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Veröffentlicht am 27.06.2022

"Für alle die Angst haben und sich trotzdem trauen"

Mit dir falle ich
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Worum geht es?
Robyn weiß ganz genau, wohin ihr Weg sie führen soll: Ihr diszipliniertes und fleißiges Arbeiten in ihrem Maschinenbau-Studium soll ihr den Weg nach oben ermöglichen. Weg von zu wenig Geld, ...

Worum geht es?
Robyn weiß ganz genau, wohin ihr Weg sie führen soll: Ihr diszipliniertes und fleißiges Arbeiten in ihrem Maschinenbau-Studium soll ihr den Weg nach oben ermöglichen. Weg von zu wenig Geld, gebrauchten Klamotten und ihrer winzigen Einzimmerwohnung. Doch der Weg nach oben ist steinig und hart und so ist Robyn quasi immer knapp bei Kasse. Nachdem sie ihren Aushilfsjob in einem Second-Hand-Store verloren hat und ihr der "Drache" von Vermieterin im Nacken sitzt, beschließt sie, Nachhilfestunden anzubieten, um das fehlende Geld schnellst möglich aufzutreiben. Gesagt, getan. Jedoch erwartet sie in ihrer ersten Stunde nicht der verzweifelte und eingeschüchterte Erstsemesterstudent, den sie erwartet hätte. Stattdessen steht Finn plötzlich vor ihr - ein typischer gutaussehender, reicher, geheimnisvoller junger Mann, der kein Blatt vor den Mund nimmt und keinen Hehl daraus macht, dass er ein wahrer Frauenheld ist. Auf der Liste der Bad-Boy-Anforderungen kann er jedenfalls alle Punkte für sich abhaken. Obwohl sie sich anfangs sträubt, bleibt Robyn keine Wahl, sie muss Finn als Nachhilfeschüler annehmen, um das Loch in ihrer Geldbörse zu füllen.
Nach und nach zeigt sich, dass hinter der extrovertierten Fassade Finns auch eine verletzliche und scheinbar liebevolle Seite steckt. Gleichzeitig wird aber sehr rasch vor allem eines deutlich: wenn Finn seinen Willen nicht bekommt, zeigt sich eine sehr dunkle Seite an ihm. Kann eine Beziehung zwischen ihm und Robyn wirklich eine gute Zukunft haben?

Meine persönliche Meinung
Puuh...dieses Buch war tatsächlich eines der schwierigsten, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Das Buchcover und auch der Klappentext haben mich in der Buchhandlung sofort angesprochen. Zum einen, weil das Buch das klassische New Adult Thema "junges Mädchen verliebt sich in Bad Boy" behandelt und zum anderen, weil das Cover wunderschön geheimnisvoll wirkte. Mich sprechen solche "Bad Boy" - Handlungen immer sehr an, weil ich die Entwicklungen und Geschichten der Figuren immer sehr spannend finde. Bitte nicht falsch verstehen, ich finde den Umgang und das (toxische) Verhalten vieler männlicher Charaktere anderen Figuren gegenüber oft sehr schwierig, ich bin aber immer der Meinung, dass es Gründe gibt, warum eine Person sich auf diese Art verhält. Diese "Neugier nach dem Warum" macht für mich auch immer einen ganz besonderen Reiz an den Romanen aus.

Im Verlauf des Romans Mit dir falle ich wird deutlich, hierbei handelt es sich nicht um die klassische New Adult Geschichte. Die Autorin spricht nach und nach Themen an, die emotional sehr schwierig und von außen sehr schwer zu bewerten sind. Ohne zu viel verraten zu wollen: ich habe das Buch bis zu einem gewissen Zeitpunkt geliebt aber dann war ich wirklich geneigt, es umausgelesen ins Regal zurückstellen zu wollen. Mir persönlich hat hier die Tiefe der Handlung gefehlt. Es ist unumstritten, dass das Buch eine wichtige Botschaft vermittelt und es ist auf eine Art vielleicht auch gut, dass dies so untypisch umgesetzt wurde. Andererseits wurde für mich hier die Frage absolut vernachlässigt, warum bestimmte Figuren so gehandelt haben. Was sind die Hintergründe für dieses Verhalten? Wurden traumatische Erfahrungen gemacht? Gibt es Möglichkeiten, der betreffenden Person zu helfen, ohne sich selbst dabei zu schaden? Kann es sowas wie eine "Rettung" für bestimmte Menschen geben?

Ich habe die beiden Protagonisten Finn und Robyn durch das Buch hindurch begleitet und war sehr an ihrer Geschichte interessiert. Ich konnte mich vor allem gut in Robyn hineinversetzen, da ich als Studentin gerade in einer ähnlichen, wenn auch nicht ganz so drastischen, Situation stecke wie sie. Finn fand ich von Anfang an faszinierend. Seine Arroganz und das übersteigerte Selbstbewusstsein waren stellenweise anstrengend, aber irgendwie machte dies die Momente, in denen er liebevoll und fürsorglich schien, noch lesenswerter. Ich wollte unbedingt mehr über ihn herausfinden, wurde dabei aber leider am Ende sehr enttäuscht.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Das Buch ließ sich sehr gut und flüssig lesen und ich konnte mich sehr gut in die Erzählsituation hineindenken. Den ersten Teil des Buches habe ich daher auch sehr schnell verschlungen, aber zum Ende hin fehlte mir dann doch in großen Teilen die Nachvollziehbarkeit und ich habe mich ständig gefragt: Warum nimmt diese anfänglich gute Story jetzt diesen Verlauf, der meiner Meinung nach beiden Figuren nicht gerecht wurde.

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Veröffentlicht am 13.06.2022

Mörderjagt an der Nordsee

Akte Nordsee - Am dunklen Wasser
2

Worum geht es?

Stellt man sich die Figur eines Anwaltes oder einer Anwältin vor, so bedient man doch allzu häufig das Klischee des adrett gekleideten Herren im Anzug bzw. der Dame im schicken Kostüm, ...

Worum geht es?

Stellt man sich die Figur eines Anwaltes oder einer Anwältin vor, so bedient man doch allzu häufig das Klischee des adrett gekleideten Herren im Anzug bzw. der Dame im schicken Kostüm, welche in einem noblen Büro arbeiten und Tag ein Tag aus Akten wälzen und Schriftstücke aufsetzen. Fentje Jacobsen von der Halbinsel Eiderstedt passt jedoch so gar nicht in das Bild, welches sich der ein oder andere von typischen Anwälten macht. Im Gegenteil. Ihre Kanzlei befindet sich nicht in einem schicken Hamburger Büro sondern auf dem Hof ihrer Großeltern in Nordfriesland. Von dort aus versucht sie die Arbeit mit ihren Klienten und das turbulente Leben auf dem Hof ihrer Familie miteinander in Einklang zu bringen. Als wäre die beginnende Demenz ihrer liebenswürdigen Großmutter, welche plötzlich nur noch diverse Süßspeisen zubereiten möchte, nicht schon genug, wird Fentje unerwartet auch noch in einen kniffligen Mordfall verstrickt. Und der Hauptverdächtige der Polizei wird zu allem Überfluss auch noch auf einer der Schafsweiden von Fentjes Familie aufgefunden. Er wird verdächtigt, seine im Nachbarort lebende Freundin auf grausame Weise ermordet zu haben. Er bestreitet die Tat jedoch und auch Fentje ahnt, dass der Fall nicht so einfach zu lösen sein wird, wie es sich die Polizei erhofft. Sie übernimmt den Fall und schon bald überschlagen sich die Ereignisse.

Das Mordopfer, eine junge und beliebte Lehrerin, arbeitete in einem nahegelegenem Internat und war dort als Vertrauenslehrerin tätig. Schon kurz nach dem Mord verschwinden plötzlich zwei ihrer Schülerinnen spurlos. Gibt es ein Geheimnis an der Schule, welches die Verbindung zwischen beiden Fällen darstellen könnte? Auch privat wird Fentje von tragischen Ereignissen der Vergangenheit eingeholt, denn sie sieht einige Parallelen zwischen einem persönlichen Verlust und dem aktuellen Fall...

Zu allem Überfluss gerät Fentje während ihrer Arbeit immer wieder mit Niklas John aneinander, welcher in dem aktuellen Mordfall eine Sensationsstory wittert. Obwohl beide aus unterschiedlichen Motiven heraus ermitteln und sich gerade zu Beginn häufiger in die Quere kommen, zeigt sich bald, dass sie trotz aller Streitereien ein ganz passables Ermittler-Duo abgeben können. Werden die beiden also in der Lage sein, den so verzwickten Fall zu lösen oder wird das dunkle Wasser der Nordsee einen Mantel des Schweigens über die schrecklichen Ereignisse legen und sein Geheimnis niemals preisgeben?

Mein persönlicher Eindruck

Mit Akte Nordsee - Am dunklen Wasser startet die Spiegel Bestseller-Autorin Eva Almstädt eine neue vielversprechende Reihe um die Anwältin Fentje Jacobsen und den Journalisten Niklas John. Dass die Autorin in der Lage ist, fesselnde Krimiroman-Reihen zu verfassen, beweist sie Jahr für Jahr in den nun mehr schon 17 Teilen ihrer Ostseekrimis um Kommissarin Pia Korittki, welche regelmäßig die Bestseller-Listen erstürmen. Mit Niklas und Fentje schickt sie ein neues Protagonistenpaar ins Rennen und verlagert den Erzählort mal in eine ganz andere Region an der deutschen Küste - an die Nordsee.

Meiner Meinung nach ist Eva Almstädt mit Akte Nordsee ein guter Einstieg in die neue Reihe gelungen, welche für mich persönlich noch ein bisschen Luft nach oben aufweist.
Die Figuren Fentje und Niklas waren für mich auf Anhieb sympathisch, was vielleicht daran liegt, dass die beiden wie Feuer und Wasser sind. Während Fentje in Gummistiefeln über Schafsweiden stiefelt, zieht Niklas eher das süße und luxuriöse Leben vor. Während Fentje für Gerechtigkeit gegenüber ihren Klienten kämpft, sucht Niklas nach sensationellen Storys, um die Aufmerksamkeit von Chefredakteur und Leserschaft zu erreichen. Die Sticheleien zwischen beiden wirken sehr sympathisch und an manchen stellen herrlich ironisch, was das Leseerlebnis wirklich schön abwechslungsreich gestaltet.

Die Handlung und vor allem die einzelnen Ereignisse haben meiner Ansicht nach sehr viel Potenzial für einen wirklich spannenden Krimi. Mir haben hier vor allem die vielen einzelnen Stränge und auch der Einbezug von vergangenen und historischen Ereignissen sehr gut gefallen. Für mich persönlich hätte der Spannungsbogen dabei noch ein klein wenig weiter gespannt werden können, die Ereignisse hätten dies auf jeden Fall zugelassen! Bei manchen Vorfällen und Romansituationen hätte ich mir gewünscht, dass diese ein wenig mehr ausgeführt werden, da das Ende für mich dann doch ab einem gewissen Punkt recht vorhersehbar erschien und abrupt endete. Die Originalität an Eva Almstädts Krimis wird für mich jedoch immer durch die "Unvorhersehbarkeit bis zum Schluss" ausgemacht, sodass man als Leser bzw. Leserin immer bis ganz zum Ende mitfiebern kann. Dieser Punkt kam mir ein klein wenig zu kurz, dies kann jedoch auch persönliche Geschmacksache sein.

Der Schreibtstil von Eva Almstädt gefiel mir wie immer recht gut. Im Gegensatz zu ihren vorherigen Werken fiel es mir bei diesem Roman jedoch etwas schwerer, das Buch an einem Stück zu verschlingen. Es mag möglicherweise an der angesprochenen Tatsache liegen, dass die Handlung hätte weiter vertieft werden können. Insgesamt bin ich weniger flüssig durch das Geschehen gekommen, wie ich es von der Pia Korittki Reihe gewohnt bin. Vielleicht ist es aber auch falsch, einen Vergleich beider Reihen anstellen zu wollen und die gleichen Erwartungen zu hegen, da es sich ja um zwei eigenständige Projekte der Autorin handelt.

Die Erzählsituation und das Handlungsumfeld gefielen mir als Ostsee- und Nordseeliebhaberin sehr, sehr gut. Ein gemütlicher Kaminabend in einem Sessel in einem Ferienhaus am Meer - ein Eva Almstädt Krimi dazu und ich bin glücklich. Für mich passen das oftmals raue Klima am Meer und die geheimnisvollen Wendungen in Eva Almstädts Krimis unfassbar gut zusammen und wecken Lust auf "Meer".

Fazit

Insgesamt liefert Eva Almstädt einen guten Einstieg in ihre neue Nordseekrimi-Reihe um das ungewöhnliche Ermittler-Duo Fentje Jacobsen und Niklas John, die für mich an der ein oder anderen Stelle noch ein bisschen inhaltliches und erzählerisches Potenzial aufweist. Nichts desto trotz haben mich die Gestaltung der Figuren, die Entwicklung der einzelnen Handlungsstränge sowie die Erzählumgebung so sehr überzeugt, dass ich das Buch guten Gewissens weiter empfehlen kann und schon sehr gespannt auf weitere Bände der Reihe bin!

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Veröffentlicht am 09.04.2022

Ein düsteres Geheimnis hinter Klostermauern

Ostseekreuz
1

Eva Almstädt entführt uns nun mehr in den bereits 17. Fall der Kommissarin Pia Korittki, welcher erneut Hochspannung und überraschende Wendungen für die Leserschaft bereithält.

Worum geht es?

Kommissarin ...

Eva Almstädt entführt uns nun mehr in den bereits 17. Fall der Kommissarin Pia Korittki, welcher erneut Hochspannung und überraschende Wendungen für die Leserschaft bereithält.

Worum geht es?

Kommissarin Pia Korittki braucht dringend eine Auszeit vom Polizeialltag. Die Ereignisse der vergangenen Wochen haben mehr Spuren hinterlassen, als sie sich zunächst eingestehen möchte. Und auch die Gefahr, die ihr droht, scheint noch lange nicht gebannt. So entscheidet sich Pia nach einigem hin und her, unter falschem Namen eine Auszeit im beschaulichen Ostsee-Kloster in Naumar zu nehmen. Abstand von der Polizeiarbeit und von ihren privaten Baustellen wird ihr gut tun, der Aufenthalt im Kloster sie auf andere Gedanken bringen und ihr helfen, die Dinge zu sortieren. So jedenfalls der Plan. Doch wie so oft stolpert Pia von einem Fall in den nächsten. Statt Ruhe und Erholung stellt sich schon bald heraus, dass im Kloster etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Die anderen Gäste bilden eine recht merkwürdige Gesellschaft und auch die Mönche selbst scheinen etwas zu verbergen zu haben. Als dann auch noch einer der Mönche tot in einer Kirchenbank aufgefunden wird, nehmen die schrecklichen Ereignisse ihren Lauf. Obwohl Pia sich eigentlich aus den Geschehnissen heraushalten und ihre Tarnung bewahren will, wird sie mehr und mehr in den Fall involviert. Als dann auch noch einer der Gäste spurlos verschwindet, scheint der Täter schnell ermittelt. Oder nicht? Gibt es ein Motiv? Was haben die verwirrenden Spuren zu bedeuten und zu guter letzt: Wo ist der verschwundene Gast?
Statt in einem Erholungsurlaub findet sich Pia schnell in einem verwirrenden Kriminalfall wieder, in welchem eine schreckliche Entdeckung die nächste jagt. Wird es ihr gelingen, den oder die Täter zu stoppen und das Geheimnis, welches die dicken Klostermauern zu verbergen scheinen, zu lüften?

Mein persönlicher Eindruck

Eva Almstädts Ostsee-Krimis führen Hauptkommissarin Pia Korittki nun schon seit 17 Fällen an die verschiedensten Schauplätze in der Ostseeregion. Statt Strand, Sonne und Urlaubsfeeling erwartet die Leser jedoch oftmals ein schaurig spannender Kriminalfall, ein MUSS für jeden Krimifan. Eva Almstädt nimmt uns in ihren Krimis nicht nur mit in den spannenden Arbeitsalltag Pias sondern bezieht auch ihre persönliche Entwicklung in ihre Geschichten mit ein. Klar ist, dass auch Pias Privatleben alles andere als ein ruhiges Pflaster zu sein scheint.

Die Protagonistin Pia Korittki ist eine sehr starke Persönlichkeit, die in ihrem beruflichen und privaten Leben schon allerhand durchgemacht hat. Die Leidenschaft für den Kriminalberuf hat sie trotz aller Höhen und Tiefen aufrechterhalten können und das mit Bravour: Wo andere den Fall schon aufgeben haben, schaut sie noch einmal genauer hin und verfolgt jede noch so kleine Spur, auch wenn sie noch so sehr im Ostseesand verlaufen zu scheint.
Pias kleiner Sohn Felix ist ihr ganzer Stolz, auch wenn sie durch ihren Beruf oftmals nicht so viel Zeit für ihn aufbringen kann, wie es ihr lieb wäre. Zum Glück versteht sie sich mit Hinnerk, Feliks Vater, nach wie vor, sodass dieser den kleinen oftmals betreuen kann. Auch mit Marten, Pias Kollegen und On / Off - Beziehung versteht sich der kleine sehr gut. Ist Marten für ihn jedoch nur der väterliche Freund oder stellt er sich noch als viel mehr heraus?

Während ihrer Auszeit im Kloster trifft Pia auf allerhand neue Personen, sodass es beim Lesen manchmal ein kleinwenig schwerfiel, den Überblick über die verschiedenen Charaktere zu behalten. Unter den anderen Gästen des Kloster-Retreats finden sich zudem viele schwierige Charaktere, die ihrerseits wiederum einige Geheimnisse zu haben scheinen. Auch unter den Mönchen scheint die Stimmung ein wenig angespannt zu sein. Sie lassen sich zwar grundlegend vor der anderen Gästen nichts anmerken, dennoch merkt der geübte Leser schnell, dass da etwas im Argen ist. Die Frage ist nur, hat das etwas mit dem Mord zu tun oder geht es hier um etwas ganz anderes?

Die Geschichte um die einzelnen Figuren ist so verwoben, dass die Ermittlungen wirklich schwierig sind. Jeder der Anwesenden könnte der Täter sein aber die Motive sind unklar. Meiner Meinung ist dies auch der Umstand, welcher die Eva Almstätt Krimis so unglaublich spannend macht: Man kann sich noch so überzeugt eine Ermittlungstheorie zusammen basteln und wird am Ende doch vollends überrascht. Auf diesem Wege wird der Spannungsbogen gut aufrechterhalten, ohne dabei ermüdend zu wirken. Der angenehme Schreibstil der Autorin erleichtert es dabei ungemein, sich in die Situation hineinzuversetzen.

Was mir zudem sehr gut gefallen hat, ist die Parallelgeschichte, in welcher es darum geht, dass ein früherer Widersacher Pias auf freien Fuß ist und für sie und auch für ihren kleinen Sohn eine Bedrohung darstellt. Marten versucht daher unermüdlich, Albrecht Lohse zu fassen zu bekommen. Ob ihm das bereits in diesem Buch gelingt oder ob Pia weiter bangen muss, wird sich im Verlauf der Geschichte zeigen.

Fazit

Mit Ostseekreuz ist Eva Almstädt wieder einmal ein wunderbar spannender Krimi um Kommissarin Pia Korittki gelungen. Dieses Buch macht wortwörtlich Lust auf "Meer" und es ist eine schöne Vorstellung, diesen Roman während eines Urlaubs an der Ostsee, wenn es draußen stürmt und ungemütlich ist, zu lesen. Ostseekreuz ist ein sehr spannender Kriminalroman, bei welchem es bis zum Ende offen bleibt, wer denn nun das Verbrechen begangen hat. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Figuren fühlt man sich fast wie bei dem Gesellschaftsspiel Cluedo, denn es scheint fast notwendig, sich eine Liste mit möglichen Tätern und Motiven anzulegen, um nicht vollends den Überblick zu verlieren. Ich kann das Buch jedem Krimi-Liebhaber guten Gewissens empfehlen aber seid euch bewusst, dass es schwierig wird, das Buch wieder aus der Hand zu legen.

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Veröffentlicht am 04.04.2022

Ärzt*innen sind auch nur Menschen

Whitestone Hospital - High Hopes
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"Ich wüsste gern, was danach kommt. Wie ist es, wenn man tot ist? - Wenn wir sterben, gehen wir nicht weg. Wir verteilen uns auf die Herzen derer, die uns geliebt haben und die wir geliebt haben, und leben ...

"Ich wüsste gern, was danach kommt. Wie ist es, wenn man tot ist? - Wenn wir sterben, gehen wir nicht weg. Wir verteilen uns auf die Herzen derer, die uns geliebt haben und die wir geliebt haben, und leben dort weiter."

Worum geht es?

Die junge Laura Collins hat es geschafft! Sie hat eine Stelle als Assistenzärztin im bekannten Whitestone Hospital ergattern können. Ihr neuer Lebensweg führt sie weg aus San Francisco, weg von privaten Dramen, geradewegs nach Phoenix, wo neben Wüste und heißen Temperaturen auch ihr neues Leben als Ärztin in einem der begehrtesten Krankenhäuser des Landes auf sie wartet.
Dort angekommen, findet sich Laura schnell in der knallharten Realität des Krankenhausalltags wider. Notfälle, Patienten mit komplizierten Krankheiten, lange Arbeitstage und Nachtschichten zeigen Laura schnell, dass ihr Traumjob nicht immer einfach ist und sie körperlich wie auch emotional ihre Grenzen überschreiten muss.
Zu allem Überfluss ist da auch noch der junge, gut aussehende und charmante Arzt Dr. Nash Brooks, der sich in diesem Jahr bereit erklärt hat, die Betreuung der "Bambini", also der jungen Assistenzärzte, zu übernehmen. Nash ist Stationsarzt der Herzchirurgie, also jenem Fachgebiet, für welches sich auch Laura sehr interessiert. Schon bald wird klar, dass Nash nicht nur versucht, kranke Herzen zu heilen, sondern dass er es auch schafft, Lauras Herz gehörig durcheinander zu bringen...

Mein persönlicher Eindruck

Mit High Hopes startet Ava Reed einen fulminanten Auftakt ihrer neuen Roman-Reihe über die jungen Ärzte am Whitestone Hospital in Phoenix, Arizona. Nach dem bereits die In Love Trilogie für Furore in der New Adult Roman - Welt gesorgt und die Autorin an die Spitze der Bestseller-Listen katapultiert hat, möchte sie ihre Fans in ihrer neuen Reihe in ein Medizinuniversum à la Grey's Anatomy entführen. Und so viel sei an dieser Stelle verraten: dies gelingt Ava Reed mit Bravour. High Hopes begeistert vor allem durch seine ungeschönte Authentizität, welche die erfüllenden Aspekte des Medizinberufes aber gleichzeitig auch die schonungslose, knallharte Realität des Krankenhausalltages zeigt. Ihr gelingt damit, was in vielen Arzt-Serien beschönigt wird: Sie zeigt, dass Ärzte auch nur Menschen sind, die fühlen, die zweifeln, die anderen helfen können aber auch manchmal Fehler machen oder an der Kraft der Natur scheitern. Sie sind nicht die oftmals heraufbeschworenen Götter in weiß, sondern normale Menschen mit ganz eigenen persönlichen Schicksalen.

Die Whitestone-Reihe stellt die Geschichten junger Ärztinnen und Ärzte in der Vordergrund, welche die Uni gerade abgeschlossen haben und sich nun dem Arbeitsalltag als Assistenzärzte stellen. Zum Auftakt der Reihe lernen wir Dr. Laura Collins kennen, eine zielstrebige und motivierte junge Ärztin, die seit vielen Jahren nur ein Ziel hat: Sie möchte als Ärztin Menschenleben retten und Krankheiten heilen - genauso, wie es auch schon ihre Eltern taten. Laura ist eine fröhliche, reflektierte und vor allem sehr reife junge Frau, die schon von so manchen privaten Schicksalsschlag ereilt wurde. Sie ist ein Familienmensch und pflegt ein sehr inniges Verhältnis zu ihrer Schwester Jess und ihrem Bruder Logan. Laura ist für mich als Leserin nicht nur eine Figur, deren Geschichte ich über ein paar hundert Seiten begleiten durfte. Sie ist eher so etwas wie eine gute Freundin, in deren Situation ich mich in meinem Alter gut hineinversetzen kann: Das Studium ist vorbei, das Leben als erwachsener, selbstständiger Mensch beginnt und zeigt sich mal von seiner schönen, mal von seiner gnadenlosen Seite. Gemeinsam mit Laura habe ich gelacht, war traurig und unglaublich stolz, wie sie verschiedene Situationen gemeistert hat.

Auch die anderen Romanfiguren habe ich schnell ins Herz geschlossen. Allen voran natürlich Nash, der sich als charmanter, bodenständiger, zurückhaltender, pflichtbewusster und enorm lieber Kerl herausgestellt hat. Nash ist wie bereits beschrieben Stationsarzt in der Herzchirurgie und gleichsam Betreuer der neuen Bambini, zu denen auch Laura zählt. Als solcher möchte er natürlich ein Vorbild sein aber auch Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig fallen natürlich die Fehler der jungen Ärzte auf ihn zurück, was ihn wohl mehr unter Druck setzt, als er zunächst angenommen hat. Der Spagat zwischen dem Vorgesetzten und dem kollegialen Freund fällt ihm solange leicht, bis er Laura kennenlernt, die seine Prinzipien gehörig ins Wanken bringt. Ähnlich wie Laura kann man als Leser kaum anders, man muss sich in ihn verlieben, weil er einfach so wahnsinnig sympathisch ist. An alle catlady's (und boys) da draußen sag ich nur: be prepared...

Auch die übrigen Figuren sind super sympathisch. Insbesondere Ian wirkt trotz seiner anfänglich etwas arroganten, selbstüberzeugten und überspitzten Art mega witzig und ich hoffe (!!!), wir werden noch einiges über ihn erfahren, denn auch er hat sein Glück verdient. Grant liebe ich persönlich sehr, denn er ist wahrscheinlich der Kollege, weshalb man mit einem lächelnden Gesicht auf der Arbeit auftaucht - einfach ein herzensguter Mensch. Bei Mitch und Sierra bin ich besonders gespannt wie ihre Entwicklung weitergeht. Während die beiden mir in vielen Situation echt super sympathisch waren und mir mit ihren Streitereien ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert haben, hätte ich ihnen in anderen Momenten einfach die Ohren langziehen können, so sehr hab ich mich über sie aufgeregt. Ich bin gespannt, was die Zukunft noch für die beiden bereit hält, sollte es denn eine Zukunft geben....

Ava Reed ist eine der wenigen Autorinnen der es gelingt, mit ihrem mitreißenden Schreibstil dafür zu sorgen, dass ich das Buch in einem Rutsch durchlese und alles andere um mich herum ausblende. Mit der ersten Zeile hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen und ich konnte mich super gut in die Situationen der Figuren hineinfühlen. Für mich besonders gelungen ist die Beschreibung der medizinischen Fachbegriffe, sodass ich mich als absoluter Laie auch immer abgeholt fühlte und alles verstehen konnte. Vor diesem Recherche-Aufwand möchte ich an dieser Stelle meinen (imaginären) Hut (oder die OP-Haube) ziehen.
Der Autorin ist es außerdem gelungen, mich emotional mitzunehmen. Sei es bei den wirklich traurigen Situationen, welche mich sehr stark berührt haben, oder auch bei den zwischenzeitlich eingestreuten enorm witzigen Vorfällen, die man wohl als Arzt oder Ärztin in der Notaufnahme so manches Mal erlebt (Stichwort: Mit Essen spielt man nicht).

Insgesamt war das Buch eine Achterbahnfahrt der Gefühle: ich habe gelacht, geliebt, geweint und war am Ende mehr als geschockt. Ohne zu viel verraten zu wollen kann ich sagen, das beinahe jedes Kapitel eine überraschende, emotionale und schicksalshafte Komponente enthält, welche das Leseerlebnis umso mitreißender gestaltet. Mein Tipp an alle, die das Buch noch lesen wollen, lehnt euch niemals zurück und verlasst euch darauf, dass Ärzte immer alles und jedem helfen können. Denn eines ist das Buch mit großer Sicherheit: Ein authentisches Abbild des Krankenhausalltages mit seinen Höhen und Tiefen, Gewinnen und Verlusten, mit ganz viel Liebe aber auch ganz viel Schmerz.

Fazit

Wer dieses Buch gelesen hat, dem sollte klar sein, warum Ava Reed als Spiegel-Bestseller-Autorin gehandelt wird. Sie schreibt so wunderbar einfühlsam und mitreißend, dass man sich auch als Laie schnell in die medizinische Welt und in den Lebensalltag der Figuren einfindet. Das Buch macht mit seinen zahlreichen kleinen und großen Geschichten aus dem privaten und beruflichen Alltag der Protagonisten süchtig nach mehr und zeigt auf ehrliche aber einfühlsame Weise, dass Ärzte auch nur Menschen sind, ein Umstand, den man sich immer wieder ins Bewusstsein holen sollte. Ava Reed schafft es dabei wie kaum eine andere, die Emotionen zu ihrer Leserschaft zu transportieren. Sie weinen zu lassen, lachen zu lassen, sich zu verlieben und ehrlich schockiert zu sein. Das Ende des Buches hat mich erschüttert und verwirrt zurück gelassen und ich bin so dankbar, dass das Ende noch nicht geschrieben scheint. Ich kann es daher kaum erwarten, die nächsten Bände aus dem Whitestone Hospital in den Händen zu halten.

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