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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.06.2025

Tolle Romantasy mit viel Spannung

The Wind Weaver (Wind Weaver 1)
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In Anwyvn werden Halblinge gejagt, sie sind halb Mensch, halb Fae und sind bei den Menschen verhasst. Bei einem Überfall auf ihr Dorf kann Rhya noch so gerade entkommen, während Eli, ihr Mentor, stirbt. ...

In Anwyvn werden Halblinge gejagt, sie sind halb Mensch, halb Fae und sind bei den Menschen verhasst. Bei einem Überfall auf ihr Dorf kann Rhya noch so gerade entkommen, während Eli, ihr Mentor, stirbt. Rhya wird gnadenlos verfolgt und gefangen genommen, doch am Tage ihrer Hinrichtung stößt General Scythe zu seiner Einheit hinzu. Dieser kann gerade noch verhindern, dass Rhya gehängt wird und nimmt sie kurzerhand mit. In den Nordlanden trifft sie nicht nur auf Scythe Männer, bei denen sie feststellen muss, dass sie nichts mit den Mittlanden zu tun haben, sondern wird auch damit konfrontiert, dass ihr Mal, dass sie auf der Brust trägt, ihre Magie zeigt. Laut Scythe herrscht sie über Windmagie, doch kontrollieren kann sie diese nicht.
Ich war beim ersten Blick auf dieses Buch in den Vorschauen begeistert von dessen Gestaltung und auch wenn der Klappentext ein wenig nach typischer Romantasy klang, war ich sofort neugierig.
Der Einstieg gelingt gut, auch wenn man hier einfach mitten ins Geschehen geworfen wird, ist es schnell spannend und fesselnd. Dabei schreibt Autorin Julie Johnson leicht, fesselnd und bildlich.
Das Worldbuilding ist überrascht intensiv dargestellt und durchdacht, die Unterschiede zwischen den Völkern klar und deutlich und vor allem voller Unterschiede. Neben dieser sehr spannenden Welt trifft man hier auf neue, magische, aber auch gefährliche Kreaturen, die das Abenteuer noch einmal intensiver werden lässt.
Die Handlung schwankt ein wenig in der Spannung, es gibt viel Action, aber auch einige ruhigere Momente. Doch insgesamt überwiegen Spannung und Action und sorgen somit für viel Tempo und einen hohen Lesefluss.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus der Sicht Rhyas. Damit lernen wir gemeinsam mit der Protagonistin eine neue Welt kennen und erleben diese durch ihre Augen.
Zwar wird hier das Rad nicht neu erfunden, aber trotzdem ist die Geschichte sehr unterhaltsam und was mir wirklich positiv aufgefallen ist, ist, dass die Hauptcharaktere hier nicht in einem durch von den Äußerlichkeiten ihres Gegenübers schwärmen. Spannend ist nämlich, dass die Autorin ihrem Protagonisten eine ganz lange Zeit lang einen Helm tragen lässt und erst spät offenbart, warum und weshalb.
Rhya mochte ich, ist sie zunächst noch gebrochen durch die grausame Entführung und dem gerade so dem Strick entkommen, entwickelt sie sich schnell zu einer toughen jungen Frau, die sich so schnell nichts sagen lässt. Gerade mit Scythe sorgt das für so einige Schlagabtäusche, die auch mal schmunzeln lassen.
Ebenfalls schmunzeln ließen mich Scythe Nordmänner, wie z. B. Jac. Er lässt noch einmal eine ganz andere Dynamik mit einfließen und ich mochte ihn auf den ersten Blick.
Mein Fazit: Eine wirklich spannende und fesselnde Romantasy, die zwar nicht völlig überraschendes in sich trägt, dafür aber einfach zu unterhalten weiß. Eine toughe Protagonistin und ein geheimnisvoller Protagonist, zwischen denen es recht schnell knistert, deren Lovestory aber trotzdem slow burn bleibt, sorgen dafür, dass man mit ihnen mitfiebert. Toller Einstieg und ich freu mich auf mehr – Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 13.06.2025

In den Katakomben von London

Verlorene Städte (Die Lichter unter London 1)
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Maeve O’Sullivan ist Studentin in Dublin und möchte eine Mudlark werden, eine Tiefenschürferin, die die Schätze in den Katakomben unter London freilegen will. Diese Katakomben wurden vor nicht allzu langer ...

Maeve O’Sullivan ist Studentin in Dublin und möchte eine Mudlark werden, eine Tiefenschürferin, die die Schätze in den Katakomben unter London freilegen will. Diese Katakomben wurden vor nicht allzu langer Zeit entdeckt und niemand weiß, wie tief sie wirklich führen. Nach einer Art Wette mit anderen Mudlarks begibt sie sich mit einer Touristengruppe in die Katakomben, schleicht sich von ihnen weg und... verirrt sich. Bei ihren Versuchen wieder an die Oberfläche zu gelangen, begegnet sie dem geheimnisvollen Blaise, der sie vor einem der Wächter rettet. Aber wird es ihnen gelingen, Maeve wieder an die Oberfläche zu bringen oder wird sie in den Katakomben bleiben müssen?
Dieses wundervolle Cover hat mich magisch angezogen und die Geschichte klang so außergewöhnlich, dass ich sie unbedingt lesen wollte.
Autorin Anne Herzel wirft den Leser hier gleich mitten ins Geschehen, wir wissen lediglich durch den Klappentext ein wenig, warum Maeve in diesen Katakomben steckt. Dabei gefiel mir hier der Schreibstil unheimlich gut, denn die Autorin schreibt gut verständlich und absolut bildgewaltig.
Das Setting, die geheimnisvollen Katakomben, sind ebenfalls beeindruckend, denn diese uralten Gänge und Wesen haben durchaus eine ganz eigene Faszination und wirken düster und ein wenig unheimlich. Beeindruckend war auch die Vorstellung, dass es dort unten ein ganz eigenes Ökosystem gibt, dessen Lebewesen an unserer Erdoberfläche zu Grunde gehen würden.
Die Atmosphäre war deutlich spürbar und gut umgesetzt und hatte auch den ein oder anderen Gänsehautmoment parat.
Die Handlung entwickelt sich insgesamt ruhig und langsam, so dass man als Leser einen intensiven Eindruck über die Welt erhält. Aber es gibt auch immer wieder spannende Momente, die sich zwar inhaltlich ein wenig wiederholten, aber auch eine gewisse Abwechslung ins Geschehen brachten.
Protagonistin Maeve, zu Beginn naiv und unüberlegt, entwickelt sich hier glaubhaft weiter und wächst mit ihren Herausforderungen. Blaise, zunächst geheimnisvoll, wurde mir sehr schnell sympathisch und wuchs mir ans Herz. Besonders gut gefallen hat mir die Entwicklung zwischen den beiden Charakteren, die zunächst sich voller Misstrauen begegnen und nach und nach Freunde wurden. Wer auf eine romantische Lovestory mit Spice hofft, wird allerdings ergebnislos bleiben, wenn überhaupt haben sich die Figuren nur ganz zart angenähert.
Mein Fazit: Insgesamt hat mir dieses Buch unheimlich gut gefallen, die Idee war neu und frisch und die Art des Erzählens so bildlich, dass man mitten im Geschehen war. Die Protagonisten sind durchdacht, glaubwürdig und entwickeln sich im Laufe der Handlung. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 12.06.2025

Starker Pageturner

Aschesommer
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Es ist Hochsommer als Ermittler Jakob Krogh über ein merkwürdiges Zeitungsinserat stolpert, denn dabei handelt es sich um eine Todesanzeige ausgerechnet von dem als vermisst gemeldeten Professors. Gemeinsam ...

Es ist Hochsommer als Ermittler Jakob Krogh über ein merkwürdiges Zeitungsinserat stolpert, denn dabei handelt es sich um eine Todesanzeige ausgerechnet von dem als vermisst gemeldeten Professors. Gemeinsam mit seiner Kollegin Mila Weiss macht er sich auf den Weg und machen im Keller des verlassenen Bauernhofs einen grauenvollen Fund. Zwei aufgehängte Leichen in einer Kältekammer und eine kryptische Botschaft an der Wand: Das Sterben hat begonnen, lassen die Ermittler davon ausgehen, dass es der erste Mord ist und sie sollen damit recht behalten.
Mit Aschesommer erschien der zweite Fall für die Ermittler Jakob Krogh und Mila Weiss, die gemeinsam mit ihrem Team in besonders schweren Fällen ermitteln. Zwar sind die Fälle in den Bänden unabhängig voneinander lesbar, aber wie so oft bei Reihen, bauen die privaten Ereignisse aufeinander auf, auch wenn diese jetzt nicht immens viel Raum erhalten.
Der Einstieg beginnt gleich absolut spannend und fesselnd und mit seinem wirklich detailreichen und bildgewaltigen Schreibstil weiß Benjamin Cors auch hier wieder absolut zu fesseln.
Die Atmosphäre ist ebenfalls spürbar, die drückende Hitze, das Gefühl, nicht gegen diese anzukommen. All das wird beim Lesen lebendig.
Der Fall ist brutal, grausam und vor allem über weite Teile undurchschaubar. Immer wieder sorgen Plottwists für Wendungen, die man nicht unbedingt erahnen kann.
Als Leser erhält man hier unterschiedliche Perspektiven, es wird zwischen den Ermittlern Mila und Jakob immer wieder zu anderen Personen geswitched, bei denen es vermutlich um den Täter handelt. Ob das so ist, bleibt aber geheimnisvoll und man hat genug Gelegenheit, selbst mitzurätseln, was diesen Thriller zu einem Pageturner werden lässt.
Auch wenn die beiden Protagonisten Mila und Jakob privat ihre Päckchen zu tragen haben, sind sie alles andere als stereotype Charaktere. Ich mag beide unheimlich gerne, Jakob ist ein Teamplayer, Mila eher Einzelgängerin, doch gemeinsam mit ihrem Team entwickeln sich beide weiter. Während es Mila ein wenig gelingt, an ihrer Vergangenheit zu arbeiten, hat Jakob noch deutlich mehr zu kämpfen. Wer Band eins kennt, kann sich gut vorstellen, warum.
Spannend ist aber auch das gesamte Team der Gruppe vier, das aus ungewöhnlichen Charakteren besteht und somit ebenfalls spannend und unvorhersehbar wirkt.
Mein Fazit: Spannend, temporeich, größtenteils unvorhersehbar und mit großartig ausgearbeiteten Charakteren wird auch der zweite Band rund um die Ermittlergruppe vier ein absoluter Pageturner. Gerade auch was die psychologische Ebene betrifft, ist das Buch wunderbar durchdacht. Zwar sind die einzelnen Morde intensiv beschrieben, trotzdem fand ich, dass auch durchaus zartbesaitete Leser zu diesem Buch greifen können, da es nicht bis ins kleinste Detail erzählt wird und Ekelmomente fernbleiben. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 12.06.2025

Starkes Worldbuilding

The Serpent and the Wolf
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Ich bin ein bekennender Coverliebhaber und dieses Buch hat mich vom ersten Moment an neugierig gemacht.
Der Einstieg beginnt gleich mitten in Vaasas und Reids Hochzeitsnacht, als Leser weiß man hier gar ...

Ich bin ein bekennender Coverliebhaber und dieses Buch hat mich vom ersten Moment an neugierig gemacht.
Der Einstieg beginnt gleich mitten in Vaasas und Reids Hochzeitsnacht, als Leser weiß man hier gar nicht, wohin es gehen soll und wird dadurch gleich neugierig.
Der Schreibstil hat es mir zunächst nicht ganz so leicht gemacht, denn auch wenn Autorin Rebecca Robinson sehr bildhaft schreibt, ist es doch auch ein wenig ausschweifend und auch der personelle Erzähler fällt mir bei einem Einstieg oft nicht ganz so leicht, wie ein Ich-Erzähler.
Nichtsdestotrotz fand ich das Worldbuilding hier fein ausgearbeitet, auch wenn es eine Romantasy ist, darf man als Leser sowohl die landschaftlichen Begebenheiten grob kennenlernen und erfährt aber auch sehr viel über die politischen Verstrickungen.
Gerade letztere nehmen dann auch im Mittelteil unheimlich viel Raum ein, man benötigt hier doch ein wenig mehr Durchhaltevermögen, da all das etwas auf die Spannung drückte. Zum Ende wird das Tempo dann angezogen und die Ereignisse beginnen sich regelrecht zu überschlagen, bis uns dann ein dicker Cliffhanger am Ende erwartet.
Auch das Magiesystem, die Hexenzirkel und wie sie Magie verwenden, wurde erst nach und nach klarer. Letzten Endes fand ich es aber gut ausgefeilt und interessant.
Charaktere finden wir hier so einige, im Mittelpunkt stehen aber Vaasa, aus deren Sicht wir die Handlung erleben, und Reid. Vaasa mochte ich zunächst nicht so sehr, sie wirkte unglaublich eigen und distanziert, doch je mehr man über sei erfuhr, desto mehr lernte man über ihre innere Zerrissenheit und ihre Ängste. Reid gibt ihr dabei den passenden Halt und auch wenn sie es zunächst nicht wahrhaben will ist dieser starke Krieger auch gleichzeitig ein sehr einfühlsamer Mann.
Die Lovestory zwischen den beiden entwickelt sich sehr slow burn, was ich hier aber für absolut gelungen halte und für mich perfekt passt.
Schwierigkeiten bereiteten mir all die Nebencharaktere, von denen ich zwar später die Wichtigsten auseinanderhalten konnte, die aber doch sehr zahlreich waren.
Mein Fazit: Ein insgesamt sehr fesselndes Buch, das mich mit seinem starken Worldbuilding und den politischen Themen überrascht hat und fesseln konnte. Für meinen persönlichen Geschmack hätte es ruhig etwas mehr Tempo vertragen können, vor allem im Mittelteil, dafür haben mich dann aber die Protagonisten wiederum absolut überzeugen können. Auch für High Fantasyfans lesenswert.

Veröffentlicht am 07.06.2025

Nett für zwischendurch

Magnolia Falls 1: Loving Romeo
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Romeo Knight kann es nicht fassen, ausgerechnet Demi Crawford, mit deren Vater und Bruder er auf dem Kriegsfuß steht, macht neben seinem Boxclub ein Café auf. Das er ihr dann auch noch ständig begegnen ...

Romeo Knight kann es nicht fassen, ausgerechnet Demi Crawford, mit deren Vater und Bruder er auf dem Kriegsfuß steht, macht neben seinem Boxclub ein Café auf. Das er ihr dann auch noch ständig begegnen muss, weil seine Mutter ihn zu Demi schickt, macht sein Vorhaben, ihr aus dem Weg zu gehen, nicht gerade leichter. Demi hingegen ahnt nichts davon, was Romeo gegen sie haben könnte und wundert sich über dessen unhöfliche Art. Doch kurz darauf gerät Demi in Bedrängnis und Romeo eilt ihr zur Hilfe. Während er einsehen muss, dass nicht alle Crawfords gleich sind, muss auch Demi einsehen, dass hinter Romeos mürrischer Art mehr steckt.
Ich liebe schön gestaltete Bücher, die erwecken einfach immer meine Aufmerksamkeit und so war es auch hier bei Loving Romeo von Autorin Laura Pavlov. Mit diesem Buch erschien somit der erste Band der Magnolia Falls Reihe, die insgesamt fünf Bände umfassen wird.
Der Einstieg fällt dank des wirklich sehr einfachen Schreibstils leicht und die Geschichte liest sich locker und flüssig. Die Handlung ist insgesamt gut nachvollziehbar und spannend, auch wenn mir hier so manch eine Problemlösung doch zu schnell und einfach abgehandelt wurde. Jahrelange Konflikte sind meiner Meinung nach nicht so schnell vergessen.
Was mich ein wenig gestört hat, ist, dass das Kleinstadtfeeling hier so gar nicht aufkommen wollte, denn von Magnolia Falls, dass der Reihe immerhin den Namen gibt, bleibt ohne nähere Beschreibungen, ebenso die meisten Charaktere. So blieben hier die Vibes der Kleinstadt aus und auch die Charaktere, bis auf die ein oder andere körperliche Beschreibung der beiden Protagonisten fern. Hier hätte ich mir deutlich mehr gewünscht, um wirklich abtauchen zu können.
Romeo ist Boxer und wird zu einem wirklich harten Kampf herausgefordert. Hier dürfen wir ein kleines bisschen mehr über das Training und auch den eigentlichen Kampf erfahren, was mir bei einer Sportsromance sehr gut gefiel.
Demi ist eine unheimlich liebe, nette, aber auch sehr naive junge Frau, die man zwar gernhaben muss, aber auch hin und wieder schütteln möchte. Gerade in Bezug zu ihrem Bruder ist sie doch sehr blauäugig.
Romeo wird gerade zu Beginn ein wenig Bad Boy mäßig dargestellt, doch das ist er ganz und gar nicht, eher eine Green Flag.
Die Vibes zwischen Romeo und seinen Freunden haben mir gut gefallen, wenn sie auch ein kleines bisschen überzogen wirkten. Trotzdem ist die innige Freundschaft hier deutlich spürbar.
Mein Fazit: Insgesamt ist Loving Romeo eine nette Geschichte für zwischendurch, die abschalten lässt und leicht lesbar ist. Große Überraschungen findet der Leser hier aber nicht und auch die typischen Smalltownvibes bleiben leider aus. Dafür passt die Chemie zwischen den einzelnen Charaktere absolut.