Profilbild von RaFee

RaFee

Lesejury Profi
online

RaFee ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit RaFee über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.02.2026

Beklemmende Atmosphäre die fesselt

Hinter meiner Tür
0

"Hinter meiner Tür" ist mein erstes Buch von Rose Hard, das Cover hat mich magisch angezogen und der Inhalt hat mich emotional gefesselt.

Lisa arbeitet als Ordnungscoach und nimmt uns mit in ihr Leben, ...

"Hinter meiner Tür" ist mein erstes Buch von Rose Hard, das Cover hat mich magisch angezogen und der Inhalt hat mich emotional gefesselt.

Lisa arbeitet als Ordnungscoach und nimmt uns mit in ihr Leben, welches auch im privaten aus Ordnung und Struktur besteht. Sie lebt und liebt feste Routinen und selbst jeder Löffel hat seinen einzigartigen Platz. Aber plötzlich häufen sich komische Vorfälle, immer wieder tauchen tote Tiere auf, Dinge scheinen leicht verschoben und sie fühlt sich beobachtet und bedroht. Aber kann sie ihrem Gefühl trauen, verliert sie den Verstand oder schafft sie ihr Leben wieder zu ordnen?

Dieser Psychothriller lebt von Lisas Emotionen und ihrer genauen Wahrnehmung von Geräuschen der Umgebung und Mimiken ihrer Mitmenschen. Im Verlauf wird es immer verworrener und man empfindet mit Lisa, wie sie zweifelt und versucht nicht die Kontrolle über ihr Leben zu verlieren, denn sonst verliert sie sich selbst. Die Spannung baut sich zunehmend auf, es ist allerdings weniger eine Spannung die auf äußere Aktionen basiert, als vielmehr eine innere Anspannung, wenn man Lisas empfinden hautnah miterlebt.
Der gesamte Plott wird aus Lisas Sicht erzählt, so dass man keinerlei Informationen von aussen bekommt, sondern nur erfährt, was auch sie weiß. Manche Aktionen kommen mir leider auch etwas unlogisch vor, wenn sie z.B. Angst hat und dennoch alleine los geht.

Am Ende blieben bei mir noch ein paar Fragen offen, die mich auch nach den letzten Zeilen nun noch beschäftigen. Dies ist von der Autorin geschickt gemacht, denn wir bleiben mit Lisa im Zweifel zurück und emotional verbunden. Ich persönlich möchte allerdings nach dem Lesen gerne abschließen können, aber sonst bin ich beim Lesen gerne genau so an ein Buch gefesselt wie hier.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.01.2026

Viel Klischee, wenig Spannung und Krimi

Schwarze Schuld
0

"Schwarze Schuld" war mein erstes Buch der Autorin "Angela Lautenschläger", das Cover, der Titel und der Klappentext haben mich sehr angesprochen. Es klingt nach einem spannenden Krimi, mit düsteren Geheimnissen. ...

"Schwarze Schuld" war mein erstes Buch der Autorin "Angela Lautenschläger", das Cover, der Titel und der Klappentext haben mich sehr angesprochen. Es klingt nach einem spannenden Krimi, mit düsteren Geheimnissen. Generell lese ich lieber selbst, hier habe ich mich aber mal für ein Hörbuch entschieden und bin sehr froh darüber. Die Sprecherin "Lisa Boos" hat eine angenehme ruhige Stimme, wenn sie nicht gerade die hektische Isabel spricht.
Es geht im allgemeinen um Lena, sie ist die neue Bezirksschornsteinfegerin von Jork, im Alten Land, sie ersetzt ihren Vorgänger, nachdem dieser kürzlich vom Dach stürzte und verstarb. Lena ist eine recht neugierige Person und findet bei ihrer Ankunft seltsame Zufälle, woraufhin sie auf eigene Faust ermittelt. Dabei lernt sie die recht klischeehaften Bewohner von Jork kennen und bekommt schnell auch Hilfe bei ihren Nachforschungen.

Leider muss ich sagen, mich hat der Krimi nicht gepackt, zwischen den Bewohner und Lena kamen tolle, lustige Dialoge auf, die mich zwar kurzweilig amüsierten, aber die Spannung oder überraschende Ereignisse und Wendungen, welche ich mir von einem Krimi wünsche, habe ich nicht gefunden. Die Ermittlungen plätschern eher im Hintergrund und stattdessen folgen wir Lena in Ihrem Tagesgeschehen, wobei sehr oft Essen bei ihr thematisiert wird. Ich habe mich oft über ihre Beweggründe gefragt, wieso sie als Neuankömmling, überhaupt einen Mord vermutet und aufklären will. Der eigentliche Dorfpolizist Kevin, gleichzeitig eher zum Statist taugt und man sich fragt, wie er zu seinem Job kam. Auch das Ende konnte mich nicht überzeugen, es zog sich in die Länge und war mir vorab schon ersichtlich. Da es sich hier um einen Reihenauftakt handelt, müssen natürlich alle Charaktere erstmal vorgestellt werden, aber ich wüsste auch nicht, was in Jork noch passieren sollte. Für mich war dieses Buch kein Krimi, wenn war es ein CosyCrime oder gar ein Roman.

Als Hörbuch etwas zum Schmunzeln nebenbei, zum selberlesen wäre es mir zu langatmig gewesen. Für Romanliebhaber mit kleinem Mordtwist bestimmt besser geeignet, als für Thriller und Krimiliebhaber.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.01.2026

Beziehungstipps für gestresste Eltern

Bindungsorientierte Erziehung als Team
0

Dem Buch „Bindungsorientierte Erziehung als Team“ von Marga Bielesch, merkt man an, dass die Autorin eine Paartherapeutin ist. Im Inhalt geht es wider erwarten weniger um Erziehung, als vielmehr um den ...

Dem Buch „Bindungsorientierte Erziehung als Team“ von Marga Bielesch, merkt man an, dass die Autorin eine Paartherapeutin ist. Im Inhalt geht es wider erwarten weniger um Erziehung, als vielmehr um den Zusammmenhalt der Eltern, bzw. hier neutral genannt "Partnerpersonen". Wo stoßen frische Eltern nach der Geburt zuerst an ihre Grenzen? In der Partnerschaft.

Der Ratgeber ist sehr übersichtlich und in kurze Kapitel aufgeteilt, deren Namen an klassische Sätze angelehnt sind, wie sie in vielen Beziehungen fallen, sobald Kinder dazu kommen. So z.B. "Seitdem wir ein Kind haben, gibt es viel mehr Streit" oder "Immer fällst du mir in den Rücken", dabei beginnen die meisten Kapitel mit einem guten praxisnahen Fallbeispiel, welche Themen wie Mentel Load, Emotional Load, Überforderung, Stresssituationen und unterschiedliche Erziehungsansätze aufgreifen und nahbar machen. So erkannte ich in mehr als einem Beispiel meine eigene Familiensituation wieder. Einzelne Bereiche sind in blauer Schrift hervorgehoben und geben wichtigen Stellen mehr Sichtbarkeit, so dass man beim nochmaligen Durchblättern gezielt danach ausschau halten kann.

Die meisten Ratschläge sind einerseits bekannt und beziehen sich auf Kommunikation und Konflikte die sich aus den eigenen Erfahrungen in der Kindheit ergeben, aber sind andererseits dennoch schwer umzusetzen, wenn man bereits in einem Streit festhängt. Daher bietet dieser Ratgeber Ansätze, wie man wieder ins Gespräch kommt oder um seine Partnerperson besser zu verstehen und zu lesen, falls diese nicht zu Gesprächen bereit ist.

Im Grunde unterscheiden sich diese Empfehlungen nicht sehr, zu anderen Beziehungsratgebern, nur die Fallbeispiele sind unbeschönigt auf Familien zugeschnitten. Mein Tipp wäre ja, diesen zu Lesen, wenn man noch in der rosigen Schwangerschaftszeit feststeckt und bisher keine Streitigkeiten in der Beziehung hatte. Denn ab Geburt und schlaflosen Nächten ändert sich öfter die Rollenverteilung und die Beziehung zur Partnerperson. Es wird in der Gesellschaft noch zu selten auf die schwierigen Seiten der Elternschaft hingewiesen, darauf sollte man sich jedoch auch vorbereiten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.01.2026

Sehr konstruiert und mit wenig Tiefe

Blutwild
0

Ich habe mich hier von dem makaberen Coverbild und dem Titel "Blutwild" verleiten lassen. Leider konnte mich der Inhalt von Saskia te Marvelds Thriller-Debut nicht so mitreißen wie gedacht, unter "Er jagt. ...

Ich habe mich hier von dem makaberen Coverbild und dem Titel "Blutwild" verleiten lassen. Leider konnte mich der Inhalt von Saskia te Marvelds Thriller-Debut nicht so mitreißen wie gedacht, unter "Er jagt. Er zerstückelt. Er tötet." wie es auf der Rückseite heißt, hatte ich mir eine etwas blutigere Lektüre vorgestellt.

Es sind sechs Jahre vergangen seit Anka ihrem Peiniker entkommen konnte und dieser ins Gefängnis kam. Als sie nun mit einer Hilfe-Nachricht zu einer alten Waldhütte gelockt wird, beginnt für sie ein Albtraum, der sie in ihre traumatische Vergangenheit zurückversetzt. Ist ihr ehemaliger Peiniger bereits aus der Haft oder steckt jemand anderes hinter den neuen Verbrechen? Sie muss das Rätsel lösen, bevor sie erneut geschnappt wird.

Zunächst das postive, der Schreibstil und die kurzen Kapitel lassen sich zügig lesen, dazu kommt der relativ geringe Seitenumfang von knapp 300 Seiten. Die Spannung war gut verteilt und mir gefallen die Momente, in denen Anka in ihre Vergangenheit rutscht und die kleinen Psychospiele, welche einen Zweifeln lassen, was ist real und was bildet sich Anka ein. Schön wäre ein Einblick in die Sicht des Täters, um seine Intension nachvollziehen zu können oder etwas mehr über Ankas Vergangenheit/Beweggründe/Beziehungen. Ihr Charakter bleibt sehr oberflächlich und ich konnte mich nicht gut in sie und die Situation hineinversetzen. Insgesamt fehlt es mir in diesem Thriller an Tiefe, vielleicht hätten dem Werk ein paar Seiten mehr gut getan, um etwas mehr Hintergrund und Ermittlung einzufügen. Es gibt viele unlogische, recht konstruierten Momente die zwar die Geschichte vorantreiben, aber einen am Ende doch ratlos zurück lassen. Zu Beginn geht Anka z.B. alleine zur Waldhütte, obwohl sie es besser wissen müsste. Laut Inhalt war sie früher eine gute und beliebte Ermittlerin, da holt man sich Unterstützung, wenn doch alles an der Situation nach Falle schreit und mit ihrer Vergangenheit. Solche unlogischen Aktionen haben mir das Lesevergnügen leider stark getrübt. Aus der sonst guten Grundgeschichte, die mir schon gefallen hat, hätte man definitiv mehr rausholen können, sehr schade. Ich hatte zumindest am Schluss auf eine entsprechende Auflösung gehofft, aber auch hier ein recht abruptes Ende mit großen Verständnislücken.

Fazit, da wäre noch so viel mehr möglich gewesen aber für Liebhaber von leichter Unterhaltung, die nicht gerne mitdenken und miträtseln wollen oder mit dem Opfer/Täter mitfiebern möchten, eine kurzweilige Lektüre.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.01.2026

Geschickt erzählt, solide spannend

Wem du traust
0

Das Cover verspricht mit seinem düsteren, einsamen Charme einen spannenden Krimi.

Ein Albtraum für Eltern, Susannes Tochter, die fünfzehnjährige Sofie ist morgens nicht Zuhause angekommen. In der Nacht ...

Das Cover verspricht mit seinem düsteren, einsamen Charme einen spannenden Krimi.

Ein Albtraum für Eltern, Susannes Tochter, die fünfzehnjährige Sofie ist morgens nicht Zuhause angekommen. In der Nacht hat sie für Eva und Daniel als Babysitter gearbeitet und sollte von Daniel nach Hause gefahren werden. Dieser beteuert auch, sie vor dem Haus abgesetzt zu haben. Das pikäre, Susanne und Eva sind seit Schultagen Freundinnen und haben Sofie anfangs sogar gemeinsam großgezogen. Auch die Freundschaft steht plötzlich unter Druck, nachdem die leitende Ermittlerin Heidi Daniel ins Visier nimmt und sich dieser in Lügen verstrickt. Kann Eva ihrem Mann noch trauen?

Der Krimi wird vor allem aus zwei Blickwinkeln erzählt, von Eva die ihrer besten Freundin zur Seite steht und zur gleichen Zeit immer stärker an ihrem Mann und dessen Geheimnissen verzweifelt. Sowie von Heidi der Ermittlerin, die sich schnell auf Daniel konzentriert, da alle Spuren auf ihn zu zeigen scheinen. Dazu sind einzelne Kapitel eingeschoben, die von Ängsten und Sorgen einer nicht benannten Person in Gefangenschaft erzählen und sich dramatisch zuspitzen.
Mir gefällt diese Art zu erzählen, da sich mehrere Erzählstränge kreuzen, ergänzen, aber auch Platz für eigene Gedanken bieten. Hinzu kommt, dass die Kapitel sehr kurz sind und sich zügig lesen lassen, denn ein weiteres geht da immer noch.
Leider war mir ab der Hälfte schon recht klar, wohin die Reise gehen wird, so dass mir die Haupthandlung nicht mehr so überraschend war, diese rückt auch teilweise in den Hintergrund. Aber dafür kommt noch eine zweite dramatische Wendung hinzu, die mir genug Spannung geliefert hat. Das Ende hat mir dann sehr gefallen auch wenn es in gewisser Weise traurig ist.

Mein Fazit, ein kurzweiliger Krimi mit guter Story, spannenden Einblicken in glücklich wirkende Familien, aber mit für mich wenig überraschenden Wendungen. Dennoch gut zu lesen und raffiniert aufgebaut.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere