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Veröffentlicht am 28.01.2020

Wenn einer jemanden kennt, der wen kennt, der weiß……

Das Gerücht
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Joanna zieht mit ihrem Sohn Alfie in eine Kleinstadt am Meer. Doch so sehr sie sich auch bemüht, sie und ihr Sohn finden nicht recht Freunde in der neuen Stadt. Da kommt ein Gerücht gerade recht. In der ...

Joanna zieht mit ihrem Sohn Alfie in eine Kleinstadt am Meer. Doch so sehr sie sich auch bemüht, sie und ihr Sohn finden nicht recht Freunde in der neuen Stadt. Da kommt ein Gerücht gerade recht. In der kleinen Stadt soll bisher unerkannt die Kindermörderin Sally McGowan leben. Kaum im Vorbeigehen aufgeschnappt, erzählt Joanna das Gehörte im Buchclub. Und so macht das Gerücht denn auch die Runde. Schnell sind Verdächtige gefunden, Menschen werden terrorisiert, Scheiben eingeschlagen. Bei ihrem Versuch, die Folgen des Gerüchtes zu mindern, schlittert Joanna immer tiefer in die Angelegenheit hinein und muss irgendwann erkennen, dass sie damit auch sich und ihre Familie in Gefahr bringt.

Die Geschichte beginnt eigentlich relativ harmlos, indem ein Gerücht gestreut wird, das sich aber schon auf den ersten Seiten schnell verselbständigt. Mit jedem Kapitel baut sich hier die Spannung immer weiter auf, so dass man sich als Leser der Geschichte nicht mehr entziehen kann. Man fliegt förmlich durch die Seiten, um endlich zu erfahren, was hinter dem Ganzen steckt. Und nach und nach ergeht es dem Leser genau wie Joanna. Man hat immer eine neue Person, die man verdächtigt Sally McGowan zu sein, um dann seine Meinung doch wieder revidieren zu müssen. Bis hin zu einer Auflösung, mit der ich so gar nicht gerechnet hätte.

Die einzelnen Personen, auch die Nebenfiguren, wurden so fein heraus gearbeitet, dass man ihnen in ihrem Handeln und Denken gut folgen konnte. Auch der Schreibstil tut sein Übriges dazu, dass man dieses Buch sehr flüssig lesen kann.

Hier ist ein Debüt auf dem Thrillersektor erschienen, dass neugierig macht auf die kommenden Werke der Autorin. Ich freue mich schon auf ihren nächsten Thriller, der hoffentlich bald kommt, und werde sie in jedem Fall im Auge behalten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.01.2020

Nicht ganz, was ich erwartet habe

Gauner, Glühwein, Geigenklänge
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Auf einem Konzert darf die Frau von Kommissar Egger eine wertvolle Geige spielen. Direkt nach der Veranstaltung wird die Geige gestohlen. Bei dem Raub gibt es einen toten und einen verletzten Polizisten. ...

Auf einem Konzert darf die Frau von Kommissar Egger eine wertvolle Geige spielen. Direkt nach der Veranstaltung wird die Geige gestohlen. Bei dem Raub gibt es einen toten und einen verletzten Polizisten. Doch bei diesem einen Toten soll es nicht bleiben.
Hier handelt es sich um den sechsten Ermittlungsfall rund um das Team von Kommissar Egger. Die Personen und ihre Beziehungen kann man jedoch auch schnell ohne Vorkenntnisse zuordnen, da immer wieder Erklärungen erfolgen. Ohne übertrieben große Action werden die Ermittlungen vorangetrieben. Dies macht die Geschichte allerdings nicht zwangsläufig langweilig. Durch die lustigen Dialoge wird alles etwas aufgelockert.
Dennoch tat ich mich ein wenig schwer. Zwischendurch kamen so viele unterschiedliche Ermittlungsstränge zusammen, dass ich ein bisschen den Faden verloren haben. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich mich nicht gelangweilt und immer wieder auch amüsiert habe. Die Leser, dessen Geschmack die Reihe trifft, haben sicher viel Spaß damit.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.01.2020

WOW, was für ein Thriller!

Die Wälder
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Nina ist völlig schockiert, als sie vom Tod ihres besten Freundes Tim erfährt. Vor allem lässt es ihr keine Ruhe, dass er kurz vor seinem Tod versucht hatte sie anzurufen. Er ist in das Dorf ihrer Kindheit ...

Nina ist völlig schockiert, als sie vom Tod ihres besten Freundes Tim erfährt. Vor allem lässt es ihr keine Ruhe, dass er kurz vor seinem Tod versucht hatte sie anzurufen. Er ist in das Dorf ihrer Kindheit zurückgekehrt, um nach seiner vor zwanzig Jahren verschwundenen Schwester zu suchen. Diese Aufgabe soll nun Nina übernehmen.
Fest davon überzeugt zu wissen, dass eine bestimmte Person damals Gloria getötet hat, macht sie sich auf den Weg zurück in das Dorf und seine Wälder, obwohl sie beides niemals in ihrem Leben wiedersehen wollte. Unerwartet bekommt sie bei der Durchführung ihres Planes Hilfe von ihren damaligen Kinderfreunden David und Henri.
Zu dritt müssen sie sich ihrer Vergangenheit stellen, wenn sie das Rätsel um Glorias Verschwinden lösen wollen.

Die Geschichte beginnt gleich mit Tims Tod, der seine Freunde aus Kindertagen aus der Bahn wirft. Und von dem Moment an, als Nina sich entschließt, in das Dorf in den Wäldern zu fahren, rollt sich ein Spannungsfaden ab, der nicht enden will. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass man so lange über eine Autofahrt schreiben kann. Aber Melanie Raabe ist es gelungen. Nicht eine Minute hatte ich das Gefühl, dass es jetzt mal gut wäre, dass man doch eine Handlung nicht nur in einem Auto spielen lassen kann. Die Reise war absolut spannend während jedes einzelnen Kilometers, den es Richtung der Wälder ging. Und mit jedem Kilometer, der gefahren wurde, steigerte sich auch die Spannung in diesem Buch. Wurde schon gleich zu Beginn der Fahrt klar, dass es sich bei dem Fahrer um Wolff, den Mörder von Gloria handeln soll, steigert sich die Spannung nochmals, als die beiden Freunde David und Henri auftauchen, die ebenfalls das Rätsel um Glorias Verschwinden aufdecken wollen, so wie sich die Gruppe das damals in den Wäldern geschworen hat.
Ungefähr hundert Seiten vor Ende des Buches dachte ich, dass das Rätsel eigentlich gelöst wäre. Aber wie so oft im Verlaufe der Geschichte, kamen mir Zweifel, ob ich wirklich auf dem richtigen Weg bin. Man hätte fast glauben können dass man sich buchstäblich in den Wäldern verläuft auf der Suche nach der Wahrheit. So kam denn auch das Ende völlig überraschend aber dennoch absolut glaubwürdig und nachvollziehbar.
Auf 425 Seiten werden aber nicht nur Thrillerelemente verwendet. Es werden hier auch sehr gekonnt Themen, wie der Wert einer Freundschaft aus Kindertagen. häusliche Gewalt, Neid und Missgunst mit eingewoben. Der Autorin ist es gelungen, immer wieder Rückblicke in die Kindheit der Protagonisten in dem geheimnisvollen Dorf in den Wäldern einzubauen, so dass man nach und nach deren Handlungen als Erwachsene nachvollziehen kann. Das hat mir sehr gut gefallen.
Melanie Raabe ist hier ein Buch gelungen, dass seine Einreihung in die Rubrik Thriller mehr als verdient. Ich hin förmlich an jeder Seite, und habe das Buch innerhalb von knapp fünf Tagen verschlungen.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.01.2020

Leichte Sommerlektüre

Hochzeit in der kleinen Sommerküche am Meer
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Bei dem vorliegenden Buch handelt sich um den zweiten Band der Reihe um die kleine Sommerküche am Meer.
Flora lebt zusammen mit ihrem ehemaligen Chef Joel auf der schottischen Insel Mure. Dort hat sie ...

Bei dem vorliegenden Buch handelt sich um den zweiten Band der Reihe um die kleine Sommerküche am Meer.
Flora lebt zusammen mit ihrem ehemaligen Chef Joel auf der schottischen Insel Mure. Dort hat sie Annies Küche übernommen. Doch nicht nur die beiden und die Sommerküche liegen im Focus der Geschichte. Vielmehr laufen hier mehrere kleine Geschichten um die Bewohner der Insel zusammen. Hier kommen noch syrische Arzt Saif hinzu, der nicht weiß, was auf der Flucht aus seiner Familie wurde.
Nach und nach kommen kapitelweise noch andere Inselbewohner hinzu. Vielleicht liegt es daran, dass ich den ersten Band nicht gelesen habe, aber irgendwann habe ich den Faden verloren. Und trotz mehrerer Anläufe dem Buch doch noch eine Chance zu geben, habe ich nicht wirklich in die Geschichte hinein gefunden. Die Story konnte mich nicht abholen, obwohl ich das Cover sehr schön und den Klappentext vielversprechend fand. Im kommenden Sommer werde ich vielleicht erst mal mit Band 1 starten und schauen, wie es sich entwickelt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.01.2020

Zum Verlieben schön, macht aber auch nachdenklich

Das Knistern der Sterne
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Stella steht vor den Scherben ihres Lebens: Ehe gescheitert, Job weg, keine Wohnung. In diesem Zustand lernt sie den siebzigjährigen Literaturprofessor Balthasar kennen. Er bietet ihr an ein paar Wochen ...

Stella steht vor den Scherben ihres Lebens: Ehe gescheitert, Job weg, keine Wohnung. In diesem Zustand lernt sie den siebzigjährigen Literaturprofessor Balthasar kennen. Er bietet ihr an ein paar Wochen seine Begleiterin auf einem Kreuzfahrtschiff zu sein. Einzige Bedingung: sie darf keine Fragen zu seiner Vergangenheit stellen. Zunächst genießt Stella ihre Zeit an Bord des Schiffes. Doch nach und nach muss sie sich eingestehen, dass ihr Leben nicht so war, wie es ihr schien. Und in den gemeinsamen Gesprächen mit Balthasar, der seine Kabine während der Reise kaum verlässt, ahnt sie immer mehr, dass ihr Gönner nicht der ist, der er vorgibt zu sein. Gemeinsam müssen sich beide ihrer Vergangenheit und auch ihrer Zukunft stellen.

Die Autorin beschreibt in einer einfachen, aber nicht langweiligen Sprache die Begegnung von Stella und Balthasar. Amüsante wie ernste Situationen halten sich hier ausbalanciert die Waage. Zusammen mit den allabendlichen Gesprächen zwischen den beiden, ist ein wundervolles Buch über Begegnungen, Verlust, Neuanfang und Selbstreflexion entstanden, das man geradezu verschlingt, sobald man mit lesen begonnen hat. Es wird an keiner einzigen Stelle langweilig.


Für mich ein Buch, das auf meiner Favoritenliste für 2020 ganz oben landen wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere