Grundidee war erfrischend anders
Musenrausch (Nektar und Ambrosia, Band 1)Eigentlich ist das Malen Wandas größte Leidenschaft, doch als bei einem schrecklichen Unfall ihre Freunde ums Leben kommen, verliert sie jegliche Inspiration. Doch eines Abends überkommt sie das Verlangen ...
Eigentlich ist das Malen Wandas größte Leidenschaft, doch als bei einem schrecklichen Unfall ihre Freunde ums Leben kommen, verliert sie jegliche Inspiration. Doch eines Abends überkommt sie das Verlangen doch wieder zu malen und kaum legt sie ihren Pinsel zur Seite, entdeckt sie einen fremden Mann auf ihrem Sofa. Dieser behauptet, sein Name sei Neo und er sei ihre Muse, doch eigentlich dürfte sie ihn gar nicht sehen können. Es scheint als gäbe es eine Verbindung zwischen ihnen und deshalb begleitet Wanda Neo und lernt dessen Welt kennen.
Wieder einmal kann ich nur sagen, dass dieses Buch wunderschön gestaltet ist und mich magisch anzog. Die Geschichte klingt auch einfach ungewöhnlich und mal ganz anders.
Der Einstieg macht neugierig, ist aber nicht ganz einfach, denn ich hatte hier das Gefühl, nicht so richtig zu wissen, was mit Wanda los ist, zwar gab es natürlich Hinweise, aber es blieb wage. Zwar gibt es dazu Andeutungen, aber ich konnte mich nur schwer einfühlen.
Auch der Schreibstil ist nicht ganz so leicht, er wirkt zwar unglaublich bildhaft, war aber für meinen Geschmack zu ausschweifend, so dass ich beim Lesen immer gedanklich abdriftete.
Die Geschichte spielt in Hamburg, allerdings wechseln wir später in Neos Welt, einer Art Welt, die einer Götterwelt ähnelt und parallel zu unserer existiert. Die Idee hat mir gut gefallen und hier gibt es einiges zu entdecken, was auch wirklich detailliert beschrieben wird.
Die Fantasywelt offenbart sich nur nach und nach, jedoch auch stets mit dem Bezug zur Kunst. Das ist definitiv mal was Neues und Ungewöhnliches, allerdings brauchte es für mich eine Zeit, um damit warm zu werden.
Dadurch, dass mir der Schreibstil nicht ganz leichtfiel, hatte ich auch lange Zeit Schwierigkeiten, bei der Handlung am Ball zu bleiben. Ich brauche immer etwas Action und für mich plätscherte die Story eine ganze Zeit lang nur so vor sich hin. Das wurde zwar nach hinten hin immer besser, aber auch wenn es da Wendungen und Überraschungen gab, war mir der Weg bis dahin zu zäh.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht unserer Protagonistin Wanda, so dass wir ihre Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen können.
Wanda und Neo unterscheiden sich in ihren Eigenschaften völlig, während Wanda eher introvertiert und nachdenklich. Mit dem Verlust ihrer Freunde hat sie, verständlicherweise sehr zu kämpfen. Für mich war Wanda durchweg authentisch. Neo ist hingegen sehr lebhaft, schafft es aber immer wieder, Wanda aus ihrem Schneckenhaus zu locken. Die Beziehung zwischen den beiden steigert sich langsam und stetig, doch Tension ist vom ersten Moment an spürbar.
Mein Fazit: Ich glaube, um in diese Geschichte abzutauchen, braucht man selber auch einen Bezug zur Kunst, denn diesen spürt man durchweg. Für mich war der Schreibstil einfach ein wenig zu poetisch, zu ausschweifend, so dass es mir stellenweise schwerfiel, am Ball zu bleiben. Ich glaube aber, dass es gerade dieser Stil ist, der vielen gefallen wird. Eine tolle Idee, bei der mir nur ein wenig Spannung fehlte, dafür aber mit Charakteren und Worldbuilding punkten konnte.