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Veröffentlicht am 05.10.2025

Auftakt, der Lust auf Band 2 macht

The Witch Collector
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3

ich habe eine neue Obsession: und das sind diese schlichten, dunkel gehaltenen Cover mit den Protagonist:innen als gezeichnete Figuren vorne drauf. Glaube, könnte mir ein ganzes Bücherregal damit vorstellenXD Was meint ihr?

Nächste Obsession: vielleicht Hexen? Also sowohl bei Hexen als auch bei Vampiren muss ich immer als erstes an TVD denken. Ihr auch? Vor einigen Jahren habe ich so viele Vampirbücher gelesen, dann waren sie voll out (und ehrlich: wir brauchten alle eine Pause) und jetzt kommen sie zurück. Und dann sind da die Hexen. Davon habe ich ehrlich gesagt noch gar nicht so viele Bücher gelesen. Aber vielleicht nehme ich sie jetzt gleich einfach mit dazu? „The Witch Colletor“ schien schonmal ein guter Anfang:)

Zur Info: Dies ist der erste Band einer Reihe von drei? Teilen. Keine Gewähr also, dass ihr danach nicht auch den zweiten Band lesen wollt:)

Zum Schreibstil:
Ehrlich gesagt habe ich etwas gebraucht, um in den Schreibstil hineinzufinden. Am Anfang sind es natürlich immer ein paar viele Orte und Namen, aber mir fiel es auch anfangs schwer, mich in Raina einzufühlen. Es wird hauptsächlich aus ihrer Perspektive erzählt und sie wirkt zunächst ein wenig eindimensional, weil sie sich nur auf ihren Zorn konzentriert, der mehr oder minder begründet ist. Das zieht sich ein bisschen durch die Handlung, dass da Zorn oder eben das Gegenteil ist und man nicht genau weiß, woher es eigentlich kommt. Zudem fand ich die Idee, dass Raina stumm ist, sehr spannend, allerdings wurde es im Buch oft etwas vergessen. Dann stand auf einmal doch dort, dass sie etwas sagt und die Worte sind nicht in kursiv gesetzt. Zudem war der Schreibstil einfach etwas unnahbar. Es fühlte sich für mich eher danach als, als würde ich der Geschichte zusehen, sie nicht richtig erleben.

Zur Geschichte allgemein:
Am Anfang einer solchen Reihe muss man natürlich erstmal die Welt und die ihr zugrundeliegenden Regeln und Grenzen kennenlernen. Diese Story schmeißt einen gleich mitten hinein in das Geschehen. Es geht sofort um den Witch Collector und auch die ersten Geheimnisse werden sofort angeteasert. Das hat mich schnell sehr neugierig gemacht. Ich wollte nicht nur Raina irgendwie verstehen, sondern vor allem die Welt erkunden und den vermeintlich „bösen“ Witch Collector kennen lernen. Es passiert dann ziemlich schnell ziemlich viel und die Ereignisse überschlagen sich geradezu. Danach folgt dann die Reise, auf der Alexus, aka der Witch Collector, und Raina zusammen unterwegs sind. Ein ziemlich klassischer Roman also, würde ich sagen.

Was ich spannend fand: wie die Magik, wie man sie hier nennt, in dieser Welt funktioniert (durch Singen und verweben von magischen Fäden, die allem innewohnen), wer der Witch Collector wirklich ist und was alles noch so in Raina steckt. Das hat mich durch die Geschichte gezogen, denn ich war wirklich gespannt darauf, die ganzen Geheimnisse aufzudecken. Was ich allerdings erstmal bekam, war eine lange Durststrecke. Zwar baut sich da eine Beziehung zwischen Raina und Alexus auf, aber es passiert einfach lange Zeit nichts und dann überschlagen sich die Ereignisse plötzlich geradezu. Die Geschichte verfährt tatsächlich oft so. Und vielleicht ist das etwas, was viele Leser:innen abschrecken könnte, denn man merkt doch sehr deutlich, dass die Story auf einen nächsten Band hinauswill. Sie lässt sich geradezu Zeit, um noch etwas für das nächste Buch übrig zu lassen. Allerdings fand ich, dass sie das eigentlich gar nicht nötig hatte. Die Geschichte entwickelt nämlich wie nebenbei immer wieder neue Erzählstränge und damit Rätsel, die ich zu gerne lesen wollte und immer noch möchte. Denn natürlich ist auch noch am Ende einiges offen. So gibt es einen dunklen Prinzen, eine Herkunftsgeschichte von vor dreihundert Jahren, alte Götter, den Witch Collector selbst, der geheimnisvolle Kräfte hat und natürlich Raina, die alles andere als normal ist. All das verbindet sich zu einer Story, die in diesem Band wirklich nur ein Teaser ist.

Stattdessen wird die Geschichte ein bisschen mit der Annäherung zwischen Alexus und Raina gefüllt. Wer eine Lovestory sucht, wird hier also vielleicht fündig. Ich fand’s ganz süß, vor allem, weil Alexus trotz seiner Vergangenheit ein wahrer Gentleman und wirklich toller Kerl ist. Er kümmert sich um Raina, bestärkt sie in ihren Fähigkeiten, nimmt ihr ihre Ängste und tut alles, um sie glücklich zu machen. Quasi ein Traumtyp wie aus dem Katalog. Und dennoch hat er durch seine Vergangenheit und seine Motive auch eine Seite, die nicht so vorhersehbar ist, weshalb er für mich durchweg spannend blieb. Raina nimmt dies gerne an, denkt aber gleichzeitig manchmal ziemlich klein. Sie hat ihren Platz in dieser Welt noch nicht gefunden und das merkt man. Ich mochte sie, weil sie sich so viel selbst beigebracht hat und einen guten Blick dafür hat, was gerade wichtig ist und dabei über ihren eigenen Schatten springt. Gleichzeitig benimmt sie sich manchmal aber auch etwas kindisch, denn statt zu reden, zieht sie erstmal falsche Schlüsse. Was das mit ihrem Ex-Lover zum Beispiel noch wird, kann ich gar nicht einschätzen…

Etwas enttäuschend fand ich, dass das Geheimnis des Witch Collectors nicht noch größer war. Irgendwas, was auch auf die Gegenwart Einfluss genommen hätte, sodass Raina da mehr in den Zwiespalt gekommen wäre. Aber nun, daran kann man nichts mehr ändern und die Story ist ja letztlich auch nicht meine;) Was ich mir aber noch wünschen würde für den nächsten Band wäre, dass seine Beziehung zum Frost King noch etwas ausführlicher erzählt werden würde, um da noch mehr Tiefe und Emotionen heraufzubeschwören. Ebenso zwischen dem Frost King und Nephele und Raina und Nephele. Gerade letztere blieb ziemlich blass dafür, dass Raina eigentlich die ganze Zeit sie an erste Stelle ihrer Mission setzt.

Ganz ganz spannend finde ich alles um den Prinzen des Ostens. Welche Magie hat er genutzt? Woher weiß er davon? Und wie stark ist er wirklich? Deshalb möchte ich den zweiten Band unbedingt noch lesen, denn auch wenn meine Rezension bis hierhin sicher etwas wirr wirkte (was das Buch ziemlich gut widerspiegelt), hat die Geschichte für mich doch sehr viel Potential. Ich denke, da kann noch einiges kommen und ich würde auch nur zu gerne mehr über Raina und ihre Fähigkeiten erfahren und noch ein bisschen tiefer in die Liebesgeschichte hineindriften. Deshalb sehe ich diesen Band einfach als Teaser auf das, was noch kommt und freue mich darauf:)

Fazit:
Die Geschichte hat definitiv Stärken wie auch Schwächen, deshalb gibt es solide drei Sterne von mir. Es sind super spannende Erzählstränge kombiniert, die Protagonist:innen sind interessant und es gibt einiges, was man während der Erzählung miträtseln kann. Ich mochte die Welt und das Magiesystem und auch Alexus und Raina als Paar sorgten sowohl für soften Spice als auch für schöne, tiefere Momente. Mir passierte an vielen Stellen allerdings zu wenig, einiges wurde zu schnell oder zu einfach aufgelöst und die Ereignisse überschlugen sich schnell, anstatt einen gleichmäßigen Spannungsbogen zu erzeugen. Dazu fehlte mir Tiefe bzw. Emotionen hinsichtlich der Nebenfiguren. Ich glaube, da kann aber noch einiges kommen, deshalb freue ich mich auf Band 2:)

Von mir gibt es 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

An einem Tag durchgelesen

Say You'll Remember Me
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3

heute Morgen war plötzlich schon wieder Sonntag und ausnahmsweise hatte ich außer backen gar nichts auf dem Zettel. Perfekt also, um ein Eintagesbuch anzufangen. Die Kriterien: es musste leicht zu lesen und damit spannend sein, sollte eine gute Grundstimmung haben, damit es meinen Sonntag so richtig schön happy macht und natürlich durfte es nicht ganz so lang sein, sonst wären die Hundespaziergänge vielleicht nicht mehr drin gewesen. Die Qual der Wahl fiel auf „Say You’ll Remember Me“ von Abby Jiminez, die mich schon mehr als einmal mit ihren Büchern überzeugt hat.

Zur Info: Dies ist der vierte Band einer Reihe mit unabhängigen Geschichten. Es ist aber zu schön, die Easter Eggs zu entdecken:)

Schreibstil:

Ich liebe einfach den Schreibstil der Autorin! Nicht nur, dass er flüssig und locker ist und mich jedes Mal sofort mitreißt, er ist auch voller Easter Eggs zu ihren anderen Büchern und vor allem, voller Humor! Auch hier musste ich mehr als einmal laut auflachen – etwas, was gar nicht so oft bei Romance-Büchern passiert. Und bei Abby Jiminez ist es quasi Standardprogramm. Ehrlich: ich liebe es, wie authentisch sie ihre Figuren rüberbringt, eine einzigartig gute Stimmung transportiert und dann zusätzlich noch gar nicht soo einfache Themen einbindet. Die Liebe ist hier auf jeder Seite spürbar, ganz egal, wie klein die Flamme zwischen den Protas am Anfang noch brennt.

Zur Geschichte allgemein:

Ich mag es total, wenn eine Geschichte sich ihren Tropes entzieht – und so ist es auch hier. Xavier ist normalerweise ein typischer Grumpy. Jemand, den man erst knacken muss, um sein wahres Inneres freizulegen. Samantha dazu passend die Sunshine, die immer einen schlauen Witz auf den Lippen hat, besonders für den Senf, für dessen Hersteller sie arbeitet;) Die beiden werfen das Trope Grumpy x Sunshine aber ganz schnell um, denn Xavier braucht, sagen wir mal, 5 Sekunden (ich glaube, eigentlich sind es weniger), um sich in Sam zu vergucken. Und bei Sam ist es genauso. Grumpy hin oder her, zusammen sind sie einfach nur Xavier und Sam und nehmen sich genauso wie sie sind. Es wird also nicht auf dem Trope rumgehackt, sondern die beiden bekommen ihre eigene Geschichte, in der Xavier schnell auch für uns Leser:innen greifbar wird.

Das Besondere an dieser Story: die Realität macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Denn statt, dass alles perfekt ist und die Liebesgeschichte jetzt so richtig beginnen kann, zieht Sam weg. Und nicht aus irgendeinem nichtigen Grund, sondern weil ihre Mutter an Demenz erkrankt ist und sie bei ihr sein möchte. Heilungschance gleich null. Das bedeutet: Sam wird nicht zurückziehen.

Es beginnt eine Geschichte, die im Rahmen einer Fernbeziehung erzählt wird. Und erstaunlicherweise hat mich das gar nicht so abgeschreckt, wie sie es bei mir normalerweise tun würde. Denn eigentlich glaube ich nicht wirklich an Fernbeziehungen. Schon gar nicht über lange Zeiträume hinweg. Allerdings beweisen einige Stories ja immer mal wieder, dass es doch funktioniert und bei Xavier und Sam ist das Kind sowieso in den Brunnen gefallen.

Die einzigartige Verbindung, die die beiden zueinander haben, wird gleich beim ersten Treffen spürbar. So ist es auch nicht verwunderlich, dass diese Verbindung immer stärker wird und für uns Leser:innen den Grund zum Weiterlesen liefert. Es ist einfach nur schön, zu lesen, wie die beiden sich zusammen an den kleinen Dingen und vor allem den kurzen Momenten zusammen erfreuen. Wie sie die Stärken des anderen hervorheben, sich gegenseitig stützen und dabei unheimlich viel Spaß miteinander haben. Ich schwebte auf Wolke 7 und dabei war es mir ganz egal, dass einige Szenen etwas kitschig waren oder dass die beiden doch in recht kurzer Zeit ziemlich viel miteinander durchstehen müssen. Normalerweise hätte man vielleicht mehr bedenken gehabt, sich mehr zurückgehalten. Aber die Frage am Ende ist ja: macht man das, weil die Gefühle zu schwach sind oder weil der Mut fehlt? Diesen beiden fehlt der Mut auf jeden Fall nicht:)

Neben der Lovestory füllt Abby Jiminez die Story aber noch mit einigen anderen Themen. Eines davon ist das Thema Demenz. Es geht um Pflege und Koordination einer Familie in einem Ausnahmezustand, der sich nicht so bald ändern wird. Es geht um Hindernisse und Schwierigkeiten, um Ängste und Selbstaufgabe, um die Frage, woraus ein Leben bestehen sollte. Wie weit Liebe reicht und was sie mit sich bringt. Liebe ich einen Menschen plötzlich nicht mehr, weil er mich vergisst? Liebe ich ihn weniger, weil ich mich nach Nähe sehne? Ist er ein anderer Mensch, weil plötzlich alles vergessen scheint, was ihn ausmacht? Vor solchen Fragen steht Samantha zusammen mit ihrer Familie und es ist wirklich toll beschrieben, wie sie sich in diesem Felde entwickelt, ebenso wie die Mitglieder ihrer Familie. Und dann ist da natürlich noch Xavier, der sie unterstützt und zeigt, dass ein Leben mit ihm zusammen genau das wäre, was sie sich wünschen würde.

Xavier hat aber auch seine Gründe, weshalb er nicht einfach umzieht. Natürlich. Bei ihm ist es ganz offen gesagt das Geld. Ich fand es hier tatsächlich ganz gut gemacht, dass die Kosten, die so eine Fernbeziehung mit sich bringt, immer offengelegt wurden. So wirkte es nicht ganz so nach tagträumen, dass die beiden sich nicht aufgeben, sondern nach der Realität, die eben ihre Schwierigkeiten mit sich bringt. Xavier hat gerade eine Praxis eröffnet und kann die nicht einfach so aufgeben und dann ist da noch seine Vergangenheit, die ihn ungewollt ziemlich beeinflusst. Letzteres hätte für meinen Geschmack noch etwas mehr aufgearbeitet werden können, weil Xavier tatsächlich über große Teile des Buches nur wie eine Art Stütze für Samantha wirkt, denn hauptsächlich geht es um ihr Leben bzw. ihre familiäre Situation. Aber ich fand es gut, dass er tiefgreifende Gründe bekommen hat und das es bis zum Ende nicht ganz klar war, wie die beiden ihre Situation lösen würden.

Schön fand ich natürlich, dass man einiges aus den anderen Büchern wiedererkannte. Hier waren es tatsächlich hauptsächlich die Tiere, die Xavier an jeder Ecke zuzufliegen scheinen, aber auch Samanthas Mutter kannte man schon aus einem der Bücher. So fühlt man sich in dem Kosmos gleich wie Zuhause, ohne, dass die Stories so ganz eng miteinander verbunden sein müssen. Ich bin also gespannt, über wen wir als nächstes lesen werden. Denn einfach die Freunde oder Geschwister von Protagonist:innen sind es meist nicht. Obwohl ich Tristan schon ziemlich cool als Hauptprotagonisten finden würde:)

Fazit:
Mich hat dieses Buch wunderbar unterhalten. Ich konnte schwärmen und lachen und war trotzdem berührt von den tiefgründigeren Themen der Geschichte. Das Thema Fernbeziehung wird hier sehr gut ausgeführt, während das Trope Grumpy x Sunshine, sich schnell auflöst. Stattdessen gibt es andere Klischees und auch viel Drama, aber irgendwie liebe ich das auch an Abby Jiminez‘ Büchern: eine Welt, die einen komplett mitreißt und jede Seite zu etwas Aufregendem macht. Der Schreibstil war wieder genial. Ich liebe es, beim Lesen zu lachen und wer sich einmal mit dem Thema Demenz beschäftigt hat, wird hier auch schön und authentisch weiter daran geführt. Einzig Xavier hätte in meinen Augen noch etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen können. Aber letztlich spürt man hier vor allem eins: Liebe.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Ein seeeeehr langes Buch

Katabasis
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3,
lang ersehnt und jetzt endlich gelesen. Zugegeben: das lag aber wohl eher an unserem Buchclub. Nachdem wir „Yellowface“ von der Autorin gelesen haben, wollten wir unbedingt auch „Katabasis“ lesen. Angezogen von dem so ganz anderen Genre und der speziellen Thematik. Was dabei rausgekommen ist, lest ihr jetzt:

Schreibstil:
Rebecca F. Kuang schreibt ein wenig wie eine Akademikern, die Prosa verfasst. Vermutlich, weil genau das der Fall ist. Ich muss immer noch schmunzeln, wenn ich an mein Studium und das Feedback der Dozent:innen denke, die zu mir genau das Gegenteil gesagt haben. Hier jedenfalls ist es so, dass der Text voller Fachwörter und belegender Beispiele ist. Dadurch kommt man in einen Leseflow, der einen ziemlich fordert und teilweise auch etwas ermüdend sein kann. Ich fand es ganz spannend so zu lesen, zumal ich eben auch viel akademische Literatur an der Uni gelesen habe. Ich kann mir aber vorstellen, dass es nicht für alle etwas ist. Zumal die Belege die Story auch ziemlich in die Länge ziehen und man vielleicht nicht allem folgen kann, weil man selbst noch nie von den vielen Namen, Wissenschaftler:innen und Theorien gehört hat. Das war selbst bei mir so und ich war eigentlich froh, dass mein Gehirn endlich mal wieder gefordert wurde:) Ganz ganz ganz vielleicht fühlte es sich an solchen Stellen so an, als wolle die Autorin unbedingt diese ganzen Infos in das Buch einbringen, um zu zeigen, was sie kann, wie viel sie recherchiert hat und wie alles irgendwie zusammenkommt – für mich persönlich hätte sie da aber einfach ein paar Seiten zugunsten der Storyline und des Spannungsbogens streichen können.

Zur Geschichte allgemein:
Der Einstieg ins Buch erfolgt sehr flott – es gibt praktisch keine Einleitung, stattdessen geht’s direkt rein in die Hölle und los mit der Handlung. Welche Motive hinter den Handlungen stecken, wie die Beziehungen zwischen den Protagonist:innen sind, das ist alles erstmal nur angedeutet und sorgte bei gleich dafür, zahlreiche Vermutungen anzustellen.

Vorrangig wird aus der Perspektive von Alice erzählt, die zugegebenermaßen nicht ganz sympathisch wirkt. Sie hat nichts, womit man sich selbst identifizieren kann. Stattdessen ist sie versessen auf ihre Forschung und darauf, die Beste in ihrem Fachbereich zu sein. Sie hat keine freundschaftlichen Beziehungen zu anderen, keine Hobbys – es gibt nur sie und die Magie, die hier im Buch aber wohl eher eine Wissenschaft ist. Der Einzige, den sie etwas näher zu kennen und der sie zu interessieren scheint, ist Peter. Den mag sie aber zu Anfang des Buches so gar nicht mehr. Wieso erfährt man erst später.
Im Handlungsverlauf ist Alice vor allem deshalb schwer, weil sie sich sehr treu bleibt. Sie bleibt engstirnig und lässt sich keine neuen Perspektiven zeigen, stattdessen verteidigt sie ihren Doktorvater und baut ihre ganze Welt um ihn herum auf. Das war einige Passagen lang sehr schwer nachzuvollziehen, weil die anderen Figuren im Buch es auch nicht konnten und man immer mehr über Alice erfährt, was eigentlich für eine Lossprechung sprechen würde. Dazu kommt, dass Alice alles andere als feministisch eingestellt ist. Bei einigen Aussagen ihrerseits musste ich schwer schlucken, allerdings muss man diese auch einzuordnen wissen. Das Buch spielt nämlich in den 80er Jahren wie ich vermute und Frauen an Universitäten und überhaupt in Positionen, die prestigeträchtig sind, müssen sich gerade erst einmal etablieren. Und hart dafür kämpfen. An Alice merkt man sehr gut, wie kämpfen in ihrem Umfeld aussieht und so kann man einiges dann auch besser verstehen, wenn man weiß, wie hart sie es dort wirklich hat. Das war etwas, was ich wirklich gut gemacht fand von der Autorin: diese tiefe Verwurzelung in Alice, möglichst mannesgleich zu sein, um mithalten zu dürfen und dann zu versuchen, noch weiter zu kommen. Historisch gesehen also mehr als nachvollziehbar.

Peter zeigt genau die Gegenseite: er ist ein Mann, dazu noch sehr intelligent, alles scheint ihm nur so in den Schoß zu fallen. Seine Eltern fördern ihn, seine Dozent:innen sowieso und besonders viel Mühe muss er sich für die meisten Sachen nicht geben. So könnte man denken, er sei eingebildet und würde Alice ähnlich behandeln wie die anderen Männer in diesem Buch. Tatsächlich aber, geht es ihm wirklich nur um die Leistung bzw. die Denkanstöße und Theorien. Er schätzt Alice für ihre andere Art zu denken und gibt damit ganz unwissentlich zu, dass andere Perspektiven eben genau die Denkanstöße geben, die es braucht, um voran zu kommen. Gerade in der Forschung.
Peter ist somit sehr viel sympathischer. Er wirkt nicht so erfolgsversessen, sondern eher verliebt in das, was er tut. UND er gesteht und Leser:innen und Alice auch seine verletzliche Seite. Die Seite, die er den meisten Menschen vorenthält und die ihn umso vielschichtiger macht.

Ich fand ihn somit als Partner für Alice absolut passend. Die beiden sind immer wieder aneinander geraten, haben sich aber auch gegenseitig unterstützt und ergaben zusammen ein Team, das unbesiegbar schien. Nur brauchten sie ein wenig, um das zu verstehen. Am Anfang ist es nämlich so, dass Ungesagtes zwischen ihnen steht, dann werden sie zu ehrlich und dann… kommt der Handlungsverlauf mit etwas völlig Unerwartetem daher. Ich kann dazu nur sagen: wer hier neben allem anderen eine Lovestory zum Schwärmen erwartet, der wird enttäuscht sein. Hier geht es mehr um die ungesagten Worte und die gemeinsame Liebe zur Magie, die die beiden einfach so sehr zusammenschweißt, dass sie den größeren Platz einnimmt. Mehr darf ich leider nicht sagen, sonst spoilere ich.

Die Story an sich spielt komplett in der Hölle. Es ist quasi ein Reiseroman, denn das Ziel wird gleich zu Anfang abgesteckt, der Weg dorthin nimmt aber die komplette Handlung der sechshundert Seiten ein. Auf der Suche nach Professor Grimes müssen die beiden durch acht Höfe der Sünden. Einer schwieriger als der andere zu bewältigen. Was anfangs noch sehr detailliert beginnt, wird zum Ende hin immer gröber beschrieben. Stattdessen werden die Einschübe aus der Vergangenheit und Erklärungen zu Theorien und wissenschaftlichen Erkenntnissen, die Alice kennt und nutzt immer mehr. Denn noch etwas muss man zu diesem Buch wissen: Magie ist hier nicht als das zu verstehen, wie es Merlin oder Bonnie aus Vampire Dairies praktizieren. Stattdessen geht es um Logik und Paradoxa. Quasi um das Austricksen der gegebenen Welt. Und das erklärt Alice gerne mit Beispielen und Belegen. Die ersten Male habe ich diese noch sehr gewissenhaft gelesen und mich bemüht, alles zu verstehen. Nach und nach merkt man aber einfach, dass diese Erklärungen nicht wirklich handlungstragend sind, weshalb ich dazu geneigt war, sie einfach zu überfliegen. Denn sie machen einen großen Teil der Erzählung aus. Und genau das ist glaube ich mein größter Kritikpunkt an diesem Buch: zu viel sehr wissenschaftlich formuliertes Fachwissen zur unter anderem der Höllenmythologie, das bestimmt nicht jeder Leser oder jede Leserin beim ersten Lesen versteht. Weil man mit den Namen nichts anfangen, die Verweise teilweise nicht nachvollziehen und die Notwendigkeit für die Geschichte nicht erkennen kann. Da hätte ich mir einfach gewünscht, dass die acht Höfe mehr als Challenge aufgebaut worden wären oder es (da es ja eigentlich kein Buch ist, dass solche Spannung aufbauen soll) zumindest eine andere direkte Anwendung dieser Theorien und Magiebeispiele gegeben hätte.
Gut war aber auf jeden Fall, dass die Beschreibungen der Hölle trotz dieser vielen „Insiderinfos“ so offen blieb, dass man zwar Orientierung hatte, sich vieles aber noch selbst hinzudenken konnte. Das fand ich gerade deshalb so gut, weil die Hölle eben genau das ist: kein festgelegt beschriebener Ort. Und genau das zeigt auch diese Story, weil sie die Hölle so sehr auf Alice und Peter zuschneidet, dass sie persönlich hier so gefordert werden. Bei mir zum Beispiel würde die Hölle wohl mit anderen Herausforderungen daherkommen.

Ansonsten arbeitet die Autorin in diesem Buch mit einem wilden Mix aus Figuren, die alle eine bestimmte Funktion haben und Peter und Alice, genau wie die Gegebenheiten der Hölle an sich, dazu zwingen, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Man könnte die Story als auch anders beschreiben meiner Meinung nach: nicht als Reise durch die Hölle, sondern als Reise zu sich selbst. Und im Prinzip ist das auch das, was die Autorin durch die anderen Figuren und die Höfe an sich sowie durch die von ihr ausgewählte Darstellung von Himmel und Hölle vermittelt: es geht darum, ehrlich zu sich selbst zu sein. Und genau darauf baut dann auch das Ende auf. Was ist wichtig? Was will ich vom Leben? Welche Opfer bin ich bereit, zu geben? Was macht mich glücklich? Das Ende fand ich so nochmal wieder ganz gut. Ich konnte bis zuletzt nicht erahnen, wie es zu enden würde und war so auf den letzten Seiten endlich mal wieder gespannt darauf, was kommen würde.

Fazit:
Katabasis ist ein Buch, das Personen, die sich mit Theoriewissen zur Höllenmythologie, Philosophie und Logik, wahrscheinlich sehr erquicken wird. Für uns andere ist es aber teilweise einfach echt schwierig, alles nachzuvollziehen. Das ist einfach ein wenig zu viel Fachwissen Teil der Erzählung geworden. Besonders im Mittelteil war das Buch ziemlich zäh und ich hätte mir oft gewünscht, es wäre kürzer. Alice und Peter sind interessante Charaktere, die einem aber auch einiges abverlangen. Gerade Alice, die ich nicht so recht sympathisch finden konnte. Das Ende hat nochmal einiges wieder gut gemacht, aber am Ende bleibt die Frage: Wäre es vielleicht besser gewesen, die ganze Story ein wenig leser:innenfreundlich zu gestalten?

2,5 von 5 Sterne gibt es von mir.

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Healing Romance at it's best!

Gentle Heart
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3
wow, irgendwie konnte ich es gar nicht fassen, als ich mitbekommen habe, dass Mona Kasten echt noch einen weiteren Band zu Scarlet Luck geschrieben hat. Rosie und Adam haben mich damals zerrissen. Ich fand es mega gut und natürlich war ich neugierig auf jeden einzelnen anderen der Bandmitglieder. Also alle bereit für Logan?

Zur Info: Dies ist der dritte Band der „Scarlet-Luck“-Reihe. Dieser Band ist in sich abgeschlossen, sodass ihr ihn auch unabhängig von den anderen lesen könnt. Wenn ihr euch für Band 1 und 2 aber nicht spoilern wollt (nicht nur, was das Paar betrifft), dann würde ich euch empfehlen, die Bücher der Reihe nach zu lesen.

Schreibstil:
Mona Kastens Liebesromane lese ich unheimlich gerne. Sie schafft es immer wieder, und so auch hier, ihren Figuren eine ganz besondere Tiefe in den Emotionen zu verleihen. Es fühlt sich fast ein bisschen an, als könnte man wirklich in ihre Köpfe gucken, denn hier sprechen Blicke wahrhaftig mehr als tausend Worte und oft braucht es dadurch gar keine heißen Diskussionen oder Floskeln und Phrasen. Ich schätze, dass macht den Schreibstil fast ein bisschen roh, aber dadurch wird man auch einfach noch mehr hineingezogen. Mir hat’s super gefallen!

Zur Geschichte allgemein:
Irgendwie wusste ich anfangs gar nicht so wirklich, was ich nun erwarten sollte, denn Ashley und Logan sind schon ein auf den ersten Blick sehr untypisches Duo.
Logan ist zwar in der Band und dadurch viel im Rampenlicht, am liebsten bleibt er aber für sich und spielt Switch oder ähnliches. Hauptsache, er muss nicht mit Leuten reden und kann in seiner eigenen Welt versinken. Ein typischer Nerd würde man jetzt denken, aber tatsächlich stellt sich schnell heraus, dass er weitaus vielschichtiger ist. Denn Logan ist überaus direkt. Er spricht sofort aus, was er denkt und geniert sich nicht, die Wahrheit zu sagen. Das hat ihn mir sofort sehr sympathisch gemacht, denn ich selbst bin genauso. Es war aber eben auch ein überraschendes Moment im Hinblick auf seine öffentliche Erscheinung.
Ashley dagegen wirkt erstmal sehr outgoing, schnell stellt sich aber heraus, dass sie mit vielen Unsicherheiten und auch Ängsten kämpft, die keineswegs unbegründet sind. Und dann lernen sich die beiden auch schon kennen und ich war sofort in die beiden als Paar verliebt. Denn auf einmal tauschen sie die Rollen. Logan ist der offene und Ashley die schüchterne und miteinander finden sie schnell zu einer Symbiose, die aus beiden das Beste herausholt und sie miteinander einfach sie selbst sein lassen. Das fand ich mega schön und auch super schön erzählt, weil es nur in den Nuancen, den Blicken, einzelnen gut gewählten Sätzen und Handlungen stattfindet, das Vertrauen aber sofort spürbar ist.

Die Story schafft es aber gleich zu Anfang noch mehr, mich zu überraschen, denn alles beginnt quasi mit einem One-Night-Stand. Wobei man das einfach wörtlich nehmen sollte. Ich würde sagen, es ist Liebe auf den ersten Blick. Ashley und Logan sind da aber noch etwas zögerlicher und treffen eine Abmachung. Das Gute daran: sie sind die ganze Zeit total ehrlich miteinander, weshalb man nicht das Gefühl hat, sie würden nicht miteinander reden. Es geht um die Momente zusammen und die sind echt schön und super zärtlich zwischen den beiden.

Das Ganze steht natürlich im Kontext ihrer Berühmtheit. Und die ist heftig. Spannend fand ich, dass es ausnahmsweise nicht um das typische: wir werden von Paparazzi verfolgt und haben keine Privatsphäre ging, sondern eher um die Schlagzeilen und die Außenwirkung. Etwas, dass man durchaus auch auf dem Schirm haben sollte. Besonders Ashley hat damit aber ihre Probleme. Ihre Vergangenheit wirkt sich ganz konkret auf ihr Leben aus und sorgt im Handlungsverlauf immer wieder für dramatische Momente, aber auch für ein Problem, dass ihre Charakterentwicklung bremst und gleichzeitig voranschreiten lässt. Ich fand es gut gemacht, wie die beiden sich eigentlich immer weiter annähern und zu Freunden und Liebenden werden, ohne, dass sie es ganz direkt darauf anlegen. Sie fühlen einfach. Auf der anderen Seite können sie aber natürlich auch nicht außer acht lassen, dass eine bloße romantische Vorstellung manchmal nicht reicht.

Während Ashleys Problem sich von vorne bis hinten durch die Handlung zieht und hauptsächlich ihren Charakter beeinflusst, ist Logans Problem konkreter und mehr auf einen Handlungsabschnitt beschränkt. Dafür ist es aber auch fast heftiger. Ich fand es sehr eindrücklich erzählt, wie er mit dieser speziellen Situation zu kämpfen hat und fand es genial, wie die beiden in dieser Zeit miteinander agieren, enger zusammenwachsen und irgendwie auch gezwungen werden, aus ihrem Ist-Zustand einen Zukunftsgedanken zu entwickeln.

Nebenbei spielen dazu auch die anderen Mitglieder der Band wieder eine kleine Rolle. Adams und Rosies Geschichte geschieht fast ein bisschen parallel, sodass man definitiv gespoilert werden würde. Ich persönlich habe die Bücher gelesen und fand es ganz schön zu lesen, dass Logans Leben in der Zeit zwischen Band 1 und 2 keinesfalls stillstand. So wurde die ganze Band für mich irgendwie noch realer. Dazu haben wir hier Cilian sehr gut kennen und zugegebenermaßen auch lieben gelernt. Ich würde zu gerne auch noch über ihn lesen:)

Das Buch hat definitiv auch eine gehörige Portion Herzschmerz intus. Allerdings war es für mich alles nicht so tragisch wie bei Rosie und Adam. Falls ihr da also gedacht habt: Sowas überstehe ich kein zweites Mal – keine Angst, Logan und Ashley sind da schon etwas dezenter. Aber auch sie müssen Hürden überwinden und für ihre Liebe kämpfen und gerade zum Ende hin kann man durchaus ein paar Tränchen verdrücken. Gleichzeitig hat für sie aber auch ein Buch gereicht. Ich fand es perfekt so, wie es war.

Durch die Fernbeziehung der beiden fühlte es sich manchmal etwas so an, als würde man um gemeinsame Zeit des Paares betrogen werden, aber der intensivere Handlungsabschnitt konnte das für mich wieder gutmachen und so war ich total zufrieden mit dem Handlungsverlauf und auch mit dem Ende des Buches. Denn letztlich konnten beide an ihren Problemen und Ängsten arbeiten und haben so zueinander gefunden, dass ich mir eine Zukunft für die beiden ausmalen kann. Ein ganz dezenter Kritikpunkt könnte höchstens sein, dass ich mich ganz zuletzt nicht ganz bei Ashley in ihrem finalen Charaktersprung mitgenommen fühlte. Da fehlten mir einfach ein paar Erklärungen zu den Emotionen, die sie verspürte. Aber wie gesagt, nur dezent, denn im Groben steht es schon da.

Fazit:
Eine wirklich schöne, sehr feinfühlige Geschichte, die nochmal einen ganz anderen Themenbereich von Liebe zwischen zwei berühmten Figuren aufgriff. Der Schreibstil konnte mich voll abholen und die Figuren waren beide total sympathisch und authentisch. Besonders gefallen hat mir, dass hier ein nicht ganz so typisches Paar im Mittelpunkt stand und sie doch so gut zusammenpassen. Außerdem mochte ich es, wie ihre Probleme sie nur noch enger zusammengeschweißt haben. Ich freue mich auf jeden Fall auf noch mehr von Scarlet Luck!

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Arm trifft reich und echte Gefühle

The Darlington - Henry & Kate
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3
nachdem mich die letzten Bücher, in denen obdachlose Figuren vorkamen sehr enttäuscht haben, weil sie einfach komplett unsensibel mit dem Thema umgegangen sind und ich echt nur das Gefühl hatte, dass es als Masche ausgenutzt wurde, war ich auf dieses Buch sehr gespannt. Und das Cover ist natürlich auch nicht übel:)

Schreibstil:
Wenn es um Romance geht, dann fühle ich mich mit Laura Kneidl immer sofort total wohl. Sie schreibt einfühlsam und smooth, sodass man gar nicht aufhören kann, zu lesen und gleichzeitig alle Gefühle voll durchlebt und in sich aufsaugt. Ich war sofort in beide Figuren verliebt, genauso wie in das Darlington – einfach rundum eine Wohlfühlstimmung, die die wundervolle Geschichte noch unterstützt.

Zur Geschichte allgemein:
Die Story beginnt mit Kate und sofort war ich total neugierig darauf, was passieren wird, denn Kate ist in einer Situation, die für mich ziemlich weit weg ist von meinem Alltag. Eine ganz andere Situation, ein ganz anderes Leben. Was ich gleich gut fand: es wird so erzählt, dass man überhaupt nicht in diese Schiene kommt, dass man sie für das, was sie tut verurteilt. Stattdessen sieht man es als das, was es ist: eine Situation, die so schnell und einfach keinen Ausweg bietet und alles, was Kate nunmal tut, muss sie tun. Sie will nicht.
Das passt auch ihr Charakter. Kate ist total mitfühlend und sozial, sie ist bereit, zu kämpfen, möchte keinesfalls eine Nutznießerin sein und sie hat ein Gewissen, dass es ihr nicht unbedingt leicht auf der Straße macht. All das machte sie mir sofort sympathisch. Egal, was gekommen wäre, ich war Team Kate. Und das ganz unabhängig davon, dass sie es in der Vergangenheit schon nicht leicht hatte und einiges durchstehen musste.

Henry ist ebenso liebenswert. Als reicher Erbe könnte man auch ihn schnell in eine Schublade stecken, aber Henry hält sich konsequent von all dem klischeehaften Verhalten fern. Auch, wenn er nicht ganz verstecken kann, dass er Geld hat, lässt er es nicht raushängen. Er fühlt sich nicht als Übermensch, nutzt sein Geld nicht für Zwecke aus, die unmoralisch sind, und versucht damit auch nichts zu kompensieren. Das ist sehr angenehm. Dazu kommt, dass er einfach liebenswert ist. Er arbeitet hart, kämpft ebenfalls für das, was er liebt, und verzichtet auf unnötiges Drama. Das kommt der Geschichte an vielen Stellen sehr zu gute, denn er verhält sich einfach oft erwachsen und spricht Dinge direkt an, statt sie eskalieren zu lassen.

Die beiden zusammen ergeben schnell ein harmonisches Duo. Es ist eher Slow Burn, allerdings mit großen Gefühlen. Keine Zweifel, kein Schnickschnack, einfach die rohe Zuneigung, die sich durch alle Widrigkeiten kämpft. Ich mochte es, wie es anfangs erstmal nur darum geht, Kate zu unterstützen und die Gefühle der beiden zueinander nicht gleich im Vordergrund standen. So kam auch an dieser Stelle nie der Gedanke auf, dass Kate aus einer Art Abhängigkeit Gefühle entwickelt, sondern alles kann sich ganz natürlich und im vollen Bewusstsein entwickeln.

Aufgemischt wird die ganze Handlung durch Kates Vergangenheit, die sie einfach nicht loslassen will, und Henrys Vater bzw. dessen Vergehen, die Henry immer wieder vor gewaltige Herausforderungen stellt. Aber auch seine Beziehung zu Kate wird dadurch beeinflusst. Es blieb also durchweg spannend und ich konnte gar nicht aufhören zu lesen. Noch etwas, dass hier übrigens richtig schön gelöst wurde und mich dadurch bewundernswerter Weise nicht genervt hat: die beiden müssen ihre Beziehung erst geheim halten bzw. Kate muss ihre Identität geheim halten. Aber auch das geschah nie unter unabdinglichen Zwang und löste sich ganz von alleine auf, sodass auch hier keine Situationen entstanden, die vorausgeahnte, unnötige Dramatik erzeugen konnte.

Zu Kates Leben kann man sagen, dass sie hier natürlich ziemlich schnell ziemliches Glück hatte. Es wird ein wenig angeteasert, was für Schwierigkeiten man als obdachlose Person hat, welche Missstände herrschen und wie verzweifelt die betroffenen Personen sind. Man könnte noch sagen, dass es etwas oberflächlich bleibt und da durchaus noch etwas tiefer hätte drauf eingegangen werden können. Ich persönlich fand es so aber in Ordnung, da auch Henry noch Platz für seine Geschichte brauchte und es sich hier immerhin um einen Liebesroman handelt.

Zum Ende hin gab es aber natürlich trotzdem einen Wendepunkt und den habe ich gar nicht unbedingt so kommen sehen. Er machte aber Sinn und hat die Beziehung der beiden nochmal unheimlich gefestigt und vor allem irgendwie die Zukunft erkennbar gemacht. Denn ganz ehrlich: so romantisch solche Beziehungen auch sein können zwischen arm und reich, nicht immer passt es dann im Alltag und der Realität auch wirklich zusammen. Aber da beide irgendwie nicht so ganz in ihre Welt zu passen schienen und aus dem jeweils anderen ihre Stärken und ihr Selbst zu ziehen scheinen, passte es dann doch ganz gut. Ganz große Liebe dafür!

Tja und dass es einen nächsten Band (mit einem anderen Paar) geben wird, merkte man dann an der letzten Szene, die wohl das Einzige ist, was ich an diesem Buch zu bemängeln habe: ein ziemlich plumper Cliffhänger. Aber da es im nächsten Band mit einem anderen Paar weitergeht, verzeihe ich das mal. Wären es Henry und Kate gewesen, die diesen Cliffhänger hätten ausbaden müssen, wäre ich wohl nicht mehr dabei gewesen. So aber freue ich mich auf das nächste Buch:)

Fazit:
I liked it! Eine rundum schöne Geschichte mit zwei Protagonisten, die man sofort ins Herz schließt und die ganz smooth und mit viel eigenem Charakter und tiefen Gefühlen zueinander finden. Der Schreibstil hat dies perfekt unterstützt und die Geschehnisse im Buch sowie die Klassenunterschiede und Nebenprotagonist:innen ebenfalls. Es blieb durchweg spannend und rätselhaft – im Hinblick auf ihre Zukunft aber auch darauf, ob alles überhaupt gut ausgehen kann. Ich bin gespannt auf Ethan und Grace, die glaube ich sehr explosiv werden!

5 von 5 Sterne von mir.

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