Eine Party, ein Mord, dunkle Geheimnisse – ein Psychothriller der etwas anderen Art
Party of LiarsBei „Party of Liars“ handelt es sich um einen subtil erzählten Psychothriller, der weniger auf Schockeffekte abzielt, sondern nach und nach die düsteren Geheimnisse der Protagonisten an die Oberfläche ...
Bei „Party of Liars“ handelt es sich um einen subtil erzählten Psychothriller, der weniger auf Schockeffekte abzielt, sondern nach und nach die düsteren Geheimnisse der Protagonisten an die Oberfläche holt – so düster, dass sie letztlich in einem Mord gipfeln.
Um was geht es?
Sophie feiert ihren 16. Geburtstag auf dem luxuriösen Anwesen ihres Vaters Ethan und dessen neuer Frau Dani. Neben ihren Freunden sind auch zahlreiche Einwohner des Dorfes und Freunde ihres Vaters eingeladen. Der Alkohol fließt in Strömen und löst die Zungen. Personen, die sich lange aus dem Weg gegangen sind, treffen aufeinander und alte Konflikte leben wieder auf. Mittendrin in dem Geschehen befinden sich vier Frauen: Ethans Ex-Frau Kim, Ethans neue Frau Dani, die Nanny Órlaith und Sophies beste Freundin Mikayla. Dann geschieht auf einmal ein Mord. Doch wer ist Opfer und wer Täter?
Dieses Buch hat gleich vier Protagonistinnen aus deren Sicht es erzählt wird: Kim, Dani, Órlaith und Mikayla. Kim ist die Ex-Frau von Ethan mit einem waschechten Alkoholproblem. Sie war immer sehr zielstrebig, hat maßgeblich zum Aufbau des luxuriösen Anwesens von Ethan beigetragen. Kein Wunder, dass sie auf Dani eifersüchtig ist und sich betrogen fühlt. Dani ist die neue Frau von Ethan, junge Mutter des gemeinsamen Babys Charlotte mit einem dünnen Nervenkostüm. Sie glaubt, dass es in ihrem Haus spukt, doch niemand glaubt ihr und ihr wird eine psychologische Behandlung regelrecht aufgezwungen. Órlaith ist die Nanny von Charlotte und geht bei Ethan und Dani ein und aus. Eine ältere, abergläubische Irin mit düsteren Geschichten. Doch ist ihr zu trauen? Zu guter Letzt haben wir noch Mikayla, die schüchterne, beste Freundin von Sophie. Sie ist das nette Mädchen von nebenan, unauffällig, aber sie kämpft auch mit inneren Dämonen. Diese vier Frauen könnten unterschiedlicher kaum sein und geraten in ein Spannungsfeld, dass sich immer mehr im Laufe der Party aufbaut, bis es letztlich in einem Mord endet.
Besonders spannend an diesem Buch ist, dass wir zwar gleich zu Beginn wissen, dass es einen Mord gegeben hat, doch wir kennen das Opfer nicht. Denn es findet direkt nach dem Mord ein Zeitsprung in die Vergangenheit statt und wir befinden uns im Folgenden vor oder während der Party – aber vor dem Mord. Scheibchenweise können wir zusehen, wie durch bestimmte Interaktionen der Protagonistinnen untereinander oder mit den Partygästen die Situation auf der Party immer mehr außer Kontrolle gerät. Dabei wird die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven der vier Frauen erzählt und vorangetrieben. Die einzelnen Erzählstränge bilden am Ende ein schlüssiges, irgendwie tragisches Gesamtbild. Bei dem Buch handelt es sich also nicht um einen klassischen Psychothriller, aber es weist eine konstant steigende Spannungskurve bis zum Höhepunkt auf. Für mich persönlich ein echter Pageturner, weil man als Leser die Protagonistinnen so gut kennenlernt, mit allem, was sie glücklich macht oder frustriert und irgendwie mitfiebert und mitleidet.
Fazit:
„Party of Liars“ ist kein klassischer Psychothriller. Es gibt keine Schockmomente, besonders grafischen Morde oder psychische Abgründe. Anhand der Entwicklung der vier Protagonistinnen wird über den gesamten Storyverlauf immer mehr Spannung aufgebaut, die sich zuletzt entlädt. Ich würde das Buch eher als eine Art Drama-Psycho-Thriller beschreiben. Mich persönlich hat das sehr angesprochen und der Thriller hatte eine große Sogwirkung auf mich. Ein Pageturner der etwas anderen Art, den ich nur weiterempfehlen kann.