Zwei in einem Herzen
Zwei in einem HerzenWorum geht es?: Als Lydias große Liebe Freddie mit Ende Zwanzig bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben kommt, bricht für sie eine Welt zusammen. Nur in ihren Träumen, in denen sie Freddie begegnet, ...
Worum geht es?: Als Lydias große Liebe Freddie mit Ende Zwanzig bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben kommt, bricht für sie eine Welt zusammen. Nur in ihren Träumen, in denen sie Freddie begegnet, kann sie glücklich sein. Doch Lydia findet Trost bei Jonah, Freddies bestem Freund, der neben ihm saß, als der Unfall passierte. Jonah ist der einzige Mensch, der Lydias Schmerz wirklich verstehen kann, der Einzige, für den Freddie genauso wichtig war wie für sie. Und als Jonah an einem Silvesterabend vor ihrer Tür steht, scheint aus ihrer Freundschaft etwas anderes geworden zu sein. Doch beide wissen, dass diese Liebe niemals sein darf …
Das Cover: Das Cover von Zwei in einem Herzen hat mich sofort begeistert. Es wirkt edel, schlicht und gleichzeitig unglaublich aussagekräftig. Erst spät habe ich verstanden, warum genau dieses Motiv gewählt wurde – aber dann hat es perfekt gepasst. Ein großes Kompliment an den Heyne Verlag: Ohne unnötigen Schnickschnack ist das Buch ein echter Hingucker, ganz ohne aufwendigen Buchschnitt.
Der Schreibstil: Der Schreibstil ist besonders, denn die Geschichte wird vollständig aus der Ich-Perspektive von Lydia erzählt. Zu Beginn wechselt die Handlung zwischen Vergangenheit (vor Freddies Tod) und Gegenwart (nach seinem Tod). Später kommen weitere Ebenen hinzu: Lydias Wachzustand und ihre Traumwelt, in der Freddie noch lebt. Diese Parallelwelt ist emotional intensiv, aber die häufigen Perspektivwechsel machten es mir anfangs schwer, besonders wenn man das Buch zwischendurch weglegt. Ich musste zu Beginn jedes Kapitels prüfen, in welcher Ebene wir uns gerade befinden. Mit der Zeit fand ich mich jedoch gut zurecht – und gerade dadurch konnte ich Freddie als Figur besser kennenlernen. Das Ende ist wunderschön und zuckersüß, und ich fand es großartig, wie viele Facetten der Trauer die Autorin beleuchtet. Einziger Kritikpunkt: Manche Kapitel mit über 30 Seiten waren mir etwas zu lang.
Die Hauptfiguren: Lydia ist eine junge Frau, die ihr Glück mit Freddie gefunden hatte – bis sein plötzlicher Tod ihr Leben komplett aus der Bahn wirft. Sie fällt in ein tiefes emotionales Loch, stößt selbst Freddies besten Freund Jonah immer wieder von sich und klammert sich an die Traumwelt, die ihr die Schlaftabletten ermöglichen. Dort lebt Freddie weiter, doch ihr Körper und ihre Seele halten das auf Dauer nicht aus. Als sie sich Jonah wieder annähert, entstehen Gefühle, die sie sich selbst kaum zugestehen kann – aus Loyalität zu Freddie, aus Schuld, aus Angst. Ihre Entwicklung hat mich sehr berührt: Anfangs dachte ich, sie würde in ihrer Trauer gefangen bleiben, doch dann kam die Wende. Lydia wächst über sich hinaus, findet langsam zurück ins Leben und man wünscht ihr von Herzen ihr Happy End.
Endfazit: "Zwei in einem Herzen" ist ein intensives, emotionales Buch über Trauer in all ihren Formen. Wer eine klassische große Liebesgeschichte erwartet, ist hier falsch – im Mittelpunkt steht Lydias Weg zurück ins Leben. Der Schreibstil ist speziell, aber clever gewählt, denn so bekommt auch Freddie seine Bühne. Lydia als Protagonistin hat mir sehr gefallen, auch wenn es manchmal schwer auszuhalten war, wie sie ihre Mitmenschen wegstößt. Die Liebesgeschichte zwischen Lydia und Jonah hätte für meinen Geschmack etwas mehr Raum bekommen dürfen, dennoch bleibt es eine großartige, tiefgehende Geschichte. Eine klare Leseempfehlung!
Das Buch erhält von mir sehr gute 4 von 5 Sternen.