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Veröffentlicht am 02.01.2018

Unsere erschreckende, aber doch nahe liegende Zukunft!?

Die Optimierer
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Im Jahr 2052 wird das Leben der Menschen von der Technik und der digitalen Welt beherrscht und überwacht. Nichts wird dem Zufall überlassen, nicht einmal das Ableben. Jeder bekommt seinen Platz zugewiesen, ...

Im Jahr 2052 wird das Leben der Menschen von der Technik und der digitalen Welt beherrscht und überwacht. Nichts wird dem Zufall überlassen, nicht einmal das Ableben. Jeder bekommt seinen Platz zugewiesen, ob man will oder nicht. Wer nicht in das Leitbild der Optimalwohlökonomie passt wird „zwangsberentet“ und wer sich gegen das System auflehnt wird in der Gesellschaft zum Abschaum.

In Theresa Hannigs Roman „Die Optimierer“ treffen wir auf Samson Freitag, einem Berater der „Agentur für Lebensberatung“ und glühender Befürworter des Systems. Er ist ein Vorzeigebürger, sammelt eifrig seine Sozialpunkte und steht kurz vor der Beförderung. Jedoch verläuft eine Beratung nicht optimal und hat weitreichende, gar drastische Konsequenzen für Samson. In kürzester Zeit gerät sein Leben völlig außer Kontrolle. Er wird vom System mit harten Sanktionen abgestraft und allmählich wird ihm klar, dass seine geliebte Optimalwohlökonomie eher einer staatlichen „Geißelung“ gleicht und keiner Wohlfühloase entspricht.

Mein Eindruck:
Das Cover ist gut gewählt, wenn man erstmal weiß worum es in diesen Roman geht.
Der Schreibstil ist flüssig, die einzelnen Kapitel sind nicht zu lang und dadurch liest sich das Buch schnell. Anfangs fehlte mir die Spannung, aber mit einem Mal explodierte der Spannungsbogen und es ging dann plötzlich alles sehr schnell, bis zum Ende hin schon fast zu schnell.
Theresa Hannig bietet uns leserisch eine sympathie- und empathiefreie Welt, welche es mir schwer macht Samson und die anderen Figuren in „ist mir sympathisch“ oder „nicht sympathisch“ einzuordnen.
Das Thema selbst ist zeitgemäß, aber auch futuristisch. Es wird ein überwachendes digitales Zeitalter beschrieben von welchem wir, wenn wir nicht aufpassen, nicht mehr weit entfernt sind.

Fazit:
„Die Optimierer“ ist meine erste überhaupt gelesene Dystopie und ich bin froh, diese gelesen zu haben. Der Roman bescherte mir nicht nur spannende Lesestunden, er beschäftigte mich auch nach dem Lesen. In erschreckender Weise wird aufgezeigt wohin unsere Reise gehen kann, wenn die Digitalisierung und die damit einhergehende Überwachung weiterhin so schnell vorangebracht werden.

Veröffentlicht am 09.03.2018

Mathematisches Genie trifft auf Kunst und Krimi

Tulpengold
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Das Amsterdam des Jahres 1636 wird durch Tulpenauktionen und Morden an gut betuchten Herrschaften in helle Aufregung versetzt. In dieser Zeit tritt ein junger Waisenknabe namens Pieter als Lehrling bei ...

Das Amsterdam des Jahres 1636 wird durch Tulpenauktionen und Morden an gut betuchten Herrschaften in helle Aufregung versetzt. In dieser Zeit tritt ein junger Waisenknabe namens Pieter als Lehrling bei Meister Rembrandt seinen Dienst an. Schon bei seiner Ankunft in Amsterdam gibt es den ersten Toten und Pieter lässt dies keine Ruhe, er möchte den Mord zu gerne aufklären. Es stellt sich heraus, dass sein Lehrmeister Rembrandt den Ermordeten als Kunden gehabt hatte und dieser bleibt nicht der letzte Kunde dessen Leben ein jähes Ende haben wird…

Mein Eindruck:
Das Cover passt hervorragend und hat mich gleich angesprochen. Es wirkt mit der Tulpe im Golddesign sehr edel und man erkennt den historischen Charakter des Buches.

Der Schreibstil ist flüssig, spannend von Beginn an und sehr bildlich, mein Kopfkino hatte so ein Vergnügen beim Ausmalen der Szenerie.

Ein großes, dickes Lob geht an die Autorin Eva Völler. Beim Lesen merkt man richtig, wieviel Zeit sie für die Recherche des ganzen Hintergrundwissens investiert hat. Es wird ausführlich beschrieben, wie zu damaligen Zeiten die Farben hergestellt wurden, wie der Tulpenhandel von statten ging und vor allem das mathematische Genie, welches in Pieter steckt, wird genau unter die Lupe genommen.

Zu den Charakteren:
Pieter ist mir ab der ersten Seite ans Herz gewachsen. Seine verschrobene, kluge und naive Art machen ihn einfach sympathisch. Mit klarem Kopf, Disziplin und viel Rechnerei macht er sich daran, die Morde aufdecken zu wollen und gerät dabei selbst in große Gefahr.
Meister Rembrandt ist ein Choleriker durch und durch mit wenig Verstand wenn es um seine finanzielle Lage geht. Dennoch ist er mir sympathisch und ab und an tat er mir sogar leid.
Im Verlauf der Geschichte lernt der Leser viele tolle Charaktere kennen, einige mag man gleich und einige sind einfach unsympathisch. Betrachtet man alle Charakter zusammen, ergeben sie ein „rundes Bild“, welches die Geschichte blühen und wachsen lässt.

Mein Fazit
„Tulpengold“ ist ein historischer Roman in dem der Leser viel Hintergrundwissen erlangt, ohne dabei langweilig und langatmig zu werden. Von Beginn an packt die Geschichte den Leser und man mag das Buch nicht aus der Hand legen.
Mit viel Charme und Herzblut entführt uns die Autorin in eine längst vergangene Zeit und ich hoffe, eines Tages wieder etwas von Pieter & Co. lesen zu können.