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Veröffentlicht am 05.05.2021

Kindermorde und eine Hexe

Die Henkerstochter
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Inhalt

In Schongau werden Kinder ermordet. Schnell wird die Hebamme Martha verdächtigt. Sie hatte als letztes Kontakt mit den Kindern. Außerdem wurden an den Leichen merkwürdige Symbole entdeckt. Hexenmale, ...

Inhalt

In Schongau werden Kinder ermordet. Schnell wird die Hebamme Martha verdächtigt. Sie hatte als letztes Kontakt mit den Kindern. Außerdem wurden an den Leichen merkwürdige Symbole entdeckt. Hexenmale, da ist sich der Rat sicher und ordnet eine peinliche Befragung der vermeintlichen Hexe Martha an. Diese soll der Henker Jakob Kuisl vollziehen. Der glaubt jedoch fest an die Unschuld der Hebamme und fängt an, mit der Hilfe des jungen Medicus Simon zu ermitteln.


Das Wichtigste in Kürze

Ein Mittelalterkrimi, der es versteht, seine Leser zu fesseln. Der Fall ist spannend und bis zum Schluss darf man über die Umstände der Morde, das Motiv und den Mörder rätseln. Zwischendurch mit ein paar kleineren Längen, dürften Leser dieses Genres zufrieden sein.


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Wo ist denn jetzt die Henkerstochter? Wer die obige Inhaltsangabe gelesen hat, wird die titelgebende Figur vermisst haben. So geht es auch dem Leser, denn obwohl Magdalena, die Henkerstochter, immer wieder mit von der Partie ist, so ist sie doch eher eine Nebenfigur und nicht wie eigentlich angenommen, die Protagonistin. Vielmehr begleitet man ihren Vater Jakob und den jungen Arzt Simon bei ihren Ermittlungen. Es bleibt die Hoffnung, dass sie in den kommenden Teilen eine größere Rolle spielt, denn charakterlich ist wieder einmal ein tolles Beispiel für eine starke weibliche Figur. Das tröstet auch darüber hinweg, dass die erhoffte Romantik etwas auf der Strecke bleibt.
Dafür ist die Handlung aber sehr spannend und der Fall wartet mit der ein oder anderen Wendung auf. Zwischenzeitlich kommt es zu kleineren Passagen mit etwas reduzierterer Geschwindigkeit, doch insgesamt wird der Spannungsbogen bis zum Schluss gespannt gehalten. Denn des Rätsels Lösung bekommt auch der Leser nur häppchenweise und das obwohl sogar manchmal aus der Sicht der Mörder erzählt wird. Ein gelungener Reihenauftakt in mittelalterlichem Setting, dessen Titel ein wenig irreführend ist, denn statt der erwarteten "Henkerstochter" als Hauptfigur, jagen deren Vater und ein Medicus den Mörder.

  • Cover
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 24.04.2021

Eine dunkle Magie bedroht das Land

Nocturna - Das Spiel des Fuchses
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Inhalt

Prinz Alfies Bruder ist verschwunden. Von einer Kriminellen Zauberin in einen Nichtraum verbannt. Seit dem ist Alfie auf der Suche nach einem Weg, seinen Bruder zurückzuholen. Zauberbücher über ...

Inhalt

Prinz Alfies Bruder ist verschwunden. Von einer Kriminellen Zauberin in einen Nichtraum verbannt. Seit dem ist Alfie auf der Suche nach einem Weg, seinen Bruder zurückzuholen. Zauberbücher über dunkle Magie sind seine letzte Hoffnung. Doch da kommt ihm die Diebin Finn in die Quere. Als Alfie aus Versehen eine dunkle und mächtige Magie freisetzt, muss er mit Finn zusammenarbeiten, um das Land Castallan zu retten.


Das Wichtigste in Kürze

Das Buch ist leider an seiner Umsetzung gescheitert. Vor allem die fehlende Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren und Finns etwas gezwungen wirkende Straßenmädchen-Art nehmen einiges an Lesespaß. Hinzu kommt eine Handlung, die zwar spannende Stellen hat, die jedoch nur durch Gerede und uninteressante Informationen verbunden sind.


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Obwohl das Buch spannend und kreativ startet, kann es aufgrund seiner Umsetzung leider nicht von sich überzeugen. Die Welt soll südamerikanisch angehaucht sein. Deutlich gemacht wird das jedoch nicht durch Atmosphäre, welche komplett fehlt, sondern durch das Einwerfen von spanischen Ausdrücken, die meistens weniger für Stimmung sorgen, sondern eher irritieren. Sie wirken gezwungen und nehmen Schwung aus dem Lesefluss. Der Weltenbau stellt sich als etwas simpel heraus. Es gibt das Land Castallan (auf der Karte erkennt man da eindeutig die Umrisse Südamerikas) und Englass (Großbritannien) und Upskalla (Grönland/Nordpol). Diese Ähnlichkeit kollidiert etwas mit der völlig neuen Welt, die die Autorin schaffen wollte.

In dieser Welt bewegen sich Finn und Alfie, die beide an und für sich schön ausgearbeitete und interessante Figuren sind. Die Interaktion der beiden wirkt jedoch hölzern und gezwungen. Hierbei soll Finn das lockere und hartgesottene Straßenmädchen mit weichem Herz sein, deren Sprüche in den Dialogen jedoch eher irritieren, als für Lockerheit zu sorgen. Hier sollten wohl anscheinend die Funken fliegen und ein Schlagabtausch entstehen. Tatsächlich liest man aber eher schwerfällige Sätze. Die Chemie will nicht so richtig fließen zwischen den beiden. Dafür ist Finn jedoch eine wirklich starke weibliche Hauptfigur, die tatsächlich für sich selbst sorgen kann. Eine schöne Abwechslung, auch weil sie nicht beim ersten Anblick von Alfie schmachtend dahinschmilzt.

Die beiden Figuren begleitet man durch eine durchwachsene Handlung. Die Kampfszenen sind sehr spannend, der Rest jedoch ist sehr viel Erklärung und Gerede, das nichts zur Geschichte beiträgt. Das liegt vielleicht auch daran, dass Finn und Alfie nur bedingt harmonieren und die Passagen, in denen die beiden miteinander reden, dadurch für den Leser uninteressant werden.

Alles in allem also ein eher enttäuschender Roman, der eine spannende Handlung verspricht, jedoch leider hinter den Erwartungen zurückbleibt.

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Veröffentlicht am 24.04.2021

Ein Königreich vernichten

Elian und Lira – Das wilde Herz der See
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Inhalt

Die Sirene Lira wird von ihrer Mutter, der Meereskönigin, von jeher zur Grausamkeit erzogen. Jedes Jahr zu ihrem Geburtstag stiehlt Lira deshalb das Herz eines Prinzen. Doch an ihrem 18 Geburtstag ...

Inhalt

Die Sirene Lira wird von ihrer Mutter, der Meereskönigin, von jeher zur Grausamkeit erzogen. Jedes Jahr zu ihrem Geburtstag stiehlt Lira deshalb das Herz eines Prinzen. Doch an ihrem 18 Geburtstag wird alles anders. Wegen Ungehorsams wird Lira aus dem Meer verbannt und läuft in Menschengestalt dem Prinzen Elian in die Arme. Ein Glücksfall, denn sein Herz soll sie ihrer Mutter bringen. Auf eine günstige Gelegenheit wartend begleitet sie Elian und seine Piratenmannschaft auf der Suche nach einer Macht, die das komplette Volk der Sirenen auslöschen könnte.


Das Wichtigste in Kürze

Ein spannendes Buch mit sympathischen Charakteren, das mit typischen Young-Adult-Klischees bricht, ohne, dass das Rad neu erfunden werden muss. Und es ist ein Einzelband, eine wahre Rarität unter den Jugendbüchern.


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Wenn Lira auf Elian trifft, sprühen die Funken. Und das nicht nur im romantischen Sinne, sondern vor allem aufgrund der verbalen Schlagabtausche, die sich diese beiden sympathischen Figuren liefern. Die sarkastischen, bissigen und ironischen Bemerkungen, die sich die beiden an den Kopf werfen sorgen für viel Lesespaß und vor allem Liras Schlagfertigkeit ist bewundernswert. Überhaupt ist sie eine großartige Protagonistin, die viel Stärke und Willenskraft mitbringt und doch nahbar bleibt. Ihre Entwicklung zu verfolgen ist eine Freude. Trotzdem bleibt sie sich und ihrem Volk dabei auf eine Weise treu. Sie ist eine Sirene und daran wird man durch ihre Gedanken und Gefühle auch erinnert. Als sie auf Elian trifft, prallen Welten und entgegengesetzte Vorstellungen aufeinander. Und trotzdem schafft es Alexandra Christo, die Sympathie, die die beiden füreinander empfinden auf eine gute Basis zu stellen. Elian ist dabei der eher blassere Teil des Protagonisten-Duos. Er rutscht manchmal doch ein wenig sehr in die Rolle des edelmütigen und herzensguten Prinzen. Gleichzeitig gibt das Lira jedoch viel Stärke, sodass an vielen Stellen Lira diejenige ist, die die Situation rettet und nicht er.

Auf das Zusammentreffen der beiden, dem man als Leser von Anfang an entgegenfiebert, muss man ein kleines bisschen warten. Aber wenn diese Einführung geschafft ist (es müssen politische und familiäre Verhältnisse etabliert werden) hält nichts mehr den Lesefluss zurück. Es bleibt spannend und zwischendurch tappst man, was die Pläne der Figuren angeht, auch als Leser im Dunkeln und das obwohl das Buch aus den Ich-Perspektiven von Lira und Elian geschrieben ist - übrigens großartig umgesetzt durch verschiedene Schriftarten -.

Wie so oft ist auch hier der deutsche Titel unglücklich gewählt. Aus verschiedenen Gründen. Zum einen ist Lira ganz eindeutig die Hauptfigur des Buches. Trotzdem steht sie im Titel hinter dem männlichen Protagonisten. Dabei bricht dieses Buch so wunderschön mit dem "Frau ist stark bis noch stärkerer Mann kommt und sie beschützt"-Klischee und macht aus Lira eine großartige Kämpferin.
Und dann ist "Elian und Lira - Das wilde Herz der See" sehr nichtssagend. Es klingt eher nach Schnulz, als nach dem Abenteuer, das man eigentlich in Händen hält. Warum man dann nicht einen Titel in Anlehnung an das englische Original "To Kill a Kingdom" (zu deutsch: "Wie man ein Königreich tötet") auswählt bleibt ein Rätsel.

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Veröffentlicht am 03.03.2021

Was wäre wenn...?

Die Mitternachtsbibliothek
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Was wäre wenn...?

Diese Frage stellt sich Nora, die in ihrem Leben schon viele Entscheidungen getroffen hat, die sie nun bereut. Jüngste Ereignisse und eine anhaltende Depression bringen sie zum Selbstmord. ...

Was wäre wenn...?

Diese Frage stellt sich Nora, die in ihrem Leben schon viele Entscheidungen getroffen hat, die sie nun bereut. Jüngste Ereignisse und eine anhaltende Depression bringen sie zum Selbstmord. Doch statt im Tod findet sie sich in einer Bibliothek wieder, die ihr die Möglichkeit gibt, sich verschiedene mögliche Leben anzuschauen, die sie mit einer anderen Entscheidung hätte leben können. So begibt sie sich auf die Suche nach ihrem perfekten Leben.

Die Idee des Romans erinnert ein wenig an den Weihnachtsfilmklassiker "Ist das Leben nicht schön?" mit James Stewart und auch die Botschaft, die dieses Buch vermittelt, ist ähnlich. Somit darf man von diesem Roman auch keine großen Überraschungen erwarten, denn schon von Beginn an ist eigentlich klar, worauf die Geschichte hinaus möchte. Hier zählt der Weg und nicht das Ziel. Es zählen die vielen kleinen Lebensweisheiten die auf eindrückliche und doch so simple Art in die Handlung eingebunden sind. Matt Haig erzählt in einer wunderschönen, bildhaften und doch bodenständigen Sprache von der Wahrheit des Lebens und lässt die Seiten nur so dahinfliegen. Trotz des ernsten Themas ist das Buch nicht düster und traurig, sondern lebensbejahend und mutmachend. Besondere Tiefe bekommt es durch die Tatsache, dass der Autor selbst offen zu seiner Vergangenheit mit Suizid-Gedanken steht und das Buch dadurch eine persönliche Note bekommt. Er weiß, wovon er schreibt.

Zusätzlich hält sich die Geschichte nicht mit endlosen Beschreibungen von Noras Leben auf, sondern erzählt die relevanten Dinge. Dabei ist Nora eine Hauptfigur, die man gerne begleitet. Auch sie ist greifbar und authentisch, aus dem Leben gegriffen. Mit ihr gemeinsam die "Was wäre wenn.."-Szenarien zu erleben, lässt einen selber über seine eigenen Entscheidungen nachdenken, über die eigenen "Was wäre wenns...". Und dabei lässt einen das Buch nicht alleine, sondern man wird an die Hand genommen und gemeinsam mit Nora an den Möglichkeiten entlanggeführt.

Bis man am Ende inspiriert in das eigene Leben zurückentlassen wird. Obwohl der Roman leicht geschrieben ist und keinesfalls auf die Tränendrüsen drückt, regt er sehr zum Nachdenken an. Ein gelungenes Werk von Matt Haig, das einen lebensbejahend in die Zukunft blicken lässt.

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Veröffentlicht am 03.03.2021

Ivy gegen Schwarzbart

Hex Files - Verhexte Nächte
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Endlich haben Ivy und Winter sich gefunden. Ein Aufatmen unter den Fans, die sich in diesem Band darauf freuen dürfen, dass es nicht ein einziges Mal um Beziehungsprobleme geht. Ivy und Winter sind einfach ...

Endlich haben Ivy und Winter sich gefunden. Ein Aufatmen unter den Fans, die sich in diesem Band darauf freuen dürfen, dass es nicht ein einziges Mal um Beziehungsprobleme geht. Ivy und Winter sind einfach zusammen. Da gibt es nicht ständig Zoff oder es wird die Beziehung in Frage gestellt. Sie haben auch wichtigere Probleme, denn ein Hexenmörder treibt sein Unwesen. Auf dessen Spur gerät Ivy durch Geister, die sie seit ihrem Abenteuer am Filmset von "Verwünscht" sehen kann. In ihrer ganz speziellen Ivy-Art geht sie gemeinsam mit Winter auf Mörderjagd.

Auch mit diesem Band erfüllt Helen Harper alle Erwartungen. Die Geschichte ist spannend, lustig und romantisch. Einzig Winters Rolle fällt ein bisschen zurück, denn er fungiert hier ein wenig als dauerbesorgter Freund und weniger als der knallharte Ermittler mit weichem Kern, als den man ihn kennengelernt hat. Das ist schade, tut dem Roman jedoch nicht wirklich Abbruch. Er ist unterhaltsam und lässt sich genauso gut lesen wie seine Vorgänger. Spaß machen natürlich auch (man kann es sich denken) die Geister, denen Ivy begegnet.

So verbringt man schöne Lesestunden mit diesem dritten Band und verlässt nach der letzten Seite ein wenig traurig Ivys Welt, denn bis jetzt ist kein weiterer Band erschienen oder in Planung. Hier passt dann tatsächlich der Spruch "Wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören", an den sich die Autorin brav gehalten hat.

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