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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.04.2021

Spannender Pageturner

Blutzeit
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Lina Saint-Georges hat es eigentlich geschafft. Sie ist erfolgreiche Staatsanwältin und in einer guten, festen Beziehung. Leider ist ihr diese Beziehung ein wenig zu fest(gefahren) und ihre Heimat, der ...

Lina Saint-Georges hat es eigentlich geschafft. Sie ist erfolgreiche Staatsanwältin und in einer guten, festen Beziehung. Leider ist ihr diese Beziehung ein wenig zu fest(gefahren) und ihre Heimat, der Westerwald fehlt ihr, und so zieht sie kurzerhand wieder zurück in die Heimat. Der versierte Thrillerleser weiß natürlich, dass nicht nur in der Großstadt schreckliche Verbrechen geschehen und so ist Linas erster Fall auch direkt ein Fall bestialischer Morde in ihrer Heimat. Lina kennt alle Opfer. Kennt sie auch den Täter? Ist sie selbst in Gefahr?

Dieser Thriller hat es definitiv in sich. Doris Litz geht nicht zimperlich mit „ihren Opfern um und auch Tiere werden gequält. Für mich als Tierfreund ist das immer das Schlimmste, aber ich finde es gut, wichtig und richtig, eben auch Tierquälerei zu thematisieren. Sei es das „loswerden“ von Bauernhofkätzchen oder Jagdpraktiken, die auch von Jägern verurteilt werden, aber bei manchen Jägern noch immer hoch im Kurs stehen. Gewaltverbrecher beginnen oft mit Tieren. Das darf nie in Vergessenheit geraten. Man merkt deutlich, dass die Autorin selbst Tierfreundin ist, denn obwohl Tiere sterben,werden diese Szenen zum Glück nicht detailliert beschrieben.

Die Protagonistin ist eine sehr interessante Figur. Sie hat ihren einen Stil, ihre eigenen Prinzipien, nach denen sie lebt und handelt und lässt sich da auch nicht reinreden. Das mag am Anfang ein wenig arrogant wirken, doch je weiter man ins Buch eintaucht, desto mehr merkt man, dass jedem von uns ein bisschen Lina gut tun würde. Dabei ist sie nicht perfekt, was ihre Figur umso glaubhafter macht.

Der Spannungsbogen ist gleichbleibend hoch und ich bin sehr froh, das Buch an einem Wochenende gelesen zu haben, da ich es ansonsten heimlich auf der Arbeit hätte lesen müssen. Man kann einfach nicht damit aufhören. Nur gegen Ende gibt es eine Stelle, die mir ein wenig too much war. Es wirkte, als hätte Hollywood angerufen, dass doch noch ein wenig Action fehle. Das Buch hätte auch ohne diese Szene perfekt funktioniert. Aber das ist wirklich jammern auf höchstem Niveau, denn der Rest des Buches ist einfach phänomenal. Das Ende ist sehr spannend und wirklich nichts für schwache Nerven.

Mir hat dieses Buch wirklich außerordentlich gut gefallen. Man merkt, dass die Autorin im Setting verwurzelt ist, denn Linas Liebe zu ihrer Heimat und das Auflebenlassen der alten Freundschaften sind mit viel Gefühl beschrieben, was nur jemand kann, der das selbst auch fühlt. Mich hat das Buch wirklich mitgerissen und begeistert und so vergebe ich gerne und von Herzen die volle Punktzahl.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.04.2021

Absolut empfehlenswertes Erstlingswerk

SCHIKANE
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Das Lesen eines Erstlingswerkes ist immer ein wenig wie eine Wanderung durch neues Gebiet. Wenn man anfängt, weiß man nicht, ob einen öde, langweilige Landstriche oder ein abenteuerlicher Dschungel erwartet. ...

Das Lesen eines Erstlingswerkes ist immer ein wenig wie eine Wanderung durch neues Gebiet. Wenn man anfängt, weiß man nicht, ob einen öde, langweilige Landstriche oder ein abenteuerlicher Dschungel erwartet. Adrian Zeyher ist mit Schikane ein blühendes, lebendiges Meisterwerk gelungen, welches man ungern wieder verlässt. Wie bei einer Wanderung läuft man einfach los, ohne zu wissen, wo man ist, was man erlebt. Doch je mehr sich der Schleier lichtet, desto gefangener ist man in der Geschichte.

Leonard Kaczmarek ist ein ganz besonderer Kommissar. Nicht exzentrisch, eigenbrötlerisch oder extrem egoman, wie man es oft in anderen Büchern erlebt, sondern eher Typ Opfer. Leonard kämpft Zeit seines Lebens mit Mobbing und den Auswirkungen davon. Auch jetzt, bei der Polizei, ist er den Schikanen eines Kollegen ausgesetzt. Daher freut es ihn umso mehr, als sein Freund aus Jugendtagen sich in sein Revier versetzen lässt. Der erste gemeinsame Fall ist auch sogleich der Mord an einem Jugendlichen, welcher bekannt dafür war, seine Opfer zu schikanieren. Ein möglicher Täter, das Lieblingsopfer des Ermordeten, ist schnell gefunden. Doch ist der Fall wirklich so schnell gelöst?

Mit Leonard Kaczmarek ist Adrian Zeyher eine ganz besondere Figur gelungen. Er wirkt auf den ersten Blick unglaublich unscheinbar und geradezu langweilig und man möchte ihn so oft schütteln, damit er sich nicht ständig selbst im Wege steht. Er ist das perfekte Sinnbild dafür, was Mobbing in der Schule aus einem macht. Dass man es eben nicht später einfach ad acta legen kann, wenn man gerade in der prägenden Zeit des Lebens gelernt hat, wie gemein andere Menschen sein können. Seine Freunde aus der Schulzeit, die Brüder Viktor und Ragan, von denen einer im Gefängnis sitzt, sind das genaue Gegenteil und gerade diese beiden extremen Pole machen die Freundschaft und auch das Buch für die Leser spannend. Man verzeiht gerade Viktor vieles, was man anderen nicht verzeihen würde, eben weil er so gut zu Leo ist. Die psychologische Komponente gibt dem Buch eine ungeahnte Tiefe, ohne jemals belehrend zu wirken. Man kann sich drauf einlassen, muss es aber nicht.

Nicht nur die Protagonisten, auch die Story selbst ist nicht zu verachten. Ein packender Schreibstil gepaart mit einem hohen Spannungsbogen voller unerwarteter Wendungen sorgt dafür, dass man den Thriller nicht aus der Hand legen kann.

Ich bin von diesem Buch absolut überzeugt und begeistert und kann es nur empfehlen. Dem Autoren wünsche ich alles Gute und hoffe, bald wieder ein Werk von ihm in Händen halten zu können.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2021

Grauners 6. Fall- und mein erster

Das dunkle Dorf
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Dieser 6. Fall um Commissario Grauner war mein erster Fall der Reihe. Es ist oft schwer, mitten in einer Reihe einzusteigen, doch hier war ich gleich dabei und hatte auch als Neuling keine Probleme, mich ...

Dieser 6. Fall um Commissario Grauner war mein erster Fall der Reihe. Es ist oft schwer, mitten in einer Reihe einzusteigen, doch hier war ich gleich dabei und hatte auch als Neuling keine Probleme, mich zurechtzufinden. Ganz untypisch fürs Land und die Döflergemeinschaft. Da ist man ja eher unter sich und jeder kennt und ratscht über jeden. So fängt auch dieser Krimi an. Mit dem Dorfleben. Wo jeder alles weiß und plötzlich eine ganze Familie ausgelöscht wird.

Aber damit nicht genug. In einem Hotel wird ein Toter gefunden, die Tochter des Kommissars ist verschwunden und scheint in zwielichtes Milieu abgerutscht zu sein und dann ist auch noch die Mafia hinter einem Kollegen her. Und da sagt noch einer, auf dem Land ist nichts los.

Ich bin, wie gesagt, sehr gut ins Buch gekommen und obwohl ich oft Probleme mit vielen Namen habe, wurde man hier vom Autoren gut an die Hand genommen und durch das Buch geführt, sodass man alle Charaktere schnell unterscheiden konnte. Einzig Silvia Tappeiner war für mich lustigerweise lange im Kopf ein Mann. Ich habe da wohl an Horst Tappert gedacht :) Mein absoluter Lieblingscharakter war Saltapepe. Das ist so ein Mensch, den man gern kennenlernen würde, um zu sehen, ob das Bild das man von ihm hat, stimmt und er wirklich so toll ist.

Doch nicht nur die Charaktere konnten durch Tiefe überzeugen, auch der Schreibstil führt den Leser durchs Buch. Die Geschichte ist gut aufgebaut, manchmal etwas verwirrend was Ermittlungen aber auch im wirklichen Leben sind, aber stets sehr angenehm. Ich war nicht völlig gefesselt, kann aber nicht wirklich greifen, woran das lag. Manchmal ist es einfach das falsche Buch zum falschen Zeitpunkt. Denn trotz langer Grübelei kann ich nicht in Worte fassen, warum ich nicht völlig gefesselt war. Das Ende jedenfalls war unglaublich spannend und endete in einem Cliffhanger.

Ein gutes Buch, welches durchaus Lust auf den Folgeband macht. Ob ich die Vorgänger lesen werde, weiß ich noch nicht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.02.2021

hat mir sehr gefallen

Tochter der Elfen
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Es gibt Stadtmenschen und Landmenschen. Greta gehört zu letzterem. Obwohl sie in der Stadt groß geworden ist, fühlte sie sich in der Natur stets viel glücklicher. Sie hat einen unglaublichen Bezug zu Pflanzen ...

Es gibt Stadtmenschen und Landmenschen. Greta gehört zu letzterem. Obwohl sie in der Stadt groß geworden ist, fühlte sie sich in der Natur stets viel glücklicher. Sie hat einen unglaublichen Bezug zu Pflanzen und was sie anfasst, erblüht und gedeiht. Als sie und ihre Mutter in das Haus ihrer Großmutter aufs Land ziehen können, ist Greta also überglücklich. Als sie dann auch noch einen attraktiven jungen Mann kennenlernt, der ihre Liebe zu Pflanzen teilt, könnte die Welt nicht schöner sein. Doch, wie so oft, hält der eitle Sonnenschein nicht lang. Greta erfährt, dass sie eine der letzten reinblütigen Elfen ist und dass ihre neuen Freunde ein dunkles Geheimnis hüten, welches eine große Gefahr birgt. Doch wie kann man helfen, wenn man doch keine Zeit hatte, die eigenen Kräfte zu erforschen und kennenzulernen?

„Tochter der Elfen“ hat mir sehr gut gefallen, da die Protagonisten, magisch wie sie sind, eben doch völlig normale Jugendliche mit Ecken und Kanten sind. Manchmal etwas naiv, manchmal etwas dämlich aber immer mit dem Herzen am rechten Fleck. Greta muss in diesem Buch einiges verarbeiten und ertragen und meistert das ganz gut. Amüsiert hat mich, dass die Autorin einen leichten L- Hang bei der Wahl der Namen hat. Sollte also ein Tierzüchter Namen für seinen L-Wurf suchen und zudem gerne leichte, zauberhafte Lesestunden suchen, dann liegt er mit diesem Buch genau richtig. Es ist definitiv ein Buch für Jugendliche und junge Erwachsene, aber es bietet auch allen anderen, schöne, leichte Lesestunden, da es wirklich gut geschrieben ist und man nur zu gern zwischen den Seiten abtaucht. Die Story ist sehr gut aufgebaut und gerade das Ende ist sehr spannend. Man fiebert auf jeder Seite mit und teilt Freund und Leid mit den Protagogonisten.

Nicht alle Fragen, die man sich während des Lesens gestellt hat, wurden aufgelöst, aber da auch im wirklichen Leben nicht alles geklärt werden kann, fand ich das nicht schlimm. Die Handlungsstränge fanden alle ihr Ende und hinterließen keine Fragen.

Ein wirklich schönes Buch für angenehme, leichte Lesestunden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2021

Spannender Thriller mit enttäuschendem Ende

Hexenjäger
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Das schlichte Cover mit der düsteren Landschaft im Nebel und dem großen roten X, verbunden mit dem Klappentext „ Eine Frau wird ertränkt, eine Frau wird vergiftet, ein Mann wird gesteinigt, ein Mann wird ...

Das schlichte Cover mit der düsteren Landschaft im Nebel und dem großen roten X, verbunden mit dem Klappentext „ Eine Frau wird ertränkt, eine Frau wird vergiftet, ein Mann wird gesteinigt, ein Mann wird erdolcht....“ haben sofort mein Interesse geweckt. Da ich zudem Finnland- affin bin und dieser Thriller in Finnland spielt, musste ich ihn einfach lesen.

Um was geht es: Ein Mörder scheint sich bei seinen Taten betreffend Reihenfolge und Mordmodi an den Bestseller des Autoren Roger Koponen zu halten und das erste Opfer ist ausgerechnet dessen Frau. Obwohl die Polizei die Verbindung zum Buch relativ schnell durchschaut hat, scheint der Mörder ihr dennoch stets einen Schritt voraus zu sein.

Schon der Anfang des Buches konnte mich absolut fesseln. Ich hatte mir, nachdem mein Interesse geweckt wurde, die Leseprobe zu Gemüte geführt und wusste, dass ich dieses Buch lesen muss. Der Autor versteht es wirklich meisterhaft, den Leser von Anfang an in seinen Bann zu ziehen. Handlung und Charaktere sind wundervoll ausgearbeitet und machen es dem Leser leicht, völlig einzutauchen.

Protagonistin Jessica Niemi hat selbst ein Geheimnis, welches den Leser automatisch auch beschäftigt, auch wenn man eigentlich weiß, dass es einen nicht wirklich was angeht. Über Jessica erfährt man auch in gekonnt eingestreuten Rückblenden einiges, was den Charakter nur noch greifbarer werden lässt. Aber auch die anderen Figuren sind sehr schön dargestellt. Keiner ist perfekt, jeder hat Ecken und Kanten, das mag ich sehr.

Die Handlung selbst ist spannend, ohne wirklich blutig oder eklig zu werden und somit auch für eher zart besaitete Leser gut zu lesen. Der Spannungsbogen bleibt hoch und wird auch von den eingestreuten Rückblenden nicht unterbrochen. Immer wieder gibt es unerwartete Wendungen und so habe ich bis zuletzt mitgefiebert und war völlig in der Geschichte gefangen.

Alles könnte perfekt sein, wären da nicht kleine Fehler, die meine Begeisterung ein wenig trüben. Der Umgang mit einem der Ermittler gefällt mir nicht, aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt. Mein größter Minuspunkt, der schlussendlich zum Punkteabzug führte, ist das Ende. Das Ende wirkt einfach nur konstruiert, als hätte Max Seeck keine wirkliche Idee gehabt und alles irgendwie „verwurstelt“. Die ganze Geschichte hatte unglaublich viel Potential, welches am Ende einfach nur verschenkt wurde und mich regelrecht enttäuscht zurückgelassen hat. Wäre das ganze Buch wie das Ende gewesen, würde ich mich nicht für die Folgebände interessieren, aber da mich der Rest des Buches absolut überzeugt hat, gebe ich zumindest dem nächsten Band eine Chance.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere