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Veröffentlicht am 28.07.2021

Auf Undercover-Mission

Krähenzauber (Die zwölf Kasten von Sabor 2)
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(Achtung: Spoiler zu BAND 1 - nicht weiterlesen, wenn du den ersten Teil nicht gelesen hast!)

Inhalt

Ein Monat ist vergangen, seit Stur mit ihrer Rotte von Trikovoi aufgebrochen ist und wieder ihrer ...

(Achtung: Spoiler zu BAND 1 - nicht weiterlesen, wenn du den ersten Teil nicht gelesen hast!)

Inhalt

Ein Monat ist vergangen, seit Stur mit ihrer Rotte von Trikovoi aufgebrochen ist und wieder ihrer Wege zieht. Doch das Unheil wartet nicht lange. Als der König stirbt, beschuldigt die machthungrige Rhusana die Krähen. Sie werden nun nicht mehr zu den Seuchenkranken gerufen und müssen den Hungertod, sowie Angriffe der Oleander-Junker fürchten. Das kann Stur nicht hinnehmen und versucht zusammen mit Prinz Jasimir und Tavin, die Pläne von Rhusana zu durchkreuzen. Das führt die Freunde in die Höhle des Löwen, den Königshof.


Kurzmeinung

Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Erzählgeschwindigkeit von Band eins wird beibehalten. Die Geschichte ist von Höhepunkten durchsetzt. Lediglich eine der Auflösungen war mir schon sehr früh klar. Trotzdem ein großartiger zweiter Band. Ich liebe diese Dilogie!


Meinung

Nachdem man in Band eins nur so durch die Seiten geflogen ist, habe ich nach einer kurzen Atempause direkt zum zweiten Teil gegriffen. Auch da lässt die Spannung nicht lange auf sich warten und es geht in gewohnter Geschwindigkeit weiter. Wie es die Autorin schafft, die Spannung aufrecht zu erhalten, ohne das die Handlung zu atemlos und hektisch wird, ist genial. In der Hinsicht ist diese Geschichte genau nach meinem Geschmack. Es kommt zu keinen Längen und trotzdem muss man die Tiefe von Figuren und Handlung nicht vermissen.

Wieder darf man, obwohl es viel Action gibt, mitverfolgen, wie die Figuren wachsen und reifer werden. Vor allem Stur ist für mich eine der besten Protagonistinnen der letzten Zeit. Sie ist stark, mutig und doch nicht unfehlbar. Sie kämpft für das, was sie will und was sie liebt, ohne dabei zu einem übermenschlichen Wesen zu werden. Und das tollste daran: Tavin nimmt dabei eine Rolle auf Augenhöhe ein. Er ist nicht derjenige, der Stur die ganze Zeit rettet oder mit der Stimme der Vernunft in die richtige Richtung weist. Hier hat Stur die Hosen an. Das geht manchmal ein bisschen auf Kosten von Tavins Charakter, der im Vergleich zu ihr und Jas doch etwas zurückbleibt, was die Tiefe angeht. Aber es ist so schön, dass es mal nicht nur darum geht, die Geheimnisse eines Love-Interest zu erforschen, die Liebesgeschichte rückt beim Kampf um den Thron in den Hintergrund und spielt doch gleichzeitig eine Rolle. Für mich die perfekte Balance.

So habe ich dann ein wenig traurig das Buch am Ende geschlossen, weil die Geschichte nun fertig erzählt ist und ich die Welt und ihre Figuren vermissen werde. Zurück bleibt zum einen die Freude, dass es doch noch Autor*innen gibt, die in zwei Büchern eine Handlung zufriedenstellend beenden können. Zum anderen ein heftiger Buchkater, denn ich bin jetzt definitiv verwöhnt, was Fantasy-Romane angeht. So schnell findet man eine solch besondere Geschichte mit starker Protagonistin nicht wieder. Deshalb werde ich vielleicht erst mal zu einem anderen Genre greifen, um mich da ein wenig zu entwöhnen und meine Ansprüche wieder zu normalisieren.

Ein großes Lob an dieser Stelle auch an die beiden Übersetzerinnen, die meiner Meinung nach wirklich tolle Arbeit geleistet haben, um die Stimmung des Buches auch in die Deutsche Version zu übertragen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.07.2021

Leben im Ozean

Water Rising (Band 1) - Flucht in die Tiefe
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Inhalt

Es ist das Jahr 2099. Die Welt ist nach einer Klimakatastrophe zum Großteil unter Wasser. Die Menschen haben es geschafft, sich dort ein Leben aufzubauen. Doch dieses ist alles andere als friedlich. ...

Inhalt

Es ist das Jahr 2099. Die Welt ist nach einer Klimakatastrophe zum Großteil unter Wasser. Die Menschen haben es geschafft, sich dort ein Leben aufzubauen. Doch dieses ist alles andere als friedlich. Antropoiden - genetisch veränderte Menschen, die Unterwasser atmen können - verüben immer wieder Anschläge, Seebeben bringen Häuser in Gefahr und über allem schwebt eine Verzweiflung, die gemeinhin als die Seekrankheit bezeichnet wird. Leyla's Vater wird beschuldigt, die Seekrankheit bei anderen Menschen vorangetrieben zu haben und wurde deshalb verhaftet. Nun will Leyla alles dafür tun, um ihren Vater wieder aus dem Gefängnis zu bekommen. Auch wenn sie dafür die sichere Stadt London verlassen und durch den halben Ozean fahren muss. Auf ihrem Abenteuer begleitet sie der geheimnisvolle Ari. Oder verfolgt er ganz eigene Pläne?



Kurzmeinung

Unterhaltsamer Jugendroman mit einigen Längen, der bei seinem Zielpublikum (14-16-Jährige) gut ankommen dürfte. Für mich leider nichts Neues, mit vorhersehbaren Wendungen und schwammigen Beschreibungen.



Meinung

Für Sci-Fi-Romane, die unter Wasser spielen, bin ich seit "Das Leuchten" von Kat Falls immer zu haben. Diese Faszination des Lebens im stillen und weiten Ozean begleitet mich deshalb schon eine Weile. Besonders interessant wird es, wenn Über- und Unterwasserwelten aufeinandertreffen. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, habe ich eigentlich auch so etwas in der Art erwartet. Allerdings beschränkt sich dieser Roman vollständig auf das Leben unter Wasser. Das ist nicht weiter schlimm, doch die Umsetzung hätte etwas besser sein können.

Große Schwierigkeiten hatte ich schon gleich zu Beginn damit, mir die Lebensart am Grunde des Ozeans vorzustellen. London ist untergegangen, existiert aber noch. Wie jedoch genau die Behausungen aussehen, wird nicht wirklich erläutert. Vielmehr wirft die Autorin mit Science-Fiction-Begriffen um sich, die sie genauso wenig näher beschreibt und die mich ein wenig ratlos zurückgelassen haben. Da ich es aber lieber habe, wenn zu wenig erklärt wird, als wenn ich erst einmal 200 Seiten in die Welt eingeführt werden muss, sehe ich über sowas gerne hinweg. Vorausgesetzt, im Laufe des Buches kommen nähere Beschreibungen dann nach. Die kamen jedoch nicht und so konnte ich mir immer nur ein sehr verschwommenes Bild vom London des Jahres 2099 machen.

Die Handlung an sich ist eine Mischung aus längeren gedanklichen Situationsanalysen von Leyla und spannenden Szenen. So richtig wollte da bei mir kein Lesefluss entstehen. Viel zu oft taucht man in die Gedankenwelt der Protagonistin ab, die zu Erkenntnissen kommt, die man als Leser schon so lange hat. Das liegt vor allem daran, dass keine der Ideen, die den Rahmen der Handlung bilden, wirklich neu sind. Die Autorin bedient sich hier altbekannter Muster, die sie leider nur sehr dürftig mit eigenen Ideen füllt, sodass die großen Plot-Twists eigentlich keine mehr sind. Schnell nach dem Einstieg in die Geschichte ist einem klar, worauf es hinauslaufen wird. Spannung kommt hier höchstens einmal situationsbedingt zustande.

Hinzu kommen recht einfache, aber doch sympathische Figuren. Da wäre Leyla, eine dickköpfige Teenagerin, die sich so schnell nicht unterkriegen lässt. Regeln und Ratschläge können sie nicht aufhalten und so manövriert sich in manch schwierige Lage, die ihr aber auch dabei hilft, ihrem Ziel näher zu kommen. Großartig finde ich es, dass die Autorin eine muslimische Heldin ins Abenteuer schickt. Bitte mehr davon. Ihr zur Seite steht der ruhige und bedachte Ari, der sie dabei unterstützt aus schwierigen Lagen wieder herauszukommen. Ohne Macho-Gehabe lässt er Leyla ihren Raum und hilft ihr, auch wenn er manche Idee vielleicht weniger gut findet. Mittlerweile ja fast eine Seltenheit auf dem Fantasy-Gebiet.

Keine Seltenheit ist hingegen ein erster Band, der in einem Cliffhanger endet. Dieser hier wirkt jedoch absolut erzwungen und ziemlich aus der Luft gegriffen. Wieder orientiert sich die Autorin zu sehr an altbewährten Mustern, die eigentlich nicht zur Geschichte passen. Mich hat er jedenfalls nicht zum Weiterlesen animiert, denn ich kann mir schon ziemlich genau denken, wie die Handlung von Band 2 aussehen wird.

Vielleicht bin ich ja aber auch mittlerweile einfach zu alt für solche Jugendbücher. Ich kann mir vorstellen, dass "Water Rising" der Zielgruppe (ich nehme mal an so ca. 14-16-Jährige) gut gefallen könnte. Ansonsten orientieren sich Handlung und Figuren zu sehr an schon Bekanntem und bringen wenig neue Facetten mit.

Hier noch ein kurzer Aufreger zum "Deutschen" Titel. Wen es nicht interessiert, bitte einfach überspringen. Der englische Originaltitel lautet: "The Light at the Bottom of the World". Zwar sehr lang, empfinde ich ihn doch als ziemlich poetisch. Er gibt dem Buch ein ganz anderes Gefühl (auch wenn er vielleicht den Inhalt nicht so wirklich widerspiegelt, denn poetisch ist er nicht). Warum man daraus dann "Water Rising: Flucht in die Tiefe" macht, will mir nicht in den Kopf. In dem Buch flieht keiner in die Tiefe. Das ist bereits geschehen. Das Wasser steigt auch nicht mehr. Wieso also bitte nicht ein Titel, der vielleicht etwas näher am Original oder am Inhalt des Buches ist? Mal ganz abgesehen davon, einem ursprünglich englischen Buchtitel einen anderen ENGLISCHEN Buchtitel zu geben, weil diese Wörter allgemein bekannter sind.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.07.2021

Ungewöhnliche Fantasy

Knochendiebin (Die zwölf Kasten von Sabor 1)
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Inhalt

Stur und ihre Rotte sind Krähen. Sie sind die unterste Kaste, die dafür zuständig ist, Menschen, die an der Sündenseuche leiden von ihrem Leiden zu erlösen und die Leichen zu verbrennen. Als sie ...

Inhalt

Stur und ihre Rotte sind Krähen. Sie sind die unterste Kaste, die dafür zuständig ist, Menschen, die an der Sündenseuche leiden von ihrem Leiden zu erlösen und die Leichen zu verbrennen. Als sie den toten Prinzen und seinen Leibwächter mitnehmen, um sie zu verbrennen, erleben sie eine Überraschung. Die beiden haben die Krähen als Fluchtmanöver benutzt und bitten sie um Hilfe. Die Königin plant die Macht an sich zu reißen und den Prinzen zu töten. Die Krähen sollen die beiden jungen Männer quer durch das Land zu ihren verbündeten bringen. Stur sieht in diesem Auftrag die Chance, endlich Gerechtigkeit für die Krähen-Kaste einzufordern.


Kurzmeinung

Ein etwas anderer Fantasy Roman, der mir sehr gut gefallen hat. Er meidet einige Romantasy Klischees und wartet dafür mit einer starken Protagonistin auf. Figuren, Handlung und Welt sind sehr gut ausgearbeitet und erfreuen mit sehr viel Tiefe und wenig schwarz-weiß-Malerei. Gekrönt wird das ganze von einer schnellen Erzählgeschwindigkeit.


Meinung

Ich bin eigentlich immer auf der Suche nach ein bisschen außergewöhnlicher Fantasy oder Romantasy-Literatur. Nach Büchern, in denen nicht die unbedarfte, naive Protagonistin vom muskulösen und unglaublich gutaussehenden Bad Boy erst mies behandelt wird und sein mansplaining ertragen muss, um ihm dann am Ende um den Hals zu fallen und gleichzeitig doch irgendwie die Heldin der Geschichte zu werden.

Mit Stur hat man in "Knochendiebin" so ziemlich das Gegenteil. Sie weiß von Anfang an genau, was sie will und scheut sich auch nicht, das zum Ausdruck zu bringen und entsprechend zu handeln. Und weil Margaret Owen etwas von Charakterbildung versteht, ist Stur sehr vielschichtig und überrascht einen immer wieder mit ihren Entscheidungen. Relativ schnell in der Geschichte stoßen dann noch Prinz Jasimir und sein treuer Leibwächter Tavin zur Reisegruppe. Da sie aus dem Adel stammen fliegen hier relativ schnell die Funken. Doch auch hier beweist die Autorin Gespür, denn keinesfalls ist der Adel hier nur Böse und die Krähen nur gut. Das ganze Buch hindurch wird deutlich, wie viel Mühe sie in die einzelnen Protagonisten gesteckt hat. Hier wird man nicht einfach mit Gut und Böse, Schwarz und Weiß abgespeist. So vielschichtig wie seine Figuren ist eben auch die Handlung und die ganze Welt, die Margaret Owen erschaffen hat.

Ich mag es besonders, wenn sich Bücher am Anfang nicht lange mit Welt-Erklärungen aufhalten, sondern diese immer wieder an passender Stelle in die Geschichte einfließen lassen. Das macht auch die Autorin von "Knochendiebin" so. Es ist quasi "learning while reading" und trotzdem hat man zu keiner Zeit das Gefühl, zu wenig zu wissen. Außer vielleicht was es genau mit der Sündenseuche auf sich hat. Das ist der einzige Punkt, an dem es zu wenige Informationen gab, störte aber nicht weiter, denn die Handlung war trotzdem verständlich. Besonders gelungen ist das Magiesystem in dieser Welt. Zwar ist es an sich keine neue Idee, aber die Rolle der Krähen in diesem System ist doch eine schöne Abwechslung.

Etwas gewöhnungsbedürftig mögen vielleicht die Namen der Krähen sein, aber man stört sich relativ schnell nicht mehr daran. Denn die Handlung ist wirklich durchweg spannend und das Erzähltempo recht straff. Es passiert eigentlich fast immer etwas und trotzdem gibt es auch die eine oder andere Verschnaufpause sowohl für den Leser, als auch die Protagonisten. Und für das Romantikerherz gibt es auch noch eine kleine Liebesgeschichte am Rande, die jedoch glücklicherweise auf schmachtende Blicke und schwülstige Dialoge verzichtet. Das würde auch gar nicht zu Stur passen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.06.2021

Drama, Baby, Drama

Kissing in the Rain
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Inhalt

Cam verliert kurz vor der Hochzeit ihrer Schwester ihren Job, Freund und die Wohnung. Ohne Freund kann sie jedoch nicht auf der Hochzeit auftauchen, da sie sonst von ihrer Familie dauerhaft Kommentare ...

Inhalt

Cam verliert kurz vor der Hochzeit ihrer Schwester ihren Job, Freund und die Wohnung. Ohne Freund kann sie jedoch nicht auf der Hochzeit auftauchen, da sie sonst von ihrer Familie dauerhaft Kommentare zu hören bekommen würde. Kurzerhand beschließt sie, ihren Jugendfreund Troy als festen Freund auszugeben.


Kurzmeinung

Gezwungene Charaktere in einem unoriginellen Setting ohne Gefühl. Konnte mich leider gar nicht überzeugen.


Die Details

Ich habe wirklich gar nichts gegen Klischees in Liebesromanen. Tatsächlich habe ich dieses Buch angehört, weil mich der Klappentext gereizt hat und das obwohl diese Geschichte schon so oft erzählt wurde. Leider ist dies eine weniger gelungene Version. Es geht schon gleich mit übertriebenem Drama los. Cam verliert nicht nur ihren Job, ihr Freund geht auch noch fremd und trennt sich von ihr und als Sahnehäubchen wird sie aus der Wohnung geworfen. Alles sehr dramatisch. Das schlimmste ist natürlich, dass sie nun ohne Freund auf der Hochzeit ihrer Schwester auftauchen muss. Das ist nachvollziehbar. Job und Wohnung sind ja auch eher zweitrangig. Prioritäten muss man klar setzen.

Während Cam im Buch also von allen dauerhaft fertig gemacht wird, sich dabei selbst bemitleidet und auch sonst alles über sich ergehen lässt, hat auch Troy sein Päckchen zu tragen, das beim Lesen alles andere als überzeugend war. Da kam kein Gefühl auf. Die beiden verlieben sich dann quasi direkt, brauchen aber geschlagene 9 Stunden Hörbuch, um das zu begreifen und zuzulassen. Und das obwohl bei der Hälfte alles hätte geklärt sein können.

Neben der Haupthandlung, die sich um das Verlieben der beiden dreht, hat Troy außerdem noch eine Liste angefertigt, mit der er Cam aus ihrem Schneckenhaus locken möchte, damit sie wieder so wird wie früher. Denn um sich zu verlieben, muss sich die Person ja auch erst einmal ändern. Also bitte. Dieser Handlungsstrang wirkte gezwungen und platt, die Ideen (z.B. im Regen tanzen, sich etwas von den Sternen wünschen) unoriginell und schon zu oft benutzt. Cam wird zu all diesen Aktionen mehr oder weniger genötigt, denn macht sie nicht, was Troy möchte, dann schnappt er sie sich einfach und trägt sie an ihren Bestimmungsort. Er ist nämlich so schön männlich und muskulös. Daran wird man auch in aller Regelmäßigkeit erinnert. Auch die erotischen Szenen wollten nicht so recht auf mich wirken. Sie waren weder sexy, noch romantisch. Stattdessen wirkten auch sie wie ein Copy and Paste mit Namensänderung.

Für mich war dieses Buch leider sehr enttäuschend. Nach der Hälfte habe ich Einiges übersprungen, denn auf das Drama und die Schwierigkeiten, die erst noch überwunden werden mussten, konnte ich gerne verzichten. Alles wirkt so gezwungen und vieles an Drama einfach unnötig. Ich kann dieses Buch nicht weiterempfehlen. Da gibt es deutlich bessere New Adult Literatur auf dem Markt.

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Veröffentlicht am 23.06.2021

Einzigartig

Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte
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Inhalt

Linus ist ein zugeknöpfter Sachbearbeiter bei einem Verband, der sich um die Betreuung magiebegabter Minderjähriger kümmert. Seine Aufgabe ist die Überprüfung von Waisenhäusern. Er hat sich in ...

Inhalt

Linus ist ein zugeknöpfter Sachbearbeiter bei einem Verband, der sich um die Betreuung magiebegabter Minderjähriger kümmert. Seine Aufgabe ist die Überprüfung von Waisenhäusern. Er hat sich in seinem Trott eingelebt und ist stolz, auf das was er macht. Doch dann wird ihm ein besonderer Auftrag zugeteilt. Er soll einen Monat in einem Waisenhaus auf einer Insel verbringen, das unter der Leitung des mysteriösen Arthur Parnassus steht. Dieses Waisenhaus ist schwer geheim und das liegt vor allem an den Schützlingen, die es beherbergt.



Kurzgefasst

Den lobenden Worten anderer Blogger kann ich mich nur anschließen. Tolle Figuren, ein entspannter und unaufgeregter Stil und eine rührende Geschichte. Dem einen oder anderen könnte die manchmal doch recht offensichtliche "Moralpredigt" missfallen, mich haben die wunderschönen Gedanken jedoch zum Nachdenken gebracht.



Die Details

Nachdem ich so viel Gutes über dieses Buch gehört habe, wollte ich es unbedingt selber lesen. Was soll ich sagen? Ich kann mich den ganzen Lobeshymnen nur anschließen. Es ist wirklich ein gelungener Roman, der die Probleme unserer Zeit anspricht. Das ganze auf eine spezielle Art. Nie wirkt es gezwungen oder pseudo-poetisch und trotzdem war mein Buch am Ende mit Klebemarkieren gespickt. Dem einen oder anderen mag der Inhalt vielleicht ein bisschen plakativ erscheinen, doch wem der unaufgeregte, entspannte Stil gefällt, wird viel Spaß an dem Roman haben und hin und wieder auch sehr zum Nachdenken angeregt werden.

Mit Linus hat man einen sehr sympathischen Protagonisten, dessen Entwicklung man durch die Geschichte hinweg verfolgen darf. Dieser sehr nach seinen Prinzipien lebenden Mann trifft auf Arthur Parnassus, der eine doch eher liberale Pädagogik und Werteeinstellung verfolgt. Die beiden ergänzen sich unglaublich gut und der Autor lässt das auch zu, denn mitnichten ist Linus der Einzige, der in diesem Roman etwas dazulernt. Die sanfte Liebesgeschichte, die entsteht nimmt genau den richtigen Raum ein und schwebt federleicht zwischen den Zeilen. Die Kinder sind toll beschrieben. Sie haben alle ihren ganz eigenen Charakter und sind erfrischend ungezwungen. Hier wurden nicht einfach typische Figuren aus einer Kindergruppe gezogen (z.B. der sensible Klassenkasper, das stille Mauerblümchen, ihr wisst, was ich meine), sondern viel Sorgfalt in die unterschiedlichen Persönlichkeiten gesteckt.

Mit einem Schmunzeln und dem ein oder anderen gerührten Tränchen entlässt einen das Buch in die eigene Welt zurück, die man nun doch mit etwas anderen Augen sieht.

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