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Veröffentlicht am 02.03.2026

Slasher meets RomCom – witzig, blutig, tödlich

A Killer Crush
5

In „A Killer Crush“ vermischt Shailee Thompson zwei komplett widersprüchliche Genres – Slasher und RomCom. Ein echter Lesespaß mit Schockfaktor.

Um was geht es?
Die beiden unzertrennlichen Freundinnen ...

In „A Killer Crush“ vermischt Shailee Thompson zwei komplett widersprüchliche Genres – Slasher und RomCom. Ein echter Lesespaß mit Schockfaktor.

Um was geht es?
Die beiden unzertrennlichen Freundinnen und Filmfreaks Jamie und Laurie gehen auf einen Speed-Dating-Abend. Zunächst startet alles vielversprechend und Jamie ist bereits von zwei Männern total begeistert. Bei einem unerfreulichen Speed-Date mit einem Macho-Mann geht auf einmal das Licht aus. Panik bricht aus, seltsame Geräusche erfüllen den Raum. Als das Licht wieder angeht sitzt Jamies Date mit aufgeschlitzter Kehle in einer Blutlache vor ihr. Und er ist nicht der Einzige, der seinen letzten Atemzug getan hat. Die restlichen Teilnehmer des Speed-Datings versuchen fortan vom Schauplatz des Verbrechens und vor dem unbekannten Täter zu fliehen. Doch wer war es? Einer der Teilnehmer? Und wenn ja, hoffentlich nicht einer der beiden Männer, die Jamies Herz schneller schlagen lassen?

Protagonistin des Buches ist Jamie Prescott, ein absoluter Filmfreak, die gerade ihre Dissertation darüberschreibt, dass Slasher und RomCom mehr gemeinsam haben als man denkt. Und schon steckt sie mitten in ihrer persönlichen Slasher-RomCom drin und kann ihre Theorien auf Herz und Nieren prüfen. Zielstrebig versucht sie die hart erlernten Regeln beider Genres – vor allem zehn Regeln, um in einem Slasher-Film zu überleben – einzuhalten. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Und so begleiten wir sie dabei, wie sie versucht, in wechselnder Gruppenzusammensetzung dem Killer zu entgehen, diesen vielleicht sogar zu entlarven und ihr wild pochendes Herz zu besänftigen. Natürlich immer gemeinsam mit ihrem Lieblingsmenschen Laurie.

Mit viel Wortwitz führt uns Shailee Thompson durch dieses einmalige Buch. Die Genres Slasher und RomCom zu vermischen, klingt erst mal nach einer unvereinbaren Angelegenheit. Aber die Autorin schafft es, eine spannende Geschichte zu entwickeln, die beide Elemente auf geschickte Art miteinander verwebt. Dabei ist mal das Thema Slasher, mal das Thema RomCom im Vordergrund. Ich persönlich bin Team Slasher, aber mich haben die RomCom-Elemente nicht gestört. Ich wusste ja, auf was ich mich bei dem Buch einlasse, und ab und an finde ich auch RomCom ganz nett 😊 Ich glaube allerdings, dass Leser, die nur eines der beiden Genres mögen und das andere ablehnen, keine Freude mit dem Buch haben werden.

Das Buch selbst liest sich leicht und flüssig und bietet dem Leser sowohl Lach- als auch Schockmomente. Man fliegt förmlich durch das Buch und möchte einfach wissen, ob die Flucht gelingt oder der Mörder gewinnt. Besonders gut gefallen haben mir auch die abgewandelten Filmzitate zu Beginn jedes Kapitels. Viele konnte ich zuordnen, nicht alle. Aber sie sind auch so unterhaltsam. Insgesamt gibt es viele Anspielungen auf bekannte Slasher-Filme oder RomComs, allerdings auf sehr bekannte. Deswegen sollten die meisten Leser damit etwas anfangen können.

Fazit:
Wer Slasher und RomCom liebt oder zumindest eines der Genres feiert und das andere ganz nett findet, wird bei dem Buch voll auf seine Kosten kommen. Es bietet viele schöne Lesestunden, mit gelegentlichem Wortwitz, Lach- und Schockmomenten. Wer allerdings nur eines der beiden Genres mag und das andere ablehnt, sollte lieber die Finger von dem Buch lassen. Es handelt sich um leichte Kost für zwischendurch und bietet nicht unendlichen Tiefgang. Mich persönlich stört das nicht und ich hatte das auch nicht erwartet. Insgesamt habe ich mich von diesem Roman sehr gut unterhalten gefühlt und kann ihn nur weiterempfehlen 😊

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  • Spannung
Veröffentlicht am 22.02.2026

Atemberaubendes Fantasy-Epos mit Mittelalter-Vibes

Flut aus schwarzem Stahl
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„Flut aus schwarzem Stahl“ ist der Auftakt des neuen, spannenden Fantasy-Epos von Anthony Ryan – mit mittelalterlicher Atmosphäre, großen Schlachten und sagenhaften Welten.

Um was geht es?
Das sagenumwobene ...

„Flut aus schwarzem Stahl“ ist der Auftakt des neuen, spannenden Fantasy-Epos von Anthony Ryan – mit mittelalterlicher Atmosphäre, großen Schlachten und sagenhaften Welten.

Um was geht es?
Das sagenumwobene Reich Ascarlia wird schon seit sehr langer Zeit von drei Schwesterköniginnen regiert. Als auf einmal aus den Randgebieten Lieferungen ausbleiben, schicken die Schwesterköniginnen Thera Speldrenda, Vellihr der Gerechtigkeit, mit einer Menda los, um der Sache auf den Grund zu gehen. Bald häufen sich die Anzeichen, dass eine fremdländische Macht sich aufmacht, das Reich Ascarlia einzunehmen. Wer sind die fremdländischen „Besucher“, die mit beispielloser Gewalt vorgehen? Und was steckt hinter ihrem plötzlichen Auftauchen?

Das Buch wird in vier Handlungssträngen und damit aus vier völlig unterschiedlichen Sichtweisen geschildert. Da ist Thera Speldranda, Vellihr der Gerechtigkeit und Dienerin der Schwesterköniginnen – eine beispiellose, zielstrebige Kriegerin. Ihr Bruder Felnir nimmt ebenfalls Aufträge von seinem Großvater und den Schwesterköniginnen an – die Drecksarbeit – um sich von einer alten Schuld reinzuwaschen. Handlungsstrang drei wird aus Sicht der jungen, hochintelligenten Gelehrten und Schreiberin Elvine Jurest geschildert. Da sie einem alten verbotenen Glauben anhing, ist sie nun gezwungen, für die Schwesterköniginnen zu arbeiten, sonst drohen ihr und ihrer Mutter drakonische Strafen. Und zu guter Letzt haben wir noch Ruhlin, der während eines Angriffs auf sein Dorf eine ihm unbekannte, urtümliche Kraft entfesselt und als Feuerblut gefangen genommen wird.

In den vier verschiedenen Handlungssträngen erfahren wir mehr über die Lebenswege unserer Protagonisten sowie über die Geschichten der zahlreichen sie unterstützenden oder herausfordernden Nebencharaktere. Gleichzeitig lernen wir je nach Hauptcharakter die Schwesterköniginnen, Ascarlia, die Altvar, den verbotenen Glauben, ferne Welten, urtümliche Mächte und vieles mehr kennen. Auch wenn sich die Handlungsstränge noch kaum verbunden haben, von einer leichten Überschneidung von Thera und Felnir mal abgesehen, treiben alle die Haupthandlung voran. Man verfolgt gespannt die einzelnen Geschichten und weiß doch, dass alles auf eine große Geschichte hinführt – wenn nicht in diesem Band, dann doch in einer der Folge-Bände, auf die ich jetzt schon gespannt warte.

Anthony Ryan schafft es, die einzelnen Handlungsstränge so spannend zu gestalten, dass man förmlich durch die Seiten fliegt. Die sich abwechselnden Handlungsstränge bringen zusätzliche Dynamik in die Handlung. Da müssen dann einfach drei „Zwischenkapitel“ gelesen werden, damit man weiß, wie der Lieblingshandlungsstrang weitergeht 😊 Anthony Ryan erschafft zudem eine faszinierende Welt, gespickt mit Elementen aus Fantasy und Mittelalter – etwas das ich persönlich liebe. Besonders gut gefallen haben mir auch die Rückbezüge auf die Trilogie „Der stählerne Bund“, die ich verschlungen habe. Ich habe mich immer gefreut, wenn die Märtyrerin, Albermaine und Alwyn Scribe erwähnt wurden. Ich glaube aber, dass man als neu hinzugekommener Leser auch keine „Verständnisprobleme“ hat, wenn man den „Stählernen Bund“ nicht gelesen hat. Denn die wichtigsten Punkte werden kurz wiederholt.

Fazit:
„Flut aus schwarzem Stahl“ ist der Auftakt eines neuen faszinierenden Fantasy-Epos von Anthony Ryan. Wer sich gerne in sagenumwobenen, fiktiven mittelalterlichen Welten bewegt, wird hier voll und ganz auf seine Kosten kommen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Fans von historischen Romanen, die einer Prise Fantasy gegenüber aufgeschlossen sind, auch schöne Lesestunden haben. Mich persönlich hat die Geschichte komplett in ihren Bann gezogen und mitgerissen und ich freue mich jetzt schon wahnsinnig auf die Fortsetzung.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.02.2026

Wem kannst du noch trauen, wenn deine Welt zerbricht?

Das Signal
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Ein folgenschwerer Unfall, Intrigen und kleine elektronische Helfer sind die Zutaten zu Poznanskis neuestem mitreißenden Thriller. Spannung pur!

Um was geht es?
Die Innenarchitektin Viola Decker erleidet ...

Ein folgenschwerer Unfall, Intrigen und kleine elektronische Helfer sind die Zutaten zu Poznanskis neuestem mitreißenden Thriller. Spannung pur!

Um was geht es?
Die Innenarchitektin Viola Decker erleidet einen folgenschweren Unfall. Der baufällige Weinkeller ihres renovierungsbedürftigen Hauses bricht über ihr zusammen. Sie überlebt, verliert aber eines ihrer Beine. Nachdem sie das Krankenhaus verlassen hat, befällt sie ein eigenartiges Gefühl. Warum hat sie den Weinkeller überhaupt betreten und warum kann sie sich nicht an den Unfall erinnern? Ist ihr Mann Adam, Perfektionist und Ästhet, wirklich besorgt um sie oder verheimlicht er ihr was? Und warum verhält sich ihre Pflegerin Otilia so seltsam? Gefesselt an ihr Haus versucht sie, die Ursache für ihr komisches Bauchgefühl und das teilweise seltsame Verhalten ihres Umfelds zu ergründen. Gut, dass es hierfür technische Helfer gibt …

Protagonistin ist Viola Decker, eine hübsche, zielstrebige junge Frau, die sich aber ein Stück weit zurücknimmt, um ihrem Mann die Bühne zu überlassen. Deswegen wirkt sie sehr bescheiden und wird vielfach unterschätzt. Wie groß ihr Ehrgeiz ist und wie zielstrebig sie ihren Weg verfolgt, merkt man erst nach ihrem Unfall. Sie lässt sich nicht gehen oder wird depressiv, sondern widmet sich ihrem Ziel mit voller Kraft und allen Mitteln – fast schon verbissen. Ihr Mann Adam hingegen ist ebenfalls zielstrebig bis hin zur Skrupellosigkeit. Deswegen entsteht auch schnell eine unterschwellige bedrohliche Atmosphäre im Buch und ein ungutes Gefühl beim Leser, dass durch das Verhalten der weiteren Nebencharaktere, wie die Pflegerin Otilia, und Violas Freundinnen Romy und Marit, verstärkt wird.

Obwohl die Story sich ruhig aufbaut und weiterentwickelt, schafft es Ursula Poznanski von Anfang an beim Leser ein düsteres Gefühl hervorzurufen. Hatte ich ganz zu Beginn noch gedacht, dass Viola an der einen oder anderen Stelle übertreibt und hart am Stalking agiert, hat sich diese Meinung innerhalb kürzester Zeit revidiert und ich habe mit Viola mitgefiebert, gehofft und so manches Risiko von ihr mit Schrecken beobachtet. Es handelt sich bei diesem Psychothriller um ein Buch zum Mitfiebern, eines, dass sich kaum aus der Hand legen lässt. Ein Pageturner vom Feinsten, mit einem etwas überraschenden, aber doch sehr plausiblen Ende.

Fazit:
Der Psychothriller „Das Signal“ von Ursula Poznanski bietet Lesespannung pur und lässt einen nicht mehr los. Trotz eines begrenzten Personenkreises und Umfelds wird eine so düstere Atmosphäre geschaffen, dass man als Leser in einen Lesesog gezogen wird und das Buch nicht mehr weglegen kann. Ein Pageturner wie man ihn sich als Thriller-Fan wünscht.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Fitzek wie man ihn kennt – ein Garant psychologischer Thriller-Spannung

Der Nachbar
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Im aktuellen Thriller von Sebastian Fitzek erlebt die Protagonistin Sarah die Sonnen- und Schattenseiten eines überfürsorglichen „Nachbarn“.

Um was geht es?
Sarah ist nach traumatischen Erlebnissen in ...

Im aktuellen Thriller von Sebastian Fitzek erlebt die Protagonistin Sarah die Sonnen- und Schattenseiten eines überfürsorglichen „Nachbarn“.

Um was geht es?
Sarah ist nach traumatischen Erlebnissen in ihrer Vergangenheit mit ihrer Tochter Ruby nach Berlin gezogen. Statt weiterhin als Strafverteidigerin zu arbeiten, betreibt sie einen Späti. Auf einmal geschehen seltsame Dinge in ihrem Umfeld. Ihr Kühlschrank ist voll, obwohl sie nicht einkaufen gehen konnte. Sie fühlt sich beobachtet und verfolgt. Und auf einmal geschieht in ihrem Umfeld ein erster Mord – einen, den sie selbst in ihrem therapeutischen Dunkelbuch beschrieben hat. Dreht sie langsam durch oder gibt es doch einen ominösen „Wohltäter“, der über das Ziel hinausschießt?

Protagonistin des Buches ist die ehemalige Strafverteidigerin Sarah, die in ihrem Leben schon viel Schlimmes erlebt hat und deswegen bereits seit ihrer Kindheit in Therapie ist. Hat sie doch aus Versehen ihren kleinen Bruder getötet. Auch ihr Ex-Mann und Vater ihrer Tochter Ruby war ein Psychopath, der Säuglinge mit Säure verätzt hat. Alle diese Erlebnisse haben sie aus der Bahn geworfen und sie kämpft mit ihrem täglichen Leben, auch wenn sie im Alltag zu funktionieren scheint. Ihr Charakter stellt eine interessante Mischung dar: Verunsicherung und People-Pleasing auf der einen Seite, ein Kämpferherz und intelligentes Taktieren auf der anderen Seite, insbesondere wenn es darum geht, ihre Lieben zu schützen. Das Verhalten des „Nachbarn“ holt dabei immer mehr ihre kämpferische, selbstsichere Seite hervor und es macht großen Spaß, ihre persönliche Entwicklung im Verlauf des Buches und ihre Interaktionen mit den zahlreichen Nebencharakteren zu verfolgen – seien es ihre beste Freundin, die Polizisten oder ihr Lebensgefährte.

Fitzek schafft es wie gewohnt, innerhalb kürzester Zeit in seinem aktuellen Psychothriller eine unglaubliche Spannung aufzubauen. Wir erleben fast die gesamte Story aus Sicht von Sarah. Trotzdem gibt es immer wieder kurze Zwischenepisoden, die entweder Ausflüge in die Vergangenheit darstellen oder das Leiden der aktuellen Opfer aufzeigen, die bestialisch gequält werden. Die Geschichte lässt viel Raum für Spekulationen, was den weiteren Verlauf und den Täter angeht. Das liebe ich sehr. Ich finde auch, dass dieses Buch im Vergleich zu den letzten Fitzek-Thrillern positiv hinsichtlich Spannung und Storyentwicklung hervorsticht. Eigentlich war es für mich ein klares 5/5-Sterne Buch, wäre da nicht das Ende gewesen. Dieses fand ich persönlich ein Stück weit zu konstruiert. Aus diesem Grund muss ich einen Stern in meiner Gesamtbewertung abziehen.

Fazit:
Fans von Fitzek werden dieses Buch lieben, generell werden alle Fans von Thrillern und Psychothrillern voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Viele spannende Lesestunden sind garantiert und das Buch lässt sich nur schwer aus der Hand legen. Lediglich das Ende hat mir persönlich nicht so gut gefallen, da es mir zu konstruiert war. Deswegen insgesamt sehr gute vier Sterne 😊

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Eine spannende Story, ein ungewöhnlicher Ermittler – Jo Nesbø, wie wir ihn lieben

Minnesota
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Im neuen Kriminalroman „Minnesota“ von Jo Nesbø ermittelt der psychisch angeschlagene Ermittler Bob Oz in einer Verbrechensserie, die ihren Ursprung in der Vergangenheit zu haben scheint.

Um was geht ...

Im neuen Kriminalroman „Minnesota“ von Jo Nesbø ermittelt der psychisch angeschlagene Ermittler Bob Oz in einer Verbrechensserie, die ihren Ursprung in der Vergangenheit zu haben scheint.

Um was geht es?
Der Ermittler Bob Oz wird zu einem Tatort gerufen. Das vermeintliche Opfer: Marco Dante, illegaler Waffenhändler, der die Gangs in Minnesota beliefert. Vor Ort entdeckt Bob nicht nur, dass Dante noch lebt, sondern auch, dass hier ein Profi mit einem Scharfschützengewehr am Werk gewesen sein muss. Ist der legendäre Auftragskiller Lobo wieder aktiv? Zumindest sagt Bob Oz untrügerischer Polizeiinstinkt, dass mehr hinter dem Attentat stecken muss. Und schon geschieht das nächste Verbrechen.

Protagonist im Krimi „Minnesota“ ist Ermittler Bob Oz – engagiert und genial in seinem Job. Gleichzeitig trinkt er zu viel, ist unfreundlich bis unverschämt, schleppt reihenweise Frauen ab und hat definitiv ein Problem mit seiner Impulskontrolle. Da verwundert es kaum, dass er nach einem Gewaltausbruch in der Polizeiwache suspendiert wird. Doch er kann nicht anders – er muss trotzdem in seinem aktuellen Fall weiterermitteln, auch wenn das seine Probleme noch verschlimmert. Ganz nebenbei erfahren wir im Verlauf der Hauptstory auch nach und nach die persönliche Geschichte von Bob, entwickeln Mitleid und Verständnis für ihn und drücken ihm die Daumen, dass er den „Bogen kriegt“. Ob er das schafft, wird hier nicht verraten. Aber wir erleben viele spannende Interaktionen mit seinen Mitmenschen. Von Fremdschämen bis überraschend Positives ist hier alles dabei. Ich persönlich liebe das.

Nesbø treibt seine Geschichte über mehrere Handlungsstränge voran. Da ist zum einen ein Autor, der ein True Crime Buch über den Fall aus 2016 schreiben möchte, um den es schwerpunktmäßig in „Minnesota“ geht. Er besucht „nur“ einige Orte, gibt der Geschichte aber auf diese Weise Erzähl-Struktur. Das Jahr 2016, in dem die Hauptstory spielt, erleben wir aus zwei verschiedenen Perspektiven: einmal aus Sicht des Ermittlers Bob Oz und einmal aus Sicht des rachsüchtigen Attentäters. Zusätzlich gibt es noch Rückblenden in die persönliche Geschichte von Bob Oz – eine spannende Nebenhandlung, die aber nie die Hauptstory stört, sondern eher unterstützt. Scheinen die psychischen Probleme von Bob Oz ähnlich denen des Attentäters in einem früheren Stadium zu sein. Obwohl wir diese unterschiedlichen Handlungsstränge und Zeitschienen haben, ist das Buch so clever aufgebaut und strukturiert, dass man sich als Leser leicht zurechtfindet und die Spannung dadurch gesteigert wird, bis man das Buch nicht mehr weglegen will.

Schön fand ich auch das abschließende Kapitel, in dem das weitere Leben der wichtigsten Personen des Buches beschrieben wird. Das lässt mich zu dem Schluss kommen, dass wir es hier mit einem Stand-Alone und nicht mit dem Auftakt einer Reihe zu tun haben.

Fazit:
Bei „Minnesota“ handelt es sich um einen typischen Krimi à la Jo Nesbø – gut strukturiert, eine spannende Story, ein düsterer Ermittler. Wer Nesbø mag, wird „Minnesota“ lieben. Aber auch generell werden Krimifans auf ihre Kosten kommen und viele spannende und schöne Lesestunden mit dem Buch verbringen. Besonders schön fand ich die Nebenhandlung mit Bob Oz persönlicher Geschichte, die aber keinesfalls die Haupthandlung gestört hat. Wer Nebenhandlungen oder psychisch instabile Ermittlertypen nicht mag, sollte vielleicht besser die Finger von dem Buch lassen oder seine Erwartungen etwas reduzieren.

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