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Veröffentlicht am 21.10.2021

Spannender Hörgenuss

Eiskalte Freundschaft - Ich werde nie vergessen
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„Eiskalte Freundschaft“ ist ein packender Thriller über Mobbing und dem gefährlichen Drang nach Aufmerksamkeit. Was als dummer Jugendstreich beginnt, endet letztendlich in einem Spiel mit dem Feuer, das ...

„Eiskalte Freundschaft“ ist ein packender Thriller über Mobbing und dem gefährlichen Drang nach Aufmerksamkeit. Was als dummer Jugendstreich beginnt, endet letztendlich in einem Spiel mit dem Feuer, das fatale Folgen mit sich bringt.

Laura Marshall versteht es, ihre Hörer von der ersten Sekunde an zu fesseln. Gekonnt erzählt sie ihre Story auf verschiedenen Ebenen zumeist aus der Sicht der alleinerziehenden Mutter Louise.

Immer wieder wechseln die Szenen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. So kommen nur langsam die Details zum Verschwinden der jungen Maria ans Tageslicht. Marshall wirft uns die schockierenden Fakten der Vergangenheit nur häppchenweise vor und findet dafür das perfekte Maß, um die Spannung stets auf hohem Niveau zu halten. Gleichzeitig bringt sie uns als Hörer auch an moralische Grenzen. Schlussendlich bleibt man mit einer schwerwiegenden Frage zurück, die jeder für sich allein beantworten muss: Wie weit würde ich für Anerkennung und Freundschaft gehen?

Auch Susanne Schröder als Sprecherin leistet ihren Beitrag für ein brillantes Hörerlebnis. Ich habe ihrer Stimme sehr gern zugehört. Sie versteht es, in Louises Psyche einzudringen und deren Gefühlszustände so darzustellen, dass ich von der ersten bis zur letzten Minute mitgefiebert habe. Darüber hinaus gelingt es ihr, manche Szenen so zu interpretieren, dass es mir einen kalten Schauer über den Rücken gejagt hat.

Alles in allem ist „Eiskalte Freundschaft“ ein rundum gelungener Thriller, den ich absolut weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 14.10.2021

Animiert zum Fingernägelkauen!

Mit mir die Nacht
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Madonna ist der Hölle entflohen, doch der Preis dafür war hoch - und die Qualen sind noch lange nicht zu Ende. Das Schlachthaus existiert noch immer. Frauen werden dort gequält und vergewaltigt, denn es ...

Madonna ist der Hölle entflohen, doch der Preis dafür war hoch - und die Qualen sind noch lange nicht zu Ende. Das Schlachthaus existiert noch immer. Frauen werden dort gequält und vergewaltigt, denn es gibt genug Männer, die dafür zahlen. Madonnas Verfolger sind hinter ihr her, um sie "nach Hause" zu holen. Doch sie will nicht mehr weglaufen. Sie will kämpfen und dieses Leid für so viele Menschen endlich beenden. Koste es, was es wolle!

Zitat P. 138:
Aus dem Feuer und der Asche bin ich gekrochen, mit nichts als meinen gebrochenen Flügeln. Ich dachte, es sei die Erlösung, die mich wiederauferstehen lässt, doch am Ende war es Rache. In ihr liegt eine Kraft, die selbst den Tod überdauert, davon bin ich überzeugt.

"Mit mir die Nacht" ist die Fortsetzung von "Ich bin der Sturm" und beginnt inhaltlich direkt einige Wochen nach Ende von Band 1.
Wer den ersten Teil noch nicht gelesen hat, wird hier womöglich Schwierigkeiten haben, der Story problemlos zu folgen.
Ich hatte trotz der Vorkenntnisse zu Beginn Schwierigkeiten, wieder in die Geschehnisse des ersten Teils zu finden. Das legte sich dann aber nach einigen Seiten und die Erinnerung an diese grausame Geschichte kam wieder hoch, um mich erneut emotional zu packen. Die Autorin verzichtet auf ausgeschmückte Gewalt und blutige Details. Nichtsdestotrotz sind die Hintergründe der Protagonisten ziemlich ergreifend und ich musste oft innehalten und schlucken.
Harter Tobak, der allerdings durch die Geschichte, die Michaela Kastel drumherum aufgebaut hat, etwas entkräftet wird. Bis zum Schluss verfolgt man gespannt, ob es Madonna gelingt, das Böse zu besiegen.

Zitat P. 26:
Ich werde nicht tun, was sie sagen. Werde nicht betteln, nicht weinen, nicht schreien. Und wenn sie mich erneut zusammenschlagen. Und wenn sie das tun, was sie am besten können, ich werde nicht nachgeben. Nur warten, das werde ich. Darauf, dass diese Tür sich öffnet.

Persönliches Fazit: Ein großartiger Thriller, der nicht nur zum Fingernägelkauen animiert, sondern zudem ein heftiges Thema aufgreift, das einen noch nach Zuklappen der Buchdeckel beschäftigt.

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Veröffentlicht am 13.10.2021

Kopfkinoerlebnis!

Stadt des Zorns
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Besucht habe ich persönlich noch nie einen Escape Room und bin mir nach den beiden Marc Meller Büchern und all den gesehenen Filmen auch nicht mehr sicher, ob ich je einen in bunt und Farbe sehen möchte. ...

Besucht habe ich persönlich noch nie einen Escape Room und bin mir nach den beiden Marc Meller Büchern und all den gesehenen Filmen auch nicht mehr sicher, ob ich je einen in bunt und Farbe sehen möchte. Das Kopfkino würde anfangen verrückt zu spielen.
Natürlich habe ich zuerst Band 1 der Reihe gelesen, auch wenn es nicht zwingend notwendig ist, jedoch empfehlenswert, da bereits bekannte Charaktere in Band 2 erneut auftauchen und wieder die Hauptrolle des Spiels einnehmen. Ich dachte nicht, dass es der Autor schaffen wird, sein erstes Buch zu übertreffen. Doch genau das ist ihm gelungen!

Der Hauptcharakter des Buches ist wieder Hannah. Hannah hat als eine von zweien das Irre Spiel, den Escape Room in der Marienburg, überlebt. Ihr fiel es natürlich schwer, wieder zurück ins Leben zu finden, doch mithilfe einiger Personen, wie zum Beispiel ihrer Schwester Valerie oder dem LKA Beamten Bernd Kappler, gelang es ihr, zumindest oberflächlich zu vergessen. Doch ihre Seele bleibt verletzt, denn Janus ist noch immer auf freiem Fuß. Und er will Rache, genau wie Hannah. Daher freut sie sich, dass sie einerseits wieder spielen darf, doch andererseits möchte sie das Spiel mit ihm allein spielen. Sie will nicht, dass Andere sterben. Doch es ist Janus' Spiel, es sind seine Regeln - und er ist Hannah immer einen Schritt voraus.

Ein weiterer Hauptprotagonist ist wieder LKA Beamter Bernd Kappler. Um Hannah zu retten, verlässt er Hannover und reist nach Köln, obwohl er dort keinerlei Befugnisse hat.
Unser letzter Protagonist beziehungsweise Antagonist ist Janus. Er hat sich verändert, er hat geplant und nun hat er eine gesamte Stadt zum Einsturz gebracht. Sein persönlicher Escape Room, der gigantische Maße erreicht. Noch größer, noch imposanter, noch epischer. Und Janus nimmt dabei keinerlei Rücksicht auf Verluste. Er ist noch manipulativer und gefährlicher als zuvor.

Der Thriller ist an Spannung kaum zu überbieten. Marc Meller hat ein Meisterwerk geschaffen und alles detailreich recherchiert und verpackt. Die Perspektiven wechseln immer wieder zwischen den Sichtweisen der einzelnen Figuren hin und her. Dadurch steigt die Spannungskurve deutlich an.

Persönliches Fazit: Eine grandiose Fortsetzung, die einem den Atem raubt. Band 2 konnte eine ordentliche Portion Nervenkitzel draufpacken und hat mich sprachlos zurückgelassen. Ich empfehle das Buch zu 100% weiter an Krimi/Thriller-Fans und jene, die Escape Rooms lieben.

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Veröffentlicht am 12.10.2021

Eine unvergessliche Story

Du und ich ein letztes Mal
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Mit „Du und ich ein letztes Mal“ habe ich einen herzzerreißenden Roman gelesen, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird und für den ich viel länger brauchte als für andere Bücher zuvor. Weil ich ...

Mit „Du und ich ein letztes Mal“ habe ich einen herzzerreißenden Roman gelesen, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird und für den ich viel länger brauchte als für andere Bücher zuvor. Weil ich nicht wollte, dass es vorbei ist. Ich wollte so lange wie möglich in der Geschichte verweilen, habe einige Passagen mehrmals gelesen und sacken lassen. Und das, obwohl ich sonst keine gefühlvollen Romane lese, sondern eher auf Thrill und Action aus bin. Aber dieses Buch hier ... es hat etwas ganz Besonderes an sich.

Mit großen Emotionen habe ich die Liebesgeschichte von Vivi und Josh verfolgt. Die beiden haben sich unter besonderen Umständen auf der Golden Gate Bridge kennengelernt. Gemeinsam haben sie die Welt umreist und Orte besucht, die eine ganz bestimmte Bedeutung haben. Doch trotz Verlobung verändert sich die Beziehung plötzlich. Vivi und Josh merken, dass sie leider keine Zukunft miteinander haben. Obwohl die Liebe dennoch stark ist, müssen die beiden loslassen und sich für immer freigeben.

Ein hoch emotionaler Plot, der mich von Anfang bis Ende begeistern und berühren konnte. Wie oft hatte ich eine Gänsehaut oder einen dicken Kloß im Hals?!

Der lockere und bildhafte Schreibstil hat mich flüssig durch das Geschehen geleitet. Lily Oliver hat hier einen Roman geschaffen, der ans Herz geht und zum Nachdenken anregt.

Mit Vivi und Josh hat die Autorin zwei besonders reale Charaktere geschaffen, die mich beide begeistern konnten. Durch die kapitelweise abwechselnden Perspektivwechsel erhält der Leser Eindrücke in beide Gefühlswelten, was mir richtig gut gefallen hat. Zu beiden Protagonisten konnte ich sofort eine Verbindung aufbauen, und es hat mir schier das Herz gebrochen, dass diese Liebe keine Zukunft hatte.

Immer wieder hat es die Autorin mit kleinen Spannungspunkten geschafft, meine Neugier zu wecken. Bis zum Schluss hatte ich Hoffnung auf ein Happy-End. Dies bleibt – wie der Titel bereits verrät – leider aus, wurde aber wunderschön von der Autorin zu Ende gebracht. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich das Buch beendet und werde es noch lange in Erinnerung behalten.

Fazit: Eine unvergessliche Love-Story, die schöner nicht sein könnte und dennoch keine Zukunft hat. Zwei unglaublich reale Protagonisten laden den Leser hier zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle ein und geben verschiedene Anregungen mit auf den Weg. Für andere, für sich selbst.

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Veröffentlicht am 30.09.2021

Grandios spannende Story

Die Letzte macht das Licht aus
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„Im Gegensatz zu Xav war ich fast immer die Letzte auf allen Partys gewesen, inklusive denen bei Xav. Ich war diejenige, die die Jacken der anderen fand, Taxis bestellte, Leute rauswarf, die nicht von ...

„Im Gegensatz zu Xav war ich fast immer die Letzte auf allen Partys gewesen, inklusive denen bei Xav. Ich war diejenige, die die Jacken der anderen fand, Taxis bestellte, Leute rauswarf, die nicht von allein gingen. (...) Ich war die Letzte, die das Licht ausmachte. Doch diesmal wollte ich nicht die Letzte auf seiner Party sein.“ (E-Book, Seite 525)

Wer von euch war schon mal oder ist immer wieder mal die oder der Letzte auf einer Party? Feiern und tanzen bis die Musik aufhört. Klingt gut? Aber was, wenn es das allerletzte Mal ist? Was, wenn ihr wisst, dass ihr eure Freunde und eure Familien danach nie wieder sehen werdet? Aus einem einfachen wie dramatischen Grund: alle werden in den nächsten Stunden, Tagen, Wochen sterben!

Sich mit dem eigenen bevorstehenden Tod und dem der Liebsten anzufreunden, ist sicherlich die eine Sache. Doch wie soll man damit umgehen, wenn man der einzige Mensch zu sein scheint, der überlebt? Davon erzählt Bethany Clift in ihrem Debütroman „Die Letzte macht das Licht aus“.
Wer jetzt vielleicht stöhnt: „Och nö, nicht noch ein Virus, nicht noch mehr Corona“, den bitte ich, nicht zu voreilig zu urteilen. Denn auch ich dachte im ersten Moment: echt jetzt?

Um euch den Mund ein wenig wässrig zu machen: Dieses Buch hat mich gefesselt und absolut begeistert!

Clift versteht es, die Dramatik der Situation deutlich zu machen. Bereits die ersten Seiten veranschaulichen mehr als eindringlich, wie gefährlich das neuartige Virus 6DM ist. Und dennoch rückt das Virus so gekonnt in den Hintergrund, dass es die ganze Zeit, obwohl man es ununterbrochen im Hinterkopf hat, nur latent mitschwingt. Clift schildert zwar immer wieder eindrucksvoll, was das Virus mit uns Menschen gemacht hat, im Mittelpunkt steht aber eine junge Frau, die überlebt hat und die sich auf eine Reise zu sich selbst begibt. Auf der Suche nach anderen Überlebenden wird sie in den folgenden Monaten mehr über sich selbst erfahren als in ihrem gesamten bisherigen Leben.

Auch sprachlich konnte mich Bethany Clift voll und ganz überzeugen. Ungeschönt, ehrlich, teils emotional, teils rau und hin und wieder urkomisch schildert die Autorin den Überlebensweg einer einzelnen Frau. Besonders untermalt wird die schnell aufgebaute Sympathie und Empathie durch die Ich-Perspektive, aus der Clift ihre ergreifende und bis in letzte Detail perfekt durchdachte Story erzählt. Immer wieder blickt die Ich-Erzählerin zurück auf ihr bisheriges Leben. Nach und nach zeichnet sich so das Bild einer verletzlichen und doch starken jungen Frau, die von sich selbst nicht weiß, wer sie eigentlich ist und was sie vom Leben will.

Erst nachdem ich das Buch aus den Händen gelegt hatte, fiel mir auf, dass diese junge Frau, die mich wirklich berührt hatte, die ganze Zeit über namenlos geblieben ist. Auch das lässt mich noch einmal mehr darüber nachdenken, wie ich mich verhalten würde. Vielleicht findet doch jeder von uns ein Stückchen von sich selbst in dieser Geschichte. Mich wird „Die Letzte macht das Licht aus“ auf jeden Fall noch eine ganze Weile begleiten.

Persönliches Fazit: I LOVE IT! Dieses Buch hat mich mit den ersten Sätzen abgeholt und dann nicht mehr losgelassen. „Die Letzte macht das Licht aus“ ist eine grandios spannende Story, die zum Nachdenken anregt, zur Selbstliebe aufruft und trotz all der augenscheinlich herrschenden Ausweglosigkeit immer wieder mit Witz und Sarkasmus die schönen Seiten des Lebens feiert. Also denkt immer daran: Wir alle sind unseres Glückes eigener Schmied, also seid ihr selbst und lebt euer Leben! Und lest dieses Buch!

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