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Veröffentlicht am 15.08.2024

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Diviners – Aller Anfang ist böse
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Sie alle sind besonders, egal ob Evie, Billie, Isaiah und andere Jugendliche in New York. Es ist 1926, Tanzrevuen, geheimnisvolle Geschehnisse, ein Museum der seltsamen Begebenheiten. Dann werden verunstaltete ...

Sie alle sind besonders, egal ob Evie, Billie, Isaiah und andere Jugendliche in New York. Es ist 1926, Tanzrevuen, geheimnisvolle Geschehnisse, ein Museum der seltsamen Begebenheiten. Dann werden verunstaltete Leichen gefunden. Wer und was steckt hinter den Ritualmorden? Die Polizei steht vor einem Rätsel.
Die Morde gehen weiter, gleichen den prophezeiten Opfern einer obskuren religiösen Gemeinschaft. Nur wenige erkennen den gruseligen Plan, der dahintersteckt.
Libba Bray hat eine sehr verzweigte Geschichte zum Thema Religion, Visionen, Scharlatanerie, Sekten und Wiederauferstehung geschrieben. Verschiedene Handlungsstränge ploppen auf, die Zusammenhänge werden nicht immer deutlich. Ein schwungvoller Beginn um die lebenslustige Evie flacht ab, flackert nur sporadisch wieder auf. Die Charaktere sind bis auf wenige Ausnahmen uninteressante Figuren, bestenfalls Evie und Sam haben für mich Potenzial. Vieles wird vermischt vor New Yorks schillerndem Hintergrund. Konnte mich nicht wirklich abholen.

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Veröffentlicht am 14.08.2024

In Poppenbüttel ist was los

Opa parkt in Poppenbüttel
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Poppenbüttel wird vorgestellt, in aller Ausführlichkeit. Nichts los in dem Kaff, ein Touri- Anziehungsspot soll es werden. Einwohner heißen ermüdend oft wie etwas bekanntere Promis. Alle überlegen, wie ...

Poppenbüttel wird vorgestellt, in aller Ausführlichkeit. Nichts los in dem Kaff, ein Touri- Anziehungsspot soll es werden. Einwohner heißen ermüdend oft wie etwas bekanntere Promis. Alle überlegen, wie ihr Ort mehr Leute anziehen kann. Wie kann man die attraktivere Waitzstraße übertrumpfen? Die dortigen Unfälle betagter Menschen im SUV sind ein Magnet. Ein Trainingslager für die Oldies soll das ändern. Und dortselbst geht die Post ab … .
Einige originelle Ideen, ein wenig Humor, skurrile Typen, ein bisschen Generationskonflikt und etwas Gesellschaftskritik, garniert mit etwas Sarkasmus - all das findet sich in Norbert Klugmanns neuem Roman. Er selbst sieht augenscheinlich mit milder Nachsicht und Lästerei auf die Senioren herab.

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Veröffentlicht am 14.08.2024

Keine Lügen

Scandor
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Wer gewinnt den Lügendetektortest? 100 Kandidaten kämpfen um einen Gewinn von fünf Millionen. Aber der Einsatz ist hoch. Philipp und Tessa sind dabei. Wer ab jetzt lügt, fliegt raus und muss seinen persönlichen ...

Wer gewinnt den Lügendetektortest? 100 Kandidaten kämpfen um einen Gewinn von fünf Millionen. Aber der Einsatz ist hoch. Philipp und Tessa sind dabei. Wer ab jetzt lügt, fliegt raus und muss seinen persönlichen Wetteinsatz einlösen. Schlag sofort spricht jeder präzise aus, was er denkt. Schonungslos und ohne Rücksichtnahme. Einige Mitbewerber müssen sehr schnell den Contest verlassen, andere kämpfen hartnäckig. Aber es ist schwer.
Wie schwer, beschreibt Ursula Poznanski eindrucksvoll und nachvollziehbar. Die aufgezählten KO-Gründe sind sogar verständlich, wer passt schon permanent auf? Und dann gibt es noch die echt fiesen Challenges.
Sehr gut geschildert, sehr spannend, sehr authentische Gefühle. Aber nicht nur dieser Strang ist faszinierend, sondern ebenso die Frage, was das wirkliche Ziel der Initiatoren ist.
Pageturner vom Feinsten!

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Gruselig

Der Salon der kühnen Frauen
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Marie d’Aulnoy lädt monatlich in ihren Salon ein. Zu Gebäck und Naschereien gibt es märchenhafte Geschichten. Klingt ungefährlich! Nein, da die Frauen ihre Märchen wie Fabeln erzählen, fühlen sich die ...

Marie d’Aulnoy lädt monatlich in ihren Salon ein. Zu Gebäck und Naschereien gibt es märchenhafte Geschichten. Klingt ungefährlich! Nein, da die Frauen ihre Märchen wie Fabeln erzählen, fühlen sich die Männer am Hof von Ludwig dem XIV. bedroht, erkennt sich doch mancher als wenig schmeichelhafter Charakter wieder. Für die Frauen jedoch sind sie Erleichterung, fördern ihren Zusammenhalt und geben ihnen Mut. Allen bekannte Märchen wie das von der Gänsemagd, Blaubart, Rotkäppchen oder vom gläsernen Pantoffel entstanden dort.
Clare Pollard erzählt detailreich, blumig, stattet ihre Geschichten mit viel Phantasie opulent aus. Mitunter geht ihr Sarkasmus ins Ordinäre, sie beschönigt die Zustände nicht. Eindrucksvolle Beschreibungen des Schlosses von Versailles, des Lebens des Königs gehören dazu. Bekannte Namen erkennt man. Ebenso die Entstehungsgeschichte der Salons. Sehr ausführlich. Und mit vieldeutigen, nein, eindeutigen Anspielungen gespickt. Das Leben der Frauen ist stets in Gefahr. Schreckliche Zeit.

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Veröffentlicht am 12.08.2024

Selbstfindung

Ein Muslim auf dem Jakobsweg
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Der in Saudi-Arabien aufgewachsene Autor kennt das Pilgern im Islam gut. Weltoffen nimmt er auch das Pilgern im Christentum in Angriff. Die Kathedrale in Santiago de Compostela ist sein Ziel. Ohne Vorkenntnisse ...

Der in Saudi-Arabien aufgewachsene Autor kennt das Pilgern im Islam gut. Weltoffen nimmt er auch das Pilgern im Christentum in Angriff. Die Kathedrale in Santiago de Compostela ist sein Ziel. Ohne Vorkenntnisse landet er genau dort und erlebt erstaunt, dass seine Vorstellungen in eine völlig falsche Richtung gingen. So kommt es, dass er den Pilgerweg vom Ende her in Angriff nimmt.
Mouhanad Khorchide vergleicht beide Religionen, analysiert gründlich und beurteilt nach bestem Gewissen beide. Auch über seine Familie und die hierarchischen Verhältnisse in orientalischen Ländern erfährt man eine Menge. Er stellt auch fest, dass: „Imame in ihrem Denken und Sprechen über den Islam von der Lebenswirklichkeit der Menschen hier in Deutschland entfernt sind.“ Respekt! Vielfältige Themen werden angedacht, Rassismus, der Nahostkonflikt und der Sinn des Lebens sind nur einige davon.
Der Autor hat viel Zeit, zu philosophieren, seine Gedanken zu sortieren. Er führt eine Reihe von Gesprächen und kommt zu der Erkenntnis: Jeder ist selbst für sein Glück verantwortlich. Darüber diskutiert er auch mit seinen Gesprächspartnern. Sehr ausführlich.
Dieses Buch war für mich nur ansatzweise das Erwartete, mehr über das Wandern selbst, den Weg, die Stationen, die Pilgerunterkünfte - das hätte ich interessanter gefunden. Aber dieser Blickwinkel ist logischerweise ein sehr persönlicher.

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