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Veröffentlicht am 28.09.2025

Ein seeeeehr langes Buch

Katabasis
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3,
lang ersehnt und jetzt endlich gelesen. Zugegeben: das lag aber wohl eher an unserem Buchclub. Nachdem wir „Yellowface“ von der Autorin gelesen haben, wollten wir unbedingt auch „Katabasis“ lesen. Angezogen von dem so ganz anderen Genre und der speziellen Thematik. Was dabei rausgekommen ist, lest ihr jetzt:

Schreibstil:
Rebecca F. Kuang schreibt ein wenig wie eine Akademikern, die Prosa verfasst. Vermutlich, weil genau das der Fall ist. Ich muss immer noch schmunzeln, wenn ich an mein Studium und das Feedback der Dozent:innen denke, die zu mir genau das Gegenteil gesagt haben. Hier jedenfalls ist es so, dass der Text voller Fachwörter und belegender Beispiele ist. Dadurch kommt man in einen Leseflow, der einen ziemlich fordert und teilweise auch etwas ermüdend sein kann. Ich fand es ganz spannend so zu lesen, zumal ich eben auch viel akademische Literatur an der Uni gelesen habe. Ich kann mir aber vorstellen, dass es nicht für alle etwas ist. Zumal die Belege die Story auch ziemlich in die Länge ziehen und man vielleicht nicht allem folgen kann, weil man selbst noch nie von den vielen Namen, Wissenschaftler:innen und Theorien gehört hat. Das war selbst bei mir so und ich war eigentlich froh, dass mein Gehirn endlich mal wieder gefordert wurde:) Ganz ganz ganz vielleicht fühlte es sich an solchen Stellen so an, als wolle die Autorin unbedingt diese ganzen Infos in das Buch einbringen, um zu zeigen, was sie kann, wie viel sie recherchiert hat und wie alles irgendwie zusammenkommt – für mich persönlich hätte sie da aber einfach ein paar Seiten zugunsten der Storyline und des Spannungsbogens streichen können.

Zur Geschichte allgemein:
Der Einstieg ins Buch erfolgt sehr flott – es gibt praktisch keine Einleitung, stattdessen geht’s direkt rein in die Hölle und los mit der Handlung. Welche Motive hinter den Handlungen stecken, wie die Beziehungen zwischen den Protagonist:innen sind, das ist alles erstmal nur angedeutet und sorgte bei gleich dafür, zahlreiche Vermutungen anzustellen.

Vorrangig wird aus der Perspektive von Alice erzählt, die zugegebenermaßen nicht ganz sympathisch wirkt. Sie hat nichts, womit man sich selbst identifizieren kann. Stattdessen ist sie versessen auf ihre Forschung und darauf, die Beste in ihrem Fachbereich zu sein. Sie hat keine freundschaftlichen Beziehungen zu anderen, keine Hobbys – es gibt nur sie und die Magie, die hier im Buch aber wohl eher eine Wissenschaft ist. Der Einzige, den sie etwas näher zu kennen und der sie zu interessieren scheint, ist Peter. Den mag sie aber zu Anfang des Buches so gar nicht mehr. Wieso erfährt man erst später.
Im Handlungsverlauf ist Alice vor allem deshalb schwer, weil sie sich sehr treu bleibt. Sie bleibt engstirnig und lässt sich keine neuen Perspektiven zeigen, stattdessen verteidigt sie ihren Doktorvater und baut ihre ganze Welt um ihn herum auf. Das war einige Passagen lang sehr schwer nachzuvollziehen, weil die anderen Figuren im Buch es auch nicht konnten und man immer mehr über Alice erfährt, was eigentlich für eine Lossprechung sprechen würde. Dazu kommt, dass Alice alles andere als feministisch eingestellt ist. Bei einigen Aussagen ihrerseits musste ich schwer schlucken, allerdings muss man diese auch einzuordnen wissen. Das Buch spielt nämlich in den 80er Jahren wie ich vermute und Frauen an Universitäten und überhaupt in Positionen, die prestigeträchtig sind, müssen sich gerade erst einmal etablieren. Und hart dafür kämpfen. An Alice merkt man sehr gut, wie kämpfen in ihrem Umfeld aussieht und so kann man einiges dann auch besser verstehen, wenn man weiß, wie hart sie es dort wirklich hat. Das war etwas, was ich wirklich gut gemacht fand von der Autorin: diese tiefe Verwurzelung in Alice, möglichst mannesgleich zu sein, um mithalten zu dürfen und dann zu versuchen, noch weiter zu kommen. Historisch gesehen also mehr als nachvollziehbar.

Peter zeigt genau die Gegenseite: er ist ein Mann, dazu noch sehr intelligent, alles scheint ihm nur so in den Schoß zu fallen. Seine Eltern fördern ihn, seine Dozent:innen sowieso und besonders viel Mühe muss er sich für die meisten Sachen nicht geben. So könnte man denken, er sei eingebildet und würde Alice ähnlich behandeln wie die anderen Männer in diesem Buch. Tatsächlich aber, geht es ihm wirklich nur um die Leistung bzw. die Denkanstöße und Theorien. Er schätzt Alice für ihre andere Art zu denken und gibt damit ganz unwissentlich zu, dass andere Perspektiven eben genau die Denkanstöße geben, die es braucht, um voran zu kommen. Gerade in der Forschung.
Peter ist somit sehr viel sympathischer. Er wirkt nicht so erfolgsversessen, sondern eher verliebt in das, was er tut. UND er gesteht und Leser:innen und Alice auch seine verletzliche Seite. Die Seite, die er den meisten Menschen vorenthält und die ihn umso vielschichtiger macht.

Ich fand ihn somit als Partner für Alice absolut passend. Die beiden sind immer wieder aneinander geraten, haben sich aber auch gegenseitig unterstützt und ergaben zusammen ein Team, das unbesiegbar schien. Nur brauchten sie ein wenig, um das zu verstehen. Am Anfang ist es nämlich so, dass Ungesagtes zwischen ihnen steht, dann werden sie zu ehrlich und dann… kommt der Handlungsverlauf mit etwas völlig Unerwartetem daher. Ich kann dazu nur sagen: wer hier neben allem anderen eine Lovestory zum Schwärmen erwartet, der wird enttäuscht sein. Hier geht es mehr um die ungesagten Worte und die gemeinsame Liebe zur Magie, die die beiden einfach so sehr zusammenschweißt, dass sie den größeren Platz einnimmt. Mehr darf ich leider nicht sagen, sonst spoilere ich.

Die Story an sich spielt komplett in der Hölle. Es ist quasi ein Reiseroman, denn das Ziel wird gleich zu Anfang abgesteckt, der Weg dorthin nimmt aber die komplette Handlung der sechshundert Seiten ein. Auf der Suche nach Professor Grimes müssen die beiden durch acht Höfe der Sünden. Einer schwieriger als der andere zu bewältigen. Was anfangs noch sehr detailliert beginnt, wird zum Ende hin immer gröber beschrieben. Stattdessen werden die Einschübe aus der Vergangenheit und Erklärungen zu Theorien und wissenschaftlichen Erkenntnissen, die Alice kennt und nutzt immer mehr. Denn noch etwas muss man zu diesem Buch wissen: Magie ist hier nicht als das zu verstehen, wie es Merlin oder Bonnie aus Vampire Dairies praktizieren. Stattdessen geht es um Logik und Paradoxa. Quasi um das Austricksen der gegebenen Welt. Und das erklärt Alice gerne mit Beispielen und Belegen. Die ersten Male habe ich diese noch sehr gewissenhaft gelesen und mich bemüht, alles zu verstehen. Nach und nach merkt man aber einfach, dass diese Erklärungen nicht wirklich handlungstragend sind, weshalb ich dazu geneigt war, sie einfach zu überfliegen. Denn sie machen einen großen Teil der Erzählung aus. Und genau das ist glaube ich mein größter Kritikpunkt an diesem Buch: zu viel sehr wissenschaftlich formuliertes Fachwissen zur unter anderem der Höllenmythologie, das bestimmt nicht jeder Leser oder jede Leserin beim ersten Lesen versteht. Weil man mit den Namen nichts anfangen, die Verweise teilweise nicht nachvollziehen und die Notwendigkeit für die Geschichte nicht erkennen kann. Da hätte ich mir einfach gewünscht, dass die acht Höfe mehr als Challenge aufgebaut worden wären oder es (da es ja eigentlich kein Buch ist, dass solche Spannung aufbauen soll) zumindest eine andere direkte Anwendung dieser Theorien und Magiebeispiele gegeben hätte.
Gut war aber auf jeden Fall, dass die Beschreibungen der Hölle trotz dieser vielen „Insiderinfos“ so offen blieb, dass man zwar Orientierung hatte, sich vieles aber noch selbst hinzudenken konnte. Das fand ich gerade deshalb so gut, weil die Hölle eben genau das ist: kein festgelegt beschriebener Ort. Und genau das zeigt auch diese Story, weil sie die Hölle so sehr auf Alice und Peter zuschneidet, dass sie persönlich hier so gefordert werden. Bei mir zum Beispiel würde die Hölle wohl mit anderen Herausforderungen daherkommen.

Ansonsten arbeitet die Autorin in diesem Buch mit einem wilden Mix aus Figuren, die alle eine bestimmte Funktion haben und Peter und Alice, genau wie die Gegebenheiten der Hölle an sich, dazu zwingen, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Man könnte die Story als auch anders beschreiben meiner Meinung nach: nicht als Reise durch die Hölle, sondern als Reise zu sich selbst. Und im Prinzip ist das auch das, was die Autorin durch die anderen Figuren und die Höfe an sich sowie durch die von ihr ausgewählte Darstellung von Himmel und Hölle vermittelt: es geht darum, ehrlich zu sich selbst zu sein. Und genau darauf baut dann auch das Ende auf. Was ist wichtig? Was will ich vom Leben? Welche Opfer bin ich bereit, zu geben? Was macht mich glücklich? Das Ende fand ich so nochmal wieder ganz gut. Ich konnte bis zuletzt nicht erahnen, wie es zu enden würde und war so auf den letzten Seiten endlich mal wieder gespannt darauf, was kommen würde.

Fazit:
Katabasis ist ein Buch, das Personen, die sich mit Theoriewissen zur Höllenmythologie, Philosophie und Logik, wahrscheinlich sehr erquicken wird. Für uns andere ist es aber teilweise einfach echt schwierig, alles nachzuvollziehen. Das ist einfach ein wenig zu viel Fachwissen Teil der Erzählung geworden. Besonders im Mittelteil war das Buch ziemlich zäh und ich hätte mir oft gewünscht, es wäre kürzer. Alice und Peter sind interessante Charaktere, die einem aber auch einiges abverlangen. Gerade Alice, die ich nicht so recht sympathisch finden konnte. Das Ende hat nochmal einiges wieder gut gemacht, aber am Ende bleibt die Frage: Wäre es vielleicht besser gewesen, die ganze Story ein wenig leser:innenfreundlich zu gestalten?

2,5 von 5 Sterne gibt es von mir.

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Healing Romance at it's best!

Gentle Heart
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3
wow, irgendwie konnte ich es gar nicht fassen, als ich mitbekommen habe, dass Mona Kasten echt noch einen weiteren Band zu Scarlet Luck geschrieben hat. Rosie und Adam haben mich damals zerrissen. Ich fand es mega gut und natürlich war ich neugierig auf jeden einzelnen anderen der Bandmitglieder. Also alle bereit für Logan?

Zur Info: Dies ist der dritte Band der „Scarlet-Luck“-Reihe. Dieser Band ist in sich abgeschlossen, sodass ihr ihn auch unabhängig von den anderen lesen könnt. Wenn ihr euch für Band 1 und 2 aber nicht spoilern wollt (nicht nur, was das Paar betrifft), dann würde ich euch empfehlen, die Bücher der Reihe nach zu lesen.

Schreibstil:
Mona Kastens Liebesromane lese ich unheimlich gerne. Sie schafft es immer wieder, und so auch hier, ihren Figuren eine ganz besondere Tiefe in den Emotionen zu verleihen. Es fühlt sich fast ein bisschen an, als könnte man wirklich in ihre Köpfe gucken, denn hier sprechen Blicke wahrhaftig mehr als tausend Worte und oft braucht es dadurch gar keine heißen Diskussionen oder Floskeln und Phrasen. Ich schätze, dass macht den Schreibstil fast ein bisschen roh, aber dadurch wird man auch einfach noch mehr hineingezogen. Mir hat’s super gefallen!

Zur Geschichte allgemein:
Irgendwie wusste ich anfangs gar nicht so wirklich, was ich nun erwarten sollte, denn Ashley und Logan sind schon ein auf den ersten Blick sehr untypisches Duo.
Logan ist zwar in der Band und dadurch viel im Rampenlicht, am liebsten bleibt er aber für sich und spielt Switch oder ähnliches. Hauptsache, er muss nicht mit Leuten reden und kann in seiner eigenen Welt versinken. Ein typischer Nerd würde man jetzt denken, aber tatsächlich stellt sich schnell heraus, dass er weitaus vielschichtiger ist. Denn Logan ist überaus direkt. Er spricht sofort aus, was er denkt und geniert sich nicht, die Wahrheit zu sagen. Das hat ihn mir sofort sehr sympathisch gemacht, denn ich selbst bin genauso. Es war aber eben auch ein überraschendes Moment im Hinblick auf seine öffentliche Erscheinung.
Ashley dagegen wirkt erstmal sehr outgoing, schnell stellt sich aber heraus, dass sie mit vielen Unsicherheiten und auch Ängsten kämpft, die keineswegs unbegründet sind. Und dann lernen sich die beiden auch schon kennen und ich war sofort in die beiden als Paar verliebt. Denn auf einmal tauschen sie die Rollen. Logan ist der offene und Ashley die schüchterne und miteinander finden sie schnell zu einer Symbiose, die aus beiden das Beste herausholt und sie miteinander einfach sie selbst sein lassen. Das fand ich mega schön und auch super schön erzählt, weil es nur in den Nuancen, den Blicken, einzelnen gut gewählten Sätzen und Handlungen stattfindet, das Vertrauen aber sofort spürbar ist.

Die Story schafft es aber gleich zu Anfang noch mehr, mich zu überraschen, denn alles beginnt quasi mit einem One-Night-Stand. Wobei man das einfach wörtlich nehmen sollte. Ich würde sagen, es ist Liebe auf den ersten Blick. Ashley und Logan sind da aber noch etwas zögerlicher und treffen eine Abmachung. Das Gute daran: sie sind die ganze Zeit total ehrlich miteinander, weshalb man nicht das Gefühl hat, sie würden nicht miteinander reden. Es geht um die Momente zusammen und die sind echt schön und super zärtlich zwischen den beiden.

Das Ganze steht natürlich im Kontext ihrer Berühmtheit. Und die ist heftig. Spannend fand ich, dass es ausnahmsweise nicht um das typische: wir werden von Paparazzi verfolgt und haben keine Privatsphäre ging, sondern eher um die Schlagzeilen und die Außenwirkung. Etwas, dass man durchaus auch auf dem Schirm haben sollte. Besonders Ashley hat damit aber ihre Probleme. Ihre Vergangenheit wirkt sich ganz konkret auf ihr Leben aus und sorgt im Handlungsverlauf immer wieder für dramatische Momente, aber auch für ein Problem, dass ihre Charakterentwicklung bremst und gleichzeitig voranschreiten lässt. Ich fand es gut gemacht, wie die beiden sich eigentlich immer weiter annähern und zu Freunden und Liebenden werden, ohne, dass sie es ganz direkt darauf anlegen. Sie fühlen einfach. Auf der anderen Seite können sie aber natürlich auch nicht außer acht lassen, dass eine bloße romantische Vorstellung manchmal nicht reicht.

Während Ashleys Problem sich von vorne bis hinten durch die Handlung zieht und hauptsächlich ihren Charakter beeinflusst, ist Logans Problem konkreter und mehr auf einen Handlungsabschnitt beschränkt. Dafür ist es aber auch fast heftiger. Ich fand es sehr eindrücklich erzählt, wie er mit dieser speziellen Situation zu kämpfen hat und fand es genial, wie die beiden in dieser Zeit miteinander agieren, enger zusammenwachsen und irgendwie auch gezwungen werden, aus ihrem Ist-Zustand einen Zukunftsgedanken zu entwickeln.

Nebenbei spielen dazu auch die anderen Mitglieder der Band wieder eine kleine Rolle. Adams und Rosies Geschichte geschieht fast ein bisschen parallel, sodass man definitiv gespoilert werden würde. Ich persönlich habe die Bücher gelesen und fand es ganz schön zu lesen, dass Logans Leben in der Zeit zwischen Band 1 und 2 keinesfalls stillstand. So wurde die ganze Band für mich irgendwie noch realer. Dazu haben wir hier Cilian sehr gut kennen und zugegebenermaßen auch lieben gelernt. Ich würde zu gerne auch noch über ihn lesen:)

Das Buch hat definitiv auch eine gehörige Portion Herzschmerz intus. Allerdings war es für mich alles nicht so tragisch wie bei Rosie und Adam. Falls ihr da also gedacht habt: Sowas überstehe ich kein zweites Mal – keine Angst, Logan und Ashley sind da schon etwas dezenter. Aber auch sie müssen Hürden überwinden und für ihre Liebe kämpfen und gerade zum Ende hin kann man durchaus ein paar Tränchen verdrücken. Gleichzeitig hat für sie aber auch ein Buch gereicht. Ich fand es perfekt so, wie es war.

Durch die Fernbeziehung der beiden fühlte es sich manchmal etwas so an, als würde man um gemeinsame Zeit des Paares betrogen werden, aber der intensivere Handlungsabschnitt konnte das für mich wieder gutmachen und so war ich total zufrieden mit dem Handlungsverlauf und auch mit dem Ende des Buches. Denn letztlich konnten beide an ihren Problemen und Ängsten arbeiten und haben so zueinander gefunden, dass ich mir eine Zukunft für die beiden ausmalen kann. Ein ganz dezenter Kritikpunkt könnte höchstens sein, dass ich mich ganz zuletzt nicht ganz bei Ashley in ihrem finalen Charaktersprung mitgenommen fühlte. Da fehlten mir einfach ein paar Erklärungen zu den Emotionen, die sie verspürte. Aber wie gesagt, nur dezent, denn im Groben steht es schon da.

Fazit:
Eine wirklich schöne, sehr feinfühlige Geschichte, die nochmal einen ganz anderen Themenbereich von Liebe zwischen zwei berühmten Figuren aufgriff. Der Schreibstil konnte mich voll abholen und die Figuren waren beide total sympathisch und authentisch. Besonders gefallen hat mir, dass hier ein nicht ganz so typisches Paar im Mittelpunkt stand und sie doch so gut zusammenpassen. Außerdem mochte ich es, wie ihre Probleme sie nur noch enger zusammengeschweißt haben. Ich freue mich auf jeden Fall auf noch mehr von Scarlet Luck!

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Arm trifft reich und echte Gefühle

The Darlington - Henry & Kate
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3
nachdem mich die letzten Bücher, in denen obdachlose Figuren vorkamen sehr enttäuscht haben, weil sie einfach komplett unsensibel mit dem Thema umgegangen sind und ich echt nur das Gefühl hatte, dass es als Masche ausgenutzt wurde, war ich auf dieses Buch sehr gespannt. Und das Cover ist natürlich auch nicht übel:)

Schreibstil:
Wenn es um Romance geht, dann fühle ich mich mit Laura Kneidl immer sofort total wohl. Sie schreibt einfühlsam und smooth, sodass man gar nicht aufhören kann, zu lesen und gleichzeitig alle Gefühle voll durchlebt und in sich aufsaugt. Ich war sofort in beide Figuren verliebt, genauso wie in das Darlington – einfach rundum eine Wohlfühlstimmung, die die wundervolle Geschichte noch unterstützt.

Zur Geschichte allgemein:
Die Story beginnt mit Kate und sofort war ich total neugierig darauf, was passieren wird, denn Kate ist in einer Situation, die für mich ziemlich weit weg ist von meinem Alltag. Eine ganz andere Situation, ein ganz anderes Leben. Was ich gleich gut fand: es wird so erzählt, dass man überhaupt nicht in diese Schiene kommt, dass man sie für das, was sie tut verurteilt. Stattdessen sieht man es als das, was es ist: eine Situation, die so schnell und einfach keinen Ausweg bietet und alles, was Kate nunmal tut, muss sie tun. Sie will nicht.
Das passt auch ihr Charakter. Kate ist total mitfühlend und sozial, sie ist bereit, zu kämpfen, möchte keinesfalls eine Nutznießerin sein und sie hat ein Gewissen, dass es ihr nicht unbedingt leicht auf der Straße macht. All das machte sie mir sofort sympathisch. Egal, was gekommen wäre, ich war Team Kate. Und das ganz unabhängig davon, dass sie es in der Vergangenheit schon nicht leicht hatte und einiges durchstehen musste.

Henry ist ebenso liebenswert. Als reicher Erbe könnte man auch ihn schnell in eine Schublade stecken, aber Henry hält sich konsequent von all dem klischeehaften Verhalten fern. Auch, wenn er nicht ganz verstecken kann, dass er Geld hat, lässt er es nicht raushängen. Er fühlt sich nicht als Übermensch, nutzt sein Geld nicht für Zwecke aus, die unmoralisch sind, und versucht damit auch nichts zu kompensieren. Das ist sehr angenehm. Dazu kommt, dass er einfach liebenswert ist. Er arbeitet hart, kämpft ebenfalls für das, was er liebt, und verzichtet auf unnötiges Drama. Das kommt der Geschichte an vielen Stellen sehr zu gute, denn er verhält sich einfach oft erwachsen und spricht Dinge direkt an, statt sie eskalieren zu lassen.

Die beiden zusammen ergeben schnell ein harmonisches Duo. Es ist eher Slow Burn, allerdings mit großen Gefühlen. Keine Zweifel, kein Schnickschnack, einfach die rohe Zuneigung, die sich durch alle Widrigkeiten kämpft. Ich mochte es, wie es anfangs erstmal nur darum geht, Kate zu unterstützen und die Gefühle der beiden zueinander nicht gleich im Vordergrund standen. So kam auch an dieser Stelle nie der Gedanke auf, dass Kate aus einer Art Abhängigkeit Gefühle entwickelt, sondern alles kann sich ganz natürlich und im vollen Bewusstsein entwickeln.

Aufgemischt wird die ganze Handlung durch Kates Vergangenheit, die sie einfach nicht loslassen will, und Henrys Vater bzw. dessen Vergehen, die Henry immer wieder vor gewaltige Herausforderungen stellt. Aber auch seine Beziehung zu Kate wird dadurch beeinflusst. Es blieb also durchweg spannend und ich konnte gar nicht aufhören zu lesen. Noch etwas, dass hier übrigens richtig schön gelöst wurde und mich dadurch bewundernswerter Weise nicht genervt hat: die beiden müssen ihre Beziehung erst geheim halten bzw. Kate muss ihre Identität geheim halten. Aber auch das geschah nie unter unabdinglichen Zwang und löste sich ganz von alleine auf, sodass auch hier keine Situationen entstanden, die vorausgeahnte, unnötige Dramatik erzeugen konnte.

Zu Kates Leben kann man sagen, dass sie hier natürlich ziemlich schnell ziemliches Glück hatte. Es wird ein wenig angeteasert, was für Schwierigkeiten man als obdachlose Person hat, welche Missstände herrschen und wie verzweifelt die betroffenen Personen sind. Man könnte noch sagen, dass es etwas oberflächlich bleibt und da durchaus noch etwas tiefer hätte drauf eingegangen werden können. Ich persönlich fand es so aber in Ordnung, da auch Henry noch Platz für seine Geschichte brauchte und es sich hier immerhin um einen Liebesroman handelt.

Zum Ende hin gab es aber natürlich trotzdem einen Wendepunkt und den habe ich gar nicht unbedingt so kommen sehen. Er machte aber Sinn und hat die Beziehung der beiden nochmal unheimlich gefestigt und vor allem irgendwie die Zukunft erkennbar gemacht. Denn ganz ehrlich: so romantisch solche Beziehungen auch sein können zwischen arm und reich, nicht immer passt es dann im Alltag und der Realität auch wirklich zusammen. Aber da beide irgendwie nicht so ganz in ihre Welt zu passen schienen und aus dem jeweils anderen ihre Stärken und ihr Selbst zu ziehen scheinen, passte es dann doch ganz gut. Ganz große Liebe dafür!

Tja und dass es einen nächsten Band (mit einem anderen Paar) geben wird, merkte man dann an der letzten Szene, die wohl das Einzige ist, was ich an diesem Buch zu bemängeln habe: ein ziemlich plumper Cliffhänger. Aber da es im nächsten Band mit einem anderen Paar weitergeht, verzeihe ich das mal. Wären es Henry und Kate gewesen, die diesen Cliffhänger hätten ausbaden müssen, wäre ich wohl nicht mehr dabei gewesen. So aber freue ich mich auf das nächste Buch:)

Fazit:
I liked it! Eine rundum schöne Geschichte mit zwei Protagonisten, die man sofort ins Herz schließt und die ganz smooth und mit viel eigenem Charakter und tiefen Gefühlen zueinander finden. Der Schreibstil hat dies perfekt unterstützt und die Geschehnisse im Buch sowie die Klassenunterschiede und Nebenprotagonist:innen ebenfalls. Es blieb durchweg spannend und rätselhaft – im Hinblick auf ihre Zukunft aber auch darauf, ob alles überhaupt gut ausgehen kann. Ich bin gespannt auf Ethan und Grace, die glaube ich sehr explosiv werden!

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Habs geliebt!

Just for the Summer
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3
auch, wenn der Sommer fast vorbei ist: vielleicht habt ihr ja noch einen Urlaub vor euch und braucht eine schöne Lektüre. Dann kann ich euch Abby Jiminez nur empfehlen! Ihre bisherigen Bücher habe ich total geliebt und auch dieses konnte mich komplett überzeugen. Ohne unnötigen Schnickschnack und mit einer sonderbaren Idee:)

Zur Info: Dies ist der dritte Band der Royaume-Northwestern-Reihe. Ihr könnt die Bände jedoch auch unabhängig voneinander lesen, weil sie abgeschlossene Geschichten enthalten.

Schreibstil:
Den Schreibstil der Autorin fand ich wie die letzten Male auch super schön. Ich liebe es, dass sie so viel Humor in ihre Story einflicht und die Protagonist:innen sehr nahbar und authentisch macht. Dazu mag ich es, wie leicht die Stimmung trotz aller dramatischen Elemente bleibt, sodass das Buch wirklich perfekt als Sommerlektüre gelesen werden kann.

Zur Geschichte allgemein:
Erzählt wird einigermaßen abwechselnd aus den Perspektiven der beiden Hauptfiguren. So lernen wir beide erstmal ganz unabhängig voneinander kennen. Dazu kommen Chatverläufe bzw. Postverläufe, die dem Ganzen einen sehr dynamischen Charakter verleihen. Das Außergewöhnliche der Geschichte war für mich definitiv, dass die eigentliche Story auf einem Aberglauben oder sowas in der Art beruht. Vielleicht kann man es auch eher Fluch oder Pechsträhne oder wie auch immer nennen. Ich glaube, es gibt einen Film, in dem es um einen „Glückbringer“ in der Art geht, also kann man es wohl sehen, wie man es will:) Und genauso, kann man selbst entscheiden, ob man daran glaubt, oder nicht. Es wird auf jeden Fall sehr schön und logisch erklärt, wie beide, sowohl Emma als auch Justin, mit dem Problem hadern, dass sie anscheinend immer an die falschen Partner:innen geraten.

Die Kennlernphase folgt spontan und mit Humor. Ich liebe es, wie die Autorin immer wieder genau dort, wo man Drama erwarten würde, Spontanität einbaut und ihre Figuren einfach machen lässt. So geht die Geschichte stetig weiter, ohne Längen zuzulassen. Wir werden mitgerissen in einen Prozess, in dem sich Justin und Emma erstmal komplett „blind“ kennenlernen und dann den Mut finden, ihre komplette Welt umzuschmeißen.

So einfach das Treffen auch wirkt, bei den beiden läuft es außerhalb dieses Datings alles andere als rund. Justin hat ziemlichen Struggle mit seiner Familie und Emma ist eine Nomadin mit Bindungsängsten. Aber eine Figur nach der anderen:

Justin ist ein Good-Guy aus dem Bilderbuch. Er hat einen gesunden Freundeskreis, kümmert sich um seine Mutter und seine Geschwister und hat einen guten Job und keinerlei Laster. Eigentlich langweilig würde man meinen, aber tatsächlich mochte ich Justin auf Anhieb. Er hat einen sehr gesunden Humor, der mich ziemlich oft zum Schmunzeln gebracht hat, ist aufopferungsvoll, hat aber auch seine eigenen Zukunftspläne und er ist sehr gut zu Frauen. Aufmerksam, treu und wertschätzend – sowas muss man auch einfach mal loben. Langweilig ist er dadurch auf jeden Fall nicht, sondern ich habe mich sehr gefreut, dass er es ist, der Emmas Herz höher schlagen lässt.

Emma ist etwas spezieller. Sie ist Krankenschwester und reist mit ihrer Freundin von einem Ort zum nächsten – mit höchstens drei Monaten Aufenthaltsdauer. All ihre Sachen passen in zwei Reisetaschen und länger an einem Ort zu bleiben, kommt keinesfalls in Frage. Weshalb? Das erfahren wir erst später. Allerdings war ich schon früh am Rätseln, einfach, weil Emma einige Wesenszüge zeigt, die darauf schließen lassen, dass es ihr alles andere als leicht fällt, feste Bindungen einzugehen.

Zusammen gehen sie eine Art Vertrag ein, der fast als Fake-Dating beschrieben werden könnte. Meiner Meinung nach, ist dieses Trope hier aber nicht ganz richtig, denn Emma und Justin spielen nie irgendwem irgendwas vor, sondern bleiben sich stets selbst treu und lassen es fast auf sich zukommen. Dadurch ist es eher eine ganz normale Romanze, bei der die beiden sich immer näher kommen und vor allem besser kennenlernen, sodass die Gefühle schnell und heftig entstehen. Einfach, weil sie sich so gut verstehen. Ich habs geliebt, Justins Fragebögen zu lesen und Emmas Reaktionen darauf, ihre entstehenden Gefühle nachzuverfolgen, die schneller stärker werden, als beide geplant haben und zu Lachen, wenn dann doch alles in Irrsinn endet.

Denn Emma wohnt auf einem Haus auf einer einsamen Insel und muss jeden Tag mit dem Boot rüberfahren und ihre Mutter kommt auf einmal mit einer Privatjacht vorbeigefahren und lässt Emmas Emotionen total durcheinander geraten. So ist Emma wohl diejenige, die am stärksten mit sich selbst struggelt und ihren Weg finden muss, mit allem klarzukommen.
Teilweise wird Emma in dieser nachfolgenden Phase geradezu unsympathisch. Sie scheint engstirnig und nicht zu bekennen, aber anderseits konnte ich auch immer irgendwie verstehen, weshalb Emma so ist, wie sie ist und weshalb es ihr schwer fällt, alte Gewohnheiten hinter sich zu lassen.
Das alles bringt natürlich viel Tiefe in die Geschichte, die eine schöne Balance zu dem sonstigen Humor und der Leichtigkeit der Spontanität erzeugt.

Hinzu kommt, dass auch Justin mit Emma über tiefere Themen sprechen kann. Beide Figuren wurden für mich so zu sehr fassbaren Charakteren, die ich am Ende des Buches wirklich zu kennen glaube.

Fazit:
Für mich eine sehr gelungene Sommerlektüre, die sowohl Tiefe als auch Humor und Leichtigkeit mit sich bringt. Ich bin super schnell in der Geschichte versunken, konnte mitfühlen und lachen und fühlte mich einfach total gut unterhalten. Der Schreibstil ist flüssig und die Story hat keinerlei Längen, sodass es wirklich einfach war, es einfach fix durchzulesen. Perfekt für ein paar Stunden am Pool oder im Garten bei Sonnenschein und einem Eiskaffee. Abby Jiminez hat hier einfach wieder geliefert und ich kann sie nur jedem empfehlen!

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Zu flach

A Wild Cowboy's Heart
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Die ersten Seiten des Buches waren ein wenig, als wäre man in eine bereits laufende Geschichte eingestiegen. Und dann ist auch schon wieder alles ganz anders. Und dann ist es zwei Jahre später. Vielleicht ...

Die ersten Seiten des Buches waren ein wenig, als wäre man in eine bereits laufende Geschichte eingestiegen. Und dann ist auch schon wieder alles ganz anders. Und dann ist es zwei Jahre später. Vielleicht erahnt ihr es schon: der Einstieg war mir etwas zu holprig bzw. zu wenig einleitend. Erst dann bekommt man die Chance, Maisie richtig kennenzulernen.

Maisie ist die jüngste der drei Schwestern und der Freigeist unter ihnen. Zudem hat sie ihre beste Freundin verloren, weshalb sie ein bisschen verloren wirkt. Im Grundprinzip ist es das aber auch schon. Ich fand ihre Charaktergestaltung ziemlich flach gehalten, denn Maisie hat krasse Versagensängste, die sich durch das komplette Buch ziehen, obwohl sie oftmals alles andere als logisch wirken und die Handlung auch nicht voranbringen. Ich hätte mir bei ihr einfach gewünscht, dass sie mehr für das kämpft, was sie sich erträumt und nicht einfach so durch den Handlungsverlauf dümpelt. Vor allem, weil ihr bereits in den ersten Kapiteln die Lösung für ihre Unzufriedenheit mit ihrem Leben vor die Füße gelegt wird. Das zieht sich ein bisschen durch die Handlung, dass Maisie nicht so recht den Mut aufbringt, einfach zu tun, was sie sich wünscht. Und auch am Ende des Buches wurde es nur kurz behandelt und nicht richtig als Entwicklung aufgenommen. So blieb sie für mich recht eindimensional und hat definitiv nicht all ihr Potential ausgeschöpft.

Ebenfalls schade fand ich, dass man schon gleich zu Anfang als Leser:in alles präsentiert bekam, was es brauchte, um die Geschichte aufzulösen. So passierte bis zum Ende eigentlich nichts wesentlich Interessantes. Stattdessen war es ein in die Länge ziehen dort, wo eigentlich die ganze Basis fehlte, um die wichtigen Entwicklungen emotional und komplex für uns Leser:innen begreifbar zu machen.

Wer da am ehesten noch ein bisschen Tiefe zeigte, war Hayes, der zumindest alles, was ihm so passierte, mit uns Leser:innen teilte und bei dem man die Entwicklung konkret mitbekam. Auch wenn ich letztlich nicht verstanden habe, wie seine ganze Motivation nur aus Maisie hervorging und eigentlich nicht von ihm selbst kam. Meiner Meinung nach muss sowas schon intrinsisch sein, damit es langfristig glücklich macht und nicht für jemand anderes.

Was ich einfach sehr schade an der Geschichte fand, war, dass die Beziehung zwischen Maisie und Hayes nur im „Danach“ besprochen wurde. Es gibt den Tod der Freundin, die gleichzeitig Hayes‘ Ehefrau war, und dann einen Zeitsprung von zwei Jahren zu dem Zeitpunkt, an dem die beiden schon enge Freunde sind und schon mehr füreinander empfinden. Es wird dann zwar darüber geredet, dass sie sich in dieser Zeit sehr nahe gekommen sind und sich eine Stütze waren, aber ich hätte diesen Prozess doch zu gerne selbst miterlebt. Miterlebt, wie Hayes zurück ins Leben gefunden hat, wie Maisie ihre Stärke aus ihm gezogen hat und wie dann langsam die ersten Gefühle entflammt sind. Und nicht erst das Ende, das eigentlich nur darin bestand, dass sie ihrer Anziehung nachgegeben (übrigens auch sehr schnell) haben und dann nur noch ein ganz klein wenig darüber nachdenken, ob die Freundin/Frau das so gewollt hätte. Das blieb mir einfach alles zu flach. Ich konnte zwar mitschwärmen, die Emotionen aber nicht richtig mitempfinden. Sie waren einfach nicht stark genug.

In diese zwei Jahre fiel zudem die Annäherung Maisies an ihre Schwestern, mit denen sie vorher gar nicht soo dicke war. Jetzt im Ist-Zustand konnte ich da gar keine emotionale Bindung spüren, weil die drei ein Geschäft zusammen haben, die älteste auch noch Maisies Chefin ist und ich eben nicht mitbekommen habe, wie die drei sie angenähert haben. Und durch was. So blieben alle Nebencharaktere bloße Hüllen, die ihren Zweck erfüllten. Beckett und Amalie, Clara und Sullivan wurden ebenso leer in ihrem Charakter als Paare angedeutet, für die hier nur eine simple Beschreibung bestehend aus aneinandergereihten Klischees Platz hatte.

Für mich persönlich war dann noch enttäuschend, dass Hayes 1. meilenweit entfernt davon war, ein Cowboy zu sein (aber gut, Erwartungshaltung sollte auch einfach immer nicht zu groß sein, dann ist man hinterher glücklicher. Allerdings hatte der Titel ja was anderes angedeutet.) und 2. gefiel es mir überhaupt nicht, wie seine Arbeit mit den Pferden beschrieben wurde. Denn diese klang sehr unreflektiert und ahnungslos. Es schien mir nicht, als hätte die Autorin sich wirklich mit Horsemanship oder ähnlichen Themen auseinandergesetzt bzw. diese richtig recherchiert. Sowas mag ich immer gar nicht, weil es echt ein falsches Bild erzeugt.

Einzig am Schreibstil kann ich überhaupt nichts aussetzen. Er war flüssig und flott lesbar und hat dann, wenn sich Zeit genommen wurde, etwas etwas ausführlicher zu erzählen, auch entsprechende Inhalte transportieren können. Der Handlungsverlauf allgemein jedoch war knapp gesagt zu sehr verkürzt. Erst hinterher habe ich gesehen, dass das Buch nur 253 Seiten hat, was man hier deutlich merkte. Schade, wenn einfach noch ein wenig mehr Zeit zum Erzählen geblieben wäre, hätte das Buch glaube ich richtig gut werden können. Denn die Idee ist echt süß.

Fazit:
Die Grundidee des Buches ist charmant, aber die Umsetzung bleibt deutlich hinter ihrem Potential zurück. Besonders Maisie als Hauptfigur bleibt zu blass und entwickelt sich kaum, während wichtige emotionale Prozesse nur angedeutet, aber nicht erlebbar gemacht werden. Beziehungen, die eigentlich berühren sollten, verpuffen, weil der Weg dorthin fehlt – sowohl in der Freundschaft, als auch in der Liebe. Auch thematisch verschenkt das Buch viel, vor allem in Bezug auf Trauer, Selbstfindung und die Arbeit mit Pferden. Positiv hervorzuheben ist der angenehm flüssige Schreibstil, der das Lesen leicht macht. Insgesamt hätte der Geschichte mehr Tiefe, mehr Seiten und mehr Mut zur Entwicklung gutgetan meiner Meinung nach. Schade.

2 von 5 Sterne von mir.

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