihn sein Eifer und sein Wunsch, groß herauszukommen, hingebracht haben. Für beide geht es irgendwann darum, dass die Wahrheit nicht ans Licht kommen darf und sie ihr Konstrukt aufrecht erhalten müssen. Immerhin ist ein Teil davon ja wahr! Und nicht nur die beiden sind darauf bedacht. Köstlich, wie nach und nach alles weite Kreise zieht, wie bei einem Stein, den man ins Wasser wirft und der das Wasser immer mehr nach allen Seiten verdrängt.

Für Moralapostel dürfte diese Story eine Katastrophe sein. Für Menschen, die feinen Humor lieben, ist sie großartig. Durchzogen wird die Geschichte aber auch mit ganz vielen goldenen Fädchen der Liebe. Da ist die verflossene Liebe, die unter keinem guten Stern stand. Da ist die Liebe zum eigenen Kind. Da ist die Liebe zum Leben. Und da ist die wahre Liebe, die zarte Liebe, die aufkeimende Liebe. Und sogar die Liebe zur Wahrheit.

Sehr schön hier ist auch, dass man selbst erkennt, wie leicht man sich ein falsches Bild macht. Und wie schwer es ist, das zuzugeben und dann zur neuen Sicht zu stehen. Die Figuren sind allesamt nicht makellos, nicht fehlerfrei, nicht perfekt. Gerade das macht sie allesamt liebenswert. Vor allem entwickelt man sich selbst quasi mit ihnen zusammen weiter. Wow!

Ich bin kein Fan der immer wieder aufflackernden Ost-West-Geschichten. Aber diese hier hat mich komplett abgeholt, denn sie ist einfach anders. Sie handelt nicht nur von der DDR, der Stasi, den Fluchthelfern, sondern ist Sinnbild für so viele andere Momente in jedem Leben. Es kommen viele Dinge zusammen, um jemanden zum Helden zu machen. So auch hier. Und ja, Hartung ist ein Held. Aber auf so völlig andere Art, wie er selbst dachte und wie der Rest der Welt dachte. Klischees und Gerüchte – das Leben ist voll davon. Das ist so herrlich schön herausgearbeitet, dass es fünf Sterne verdient!

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Veröffentlicht am 19.03.2022

Spaß und Freude am Pflanzen und Ernten – ganz unkonventionell

Selbstversorgung
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Schon als kleines Kind bekam ich von meiner Mama ein Beet, in dem ich ganz frei selbst werkeln durfte. Da wuchsen dann Erbsen direkt neben Lupinen und die Petersilie zierte einen Flecken Nelken. Am liebsten ...

Schon als kleines Kind bekam ich von meiner Mama ein Beet, in dem ich ganz frei selbst werkeln durfte. Da wuchsen dann Erbsen direkt neben Lupinen und die Petersilie zierte einen Flecken Nelken. Am liebsten mochte ich aber Karotten – und die direkt aus der Erde, abgerieben und geknabbert! Damals rannte nicht gleich jemand her und wusch die Karotte erst mal in der Küche ab!

Noch heute liebe ich es, ganz genau so zu „gärtnern“. Es muss mir Spaß machen, nicht ordentlich und gerade sein. Eine Tomate wurde vergessen auszugeizen? So what! Stört nicht! Schaun wir mal, was daraus wird! Die Gurken und Zucchini wachsen durcheinander (laut der Autorin keine gute Idee, die vertragen sich nicht so gut), der Kürbis strahlt in die Sonne und in Kübeln und Säcken versuchen sich Kartoffeln zu bilden. Hach, das ist so schön! Und nichts, gar nichts auf der Welt schmeckt besser, als selbst gezogenes und geerntetes Gemüse! Selbst wenn es nur für ein einziges Essen reicht! Deshalb habe ich keine ordentlichen Beete, sondern überall Hochbeete und Fleckchen im Garten, die genutzt werden, wie es mir gerade einfällt. Ich hab Freude daran – und nur das zählt! Was nix wird, kann man anders im nächsten Jahr probieren – oder weglassen und Neues ausprobieren!

So ähnlich, nur geordneter und in größerem Stil, macht es die Autorin. Wie sie von ihrer Vision erzählt, ist einfach wunderbar! Gut, sie unterschlägt dabei, dass man neben der Zeit auch ein wenig Geld investieren muss, besonders in der Größenordnung ihrer eigenen Projekte. Aber sie macht auch Mut, es genau so verrückt anzugehen, wie ich. Deshalb ist das Buch nicht nur für jene geeignet, die am Ende Voll-Selbstversorger werden wollen, sondern auch für jene, die schon happy sind, wenn sie einzig Tomaten erfolgreich großziehen und ernten können. Es ist ja nicht jeder dazu in der Lage (in jeder Hinsicht), Hühner, Ziegen oder andere Tiere zu halten und sie am Ende dann auch noch zu schlachten. Ich persönlich würde eher verhungern …! Niemals könnte ich ein Tier essen, das ich gefüttert und gestreichelt habe! Das sind Haustiere und damit Familienmitglieder. Die Eier eigener Hühner – ja, denn die werden nicht so häufig ausgebrütet, wie man das glauben würde. Aber die Tiere – niemals! Hier muss man zudem passend wohnen. Nicht überall ist die Haltung dieser Tiere ohne weiteres erlaubt. Das hat Marie Diederich vergessen zu erwähnen.

Die Aufteilung des Buches erscheint zunächst etwas chaotisch und wild, ist aber gar nicht so. Es wird in Schwierigkeitsgraden über den Anbau diverser Pflanzen gesprochen, über ihre Vorlieben und Abneigungen, über die Pflege und Ernte. Das alles fröhlich und locker, nicht in „Gärtnerprofisprech“. Ganz viele Tipps und Tricks sind zu finden. Auch ein paar (wenige) Rezepte für die Verarbeitung der Ernte und sogar für Brote liefert die Autorin ab. Und für alle, die sich nicht so anstellen wie ich, auch eine Anleitung für Sauerteigansatz (da versage ich seit Jahren).

Zudem steckt das Buch voller Bilder. Viele davon sind allerdings einfach nur schön und weniger informativ. Auch ist Marie nett anzusehen, aber so viele Bilder von ihr hätte ich dann doch nicht gebraucht. Dafür hätte ich mir lieber ein paar Mehr „Anleitungsfotos“ gewünscht. Beim Anblick des wunderschönen, aber für Normalos eindeutig unbezahlbaren und zu viel Platz beanspruchenden Tomaten(gewächs)haus gerät man ins Schwärmen. Doch solche Dinge werden die Wenigsten realisieren können.

Möglich, dass das Buch wenig Neues bietet, aber es fasst ganz viele Informationen rund um das Thema Selbstversorgung zusammen und präsentiert sie erfrischend anders. Da macht es Spaß, immer wieder zum Buch zu greifen, nachzuschlagen, sich neu inspirieren zu lassen und in der eigenen Saatgutsammlung nachzusehen, was man als nächstes aussäen und anpflanzen könnte oder möchte.

Fazit: Hier und da etwas zu knapp, aber dafür einfach mal lockerer und lebensfroher als andere. Deshalb von mir vier Sterne!

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Veröffentlicht am 19.03.2022

Diese Rezepte sind umwerfend!

One Pot Pasta. 30 blitzschnelle Rezepte für Nudeln & Sauce aus einem Topf
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Manchmal mag man es einfach super bequem haben und möglichst wenig Geschirr. Da kommt so ein One Pot Gericht gerade recht. Aber hier mit Pasta hat das noch den Vorteil, dass die Nudeln den Geschmack der ...

Manchmal mag man es einfach super bequem haben und möglichst wenig Geschirr. Da kommt so ein One Pot Gericht gerade recht. Aber hier mit Pasta hat das noch den Vorteil, dass die Nudeln den Geschmack der Zutaten besonders gut in sich aufnehmen und das verwöhnt den Gaumen dann enorm! Nicht immer ist diese Garmethode auch mit weniger Arbeit (es wird schon reichlich geschnibbelt) verbunden, aber immer wird man mit einem wunderbaren Geschmack und besonders sämigen Soßen belohnt!

Die Autorin startet mit einer Reihe grundlegender Tipps, die für das Gelingen von One Pot Pasta entscheidend sein können. Auch eine Übersicht der geeignetsten Nudeln findet sich. Die 30 Rezepte sind dann in die Kategorien „Traditionell“, „Aus aller Welt“ und „Vegetarisch“ unterteilt.

Bei der Aufteilung der Gestaltung der Rezepte hat sich der Verlag an das klassische Modell gehalten. Die Zutaten sind sauber gelistet, daneben ist die Schritt-für-Schritt-Anleitung, hin und wieder finden sich noch zusätzliche Tipps, Varianten oder sonstige Rezepte (z.B. für Pesto). Außerdem ist gleich nach dem Namen des Rezeptes alles Relevante zu Menge (Personen), Kosten, Schwierigkeitsgrad, Vorbereitungszeit und Garzeit angegeben. So hat man direkt einen guten und schnellen Überblick.

Mir sind immer Fotos sehr wichtig! Hier bekomme ich zu jedem Rezept ein Bild vom fertigen Gericht und das macht echt Appetit. Die Vorschläge sind teils überraschend, teils schlicht, aber immer erkennbar lecker. Wer keinen Fisch mag, wird „Fischtopf“ eben nicht nachkochen, ich persönlich mag keine Innereien und koche deshalb sicher keine „Nudeln mit Spargel und Hühnermagen“, aber bei den dreißig Rezepten dürfte jeder sein neues Lieblingsgericht finden. Die Mischung ist total bunt und abwechslungsreich!

Den Abschluss bilden Tabellen zu Mengen und ihren Entsprechungen. Das finde ich großartig. Absolut der Hit ist aber, dass dieses geniale kleine Kochbuch nur fünf Euro kostet! Da sieht man mal wieder, dass Gutes nicht immer teuer sein muss! Auch sind die Gerichte selten für den Geldbeutel belastend. So ist das Buch auch ideal für Studenten und alle, die jeden Cent mehrfach umdrehen müssen. Ich bin begeistert und gebe die vollen fünf Sterne.

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