Profilbild von NatalieFi_1502

NatalieFi_1502

aktives Lesejury-Mitglied
offline

NatalieFi_1502 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit NatalieFi_1502 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.04.2022

Ein düsteres Geheimnis hinter Klostermauern

Ostseekreuz
1

Eva Almstädt entführt uns nun mehr in den bereits 17. Fall der Kommissarin Pia Korittki, welcher erneut Hochspannung und überraschende Wendungen für die Leserschaft bereithält.

Worum geht es?

Kommissarin ...

Eva Almstädt entführt uns nun mehr in den bereits 17. Fall der Kommissarin Pia Korittki, welcher erneut Hochspannung und überraschende Wendungen für die Leserschaft bereithält.

Worum geht es?

Kommissarin Pia Korittki braucht dringend eine Auszeit vom Polizeialltag. Die Ereignisse der vergangenen Wochen haben mehr Spuren hinterlassen, als sie sich zunächst eingestehen möchte. Und auch die Gefahr, die ihr droht, scheint noch lange nicht gebannt. So entscheidet sich Pia nach einigem hin und her, unter falschem Namen eine Auszeit im beschaulichen Ostsee-Kloster in Naumar zu nehmen. Abstand von der Polizeiarbeit und von ihren privaten Baustellen wird ihr gut tun, der Aufenthalt im Kloster sie auf andere Gedanken bringen und ihr helfen, die Dinge zu sortieren. So jedenfalls der Plan. Doch wie so oft stolpert Pia von einem Fall in den nächsten. Statt Ruhe und Erholung stellt sich schon bald heraus, dass im Kloster etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Die anderen Gäste bilden eine recht merkwürdige Gesellschaft und auch die Mönche selbst scheinen etwas zu verbergen zu haben. Als dann auch noch einer der Mönche tot in einer Kirchenbank aufgefunden wird, nehmen die schrecklichen Ereignisse ihren Lauf. Obwohl Pia sich eigentlich aus den Geschehnissen heraushalten und ihre Tarnung bewahren will, wird sie mehr und mehr in den Fall involviert. Als dann auch noch einer der Gäste spurlos verschwindet, scheint der Täter schnell ermittelt. Oder nicht? Gibt es ein Motiv? Was haben die verwirrenden Spuren zu bedeuten und zu guter letzt: Wo ist der verschwundene Gast?
Statt in einem Erholungsurlaub findet sich Pia schnell in einem verwirrenden Kriminalfall wieder, in welchem eine schreckliche Entdeckung die nächste jagt. Wird es ihr gelingen, den oder die Täter zu stoppen und das Geheimnis, welches die dicken Klostermauern zu verbergen scheinen, zu lüften?

Mein persönlicher Eindruck

Eva Almstädts Ostsee-Krimis führen Hauptkommissarin Pia Korittki nun schon seit 17 Fällen an die verschiedensten Schauplätze in der Ostseeregion. Statt Strand, Sonne und Urlaubsfeeling erwartet die Leser jedoch oftmals ein schaurig spannender Kriminalfall, ein MUSS für jeden Krimifan. Eva Almstädt nimmt uns in ihren Krimis nicht nur mit in den spannenden Arbeitsalltag Pias sondern bezieht auch ihre persönliche Entwicklung in ihre Geschichten mit ein. Klar ist, dass auch Pias Privatleben alles andere als ein ruhiges Pflaster zu sein scheint.

Die Protagonistin Pia Korittki ist eine sehr starke Persönlichkeit, die in ihrem beruflichen und privaten Leben schon allerhand durchgemacht hat. Die Leidenschaft für den Kriminalberuf hat sie trotz aller Höhen und Tiefen aufrechterhalten können und das mit Bravour: Wo andere den Fall schon aufgeben haben, schaut sie noch einmal genauer hin und verfolgt jede noch so kleine Spur, auch wenn sie noch so sehr im Ostseesand verlaufen zu scheint.
Pias kleiner Sohn Felix ist ihr ganzer Stolz, auch wenn sie durch ihren Beruf oftmals nicht so viel Zeit für ihn aufbringen kann, wie es ihr lieb wäre. Zum Glück versteht sie sich mit Hinnerk, Feliks Vater, nach wie vor, sodass dieser den kleinen oftmals betreuen kann. Auch mit Marten, Pias Kollegen und On / Off - Beziehung versteht sich der kleine sehr gut. Ist Marten für ihn jedoch nur der väterliche Freund oder stellt er sich noch als viel mehr heraus?

Während ihrer Auszeit im Kloster trifft Pia auf allerhand neue Personen, sodass es beim Lesen manchmal ein kleinwenig schwerfiel, den Überblick über die verschiedenen Charaktere zu behalten. Unter den anderen Gästen des Kloster-Retreats finden sich zudem viele schwierige Charaktere, die ihrerseits wiederum einige Geheimnisse zu haben scheinen. Auch unter den Mönchen scheint die Stimmung ein wenig angespannt zu sein. Sie lassen sich zwar grundlegend vor der anderen Gästen nichts anmerken, dennoch merkt der geübte Leser schnell, dass da etwas im Argen ist. Die Frage ist nur, hat das etwas mit dem Mord zu tun oder geht es hier um etwas ganz anderes?

Die Geschichte um die einzelnen Figuren ist so verwoben, dass die Ermittlungen wirklich schwierig sind. Jeder der Anwesenden könnte der Täter sein aber die Motive sind unklar. Meiner Meinung ist dies auch der Umstand, welcher die Eva Almstätt Krimis so unglaublich spannend macht: Man kann sich noch so überzeugt eine Ermittlungstheorie zusammen basteln und wird am Ende doch vollends überrascht. Auf diesem Wege wird der Spannungsbogen gut aufrechterhalten, ohne dabei ermüdend zu wirken. Der angenehme Schreibstil der Autorin erleichtert es dabei ungemein, sich in die Situation hineinzuversetzen.

Was mir zudem sehr gut gefallen hat, ist die Parallelgeschichte, in welcher es darum geht, dass ein früherer Widersacher Pias auf freien Fuß ist und für sie und auch für ihren kleinen Sohn eine Bedrohung darstellt. Marten versucht daher unermüdlich, Albrecht Lohse zu fassen zu bekommen. Ob ihm das bereits in diesem Buch gelingt oder ob Pia weiter bangen muss, wird sich im Verlauf der Geschichte zeigen.

Fazit

Mit Ostseekreuz ist Eva Almstädt wieder einmal ein wunderbar spannender Krimi um Kommissarin Pia Korittki gelungen. Dieses Buch macht wortwörtlich Lust auf "Meer" und es ist eine schöne Vorstellung, diesen Roman während eines Urlaubs an der Ostsee, wenn es draußen stürmt und ungemütlich ist, zu lesen. Ostseekreuz ist ein sehr spannender Kriminalroman, bei welchem es bis zum Ende offen bleibt, wer denn nun das Verbrechen begangen hat. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Figuren fühlt man sich fast wie bei dem Gesellschaftsspiel Cluedo, denn es scheint fast notwendig, sich eine Liste mit möglichen Tätern und Motiven anzulegen, um nicht vollends den Überblick zu verlieren. Ich kann das Buch jedem Krimi-Liebhaber guten Gewissens empfehlen aber seid euch bewusst, dass es schwierig wird, das Buch wieder aus der Hand zu legen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 04.04.2022

Ärzt*innen sind auch nur Menschen

Whitestone Hospital - High Hopes
4

"Ich wüsste gern, was danach kommt. Wie ist es, wenn man tot ist? - Wenn wir sterben, gehen wir nicht weg. Wir verteilen uns auf die Herzen derer, die uns geliebt haben und die wir geliebt haben, und leben ...

"Ich wüsste gern, was danach kommt. Wie ist es, wenn man tot ist? - Wenn wir sterben, gehen wir nicht weg. Wir verteilen uns auf die Herzen derer, die uns geliebt haben und die wir geliebt haben, und leben dort weiter."

Worum geht es?

Die junge Laura Collins hat es geschafft! Sie hat eine Stelle als Assistenzärztin im bekannten Whitestone Hospital ergattern können. Ihr neuer Lebensweg führt sie weg aus San Francisco, weg von privaten Dramen, geradewegs nach Phoenix, wo neben Wüste und heißen Temperaturen auch ihr neues Leben als Ärztin in einem der begehrtesten Krankenhäuser des Landes auf sie wartet.
Dort angekommen, findet sich Laura schnell in der knallharten Realität des Krankenhausalltags wider. Notfälle, Patienten mit komplizierten Krankheiten, lange Arbeitstage und Nachtschichten zeigen Laura schnell, dass ihr Traumjob nicht immer einfach ist und sie körperlich wie auch emotional ihre Grenzen überschreiten muss.
Zu allem Überfluss ist da auch noch der junge, gut aussehende und charmante Arzt Dr. Nash Brooks, der sich in diesem Jahr bereit erklärt hat, die Betreuung der "Bambini", also der jungen Assistenzärzte, zu übernehmen. Nash ist Stationsarzt der Herzchirurgie, also jenem Fachgebiet, für welches sich auch Laura sehr interessiert. Schon bald wird klar, dass Nash nicht nur versucht, kranke Herzen zu heilen, sondern dass er es auch schafft, Lauras Herz gehörig durcheinander zu bringen...

Mein persönlicher Eindruck

Mit High Hopes startet Ava Reed einen fulminanten Auftakt ihrer neuen Roman-Reihe über die jungen Ärzte am Whitestone Hospital in Phoenix, Arizona. Nach dem bereits die In Love Trilogie für Furore in der New Adult Roman - Welt gesorgt und die Autorin an die Spitze der Bestseller-Listen katapultiert hat, möchte sie ihre Fans in ihrer neuen Reihe in ein Medizinuniversum à la Grey's Anatomy entführen. Und so viel sei an dieser Stelle verraten: dies gelingt Ava Reed mit Bravour. High Hopes begeistert vor allem durch seine ungeschönte Authentizität, welche die erfüllenden Aspekte des Medizinberufes aber gleichzeitig auch die schonungslose, knallharte Realität des Krankenhausalltages zeigt. Ihr gelingt damit, was in vielen Arzt-Serien beschönigt wird: Sie zeigt, dass Ärzte auch nur Menschen sind, die fühlen, die zweifeln, die anderen helfen können aber auch manchmal Fehler machen oder an der Kraft der Natur scheitern. Sie sind nicht die oftmals heraufbeschworenen Götter in weiß, sondern normale Menschen mit ganz eigenen persönlichen Schicksalen.

Die Whitestone-Reihe stellt die Geschichten junger Ärztinnen und Ärzte in der Vordergrund, welche die Uni gerade abgeschlossen haben und sich nun dem Arbeitsalltag als Assistenzärzte stellen. Zum Auftakt der Reihe lernen wir Dr. Laura Collins kennen, eine zielstrebige und motivierte junge Ärztin, die seit vielen Jahren nur ein Ziel hat: Sie möchte als Ärztin Menschenleben retten und Krankheiten heilen - genauso, wie es auch schon ihre Eltern taten. Laura ist eine fröhliche, reflektierte und vor allem sehr reife junge Frau, die schon von so manchen privaten Schicksalsschlag ereilt wurde. Sie ist ein Familienmensch und pflegt ein sehr inniges Verhältnis zu ihrer Schwester Jess und ihrem Bruder Logan. Laura ist für mich als Leserin nicht nur eine Figur, deren Geschichte ich über ein paar hundert Seiten begleiten durfte. Sie ist eher so etwas wie eine gute Freundin, in deren Situation ich mich in meinem Alter gut hineinversetzen kann: Das Studium ist vorbei, das Leben als erwachsener, selbstständiger Mensch beginnt und zeigt sich mal von seiner schönen, mal von seiner gnadenlosen Seite. Gemeinsam mit Laura habe ich gelacht, war traurig und unglaublich stolz, wie sie verschiedene Situationen gemeistert hat.

Auch die anderen Romanfiguren habe ich schnell ins Herz geschlossen. Allen voran natürlich Nash, der sich als charmanter, bodenständiger, zurückhaltender, pflichtbewusster und enorm lieber Kerl herausgestellt hat. Nash ist wie bereits beschrieben Stationsarzt in der Herzchirurgie und gleichsam Betreuer der neuen Bambini, zu denen auch Laura zählt. Als solcher möchte er natürlich ein Vorbild sein aber auch Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig fallen natürlich die Fehler der jungen Ärzte auf ihn zurück, was ihn wohl mehr unter Druck setzt, als er zunächst angenommen hat. Der Spagat zwischen dem Vorgesetzten und dem kollegialen Freund fällt ihm solange leicht, bis er Laura kennenlernt, die seine Prinzipien gehörig ins Wanken bringt. Ähnlich wie Laura kann man als Leser kaum anders, man muss sich in ihn verlieben, weil er einfach so wahnsinnig sympathisch ist. An alle catlady's (und boys) da draußen sag ich nur: be prepared...

Auch die übrigen Figuren sind super sympathisch. Insbesondere Ian wirkt trotz seiner anfänglich etwas arroganten, selbstüberzeugten und überspitzten Art mega witzig und ich hoffe (!!!), wir werden noch einiges über ihn erfahren, denn auch er hat sein Glück verdient. Grant liebe ich persönlich sehr, denn er ist wahrscheinlich der Kollege, weshalb man mit einem lächelnden Gesicht auf der Arbeit auftaucht - einfach ein herzensguter Mensch. Bei Mitch und Sierra bin ich besonders gespannt wie ihre Entwicklung weitergeht. Während die beiden mir in vielen Situation echt super sympathisch waren und mir mit ihren Streitereien ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert haben, hätte ich ihnen in anderen Momenten einfach die Ohren langziehen können, so sehr hab ich mich über sie aufgeregt. Ich bin gespannt, was die Zukunft noch für die beiden bereit hält, sollte es denn eine Zukunft geben....

Ava Reed ist eine der wenigen Autorinnen der es gelingt, mit ihrem mitreißenden Schreibstil dafür zu sorgen, dass ich das Buch in einem Rutsch durchlese und alles andere um mich herum ausblende. Mit der ersten Zeile hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen und ich konnte mich super gut in die Situationen der Figuren hineinfühlen. Für mich besonders gelungen ist die Beschreibung der medizinischen Fachbegriffe, sodass ich mich als absoluter Laie auch immer abgeholt fühlte und alles verstehen konnte. Vor diesem Recherche-Aufwand möchte ich an dieser Stelle meinen (imaginären) Hut (oder die OP-Haube) ziehen.
Der Autorin ist es außerdem gelungen, mich emotional mitzunehmen. Sei es bei den wirklich traurigen Situationen, welche mich sehr stark berührt haben, oder auch bei den zwischenzeitlich eingestreuten enorm witzigen Vorfällen, die man wohl als Arzt oder Ärztin in der Notaufnahme so manches Mal erlebt (Stichwort: Mit Essen spielt man nicht).

Insgesamt war das Buch eine Achterbahnfahrt der Gefühle: ich habe gelacht, geliebt, geweint und war am Ende mehr als geschockt. Ohne zu viel verraten zu wollen kann ich sagen, das beinahe jedes Kapitel eine überraschende, emotionale und schicksalshafte Komponente enthält, welche das Leseerlebnis umso mitreißender gestaltet. Mein Tipp an alle, die das Buch noch lesen wollen, lehnt euch niemals zurück und verlasst euch darauf, dass Ärzte immer alles und jedem helfen können. Denn eines ist das Buch mit großer Sicherheit: Ein authentisches Abbild des Krankenhausalltages mit seinen Höhen und Tiefen, Gewinnen und Verlusten, mit ganz viel Liebe aber auch ganz viel Schmerz.

Fazit

Wer dieses Buch gelesen hat, dem sollte klar sein, warum Ava Reed als Spiegel-Bestseller-Autorin gehandelt wird. Sie schreibt so wunderbar einfühlsam und mitreißend, dass man sich auch als Laie schnell in die medizinische Welt und in den Lebensalltag der Figuren einfindet. Das Buch macht mit seinen zahlreichen kleinen und großen Geschichten aus dem privaten und beruflichen Alltag der Protagonisten süchtig nach mehr und zeigt auf ehrliche aber einfühlsame Weise, dass Ärzte auch nur Menschen sind, ein Umstand, den man sich immer wieder ins Bewusstsein holen sollte. Ava Reed schafft es dabei wie kaum eine andere, die Emotionen zu ihrer Leserschaft zu transportieren. Sie weinen zu lassen, lachen zu lassen, sich zu verlieben und ehrlich schockiert zu sein. Das Ende des Buches hat mich erschüttert und verwirrt zurück gelassen und ich bin so dankbar, dass das Ende noch nicht geschrieben scheint. Ich kann es daher kaum erwarten, die nächsten Bände aus dem Whitestone Hospital in den Händen zu halten.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl