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Veröffentlicht am 15.02.2026

Kreative, aber tödliche Prüfungen

The Ordeals
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Um den Blutsbund zu brechen, der Sophia magisch an den Sammler bindet, sieht sie nur einen Ausweg: In die Killmarth-Akademie gelangen und dort die magischen Prüfungen bestehen. Auch wenn ihre eigenen magischen ...

Um den Blutsbund zu brechen, der Sophia magisch an den Sammler bindet, sieht sie nur einen Ausweg: In die Killmarth-Akademie gelangen und dort die magischen Prüfungen bestehen. Auch wenn ihre eigenen magischen Fähigkeiten als Illusionistin bisher primär für Diebstähle und ähnliche Aufträge des Sammlers genutzt wurden. Die als Ordeals bezeichneten Prüfungen gestalten sich als tödlich und nur die Sieger werden fortan für die Dienste an der Krone ausgebildet. Die Rivalität ist entsprechend hoch, so dass sie sich zunächst mit dem botanisch-begabten Alden als Team zusammentut.
Was zunächst ganz vielversprechend klang entpuppte sich als eine wie sinnlos wirkende Aneinanderreihung von Gewalt und Gefahr. Warum bringt man auf der Suche nach den Besten der Besten für eine Elitetruppe so viele junge begabte Menschen um? Sinnvoller wäre es doch, diese ebenfalls auszubilden, wenn Magie schon so besonders ist. Zumal die Elitemagier auch nur im Namen der Krone verheizt werden sollen. Generell scheint hier im Buch die Grundeinstellung zu sein, die Leute durch Quälerei zu stählen, denen einzutrichtern, sie wären was Besonderes, nur um sie dann als Waffe zu instrumentalisieren. Ebenso scheint es für die Leitenden der Akademie kein großes Problem zu sein, dass da jemand nebenbei zwischen den Anwärtern einige Morde begeht. Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen? Negativ.
Die Charaktere bleiben alle langweilig flach, bis auf Oberflächlichkeiten erfährt man kaum was über sie. Selbst über Sophias Rivals2Lovers Love Interest Alden Locke, den knurrenden Mucki-Typ, der es nicht für nötig hält Fragen zu beantworten, erfährt man kaum mehr als in ständiger Wiederholung dessen Augenfarbe und Körpergeruch (kein Scherz!). Und die expliziten Szenen zwischen den beiden lesen sich wie Fast Food.
Die diversen Ausprägungen der Magie sowie die im Lauf des Romans vorkommenden Wesen bieten zwar etwas Abwechslung, doch auch hier bleibt das Buch enttäuschend zurückhaltend, es gibt kaum Beispiele für die Magiearten oder Informationen zu den Hintergründen der Wesen.
Die Ordeals selbst waren schon recht kreativ und spannend zu verfolgen, da kann ich die Autorin für ihre Kreativität loben. Nur der tödliche Aspekt für die angehenden Auszubildenden jedesmal, vor allem von Beginn an, sehe ich als sinnlos und vor dem Hintergrund einer Bedrohung stark kontraproduktiv. Zudem hätte dem Buch ein Plus an Magie, mehr Tiefgang und vor allem ein prüfender Blick auf die Logik dahinter gutgetan.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

War es Unfall oder versuchter Mord?

Das Signal
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Sehr emotional startet man in Ursula Poznanskis neuesten Thriller: Viola wacht im Krankenhaus auf, schwerverletzt nach einem Unfall, an den sie keine Erinnerungen hat. Und bei welchem sie einen Teil ihres ...

Sehr emotional startet man in Ursula Poznanskis neuesten Thriller: Viola wacht im Krankenhaus auf, schwerverletzt nach einem Unfall, an den sie keine Erinnerungen hat. Und bei welchem sie einen Teil ihres linken Beins verlor. Als wäre das nicht bereits belastend genug erwartet sie daheim eine Pflegerin, die glatt aus einem Psychothriller stammen könnte und ihr bei allen so beliebter Ehemann behandelt sie auffallend abweisend. Durch ihre vorerst eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten ist es Viola zwar nicht möglich, selbst zu spionieren, doch dank einiger heimlich angebrachter Tracker kann sie schnell einige Lügen aufdecken, für die sie nun nach Erklärungen sucht.
Anfangs tat ich mich schwer mit dem Buch, was primär an der Darstellung von Violas Charakter lag. Womit ich nicht das psychische Loch meine, in welches sie zunächst fällt. Dass ihr Ehemann Adam ein skrupelloser Narzisst ist wird beim Lesen schnell klar. Was mich jedoch störte war die Tatsache, dass Viola von Beginn an WEISS, dass Adam toxisch für sie ist. Sie selbst beschreibt ihn so. Und trotzdem drehen ihre Gedanken sich erstmal darum, ob und wie sie ihm gefallen, in sein nach Perfektion strebendes Schema passen würde. Die Frau ist mitte 30 und denkt zunächst nur daran, es ihrem Ehemann recht zu machen, von dem sie WEISS, dass er ein Narzisst ist?! Aus dem Grund kann ich das Buch, zumindest den Anfang betreffend, auch nicht mit einem Hitchcock vergleichen, hierfür hätte es mehr Perfidie benötigt.
Interessant wurde es für mich, als Viola anfing, Beweise zu sammeln, Schlussfolgerungen zu ziehen und zudem ihre Erinnerungen allmählich zurück kehrten. Wer hat hier welche Geheimnisse und war es wirklich bloß ein Unfall, oder wollte sie jemand ermorden? Leider macht sie alles nur mit sich aus, da sie niemandem vertraut. Im Nachhinein vielleicht auch ganz gut so, auch wenn sie in einigem daneben lag. Im Großen und Ganzen fand der Thriller dann auch einen gelungenen Abschluss.
Ein Thriller, der nach und nach immer mehr Geheimnisse offenbart und Fragen aufwirft, die zum Miträtseln einladen.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Fantastisches Abenteuer über Freundschaft und das Anderssein

Starminster - Stadt in den Wolken
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Astrid führt ein Leben, welches bei den Lesenden sofort alle Alarmglocken im Kopf schrillen lässt: Eingesperrt in einem Schuppen hat sie noch nie den Himmel oder die Sterne in echt gesehen. Von ihrer Mutter ...

Astrid führt ein Leben, welches bei den Lesenden sofort alle Alarmglocken im Kopf schrillen lässt: Eingesperrt in einem Schuppen hat sie noch nie den Himmel oder die Sterne in echt gesehen. Von ihrer Mutter wird sie stets vertröstet, die Welt da draussen sei zu gefährlich. Nur bei ihrer Mutter sei sie sicher. Das sieht die fremde Frau anders, die plötzlich bei Astrid in der Tür steht, ihre Flügel ausbreitet und Astrid verspricht, bald ebenso fliegen zu können wie sie. Dafür müsse sie nur mit nach Oberlondon kommen und zur Starminster-Schule gehen.
Das Buch hat richtig Spaß gemacht. Es gibt ein London über dem London, welches nur für die Menschen mit Flügeln, sogenannte Librae, sichtbar ist. Dort ist auf den ersten Blick alles irgendwie anders, doch bei genauerem Hinsehen gibt es auch hier einige Probleme und viel zu verbessern. Astrids Zwiespalt, ihre Mutter gegen die neugewonnene Freiheit einzutauschen, wird einfühlsam beschrieben. Zudem möchte man gemeinsam mit Astrid herausfinden, warum ihre Mutter sie überhaupt versteckt hielt, da muss doch mehr dahinter stecken. Ihre Abenteuer mit den anderen Kindern, unter denen sie schnell Freunde findet, entwickeln sich derart, dass man beim Lesen staunend Neues entdeckt, sich über unfaires Verhalten aufregt und mit Astrid mitfiebert, als es darum geht, dass mehrere Kinder spurlos verschwinden. Die natürlich gerettet werden müssen.
Mit ihren 11 Jahren ist Astrid bereits erstaunlich selbstständig, mutig und einfallsreich, was dem Roman positiv zugute kommt. Starminster ist ein erfrischendes Urban Fantasy Abenteuer über Freundschaft, Ausgrenzung, Zusammenhalt und den Traum vom Fliegen in und über London.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Fesselnde Romantic Suspense

Firewatch
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Würdest du den Mörder deines besten Freundes daten? Das ist zumindest Robins Plan, um ihm ein Geständnis zu entlocken. Vor einem Jahr verschwand Aaron spurlos während seines Sommerjobs, und Kian war der ...

Würdest du den Mörder deines besten Freundes daten? Das ist zumindest Robins Plan, um ihm ein Geständnis zu entlocken. Vor einem Jahr verschwand Aaron spurlos während seines Sommerjobs, und Kian war der einzige, der damals in Reichweite war. Also muss Kian der Mörder sein, ganz klar.

Spinnst du?? Das ist ein Selbstmordkommando!

Haley, Robins beste Freundin, ist gegen Robins Pläne, doch er lässt sich nicht davon abbringen. Und tatsächlich entdeckt Robin nicht nur verdächtige Geheimnisse an Kian, sondern verliert auch sein Herz an ihn. So war das nicht geplant!
Die Kombination aus Thriller und knisternder Romantik ist Colin Hadler überzeugend gelungen. Schon Aarons Ferienjob, die sogenannte Firewatch, wird in Rückblenden packend beschrieben, auch wenn der Job selbst eher langweilig klingen mag: Den ganzen Tag allein in einem Turm im Wald hocken, um Waldbrände zu vermeiden? Nunja, Aaron ließ zumindest nichts anbrennen.
Neben der gelungenen Thrillerhandlung, die mit einigen Überraschungen aufwartet, hat mir insbesondere die Darstellung von Robins Charakter sehr gefallen. Als Ich-Erzähler bietet er Einblicke in seine Emotionen, und die fahren Achterbahn, wenn er sich nicht mehr sicher ist, ob er auf sein Hirn, sein Herz oder seine beste Freundin hören soll.
Auch meinen Emotionen hat Colin Hadler eine Fahrt in der Achterbahn bescheren können. Begeistert habe ich mitgerätselt, mitgefiebert und die wildesten Spekulationen aufgestellt, nur um diese irgendwann wieder wie einen Jenga-Turm zum Einsturz zu bringen. Die Kombination mit Romance (ja, es gibt auch ein paar heiße Szenen) lässt den Thriller an keiner Stelle in die Kitsch-Kiste rutschen, vielmehr macht es die Handlung emotional nur umso packender.
Leute: Lest. Das. Buch! Ihr werdet es nicht bereuen.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Furchtlos gegen alte und neue Feinde

Irida 2. Irida und das Rätsel der Ruine
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Die Aussenseiter-Clique rund um Irida macht ihrem Namen alle Ehre: Mutig verfolgen die Furchtlosen auch im zweiten Band des fantastischen Abenteuers ihr Ziel, die Anderswelt vor dem Angriff der bösen Trolle ...

Die Aussenseiter-Clique rund um Irida macht ihrem Namen alle Ehre: Mutig verfolgen die Furchtlosen auch im zweiten Band des fantastischen Abenteuers ihr Ziel, die Anderswelt vor dem Angriff der bösen Trolle zu schützen. Dabei entdecken sie neue historische Geheimnisse, müssen gegen magische Feinde bestehen, sich mit Gegnern verbünden und allen Mut zusammennehmen, um die Menschen zu retten, an deren Stelle die Troll-Wechselbälger einst getreten sind.
Diesmal entdecken sie zunächst weitere Geheimnisse vor Ort, die es in sich haben, bevor es in die Ferne geht. Gleichzeitig werden die getarnten Trolle, denen ihre Schulkameradin Linnea sich angeschlossen hat, immer skrupelloser.
Der zweite Band zieht im Vergleich zum ersten nochmal gewaltig an Spannung an. Die historischen Sagen und Details, welche diesmal relevant werden, haben es ziemlich in sich. Neben dem Zusammenhalt der Clique kann auch Linnea als Charakter sehr überzeugen. Zwar stellt sie die Ziele der bösen Trolle infrage, doch kann Irida ihr wirklich vertrauen, wenn es darauf ankommt?
Für eine gewaltige Überraschung sorgt im Laufe des Romans ein gewisses Kaninchen, dessen Hintergründe ebenso geklärt werden wie die Szenen mit den Feen. Da die Handlung inhaltlich an den ersten Band anschließt, sollte dieser zum besseren Verständnis bekannt sein.
Spannende Abenteuer, historische Geheimnisse, skrupellose Gegner, Zusammenhalt unter Freunden und eine magische Rettungsaktion in Norwegen konnten mich diesmal restlos überzeugen.

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