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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.11.2022

Mehr erwartet

Das Schlaflabor
4

„Das Schlaflabor“ von Marc Meller erzählt die Geschichte von Tom Sonnborn, der seit geraumer Zeit unter Schlafstörungen leidet. Dadurch leidet sein Privatleben, sein Job, seine Psyche. Voller Verzweiflung ...

„Das Schlaflabor“ von Marc Meller erzählt die Geschichte von Tom Sonnborn, der seit geraumer Zeit unter Schlafstörungen leidet. Dadurch leidet sein Privatleben, sein Job, seine Psyche. Voller Verzweiflung wendet er sich an eine teure Klinik in der Schweiz, die mit einer neuen Behandlungsmethode wirbt. Tom schläft bereits am ersten Tag wie nie zuvor und ist überglücklich bis er eines Tages in einem Blut verschmiertem Laken aufwacht und die Polizei vor der Tür steht. Zwei Frauen aus Toms Umfeld wurden ermordet, doch Tom erinnert sich an nichts. Bald traut er sich selbst nicht mehr über den Weg.

Die Schauplätze machen das Buch ein bisschen aus. Zuerst der idyllische Ort in der Schweiz mit der renommierten Klinik und den neuen Behandlungsmethoden. Zusammen mit Tom durchlebt der Leser die Untersuchungen und stellt sich dabei selbst die ein oder andere Frage. Als Tom wieder zu Hause ist und in seiner Wohnung von der Polizei unsanft geweckt wird, tappen wir mit Tom im Dunklen. Als sich Tom dann auf die Flucht begibt, um zu klären, was mit ihm passiert ist, befindet man sich mit ihm auf einer spannenden Verfolgungsjagd. Die Abwechslung machts hier.

Fazit: Bei dieser Leserunde hatte ich tatsächlich etwas Probleme, dass ich das Buch nicht am Stück lesen konnte. Vorallem zwischen Abschnitt 2 und 3 habe ich nach der Woche Pause ein bisschen den Faden verloren.
Die Idee der Handlung fand ich super spannend, für mich hat sich das Buch dann aber in eine etwas ungewünschte Richtung entwickelt. Mehr möchte ich aus spoilertechnischen Gründen nicht dazu sagen.
Die Morde an sich waren mir etwas zu krass beschrieben. Der Anfang mit Myriam ging schon unter die Haut, was dann passiert, war mir ab und an etwas zu viel.
Den Schluss an sich fand ich auch zu lang, das letzte Kapitel hätte es für mich gar nicht mehr gebraucht.
Gesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt, aber ich würde das Buch kein zweites Mal lesen.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 30.10.2022

Tolle Familiengeschichte

Die Töchter der Ärztin
0

Die Töchter der Ärztin ist bereits der 4. Band rund um die Familiengeschichte von Ricarda Thomasius, die Frauenärztin in Berlin ist. Erzählt wird aus den 1920er Jahren, was das Buch zu einem historischen ...

Die Töchter der Ärztin ist bereits der 4. Band rund um die Familiengeschichte von Ricarda Thomasius, die Frauenärztin in Berlin ist. Erzählt wird aus den 1920er Jahren, was das Buch zu einem historischen Roman macht. Im Mittelpunkt stehen Ricardas Töchter Antonia und Henny.
Während Antonia sich auf den Weg nach Afrika macht, um an dem Ort ihrer Kindheit ihre Ausbildung zur Ärztin abzuschließen, wartet auf Henny viel Tumult beim Aufbau ihrer Praxis in Berlin.
Besonders die Geschichte rund um Toni fand ich sehr spannend, da ich selbst noch nie in Afrika war und ich sehr interessant fand etwas darüber zu lesen, vor allem auch durch die zeitliche Diskrepanz. Durch Benjamin kommen auch die Gefühle nicht zu kurz und man hat immer das Gefühl, er hätte noch etwas zu verbergen, was Spannung hervor bringt.
Besonders abwechslungsreich an dem Buch, sind die Orts- und Kulturwechsel zwischen Nachkriegs-Berlin und Afrika, sowohl auch der Kampf um die Rechte von Frauen.
Das Buch lässt sich auch gut einlesen, wenn man (wie ich) die Vorgänger nicht kennt.

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Veröffentlicht am 29.10.2022

Niemand ist perfekt

Vilma zählt die Liebe rückwärts
0

Vilma ist Mitte 30 und hatte mit der Liebe bislang nicht viel am Hut. Das liegt wohl auch daran, dass sie einen sehr speziellen Charakter hat und nie ein Risiko eingeht.
Ihr Leben wird auf den Kopf gestellt, ...

Vilma ist Mitte 30 und hatte mit der Liebe bislang nicht viel am Hut. Das liegt wohl auch daran, dass sie einen sehr speziellen Charakter hat und nie ein Risiko eingeht.
Ihr Leben wird auf den Kopf gestellt, als sie Briefe von ihrem verstorbenen Vater (ohne den sie aufwachsen musste) erhält. Jeden Tag darf sie einen Brief über die Liebesgeschichte ihrer Eltern lesen und auch der Mit-Überbringer der Briefe lässt sich immer mal wieder bei ihr blicken.
Man muss die Art von Humor mögen, da Vilma wirklich sehr schrullig ist und mit vielen Kleinigkeiten Probleme hat, über die sich „normale“ Menschen gar keine Gedanken machen. Aber genau das soll den Leser zum Lachen bringen und in gewisser Weise auch zum nach denken. Denn niemand ist perfekt und man muss sich im Leben auch einfach mal etwas trauen und sich auf andere einlassen. Ein Roman der unterhält.

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Veröffentlicht am 24.10.2022

Eintauchen in die Welt von Waringham

Drachenbanner
4

Drachenbanner ist ein historischer Roman gemischt mit viel Fiktion, um die teilhabenden Charaktere besser begreifen zu können. Geschichtlich geht es um den Kampf der Montfortianer, angeführt von Simon ...

Drachenbanner ist ein historischer Roman gemischt mit viel Fiktion, um die teilhabenden Charaktere besser begreifen zu können. Geschichtlich geht es um den Kampf der Montfortianer, angeführt von Simon de Montfort, die die Provisions, sprich mehr Rechte für Unfreie, durchsetzen möchten und den Royalisten, angeführt durch König Henry, in Vertretung durch dessen Sohn Edward.
Eine große Rolle spielt dabei auch die heimliche Liebesbeziehung der adeligen Lady Adela mit Bedric, welcher sich vom Leibeigenen zum freien Mann hocharbeiten konnte.
Bedric zieht schließlich auch mit Simon in den Krieg und wir erfahren viel aus seiner Sichtweise.
Rebecca Gablé schafft es mit ihrer einnehmenden Schreibweise viel Spannung aufzubauen und Geschichte lebendig zu machen. Die Beschreibungen der Figuren und Orte sind so dargestellt, dass man denkt dabei zu sein.
Die Charaktere wachsen einem stets ans Herz und machen eine breite Entwicklung durch. Als Leser wächst man mit den Figuren mit, da man diese schon oft in ihrer Kindheit/Jugend zu begleiten beginnt.
Die teils größeren Zeitsprünge im Roman haben mich persönlich nicht gestört, da es sonst unmöglich wäre die Zeitspanne in einem Buch zu erzählen. Mit rund 920 Seiten hat Drachenbanner eine gute Länge.
Die Mischung zwischen geschichtlichen Fakten und fiktiver Unterhaltung passte für mich sehr gut.
Auch befindet sich am Anfang des Buches eine Karte und am Ende erklärt Rebecca Gablé in einem Nachwort nochmals, was tatsächlich geschah und was von ihr erfunden wurde.
Drachenbanner erhält von mir eine absolute Empfehlung und lässt mich zufrieden zurück.

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Veröffentlicht am 17.10.2022

Ernste Thematik

Dark Clouds
0

Sehr gut an dem Buch hat mir gefallen, dass der Erzählstil so abwechslungsreich ist. Mal werden Informationen über die Protagonisten Fjella, Philip und Adrian weiter gegeben, mal sind Social Media-Beiträge ...

Sehr gut an dem Buch hat mir gefallen, dass der Erzählstil so abwechslungsreich ist. Mal werden Informationen über die Protagonisten Fjella, Philip und Adrian weiter gegeben, mal sind Social Media-Beiträge oder Zeitungsberichte abgebildet. Die Ereignisse werden von den jeweiligen Personen oder Verlagen immer anders betrachtet, so wie es im echten Leben auch ist. Manche sehen noch gar keine Gefahr, während andere den drohenden Untergang als gewiss ansehen und natürlich sind auch Verschwörungstheorien dabei.
Die Berufe der Hauptcharaktere, bzw. deren Hobbies, wie bei Fjella, sind gut gewählt, da jeder auf seine eigene Weise mit dem Wetter zu tun hat (z.b. Versicherungsvertreter, Wolkenkundlerin).
Ich konnte mich gut in das Buch einfühlen und die Angst und Gefahr wirklich spüren. Das Buch ist ein echter Weckruf, wie sich auch bei uns die Klimaveränderung auf das Wetter auswirken kann.
Zudem finde ich das Cover sehr schön aufgemacht, da es alle Buchseiten wie einen Karton umschließt.
An mancher Stelle hat mir der Unterhaltungswert aber dann doch gefehlt, weil das Buch einfach ein sehr ernstes Thema behandelt.

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