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Veröffentlicht am 05.11.2020

Making Faces – eine Geschichte die mit Charakteren überzeugt

Making Faces
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Ich habe Making Faces in einer Leserunde gelesen und war positiv überrascht, obwohl ich die Leseprobe bereits sehr gut fand.
Das Buch ist sehr fesselnd geschrieben und ich konnte mich (meistens zumindest) ...

Ich habe Making Faces in einer Leserunde gelesen und war positiv überrascht, obwohl ich die Leseprobe bereits sehr gut fand.
Das Buch ist sehr fesselnd geschrieben und ich konnte mich (meistens zumindest) echt gut in die Situationen hineinversetzen.
Besonders interessant wird das Buch durch die vielen unterschiedlichen Charaktere, welche sich im Laufe des Buches sehr verändern.
Da ist zum einen Fern, die schüchterne Pfarrerstochter und Protagonistin. Sie ist die Cousine und beste Freundin von Bailey, außerdem immer hilfsbereit und nicht zu vergessen in Ambrose Young verliebt.
Bailey sitzt im Rollstuhl, ist ein riesen Ringerfan und würde alles dafür tun, um selbst auf der Matte stehen zu können. Er ist klug und sieht die Welt mit anderen Augen. Seine Ansichten haben mich sehr oft zum Nachdenken gebracht und einige meiner Buch-Lieblingszitate stammen von ihm.
Und dann ist da noch Ambrose, welcher mich von den Charakteren am meisten fasziniert hat. Ich weiß nicht mal genau, was mich so sehr an ihm fasziniert, aber seine Ausdrucksweise, sein Mut, seine Weise, wie er sich Fern gegenüber verhält und vor allem die Art wie er Bailey gegenübertritt, werden ihren Teil dazu beigetragen haben.
Den Schreibstil der Autorin finde ich echt gut. Ich habe das Buch verschlungen, habe bis tief in die Nacht gelesen und konnte mich kaum bremsen, wenn ich einen Leseabschnitt beendet hatte. Insgesamt ist das Buch sehr fesselnd geschrieben und ich konnte es sehr flüssig durchlesen. Was ich an dem Stil ebenfalls sehr besonders finde, waren die Zeitsprünge, durch welche man immer wieder einen Einblick in die Kindheit der Protagonisten gewinnt.
Die Handlung des Buches ist mit einem komplett anderen Thema gespickt, als in anderen New Adult Büchern. Ich war darüber sehr überrascht, weil ich es zuvor nicht geahnt habe, fand es aber sehr gut, gerade weil es mal was Anderes ist. Jedoch ging mir das Ende teilweise etwas zu schnell, was ich sehr schade finde, da ein paar Seiten mehr das Buch vervollständigt und für mich zu einem 5-Sterne Buch gemacht hätten.

Achtung Spoiler! (Das Fazit ist wieder spoilerfrei und ich habe es kenntlich gemacht)

Als ich mit dem Lesen begonnen habe, habe ich erwartet, dass es hauptsächlich um Baileys Krankheit und seinen Tod dreht. Dass er im Laufe des Buches sterben würde, war für mich klar, jedoch dachte ich, er würde einfach irgendwann keine Kraft mehr haben.
Dass er jedoch ertrinkt und zuvor eine wilde Verfolgungsjagd mitmacht, um den Sohn einer Freundin zu retten, hätte ich nicht erwartet. Aber ich war positiv überrascht und habe mich für ihn gefreut: Er hat es geschafft, als Held zu sterben, so wie er es sich als kleines Kind gewünscht hat.
Danach hat die Handlung meiner Meinung nach jedoch ein paar Lücken aufgewiesen. Irgendwie fehlten mir die Gefühle, die Trauer war nicht deutlich genug und Fern kam viel zu schnell über seinen Tod hinweg.
Auch die Verhaftung von Becker Garth ging für mich zu schnell und es war für mich nicht nachvollziehbar, wie genau die Polizei nun herausgefunden hat, was passiert ist.
Allerdings habe ich auch einiges an Lob für die Autorin!
Dass Ambrose und seine Freunde als Soldaten in den Irak ziehen, hatte ich nicht erwartet und war deshalb sehr überrascht und fragte mich, ob dieses Buch unter diesen Umständen das Richtige für mich ist. Jedoch waren diese Zweifel schnell beseitigt. Die Sichtwechsel und Sprünge zwischen den USA und dem Irak fand ich sehr gelungen und haben es geschafft, dass ich mich gut in die Situation hineinversetzen konnte, auch wenn das in so einer Situation nie zu 100% der Fall sein kann.
Ein weiterer Pluspunkt ist meiner Meinung nach Ambroses Rede auf Baileys Beerdigung. Ich war sehr überrascht, dass er sich vor die Trauernden gestellt hat, obwohl er dafür über seinen Schatten springen musste und auch seine Wortwahl hat mich sehr berührt.

FAZLIT

Insgesamt konnte mich das Buch überzeugen, auch wenn die Handlung etwas ausführlicher sein könnte. Besonders die Charaktere und der Schreibstil haben es mir angetan und die Rückblicke in die Kindheit der Protagonisten wurden sehr geschickt eingesetzt.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 16.03.2020

Someone Else - eine gelungene Fortsetzung mit wichtiger Message

Someone Else
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Ich muss gestehen, dass ich nicht mal den Klappentext gelesen habe, als ich „Someone Else“ gekauft habe. Nachdem Laura Kneidl mich mit „Someone New“ bereits zum Weinen gebracht hatte, war für mich klar, ...

Ich muss gestehen, dass ich nicht mal den Klappentext gelesen habe, als ich „Someone Else“ gekauft habe. Nachdem Laura Kneidl mich mit „Someone New“ bereits zum Weinen gebracht hatte, war für mich klar, dass ich den zweiten Teil der Reihe ebenfalls lesen muss. Und ich muss sagen, es hat sich gelohnt!

Da ich die Charaktere schon aus dem ersten Teil kannte, war es für mich, als ich die ersten Sätze gelesen hatte, wie ein Wiedersehen. Auri und Cassie waren für mich schon in „Someone New“ das Traumpaar schlägt hin und ich habe mich immer geärgert, dass die Zwei es nicht auf die Kette bekommen haben. Alle die sich mit dem zweiten Teil jedoch Besserung erhoffen, werden jedoch enttäuscht. Das ständige Hin und Her geht weiter und ich war nicht selten kurz davor auszurasten. Am liebsten hätte ich ins Buch gegriffen und den zweien Mal vor Augen geführt, dass sie das perfekte Paar abgeben.

Ich habe während des Lesens in einer anderen Welt gelebt, bin in das Buch eingetaucht und habe erst aufhören können, nachdem auch die letzte Seite beendet war. Durch den sehr empathischen Schreibstil fiel es mir sehr leicht, mich auf die Figuren und das Geschehen einzulassen und wer es liebt, sich so sehr in Geschichten einzutauschen, dass er nichts mehr mitbekommt, sollte „Someone Else“ auf jeden Fall in seinem Regal stehen haben.

Die Geschichte die Laura Kneidl erzählt beschreibt das ständige Hin und Her in der Beziehung der beiden Protagonisten, die verschiedener nicht hätten sein können. Eine schüchterne Literaturstudentin und ein begabter Footballspieler, verbunden durch ihre Liebe zu Tolkiens „Herr der Ringe“ und ihr gemeinsames Hobby, das Cosplay. Nicht zu vergessen, die gemeinsame Wohnung, durch welche sie sich erst kennenlernten und nach und nach zu besten Freunden wurden.

Die auf den ersten Blick sehr klischeehafte Romanze entwickelt sich still und leise und erst nach viel Leid schaffen Auri und Cassie es, sich auszusprechen. Ich für meinen Teil habe mitgefiebert bis zur letzten Seite und gerade, weil ich die Personen schon aus dem ersten Teil kannte, war es umso schöner, von allen wieder zu hören und zu erfahren, was zum Beispiel aus Julian und Micah geworden ist.

Aber nicht nur die Geschichte an sich, macht das Buch für mich besonders: Laura Kneidl spricht auch diesmal ein sehr wichtiges Thema an, welches in unserer Gesellschaft Tag für Tag ansteigt, den Rassismus. Auri, welcher eine dunkle Hautfarbe hat, wird immer schief angeschaut, vor allem, wenn er mit der blassen Cassie unterwegs ist. Als Footballspieler ist er vielen Klischees ausgesetzt, „für einen Schwarzen ist er zu weiß und für einen Weißen zu schwarz“. Sein Team verurteilt ihn und er fühlt sich gezwungen, sich zu verstellen, um ins System zu passen. Rassismus ist in unserer Gesellschaft immer da und wird von vielen gar nicht mehr sonderlich beachtet. Gerade deshalb ist es wichtig, dass dieses Thema thematisiert wird. Laura Kneidl stellt dies geschickt an. Sie verwebt das Thema mit der Geschichte, bringt den Leser dazu, mitzufühlen und regt somit zum Nachdenken an. Sie setzt ein Zeichen gegen Rassismus!

Trotz allem muss ich sagen, dass mir der erste Teil besser gefallen hat, einfach weil die Geschichte von Micah und Julian außergewöhnlich ist.

Letztendlich ist „Someone Else“ für mich ein sehr gutes Buch und wer im ersten Teil schon mit Auri und Cassie mitgefiebert hat, sollte nicht lange zögern und auch dieses Werk der talentierten Autoren verschlingen. Ich kann den Roman mit gutem Gewissen empfehlen und warte schon gespannt auf den dritten Teil!

Veröffentlicht am 26.09.2019

Midnight Blue - eine überraschende Bad Boy Geschichte

Midnight Blue
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„Midnight Blue“ klang für mich irgendwie magisch… als ich den Titel gelesen habe, konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, was sich hinter dem mysteriösen Cover verbirgt, aber meine Neugier und meine ...

„Midnight Blue“ klang für mich irgendwie magisch… als ich den Titel gelesen habe, konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, was sich hinter dem mysteriösen Cover verbirgt, aber meine Neugier und meine Lesesucht haben gesiegt und ich habe mich auf den Roman von L.J. Shen eingelassen.
Die Geschichte von Alex, einem Sänger, der frisch aus dem Entzug kommt, und Indigo, einer jungen Frau, welche die Schulden ihrer Familie abgleichen will, beginnt in Los Angeles. Indigo soll während seiner Welttournee auf Alex achten, damit er nicht erneut auf die schiefe Bahn gerät. Natürlich lässt sich Alex nicht auf einen „Babysitter“ ein, und so beginnt eine spannende und reizende Reise für die Zwei und die restlichen Bandmitglieder (und natürlich auch für uns als Leser).
L.J. Shen nimmt einen mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Im Vordergrund immer die Frage: Was passiert zwischen Alex und Indigo? Ich für meinen Teil konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen, bis ich die Antwort auf diese und noch viel mehr Fragen gefunden hatte.
Besonders gefallen hat mir an „Midnight Blue“ der mitreißende Schreibstil. Ich habe auf jeder Seite mit Indigo mitgefiebert, habe ihr die Daumen gedrückt und sie in Gedanken auch mal angeschrien, warum sie dies und das gemacht hat oder warum eben nicht. Beim Lesen hatte ich tatsächlich das Gefühl, als säße ich neben ihr im Hotelflur oder würde mit ihr gemeinsam Alex Konzerten zuhören.
Ein anderer Punkt, bei welchem ich immer etwas hin und her gerissen bin, sind die verschiedenen Perspektiven, aus welchen der Roman geschrieben ist. Mal wird ein Kapitel aus Alex Sicht und mal aus Indigos Sicht geschrieben, was ich zwar gut finde, aber trotzdem kritisch betrachte. Die Idee, das Buch aus zwei verschiedenen Sichtweisen zu schreiben finde ich sehr gut und äußerst interessant. Dennoch hatte ich zu Beginn mancher Kapitel das Gefühl, ein bisschen aus meinem Lesefluss zu kommen, da ich mich neu auf eine andere Sicht einlassen musste. Allerdings kann ich dazu aber sagen, dass ich dieses Gefühl nicht durchgehend hatte und ich mich schnell daran gewöhnen konnte. Alles in allem find ich diesen Perspektivenwechsel also nicht störend, sondern eine gute Ergänzung zum Rest des Romans. Diejenigen, die den Nervenkitzel jedoch brauchen, nicht zu wissen, was der andere über die Protagonistin denkt, muss ich jedoch leider enttäuschen.
Zu der Storyline kann ich sagen, dass ich oft überrascht wurde, weil ich viele Dinge nicht im Entferntesten geahnt habe.
Abgesehen von den Überraschungen finde ich gut, dass in dem Buch der Alkohol- und Drogenkonsum, genauso wie das „Berühmt-Sein“ immer mit einem kritischen Auge betrachtet werden. Oft werden in solchen Büchern nur die guten Seiten des Promidaseins beschrieben und dies ist hier absolut nicht der Fall und deshalb eine gelungene Abwechslung.
Allgemein war ich sehr überrascht von dieser eigentlich typischen Bad Boy Geschichte. Der Schreibstiel, das kritische Auge der Autorin und die Überraschungen im Handlungsverlauf konnten mich letztendlich schnell überzeugen, weshalb ich „Midnight Blue“ wärmstens empfehlen kann.

Veröffentlicht am 02.05.2021

Zwischen zwei Herzschlägen – Eine Geschichte von Rettern und Geretteten

Zwischen zwei Herzschlägen
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„Zwischen zwei Herzschlägen“ erzählt die unglaubliche Geschichte von Kerry, Tim und Joel. Als Joel an Silvester tot zusammenbricht, während Tim wie paralysiert ist, reagiert Kerry schnell und rettet ihm ...

„Zwischen zwei Herzschlägen“ erzählt die unglaubliche Geschichte von Kerry, Tim und Joel. Als Joel an Silvester tot zusammenbricht, während Tim wie paralysiert ist, reagiert Kerry schnell und rettet ihm das Leben. Dieses Ereignis lässt die drei nie wieder los und es entwickelt sich eine komplizierte Geschichte über die Liebe, Freundschaft, Drogensucht und das berufliche Leben.
Ich habe das Hörbuch gehört und bin sehr unschlüssig, was ich von eben diesem halten soll. Zum einen fand ich die Geschichte selber sehr interessant, vor allem, da das Augenmerk häufig auf der Relevanz der Ersten Hilfe lag und darauf aufmerksam gemacht hat. Andererseits haben mich die vielen Zeitsprünge von oft mehreren Monaten und die drei verschiedenen Sprecher (für Kerry, Tim und Joel) zum Teil sehr verwirrt.
Ich beginne mal mit den drei Protagonisten Kerry, Tim und Joel. Tim, ein in meinen Augen sehr egoistischer Mann, war mir von Beginn an unsympathisch und auch im Laufe des Buches konnte er diesen ersten Eindruck nicht wett machen. Kerry hingegen hat ein sehr großes Herz, steckt für alle anderen zurück und kämpf trotz all der Schwierigkeiten für ihren Traum, Ärztin zu werden. Sie ist das komplette Gegenteil zu Tim und ich mochte sie echt gern, auch wenn ich ihr Handeln in manchen Szenen nicht nachvollziehen konnte. Und Joel… ja, er ist sehr wechselhaft würde ich sagen. In einem Moment nett und sympathisch, im Nächsten ein richtiges Ar***loch. Insgesamt war die Konstellation der Drei sehr geschickt gewählt, sie haben sich ergänzt, hatten aber auch die nötigen Reibungspunkte, sodass kein „Perfekte-Welt“-Klischee entstanden ist.
Die Geschichte selbst spielt in einem Zeitraum von 17 Jahren und beinhaltet einige große Zeitsprünge. Es passiert viel, in meinen Augen fast schon zu viel. Dieser Eindruck entsteht vor allem dadurch, dass nur die wichtigsten Ereignisse genannt werden und das „unwichtige“ Alltagsleben übersprungen wird. Das, was allerdings passiert ist spannend, romantisch und schlüssig, sodass insgesamt eine runde Geschichte entsteht.
Besonders gut fand ich, dass immer wieder auf die Erste Hilfe aufmerksam gemacht wurde. Nicht nur durch das Wiederbeleben von Joel durch Kerry, sondern auch durch die Jobs der Charaktere und die detaillierte Beschreibung der „Überlebenskette“. Diese Überlebenskette ist in drei Teile eingeteilt worden und wird im Laufe der Geschichte mehrfach aufgegriffen. Dadurch wird vermittelt, wie wichtig die Erste Hilfe bei einem Herzstillstand (und auch in anderen Situationen) ist. Auch das Nachwort der Autorin, welches mich sehr berührt hat, motiviert dazu, Kurse zu belegen, um im Ernstfall helfen zu können.
Zu dem Hörbuch selbst kann ich sagen, dass die Stimmen der Leser sehr angenehm waren und ich ihnen sehr gut zuhören konnte. Allerdings hatte ich Schwierigkeiten dabei, die Stimmen der männlichen Leser auseinander zu halten, sodass ich mehrfach sehr verwirrt war und nicht immer genau wusste, ob die Geschichte nun aus Tims oder Joels Sicht geschildert wird. Das die Namen bei einem Sichtwechsel nicht genannt wurden, hat das ganze noch schwerer gemacht und ich musste mich immer sehr konzentrieren und überlegen, zu welchem Zeitpunkt bei wem der Protagonisten was passiert, um zu wissen, wer gerade spricht.
Alles in allem fand ich das Hörbuch ganz okay und es ist unterhaltsam für Zwischendurch. Die Charaktere passten gut zusammen und haben die Geschichte natürlich erscheinen lassen. Auch wenn ich zwischenzeitig durch Zeitsprünge und Sichtwechsel sehr verwirrt war, bin ich froh, es gehört zu haben. Überzeugen konnte mich letzten Endes vor allem die Botschaft der Autorin, welche ich als sehr wichtig empfinde, und zwar für jeden Einzelnen in unserer Gesellschaft und gerade ihr Nachwort hat dies nochmal verdeutlicht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.06.2020

Der Kuss des Raben – Ein Buch mit Mystik und Thriller-Momenten

Der Kuss des Raben
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Ohne die Empfehlung einer guten Freundin hätte ich dieses Buch von Antje Babendererde vermutlich nicht gelesen. Wenn auch der Klappentext interessant erscheint, so habe ich während der ersten Seiten nicht ...

Ohne die Empfehlung einer guten Freundin hätte ich dieses Buch von Antje Babendererde vermutlich nicht gelesen. Wenn auch der Klappentext interessant erscheint, so habe ich während der ersten Seiten nicht das Gefühl gehabt, in das Buch eintauchen zu können.
Aber mal von vorne:
Das Cover ist meiner Meinung nach sehr ansprechend, schlicht, aber schön gehalten. Der Titel weckt ebenfalls Interesse, vor allem, so ging es mir, da man schlecht einschätzen kann, in welches Genre das Buch tendiert. Auch nach dem Lesen bin ich mir da nicht so sicher… neben sehr mystischen und rätselhaften Geschehen tauchen immer mal wieder kleine Thriller-Momente auf. Auch Freundschaft, Verrat, Liebe, Vorurteile und (Aber)glaube spielen eine große Rolle.
Die Kapitel des Buches sind in Abschnitte mit dem Datum des Geschehens eingeteilt. Das ist relativ übersichtlich, allerdings spielen manche Abschnitte vor und andere nach dem Höhepunkt des Buches. So ist man direkt auf der ersten Seite damit konfrontiert, dass ein Unfall passieren wird/passiert ist, um welchen sich das gesamte Buch dreht. Diese Tatsache birgt eine gewisse Spannung, die sich durch die ganze Geschichte zieht.
Die Protagonistin Mila, welche als Austauschschülerin in Moorstein wohnt, verliebt sich in den immer schwarz gekleideten Tristan. Beide tragen jedoch große Geheimnisse mit sich herum, sodass das Netz aus Lügen, welches sie umgibt, immer weiterwächst. Durch einige Geschehnisse reißt dieses Netz jedoch und plötzlich ist nichts mehr so wie zuvor.
Mein Problem an dem Buch war, dass ich mich in keine der Figuren richtig hineinversetzen konnte. Mila ist in vielen Situationen sehr abergläubisch, und zwar so sehr, dass ich als Leserin nur die Augen darüber verdrehen konnte. Tristan ist mir von Grund auf unsympathisch und Lucas… schwierig. Die einzigen mir sympathischen Figuren waren Jassi, die beste Freundin von Mila, und Tilde, Milas Gastmutter. Leider waren die zwei für mich zu wenig in die Haupthandlung integriert (gerade zum Ende hin), sodass ich mich nicht wirklich „willkommen“ gefühlt habe und mich beim Lesen irgendwie fehl am Platz gefühlt habe.
Zum finalen Teil des Buches hat die Spannung allerdings gewonnen und ich kam doch noch in einen Lesefluss.

Achtung Spoiler! (Das Fazit ist wieder spoilerfrei und ich habe es kenntlich gemacht)

Das Ende hat mich dann allerdings doch etwas überrascht. Weder hätte ich damit gerechnet, dass Tristans Mutter versucht hat ihren Sohn zu töten, noch habe ich erwartet, dass Munin überlebt hat. Auch wenn ich gerne noch gewusst hätte, wie Tristans Unfall tatsächlich abgelaufen ist.
FAZIT

Alles in allem hat mir das Buch eher weniger gefallen, da ich mich nicht hineinversetzen konnte und ich erst in den letzten Kapiteln in einen Lesefluss gekommen bin. Dennoch hat es mich gerade zum Ende hin ein paar Mal ehrlich überrascht. Außerdem fand ich den Schreibstil der Autorin sehr gelungen. Ich kann dazu nur sagen, dass es bestimmt ein gutes Buch ist, jedoch nicht für mich.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere