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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2024

Wien-Krimi mit viel schwarzem Humor

Der Metzger gräbt um
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Bereits zum achten Mal lässt der Autor seinen Metzger jetzt ermitteln und natürlich an seiner Seite die frisch angetraute Danjela. Wie sich die beiden in einer Kleingartensiedlung schlagen ist herrlich ...

Bereits zum achten Mal lässt der Autor seinen Metzger jetzt ermitteln und natürlich an seiner Seite die frisch angetraute Danjela. Wie sich die beiden in einer Kleingartensiedlung schlagen ist herrlich amüsant. Ich werde gezwungen, viel langsamer als sonst zu lesen, damit ich zum einen den Wiener Schmäh entsprechend würdigen kann, zum anderen um nichts von diesem speziellen Wortwitz zu verpassen.

Man muss sich schon einlassen auf den speziellen Humor des Autors, etwa wenn er das Heiligtum der Wiener aufs Korn nimmt, die Sachertorte und einer seiner Protagonisten darüber sinniert: „Haben sie das Schlagobers danach erfunden, um den Ziegel runterzubekommen oder davor und sich gedacht: Der weiße Matsch ist allein so fett und grauslich, einen g´schwinden Schoko-Sandkuchen dazu könnt´s schon vertragen.“

Natürlich gibt es gleich eine Leiche und auch wenn es sich in Metzgers Worte um eine „oide Schreckschraum“ handelt, will er das Ermitteln nicht der Polizei allein überlassen.

Zwischen Gartenzwergen in allen Variationen und der Welt des Schlagers gehen seltsame Dinge vor. Es bleibt nicht bei einer Leiche und so ganz nebenbei schnappe ich noch ein paar Gärtnertricks auf, wie etwa, dass Gurke und Radieschen schlechte Nachbarn im Hochbeet sind. Und woher hat der Metzger dieses Wissen? „Ist ein Zaubertrick und nennt man Lesen.“

Ich habe mich sehr gerne wieder verzaubern lassen und vergebe 5 Sterne für diesen unkonventionellen Krimi.

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Veröffentlicht am 27.10.2024

Was für eine geniale Reihe mit der Frisch-Familie

Frisch ermittelt: Der Fall Hartnagel
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Die Fünfzigerjahre sind zurück und Martha Frisch beweist wieder einmal, dass sie mehr kann, als nur die Heißmangel bedienen.

Ein angesehener Arzt wird tot aufgefunden und die Polizei möchte den Fall gerne ...

Die Fünfzigerjahre sind zurück und Martha Frisch beweist wieder einmal, dass sie mehr kann, als nur die Heißmangel bedienen.

Ein angesehener Arzt wird tot aufgefunden und die Polizei möchte den Fall gerne als Selbstmord unter den Teppich kehren. Aber Marthas Neffe Hans Frisch kämpft darum, dass die Ermittlungen weiter gehen. Sein Chef Onnen ist mir seit Band 1 ein Dorn im Auge und an ihm wird deutlich, wie viele ehemalige Nazis einen Persilschein erhalten haben.

Ich bin wieder abgetaucht in die Fünfzigerjahre, zusammen mit Marthas Enkelin Annemieke zum Tanzen gegangen und habe die Atmosphäre der damaligen Zeit eingesogen.

Es wird düster im dritten Fall dieser Reihe und damit ist nicht nur der Name der Oberschwester in der Kinderklinik gemeint. Mein Herz blutet bei der Behandlung der Kinder, die sich doch erholen sollen und der grauselige Geist der Nazizeit jagt mir einen Schauer über den Rücken.

Ich vergebe begeisterte 5 Sterne und hoffe sehr, dass noch viele weitere Teile dieser Reihe auf mich warten.

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Veröffentlicht am 25.09.2024

Mops Tyson mutiert zum Superhelden

Finstere Provence
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In seinem elften Fall wird es besonders persönlich für Albin Leclerc: ein Serienmörder, der sich selbst „Finsternis“ nennt, fordert ihn zu einem Spiel heraus. Der Preis: Albins Familie.

Was war das wieder ...

In seinem elften Fall wird es besonders persönlich für Albin Leclerc: ein Serienmörder, der sich selbst „Finsternis“ nennt, fordert ihn zu einem Spiel heraus. Der Preis: Albins Familie.

Was war das wieder spannend! Großartig wie der Autor mir verschiedene Verdächtige anbietet und jeder von ihnen könnte es sein.

Auf dem Polizeirevier in Carpentras hat man inzwischen resigniert und akzeptiert, dass der pensionierte Kommissar permanent mit dubiosen Ausreden auftaucht und sich in aktuelle Fälle einmischt, immerhin ist Albin ja sehr erfolgreich als polizeilicher Berater. Die Begegnung mit der jungen Polizistin am Empfang und Tysons „Gedanken“ dazu waren wunderbar witzig.

Ich liebe diese Reihe und „Finstere Provence“ hat mir besonders gut gefallen. Ich erfahre mehr über Albins Tochter Manon und ihre Beziehung zu ihrem Vater und über die Abgründe einer fehlgeleiteten Seele namens „Finsternis“.

Ich setze mich ins Cafe du Midi und beobachte amüsiert die Frotzeleien zwischen Matteo und Albin, schlendere zum Bouleplatz und spiele eine Partie mit. Ich genieße es, endlich wieder in der Provence zu sein und fühle mich als Teil des Ermittlerteams.

Mein besonderer Liebling ist natürlich wieder Mops Tyson, der kleine Philosoph, der dieses Mal eine entscheidende Rolle spielt.

Außergewöhnliche Protagonisten, eine großartige Landschaft und ganz viel Humor kennzeichnen diese spannende Krimi-Reihe, die ich sehr gerne weiterempfehle.

Auch nach dem 11. Fall habe ich noch lange nicht genug und bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht.

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Veröffentlicht am 25.09.2024

Unheimlich berührend und völkerverbindend

Drei Feiertage und eine Hochzeit
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In Zeiten von Krieg und Hass unter der Flagge von unterschiedlichen Religionen zeigt dieses Buch, dass es auch anders geht. Drei unterschiedliche Religionen, die einander respektieren und wertschätzen, ...

In Zeiten von Krieg und Hass unter der Flagge von unterschiedlichen Religionen zeigt dieses Buch, dass es auch anders geht. Drei unterschiedliche Religionen, die einander respektieren und wertschätzen, warum kann die Welt nicht mehr wie Snow Falls sein?

Ich muss gestehen, dass ich mich weder mit Chanukka noch Ramadan bisher ernsthaft beschäftigt habe, aber durch dieses Buch habe ich einiges gelernt. Faszinierend was es alles für köstliche Leckereien in diesen Kulturen gibt, wie die Fastenzeit verläuft und die Bräuche einer muslimischen Hochzeit sind ausgesprochen interessant.

Auf den ersten Blick könnten sie nicht unterschiedlicher sein: Anna, die Weihnachten liebt, aber durch ihre Stiefmutter Beth auch das jüdische Chanukka gefeiert hat und Maryam, muslimische Einwanderin aus Indien der zweiten Generation. Und doch haben sie vieles gemeinsam: beide sind empathisch, sympathisch, hilfsbereit und versuchen den Erwartungen gerecht zu werden, die ihre Umwelt an sie stellt.

Maryams Familie ist groß, bunt und laut und ihr Großvater ist der Beste. Wer im Zweifel ist, ob der aktuelle Partner der richtige ist, sollte sich vielleicht fragen, lache ich mit geschlossenem Mund über seine Scherze? 😉

Dadu, der weise alte Mann, ist mein heimlicher Liebling geworden. Ich hätte auch gerne einen Großvater wie ihn, der mich mit seinen Sprüchen zum Schmunzeln bringt, aber auch zum Nachdenken.

„Verbitterung ist wie ein Gift, das man trinkt und darauf wartet, dass der andere stirbt.“

Es gibt ganz viel Liebe in dieser Geschichte und die Taschentücher sollten stets griffbereit sein 😉.

Snow Falls ist ein wunderbarer Ort, ok, den vielen Schnee bräuchte ich jetzt nicht, aber die Bewohner sind durch die Bank liebenswert und hilfsbereit und liebend gerne würde ich durch die originellen Läden stöbern.

Drei Feiertage und eine Hochzeit verbreitet ganz viel Besinnlichkeit, berührt mich und lässt mich auf eine Fortsetzung hoffen.

Ich möchte mich der Danksagung der beiden Autorinnen anschließen: „Und egal, welches Fest ihr feiert, seid immer umgeben von Liebe, Güte und Empathie.“ 😍

Bevor ich es vergesse: 5 Sterne plus und eine unbedingte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 19.09.2024

Tischler unter Mordverdacht

Prost, auf Brunngries
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Im Jubiläumsband wird eine Mitarbeiterin einer Sicherheitsfirma tot aufgefunden und alles deutet darauf hin, dass Kommissar Tischler der Täter war. Fans der Krimireihe dürfen bereits zum zehnten Mal in ...

Im Jubiläumsband wird eine Mitarbeiterin einer Sicherheitsfirma tot aufgefunden und alles deutet darauf hin, dass Kommissar Tischler der Täter war. Fans der Krimireihe dürfen bereits zum zehnten Mal in Brunngries ermitteln und schaffen es hoffentlich, Constantin Tischler zu entlasten.

Felix Fink darf erstmals selbst die Ermittlungen leiten und mir gefällt richtig gut, wie sich der Bursche im Trachtenjanker seit seinem ersten Fall bis heute entwickelt hat.

Mit dabei sind natürlich auch wieder die „Grandes Dames“ von Brunngries: Tereza, Nori und Resi 😉 und natürlich kommt auch der Humor wieder nicht zu kurz. Ich habe Tränen gelacht, als Fink seinem Chef Hobbies vorgeschlagen hat und habe mir vorgestellt, wie er mit einer „Nagelschere die kleinen Ästchen von Bonsaibäumen zurechtstutzt“.

Für alle Freunde des „Herzhaften von Brunello“, diese besonders bei Vorzimmerdame Luise beliebte Kaffeemarke ist nicht nur gerade im Angebot, nein es gib inzwischen sogar eine neue Sorte, den „Ganz Herzhaften von Brunello“. Bitte verratet mir, ob es da geschmackliche Unterschiede gibt, ich selbst trinke ja keinen Kaffee 😉.

In der Beziehung zwischen Tischler und seiner Ärztin will es dagegen auch nicht so recht vorangehen und ein Mordverdacht hilft dabei auch nur sehr bedingt. Oder wie Fink es ausdrücken würde: „Soaps, die sind manchmal näher an der Realität als so manche Doku“.

Während ich die Spusi mit Butterbrezen und Leberkäswecken gnädig stimme, horche ich mal die Kollegen aus, ob sie womöglich entlastendes Material gefunden haben.

Auch im Jubiläumsfall wird es noch lange nicht langweilig in Brunngries, die Protagonisten bieten noch viel Entfaltungsspielraum und sogar Polizeioberrat Schwenk darf sich mal aktiv ins Geschehen einmischen.

Ich hatte wieder viel Spaß, Prost auf Brunngries wurde in einem Rutsch durchgesuchtet und jetzt freue ich mich darauf, dass es im nächsten Jahr mit einem weiteren Fall weitergehen wird.

Daumen hoch, ein Prost und eine Leseempfehlung für die gesamte Reihe.

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