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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.11.2025

Ein Muss für Fans!

Warrior Cats - Die Prophezeiungen beginnen
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Mein Sohn (11) hat dieses Buch in Rekordzeit weggeschmökert, und das will etwas heißen. Ich selbst bin eigentlich kein Fan von Graphic Novels, muss aber sagen, dass dieser Doppelband wirklich ausgesprochen ...

Mein Sohn (11) hat dieses Buch in Rekordzeit weggeschmökert, und das will etwas heißen. Ich selbst bin eigentlich kein Fan von Graphic Novels, muss aber sagen, dass dieser Doppelband wirklich ausgesprochen gelungen ist. Die Zeichnungen sind sehr lebendig und ungemein dynamisch, so dass man die Action beim Lesen förmlich spüren kann. Auch die Gefühle der Katzen spiegeln sich in der Mimik ausdrucksstark wieder. Wunderbar gewählt sind die kräftigen, leuchtenden Farben, die schon beim Durchblättern Freude machen.

Aufgrund vieler Kampfszenen ist die Geschichte stellenweise recht düster, und ich halte die Altersempfehlung von 11 Jahren für angemessen. Da ich die ersten beiden Romanbände von Staffel I, die dieser Graphic Novel zugrunde liegen, nicht kenne, kann ich nicht beurteilen, wie stark die Geschichte gekürzt wurde. Die Handlung lässt sich jedoch aus der Graphic Novel sehr gut nachvollziehen, und auch die Unterscheidung der einzelnen Katzen fiel mir nach einer kurzen Eingewöhnungszeit nicht schwer.

Auch wenn die Hauptfiguren Katzen sind, sind die Themen universell: Freundschaft, Liebe, Mut, die Überwindung von Angst und Unsicherheit und die Fähigkeit, über sich selbst hinauszuwachsen.
Sehr gut gefallen hat mir als kleiner Bonus der Blick hinter die Kulissen mit den Entwürfen zum Charakterdesign von Feuerherz.

Mein Sohn kann es kaum erwarten, bis im März der nächste Doppelband erscheint, und mit der „Verbannung aus dem SchattenClan“ ist schon eine weitere GN als Weihnachtsgeschenk bestellt. Vielleicht greift er ja demnächst auch zu den dicken Romanbänden, wer weiß? Wir können diese Graphic Novel allen Fans sowie Neulingen im Warrior-Cats-Universum nur wärmstens empfehlen!

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Sehr gute Grundidee, aber Luft nach oben in der Umsetzung

Da, wo ich dich sehen kann
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Maja ist neun Jahre alt, als ihr Vater Frank ihre Mutter Emma tötet. Das Buch setzt einige Monate später an: Maja lebt vorübergehend bei Brigitte und Per, ihren Großeltern mütterlicherseits, und auch ihre ...

Maja ist neun Jahre alt, als ihr Vater Frank ihre Mutter Emma tötet. Das Buch setzt einige Monate später an: Maja lebt vorübergehend bei Brigitte und Per, ihren Großeltern mütterlicherseits, und auch ihre Patentante Liv, Emmas beste Freundin, ist für sie da. Alle vier versuchen auf ihre Weise, die Tat zu verarbeiten und weiterzuleben, hadern mit Schuldgefühlen. Maja und Brigitte gehen zur Therapie.

In den Medien und gesellschaftlichen Debatten stehen meist die Täter im Fokus, während über die Opfer und deren Umfeld wenig gesprochen wird. Jasmin Schreibers Ansatz ist daher umso wichtiger: Sie legt den Schwerpunkt klar auf die Angehörigen, die nach einem Femizid in Trauer zurückbleiben, deren Leben aus der Bahn geworfen wird und die sich mit Schuldgefühlen quälen: Hätte ich etwas bemerken müssen? Genauer hinsehen, nachfragen, nicht lockerlassen? Gab es Anzeichen die ich übersehen habe? Hätte ich die Tat verhindern können?

Leider gelingt die Umsetzung nur bedingt. Keine der erwachsenen Hauptfiguren - Per, Brigitte, Liv - stand in den letzten Jahren mit Emma in so engem Kontakt, um uns Leser:innen einen Einblick in die Beziehungsdynamik der Ehe oder in das Gefühlsleben von Emma zu geben. Das bleibt weitestgehend eine Blackbox. Hierdurch liefern uns auch alle drei Perspektiven ähnliche Eindrücke, und man kann sich fragen, wozu es dann drei Figuren braucht, die in gewisser Weise redundant sind.

Der Schreibstil ist eher gewöhnlich, hier hatte ich mir literarisch mehr erwartet. Manches ist recht plump geraten, etwa wenn Liv und ihre Mutter in einem spontanen Gespräch ihre verkorkste Beziehung aufarbeiten und hierbei dem bereits verstorbenen Vater ganz bequem die Schuld daran in die Schuhe schieben. Ferner werden Emma und Liv in Rückblenden als extrem wissbegierige und begabte Kinder dargestellt, die durch Männer ihre Karriere aufgeben bzw. an die patriarchale Gläserne Decke stoßen. Das ist mir zu plakativ, zu einfach. Vieles ist schwarz-weiß gezeichnet, es fehlen die Zwischentöne.

Liv ist Astrophysikerin. In diesem Zusammenhang gibt es immer wieder Anspielungen auf Astronomie und Paralleluniversen, die auch als Bild für Was-wäre-wenn-Szenarien dienen. Diese Anspielungen wirkten auf mich aufgesetzt und verkrampft. Als Naturwissenschaftlerin mag ich es einfach nicht, wenn die Wissenschaft metaphysisch instrumentalisiert wird.

Nebenschauplätze nehmen relativ viel Raum ein, dafür kommen die Eltern von Frank zu kurz. Ein wirklich interessanter, weil häufig unterschätzter Aspekt, das Sorgerecht für Maja, wurde ebenfalls viel zu schnell abgehandelt. Ärgerlich sind zudem inhaltliche Fehler und Widersprüche im Buch.

Am stärksten ist das Buch für mich in den Maja-Kapiteln, wo ihre Zerrissenheit, ihre kindliche Vorstellung von ihrer Schuld am Tod der Mutter und die körperlichen und seelischen Folgen wirklich eindrücklich vermittelt werden. Allerdings hatte ich beim Lesen manchmal das Gefühl, dass der Schreibstil in den Kapiteln aus Majas Sicht nicht zu einer Zehnjährigen passt.

Gut gefallen hat mir, dass die Geschichte immer wieder durch Gerichtsdokumente, Protokolle und Zeitungsberichte unterbrochen wird. Etwas verwirrend war jedoch, dass die in den Berichten erwähnten Vorfälle und Namen alle fiktiv sind, während die Statistiken zu Gewalt gegen Frauen vermutlich korrekt sind.

Insgesamt muss ich leider sagen, dass ich mir mehr erwartet hatte, sowohl literarisch als auch konzeptionell.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Ein ordentliches Durcheinander!

Ete Petete & Tohu Wabohu - Gegensätze ziehen sich an
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Ete Petete wohnt mit ihrem Hund Pico Bello in einem äußerst aufgeräumten Zuhause: Jeden Tag wird gefegt und gewienert, der Garten ist akkurat gepflegt und der Tagesablauf folgt einem festen Plan. Dieser ...

Ete Petete wohnt mit ihrem Hund Pico Bello in einem äußerst aufgeräumten Zuhause: Jeden Tag wird gefegt und gewienert, der Garten ist akkurat gepflegt und der Tagesablauf folgt einem festen Plan. Dieser gerät gehörig durcheinander, als nebenan der chaotische Tohu Wabohu mit seiner Katze Ramba Zamba einzieht – und mit ihm Lärm und Chaos.

Ich habe das Buch gemeinsam mit meinem kleinen Neffen (3 Jahre) gelesen, und er war sofort begeistert. Vor allem die klangvollen Namen haben es ihm angetan. Auch die detailreichen, herrlich farbenfrohen und ausdrucksstarken Illustrationen haben wir immer wieder angesehen und er hat jedes Mal noch etwas Neues entdeckt. Die bunten Zeichnungen kommen in dem großformatigen Buch wirklich schön zur Geltung!

Die Geschichte wird in Reimform erzählt, was mir grundsätzlich sehr gut gefällt, da Reime eingängig sind und gerade bei kleinen Kindern besonders gut ankommen. Leider sind einige Reime etwas holprig geraten, so dass man beim Vorlesen manchmal über das unsaubere Versmaß stolpert.

Ich hatte erwartet, dass Ete Petete und Tohu Wabohu im Laufe der Geschichte voneinander lernen und Verständnis füreinander aufbringen. So könnte Tohu etwas rücksichtsvoller werden und eine gewisse Ordnung schätzen lernen, während Ete die Dinge etwas lockerer nehmen und spontaner werden könnte. Dies wird im Buch so nicht vermittelt. Nach anfänglichem Ärger versöhnen sich die beiden so schnell, dass ich zunächst dachte, im Buch würde eine Seite fehlen. Dies ist etwas schade, und ein paar Seiten mehr hätten der Geschichte sehr gutgetan.

Meinen Neffen hat das jedoch nicht gestört, und er hat viel Spaß mit dem Buch, vor allem, da die Figuren dazu einladen, sie mit verteilten Rollen zu sprechen.

Insgesamt ein wunderschön illustriertes Kinderbuch mit etwas Luft nach oben bei der inhaltlichen Ausarbeitung.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Großartig!

Der falsche Erbe
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Die Familie Ashby besitzt seit Generationen das Anwesen Latchetts. Da die aktuellen Gutsbesitzer vor acht Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kamen, kümmert sich Tante Bee liebevoll um die Kinder ...

Die Familie Ashby besitzt seit Generationen das Anwesen Latchetts. Da die aktuellen Gutsbesitzer vor acht Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kamen, kümmert sich Tante Bee liebevoll um die Kinder und das Gut. Kurz nach dem tragischen Unfall musste die Familie einen weiteren Schicksalsschlag verkraften: Der älteste Sohn Patrick verschwindet eines Nachts; ein Abschiedsbrief deutet auf Suizid hin. In der Erbfolge rückt sein jüngerer Zwillingsbruder Simon nach. Jahre später stehen dessen Volljährigkeit und damit der Erbantritt kurz bevor – als plötzlich ein junger Mann auftaucht, der Simon frappierend ähnlich sieht und behauptet, der verschollene Patrick zu sein.

Wie Josephine Tey in „Der falsche Erbe“ ihre Geschichte um den Hochstapler Brat Farrar aufbaut, ist einfach genial! Die Autorin geht für die damalige Zeit ganz neue Wege und bricht die starren Regeln des klassischen Krimis auf. So kommt der komplette Fall gänzlich ohne Ermittler und Polizei aus. Obwohl man als Leser:in bereits von Beginn an weiß, dass es sich bei dem geheimnisvollen jungen Mann nicht um den echten Patrick handelt, bietet der Krimi Hochspannung bis zum Schluss. Josephine Tey legt Brat Farrar fernab jeglicher Hochstapler-Klischees an; man fühlt mit dem jungen Mann, der im Grunde rechtschaffen ist, spürt seine Gewissensbisse, und kann seine Beweggründe, die ihn zu seinem Handeln verleiten, beinahe verstehen.

Auch sprachlich ist dieser Krimi von 1949 wirklich schön zu lesen und ich habe ihn von der ersten bis zur letzten Seite genossen. Sehr lesenswert!

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Wir lieben diese Reihe!

Petronella Apfelmus - Hexenschuss und Zaubernuss (Band 13)
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Auch wenn mein Sohn mit 11 Jahren eigentlich nicht mehr zur Zielgruppe gehört und sonst inzwischen „coole“ Bücher bevorzugt, liebt er Petronella heiß und innig und wollte auch den neuen Band unbedingt ...

Auch wenn mein Sohn mit 11 Jahren eigentlich nicht mehr zur Zielgruppe gehört und sonst inzwischen „coole“ Bücher bevorzugt, liebt er Petronella heiß und innig und wollte auch den neuen Band unbedingt lesen, und das sagt schon sehr viel aus über die wunderbare Reihe um die sympathische Apfelhexe.

In „Hexenschuss und Zaubernuss“ herrscht große Aufregung rund um die Mühle: Eine Gruppe von Kryptozoologen zeltet auf der Wiese hinter dem Garten und geht auf die Jagd nach magischen Wesen. Damit nicht genug: Ihre Wertsachen, die sie von Herrn Kuchenbrand in einem Raum der Mühle einschließen lassen, um sie dort sicher zu verwahren, werden gestohlen, und der Papa der Zwillinge gerät unter Verdacht. Klar, dass Luis, Lea, Petronella und die Apfelmännchen ihre eigenen Nachforschungen anstellen!

Wir sind seit Jahren Fans der Reihe, und auch der dreizehnte Band bietet wieder eine sehr unterhaltsame Geschichte rund um die die Kuchenbrand-Zwillinge, Petronella, den Hirschkäfer Lucius und die Apfelmännchen. Diesmal sind auch Petronellas vom Hexenschuss geplagte Oma und die neugierige Hexobine Höckerbein mit von der Partie. Wir lieben die gemütliche Atmosphäre der Petronella-Bücher, die ideal für Kinder ab dem Grundschulalter geeignet sind. Die kurzen Kapitel sind perfekt zum Vorlesen und zum Selbstlesen für geübte Leseanfänger. Die fröhlichen schwarz-weißen Illustrationen lockern den Text zusätzlich auf.

Fazit: Sehr empfehlenswert, wie alle Bücher der Petronella-Reihe!

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