Profilbild von SophiaDango

SophiaDango

Lesejury Star
offline

SophiaDango ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SophiaDango über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.10.2025

Gewaltig, wichtig und eindrücklich - ein Roman, der nachhallt und durch sprachliche Eleganz besticht

ë
0

Jehona Kicaj ist 1991 im Kosovo geboren und in Göttingen aufgewachsen. Sie hat Germanistik, Philosophie und Neuere Deutsche Literaturwissenschaft studiert. Als Kind kosovarischer Geflüchteter erzählt sie ...

Jehona Kicaj ist 1991 im Kosovo geboren und in Göttingen aufgewachsen. Sie hat Germanistik, Philosophie und Neuere Deutsche Literaturwissenschaft studiert. Als Kind kosovarischer Geflüchteter erzählt sie ihre Geschichte und die des Krieges im Kosovo Ende der 90er Jahre, den sie aus sicherer Entfernung in Deutschland miterlebt. Sie erzählt von ihrer eigenen Familie, aber auch von Exil, Flucht, Migration und Völkermord. Der Titel "ë" steht dabei für einen Buchstaben, der essentiell für die albanische Sprache ist, aber kaum hörbar ist beim Sprechen.

Mit 176 Seiten ist das Buch nicht allzu dick, hat es dafür aber in sich. Sprachgewaltig und feinfühlig beschreibt die Autorin hier ein wichtiges Thema, das in Vergessenheit gerät und für viele von uns nicht präsent ist oder war. Sie verpackt sensible Themen wie Krieg, Flucht und Sprachlosigkeit gekonnt in eine Geschichte, die sowohl ihr selbst als auch allen Opfern und Überlebenden des Krieges gerecht wird.
Der Roman beginnt mit der Sprachlosigkeit im weitesten Sinne - bei einem Zahnarztbesuch. Die Autorin benötigt eine Beißschiene, denn sie presst die Kiefer wohl so fest aufeinander, dass Zähne und Knochen Schaden nehmen. Bereits hier zeigt sie eindrucksvoll, wie sie die Sprachlosigkeit und -suche erlebt, stets zwischen zwei Sprachen zu sein, die Sprache nicht finden und greifen zu können. Sie widmet sich einer Fülle an Themen, auch ihre Erfahrungen als Kind Geflüchteter in Deutschland sind Thema: Rassismus und Ausgrenzung in Schule und Universität, aber auch im Alltag. Ebenso die kollektiven Erinnerungen, beispielsweise ihrer Eltern oder anderer Familienmitglieder und die Angst, die Sprache zu verlieren, beschreibt sie treffend und stets wird ihre Zerrissenheit deutlich, an der sie uns als Leser teilhaben lässt. Der Erzählstil ist dabei sachlich, aber eindringlich und nie belehrend und das entfaltet einen Sog beim Lesen, dem man sich als Leser kaum entziehen kann. Einen kleinen Abzug gibt es für mich für die vielen Wechsel der Zeit- und Personenebenen, weil das Buch keine Kapitel oder Überschriften hat. Oft musste man sich erst wieder in die Geschichte einfinden, wenn in einem neuen Absatz ein neuer Gedanke aufgegriffen wird. Aber es fordert beim Lesen und passt zur Handlung und der Geschichte.
Das Buch hat mich sehr bewegt und zum Nachdenken gebracht, es hallt nach und greift das Thema und die Aufarbeitung des Kosovokrieges auf, das oft ignoriert wird und in Vergessenheit gerät.

Jehona Kicaj jat mit "ë" einen gewaltigen, wichtigen und fordernden Roman geschrieben, der nicht nur unterhält sondern auch die Grausamkeiten und Komplexitäten von Krieg, Migration und Sprachlosigkeit aufgreift. Für mich völlig zurecht auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2025, ich würde mich freuen, wenn sie damit ausgezeichnet wird. Unbedingte Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.10.2025

Eindrücklich, wichtig und aktuell - eine Geschichte über den Trend der "Trad-Wives"

Heimat
0

Jana zieht mit ihrem Mann und den beiden Kindern aus der Großstadt aufs Land, pure Idylle, viel Grün und eine Nachbarschaft mit vielen Kindern. Sie ist erneut schwanger und hat ihren Job im Marketing gekündigt, ...

Jana zieht mit ihrem Mann und den beiden Kindern aus der Großstadt aufs Land, pure Idylle, viel Grün und eine Nachbarschaft mit vielen Kindern. Sie ist erneut schwanger und hat ihren Job im Marketing gekündigt, ohne mit ihrem Mann vorher darüber zu sprechen. Jana ist oft überfordert mit den beiden Kindern und froh, wenn sie sie für ein paar Stunden in der Kita abgeben kann. In der Ehe kriselt es und so ist sie oft alleine mit den Kindern. Schon bald begegnet sie Karolin, die das genaue Gegenteil von Jana ist: ihren Alltag mit fünf Kindern meistert sie scheinbar mühelos und sie geht locker durchs Leben. Jana folgt ihr bei Instagram, wo sich Karolin als sogenannte Trad-Wife präsentiert: sie erzählt, wie gerne sie mit den Kindern zu Hause ist, gibt Tipps zu Erziehung, Haushalt und dem Leben als Mutter und Ehefrau im Allgemeinen und scheint fest im Glauben und christlichen Werten verankert. Jana wird immer weiter eingesogen in dieses ihr neue Lebensmodell und verändert sich immer mehr. Aber auch bei Karolin ist nicht alles so perfekt, wie es scheint.

Schon der Klappentext hat mich direkt angesprochen, einen Roman über den Trend von Trad-Wives habe ich in der Form noch nicht gesehen oder gelesen.
Die Geschichte ist komplett aus Janas Ich-Perspektive geschrieben, was ihre Veränderung und Gedanken sehr gut ins Licht rückt. Schon zu Beginn übt die Handlung einen Sog auf den Leser aus, dem man sich bald nicht mehr entziehen kann. Die Ideologie, die Karolin vertritt, schleicht sich lautlos an: in einem Buchclub, den Karolin leitet, bespricht sie ein Buch, das propagiert, Kinder zu Hause zu erziehen ohne Kita und äußere Einflüsse. Oder das Selbstherstellen von Lebensmitteln, weil die Industrie uns und unsere Kinder vergiften will. Oder die christlichen Werte, die sie ihren Kindern vermitteln will. Es gibt viele große und kleine Beispiele, die mir mehr oder weniger aufgefallen sind, weil sie eben so nebensächlich und selbstverständlich betrachtet werden. Oft war ich auch selbst, wie Jana, hin- und hergerissen, denn eigentlich ist ja z.B. Zeit mit seinen Kindern verbringen zu wollen, per se nichts Schlimmes. Die Autorin schafft es gekonnt, ohne Wertung oder erhobenen Zeigefinder, ohne Pro oder Kontra zu erzählen mit viel Feingefühl und Präzision, der Schreibstil lässt viel Raum für Interpretationen. Gerade dieser leise und elegante Schreibstil holt einen ab und übt einen Sog aus, dem ich mich bald nicht mehr entziehen konnte und das Buch an zwei Nachmittagen gelesen habe.

Die Figuren sind allesamt toll und realistisch gezeichnet. Da wir alles aus Janas Sicht erfahren, ist die Betrachtung zwar subjektiv, aber als Leser kann man sich dennoch ein gutes Bild der Situation und der Figuren machen. Vor allem Karolin hatte ich sofort genau vor Augen, weil sie die Menge an Influencerinnen und Trad-Wives, die einem in den sozialen Medien begegnen, mehr als treffend repräsentiert. Lühmann gelingt es, diese Figuren sowohl sachlich als auch feinfühlig genug zu beschreiben, sodass sich der Leser selbst ein Bild machen muss.

"Heimat" ist ein rundum gelungener Roman, der den oft wenig beachteten, aber umso gefährlicheren Trend der Trad-Wives aufgreift. Außerdem werden viele wichtige Themen aufgegriffen wie das Spiel mit klassischen Rollenbildern, Erziehung, Stadt-Land-Gefälle und Familienprobleme. Es ist ein Buch, das schnell gelesen ist, aber lange nachhallt. Leise wird eine Geschichte erzählt, die sich genauso wahrscheinlich zu Tausenden in Deutschland abspielt. Als Leser ist man gefragt, sich eine Meinung zu bilden, abzuwägen und für sich zu entscheiden, wie man die Handlungen und Situationen bewertet. Es hat mich öfters wütend gemacht, wie Jana in die "Falle" tappt und sich immer weiter in dieses rechte Milieu begibt. Vor allem aber, wie Karolin und ihr Mann dieses Leben, das sie präsentieren, rechtfertigen: mit christlichen Werten und auf die Familie und Rollenbilder fokussiert, denn z.B. ist ein Mann, der im Haushalt hilft, das Schlimmste, Kinder in die Kita "abzuschieben", nur damit die Eltern ihre Ruhe haben, das Schlimmste oder der Mann hat in der Familie natürlich das letzte Wort und als Frau muss man sich eben auch mal unterordnen.

Der Roman wird mich noch lange beschäftigen. Das sehr offene Ende hat mich erstmal ratlos zurück gelassen, aber auch darüber denkt man noch lange nach, denn er lässt viel Interpretationsspielraum. Es hätten auch für mich noch mehr Seiten sein dürfen, denn Einiges bleibt unklar oder wird nicht ausgeleuchtet, aber das macht auch den Reiz der Geschichte aus. Große Leseempfehlung für dieses wichtige Thema!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.10.2025

Persönliche und oft berührende Geschichte, die einen zum Lachen, Weinen und Augen öffnen bringt

»Mama, bitte lern Deutsch«
0

Tahsim Durgun lässt uns in seinem Buch an seiner Geschichte teilhaben. Er wächst mit drei Geschwistern und seinen Eltern in Oldenburg in einer trostlosen Plattenbausiedlung auf. Die Eltern sind Yeziden ...

Tahsim Durgun lässt uns in seinem Buch an seiner Geschichte teilhaben. Er wächst mit drei Geschwistern und seinen Eltern in Oldenburg in einer trostlosen Plattenbausiedlung auf. Die Eltern sind Yeziden und mussten aus ihrer Heimat fliehen, die Kinder wurden in Deutschland geboren. Auch wenn die Kinder keine andere Heimat als Deutschland kennen, werden sie als fremd angesehen, müssen mit Vorurteilen kämpfen und ihr Aufenthaltsstatus ist immer wieder in Gefahr, denn die Behörden sind der Meinung, dass die Türkei für Yeziden nun sicher sei. Die Kinder lernen Deutsch, müssen oft für die Eltern, insbesondere die Mutter, übersetzen und sie zu Behörden- und Arztbesuchen begleiten.

Ich hatte zuvor noch nichts von Tahsim Durgun gehört oder gesehen, aber der Klappentext und Titel haben direkt Lust aufs Lesen gemacht. Die Geschichte ist mehrere Kapitel unterteilt, jedes Kapitel trägt als Überschrift ein Stilmittel der deutschen Sprache in eine Frage verpackt. Der Erzählstil ist so locker und leicht, dass ich oft das Gefühl hatte, der Autor würde mir gegenübersitzen und seine Geschichte erzählen. Er erzählt frei und "vom Herzen weg", was mir sehr gut gefallen hat und die Geschichte ungemein auflockert. Er bewahrt sich seinen Humor beim Erzählen, auch in unangenehmen und beklemmenden Situationen beschönigt er nichts oder übertreibt beim Erzählen.
Vor allem der Kontrast, den der Autor bei seiner Mutter erlebt, ist enorm: zu Hause ist sie die "Meisterin" der Wortgewandtheit in kurdischer Sprache, kann selbst komplexeste Dinge erläutern, ist selbstbewusst und kann sich durchsetzen. Im Gegensatz dazu steht die schüchterne und gedemütigte Frau, die um Worte ringt, der die Stimme weg bleibt und die auch auf dem Schulfest nicht versteht, warum andere Mütter die Nase rümpfen, wenn sie die mitgebrachten Speisen sehen.
Man spürt beim Lesen die Verbundenheit und Liebe des Autors zu seinen Eltern und seiner Familie, er ist trotzdem einerseits stolz auf seine Wurzeln und was seine Eltern geschafft haben, andererseits schämt er sich auch gerade als Kind, wenn er z.B. nicht sagen kann, welcher Religion er angehört oder beim Übersetzen helfen muss.
Er versteht, dass seine Mutter bei auslaugender Arbeit ohne Urlaub und Kindererziehung kaum Zeit hatte, Deutsch zu lernen, aber ist auch wütend darüber, dass sie nach über zwanzig Jahren immer noch so um Worte ringt. Differenziert zeigt er seinen Zwiespalt in dieser Hinsicht auf, aber auch komplexe Probleme in der deutschen Gesellschaft und im System in Bezug auf Migration und Integration nimmt er kritisch und trotzdem humorvoll unter die Lupe.

Das Buch macht die Privilegien deutlich, die fast alle von uns in Deutschland haben, aber auch, wie wir im Einzelnen und als Gesellschaft aktiv Integration und Miteinander fördern können. Mein tiefer Respekt gilt dem Autor und seiner Familie, insbesondere der Mutter, die so vieles erreicht haben, was wahrscheinlich immer ungesehen bleiben wird. Ganz große Leseempfehlung, ich hoffe, dass das Buch noch viele Menschen erreichen wird!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.09.2025

Verstörend, schockierend, befremdlich - ein Buch, das über Grenzen hinaus geht

Schwindende Welt
0

Amane lebt in einer Welt, in der das klassische Liebes- und Familienleben nicht mehr existiert, wie wir es kennen. Man kann sich noch in Menschen (oder Fantasiewesen) verlieben, doch Geschlechtsverkehr ...

Amane lebt in einer Welt, in der das klassische Liebes- und Familienleben nicht mehr existiert, wie wir es kennen. Man kann sich noch in Menschen (oder Fantasiewesen) verlieben, doch Geschlechtsverkehr wird als extrem unnormal angesehen, Kinder entstehen ausschließlich durch künstliche Befruchtung. Amane erfährt bereits früh, dass sie auf natürliche Weise gezeugt und geboren wurde. Sie will fortschrittlich sein und heiratet zwei Mal, mit ihrem zweiten Mann denkt sie bereits an die Bewerbung für eine künstliche Befruchtung. Es ist normal und sogar gewünscht, dass man seine Ehepartner nicht treu ist und sich Befriedigung woanders sucht - Ehe ist nur zur (finanziellen) Sicherheit da. Als sie von "Experimenta" erfährt, früher die Stadt Chiba, in der Kinder der Stadt übergeben werden und von allen Bürgern großgezogen werden, sozusagen keine richtigen Eltern oder Familie haben, ist sie zunächst skeptisch. Ihr Mann und sie entschließen sich dann doch, nach Experimente zu ziehen - und Amane verändert sich immer mehr...

Ich war von der Idee des Buchs zunächst angetan und habe mir einen Roman fernab des Mainstreams gewünscht, der wichtige Fragen rund um das traditionelle Familienbild beleuchtet. Leider konnte mich die Geschichte dann doch nicht so abholen, wie ich es mir gewünscht hatte.
Am meisten gestört hat den Lesefluss für mich der sehr nüchterne, oft schon wissenschaftlich sterile Erzählstil. Auch wenn es typisch japanisch ist und zur Handlung passt, hat es mich doch beim Weiterlesen gestört. Die Protagonistin erzählt chronologisch aus ihrem Leben, angefangen im Kindergartenalter bis in die erwachsene Gegenwart. Sie fragt sich oft, was "normal" ist in der Gesellschaft und für sie selbst, für mich bleibt das aber meist an der Oberfläche, denn sie passt sich ganz den Normen der Gesellschaft an. Vor allem im ersten Drittel geht es extrem viel um Sexualität, da muss man sich beim Lesen erstmal durchkämpfen.
Interessanter, aber auch befremdlicher wurde es für mich, als der Umzug nach Experimenta bevorsteht. Bereits zuvor wirft die Autorin die Frage auf, wie die Zukunft in Bezug auf Familie und Ehe aussehen könnte, aber ab da wird diese Frage auf die Spitze getrieben. Für mich unvorstellbar, sein Kind nach künstlicher Befruchtung und Geburt anzugeben und sich als ganze Stadt um die Kinder zu kümmern. Außerdem gibt es dort keine Ehen oder Liebesbeziehungen mehr, vielmehr gibt man seine Liebe an die Kinder weiter, die stets "Kindchen" genannt werden. Jedes Kind sieht gleich aus, ist gleich angezogen und agiert mit derselben Mimik und Gestik. Erschreckend roboterhaft und steril erscheinen diese Erziehungsmethoden und das Leben in der Stadt.

Man wird beim Lesen gezwungen, über Themen wie klassische und traditionelle Rollenbilder, Sexualität, Familienleben und Erziehung nachzudenken und auch sich selbst zu hinterfragen, wie starr man in seinem Denken darüber ist. Trotz dieser interessanten Thematik konnte mich das Buch nicht ganz erreichen, auch der Schluss ist grenzwertig geschrieben, passt aber zum Rest der Geschichte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2025

Ein Begleiter mit Anregungen für mehr Selbstliebe

Wiedersehen mit mir selbst zwischen Pizza und Aperol
0

Eva, 38 Jahre alt, ist am Tiefpunkt angelangt: ihr Partner hat sie verlassen und sie wurde in ihrem Job als Marketing-Managerin gekündigt. Weil sie nicht weiter weiß, beschließt sie, mit "Berta", dem alten ...

Eva, 38 Jahre alt, ist am Tiefpunkt angelangt: ihr Partner hat sie verlassen und sie wurde in ihrem Job als Marketing-Managerin gekündigt. Weil sie nicht weiter weiß, beschließt sie, mit "Berta", dem alten VW-Bus ihres Onkels, einen Roadtrip zu machen. Sie ist auf dem Weg zu ihrer Familie in Italien, aber unterwegs folgt sie einer Karte, die sie im Bus findet und macht Halt in verschiedenen malerischen Orten. Sie begegnet verschiedenen Menschen und Situationen und lernt immer mehr, ihre Selbstzweifel hinter sich zu lassen und sie selbst zu sein - egal, was andere sagen oder denken.

Das Cover ist schön und passend zum Inhalt gestaltet. Ich kenne die Autorin von ihrem Instagram Account und war gespannt, wie sie wichtige Themen wie Selbstzweifel und Grenzen setzen in einen Roman einbaut.
Aufgrund des Klappentextes hatte ich mir eine spannende und mitreißende Geschichte erhofft, wurde aber leider etwas enttäuscht. Die Botschaft ist klar und wird auch sehr gut transportiert: hinterfrage deine Glaubenssätze, lerne, Grenzen zu setzen und finde zu dir selbst. Die Geschichte drum herum wirkt aber konstruiert und ist mit vielen Zufällen und positiven Wendungen auch nicht recht glaubwürdig. Zum Beispiel lernt Eva in einem Café einen älteren Mann kennen, dem ausgerechnet eine Schauspielerin für die Hauptrolle in seinem Theaterstück fehlt oder Eva findet einen Stellplatz auf einem Campingplatz, der komplett ausgebucht ist. Die Entwicklung, die Eva bezüglich ihrer Selbstzweifel durchmacht, geht mir auch zu schnell, ein dreiwöchiger Roadtrip soll ihr Leben und Denken komplett verändern.
Sehr gut gefallen haben mir die Illustrationen, die jedem Kapitel voran gestellt sind und malerisch gestaltet sind. Außerdem gibt es nach jedem Kapitel eine passende Affirmation, die man als Leser gedanklich mitnehmen und verinnerlichen kann. Die Botschaft der Geschichte wird gut rüber gebracht, auch die eingestreuten Tipps wie bewusste Atmung oder Journaling passen gut in die Geschichte. Die Geschichte macht auf jeden Fall Lust, einen Urlaub in Italien zu verbringen.

Mich konnte das Buch mit seiner oft unrealistischen Geschichte mit vielen Klischees und Zufällen nicht ganz erreichen, vielleicht hätte ein reiner Ratgeber ohne Romanelemente besser zur Botschaft und den Affirmationen gepasst.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere