Packender und spannender Thriller, der einen selbst am eigenen Verstand zweifeln lässt
Der NachbarDie Strafverteidigerin Sarah Wolff hat vor elf Jahren eine traumatische Erfahrung gemacht und zieht zum Beginn der eigentlichen Handlung mit ihrer Tochter an den Stadtrand von Berlin. Sie scheint nun endlich ...
Die Strafverteidigerin Sarah Wolff hat vor elf Jahren eine traumatische Erfahrung gemacht und zieht zum Beginn der eigentlichen Handlung mit ihrer Tochter an den Stadtrand von Berlin. Sie scheint nun endlich angekommen zu sein, auch wenn ihr ihre Monophobie (die Angst, alleine zu sein) immer noch zu schaffen macht. Sie und ihre Tochter leben sich gut ein, bis immer mehr seltsame Dinge im Haus passieren. Was sie nicht ahnt: sie hat einen Nachbarn, durch den ihr Leben bald komplett aus den Fugen geraten wird...
Mein allererster Fitzek - und ich bin überrascht, aber auch zwiegespalten.
Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt und spielt auf mehreren Zeitebenen. Die Kapitel sind meist recht kurz, was den Lesefluss erleichtert, die meisten Kapitel enden auch mit einem Cliffhanger, was einen sofort weiter lesen lässt. Beim Lesen ist man schnell in einem Sog und gleichzeitig Albtraum gefangen, aus dem man selbst kaum entkommen kann. Immer tiefer taucht man ein in die manchmal verwirrende, aber immer spannende Handlung.
Mal wollte ich das Buch aus dem Fenster werfen, dann wieder bis spät abends weiter lesen - Sebastian Fitzek gelingt es auf eine ganz eigene Art, den Leser immer wieder zu ködern. Nur häppchenweise werden Hinweise enthüllt bzw. dachte ich beim Lesen, jetzt durchzublicken, bis die nächste Sackgasse kam. Der Erzählstil ist sachlich und manchmal fast nüchtern, gerade in Sarahs Perspektive. Dennoch schafft es vor allem die Handlung, mich immer wieder selbst an meinem Verstand und meiner Wahrnehmung zweifeln zu lassen.
Die Vorkommnisse in Sarahs Haus beginnen harmlos, steigern sich jedoch schnell in einen echten Albtraum. Stets ist die unterschwellige, düstere Stimmung spürbar, die sich durch das ganze Buch zieht.
Die Handlung an sich ist sehr spannend, an einigen Stellen jedoch für mich auch etwas unrealistisch und weit hergeholt. Gerade das Ende ist in sich schlüssig, aber konnte mich nicht vollkommen überzeugen.
Ich werde mir noch weitere Fitzek-Bücher vornehmen, "Der Nachbar" war schon mal ein guter Auftakt für mich.