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Veröffentlicht am 25.11.2019

Blutrünstig und geheimnisvoll! Eine Welt, wie man sie noch nie zuvor erlebt hat.

Die Quellen von Malun - Blutgöttin
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Inhalt (Klapptext):

Das Wasser auf Ruann ist versiegt. Immer mühsamer muss es durch die Tunnelsysteme gefördert werden, und die Dürre verurteilt die Völker zu Hunger und Durst. Im Großreich Sapion ist ...

Inhalt (Klapptext):

Das Wasser auf Ruann ist versiegt. Immer mühsamer muss es durch die Tunnelsysteme gefördert werden, und die Dürre verurteilt die Völker zu Hunger und Durst. Im Großreich Sapion ist das Wasser schon vor langer Zeit verschwunden. Um sich die letzten Ressourcen zu sichern, führt Sapion erbitterte Kriege gegen seine Nachbarreiche. Die Politikertochter Feyla, der Offizier Dorgen, die Sklavin Alia und der Soldat Tailin sind alle auf unterschiedliche Weise vom Krieg betroffen. Jeder versucht für sich einen Ausweg aus der hoffnungslosen Situation zu finden. Aber noch wissen die Vier nicht, dass ihre Schicksale miteinander verbunden sind und die Gründe für das Verschwinden von Wasser in einer Verschwörung ungeahnten Ausmaßen liegen . . .

Meinung (Möglichst SPOILER-FREI verfasst!):
Der Prolog gibt direkt eine grobe Einsicht in die brutale Welt. Er ist sehr blutrünstig und wirfst zu Anfang viele Fragen auf, die sich im Laufe des Buches beantworten werden. Trotz des krassen Einstiegs war ich dadurch ziemlich neugierig, wie das Buch seinen Lauf nehmen würde, und dann außerdem alle Vier Protagonisten so in den Vordergrund zu stellen, dass alle auf irgendeine Art miteinander verknüpft sind.
In den ersten Kapiteln des jeweiligen Protagonisten verschafft man sich erstmal einen groben Überblick von seinem/ ihrem Leben, dass im Laufe des Buches einige krasse Überraschungen mit sich brachte. Durch diese „Einführungsphase“ fand ich es ein klein bisschen schwer in die Geschichte einzusteigen, da die Kapitel relativ lang und umfangreich waren. Mit der Zeit, umso mehr ich die einzelnen Protagonisten kennengelernt hatte, desto einfacher war es, nachher den Überblick über alle Vier und ihre Sichtweisen zu behalten. Und, weil einige Geschichten von ihnen sich immer mehr miteinander verknüpften. Was ich extrem gut fand, denn so entstand eine Verbindung.
Zu Anfang musste ich mich beim Lesen sehr konzentrieren, denn es wurden sehr viele Informationen über Götter, die „Länder“ und die Lebensweise offenbart. Diese Informationen ließen mich das ein oder andere Mal fassungslos, denn die Autorin hat es definitiv geschafft, dass die Emotionen, die an diesen Stellen vermittelt werden, auf mich übergegriffen haben. Trotzdem muss ich dazu auch sagen, dass es einige Dinge gab, die ich ein bisschen verwirrend fand: unteranderem die Bedeutungen der Sonnen, der vielen Götter und ihre Geschichten und Gotteskinder, … und andere, kleinere Dinge. Dagegen fiel es mir umso leichter, mir die ganze Lebensweise und das Kastensystem, dass insbesondere bei Feylas Charakter deutlich wurde, vor Augen zu führen.

ALIA: Direkt in ihrem ersten Kapitel (2) erfährt man relativ viel über ihre Leben als Sklavin im Bergwerk. Schnell wird deutlich, dass sie als Sklavin kein einfaches Leben hat, denn die Wärter, die auf diese achten, scheuen vor rein gar nichts zurück, um sie so hart wie möglich zu bestrafen. Anfangs hatte ich gedacht, dass nicht viel bei ihr passieren wird, doch dann wurden immer mehr Charaktere zu ihrem Leben hinzugefügt und umso weiter ihre Geschichte voranrückte, desto spannender wurde sie, denn plötzlich hatte sie etwas gefunden, dass alles verändern könnte … und dann waren da diese Träume, die sie auf einmal gar nicht mehr losließen ... und mich in einen Bann fesselten.

TAILIN: Erst knapp ab der Hälfte des Buches taucht Tailin viel öfter auf, was mir im letzten Drittel immer besser gefallen hat. Während ich nach den ersten Seiten noch gedacht hatte, wie sollte sich sein Charakter noch entwickeln, wurde ich gegen Ende extrem positiv überrascht. Meiner Meinung nach hat Tailin die größte Entwicklung während des Buches gehabt, denn zu Anfang hätte ich niemals gedacht, dass seine Person wirklich so viele Geheimnisse umgeben. Aber besonders durch ihn erfährt man vieles über den „Feind von Sapion“ und das hätte ich nach den ersten zwei, drei Kapiteln seiner Sicht niemals gedacht. Außerdem werden viele Dinge zu seiner Person offenbart, die die ganze Welt verändern könnten, … und das war mit das interessanteste des Buches, sodass ich wegen den Ganzen verborgenen Geheimnissen gar nicht mehr aufhören konnte, das Buch aus der Hand zu legen. Die neuen Nebencharaktere die in sein Leben traten gefielen mir sehr gut, vor allem Leymon und ich war ziemlich gespannt wie sich die Beziehung zwischen ihm und Tailin langsam entwickelte.

FEYLA: Gleich zu Beginn war ich am meisten interessiert, wie Feylas „Welt“ aussehen würde, denn ihre Kapitel machten direkt deutlich, dass sie ein ganz anderes Leben, ein ziemlich luxuriöses Leben führte, während die anderen Protagonisten für jeden Tropfen Wasser sehr dankbar waren. Ihr Vater, für mich ein typischer Charakter, den ich direkt nicht mochte, spielte zunehmend stärker eine ziemlich entscheidende Rolle. Über ihre Schwestern hegte ich mehrmals gemischte Gefühle, denn ihre Verhaltensweisen konnten nicht unterschiedlicher sein, insbesondere, da sie sich alle einen Mann teilen mussten … Obwohl ihr Leben an sich nicht sehr „hart“ war, wurde sehr deutlich, wie unwohl sie sich mit dem ganzen Luxus, für den ein Haufen Sklaven, unter anderem ihre Freundin, schwer arbeiten mussten. Ihre Ansichtsweise auf alles gefiel mir sehr gut.

DORGEN: Es war von Anfang an klar, dass er im Heerlager als Offizier dient, doch mit einem Mal ändert sich sein Leben schlagartig, denn er lernte durch die „Auslese“ ein ganz anderes Leben voll von Geheimnissen und Intrigen kennen. Dadurch kommt er in Berührung mit Feyla und ihrer Sippe und muss sogar in diese einheiraten. Die Beziehung zwischen ihnen fand ich von Anfang an sehr … ich will nicht sagen vorrausschauend, denn am Ende passiert noch etwas womit niemand gerechnet hatte, doch es wird relativ schnell klar, um was es letztendlich geht. Ich hatte erst gedacht, dass dieses Buch keine Liebesgeschichte enthält, doch durch diese beiden verschwand dieser Gedanke. Trotzdem muss ich leider sagen, dass mir diese Gefühle zu abrupt und zu plötzlich kamen, denn man konnte Dorgens Standpunkt seinen Frauen gegenüber nach der Hochzeit klar deuten. Und das dann in einem Kapitel ein paar Andeutungen gemacht wurden und ein paar Seiten/ Absätze später schon von richtigen Gefühlen gesprochen wurde, ging mir einfach zu schnell. (Vielleicht lag das aber auch an der Erzählperspektive, denn somit muss man viel Gedanken selbst hineininterpretieren …)

Schreibstil:
Mir persönlich fällt es immer schwierig mich in Protagonisten hineinzuversetzen, wenn das Buch aus der dritten (Er; Sie) Perspektive geschrieben ist. Deshalb musste ich mich beim Lesen ziemlich konzentrieren, was nicht nur an dem facettenreichen Inhalt lag. Trotzdem muss ich aber sagen, dass je länger ich mich in diese Geschichte hineinversetzt habe, mich der Schreibstil angenehm überrascht hat, denn er war oftmals so flüssig, dass ich nur so über die Seiten geflogen bin.

Cover:
Das Cover an sich verrät gar nichts, was ich gut finde, denn so konnte ich unvoreingenommen (natürlich hatte ich den Klapptext gelesen) an den Inhalt angehen. Es breitete eine Neugier aus, in Bezug auf die Blutgöttin und auf die Quellen von Malun. Bezüglich zur Göttin wurde relativ schnell etwas erwähnt, doch die Quellen wurden erst später erwähnt. Was ich aber im Nachhinein gut finde, denn somit bleibt die Neugier lange erhalten.
(Nebenbei bemerkt: Die Ortsangaben über den einzelnen Kapiteln fand ich sehr hilfreich)

Fazit:
Insgesamt riss mich dieses Buch, trotz kleinen Anfangsschwierigkeiten, mit in eine so fremde Welt, die unvorstellbar grausam ist. Die Autorin nimmt kein Blatt vor dem Mund, wovon ich positiv überrascht war und das führt dazu, dass die Neugierde immer erhalten bleibt. Ich würde das Buch allen empfehlen, die gerne in eine ferne Welt abtauchen und sich in diese problemlos fallen lassen können. Trotzdem würde ich dazu raten, das Buch möglichst ohne langtägige Pausen zu lesen, denn die Geschichte benötigt viel Konzentration durch die verschiedenen Sichtweisen und sonstigen Legenden und Hintergründe.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Fantasie
  • Lesespaß
Veröffentlicht am 23.11.2019

Mal etwas ganz anderes!

Everything I Didn't Say
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Rezension: Everything i didn´t say

Klapptext:
Als Jamie und Carter sich zum ersten Mal gegenüberstehen, sprühen zwischen ihnen augenblicklich die Funken. Dabei wissen sie beide, dass sie unbedingt die ...

Rezension: Everything i didn´t say

Klapptext:
Als Jamie und Carter sich zum ersten Mal gegenüberstehen, sprühen zwischen ihnen augenblicklich die Funken. Dabei wissen sie beide, dass sie unbedingt die Finger voneinander lassen müssen: Jamie hat gerade erst ihren Job als Dramaturgieassistentin angetreten, und Carter ist als Star der Show vertraglich dazu verpflichtet, sich nicht mit einer Frau an seiner Seite in der Öffentlichkeit zu zeigen. Doch mit jedem Tag, den sie miteinander verbringen, knistert es heftiger zwischen ihnen, bis sie der Anziehungskraft nachgeben - nicht ahnend, dass das ihre Leben gehörig durcheinanderbringen wird ...


Meinung (Extra Spoiler-frei):
Der Klapptext alleine hat mich schon sehr überzeugt und ich muss sagen, dass ich von diesem Buch keineswegs enttäuscht wurde. Das Buch ist in zwei verschiedene Teile unterteilt, von dem einer Jahre später spielt. Ich persönlich habe gerade so eine New-Adult Geschichte noch nie zuvor so gelesen, denn normalerweise dreht sich gerade dieses Genre immer um dasselbe.
Doch dieses Buch hat mich nicht nur sehr positiv überrascht, denn hier wird ein Thema aufgegriffen, dass mal etwas ganz anderes ist. Damit hatte ich zu Anfang gar nicht gerechnet, und was richtig gut war, war das man dieses „Thema“ erst ab der Hälfte erfahren hat. Dazu muss ich sagen, dass mich der Verlauf der Geschichte richtig gefesselt hat, denn besonders ab der Hälfte des Buches konnte ich gar nicht mehr aufhören.
Es war schön, dass sich die Geschichte in zwei verschiedenen Zeitebenen aufgebaut war, sodass man nicht erst Mitten ins Geschehen stolperte, sondern erst einmal ganz von vorne beginnt. Obwohl die „späteren Kapitel“ die zwischendurch mal aufgegriffen wurden, ein bisschen verwirrend waren, ergaben sie nach der Hälfte wirklich Sinn. Schließlich hatte ich mir andere Dinge zusammengereimt, doch diese Story nahm eine ganz andere Wendung. Durch die geteilte Sicht, die mich sofort von beiden Charakteren gefesselt hat, konnte ich mich extrem gut in Jamie und Carter hineinversetzten. Insbesondere war das sehr gut, als ich den zweiten Teil gelesen habe.
Außerdem fand ich es gut, dass man keinen so langen Aufbau der Geschichte hatte, sondern ziemlich schnell mit den Hauptcharakteren vertraut wurde. Auf die gemeinsamen Szenen habe ich gefühlt jedes Kapitel lang hin gefiebert, wenn zwischen durch mal ein Neben Charakter ins Geschehen eingriff. Was zudem richtig gut gelungen war, war, dass man nicht gleich zu Beginn mit Informationen zugeschleudert wurde, sondern dass man immer nur ein bisschen von dem eigentlichen Leben der Charaktere erfuhr. Und gerade das war ein Faktor, weswegen mich dieses Buch richtig gefesselt hat.
Ich habe teilweise richtig mitgefiebert und was mich ebenfalls überrascht war, dass nicht so viele typische Klischees verwendet wurden. Sicherlich lässt sich das nicht ganz vermeiden, aber dennoch ließen diese sich angenehm lesen.
Als ich dieses Buch gelesen habe musste ich wirklich so viel Lachen, denn teilweise waren solche Ausdrücke verwendet worden, oder einfach Sätze, die die ganzen Szenen komplett umdrehten, dass ich einfach gar nicht anders konnte. Insbesondere Jamies Vater hat mich bei einer Szene in der zweiten Hälfte des Buches so extrem amüsiert, dass ich diese Szene gleich zweimal lesen musste.
Trotzdem hätte ich mir bei diesem Buch gewünscht, dass es ein bisschen weniger Drama (gegen Ende) geben würde und das mehrere Nebencharaktere miteinbezogen werden. Und außerdem sind mir ein paar kleine logische Fehler aufgefallen.
Als das „Thema“ dann herausgekommen war, gab es zwar eine Szene mit viel Gespräch, doch trotz allem habe ich dauernd nur gedacht „Jetzt sag es endlich!“ Diese Szene war für mich nicht ganz auf den Punkt gebracht, aber das sind nur kleine Kritikpunkte.

Cover:
Wow!
Noch bevor ich diese Leseprobe oder den Klapptext gelesen habe war ich von dem Cover begeistert! Lyx schafft es immer wieder aufs neue grandiose Cover herauszubringen und dieses zählt definitiv zu meinen absoluten Favoriten. Alle Farben harmonieren an sich so schön, insbesondere mit den flächendeckenden weiß. Zwar habe ich das Manuskript lesen dürfen, was logischerweise dasselbe Cover hat, doch bei dem fertig gedruckten Buch, dass ich im Buchladen gesehen habe, war es noch ein bisschen schöner (weil es so schön glänzt).

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin fand ich ziemlich angenehm. Kim Nina Ocker beschreibt meiner Meinung nach nichts Überflüssiges, nicht zu viele, klein detaillierte Beschreibungen und kreiert einen ständigen Wechsel zwischen Gedanken, Gefühle, Wörtliche Rede und Handlungen. Allgemein gesagt, war dieses Buch sehr angenehm und flüssig zu lesen. Auch wenn es einen ständigen Sichtwechsel (den ich großartig fand) gibt.

Fazit:
Mich hat dieses Buch alles in allem überzeugt, denn es gab eine ganz abrupte Wendung der Geschichte, mit der ich niemals gerechnet hätte. Ich würde dieses Buch jedem empfehlen, der mal einen ganz anderen New-Adult Roman lesen möchte und ab und zu auch mal Lachen möchte. Außerdem ist das Cover ein Traum, sodass es in keinem Bücherregal fehlen darf.

Scarlettbooks

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.07.2019

Eine atemraubende Fortsetzung!!!

Elias & Laia - In den Fängen der Finsternis
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Rezension zu Elias & Laia – In den Fängen der Finsternis

Inhalt (Klapptext):
Das Materialenimperium steht am Abgrund: Imperator Marcus überzieht das Land mit dem Blut der Unschuldigen, während Blutgreif ...

Rezension zu Elias & Laia – In den Fängen der Finsternis

Inhalt (Klapptext):
Das Materialenimperium steht am Abgrund: Imperator Marcus überzieht das Land mit dem Blut der Unschuldigen, während Blutgreif Helena diese zu schützen versucht. Weit im Osten weiß Laia, dass sie den Nachtbringer aufhalten muss, und das ohne Elias. Denn Elias ist als Seelenfänger an die Zwischenstatt, das Geisterreich, gebunden. Dazu verdammt, bedingungslos zu dienen – auch wenn dies bedeutet, die Frau aufzugeben, die er liebt.

Ihr aller Schicksal ist miteinander verknüpft. Und sie alle kämpfen gegen eine uralte Macht, deren Zerstörungskraft sie unterschätzen . . .

Meinung (Mögliche kleine Spoiler):
Nachdem Buch 2 mit einem großartigen Finale geendet hat, war ich umso mehr gespannt, wie es mit den Charakteren weiterging, denn es blieben einige Fragen, die insbesondere den Blutgreif betrafen, auf.
Der dritte Teil startet direkt mit dem Nachtbringer, den man im Laufe des Buches ebenfalls besser kennenlernt. Dieser Einstieg war definitiv etwas anderes, denn ich hatte nicht damit gerechnet das so ein Charakter ein eigenes Kapitel bekam (genauso wie das letzte Kap). Trotzdem fand ich es sehr angemessen, denn es seine Person an sich, seine Handlungen, … einfach alles an ihm wirft eine ganze Menge Fragen auf.
Aufgrund von den wechselnden Sichten und Handlungen zwischen Laia, Elias und dem Blutgreif war das Buch an sich sehr interessant und abwechslungsreich gestaltet. Denn wenn ich zum Beispiel ein Kapitel, das aus der Sicht vom Blutgreif verfasst war, gelesen habe und es am Ende einen prägnanten, kleinen Cliffhanger gab, spannten mich die anderen Kapitel von Laia und Elias mega auf die Folter. Jedoch nicht lange, denn auch sie verfolgten unterschiedliche, spannende Handlungen …

Durch dieses Buch entwickelte sich ein neuer Lieblingscharakter der Reihe für mich – der Blutgreif. Man lernt Helena bereit in Teil 1, besonders stark in Teil 2 kennen, aber das war kein Vergleich zu Teil 3, wie ich fand. Während sie zu Anfang immer noch versucht Elias und Laia zu „fangen“, ändert sie ihre Sichtweise (insbesondere über Laia) und ihre Handlungen stark, denn es gibt eine andere Gefahr – die skrupellose Kommandantin. Der Blutgreif versucht sie immer wieder zu „besiegen“, aber das ist nicht so einfach wie es sich herausstellte. Ich persönlich fand ihre Kapitel, die die am meisten Informationen über das Imperium, den bevorstehenden Krieg und andere Personen enthielten, am spannendsten von allen anderen. Aber nicht nur deshalb gefiel mir ihre Sichtweise am besten, sondern auch weil sie alles versucht hat, ihre Schwester und ihren Neffen zu schützen, auch wenn sie dafür ihre magischen Fähigkeiten (Heilen) gegenüber dem Imperator preisgeben musste. Es wird sehr deutlich, wie viel ihr ihre Schwester (nicht nur für das Imperium) bedeutet und diese Liebe wird nach einer Vergiftung von Livia besonders hart auf die Probe gestellt. Zumal ihr die Kommandantin immer einen Schritt voraus ist …
Ich muss ehrlich sagen, dass mir ihre Kriegskapitel rund um Navium noch besser gefallen haben, als die am Ende. Ich habe mit Helena und ihrer Überzeugungskraft extrem mitgefiebert, dass sie die Kommandantin endlich besiegen würde, aber diese hatte noch ein entscheidendes Ass im Ärmel wie sich herausstellte … Obwohl der Blutgreif ja eigentlich erfolgreich war … Ich war so hektisch, als ich diese Kapitel rund um Navium gelesen habe, denn sie hüllten mich in ihren Bann und verursachten eine Spannung, die bei einigen anderen Kapiteln gefehlt hat. Sicherlich kann der Spannungsbogen nicht dauerhaft aufrecht gehalten werden, aber jedes einzelne ihrer Kapitel glichen die anderen, etwas „schwächeren“ komplett wieder aus.

Die Entwicklung rund um Laias Charakter ist meiner Meinung nach etwas schwach gewesen. Sicherlich hatte sie ebenfalls sehr spannende Kapitel, in denen man mehr von ihrem Bruder und anderen, neuen Charakteren kennenlernt, nur insgesamt sind mir ihre Handlungen, insbesondere in Adisa ziemlich langartig gewesen. Auch wenn es ein spannendes Ereignis gab, konnte mich das nicht so richtig fesseln. Erst gegen Ende hin, als Köchin plötzlich wiederaufgetaucht war, und ihr ein sehr wichtiges Geheimnis offenbart hat, fand ich mehr gefallen an ihrer Sichtweise. Was ich außerdem gut fand war, dass sie mit Musa, einer neuen Figur, die mir unglaublich gefallen hat, viel zusammen gemacht hat und dass sich ihre Einstellung dem Nachtbringer (Kinan) gegenüber verändert hat. Leider habe ich mir viel mehr Szenen mit Darin gewünscht, auch wenn er nicht unbedingt ein „Haupt-Haupt“ Charakter ist. Dennoch wäre es schön gewesen, wenn er eine noch größere Rolle gespielt hätte.

Als ich die ersten paar Kapitel von Elias gelesen habe, dachte ich, dass er nicht wirklich viel ins „Allgemeine Geschehen“ eingreifen wird, denn er ist schließlich an die Zwischenstatt gebunden und was soll er sonst noch alles parallel machen …? Aber umso tiefer ich in seine Geschichte versank, desto neugieriger wurde ich, was er als Seelenfänger alles konnte. Besonders im letzten Drittel des Buches, als Banu-al-Mauth (seine Magie) sich immer weiter mit ihm verband und als die Geister die Zwischenstatt auf magische Weise durchbrachen, wurde, wie ich fand, eine ganz andere Seite von dem Seelenfänger gezeigt.
Man würde normalerweise denken, dass ein Seelenfänger für die Geister zuständig ist usw., aber es werde so viele andere Aktionen, unerwartete und fassungslose Aktionen angesprochen, bei denen ich wirklich gestaunt habe. Seine Figur entwickelt sich unglaublich gut und auch er kommt einigen Gefährlichen Geheimnissen auf die Spur …

Bei dem fulminanten Ende hat mir am besten gefallen, dass alle Charaktere auf irgendeine Art und Weise wieder zusammengefunden haben. Zwischen dem Blutgreif und Harper fieberte ich auf bei jeder Erwähnung seines Namens auf einen Kuss zwischen ihnen hin, und ich bin wahrhaftig geschmolzen, als ich diese Stelle gelesen habe.
Elias war noch niemals so stark gewesen, wie bei diesem Krieg und auch Laia riskierte alles, weil sie einen unerbittlichen Drang verspürte anderen zu helfen. Neben dieser Spannung, die mich mitgerissen hatte, empfand ich aber ebenfalls Traurigkeit, denn die Begegnung von Elias und Laia war herzzerreißen. Ich hoffe sehr, dass es im nächsten Buch die Beziehung zwischen ihnen konkretisiert wird …

Schreibstil:
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, denn ich flog nur so über die Seiten. Es wurden keine „schweren“ Begriffe benutzt, wie es teilweise für ein Fantasy Buch üblich ist, und deshalb konnte ich mir die Geschehnisse ohne Probleme vorstellen. Sabaa Tahir beschreibt meiner Meinung nach nichts Überflüssiges, nicht zu viele, klein detaillierte Beschreibungen und kreiert einen ständigen Wechsel zwischen Gedanken, Gefühle, Wörtliche Rede und Handlungen. Allgemein gesagt, war dieser Teil sehr angenehm und flüssig zu lesen.

Cover:
Das Cover an sich finde ich traumhaft schön, denn die hellen Farben harmonieren perfekt miteinander. Außerdem finde ich, dass die abgebildete Maske, die vermutlich den Blutgreif darstellt, sehr passend gewählt ist, denn man hat mit diesem Cover einen ganz klaren Bezug zum Inhalt dargestellt … Außerdem gefallen mir die deutschen Cover insgesamt viel besser, als die der Englischen Originalausgaben.

Fazit:
Die Autorin schafft es immer wieder mich in ihren Bann zu ziehen! Nicht nur durch die Charaktere und ihre Handlungen, sondern auch durch atemraubende Erkenntnisse, Erinnerungen oder Verknüpfungen von Zusammenhängen, die mich zum stauen brachten. Bei dieser Geschichte wurde ich immer wieder von neuem überrascht.
Dieses Buch bietet nicht nur eine Sichtweise, sondern gleich drei verschiedene (!) und durch den flüssigen Schreibstil kann man sich bestens in die Charaktere hineinversetzten.
Insgesamt ist dieser dritte Teil, eine perfekte Fortsetzung mit durchaus spannenden Handlungen und schockierenden Erkenntnissen …

EINE KLARE EMPFEHLUNG FÜR ALLE FANTASY-LESER!

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  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Spannung