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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.11.2025

Faszinierende Antarktis, aber schwache Charaktere

The Penguin Paradox
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Das Cover des Buches hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt und nach der Lektüre des Klappentextes war meine Entscheidung, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss, gefallen. Das einzigartige Setting ...

Das Cover des Buches hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt und nach der Lektüre des Klappentextes war meine Entscheidung, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss, gefallen. Das einzigartige Setting des Buches war dafür ausschlaggebend.
Glücklicherweise kann ich auch sagen, dass das Buch mich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht hat. Autorin Greta Milan hat es vortrefflich geschafft die Stimmung einzufangen und die Antarktis und die Forschungsstation vor meinem geistigen Auge Wirklichkeit werden zu lassen. Mir ist bewusst, dass ihre Beschreibungen wahrscheinlich sehr romantisiert sind und nicht alle Forschungsstationen so luxuriös ausgestattet sind. Dennoch denke ich, dass vieles sehr nah an der Wahrheit dran ist.
Die wissenschaftlichen Aspekte der Geschichte, die Pinguine und die unbeschreibliche Schönheit der Landschaft waren für mich definitiv die Pluspunkte und auch Highlights der Geschichte. Denn mit diesen Aspekten hebt das Buch sich klar von anderen Romanen des Genres ab. Aber wo es Licht gibt, gibt es immer auch Schatten.
Für mich waren die Hauptpersonen, allen voran Emerie, die Schattenseiten der Geschichte. Durch die Beschreibungen des Klappentextes habe ich mir Emerie als starke, kluge und unabhängige Wissenschaftlerin vorgestellt. Das war sie sicher auch, aber vor allem war sie auch unglaublich stur, verbohrt und voreingenommen. Und diese Dinge haben für mich ihre positiven Eigenschaften überschattet und mir ihren Charakter einen wenig verleidet.
Besonders weil diese Eigenschaften maßgeblichen Einfluss auf den Fortgang der Geschichte und ihre Interaktion mit Beckett gehabt haben. Mir ist bewusst, dass dies nicht das erste Buch ist, in dem die Handlung geprägt ist von „Enemie to lover“. Allerdings fühlte es sich hier nicht authentisch, sondern eher erzwungen an. Die Gründe, warum Emerie Beckett so sehr ablehnt, waren für mich bis zum Schluss nur bedingt greifbar und das, obwohl die Autorin immer wieder versucht es zu rechtfertigen und zu erklären. Auch Emeries zwanghafte Suche nach Beweisen, dass Pinguine nicht monogam leben, hat mich zum Ende hin ein wenig genervt.
Ich muss Greta Milan allerdings zugutehalten, dass sie Emerie mit der Fähigkeit ausgestattet hat, ihr Verhalten, zumindest bis zu einem gewissen Grad, zu reflektieren und sie dadurch auch eine Charakterentwicklung durchgemacht hat. Ab einem gewissen Punkt war ich dann mehr oder weniger mit der Geschichte versöhnt und konnte Emeries Handlungsweisen sogar nachvollziehen.
Leider hat die Autorin dann noch eine Extraportion Drama in die Geschichte einbauen müssen. Dieses Drama war aber genauso vorhersehbar wie unnötig und hat für mich wieder einiges an positiven Gefühlen zerstört.
Das Buch hat durchaus seine Stärken, aber leider eben auch seine Schwächen und eine Beurteilung fehlt mir nicht leicht. Die Geschichte selbst ist nämlich gut konstruiert und auch dem Erzählstil der Autorin konnte ich einiges abgewinnen. Das Drumherum entspricht auch meinem Geschmack, der Anteil an Spice und Drama hätte geringer sein können, aber mir ist bewusst, dass ich mit dieser Meinung eher in der Minderheit bin.
Mir ist bewusst, dass ich das Buch trotz vieler Kritikpunkte sehr gut bewerte. Dies liegt vor allem daran, dass ich ein Buch nicht schlecht bewerten möchte, nur weil mir die Hauptperson unsympathisch war. Ich möchte aber abschließend noch die Empfehlung aussprechen, dass allen denen es wichtig ist, dass die Charaktere ausnehmend sympathisch sind, vielleicht noch einmal überlegen sollten, ob dieses Buch wirklich das richtige für sie ist.

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Ein Kinderbuch für neugierige Köpfe jeden Alters

BiBiBiber hat da mal 'ne Frage. Warum muss ich schlafen?
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Dr. Mai Thi Nguyen Kim ist mir durch Sendungen wie Terra X und Quarks und ihr Buch „Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit“ ein Begriff. Neu war für mich allerdings, dass sie in Zusammenarbeit mit Marie ...

Dr. Mai Thi Nguyen Kim ist mir durch Sendungen wie Terra X und Quarks und ihr Buch „Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit“ ein Begriff. Neu war für mich allerdings, dass sie in Zusammenarbeit mit Marie Meimberg auch Kinderbücher schreibt und veröffentlicht. Als naturwissenschaftlich geprägter Mensch, der immer auf der Suche nach interessanten und lehrreichen Kinderbüchern ist, muss ich diesem Buch natürlich eine Chance geben.
Der erste Eindruck war auf jeden Fall sehr gut. Das Buch ist recht großformatig, die Abmessung sind 24,7 x 1,7 x 27,3 cm, und auch die Verarbeitung macht einen hochwertigen Eindruck. Optisch und haptisch war das Buch auf den ersten Blick auf jeden Fall ein Volltreffer.
Danach kam aber erst einmal ein klein wenig Ernüchterung. Die Anfangskapitel wollen anscheinend besonders hip und jugendlich erscheinen, denn dementsprechend ist die Wortwahl. Ich persönlich konnte mit diesem Jugendslang recht wenig anfangen und war ein klein wenig irritiert. Hier kommt aber gleich einmal die Entwarnung: Dieses Gefühl hatte ich wirklich nur zu Beginn. Die weiteren Kapitel entsprachen sprachlich dann eher meinem Geschmack. Wobei ich auch anmerken möchte, dass die Sprache durchwegs einfühlsam und wertschätzend ist. Die Fragen werden kindgerecht beantwortet und auch die einfachsten Fragen des BiBiBibers werden niemals ins Lächerliche gezogen.
Neben der Sprache ist auch noch die Gestaltung des Buches sehr auffällig. Die knallbunten Farben sind gewöhnungsbedürftig, aber nicht abschreckend. Einige Seiten sind im Comicstil gestaltet, auch dies für mich eine neue Erfahrung in einem Sachbuch, für Kinder aber durchaus ansprechend und interessant.
Das Buch hat mich über 100 Seiten bereits eine beachtliche Länge, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich um ein Kinderbuch handelt. Meiner Meinung nach hätten es sogar noch ein paar mehr sein können. Denn an der einen oder anderen Stelle wären die Informationen eventuell leichter zum Aufnehmen und Verarbeiten gewesen, wenn die Seiten nicht so vollgepackt gewesen wären. Aber auch hier die gute Nachricht: Dies beschränkt sich nur auf kleine Bereiche des Buches und mit der Zeit kann man sich auch daran gewöhnen.
Die Ankündigung des Buches versprach eine vielschichtige Lektüre für die ganze Familie und dies kann ich wirklich nur unterschreiben. Das Buch ist sowohl für Erwachsene als auch Kinder sehr interessant und informativ. Die beiden Autorinnen schaffen den Spagat zwischen Wissensvermittlung und Unterhaltung wirklich mit Bravour und ich bin mir sicher, dass bei uns noch mehr Bücher aus der Reihe einziehen dürfen.
Als empfohlenes Lesealter gibt der Verlag 7 Jahre an. Die Bewertung dieser Einschätzung ist für mich, aufgrund von fehlenden Erfahrungswerten, nicht möglich. Ich denke aber, dass ich es mir erlauben kann zu sagen, dass je nach Leseerfahrung das Buch für manche Kinder noch sehr überwältigend und überfordernd sein kann. Eine Lesebegleitung durch einen Erwachsenen ist in dem Alter von sieben Jahren sicherlich noch angebracht.
Auch wenn es den einen oder anderen kleinen Kritikpunkt von mir gibt, möchte ich dieses Buch auf jeden Fall weiterempfehlen. Es ist perfekt für wissbegierige kleine und große Forscherinnen und Forscher, die mehr darüber erfahren möchten, warum wir denn unbedingt schlafen müssen.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Von Unterarmen und Erwartungen – eine enttäuschte Romanze

The Pumpkin Spice Latte Disaster
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Über den Namen Kyra Groh bin ich im letzten Jahr öfter gestolpert und ihre Bücher klangen eigentlich immer sehr vielversprechend. Dennoch hat es ein wenig gedauert, bis eines davon auf meiner Leseliste ...

Über den Namen Kyra Groh bin ich im letzten Jahr öfter gestolpert und ihre Bücher klangen eigentlich immer sehr vielversprechend. Dennoch hat es ein wenig gedauert, bis eines davon auf meiner Leseliste gelandet ist und im Nachhinein bin ich mir nicht sicher, ob das nicht ein Fehler war.
Dabei klang der Klappentext so vielversprechend und ich war eingestellt auf Herbststimmung und romantische Gefühle. Der Anfang des Buches war auch wirklich vielversprechend und ich habe mich schnell in der Geschichte zurechtgefunden. Doch dann ging es mit meiner Lesemotivation bergab und ich habe gefühlt ewig gebraucht, um das Buch zu beenden. Mehrmals habe ich mit dem Gedanken gespielt, das Buch abzubrechen. Glücklicherweise habe ich es nicht getan, denn das Ende hat mich wieder ein wenig mit der Geschichte versöhnt. Wobei ich mir unsicher bin, ob ich die weiteren Bücher, dieses ist nämlich der Auftakt der "Lower Whilby" Reihe.
Mein größtes Problem mit dem Buch war die Liebesgeschichte zwischen Jude und James. Dies ist natürlich besonders fatal, da es sich hierbei um das zentrale Thema des Buches handelt. Leider hat es Autorin Kyra Groh nicht geschafft mir die Chemie zwischen den beiden glaubhaft zu vermitteln. Das die beiden sich körperlich anziehend finden war nicht zu übersehen bzw. überlesen, immerhin wird die Autorin nicht müde zu betonen, wie unglaublich scharf Jude James Unterarme findet oder James ihren Hintern. Dieses ständige Gedankenkreisen um die körperliche Anziehung war für mich einfach ein wenig zu viel des Guten. Eine kleine positive Überraschung gab es aber auch, denn die Autorin hat es sich zumindest verkniffen James mit einem überproportionalen "besten Stück" auszustatten.
Die versprochene Herbststimmung und die Gilmore Girl Vibes waren leider auch nicht in dem Maße spürbar, wie ich es mir nach der Ankündigung des Verlages erwartet hatte. Eventuell waren hierbei aber auch nur meine Erwartungen ein wenig zu hoch.
Sowohl Jude als auch James waren mir nur bedingt sympathisch. Jude beklagt sich immer, dass alle Menschen in ihrer Umgebung Probleme mit ihrem Charakter haben und niemand sie so akzeptiert wie sie ist und sie angepasster sein, und der Norm entsprechen soll. Umgekehrt kann sie aber James Wünsche auch nicht akzeptieren, versucht immer mit dem Kopf durch die Wand zu gehen und ist dabei auch noch furchtbar aufdringlich.
Mit den Nebencharakteren konnte ich mich weitaus besser identifizieren und da waren einige dabei, die mir sympathischer waren als die beiden Hauptcharaktere. Schade fand ich es, dass ich nicht mehr erfahren durfte, wie Olives Geschichte ausgeht. Mittlerweile weiß ich aber, dass im zweiten Teil der Reihe Nore und im dritten Teil dann Olive die Hauptperson der Geschichte sein wird. Daher verstehe ich, dass Kyra Groh zu den Geschichten der beiden Damen in diesem Teil nur vage Andeutungen macht.
Das Buch ist für mich kein kompletter Reinfall, aber auch keine Offenbarung. Den Hype um das Buch kann ich aber nicht wirklich nachvollziehen. Für mich hat sich wieder einmal bewahrheitet, dass gehypte Bücher nicht gleichzeitig auch gute Bücher sein müssen. Was das betrifft, werde ich in Zukunft noch vorsichtiger sein.
Die Grundidee des Buches hat mir gut gefallen und auch Whilby als Schauplatz finde ich ansprechend. Meiner Meinung nach ist dies aber kein Buch, das in dem Genre besonders hervorsticht. Als zwischendurch Zeitvertreib ganz okay, man verpasst, aber auch nicht viel, wenn man die Finger davonlässt.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Ungefiltert und ungeschönt: Eine Reise durch Verlust und Abhängigkeit

All the Way to the River
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Ich weiß noch, dass mich „Eat, Pray, Love“ sehr beeindruckt und berührt hat, was auf jedem Fall meinem damaligen Alter und meiner Lebenssituation geschuldet war. Ich möchte damit nicht behaupten, dass ...

Ich weiß noch, dass mich „Eat, Pray, Love“ sehr beeindruckt und berührt hat, was auf jedem Fall meinem damaligen Alter und meiner Lebenssituation geschuldet war. Ich möchte damit nicht behaupten, dass es kein gutes Buch ist, aber ein weiterer Leseversuch einige Jahre später wurde recht schnell abgebrochen. „Das Ja-Wort“, das damals als Fortsetzung zu Gilberts Welterfolg angepriesen wurde, habe ich auch noch gelesen und sehr interessant gefunden, es konnte mich aber nicht mehr so begeistern. Danach war die Autorin von meiner Bildfläche verschwunden.
Bis jetzt wieder ein autobiographisches Werk erschienen ist und irgendetwas in mir schrie, dass ich es unbedingt lesen/hören muss. Also gab ich der Stimme nach, begann mit dem Hörbuch und wenige Zeit später habe ich es abgebrochen und erst einmal etwas anderes gehört. Ganz vergessen konnte ich das Buch aber nicht und gab Elizabeth Gilbert noch eine Chance.
Autobiographische Bücher zu bewerten, empfinde ich immer als besonders schwierig. Wäre dies eine fiktionale Geschichte würde ich der Autorin vorwerfen, dass die Geschichte übertrieben ist, die Charaktere phasenweise unglaubwürdig und der Handlungsverlauf unrealistisch. Doch dies ist eine wahre Geschichte oder zumindest entspricht sie Elizabeth Gilberts Wahrheit. Rayya Elias kann sich ja leider nicht mehr zu den Geschehnissen äußern.
Gewisse Passagen des Buches haben auf mich sehr unstrukturiert und chaotisch gewirkt, andere Teile erzählt die Autorin dann aber wieder chronologisch. Gespickt ist all das dann noch mit Gedichten und kleine lyrische Texte, welche zwischen den verschiedenen Kapiteln eingestreut sind. Bei mir erweckte all dies oft das Gefühl, als würde ich im Tagebuch der Autorin lesen. Viele der Aussagen und Berichte sind roh, unausgegoren, brutal, aber ehrlich. Elizabeth Gilbert beschönigt nichts, sie gibt sogar zu, dass sie daran gedacht hat ihr geliebten Partnerin das Leben zu nehmen. Ihre Überforderung mit der Gesamtsituation aus Abhängigkeit, Co-Abhängigkeit, Drogen, Alkohol, Krankheit und Pflege war für mich wirklich spürbar.
Das Spiritualität in Elizabeth Gilberts Leben eine große Rolle spielt, sollte den Leser: innen von „Eat, Pray, Love“ bereits bekannt sein. Daher ist es wenig verwunderlich, dass diese Themen einen großen Raum in dieser Geschichte einnehmen. So berichtet Gilbert an vielen Stellen, dass sie Zwiegespräche mit Gott geführt hat und er ihr den richtigen Weg gewiesen hat. Dies möchte ich eigentlich gar nicht weiter diskutieren, denn dies ist einfach eine Frage des Glaubens. Bedenklich fand ich aber an vielen Stellen, dass dieses Göttliche als Erklärung für so vieles herangezogen wird. Gott wollte es so, Gott hat einen Plan, Gott hat mich auf den richtigen Weg geführt.
Äußerst spannend fand ich die Widersprüchlichkeit und wie zwiegespalten Elizabeth Gilbert über Rayya, ihre jeweiligen Süchte und ihr Zusammenleben schreibt. Man merkt das Gilbert probiert die Vergangenheit mit einem offenen und ehrlichen Auge zu betrachten und zu beschreiben, an vielen Stellen wirkt sie reflektiert und dann wieder völlig verblendet.
Cathlen Gawlich ist die Stimme hinter dem Hörbuch und hat meiner Meinung nach eine hervorragende Arbeit abgeliefert. Ihre Stimme passt einfach perfekt zum dem Buch und es war ein angenehmes Erlebnis ihrer Stimme zu lauschen.
Dieses Buch ist definitiv keine leichte Lektüre und möglicherweise ist es nicht einmal gutgeschrieben. Dennoch hat es mich berührt, aufgewühlt und zum Nachdenken angeregt. Elizabeth Gilbert nimmt sich kein Blatt vor den Mund und stellt sich selbst an den Pranger. Allein dafür ziehe ich meinen imaginären Hut vor ihr.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Ein Buch über Streit und Versöhnung - theoretisch jedenfalls

Die Streitsaurier
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Auf dieses Buch haben sich der kleine Leser und ich sehr gefreut, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Der kleine Leser war total begeistert, dass es in diesem Buch um Dinosaurier geht bzw. dass die ...

Auf dieses Buch haben sich der kleine Leser und ich sehr gefreut, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Der kleine Leser war total begeistert, dass es in diesem Buch um Dinosaurier geht bzw. dass die Hauptcharaktere des Buches Dinosaurier sind. Mich hat besonders das Thema des Buches angesprochen: eine humorvolle Geschichte über das Streiten und Versöhnen. Leider konnte uns das Buch nicht beide zufrieden stellen.
Ich möchte aber mit den positiven Aspekten des Buches beginnen, bevor ich meine Kritik äußere. Wie vom Baumhaus Verlag nicht anders erwartet, ist das Buch wieder äußerst hochwertig verarbeitet. Die Illustrationen von Gloria Jasionowski sind bunt, humorvoll und manchmal ein klein wenig kurios. Das Miracelrex, ja er wird im Buch wirklich mit das und nicht der bezeichnet, und der Superosaurus schauen lustig aus und haben dem kleinen Leser sehr gut gefallen. Manche der Illustrationen haben ihn aber auch ein wenig ratlos zurückgelassen, da immer irgendwas aus dem Wasser heraussteht und für ihn nicht ganz klar war, was das darstellen soll.
Der Text ist kindgerecht verfasst und stellenweise auch sehr unterhaltsam. Manche Absätze sind in Urviehchisch verfasst, einer urzeitlichen Dinosauriersprache. An sich eine witzige Idee, allerdings hatte ich Schwierigkeiten mit dem Vorlesen, denn das urviechisch wollte mir nicht so einfach von der Zunge rollen. Auch beim kleinen Leser kam dies nicht so besonders gut an, ich denke, dies ist eher für ältere Kinder interessant.
Wie bereits anfangs angekündigt, muss ich leider ein wenig Kritik üben und diese betrifft den Inhalt des Buches. Mir ist bewusst, dass ich einen relativ hohen Maßstab für Kinderbücher ansetze, aber mir persönlich ist eben wichtig, dass die Bücher einen gewissen Lehrauftrag erfüllen. Insbesondere dann, wenn dies vom Verlag so angekündigt wird und es für mich der Hauptgrund war, mich für dieses Buch zu entscheiden. Leider kommen die Themen Streiten und Versöhnen in diesem Buch ein wenig zu kurz. Der Streit von Miracelrex und Superosaurus war für uns als solcher anfangs nicht zu erkennen. Ja, die beiden messen sich aneinander, dies war für uns aber eher ein gegenseitiges Necken und kein Streiten. Auch die Versöhnung am Ende kam so überraschend, dass sie nicht wirklich als solche erkennbar war.
Dazu kommen dann noch der eine oder andere logische Fehler, der mich in Erklärungsnot gebracht hat. Da ich manche Dinge selbst nicht verstehen konnte, konnte ich diese dann eben auch nicht logisch erklären oder begründen, warum das jetzt so passt.
Empfehlen kann ich dieses Buch für kleinere oder größere Dinofans, die auf der Suche nach einer humorvollen Geschichte sind. Wer auf der Suche nach einer guten und spaßigen Möglichkeit ist, den Kindern Streiten und Versöhnen näher zu bringen, sollte meiner Meinung nach zu einem anderen Buch greifen, wie zum Beispiel Ruppi Rüpelfisch, ebenfalls aus dem Baumhaus Verlag.

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