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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.06.2020

Herrlicher Sommerroman mit sympathischen Figuren und einem Schuss Alpaka

Mein kleiner Apfelhof zum Glück
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In Emmas Leben bricht plötzlich einiges zusammen. Erst kommt die Trennung von ihrem Freund, und dann wird ihr auch noch der Job gekündigt.
Trost sucht sie auf dem Hof ihrer Oma in der Lüneburger Heide.
Doch ...

In Emmas Leben bricht plötzlich einiges zusammen. Erst kommt die Trennung von ihrem Freund, und dann wird ihr auch noch der Job gekündigt.
Trost sucht sie auf dem Hof ihrer Oma in der Lüneburger Heide.
Doch kaum dort angekommen, überschlagen sich die Dinge schon wieder. Ihre Oma stürzt von der Leiter und muss ins Krankenhaus. Und Emma sieht sich konfrontiert mit einer kleinen Herde von Alpakas und dem Tierarzt Lukas. Mit ersteren kann sich Emma schnell anfreunden, aber mit Lukas hat sie so ihre Probleme. Als sie dann auch och versucht, den in Nöten gekommenen Hof zu retten, überschlagen sich die Dinge, und Emma weiß nicht mehr, wem sie trauen sollen.

Hier ist ein wundervoller Roman gerade für die Sommertage entstanden, der einfach gute Laune macht. Die Hauptfiguren sind charmant, liebevoll und einfach zum Gernhaben. Einen besonderen Akzent setzen die Alpakas. Man sieht sie förmlich über die Wiesen sausen und Unfug anstellen.
Die Geschichte ließ sich sehr flott lesen, da sie durchgehend unterhaltsam war. Langeweile konnte bei dieser Mischung aus Menschen und Tieren nicht aufkommen. Zwischendurch kam dann sogar ein bisschen kriminalistische Spannung auf.
Für die warmen Sommertage genau das richtige zum Genießen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.05.2020

Eine Fotoreise durch das Deutschland der 60er und 70er

Heiter bis wolkig
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Drei junge Fotografen haben sich zusammen getan und einen Bildband der besonderen Art erstellt. hier finden sich allerlei Fotos aus den 60er und 70er Jahren im vereinten Deutschland. Einige Fotos sind ...

Drei junge Fotografen haben sich zusammen getan und einen Bildband der besonderen Art erstellt. hier finden sich allerlei Fotos aus den 60er und 70er Jahren im vereinten Deutschland. Einige Fotos sind einfach nur hübsch, andere leicht kritisch angehaucht, viele mit sehr viel Humor unterlegt. Und zu jedem Foto gibt es einen kleinen kurzen Text oder ein Zitat. Diese sind sehr passend zu dem jeweiligen Foto ausgewählt.
Ich selbst bin in dieser Zeit aufgewachsen. So manches kommt mir nur zu gut bekannt vor. die Treffen auf den Dorfstraße, die Feste, und ja, das Bild mit dem Hirschen über dem Sofa kenne ich auch noch.
Für mich ein herrlicher Bildband, der mich in Erinnerungen hat schwelgen lassen. Schön!

  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 26.05.2020

Siehst Du - geht doch!

Kleiner Löwe, großer Mut
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Tobe ist ein kleiner Löwe mit Handicap. Er hat ein Bein verloren. Aber nichts desto trotz ist er immer noch ein Löwe. Und er möchte auch weiterhin all das tun, was er vorher gerne getan hat. Seine Freunde ...

Tobe ist ein kleiner Löwe mit Handicap. Er hat ein Bein verloren. Aber nichts desto trotz ist er immer noch ein Löwe. Und er möchte auch weiterhin all das tun, was er vorher gerne getan hat. Seine Freunde hingegen meinen, ihn nun schonen zu müssen. Auf seine eigene Art zeigt Tobe seinen Freunden, dass er keine Schonung braucht sondern Freunde, die ihn so nehmen, wie er nun ist, und ihn ganz normal behandeln.
Dem Autorentrio ist eine wundervolle Geschichte über Ängste, Vorurteile und falsch verstandenes Mitleid gelungen. Untermal wird die Geschichte mit Zeichnungen, die einfach nur wunderschön sind. So ist ein Buch entstanden, das auf ki ndgerechte Art und Weise das Thema Behinderung und Anderssein anspricht. Es zeigt, dass man auch mit einem Handicap munter und glücklich sein kann. Man benötigt nur die richtigen Freunde, die einen unterstützen. Und dann geht es doch!

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Veröffentlicht am 26.05.2020

Mystisches aus dem Spreewald

Die Mittagsfrau
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Christoph und Hanka Abel haben sich nach langem Aufenthalt im Ausland einen alten Hof im Spreewald gekauft. Er ist renovierungsbedürftig und benötigt viel Aufmerksamkeit.
Doch schon bevor sie mit ihren ...

Christoph und Hanka Abel haben sich nach langem Aufenthalt im Ausland einen alten Hof im Spreewald gekauft. Er ist renovierungsbedürftig und benötigt viel Aufmerksamkeit.
Doch schon bevor sie mit ihren drei Kindern dort einziehen können, geschehen seltsame Dinge im Haus und es tauchen immer wieder Drohbriefe auf. Steckt tatsächlich der Geist der vorherigen Besitzerin des Hofes dahinter, die auf dem Hof spuken soll? Oder haben eher ganz irdische Geister hier ihre Finger im Spiel?
Die Geschichte nimmt einen sehr schnell gefangen; auch wegen ihres gut zu lesenden Schreibstils. Schon gleich der Prolog geht spannend los und entwickelt seinen Faden durch die ganze Geschichte. Schnell erfahren wir intime Details der Familie, in der es leicht zu brodeln scheint. Dadurch entwickelt man als Leser Sympathien für die Personen, und möchte ihr Schicksal weiter begleiten.
In nahezu jedem Kapitel spürt man die Spannungen, die sich sowohl aufgrund der mysteriösen Geschehnisse als auch der Entwicklungen und Veränderungen der Familie und auch ihrer Nachbarn entwickeln. Dadurch liest man das Buch auch entsprechend schnell, um zu erfahren, was hinter der ganzen Geschichte steckt.
Einen winzigen Makel hat das Buch jedoch. Zwar taucht im Prolog die Mittagsfrau aus dem Titel auf, dann jedoch verschwindet sie für den Rest der Geschichte. Hier hätte ich mir gewünscht noch etwas mehr zu erfahren. Dies tut der Geschichte als solches jedoch keinen Abbruch.

  • Cover
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.05.2020

Brutale Neuinterpretation von Alice im Wunderland

Die Chroniken von Alice - Finsternis im Wunderland
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Seit zehn Jahren sitzt Alice in einer psychiatrischen Anstalt. Seit sie damals nach ihrem Verschwinden wieder auftauchte und sich nur noch an einen Mann mit Kaninchenohren erinnern konnte. Ihr einziger ...

Seit zehn Jahren sitzt Alice in einer psychiatrischen Anstalt. Seit sie damals nach ihrem Verschwinden wieder auftauchte und sich nur noch an einen Mann mit Kaninchenohren erinnern konnte. Ihr einziger Kontakt ist Hatcher, ein Mörder aus der Nachbarzelle. Als in der Anstalt ein Feuer ausbricht, gelingt den beiden die Flucht; und mit ihnen einem dunklen Wesen, das ebenfalls in den Tiefen der Anstalt gefangen war. Gemeinsam machen sich Alice und Hatcher auf die Jagd nach diesem Wesen. Schnell wird ihnen klar, dass nur dieses Wesen ihnen bei ihrer Suche nach ihrer Vergangenheit helfen kann. Und Alice kann erst mit ihrer Vergangenheit abschließen, wenn sie sich dem Kaninchen und dem Schrecken, der ihr damals wiederfahren ist, stellen kann.
Die Autorin hat hier eine interessante aber auch etwas brutale Version von Alice im Wunderland entworfen. So kommen denn auch einige bekannte Figuren zum Vorschein, wenn auch anders, als man sie in Erinnerung hat. Man erkennt jedoch die Grinsekatze, die Raupe, das Kaninchen, den Jabberwocky. In Hatcher glaube ich den verrückten Hutmacher gefunden zu haben.
Dafür, dass die Geschichte an mehreren Stellen doch recht brutal und blutrünstig daherkommt, bleibt der Schreibstil erstaunlich nüchtern, fast schon neutral erzählend. Immer tiefer geraten wir in das Grauen mit hinein, und erfahren schließlich, was mit Alice und Hatcher damals passiert ist, bevor sie in die Anstalt kamen. Eine interessante Reise durch eine Welt, die auf der einen Seite sehr an die das Wunderland angelehnt ist, und auf der anderen Seite doch so gar nichts mit dem Wunderland von Alice gemeinsam zu haben scheint.
So folgen Alice und Hatcher denn auch am Ende wieder einem weißen Kaninchen durch einen Tunnel auf dem Weg in die Fortsetzung, die uns wohl mehr über das Schicksal von Hatcher erzählen wird. Ich bin schon sehr gespannt.

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