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Veröffentlicht am 25.11.2020

Geheimer als geheim

Secret Academy
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Eine geheime Spionage-Organisation rekrutiert Jugendliche und macht sie zu Superagenten.

Die Waise Alexis wird nach einem Unfall von der geheimen Organisation MI20 als jugendliche Spionin zur Ausbildung ...

Eine geheime Spionage-Organisation rekrutiert Jugendliche und macht sie zu Superagenten.

Die Waise Alexis wird nach einem Unfall von der geheimen Organisation MI20 als jugendliche Spionin zur Ausbildung rekrutiert. Mit Hilfe eines Serums werden ihre vorhandenen mentalen und körperlichen Fähigkeiten verstärkt. Seit diesem Zeitpunkt kann sie die Gefühle anderer Menschen spüren. Schweren Herzens lässt sie ihre jüngere Schwester in einem Waisenhaus zurück und begibt sich an die Akademie des MI20 wo sie ihre Spionage-Ausbildung beginnt.
Ein paar Jahre später ist sie nun im Abschlussjahr an der Akademie. Ein wenig wie Hogwarts anmutend begleitet man die nun 19-Jährige in ihrem Schulalltag und in Fächer, die Agentenethik oder Programmieren beinhalten. Alles ist darauf ausgerichtet aus den jungen Menschen Superagenten zu machen.
Alles geht also seine gemütlichen Bahnen, zwischendurch gibt es einmal einen kleinen Trainingseinsatz, wobei dabei endlich etwas Spannung aufkommt und dem Leser dadurch das Warten auf die "eigentliche" Handlung verkürzt wird. Doch diese lässt sehr lange auf sich warten.
Sie beginnt erst kurz vor der Hälfte des Buches und bringt leider nicht die erhoffte Geschwindigkeit mit, die der Geschichte bis dahin hin und wieder gefehlt hat. Vielmehr artet die Handlung dann in endlose Schuldgefühle auf Alexis Seite aus, obwohl ihre Handlungen mehr als nachvollziehbar, ja sogar äußert sinnvoll und logisch erscheinen. Dadurch verliert das Buch deutlich an Reiz.
Unterstützt wird der Abfall der Handlung auch durch die Nebenfiguren, deren unterschiedliche Charaktere einem zu Beginn noch positiv aufgefallen sind. Ständig ist irgendjemand gekränkt, enttäuscht oder beleidigt und macht Alexis ein schlechtes Gewissen und für Dinge verantwortlich, für die sie nicht wirklich etwas kann.
Positiv ist an dieser Stelle einzig die Liebesgeschichte anzumerken, die einen etwas anderen Weg einschlägt, als erwartet. Leider biegt auch diese gegen Ende jedoch auf die Klischeeschiene ab. Sätze wie "...ich spürte ein merkwürdiges Flattern in meinem Bauch und schob es auf die Aufregung..." (sprich, Verliebtheit wird einfach mal ignoriert oder geleugnet) begegnen einem sehr oft.
Mehr als enttäuschend stellte sich dann das Ende des Buches dar. Neben der Tatsache, dass die meisten Fragen unbeantwortet bleiben, verhalten sich ausnahmslos alle Figuren Alexis gegenüber inakzeptabel und unverständlich. Ständig wird von Verrat und Schuld und Enttäuschung gesprochen. Das schlimmste daran: Alexis akzeptiert diese Anschuldigungen nicht nur, sie stimmt auch noch zu, dabei waren ihre Handlungen von Beginn an mehr als verständlich und nachvollziehbar, wenn auch vielleicht nicht immer die schlauesten. Auch bleiben die meisten Fragen unbeantwortet und der Sinn der Handlung erschließt sich dadurch nicht. Vielmehr beendet man das Buch mit dem Gefühl, den Prolog einer Geschichte gelesen zu haben, die dann wohl im nächsten Band eventuell beginnt. Das langsame Erzähltempo zum Schluss lässt die Geschichte genauso enden, wie sie begonnen hat, nämlich gemütlich und ohne Spannung.

"Secret Academy" lässt einen nach einem soliden Start leider unzufrieden zurück. Fragen werden nicht beantwortet, Handlungen der Nebenfiguren sind unlogisch und unverständlich. Das Ende animiert nicht dazu, den nächsten Band zur Hand zu nehmen, vielmehr lässt es den Leser frustriert zurück.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.11.2020

Piraten als Erntehelfer

Die Legenden der Blauen Meere 1: Dreckswetter und Morgenröte
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Der zwölfjährige Egbert lebt ein miserables Leben auf einer kleinen Insel und wird von seinem Vater und seinen älteren Geschwistern schlecht behandelt. Wie elend der Alltag für Egbert aussieht, wird gleich ...

Der zwölfjährige Egbert lebt ein miserables Leben auf einer kleinen Insel und wird von seinem Vater und seinen älteren Geschwistern schlecht behandelt. Wie elend der Alltag für Egbert aussieht, wird gleich zu Beginn auf humorvolle Art beschrieben. Dabei fallen sofort die vielen farbenfrohen Ideen auf, die der Autor in sein Buch gesteckt hat und die dem einen oder anderen Leser vielleicht sogar schon etwas übertrieben vorkommen. Manchmal ist die Grenze zwischen akzeptabel und albern hauchdünn, wird jedoch niemals ernsthaft durchbrochen.

Neben wirklich schrägen Einfällen (wie zum Beispiel, dass Piraten im Ruhestand als Erntehelfer und Hausangestellte arbeiten), sorgt vor allem der entspannte und lockere Stil für Unterhaltung. Egbert erzählt aus der Ich-Perspektive, wobei wirklich das Gefühl aufkommt, ein zwölfjähriger würde die Geschichte erzählen. Hier nimmt Geoff Rodkey seine Figur sehr ernst und gibt ihm absolut authentische Züge. Er ist nicht der stärkste oder mutigste, kann nicht besonders gut kämpfen oder schießen. Er ist einfach nur ein Junge mit Köpfchen, weiß diesen einzusetzen und handelt sonst, wie jedes andere Kind es in seinem Alter auch getan hätte. Dies macht seine Figur vor allem für die jüngeren Leser besonders zugänglich.

Die eigentliche Handlung beginnt nach einer sehr kurzen Einführung direkt damit, dass Egberts Vater mit ihm und seinen Geschwistern Hals über Kopf zur benachbarten Insel Morgenröte aufbricht. Dort trifft der Vater sich mit dem einflussreichen und charismatischen Roger Pembroke, der als Minenbesitzer viel Geld gemacht hat. Vor allem dessen Tochter Millicent hat es Egbert direkt angetan. Sie lernt der Leser als leicht verwöhnten Wildfang kennen, die jedoch ein gutes Herz und einen schlauen Kopf hat. Für junge Leserinnen ist Millicent eine starke Figur, mit der man sich gut indentifizieren kann. Wie Egbert verhält auch sie sich ihrem Alter entsprechend, obwohl beide Figuren manchmal eine ganz besondere Weisheit an den Tag legen, die wohl ihren Lebensumständen geschuldet ist.

Als Egberts Familie dann bei einer Ballonfahrt verschwindet, muss er kurze Zeit später um sein Leben fürchten. Er flieht von Morgenröte und macht sich daran, das Rätsel um das Verschwinden seiner Familie zu entschlüsseln. Auf seinem Weg trifft er auf noch mehr Piraten und erlebt so manches Abenteuer.

Dabei gelingt es dem Autor, die Spannung kontinuierlich aufrecht zu erhalten. Selbst wenn nicht auf jeder Seite eine Kampf tobt, fesselt die Geschichte und nimmt seine jungen Leser sehr ernst. Es wird nichts verharmlost oder besonders kindgerecht heruntergebrochen. Natürlich herrscht nicht Mord und Totschlag, doch den einen oder anderen Toten gibt es, was mit aller Ernsthaftigkeit und respektvoll behandelt wird, ohne dass die Geschichte an Leichtigkeit verliert.

Insgesamt ein Kinder- und Jugendroman voller Ideenreichtum, Humor, Spannung und Leichtigkeit. Für junge Abenteurer:innen und Piraten-Fans ab 10 Jahren bestimmt ein großer Lesespaß.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.10.2020

Juhu, ein Einzelband!

Four Dead Queens
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In dem Königreich Quadara werden die vier herrschenden Königinnen ermordet. Durch einen Zufall wird die Diebin Keralie mehr oder weniger Zeugin der Morde und versucht zusammen mit dem Boten Varin den Mörder ...

In dem Königreich Quadara werden die vier herrschenden Königinnen ermordet. Durch einen Zufall wird die Diebin Keralie mehr oder weniger Zeugin der Morde und versucht zusammen mit dem Boten Varin den Mörder zu finden.

Ein Krimi verpackt in eine Fantasy-Welt. So könnte man dieses Buch beschreiben. Die Handlung ist durchweg spannend und wartet mit tollen und überraschende Wendungen auf. Und auch auf ein bisschen Romantik darf man sich freuen.
Der Erzählstil ist flüssig, einzig ein wenig störend waren die Perspektivwechsel im Buch, die jedoch klar erkennbar waren. In der ersten Hälfte des Buches wechselt man zwischen Keralie in der Ich-Perspektive und den vier Königinnen als personaler Erzähler hin und her. Der Wechsel des Stils hat die Übergänge sehr erleichtert, denn es war immer klar, wem man nun gerade folgt.
Allerdings hätte ich mir deutlich mehr Keralie und weniger Königinnen gewünscht. Zum einen ist sie eine großartige und starke Hauptfigur. Ihre Art zu erzählen war mitreißend und zum Teil entlockte es einem ein Lächeln. Deshalb empfand ich vor allem zu Beginn ihren Anteil zu kurz. Man wird ein wenig aus der Handlung gerissen, natürlich oft auch an Stellen, wenn es gerade besonders spannend war.
Die Charaktere waren mit viel Liebe zum Detail beschrieben, was durch den Wechsel der Perspektiven begünstigt wurde. So waren die Königinnen dann eben nicht nur fremde Opfer, sondern Figuren, mit denen man gefühlt hat und deren Tod einen dann doch getroffen hat.
Die Lösung des Falles war großartig und unerwartet. Und das allerbeste: die Geschichte ist damit zu ENDE! Kein offenes Ende, keine Cliffhanger. Einfach ein sauberer Abschluss. Eine Seltenheit in diesem Bereich.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich kann es allen empfehlen, die der Klappentext reizt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.10.2020

Leider keinen Zugang gefunden

Die Verlobten des Winters
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Ophelia lebt ein unaufgeregtes Leben auf der Arche Anima. Ihre besonderen Fähigkeiten machen sie zu etwas besonderem, doch sie schottet sich von allen anderen ab und sucht die Einsamkeit. Als sie an den ...

Ophelia lebt ein unaufgeregtes Leben auf der Arche Anima. Ihre besonderen Fähigkeiten machen sie zu etwas besonderem, doch sie schottet sich von allen anderen ab und sucht die Einsamkeit. Als sie an den undurchsichtigen Thorn von der Arche Pol verlobt wird, wird sie aus ihrer geruhsamen Welt gerissen.

Was als als eine von neuen Ideen geradezu überlaufende, andersartige und liebevoll gestaltete Geschichte beginnt, verwandelt sich relativ schnell in eine langatmige und auf eine Art oberflächliche Handlung, die ich bei knapp 40% Hörfortschritt abgebrochen habe.
Einen großen Teil tragen dazu die Figuren bei. Zu keinen konnte ich eine wirklichen Zugang finden. War mir Ophelia am Anfang noch sympathisch, lässt einen die Autorin im Laufe der Handlung nicht nah genug an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben. Der Erzählstil ist dafür zu sachlich. Alles wird sehr genau, aber eben auch auf neutraler Ebene berichtet. Platz für Emotionen wurde nicht wirklich eingeräumt. Das führte bei mir dazu, dass ich an der Handlung und auch dem Schicksal der Charaktere nicht wirklich teilhaben konnte. Man fühlt sich als Leser eher wie ein außenstehender Forscher, der die Figuren beobachtet.
Zusätzlich geht die Geschichte zu langsam voran. Es kommt wenig Spannung auf, denn auch wenn es eine Handlung gibt, wird diese sehr exakt wiedergegeben. Natürlich ist das ein erster Band, in dem die doch recht komplizierte Welt erst einmal etabliert werden muss, doch trotz der vielen Details und dem Ideenreichtum habe ich diese Welt nicht wirklich verstanden.

Ich bin ein wenig enttäuscht, denn das Hörbuch hat wirklich toll angefangen und eine besondere Erzählung versprochen. Dieses Versprechen konnte es jedoch leider nicht halten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.10.2020

Unterhaltsamer Liebesroman

Meistens kommt es anders, wenn man denkt
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Nele beginnt ihren Traumjob bei einer Werbefirma, wo sie auch bald schon ihrem Traummann begegnet. Leider ist der für sie jedoch unerreichbar. Oder vielleicht doch nicht? Neben der vielen Arbeit unterstützt ...

Nele beginnt ihren Traumjob bei einer Werbefirma, wo sie auch bald schon ihrem Traummann begegnet. Leider ist der für sie jedoch unerreichbar. Oder vielleicht doch nicht? Neben der vielen Arbeit unterstützt sie ihren jüngeren Bruder, der mit seinem Down-Syndrom die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit sucht.

Wer schon den einen oder anderen Liebesroman gelesen hat, für den wird dieses Buch wenig Überraschungen bereithalten. Aber so wirklich will man das ja auch gar nicht.

Allerdings hätte ich mir bei diesem Buch Hauptfiguren mit mehr Tiefe gewünscht. Denn gerade das macht einen guten Liebesroman aus. Petra Hülsmann ist hier eher im Mittelfeld unterwegs. Die Charaktere sind an und für sich liebenswert, jedoch keinesfalls Figuren, die mit besonders viel Tiefe glänzen.

Diese Tatsache hat dem Roman viel von seinem Charme genommen, denn so bleibt man beim Lesen recht oberflächlich. Die Nebenhandlung hat mich deshalb auch nicht sonderlich interessiert, denn ihre Figuren waren wenig originell. Vielmehr hat sie die Handlung selbst ausgebremst.

Erfreulicherweise blieb die Problematisierung, die ich aufgrund des Nebenthemas "Behinderung" erwartet hatte, aus. Auch sonst ist vor allem die Liebesgeschichte in flottem Tempo und sehr romantisch erzählt.

Insgesamt ist der Autorin hier ein unterhaltsamer Roman gelungen, der die übliche Liebesroman Struktur verfolgt. Ich hätte mir ein wenig mehr Tiefe bei den Charakteren und eine deutlich stärkere Nebenhandlung und Nebenfiguren gewünscht.
Wer die Autorin kennt und gerne liest, ist bei diesem Buch genau richtig.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere