Wenn die Hölle dir den Spiegel vorhält
KatabasisDas war mein erstes Buch von R.F. Kuang und so wusste ich nicht genau, was ich erwarten sollte, ich hatte allerdings nur gutesgehört.
Als ich die Leseprobe gelesen habe, war ich sofort angefixt und das ...
Das war mein erstes Buch von R.F. Kuang und so wusste ich nicht genau, was ich erwarten sollte, ich hatte allerdings nur gutesgehört.
Als ich die Leseprobe gelesen habe, war ich sofort angefixt und das hat sich während des ganzen Buches nicht geändert.
Katabasis ist viel, wie ich finde, es ist zeitweise kompliziert, Characterfokusiert und manchmal fragt man sich, ob es wirklich solche Menschen gibt.
Aber genau das macht das Buch auch so gut, es hat Witz, es ist irgendwie ehrlich und es zeigt auf, wie Menschen in einer Instutution, die eigentlich von Wissen und Intelligenz geprägt sein sollte, miteinander umgehen und Jahrhunderte alte Traditionen von "so haben wir das ja schon immer gehandhabt" weitertragen, obwohl sie es besser wissen sollten.
Alice ist für mich eine sehr spannende Protagonistin gewesen. Ich konnte mich ja so gar nicht in sie hineinversetzen aber gerade das hat sie so echt gemacht. Sich in ihren Kopf hineinzudenken war spannend und ihr Entwicklung durch das Buch hat mir gefallen. Wie sie langsam aber sicher, wirklich erwachsen wird.
Peter war toll, lange ein Mysterium und die Auflösung hat mir sehr gut gefallen, auch wenn er mir gegen Ende dann doch etwas zu kurz kam.
Katabasis hat unheimlich viele Referenzen zu Büchern, davon habe ich die meisten nicht gelesen, Theorien von Kant über Sokrates und eine Menge Mathe und Phsik. Ich habe defintiv nicht alles - die mehrheit von alles- verstanden und vor allem zu Beginn des Buches, kann einen das abschrecken.
Allerdings hat mir das nicht verstehen weder den Lesespaß noch das allgemeine verständnis des Buchs genommen, sodass man wirklich nicht jeden Gedankengang googeln muss, man kann sich einfach darauf einlassen.
Dennoch ist das sicher ein Aspekt des Buches, dass nicht jedem gefallen wird.
Was mir, vielleicht als Einziges, an dem Buch nicht ganz so gefallen hat, war das Magiesystem bzw. die Hölle an sich. Ich hatte ein bisschen mehr erwartet. Zu Anfang waren die Höfe sehr spannend aufgebaut und das wurde nach hinten immer weniger. Vielleicht habe ich auch den Sinn des Aufbaus noch nicht ganz durchdrungen, aber diese Entscheidung hat mir nicht so gefallen.
Auch das Magiesystem hätte ich irgendwie, weiter ausgebaut erwartet? So ganz kann ich nicht beschreiben was ich daran vermisst habe, aber etwas habe ich defintiv vermisst.
In der Mitte des Buches fand ich so ein zwei Kapitel etwas lang, mehr Action hätte mir da gefallen, aber es ist wirklich sehr Charakterbezogen das Buch, was ich nicht alle Tage lese, aber es hat dem Lesespaß keinen Abriss getan.
Schlussendlich muss ich aber sagen, dass mir einfach die Kritik gefallen hat, das System von Universitäten, wie Studierende und Doktoranten behandelt und ausgebäutet werden. Wie ein System, in dem man auf das Wohlwollen anderer so unheimlich angewiesen ist um das zu erreichen was man sich erträumt, einen Menschen dazu bringen kann, seine Ansichten so zu verdrehen und dehnen, die AUgen zu verschließen, dass schon alles passt.
Ich finde das sollte jedem zu denken geben. Man sollte bei sich bleiben, hinterfragen und nur weil jemand eine höhere Position innehat, nicht automatisch davon ausgehen, dass er Besser ist und sich eben deshalb auch manche Dinge erlauben kann.
Die Hölle hat den Protagonisten den Spiegel vorgehalten und war dann vielleicht auch gar nicht mal so schlimm im Vergleich zum Hörsaal.