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Veröffentlicht am 26.05.2025

Wie ein Urlaub auf Hawaii

This could be home
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Als Laurie, die ihre Semesterferien bei ihrem Bruder auf Hawaii verbringt, an einem Tag von einem Lifeguard gerettet werden muss, ist sie nachdenklich geworden. Ihr Studium macht sie nicht glücklich und ...

Als Laurie, die ihre Semesterferien bei ihrem Bruder auf Hawaii verbringt, an einem Tag von einem Lifeguard gerettet werden muss, ist sie nachdenklich geworden. Ihr Studium macht sie nicht glücklich und dieser Job wäre genau was für sie. Kurzerhand nimmt Griffin Chipman, genannt Chip, sie mit in die Zentrale, da sowohl sein Dad als auch sein Bruder Tristan als Lifeguards arbeiten. Laurie wird zu einem Praktikum eingeladen, doch Tristan, der Laurie für Chips „Betthäschen“ hält, ist mehr als skeptisch. Doch wie es der Zufall will, wird Laurie ausgerechnet auf seinem Tower zum Einsatz kommen. Ob sie Tristan eines Besseren belehren kann?
Ich mochte bereits den ersten Band der Reihe, deren Bücher man durch wechselnden Protagonisten zwar unabhängig voneinander lesen kann, es aber durchaus Sinn macht, die Reihenfolge beizubehalten, da man auf vergangene Charaktere wieder trifft. Die Autorin schreibt wunderschön, ihre Worte klingen so leicht, wie ein Sommertag auf Hawaii und man befindet sich innerhalb kürzester Zeit direkt mit den Charakteren vor Ort. Und sind wir mal ehrlich, wer würde nicht gerne gemeinsam mit Tristan und Laurie einen Tag am Strand von Hawaii verbringen.
Dieses Setting ist einfach ein Traum und auch wenn man nicht die kleinsten Details erzählt bekommt, fühlt man sich trotzdem ein wenig, als wäre man selbst vor Ort. Allein die Kamehameha Road lässt mich immer wieder schmunzeln und ich sehe Dragonball direkt vor mir.
Das Buch birgt jetzt keine allzu großen Überraschungen, dafür aber eine unglaublich starke Chemie zwischen den einzelnen Charakteren. Seien es Laurie und Tristan oder Laurie und ihr Bruder, man spürt die Tension zwischen ihnen permanent und genau das macht dieses Buch zu einem Pageturner.
Laurie ist einfach eine wundervolle und durch und durch liebenswerte Protagonistin, die man einfach ins Herz schließen muss. Sie bringt den Leser zum Lächeln, weil sie einfach so ein Herz ist und dem man sich nicht entziehen kann.
Tristan ist aber auch eine absolute Green Flag, er ist auf den ersten Blick ein grumpy Idiot, doch je mehr man von ihm mitbekommt, desto mehr Herzklopfen bringt dieser Kerl.
Wer dann auch noch absolut tolle, authentische Nebencharaktere mag, sollte hier zugreifen.
Mein Fazit: Dieses Buch ist einfach schön, vom Setting über die Charaktere bis hin zu den Ereignissen. Dazu kommt dann noch dieser einfach fesselnde Schreibstil und man befindet sich für eine Auszeit auf Hawaii. Band 1 war toll, aber dieser Band legt eine große Schippe obendrauf.

Veröffentlicht am 25.05.2025

Rache kann schön sein

Heiress Takes All
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Seitdem sich ihre Mutter von ihrem Vater hat scheiden lassen, hat sich für die siebzehnjährige Olivia Owens einfach alles geändert. Ihr Vater Dash ist steinreich, doch der Ehevertrag hat Olivia und ihre ...

Seitdem sich ihre Mutter von ihrem Vater hat scheiden lassen, hat sich für die siebzehnjährige Olivia Owens einfach alles geändert. Ihr Vater Dash ist steinreich, doch der Ehevertrag hat Olivia und ihre Mutter ins Nichts katapultiert. Doch heute heiratet ihr Vater erneut und zwar gerade einmal eine fünfundzwanzig Jährige und Olivia ist bei der Party eingeladen. Allerdings hat sie ganz andere Pläne, als andächtig der Musik zu lauschen oder die neue Braut des Vaters zu bewundern. Olivia will Rache und gemeinsam mit Freunden und einem Lehrer hat sie einen cleveren Plan ausgeheckt, um ihren Daddy um ein paar Millionen zu erleichtern.
Wie wunderschön kann ein Buch eigentlich sein?! Dieses hier ist auf jeden Fall ein absolut optisches Highlight für mich und weckte damit auch meine Aufmerksamkeit. Auch der Klappentext klang vielversprechend, da ich ein großer Fan von Heist Büchern bin und die Thematik immer spannend finde.
Der Einstieg fällt auch noch recht leicht, denn der Schreibstil des Autorenduos ist leicht und liest sich locker. Allerdings dauert es ein wenig, bis für mich hier etwas Spannung aufkommen wollte und auf den ersten hundert Seiten geschieht gar nicht so viel. Stattdessen dreht sich viel um Olivia und darum, was das verwöhnte Prinzesschen alles verloren hat. Ich hätte an dieser Stelle viel eher mehr über die einzelnen Charaktere erfahren und welchen Plan sie wie umsetzen wollen. Es dauert also wirklich, bis die Geschichte Fahrt aufnimmt, was sie später dann zum Glück auch noch macht.
Was man für mich hier locker hätte weglassen können, ist das hin und her mit Olivias Exfreund. Die Handlung des Buches umfasst eh nur einen sehr kurzen Zeitraum und da hätte ich das Drama und die Lovestory gar nicht für nötig gehalten. Aber das ist natürlich auch Geschmackssache, für mich brachte es mich immer wieder aus der eigentlichen Handlung, dem Coup, raus.
Protagonistin Olivia, aus deren Sicht man das Geschehen miterlebt, war mir nicht wirklich sympathisch, sie soll als clevere und geschickte Anführerin ihrer Crew auftreten, doch immer wieder driften ihre Gedanken in die Richtung, wie unfair doch alles gelaufen ist und das nun ihr Erbe abhanden gekommen ist oder besser, sie kein Recht mehr darauf hat. Ihren Wunsch nach Rache kann ich schon irgendwie verstehen, aber dafür hätte ich mir hier eine taffe und smarte Protagonistin gewünscht.
Die Nebencharaktere bleiben mir leider auch zu flach, auch diese unterschiedlichen Figuren haben ganz viel Potential, um Spannung in die Story zu bringen, doch das meiste dreht sich um Olivia und deren Gedanken und Beobachtungen.
Mein Fazit: Das Buch bietet unheimlich viel Potential und das Thema, diese clevere Oceans Eleven Thematik, mag ich eigentlich sehr gerne. Diese kam aber hier einfach zu kurz und die erste Hälfte dümpelte leider sehr vor sich hin. Das Buch ist definitiv ein Jugendbuch, mir fiel es etwas schwer, mich in die Protagonistin hineinzuversetzen und meine Erwartungen, einen spannende und cleveren Heist Roman zu lesen, wurde nicht ganz erfüllt. Insgesamt zwar in Ordnung, aber ich werde den zweiten Band nicht mehr lesen.

Veröffentlicht am 21.05.2025

Voller Zynismus und schwarzem Humor

How To Kill a Guy in Ten Ways
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Millie liebt ihre jüngere Schwester Katie über alles, umso mehr macht sie sich selber Vorwürfe, dass sie ihr nicht helfen konnte, als sie in einer Silvesternacht angegriffen und vergewaltigt wurde. Katie ...

Millie liebt ihre jüngere Schwester Katie über alles, umso mehr macht sie sich selber Vorwürfe, dass sie ihr nicht helfen konnte, als sie in einer Silvesternacht angegriffen und vergewaltigt wurde. Katie leidet seit jener Nacht an Depressionen und Angstzuständen und verlässt kaum noch ihr Bett. Auch Millie leitet seitdem heimlich eine Hotline namens Message M. Hier können sich junge Frauen melden, die sich bedrängt und auf eine Art und Weise genötigt fühlen und Millie eilt zur Hilfe. Doch dann geschieht Millie eines Nachts ein Ausrutscher und bei einem Auftrag geht etwas schief.
Mit How to kill a guy in ten ways erschien der Debütroman der Autorin Eve Kellman und sowohl Cover als auch Klappentext sprachen mich an, da beides eher ungewöhnlich daherkommt.
Der Schreibstil der Autorin passt sich hier recht gut dem Charakter der Millie an, der sie auch in ihrem Roman in der Ich-Perspektive folgt. Somit spürt man hier immer einen leicht sarkastischen bis hin zu einem zynischen Unterton, der aber absolut passend ist.
Der Inhalt ist leider hoch aktuell, denn sind wir mal ehrlich, viele Frauen werden oft bedrängt oder irgendwie blöd angemacht und wie oft hatte man selbst schon ein ungutes Gefühl bis hin zur Angst?! Ich muss gestehen, dass mir die ein oder andere Situation hier bekannt vorkam, in der sich die Frauen befinden. Millie hilft den Frauen aus solchen Situationen, doch ihr Ziel ist es, denn Mann zu finden, der ihre Schwester im wahrsten Sinne des Wortes zerstört hat.
Dabei bringt die Autorin hier ein ganz wichtiges Thema mit ein: Selbstjustiz. Trotz des leicht schrägen Humors, den das Buch hat, bringt es zum Nachdenken, denn Millie handelt schon in vielen Situationen sehr krass und kann sich auch steigern. Erschreckenderweise konnte ich vieles jedoch tief nachempfinden.
Die Geschichte hat kein allzu hohes Tempo, da Millie viel grübelt, man hin und wieder auch Treffen mit Freundinnen begleitet etc. Hin und wieder gab es überraschende Plottwists, manche ließen sich vorherahnen, insgesamt fand ich es aber unterhaltsam.
Millie, aus deren Sich wir das Geschehen verfolgen, ist zynisch, sieht in jedem Mann nur das schlechte und schlägt irgendwann auch über die Stränge. Trotzdem mochte ich sie irgendwie, da ich ihren Grund für ihr Handeln nachempfinden konnte. Was Millie nicht ist: fähig Schuldgefühle aufzubringen.
Neben Millie lernen wir einige Nebencharaktere noch kennen, die aber eher insgesamt blass bleiben.
Mein Fazit: Wer schwarzen Humor mit viel Zynismus mag, ist hier genau richtig. Zwar gab es auch Momente, die etwas langatmig waren, aber irgendwie mochte ich Millie und war fasziniert, wie lange sie mit ihren Handlungen davonkommt und wie clever sie doch immer wieder aus allem herauskam. Auf jeden Fall ein gelungenes Debüt, das zu unterhalten wusste.

Veröffentlicht am 21.05.2025

Kurzweiliger Jugendthriller

Schnick, schnack, tot
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Die Klassenfahrt von Amsterdam auf die Insel Vlieland beginnt schon äußerst turbulent, denn es tobt ein Sturm über der Nordsee. Doch letzten Endes kommen alle Schüler und Lehrer heil auf der Insel an. ...

Die Klassenfahrt von Amsterdam auf die Insel Vlieland beginnt schon äußerst turbulent, denn es tobt ein Sturm über der Nordsee. Doch letzten Endes kommen alle Schüler und Lehrer heil auf der Insel an. Den ersten Abend dürfen die Jugendlichen nach eigenem Interesse verbringen und so treibt es sie in den einzige Pub des Ortes. Doch hier kommt es zu Reibereien unter ihnen. Als nach der ersten Nacht eine Gruppe der Jugendlichen zu einer Wanderung aufbricht, machen sie eine schreckliche Entdeckung. In einem Vogelbeobachtungshäuschen wird eine Leiche gefunden.

Bei Schnick schnack tot aus der Feder der Autorin Mel Wallis de Vries handelt es sich um eine Neuauflage des Jugendthrillers, der bereits im Jahre 2016 erschienen ist.

Der Einstieg fällt hier sehr leicht, denn es beginnt gleich spannend mit dem Mord an einem Schüler, wobei hier noch niemand weiß, um wen es sich handelt. Danach wird aber erst einmal das Tempo zurückgenommen und die eigentlich Story beginnt mit einem Rückblick von Anreise bis hin zum ersten Abend der Klassenfahrt.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr leicht und flüssig, die Kapitel sind größtenteils sehr kurz gehalten und durch die schnellen Perspektivenwechsel auch immer mit Cliffhangern versehen, was das Tempo hoch hält und bei dem man schnell durch die Seiten fliegt.

Der Leser bekommt hier Eindrücke der unterschiedlichsten Charaktere der Klasse, aber auch von den Lehrern, wer ermordet wurde, kann man sich schnell denken, weil einer der Charaktere wirklich durchweg egoistisch und unsympathisch auftritt. Wer allerdings der Mörder ist, bleibt bis zum Ende spannend, denn es gibt hier so einige, die ein Motiv gehabt hätten.

Interessant, mit persönlich aber ein wenig zu viel, waren die wirklich sehr vielen Blickwinkel, die zwar dadurch den Täter verschleiern, aber keinem der Charaktere wirklich Tiefe verleiht. Dafür bleibt die Geschichte aber auch einfach ein spannendes Jugendbuch, das gut zu unterhalten weiß.

Wie erwähnt, die Charaktere sind vielzählig, es handelt sich ja immerhin auch um eine Klassenfahrt. So lernt man hier die Gedanken und möglichen Motive unterschiedlicher Personen kennen, die insgesamt sehr stereotyp daherkommen. Von der Klassenprinzessin über den Bad Boy bis hin zu den Außenseitern gibt es hier viele Perspektiven, die man durchaus gut nachvollziehen kann.

Mein Fazit: Insgesamt ist Schnick schnack tot ein unterhaltsamer Jugendthriller ganz nach dem Motto Who did it? Denn auf den Täter kommt man hier nicht so schnell, da es viele Motive für den Mord in Frage kommen. Es handelt sich um ein Jugendbuch und das ist auch deutlich spürbar. Ich würde aber sagen, dass gerade die jüngeren Leser hier durchaus gute Unterhaltung geboten bekommen. Eher für jüngere Leser oder zum Abschalten für zwischendurch.

Veröffentlicht am 18.05.2025

Tolle Atmosphäre und True Crime Vibes

Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.
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Die siebzehnjährige Robyn hat eine große Leidenschaft; nämlich True Crime Podcasts zu hören. Zufällig wohnt sie genau gegenüber dem Hotel Ambrosia, um das sich unheimlich viele, düstere Geschichten ranken ...

Die siebzehnjährige Robyn hat eine große Leidenschaft; nämlich True Crime Podcasts zu hören. Zufällig wohnt sie genau gegenüber dem Hotel Ambrosia, um das sich unheimlich viele, düstere Geschichten ranken und in dessen Vergangenheit viele Verbrechen geschehen sind. Robyn leidet unter einer chronischen Erkrankung und verlässt so gut wie nie die Wohnung, die sie gemeinsam mit ihrer Großtante Nelly bewohnt. Dementsprechend viel Zeit hat sie, das Hotel und deren Bewohner zu beobachten. Als sie zufällig eines Tages beobachtet, dass Michelle, mit der sie eine Internetfreundschaft pflegt, in einem der Zimmer auftaucht, kann sie es kaum fassen. Aber die Freude währt nur kurz, denn Robyn beobachtet, wie Michelle entführt wird. Was soll sie tun? Aus einem absoluten Zufall heraus lernt Robyn A.J. kennen und bringt diesen durch einen Trick dazu, sich im Hotel einzuchecken und auf die Suche zu gehen.
Ich liebe das Cover, das ja schon ein alleine mit seiner düsteren Optik absolut bei mir punkten kann. Auch die gesamte Idee rund um das alte und unheimlich wirkende Hotel fand ich großartig. Man hat hier gleich von Anfang an eine düstere Atmosphäre, die aber, je mehr man über das Hotel und seine Bewohner erfährt, sich immer mehr verdichtet.. Eins wird schnell klar, es geht etwas vor im Hotel Ambrosia.
Autorin Katie Kento schreibt leicht und flüssig und schafft es geschickt, den Leser mit in das alte Hotel zu nehmen. Ich konnte mir alles rund um den Gruselbau hervorragend vorstellen. Da es sich hierbei aber um eine Jugendbuch handelt, hätte ich jetzt gerne noch die erwachsene Version dazu, denn dieses Buch hat gigantisches Potential.
Das Buch beginnt sehr ruhig, der Leser lernt Robyn kennen und erfährt zunächst viel über ihr Leben und ihre Krankheit. Auch warum sie bei ihrer Großtante lebt, die sich wirklich aufopferungsvoll um Robyn kümmert. Da bleibt zunächst ein wenig das Tempo auf der Strecke, doch die Spannung nimmt Stück für Stück immer mehr Fahrt auf, bis man kaum noch schnell genug umblättern kann, weil man wissen möchte, was geschieht. Ab einem bestimmten Punkt hatte ich eine Ahnung, wohin die Geschichte führt, doch den ein oder anderen Plottwist habe ich nicht kommen sehen und überraschte mich.
Robyn ist überbehütet und gerade auch zu Beginn war ich mir gar nicht so sicher, ob ich sie wirklich mag. Aber auch da habe ich schnell meine Meinung revidiert, denn in Robyn steckt eine loyale Person mit ganz viel Mut und Herz. A. J., der hier mehr oder eher weniger freiwillig in die Ermittlungen platzt, sorgte mit seiner Art für die Auflockerung. Tante Nelly ging mir mit ihrem gluckenhaften Getue mächtig auf die Nerven und manchmal dacht ich nur: Wtf, Robyn ist siebzehn.
Die Nebencharaktere bleiben hier natürlich recht überschaubar und sind in erster Linie Hotelbewohner, die dafür sorgen, dass es einem noch ein wenig häufiger kalt über den Rücken läuft. Die Ausarbeitung der Figuren fand ich absolut gelungen.
Mein Fazit; Mit Hotel Ambrosia hat Autorin Katie Kento bewiesen, dass sie ein perfektes Gefühl hat, offene Fäden miteinander zu verbinden und für so einige Überraschungen zu sorgen. Auch wenn es ein Buch auch für jüngere Leser ist, brachte es spannende und auch atmosphärische Lesestunden. Wer True Crime, Podcasts und gruselige Gebäude mag, sollte hier reinlesen.