The Broken Vows
The Broken VowsWorum geht es?: Seit jeher ließen Zane Windsor und Celeste Harrison keine Gelegenheit aus, sich gegenseitig zur Weißglut zu bringen. Und schon ebenso lange lauerte unter all der Wut aufeinander ein ganz ...
Worum geht es?: Seit jeher ließen Zane Windsor und Celeste Harrison keine Gelegenheit aus, sich gegenseitig zur Weißglut zu bringen. Und schon ebenso lange lauerte unter all der Wut aufeinander ein ganz anderes, viel zärtlicheres Gefühl. Doch nach einem schlimmen Schicksalsschlag ist der Graben zwischen ihnen tiefer als je zuvor. Beide sind nun gewillt, alles zu tun, um Rache am jeweils anderen zu nehmen - selbst, wenn sie damit ihre Familienunternehmen in den Ruin treiben. Um diesem selbstzerstörerischen Kampf ein für alle Mal ein Ende zu setzen und die beiden Firmen vor dem Untergang zu bewahren, müssen sie fusionieren - und dazu sollen Zane und Celeste heiraten!
Das Cover: "The Broken Vows" fügt sich optisch wunderbar in die bestehende Reihe ein. Das Cover ist schön gestaltet und der edle Farbschnitt macht definitiv etwas her. Persönlich war mir das Design jedoch etwas zu überladen – manchmal wäre weniger mehr gewesen, aber das ist letztlich Geschmackssache.
Der Schreibstil: Der Schreibstil von Catharina Maura ist gewohnt angenehm, und die Erzählweise aus der Ich-Perspektive abwechselnd von Celeste und Zane hat mir gut gefallen. Besonders der Aufbau, der zunächst in der Vergangenheit spielt und später mit einem Zeitsprung in die Gegenwart arbeitet, hat dem Buch Struktur gegeben. Das Trope Enemies-to-Lovers – und später erneut Enemies-to-Lovers – fand ich sehr gelungen. Dennoch empfand ich das Buch insgesamt als zu langatmig. Vor allem Celestes beste Freundin Lily blieb mir viel zu lange ein Rätsel, und ich fand es schade, wie künstlich diese Geheimnisse in die Länge gezogen wurden. Als Leser war schnell klar, dass nicht alles so war, wie Celeste es glaubt. Die Liebesgeschichte selbst ist schön, aber durch die vielen Längen konnte ich emotional nicht so warm damit werden. Das Ende war süß, kam mir jedoch etwas zu plötzlich. Insgesamt hat das Tempo für mich nicht gestimmt: seitenweise passiert kaum etwas, und dann überschlagen sich die Ereignisse.
Die Hauptfiguren: Celeste ist eine junge Frau, die in ihrer Schulzeit von Zane gehänselt wurde und ihn am liebsten nie wiedersehen möchte. Doch Zane ist erwachsener geworden, und schließlich entwickeln beide Gefühle füreinander. Obwohl ihre Familie gegen die Beziehung ist, lässt Celeste sich davon zunächst nicht beirren – bis Lily behauptet, selbst eine Beziehung mit Zane zu haben. Die Frage, ob Celeste Zane je wieder vertrauen kann, zieht sich durch die Handlung. Mit Celeste hatte ich allerdings meine Schwierigkeiten. Sie fügt Zane im Verlauf der Geschichte so viel Leid zu, dass man sich fragt, warum er überhaupt noch Gefühle für sie hat. Oft hatte ich das Gefühl, dass sie ihn eigentlich gar nicht verdient. Zwar macht sie am Ende eine tolle Entwicklung durch, doch der Weg dorthin ist steinig und teilweise frustrierend.
Zane hingegen ist ein sehr gelungener Protagonist. Er hat Celeste in der Schulzeit zwar geärgert, doch der Einfluss seiner Großmutter – die einen Groll gegen Celestes Familie hegt – spielt dabei eine große Rolle. Mit der Zeit erkennt er, dass er eigentlich immer Gefühle für Celeste hatte. Er ist bereit, für die Beziehung zu kämpfen und sogar auf sein Erbe zu verzichten. Besonders beeindruckt hat mich, wie ruhig und geduldig er trotz der ständigen Vorwürfe bleibt. An seiner Stelle hätte ich Celeste wahrscheinlich schon hundert Mal vor die Tür gesetzt. Zane ist wirklich toll und bisher mein liebster Colinard der Familie. Ein Punkt hat mich jedoch massiv gestört: Er nennt Celeste ständig „Meine Göttin“. Dieser Kosename war für mich kaum auszuhalten, und ich musste jedes Mal die Augen verdrehen.
Endfazit: Das Trope hat mir sehr gut gefallen, und insgesamt gehört "The Broken Vows" für mich zu den stärkeren Büchern der Reihe. Allerdings war das Tempo nicht meins – lange Passagen ohne Handlung und ein dafür überstürztes Ende haben meinen Lesefluss gestört. Zane konnte mich als Protagonist absolut überzeugen (auch wenn man dringend über seine fragwürdigen Kosenamen sprechen müsste), während ich mit Celeste eine echte Hass-Liebe hatte. Ihre Entwicklung ist schön, aber auf dem Weg dorthin hat sie mich mehrfach zur Weißglut getrieben. Trotz einiger Schwächen im Schreibstil ist das Buch eine schöne Lektüre für zwischendurch. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.
Das Buch erhält von mir gute 3,5 von 5 Sternen.
Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar bei NetGalley zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür.