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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2026

Vielleicht nichts wirklich Neues, aber was für ein Spaß!

Terms of Attraction 1. The Knockout Contract
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Dieses Buch bietet von der Story her nicht wirklich viel Neues, hat mir aber richtig Spaß gemacht. Es liest sich unglaublich leicht und schnell. Der Schreibstil ist so locker-flockig und witzig, dass ich ...

Dieses Buch bietet von der Story her nicht wirklich viel Neues, hat mir aber richtig Spaß gemacht. Es liest sich unglaublich leicht und schnell. Der Schreibstil ist so locker-flockig und witzig, dass ich an mehreren Stellen laut losgelacht habe, was mir bei Büchern nicht oft passiert. Noch im Nachhinein muss ich über manche Situationen kichern. Die spritzigen Dialoge, die witzigen Vergleiche, die Situationskomik - all das wurde einfach toll umgesetzt!

Beide Charaktere waren mir sehr sympathisch und für mich in ihrer Persönlichkeit spürbar, auch wenn Parker etwas weniger greifbar blieb als Lainey und ich mir zum Ende hin etwas mehr Einsicht in seine Perspektive gewünscht hätte. Da ging dann alles doch recht flott. Die Tension zwischen beiden wurde richtig gut aufgebaut. Es gab nur zwei Spice-Szenen, die meiner Meinung nach gut beschrieben wurden, ohne die immer gleichen Formulierungen zu verwenden, die ich schon nicht mehr lesen kann.

Natürlich waren einige bekannte und absehbare Klischees und Tropes vertreten, aber ich wurde auch überrascht, wenn sich die Figuren bei Kleinigkeiten anders und reifer verhielten als erwartet. Das fand ich erfrischend und insgesamt hat für mich einfach das Gesamtpaket gestimmt. Vor allem habe ich nicht nur gelacht, sondern auch viel gefühlt und das macht für mich eine gute Story aus!

Fazit: Eine leichte Fake Dating-RomCom, die mich durch ihren guten, witzigen und gleichzeitig behutsamen Schreibstil und die Gefühlsentwicklung zwischen den Charakteren überzeugt hat. Ich freue mich auf Band 2!

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Beeindruckend realistische Darstellung einer Essstörung

Und alles zerbricht (Paper Hearts 1)
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Vorab: Bei Problemen mit dem Essen und dem Gewicht sollte man zuvor die Triggerwarnung durchlesen. Auch bin ich nicht sicher, inwieweit sich dieses Buch wirklich für Jugendliche eignet, die ja häufig ohnehin ...

Vorab: Bei Problemen mit dem Essen und dem Gewicht sollte man zuvor die Triggerwarnung durchlesen. Auch bin ich nicht sicher, inwieweit sich dieses Buch wirklich für Jugendliche eignet, die ja häufig ohnehin in einer sensiblen Phase in Bezug auf ihre Figur stecken.

Was mich persönlich angeht, so bin ich etwas holprig gestartet. Manche Dialoge und Formulierungen kamen mir etwas umständlich und konstruiert vor, manche Handlungen nicht wirklich nachvollziehbar. Ich bin froh, dass ich wegen der Empfehlung einer Freundin trotzdem weiter gelesen habe.

Den Klappentext finde ich irreführend. Hier steht nicht die Liebesgeschichte im Vordergrund, wie angedeutet, sondern tatsächlich Milas Belastung und ihr Weg in die Essstörung. Ich bin selbst Psychotherapeutin und war wirklich tief beeindruckt davon, wie realistisch die Autorin die Essstörung, vor allem auch die Körperwahrnehmungsstörung und die Hartnäckigkeit dieser Erkrankung dargestellt hat. Man merkt, dass sie selbst Erfahrung mit dieser gefährlichen Störung hat.

Insgesamt fand ich die Charaktere sehr liebevoll gezeichnet. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Milas Unsicherheit und Ambivalenz waren für mich deutlich spürbar.

Am Ende fand ich den Schreibstil dann wieder etwas holprig, die Liebesgeschichte kitschig und das Tempo zu hoch. Außerdem wurde schnell noch etwas Drama hineingebaut, das hätte ich persönlich nicht gebraucht. Aber so ist das Ende offen geblieben und man kann gespannt auf die Fortsetzung sein.

Ich kann das Buch allen empfehlen, die sich für das Thema sensibilisieren möchten und generell an Mental Health-Themen interessiert sind. Bei eigenen Problemen mit der Figur und dem Essen würde ich hingegen gut abwägen, ob die Lektüre das Richtige für mich ist.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Ich mag die Reihe - ganz im Gegensatz zu den diskriminierenden Ansichten der Autorin

Der Tote mit dem Silberzeichen
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Vorab: Wie viele Fans der Reihe war ich mit dem inneren Konflikt konfrontiert, ob ich trotz der diskriminierenden und gefährlichen Ansichten und Handlungen der Autorin JK Rowling diese unter ihrem Pseudonym ...

Vorab: Wie viele Fans der Reihe war ich mit dem inneren Konflikt konfrontiert, ob ich trotz der diskriminierenden und gefährlichen Ansichten und Handlungen der Autorin JK Rowling diese unter ihrem Pseudonym erschienene Reihe fortsetzen soll. Ich habe mich dafür entschieden und möchte hier Werk und Autorin trennen. Ich habe das Buch gebraucht gekauft, ein schlechtes Gewissen bleibt.

Insgesamt war es sicher nicht der spannendste Fall der Reihe und die beiden vorherigen haben mir beispielsweise sehr viel besser gefallen. Auch ist das Buch mit über 1200 Seiten ein echter Wälzer und man hätte einige Handlungsstränge und Ermittlungsbeschreibungen kürzen können. Die extrem vielen Namen waren zudem verwirrend und das ist etwas, was mir nicht oft passiert, weil ich mir Namen gut merken kann.

Dennoch war ich ab einem gewissen Punkt wieder völlig gefesselt von der Story und dem einnehmenden Schreibstil, so dass ich noch bis spät in die Nacht gelesen und das Buch schlussendlich sehr schnell beendet habe. Das ist bei mir immer das beste Zeichen!

Die Reihe lebt von den authentischen Charakteren des Ermittlerteams, die wirklich mit ihren Ecken und Kanten und ganz eigenen Persönlichkeiten liebevoll und nachvollziehbar gezeichnet sind. Oft finde ich die private Story sogar noch sehr viel spannender als den Kriminalfall. Und wir haben es hier sicherlich mit dem Slowest Burn in History zu tun. Ich liebe es, immer wieder in diese Welt zurückzukehren.

Fazit: Nicht der beste Fall der Reihe, aber für mich wieder ein echtes Erlebnis, da ich die Reihe und ihre Charaktere liebe. Aufgrund der diskriminierenden Ansichten der Autorin kann ich aber nicht guten Gewissens eine Empfehlung aussprechen. Da muss jede und jeder für sich eine Entscheidung treffen und eine eigene Haltung entwickeln.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Ich kann die Fortsetzung kaum erwarten!

We Who Will Die
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Für mich war dieses Buch ein Pageturner mit einer faszinierenden Welt aus Gladiatoren, Vampiren, Intrigen und interessanten Charakteren. Ich fand es durchweg spannend. Immer dann, wenn ich dachte, dass ...

Für mich war dieses Buch ein Pageturner mit einer faszinierenden Welt aus Gladiatoren, Vampiren, Intrigen und interessanten Charakteren. Ich fand es durchweg spannend. Immer dann, wenn ich dachte, dass es etwas zäh werden könnte, ist etwas Neues passiert, so dass ich das Buch verschlungen habe.

Arvelle ist eine verbitterte, starke und verzweifelte Protagonistin, die mir gut gefallen hat. Die anderen Hauptcharaktere sind zu einem großen Teil undurchsichtiger. Ich belasse es absichtlich vage, um nicht zu spoilern. In jedem Fall gehört die Interaktion von Arvelle mit den männlichen Protagonisten und potentiellen Love Interests zu den Elementen, die mir an der Story besonders gut gefallen haben (Stichwort Tension!), obwohl die Romance angenehm im Hintergrund bleibt und niemals den Plot dominiert.

Die erschaffene Welt ist mal eine erfrischend andere mit ihren Vampiren, Gladiatoren und den verschiedenen magischen (Tier-) Wesen in einem Setting, das an das alte Rom erinnert. Sie ist teilweise sehr komplex und es passiert gefühlt ständig etwas, so dass ich zwischendurch auch mal den Überblick verloren und Einzelheiten vergessen habe, was mich aber nicht weiter gestört hat. Die Komplexität lädt dazu ein, Hypothesen über Hintergründe und weitere Geschehnisse anzustellen und fleißig zu rätseln, was mir großen Spaß gemacht hat.

Besonders die Welt der Götter fand ich faszinierend und hätte gerne noch einen genaueren Einblick erhalten. Auch die magischen Wesen werden zum Teil nur erwähnt, als wüsste man bereits, was damit gemeint ist. Einige konnte ich mir dank Latein-LK einigermaßen vorstellen, andere blieben blass. Ein Glossar sowohl zu den verschiedenen Völkern, den magischen Wesen und den Göttern wäre definitiv hilfreich gewesen. Insgesamt ist ein umfassendes und nachvollziehbares Worldbuilding etwas zu kurz gekommen, aber womöglich baut es sich langsam über die Reihe hinweg auf.

Fazit: Ich kann nur eine große Empfehlung für diese kurzweilige Fantasy mit ihren spannenden Entwicklungen und interessanten Charakteren aussprechen und freue mich schon riesig auf den nächsten Band.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Tief bewegend und so weise - ein echtes Jahreshighlight

Nicht weg und nicht da
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Wie berührend kann man schreiben?! Anne Freytag hat mich mit ihren Jugendbüchern bislang jedes Mal emotional umgehauen, auf die beste Art und Weise. Dieses Buch finde ich besonders bewegend - als Leserin, ...

Wie berührend kann man schreiben?! Anne Freytag hat mich mit ihren Jugendbüchern bislang jedes Mal emotional umgehauen, auf die beste Art und Weise. Dieses Buch finde ich besonders bewegend - als Leserin, als Freundin eines Menschen, der sich das Leben genommen hat, als chronisch Kranke, die einige Verluste zu betrauern hat, und schließlich auch als psychologische Psychotherapeutin. Ich würde so weit gehen zu behaupten, dass jeder Mensch, sofern emotional dazu in der Lage, dieses Buch lesen sollte und dass es sich außerdem als einfühlsame Hilfe bei Trauerbewältigung jeglicher Art und speziell nach einem Suizid hervorragend eignet.

Der Schreibstil ist bildhaft, poetisch anmutend und flüssig, die Kapitel angenehm kurz mit passenden Illustrationen und abwechselnd aus den Perspektiven von Luise und Jacob geschrieben. Beide Charaktere sind authentisch und liebevoll gezeichnet. Die Dynamik zwischen ihnen ist wunderschön und hat mir bei aller Schwere des Themas immer wieder das Herz erwärmt. "Melancholisch und irgendwie leicht", so beschreibt Jacob Luise und so würde ich auch das gesamte Buch beschreiben.

Es enthält so viele Weisheiten zum Leben, Sterben, zum Loslassen und Abschiednehmen, dass ich eine ganze Weile damit beschäftigt war, mir die Zitate zu notieren, die ich festhalten möchte.

Außerdem bietet es einen Einblick in die Perspektive eines jungen Menschen, der beschließt, sich das Leben zu nehmen. Es ist natürlich nur ein Beispiel und sieht bei jeder betroffenen Person anders aus, aber ich finde, dass hierdurch auch Menschen, die mit psychischen Problemen und Störungen bislang keine Berührungspunkte hatten, einen nachvollziehbaren Eindruck erhalten.

Für mich ist das Buch schon jetzt definitiv ein Jahreshighlight und ich kann es nur wärmstens empfehlen, wenn man bereit ist, sich auf eine emotionale, traurig-schöne Reise einzulassen. Oder wie die Autorin in ihrer Widmung schreibt: "Dieser Roman ist für alle, die einen Weg aus der Dunkelheit suchen. Und für die, die ihnen entgegengehen."

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