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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2026

Grandioser Start, schwaches Ende

Doppelspiel
8

Tom Borg, ein durchaus erfolgreicher Autor steckt in der Krise. Nach seinen vorigen Erfolgen und der Verfilmung seiner grandiosen Buchreihe möchte er in etwas neues starten und lässt dafür sogar seinen ...

Tom Borg, ein durchaus erfolgreicher Autor steckt in der Krise. Nach seinen vorigen Erfolgen und der Verfilmung seiner grandiosen Buchreihe möchte er in etwas neues starten und lässt dafür sogar seinen beliebten Hauptcharakter Nic Castillo sterben. Doch schon nach dem ersten Kapitel erfasst ihn eine Schreibblockade und beim Versuch neue Ideen zu finden, wird er in einen realen Mord verwickelt, der erschreckend dem Szenario seines Manuskripts ähnelt. Eine verwirrende und abstruse Jagt beginnt.

War ich vom Cover und den ersten Kapiteln noch gefesselt, so wurde ich nach dem Mord einer erotischen Tänzerin doch um so mehr enttäuscht. Gerne hätte ich ja so spannend weitergelesen, aber im Verlauf der Geschichte wurde nur alles immer klischeehafter und verworrener. Leider nicht auf überraschende Weise mit tollen Wendungen, sondern nach dem Motto viel hilft viel, aber manchmal ist eben weniger auch mehr. So ermüden mich Bücher, in denen nahezu alle Randgruppen untergebracht sind, auf eine Weise die sich mehr nach einer Checkliste anfühlt, als nach gelebter Vielfalt. Auch haben viele Aktionen der Figuren für mich keinen Sinn ergeben. Wieso flieht Tom überhaupt, wie kann er trotz Flucht und dem Versuch selbst die Mörder zu finden noch an seinem Buch arbeiten? Andere Situationen haben sich dafür nahezu perfekt gefügt, so sind die Ermittlerinnen Olivia und Nazrin ihm immer knapp auf der Spur, egal wie unlogisch die Spurensuche läuft, aber durch glückliche Zufälle kann Tom dann doch entkommen. Teilweise war dies zwar belustigend und amüsant, aber wenig glaubhaft und irgendwann wirkte alles aufgesetzt. So konnte mich auch das Ende nicht überzeugen und ebenso der dort platzierte Cliffhanger zur Trilogie. Da die Reihe ja fortgesetzt werden soll, hätte mir zudem mehr Tiefe in den Charakteren gefallen, aber bisher wirken sie recht platt und ich konnte mich mit keinem so recht anfreunden, es werden zwar hier und da Infos aus dem Privatleben gestreut, aber danach nicht mehr aufgegriffen und es tut auch nichts zum eigentlichen Plott, ausser diesen in die Länge zu ziehen.

Ich kannte zuvor keinen der Autoren, hatte aber gute Bewertungen ihrer Bücher gesehen, leider hat mich dieses hier nicht überzeugt und ich werde mich auch nicht durch die Fortsetzungen quälen. Ein gutes Buch muss für mich nachvollziehbar sein, zumindest in Teilen und hier wurde ich nicht überzeugt, schade.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charatere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 20.03.2026

Backspaß mit tierischem Freund

Carli und Klecks backen einen Kuchen
0

Dieses Buch zeigt eine schöne Freundschaft zwischen dem kleinen Jungen Carli und seiner Hauskatze Klecks. Mama hat Geburtstag und bekommt einen Kuchen. Da hat Carli eine Idee, er will seinem kuscheligen ...

Dieses Buch zeigt eine schöne Freundschaft zwischen dem kleinen Jungen Carli und seiner Hauskatze Klecks. Mama hat Geburtstag und bekommt einen Kuchen. Da hat Carli eine Idee, er will seinem kuscheligen Freund auch einen Kuchen backen. Weil er schon groß ist, schafft er es bestimmt ganz allein. Oder doch nicht? Was wohl Papa zu dem Chaos sagen wird?

Über viele liebevolle Illustrationen begleiten wir die beiden dabei, wie mit kleinen Hindernissen, ein wunderschöner Katzenkuchen entsteht. Die Bilder zeigen eine vielseitige Familie mit Kindern in unterschiedlichen Lebensphasen und auch mit teils körperlichen Beeinträchtigungen. Diese werden so mühelos integriert, dass sie mir erst am Ende des Buches aufgefallen sind und ich beim wiederholten Lesen besser darauf geachtet habe. Dies gefällt mir besonders, da es so als normal aufgefasst wird und nicht wie in anderen Kinderbüchern aufgesetzt und speziell hervorgehoben wirkt.

Das Buch hat ein handliches Format, ist stabil, auch in kleinen Kinderhänden. Mein zweijähriger war begeistert, vor allem von Klecks. Sein großer Bruder widerum hat mir gleich erklärt, Nudeln und Ketchup gehören nicht in einen Kuchen! Die Texte bestehen aus kurzen und einfachen Sätzen, meist auch nur 1-2 Sätze pro Seite. Genau richtig dosiert für junge Zuhörer ab ca. 2 Jahre. Mir und meinen Kindern hat das Buch sehr gut gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.03.2026

Zwischen Vertrauen, Zweifeln und Ängsten

Giftiger Grund
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Mich hat hier das giftig leuchtend neongrüne Cover angelockt, passend zum Titel "Giftiger Grund" und ja, die Hauptfigur Joran von Thomas Knüwers Kriminalroman ist auch in einem giftigen Umfeld aufgewachsen.
Nach ...

Mich hat hier das giftig leuchtend neongrüne Cover angelockt, passend zum Titel "Giftiger Grund" und ja, die Hauptfigur Joran von Thomas Knüwers Kriminalroman ist auch in einem giftigen Umfeld aufgewachsen.
Nach einem unglücklich verlaufenden Überfall auf eine Tankstelle, muss Joran und seine beiden Freunde in den Jugendknast. Joran trifft es am schlimmsten und er kommt daher als letztes wieder frei, fest entschlossen sein Leben zu ändern und die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Gar nicht so leicht als Ex-Häftling und mit alten Freunden, die sich wieder in sein Leben drängen, schnell verstrickt er sich in neue Probleme und wir Leser:innen sind hautnah dabei. Hin- und hergerissen zwischen Mitleid für Joran, Angst um ein kleines Mädchen namens Edda und der Frage, was treibt die Lostplace Forografin Charu an.

Sprachlich war der Krimi sehr gut zu lesen, ich konnte mich mit den Charakteren sehr gut anfreunden und habe zunehmend mit Joran gelitten, wie er den Umständen ausgeliefert ist. Die Sprache variiert je nachdem, wessen Gedanken und Handeln wir begleiten, was es einfach macht die Personen voneinander abzugrenzen. Ich wurde im allgemeinen gut unterhalten und einzelne Wendungen kamen recht überraschend. Leider bin ich mit dem Schluss etwas im Zwiespalt, da passiert dann doch sehr viel und statt dass sich alles am Ende fügt, entstehen für mich zu viele neue offene Fragen. Teils auch etwas unglaubwürdig, ich hätte mir da mehr erwartet, vor allem was mit Edda passiert. Könnte ein neues Genre sein Tragik-Krimi denn es geht weniger um Ermittlungen wie sonst in Krimis, als viel mehr um unglückliche Umstände in die die 3 Charaktere geraten sind und die es nun vor der Polizei zu vertuschen gilt.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.03.2026

Action, Spannung und keine Zeit zum Luft holen

Blutiger Abgrund
1

Wow, was für ein temporeicher Thriller! Von Anfang bis Ende gibt es kaum Zeit um mal Luft zu holen, wenn wir mit Simon Berger neben der Leiche erwachen und jeder nächste Schritt es nur noch schlimmer macht. ...

Wow, was für ein temporeicher Thriller! Von Anfang bis Ende gibt es kaum Zeit um mal Luft zu holen, wenn wir mit Simon Berger neben der Leiche erwachen und jeder nächste Schritt es nur noch schlimmer macht. Weitere Leichen, Freunde und Kollegen werden zu Feinden, der andauernde Stress zerrt an den Kräften. Auch die Psyche ist angeschlagen unter der Frage, was ist passiert? Wurde ich wirklich zum Mörder, wie lange kann Berger dies durchhalten oder wird er geschnappt? Ein wenig hat mich Bergers Schnipseljagt mit Blackout, an den Film Hangover erinnert. Er hetzt bzw. wird gehetzt, von Hinweis zu Hinweis um die vergangene Nacht zu verstehen.
Am liebsten hätte ich den Thriller in einem Zug verschlungen, ich musste mich abends dazu aufraffen die Seiten auch mal wieder zu schließen. Dazu beigetragen haben wohl auch die recht kurzen Kapitel, die einen nahezu auffordern noch eins ran zu hängen. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, jedoch nicht aus Tätersicht, dieser blieb mir wirklich bis zum Schluss ein großes Rätsel, ich liebe es.
Auch wenn sie sich bereits über mehrere Bücher entwickeln konnten, hat auch dieses eine Buch es geschafft die Personen so glaubhaft und lebendig erscheinen zu lassen. Mir ist es daher trotz hohem Tempo und dem schnellem Auftauchen mehrerer Namen, mühelos gelungen diese voneinander abzugrenzen und mir als inneres Bild vorzustellen. Das schafft nicht jeder Autor, meist muss ich zurückblättern und Stellen nochmals nachlesen. Da dies der vierte Teil einer Reihe ist und es mir ein großes Lesevergnügen bereitet hat, muss ich nun wohl auch die ersten drei Bände lesen, so ein Pech. (Ironie)

Eine Leseempfehlung für alle die actionreiche Thriller lieben, mit aufgeladener Stimmung und Flucht- bzw. Jagtcharakter.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 27.02.2026

Über neue Freunde, Mut und Abschied

Herwig und Elsie – Wo ist der große Zauberer?
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Mir hat das lustige Titelbild hier sehr gefallen, mit der herumpurzelnden und verspielten Schrift. Auch der Inhalt dieser Geschichte ist meist recht amüsant zu lesen und hat meinem Kind gut gefallen.
Herwig ...

Mir hat das lustige Titelbild hier sehr gefallen, mit der herumpurzelnden und verspielten Schrift. Auch der Inhalt dieser Geschichte ist meist recht amüsant zu lesen und hat meinem Kind gut gefallen.
Herwig ist ein Kaninchen, welches von Hokus bei seinen Zaubershows immer aus dem Hut gezaubert wird. Er kennt nicht viel von der Welt, nur Hokus Haus und Garten und die laute Bühne, die ihm gefällt aber auch Angst macht. Er ist ein schlauer und glücklicherweise Hase, bis Hokus morgens nicht mehr da ist. Wo ist Hokus? Er versucht ihn zu finden und nach missglücktem Zauber lernt er Elefantendame Elsie kennen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche und Herwig nimmt seinen ganzen Mut zusammen.

Eine lustige und turbulente Geschichte mit so manchem Zauber, der so nicht geplant ist. Die Texte lesen sich fast alle sehr gut, allerdings manche Sätze finde ich etwas zu lang geraten für ein Kinderbuch. Die Zaubersprüche sind sehr kreativ und haben uns Spaß gemacht beim Lesen. Mit dem Ende und der Auflösung von Hokus Verschwinden hatte ich so nicht gerechnet und ich möchte nicht spoilern, aber ich fand es für Kinder nicht so gelungen. Auch weil ich als Erwachsene mir etwas mehr Verantwortungsgefühl von Hokus gegenüber seinem kleinen Freund gewünscht hätte. Mein Kind wiederum war etwas traurig, konnte sich aber mit Herwig und seinen neuen Freunden freuen.
Optisch haben uns die Illustrationen schön durch die einzelnen Seiten begleitet, wobei die Elefanten optisch gelungener sind. Aber das ist Geschmackssache.

Eine schöne Geschichte zum vorlesen oder um beim ersten lesen zu begleiten. Thematisch etwas kritisch zu betrachten, hier muss man sein Kind kennen, in wie weit man mit ihm schon über Abschiede und Trennung gesprochen hat oder eine Chance für alle die danach noch darüber sprechen möchten.

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