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Veröffentlicht am 05.02.2022

Wunder wunderschöne Geschichte. Absolute Empfehlung!

Drowning in Stars
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3
wisst ihr, welche Bücher ich wirklich liebe? Diejenigen, die mich nach dem Lesen mit einer Leere zurücklassen. Einer Leere, die entsteht, weil ich vollkommen in der Welt des Buches gefangen war und nun gar nicht fassen kann, dass ich daraus entlassen bin.
“Drawning in Stars“ war ein solches Buch und ich bin super happy darüber, da das bei mir tatsächlich schon lange nicht mehr vorgekommen ist.

Klappentext:
Das Leben war nie einfach für Pixie und Gaze. Pixies Mutter ist nur selten zu Hause, Gaze’ Vater trinkt zu viel. Aber sie haben einander – und für Gaze war eins von Anfang an klar: Pixie ist die Eine. Sie hat ihn beschützt, als er neu im Viertel war. Ohne einander wären sie untergegangen. Sie haben sich versprochen, immer zusammenzubleiben. Doch eines Tages muss sich Pixie entscheiden: für ihr Versprechen oder für Gaze’ Leben. Als sie sich Jahre später wiedertreffen, ist es Gaze, der für sie beide stark sein muss. Denn nur wenn Pixie sich von ihren Dämonen befreien kann, hat ihre Liebe eine Chance …

Schreibstil:
Ich hatte vorher noch kein Buch von der Autorin, ich will es aber gerne wieder tun. Ihr Schreibstil ist total flüssig, locker und super emotional. Zudem schafft sie es oft mit nur wenigen Worten eine Szene komplett kippen oder auch Gefühle auftauchen zu lassen. Der ganze Text war einfach super eindringlich geschrieben, sodass man keine andere Wahl hatte, als sich mitreißen zu lassen.

Ich musste mich zwischen dir und mir entscheiden. Ich habe dich gewählt.

DRAWNING IN STARS – DEBRA ANASTASIA
Zur Geschichte allgemein:
Die Geschichte dieses Buches beginnt mit einem Prolog, der Leid ausdrückt und ziemlich schnell deutlich macht, in welch (für mich) verquerer Welt die beiden Protagonisten leben. Der Prolog erzeugt Spannung und macht auch schnell deutlich, wie ernst es um die Protagonisten geht. Dass hier nicht nur Liebe, Leben, Lachen, sondern auch Leid und Tod eine Rolle spielen.

Das erste Kapitel beginnt dann sechs Jahre zuvor. Generell gibt es innerhalb dieser Geschichte mehrere Zeitsprünge von mindestens einem Jahr, sodass die Geschichte dann letztlich über sechs Jahre erzählt wird.

Interessant fand ich gleich, dass die beiden Protagonisten am Anfang erst in die siebte Klasse gehen, also noch super jung sind. Es entwickelt sich eine kindliche Abenteuererzählung, in der Gaze und Pixie Rae ihr eigentlich trist erscheinendes Leben jeden Tag zu einem ganz besonderen Leben machen. Man spürt sofort, dass zwischen den beiden eine tiefe Verbindung entsteht und das ganz ohne große Gesten, sondern einfach, weil da zwei Kinder mit einem guten Herzen aufeinandertreffen, deren Seelen zueinander gehören.

Gaze ist anfangs neu zugezogen, während Pixie schon ihr Leben lang in dem etwas schaurigen Viertel in der Stadt lebt. So kommt es, dass sie Gaze unter ihre Fittiche nimmt, ihn beschützt, aber auch in seinen Interessen und seinem Charakter stärkt. Ebenso geschieht es andersherum, auch wenn dies dezenter geschieht. Pixie ist definitiv die täfere von den beiden.

Am Ende des Buches gibt es einen Brief, den die Autorin an Pixie richtet. Sie macht darin aufmerksam, wie stark Pixie ist und wie anstrengend aber auch wichtig es ist, sich ihr Leben zurückzuholen.
Diese Stärke, die Pixie mit sich bringt, spürt man von der ersten Seite an. Dort wo andere Mädchen sich verstecken, kramt Pixie den Baseballschläger aus und wenn jemand ungerecht zu jemand anderem ist, dann weiß sie ebenfalls was zu tun ist. Selbst ist die Frau hat noch nie so gut zu jemandem gepasst, wie zu Pixie. Und das ganz authentisch. Das gute Herz hatte sie immer schon, die Stärke hat sie das Viertel gelehrt – weil es dort oft genug um Leben und Tod geht.

Dies nimmt ziemlich bald auch Einfluss auf Gaze und Pixie zusammen. Während Pixie Rechnungen bezahlt, essen kocht und fein in die Schule geht, ist ihre Mutter arbeiten. Ganz so liebevoll ist ihr Zuhause also nicht. Gaze hat dazu das Problem, dass sein Vater Alkoholiker ist und immer wieder Wutanfälle bekommt.
Es war traurig, aber auch inspired und mitreißend, wie die beiden mit ihren Situationen umgehen, bzw. Wie sie zusammen das Beste aus ihren Situationen machen. Keiner von ihnen gibt auf.

Ich empfand es als ziemlich krass, von solch einem Leben zu lesen. Ich selbst hatte ein gutes Elternhaus. Wir hatten Geld für Essen und Klamotten, meine Eltern gingen arbeiten, ich durfte Kind sein und es war immer jemand für mich da. So ist es nicht leicht zu lesen, wie es auch anders sein kann, denn du beiden müssen schon ordentlich was durchmachen. Die Autorin legt hier aber den Fokus auf die tiefe Verbundenheit zwischen den beiden und so schöpfen sie, aber auch man als Leser immer wieder Hoffnung und ist dankbar für die Lichtblicke.

Im Laufe der Geschichte wird ihr Leben jedoch immer krasser und im Erzählverlauf dramatischer. Sowohl bei Pixie als auch bei Gaze verändert sich etwas und schließlich kommt man zu einem Teil, in dem die beiden nicht mehr ständig zusammen sein können. (Der Weg dahin hat mir die Tränen in die Augen getrieben und war zudem hochemotional, weil es im Leben der beiden einfach keine Lösungen gibt, die für alle glücklich sind.)
Diesen Teil erzählt die Autorin kürzer und hauptsächlich aus Gaze Sicht. Entscheidend hierbei ist, dass sich die beiden Protagonisten vollkommen unterschiedlich entwickeln. Pixies Geschichte blieb im Dunklen und so habe ich die ganze Zeit darauf hingefiebert, zu erfahren, was mit ihr passiert. Gleichzeitig aber konnte ich den Blick nicht von gaze abwenden, denn sowohl die guten als auch die schlechten Emotionen vermag die Autorin so mitreißend und authentisch zu erzählen, dass man einfach nur alles aufsaugen möchte.

Wenn ich jetzt noch mehr über den Handlungsverlauf anreiße, Spoilern ich zu viel. Also lasse ich das und sage nur, dass dieses Buch natürlich eine Liebesgeschichte erzählt, diese aber so viel tiefgründig ist, als man es gewöhnt ist. Der erste Kuss beispielsweise war mir ausnahmsweise mal gar nicht wichtig, weil die beiden für mich auch so zusammen vollkommen wren. Man spürte die ganze Geschichte hinweg, egal was passierte, die Verbindung zwischen den beiden. Schön war einfach mit anzusehen, dass sie sich nicht nur entwickeln, sondern auch lernen, anderen zu vertrauen und sich Glück fernab ihrer Beziehung zu schenken. Während es sonst immer nur Pixie und Gaze und der Rest der Welt hieß, hat die Welt am Ende endlich bemerkt, wie wertvoll diese beiden Menschen für sie ist.

Das ist die grobe Kurzfassung eines Endes, das den Prolog auflöst und viele Szenen lieferte, die man am liebsten nicht miterlebt hätte. Wer liest schon gern vom Leid? Wichtig ist aber, dass ihr keine Probleme haben werdet, bis zu diesem Ende zu lesen, denn die Spannung ist immer da, die Emotionen bleiben durchgehend stark und der Epilog macht die Geschichte letztlich noch ein kleines bisschen vollständiger.

Fazit:
Ich war erst skeptisch, weil die Protagonisten hier anfangs zwölf sind und dann nich wie gewohnt irgendwann 25 oder so, sondern ganz zuletzt erst achtzehn sind. Für die Geschichte allerdings ist es genau die richtige Zeitspanne, um von einer Liebe zu erzählen, die tief verwurzelt ist und gegen Leid und Schmerz Bestand hat. Die Geschichte konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln und hat mich vollkommen glücklich mit Aufbau, Figuren, Handlung und Emotionen zurückgelassen. (Auch, wenn ich besonders Pixie Rae nachtrauere.)
Schon jetzt ein Jahreshighlight für mich!

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 17.01.2022

Wieder ein typischer Cherry

Gegen den bittersten Sturm
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Klappentext:
Als ich ihm eines Abends plötzlich wieder gegenüberstand, konnte ich fühlen, wie mein Herz erneut zerbrach. Denn für die Welt war er Connor Roe – einer der vermögendsten und einflussreichsten ...

Klappentext:
Als ich ihm eines Abends plötzlich wieder gegenüberstand, konnte ich fühlen, wie mein Herz erneut zerbrach. Denn für die Welt war er Connor Roe – einer der vermögendsten und einflussreichsten Männer New Yorks. Aber für mich war er der Mann, dem ich in einer Nacht vor zwei Jahren all meine Träume und tiefsten Geheimnisse anvertraut hatte. Für einen kurzen Augenblick hatten wir uns ineinander verliebt – weil wir wussten, dass wir uns nicht wiedersehen werden. Doch jetzt war er zurück in meinem Leben – wieder war es der falsche Zeitpunkt für uns. Und so zog er mich an sich und hielt mich einfach nur fest. Denn niemand wusste besser als Connor, dass man manchmal in den Trümmern stehen und hoffen musste, dass man lernte, mit den zerbrochenen Teilen zu leben.

Schreibstil:
Wie gewohnt, schreibt Brittainy C. Cherry wunderschön fließend und emotional. Sie hat einfach einen sehr schönen Schreibstil, der eine Menge schöne Zitate bietet und einen die Emotionen der Protagonisten hautnah spüren lässt. Ich fand allerdings, dass dieser Band kleinere Schwächen im Schreibstil hatte, weil sich meiner Meinung nach ein wenig zu sehr auf Klischees ausgeruht wurde. Es kam mir einfach manchmal vor, als würde ich schmeichelnde Worte lesen, die nicht unbedingt die Realität mit ihrer ganzen Tiefe widerspiegeln. Allerdings ist das Meckern auf sehr hohem Niveau.

Zur Geschichte allgemein:
Ich kann euch nicht sagen, wie sehr mir der Anfang des Buches gefallen hat. Es war einfach super schön, Rotkäppchen und Captain America in dieser einen Nacht zu verfolgen. Von mir aus hätte die komplette Geschichte so weitergehen können. Mit Entscheidungen aus dem Bauch heraus, der offenen Kommunikation über Gefühle, schnelle Orts- und Themenwechsel und viel kribbelnde Spannung zwischen den Protagonisten. Man konnte einfach träumen und hat die beiden Protagonisten völlig nackt mit purem Blick auf die Charakter kennenlernen können.

Die eigentliche Geschichte beginnt dann zwei Jahre später. Beide Protagonisten stecken in ihrem Alltag, verfolgen ihre Träume und Wünsche und haben diese eine Nacht in Vergessenheit geraten lassen. Ich fand es tatsächlich etwas schade, dass gerade Aaliyah sich nicht an das gehalten hat, worum es in dieser Nacht für sie in erster Linie ging. Aber ich schätze, das macht auch die Authentizität der Geschichte aus. Wir Menschen sind eben Gewohnheitstiere und neue Vorsätze sind nur schwer zu etablieren. Und im Prinzip hat sich Connor ebenfalls nicht daran gehalten, bei ihm fiel es nur nicht so negativ auf.

Connor war mein Held der Geschichte. Er ist super ehrlich, treu und herzlich. Ein Mann, den man niemals in die hartgesottene Geschäftswelt einordnen würde, in der er sich bewegt. Ernsthaft, jeder wäre, glaube ich, begeistert von Connor. Seine Motive für seine Arbeit sind motivierend, sein Umgang mit anderen Personen ist wundervoll und zeugt von Respekt und emotional ist er super zart. Es war echt schön zu sehen, wie er sich mit dem Gedanken, einen Menschen wirklich wirklich gut zu finden, sich zu verlieben, jemanden unbedingt zu lieben, gewöhnen musste, dies aber keineswegs abblockte.

Aaliyah ist in ihrer Art komplett anders. Sie ordnet sich eher unter, lässt sich beeinflussen und hat zudem noch mit einem schweren Schicksalsschlag zu kämpfen, der sie vorsichtiger aber auch wagemutiger hat werden lassen. Sie geht jetzt eher aufs Ganze, weil sie Sicherheit sucht. Es war interessant nachzuverfolgen, wie Aaliyah mit ihrer Gegenwart umgeht und woraus sie Stärke zieht. Ganz wie man es von der Autorin gewohnt ist, ist ihr Schicksalsschlag kein kleiner und beeinflusst ihr Leben auf ganzer Linie. Aaliyah lässt sich davon aber nicht unterkriegen und macht es nicht zu einem Thema, das uns Leser die ganze Handlung hinüber „belastet“. Es verschwindet nie und hat definitiv seine Auswirkungen, aber Aaliyah macht das beste daraus und lässt die Liebesgeschichte mit Connor zu.

Die beiden nähern sich sehr langsam einander an. Zwar bleibt die Nacht zwischen ihnen bestehen und es ist definitiv Liebe zwischen ihnen, aber keiner von beiden macht es sich leicht. Ich finde einfach, dass die Autorin es immer wieder schafft, fast den kompletten Charakter einer Person darzustellen und einen Protagonisten so sehr sehr menschlich und damit auch authentisch macht. Dadurch kommen Zweifel und Instinkte, innere Blockaden, Prägungen und Ängste auf, die die Handlung beeinflussen und alles eben nicht ganz so einfach machen, wie wir es im Märchen lesen. Bei Connor und Aaliyah ist es genauso. Beide haben ihre Gedanken und wehren sich zunächst gegen etwas, was ihnen beiden eigentlich nur Glück bringen würde. Das klingt unheimlich doof von ihnen. Durch diese Authentizität bleibt es für den Leser aber weiterhin nachvollziehbar und logisch und wird gleichzeitig unheimlich emotional. Die Beziehung zwischen den beiden bekommt unheimlich viel Tiefe.

Aufgemischt wird das Ganze von Connors „Gegenspieler“, der eigentlich keiner ist. Aber wie das nunmal so ist, gönnt nicht jeder jedem Glück. So wird aber auch noch Connors Leben ohne Aaliyah weitergeführt und komplex, ebenso wie auf der anderen Seite Aaliyahs Leben, das dann doch noch geheimnisvoller ist, als gedacht.
Es ergab letztlich einfach ein rundes Bild, bei dem alles losen Fäden letztlich sehr nah beieinander zusammenfanden, was ich so nicht erwartet hätte.

Was ich vielleicht bemängeln könnte, wäre, dass die Handlung sich stellenweise einfach etwas zog, weil beide Protagonisten sich eine Zeit lang gleichermaßen zurückhalten und der Anstoß somit nicht da war. Es war keine Geschichte, die ich in einem weglesen konnte, weil man sich erst darauf einlassen muss, soviel Emotionalität und auch Zögern anzunehmen.

Das Ende hat mich nochmal überrascht. Ihr dürft ja gerne mal raten, ob es ein Happy End oder eher ein Ende mit einem lachenden und einem weinenden Auge war. Bei Brittainy C. Cherry ist ja beides möglich. Was ich sagen kann, ist, dass das Ende nochmal ordentlich dramatisch war. Mein Lieblingsprotagonist war definitiv Connors Schützling, der hier alles gewaltig aufmischt und dem Paar die richtige Hilfestellung gibt, um anders zu denken.

Fazit:
Mein Highlight dieses Buches waren definitiv die Anfangsszenen. Ich glaube, die werde ich noch so manches Mal einfach so durchlesen, weil sie so schön sind. Ansonsten wird hier natürlich wieder eine super emotionale und tiefgreifende Geschichte erzählt. Der Hauptprotagonist Connor ist wirklich ein Goldstück und zusammen mit der Hauptprotagonistin ergibt sich hier ein Paar, das man nur mögen kann.
Einziger Kritikpunkt: ich fand, dass die Spannung zwischendurch immer mal etwas nachließ, sodass man es nicht in einem Rutsch lesen konnte.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 16.01.2022

Urban Fantasy mit Tiefgang und tollen Charakteren

Hard Liquor – Der Geschmack der Nacht
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3
als ich hörte, dass Marie Grasshoff ein Buch herausbringt, dass nicht Sci-Fi ist, war ich sofort Feuer und Flamme. Fantasy ist so ziemlich mein Lieblingsgenre und es ist immer schön, wenn neue, gute Autorinnen dort hinzukommen.
Kennt ihr noch mehr Autor:innen, die zwei Genres oder sogar mehr bedienen? Ich denke, es gibt auf jeden Fall viele in anderen Genres, die in einem anderen Genre dann ein anderes Pseudonym verwenden.

Schreibstil:
Marie Grasshoff schreibt einfach super flüssig, kreativ und in diesem Buch definitiv auch episch. Sie schafft es sowohl hektische Kampfszenen als auch ruhige, emotionale Szenen so zu beschreiben, dass der Leser alles gut mitverfolgen kann und mitzittert.

Zur Geschichte allgemein:
Es war anfangs ein wenig komisch, von „Captain Wodka“ und Tycho zu lesen, weil ich sie absolut nicht mochte, oder zumindest nicht sympathisch fand. Sie agierte für mich zunächst nicht ganz nachvollziehbar und Lügen, Schweigen und Alkohol sind nun mal keine gute Kombination für einen Menschen. Sie hat sich quasi vom Leben und ihren Freunden und Familie und damit auch vom Leser abgeschottet, indem sie ein Verhalten an den Tag legte, das keinen unbedingt positiven Eindruck hinterlässt.
Zum Glück hält dieser Eindruck nicht ewig an, sondern man lernt Tycho als Leserin immer besser kennen und verstehen. Das Ganze ist ein langsamer Prozess, aber am Ende habe ich sie sehr ins Herz geschlossen.

Die Autorin schafft es mit ihrer Hauptprotagonistin einen Prozess darzustellen, der einfach nicht einfach ist. Tycho hat so gut wie niemanden im Leben, ist einsam, steht vor Fragen, die ihr keiner beantworten kann und muss mit einer Kraft und einer Sucht zurecht kommen, die sie immer wieder an den Rand der Dunkelheit bringt. Im Handlungsverlauf gestaltet sich das Ganze so, dass man auch als Leserin erst einmal nicht so richtig weiß, wie es um Tycho steht und wie ihre Situation ist. Zwar wusste ich, dass das Buch eine Fantasygeschichte ist und dass es irgendwas mit Göttern zu tun hat, im ersten Drittel des Buches bleibt das Wie aber noch ein Geheimnis. Tychos „Superkraft“ ist nicht gleich offen erkennbar, sondern eher mysteriös. Ihr Leben drumherum ist zudem eher langweilig, bzw. hat sich so eingependelt. Der Leser steht also vor vielen Fragen, die die Spannung deutlich heben, auch wenn die Handlung eher ruhiger ist.

Ein Highlight (und Auflockerung) innerhalb dieser Handlung ist jedoch oft der Anfang eines Kapitels, an dem die beiden Radiomoderatoren die „freshesten News“ bringen. Interessant ist an diesen News besonders, wie „Captain Wodka“ mythisiert und letztlich interpretiert wird. Captain Wodka wird so zu einem Motiv, dass sich durch die Geschichte zieht und letztlich gar nicht mehr unbedingt etwas Tycho zu tun hat. Die Autorin nutzt dieses Motiv, um die Moral der Geschichte zu stärken, was ich sehr gut gelöst fand, da das Thema Alkohol hier doch etwas zwiespältig dargestellt wird.

Im zweiten Drittel der Geschichte beantworten sich dann erste Fragen und die richtige Handlung begann für mich. Endlich bekam man eine Ahnung davon, was genau Tychos Kräfte sind und es kommt ordentlich Schwung in die Handlung. „Helden“ und „Gegenspieler“ tauchen auf und Tycho bandelt mit einer kleinen Liebesgeschichte an, die sich super schön dezent durch die Geschichte zieht und gleichzeitig für dramatische Momente sorgt. Generell tauchen einfach viele liebenswerte Charaktere auf, die das dramatische Ende noch vielmehr zu einer Zitterpartie macht.

Bezüglich dessen, was hinter Tychos Kräften steckt, ergibt sich eine runde, logische Erklärung mit ausgearbeiteten Details und ebenso Bezug zu Vergangenheit und Gegenwart von Tychos Leben. Die Geschichte, die im ersten und zweiten Drittel noch gespalten scheint, fügt sich auf einmal zusammen und das in ziemlich krassen Szenen. Das machte den seichten Verlauf am Ende schon wieder wett. Ich fand es zudem sehr gut, dass es wirklich zur Sache ging und die Autorin sich dort hinsichtlich der Auswirkungen von Kämpfen zum Beispiel nicht zurückgehalten hat. Bei einem Fantasybuch, selbst wenn es „nur“ Urban Fantasy ist, geht eben nicht immer alles gut aus, denn es muss ja realistisch bleiben und genau das hält die Autorin hier auch ein.

Fazit:
Für mich hat die Geschichte ein wenig gebraucht, um so richtig anzulaufen, dann ging es aber heiß her. Interessant fand ich es, dass man die Protagonisten erst schätzen lernen musste und das die Superkraft dann doch einen eigenwilligen Auslöser hat^^ Der Schreibstil war schön flüssig und hat genau das rübergebracht, was ich mir erhofft hatte: Spannung, Action und Tiefe. Sowohl die Charaktere als auch die Moral der Geschichte haben dies unterstrichen. Obwohl ich Urban Fantasy nicht so oft lese, weil ich die Geschichten immer etwas zu seicht finde, konnte mich dieses Buch mit seinem epischen und dramatischen Ende und der Storyline überzeugen.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 13.01.2022

Super unterhaltsam. Perfekt für die Weihnachtszeit!

Geld oder Lebkuchen
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3
Über Weihnachten hatte ich total Lust, ein weihnachtliches Hörbuch zu hören. Da ich es nicht ganz so klassisch mag, klang „Geld oder Lebkuchen“ für mich perfekt. Zudem wollte ich unbedingt mal etwas von Dora Heldt lesen/hören. Sie ist unter den Freundinnen meiner Mutter nämlich in aller Munde:)

Klappentext:
Es ist Advent auf Sylt. Ernst Mannsen hat zwar nichts gegen Weihnachten, aber die Insel ist ihm ohne Touristen zu leer, die Tage sind lang und dunkel. Seine Frau Gudrun freut sich hingegen auf den Weihnachtsmarkt, aufs Schmücken des Hauses und auf die Weihnachtsfeiertage mit der Familie. Als der gelangweilte Ernst erfährt, dass der Filialleiter der Bank mitsamt den Spenden für die bedürftigen Kinder verschwunden ist, ergreift er seine Chance auf Abwechslung: Er wird sich um das Problem kümmern! Und das Geld für die Weihnachtsgeschenke beschaffen. Sozusagen als Robin Hood von Sylt. Mit einigen Komplizen plant er einen großen Coup, der allerdings ganz anders läuft als geplant…

Erzähler:in:
Ich fand, dass Hörbuch war super angenehm zu hören. Alles war deutlich, die Unterschiede zwischen den Figuren konnte man gut heraushören und die Stimme passte für mich von der Klangfarbe her zum Alter der Protagonisten. Ich konnte der Handlung sehr gut folgen.

Zur Geschichte allgemein:
Erst einmal: Rentner können sooo süß sein! Das macht sich Dora Heldt glaube ich ein wenig zu Nutze. Man merkt bei allen Figuren einfach, wie sie in ihrem Alltag gefangen sind und dennoch bereit sind, verrückte Dinge zu tun, denn sie haben ja nicht mehr allzu viel zu verlieren, bzw. stehen über den Konsequenzen. Da wird dann einfach mal beschlossen, eine Bank auszurauben, es werden Witze über den Bauch und das Haupthaar gemacht und ganz unverblümt wird ausgesprochen, was eigentlich ein Geheimnis bleiben sollte. Diese Eigenarten und Besonderheiten, die man bei einigen älteren Menschen findet, wurden einfach super herausgearbeitet und brachten mich immer wieder zum Schmunzeln.

Cool fand ich dabei zusätzlich noch, dass die Charaktere dennoch alle ziemlich unterschiedlich sind und es ganz normal ist, dass „neumodischer Kram“ auf Altbewährtes trifft und Vorurteile an so manchen Stellen eine tragende Rolle spielen. Jede:r Protagonist:in wurde für mich einzigartig und alle bekamen ungefähr den gleichen Erzählanteil an der Geschichte, sodass diese sehr dynamisch blieb.

Die eigentliche Storyline besteht aus dem Coup, den Ernst Mannsen vorbereitet, und allem, was sich darum herum abspielt. Spannend bleibt es vor allem deshalb, weil er und seine Komplizen sich dabei immer wieder in die skurrilsten Situationen begeben und man nie weiß, was als nächstes passiert. Zudem rätselt man tatsächlich mit (oder stellt vielmehr die wildesten Theorien darüber auf), wo die Spenden nun abgeblieben sind.
In erster Linie ist die Erzählung aber nicht spannend, sondern unterhaltsam und lustig. Man kann sich richtig treiben lassen und muss dabei immer wieder kurz die Luft anhalten, weil jemand etwas Unerhörtes sagt, tut oder denkt. Das Spiel zwischen den Erwartungen der Gesellschaft, Schein und Sein schwingt hier untergründig definitiv mit und verleiht der Geschichte Tiefe.

Ein wenig meckern muss ich bezüglich des Erzählflusses im letzten Viertel der Geschichte. Die Haupthandlung ist dann zwar noch da, das was die Geschichte aber zuvor belebt hat, fällt weg, weil der Erzählstrang vorläufig abgeschlossen wird. Das hat mich etwas ungeduldig zurückgelassen, weil ich die ganze Zeit darauf gehofft habe, dass nun noch etwas Spannendes passiert. Das geschieht aber nicht. Stattdessen ist das letzte Viertel der Erzählung sowie das Ende warmherzig und weihnachtlich und schön. Für meinen Geschmack hätte dieser eine Erzählstrang ruhig noch weiter durchgezogen werden können, weil die Geschichte für mich so sehr seicht endete, aber irgendwo passt es so ja auch zu Weihnachten.

Fazit:
Wer über die Weihnachtszeit nach einem etwas unkonventionelleren Hörbuch hört, dass sehr gut unterhält und einem zum Schmunzeln bringt, der nimmt gerne dieses zur Hand. Es hatte für mich alles, was eine Weihnachtsgeschichte benötigt und die einzelnen Protagonisten sind einfach genial. Zudem ist die Erzählerinnenstimme sehr angenehm.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 13.01.2022

Happy happy End

Make My Wish Come True
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3,
das erste Buch, das ich in diesem Jahr beendet habe, ist „Make my wish come true“ von Jana Schäfer. Mein erstes Buch der Autorin und eine Winterwunderland-Geschichte, die ich sehr gerne über Weihnachten gelesen habe. Zu gern würde ich auch einmal Urlaub im White Seasons machen. Mit Schnee, kuscheligen Stunden vor dem Kamin, einem guten Buch und einer richtigen Skitrainingsstunde (das letzte Mal Skifahren ging bei mir ohne Training ziemlich katastrophal aus).

Klappentext:
Ein Filmdreh im glamourösen White Season Hotel in den Rocky Mountains – eigentlich müsste es das Traumpraktikum für Abby sein. Doch als Regiestudentin hatte sie auf einen Job in einem New Yorker Studio gehofft, statt bei eisiger Kälte durch den Schnee zu stapfen. Und dann wird ihr ausgerechnet der vorlaute, aber unverschämt attraktive Sohn der Hotelbesitzerin an die Seite gestellt. Das Letzte, was Abby will, ist, sich auf einen Mann einzulassen, doch Logans charmante Art, macht es ihr schwer, ihrem Vorsatz treu zu bleiben. Bis ein Skandal am Set die unerwartete Nähe zwischen ihnen auf eine harte Probe stellt …

Schreibstil:
Ich würde den Schreibstil der Autorin als fließend, aber auch als ein wenig langweilig beschreiben. Zwischendurch gab es immer mal wieder Seiten, auf denen es mir vorkam, als enthielten die Sätze zu viele Wörter, die ich gar nicht bräuchte, um den Inhalt zu verstehen. Das erzeugt im Lesefluss ein paar Längen. Die Beschreibungen der Gefühle in dem Buch schwankten irgendwo zwischen „ein wenig zu kitschig“ und „ein wenig zu abgehackt“. Mir fehlten da ein wenig die fließenden Übergänge.
Natürlich lädt die Geschichte aber mit ihrem Schauplatz zum Träumen ein und dann darf es auch einfach mal etwas kitschig sein, weswegen ich mich daran nicht gestört habe. Es ist dann einfach süß, welche Worte Abby und Logan füreinander finden.

Zur Geschichte allgemein:
Ich habe sehr gut in die Geschichte hineingefunden, weil die Handlung sofort fortschreitend einsetzt: Abby ist auf der Suche nach einem Praktikumsplatz und eins fügt sich zum anderen. Was natürlich gleich auffiel, ist Abbys Ehrgeiz. Sie wirkt aber auch ein wenig verloren in ihrer Welt. Als fühle sie sich darin eigentlich nicht wohl, bzw. suche nach etwas und ihr Ehrgeiz hilft ihr dabei, dies zu ignorieren. Diese Andeutung fand ich erstmal sehr gut. Sie blieb konstant in der Geschichte erhalten und hat auch am Ende Beteiligung gefunden. Etwas schade fand ich jedoch, dass Abbys Ehrgeiz innerhalb ihrer Perspektive bald nicht mehr so richtig zu spüren war. Zwar haben alle um sie herum sie dafür respektiert und gelobt, bei mir als Leserin kam es aber da schon längst nicht mehr an. Die Arbeit am Filmset lief eher nebenbei und beeinflusst Abbys Gedanken irgendwann nicht mehr wesentlich. Ihr einziger Gedanke dahingehend konzentriert sich stattdessen darauf, dass sie ihre mögliche Karriere nicht für Logan aufgeben möchte, was ja auch völlig legitim ist. Das merkt man auch nochmal gegen Ende, denn dort ist ihr alles plötzlich gar nicht mehr so wichtig, obwohl es vorher anscheinend ihr kompletter Lebensinhalt war. Sowas erscheint mir dann einfach etwas unstimmig.
Ansonsten empfand ich Abby als einen sehr ängstlichen Menschen, was die Situationen anging, in denen sie zu ihrem Glück hätte stehen müssen oder können. Natürlich darf sie sich unsicher sein. Ich würde mich auch nicht einfach in eine Romanze hineinstürzen, die mir alles kaputt machen könnte. Zuletzt wurde es mir aber etwas zu viel, weil Abby sich für den Leser nicht ganz nachvollziehbar zurückhält. Damit ist speziell der Umgang mit ihrer Vergangenheit (ihrem Vater) gemeint. Wir als Leser erfahren nur sporadisch von den damaligen Geschehnissen, die mir deshalb ehrlicherweise als nicht besonders bedeutungstragend erschienen. Tatsächlich zeigt sich aber mehr und mehr, dass es für Abby eine große Rolle spielt. Es ist wie eine Art Blockade in ihren Gedanken. Wie oben bereits erwähnt, fehlten mir hier die weichen Übergänge. Beispielsweise ist ihre Mutter ein riesen Rätsel für den Leser, weil Abby diese nicht unabhängig von ihrem Vater sieht und man einfach nicht versteht, weshalb sie mit ihrer Mutter nicht gut auskommt. Die Geschichte hätte diesbezüglich etwas mehr Tiefe an einigen Stellen gebraucht, um den Konflikt, in dem Abby steckt, deutlicher wird. Stattdessen bleibt die Mutter eine vage Gestalt, die beinahe nicht charakterisiert wird, obwohl sie so viel Einfluss auf Abby nimmt (gedanklich).

Den Handlungsverlauf fand ich dafür ganz sinnhaft. Sowohl Abby als auch Logan sperren sich zunächst gegen eine Beziehung, was die Spannung natürlich pusht. Es kommt immer wieder zu ziemlich schönen Situationen und mir hat es auch gut gefallen, dass Abby sich noch mit weiteren Protagonisten anfreundet. So sind Logans Schwestern, Daxton und Jill feste Bestandteile der Erzählung. Bei letzterer fehlte mir allerdings auch wieder etwas Tiefe. Knapp zusammengefasst kann man sagen, dass man einfach nicht versteht, warum sie und Abby sich auf einmal blendend verstehen und sich als Freundinnen bezeichnen. Da fehlten auch einfach noch kleinere Handlungen zwischen ihnen, die dies unterstützt hätten.
Ansonsten hat die Geschichte immer mal wieder kleinere Längen, in denen nicht so richtig etwas passiert und dann auch wieder Stellen, an denen man nicht aufhören kann, zu lesen. Durchwachsen würde ich sagen.

Logan mochte ich super gerne. Er ist etwas klischeemäßig in seiner Rolle als Sohn eines Familienbetriebs gefangen, was ich aber nicht schlimm fand. Die Autorin hat den Zwiespalt, in dem er steht, bei ihm sehr gut herausgearbeitet. Man konnte super nachvollziehen, wie es ihn in zwei gegensätzliche Richtungen zieht.

Das Ende der Geschichte muss man mögen, denn natürlich ist es klischeehaft und von Anfang an zu erahnen. Man liest die Geschichte und weiß, dass es ein Happy End wird, obwohl dies im echten Leben vielleicht nicht so laufen würde. Da werden zwei ziemlich weit auseinandergedriftete Wege zusammengeschlossen. Davor gibt es natürlich Drama mit allem drum und dran.
Es geht aber bei solchen Geschichten schließlich auch darum, einmal träumen zu dürfen und happy mit einem solchen Happy End zu sein. Und darum bin ich es auch. Denn letztlich passt alles und jeder Handlungsstrang wird ordentlich abgeschlossen.

Ein weiterer Punkt, der für mich zum Ende gehört und der mir aufgefallen ist, ist die beschriebene Sexualität im Buch. Ich unterteile Bücher wie diese gerne in jene, die den „Akt“ nur mit wenigen Worten erwähnen, die die ihn ausschreiben und die, die sich auch außerhalb des Schlafzimmers auf den sexuellen Aspekt konzentrieren. Dieses Buch gehört definitiv zu letzterem, was irgendwann fast ein wenig überraschend kommt, denn in Gedanken passiert bei Logan wie auch bei Abby diesbezüglich nichts. Ich war also überrascht, wie konkret dann doch alles beschrieben wurde und nochmal überrascht, als dieser Aspekt selbst im Epilog noch einen großen Teil bildet. Vielleicht hätte ich es besser gefunden, wenn man das etwas dezenter gehalten hätte, oder aber von Anfang an etwas deutlicher darin geworden wäre.

Fazit:
Für mich eine schöne Geschichte für Zwischendurch, die einfach zum Träumen einlädt und sämtliche Klischees beinhaltet, die man dafür braucht. Für mich gab es Schwächen in den Charakteren und auch im Lesefluss, denn die Geschichte zieht nicht durchgängig. Zudem war es mir letztlich vielleicht etwas zu happy.

3 von 5 Sterne von mir.

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