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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.07.2026

Ein Mord auf Helgoland - kurzweiliger Krimi mit ungewöhnlichem Ermittler-Duo

grün, tot, weiß
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Auf Helgoland wird am Fuße der Hummerklippen der erfolgreiche Krimiautor Christian Gröger tot aufgefunden. Die Kriminalhauptkommissarin Herma Bahnsen und ihr junger Kollege Jan Tesdorp, die für die Ermittlungen ...

Auf Helgoland wird am Fuße der Hummerklippen der erfolgreiche Krimiautor Christian Gröger tot aufgefunden. Die Kriminalhauptkommissarin Herma Bahnsen und ihr junger Kollege Jan Tesdorp, die für die Ermittlungen aus Pinneberg einbestellt werden, stellen schnell fest, dass es kein natürlicher Tod war. Der Autor war für Recherchezwecke für seinen neuen Krimi auf der Insel - und hat einige Geheimnisse und Machenschaften der Insulaner aufgedeckt. Nun steht die ganze Insel unter Mordverdacht und Herma und Jan ermitteln.

Das Cover fällt zunächst ins Auge, weil es etwas anders gestaltet ist, es passt zur Geschichte. Auch der Titel ergibt nach dem Lesen Sinn und ist gut gewählt. In übersichtlich langen Kapiteln wird die Handlung aus mehreren Sichtweisen geschildert, womit man immer mitten im Geschehen und den Ermittlungen ist. Die Hauptfiguren Herma und Jan sind gut beschrieben und bilden ein ungewöhnliches Ermittler-Duo. Wirklich sympathisch war mir beim Lesen aber niemand von beiden. Man lernt die verschieden Inselbewohner kennen, auch sie sind gut und detailliert beschrieben und schnell wird klar, dass fast jeder seine eigenen Geheimnisse unter Verschluss halten möchte. An manchen Stellen waren es für mich fast zu viele Namen, die man leicht durcheinander bringen kann und gerade die Beziehungen unter- und zueinander sind komplex.
Die Spannung steigert sich langsam, bis zum Schluss habe ich gerätselt, wer nun der Täter ist. Die Auflösung wurde schlüssig erzählt und fiel anders aus, als ich während des Lesens dachte. Der Erzählstil ist gut und angenehm zu lesen, man fliegt durch die Seiten und lernt sowohl Inselbewohner als auch die tolle Landschaft und Atmosphäre Helgolands besser kennen.

"grün, tot, weiß" ist ein kurzweiliger Krimiroman, dessen Figuren toll beschrieben werden und der sich gut lesen lässt. Perfekt für Krimifans und auch für den Urlaub!

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Veröffentlicht am 07.07.2026

Guter Auftakt einer High Fantasy-Reihe - magisch, fantastisch und vielfältig

Sarania
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Der 15-jährige Benalir wohnt mit seinem Vater in Belfang, dem größten Land des Kontinents Sarania. Gemeinsam arbeiten die beiden als Schmiede und führen ein bescheidenes Leben. Bei einer Waffenlieferung ...

Der 15-jährige Benalir wohnt mit seinem Vater in Belfang, dem größten Land des Kontinents Sarania. Gemeinsam arbeiten die beiden als Schmiede und führen ein bescheidenes Leben. Bei einer Waffenlieferung ins nahe gelegene Dorf Agalam erfährt Benalir, dass der düstere Zauberer Zorano immer mehr an Macht gewinnt und ganz Sarania einnehmen will. Er erfährt außerdem, dass er Teil einer Prophezeiung ist und Zorano stürzen kann. Gemeinsam mit zwei neu gewonnenen Freunden macht er sich auf den beschwerlichen Weg. Ebenso sucht Sacerak, ein Zauberer und ehemaliger Freund Zoranos, die Insel Dûlur auf, um den düsteren Magier zu stürzen.

Das Cover hat mich nicht sofort angesprochen, nach dem Lesen passt es aber zur Handlung. Man steigt nicht abrupt in die Geschichte ein, es wird zunächst Benalirs Alltag und sein Leben beschrieben. Die Geschichte wird aus der personalen Erzählperspektive von Benalir und Sacerak erzählt. Man bekommt so stets viele Einblicke in die beiden Hauptfiguren, eventuell hätte mir aber eine abwechselnde Ich-Perspektive der beiden gefallen. Saceraks Kapitel haben mir meist etwas besser gefallen, weil er mehr Ausstrahlung und Willensstärke hat als Benalir, der meist, gerade zu Beginn, eher naiv und blauäugig beschrieben wird. Im Verlauf jedoch wird er mutiger und stellt sich den Herausforderungen, was sehr schön zu lesen ist.
Die Welt Saranias selbst wird detailliert und authentisch beschrieben, die Schauplätze, Figuren und Landschaften werden toll ausgeführt und es wird eine High Fantasy-Welt beschrieben, die durch eine Karte und einem Figurenverzeichnis hervorragend ergänzt wird. Ebenso interessant ist die eigene Sprache Saranias, die der Autor entwickelt hat und die am Ende des Buchs aufgeschlüsselt wird. Die Sprache allgemein ist eher altertümlich und passt damit sehr gut zur beschriebenen High Fantasy-Welt.

Ein Kritikpunkt sind für mich die Längen, die das Buch hat, weil die beiden Hautfiguren einiges an Beschreibungen und Expositionen liefern. Zudem erinnert die Geschichte beim Lesen teils stark an die "Harry Potter"-Reihe und "Der Herr der Ringe", hier hätte ich mich mehr noch mehr eigene Ideen und Details gewünscht.

"Das Vermächtnis der Magier" ist ein guter Auftakt der "Sarania"-Reihe und wird High Fantasy-Fans sicherlich begeistern.

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Veröffentlicht am 21.06.2026

Dystopie über Sehnsucht und Menschlichkeit - trotz toller Idee nicht ganz überzeugend

Die unendliche Sehnsucht der Haushaltsgeräte
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In Smarthomes in naher Zukunft wird alles automatisch erledigt und geregelt: alle Haushaltsgeräte werden über eine Smartwatch gesteuert und das gesamte Leben aller Bürger wird über ein Raster gesteuert ...

In Smarthomes in naher Zukunft wird alles automatisch erledigt und geregelt: alle Haushaltsgeräte werden über eine Smartwatch gesteuert und das gesamte Leben aller Bürger wird über ein Raster gesteuert und kontrolliert. In einem solcher Smarthomes leben Harold und Evie, beide Rentner. Nach dem tragischen Tod Eves ist Harold auf sich alleine gestellt und seine fast verschollene Tochter Kate darf ihn besuchen. Der kleine Staubsaugerroboter Scout und der Nachbarsjunge Adrian helfen Harold, in seinem Zuhause bleiben zu dürfen. Doch das Raster ist gnadenlos und der Plan, Harolds Zuhause zu erhalten, ist gefährlich...

Mich haben sofort das das Cover und der ungewöhnliche Titel des Buchs angesprochen. Der Klappentext verspricht eine "Wohlfühlgeschichte" rund um einen kleinen Staubsaugerroboter und ich hatte mich auf eine locker-leichte Geschichte gefreut. Allerdings ist der Klappentext meiner Meinung nach irreführend, denn im Zentrum stehen nicht nur Adrian und Scout sondern auch Harold und Kate. Es ist ebenso keineswegs eine Wohlfühlgeschichte zum "weg lesen" sondern wird immer mehr zum Thriller im Laufe der Handlung.
Der Anfang hat mir gut gefallen, der Schreibstil ist angenehm und gut zu lesen. Man lernt die Bewohner des Hauses kennen und die Haushaltsgeräte, die untereinander kommunizieren können. Gerade Scout mit ihrer neugierig-naiven Art sticht hervor und ist mehr als liebenswert. Ebenso Harold, Evie und Adrian sind direkt sympathisch, wenngleich sie mehr Tiefe verdient hätten. Leider blieben für mich beim Lesen bis zum Schluss alle Zusammenhänge, gerade innerhalb des Rasters und wie es agiert, unklar und es wurde zu wenig erklärt. Zudem gibt es noch sogenannte "Dissidenten", die unerkannt außerhalb des Rasters leben als eine Art Widerstand, gerade da hätte ich mir noch viel mehr Einblicke gewünscht.

Der Aufbau der Geschichte ist zunächst vielversprechend und man fiebert einer großen Auflösung entgegen. Die Handlung bremst sich aber an vielen Stellen selbst aus und tritt auf der Stelle, ein wirklicher Plottwist bleibt aus. Einzig Scout mit ihrer unbedarften und hilfsbereiten Art bringt Leben und Farbe in die ansonsten oft ereignislose Handlung. Das Potenzial des Szenarios, das in naher oder ferner Zukunft durchaus realistisch erscheint beim Lesen (es gibt ja bereits jetzt schon "Smarthomes und selbstfahrende Autos), hätte für mich viel mehr ausgeschöpft werden können. Mich konnte das Buch leider nicht ganz überzeugen trotz toller Ausgangslage.

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Veröffentlicht am 17.06.2026

Tolle Idee mit eher schwacher Umsetzung und wenig Tiefe

Eine Liebe ohne Sommer
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Rosa lernt Nikolas im Treppenhaus zu ihrer Wohnung kennen. Sie verliebt sich direkt in den sehr attraktiven Mann und auch er scheint sich sehr zu ihr hingezogen zu fühlen. Da sieht Rosa darüber weg, dass ...

Rosa lernt Nikolas im Treppenhaus zu ihrer Wohnung kennen. Sie verliebt sich direkt in den sehr attraktiven Mann und auch er scheint sich sehr zu ihr hingezogen zu fühlen. Da sieht Rosa darüber weg, dass Nikolas kaum etwas von seiner Vergangenheit erzählt und ihr seine Freunde nicht vorstellt. Auch Ellen, Nikolas' Mutter, die im selben Haus wie Rosa wohnt, hält sich bedeckt, sobald das Thema Familie und Freunde aufkommt, gleichzeitig ist sie fast schon übergriffig und mischt sich oft in die Beziehung ein. Rosa und Nikolas sind seit drei Monaten ein Paar als er bei einem Unfall ums Leben kommt. Gemeinsam mit Ellen versucht Rosa durch den Verlust zu kommen. Da Ellen sich weiterhin bedeckt hält, beginnt Rosa, auf eigene Faust in Nikolas' Leben zu forschen und muss sich dabei fragen, ob sie auch diese Seite von ihm hätte lieben können und was aus den beiden geworden wäre, hätte Nikolas ihr alles aus seinem Leben erzählt.

Sowohl der Klappentext als auch das Cover haben mich direkt angesprochen und haben hohe Erwartungen an eine ganz andere Geschichte geweckt. Die Ausgangslage ist auch sehr vielversprechend und besonders: was passiert, wenn man sich erst nach dem Tod richtig kennenlernt? Hätte man den Menschen mit den Geheimnissen und Dingen, die man heraus findet, lieben können?
Das Buch ist komplett aus Rosas Ich-Perspektive geschrieben. Was erstmal sehr flüssig und gut zu lesen ist, hat mich irgendwann genervt, denn Rosa ist so voller Selbstzweifel und Unsicherheiten, dass sie sich oft selbst im Weg steht. Ich wurde mit ihr als Protagonistin und Erzählerin auch nicht wirklich warm, was an ihrer stets etwas distanzierten und reservierten Haltung liegt. Besonders genervt hat mich Ellen, die alles bestimmen möchte, einerseits froh ist, dass Rosa sie begleitet in ihrer Trauer, sie im nächsten Moment aber wieder von sich stößt. Um Nikolas' Vergangenheit wurde ein großes Geheimnis gemacht und ich hatte mit einem großen Plottwist oder einer riesigen Enthüllung gerechnet, die Auflösung war dann aber relativ unspektakulär und wenig überraschend. Die Figuren bleiben allesamt an der Oberfläche und ohne Tiefe, es werden viele Personen in die Handlung eingeflochten und ab und zu war mir die Handlung an sich mit ihren Situationen auch zu weit hergeholt.

Das Buch konnte meinen Erwartungen nicht wirklich gerecht werden. Aus dieser besonderen Idee und Ausgangslage hätte man meiner Meinung nach einiges mehr heraus holen können und anders aufbauen können.

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Welche Wahrheit ist die richtige? Besonderer und intensiver Roman rund um eine Dreiecksbeziehung

Der Tag, an dem dein Flieger ging
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Nach einem schweren Unfall wacht Tanja im Krankenhaus auf. Sie kann sich an nichts aus dem letzten Jahr erinnern, leidet an retrograder Amnesie. Als nacheinander zwei Männer in ihrem Zimmer auftauchen, ...

Nach einem schweren Unfall wacht Tanja im Krankenhaus auf. Sie kann sich an nichts aus dem letzten Jahr erinnern, leidet an retrograder Amnesie. Als nacheinander zwei Männer in ihrem Zimmer auftauchen, kehrt langsam ein Teil der Erinnerungen zurück: sie war lange mit Lukas zusammen, die beiden wollten zusammen ein Jahr nach Australien während ihres Journalistikstudiums. Tanja lernt jedoch vorher Malte kennen, in den sie sich Hals über Kopf verliebt, sie trennt sich von Lukas, die beiden beschließen jedoch, trotzdem gemeinsam die Reise anzutreten. Sowohl Malte als auch Lukas erzählen aus ihrer Sicht von diesem letzten Jahr. Tanja ahnt: die Wahrheit steckt in den Widersprüchen der Erzählungen und in dem, was verschwiegen wird. Wer lügt am Ende und warum?

Ich war sehr gespannt auf diese doch ungewöhnliche Geschichte, der Klappentext hat nicht zu viel versprochen!
Direkt der Einstieg ist interessant, denn die Autorin verweist darauf, dass man sich als Leser auf diese besondere Dreiecksbeziehung einlassen soll und auch die eventuellen Urteile, die man direkt hat, kurz beiseite zu schieben. Das Buch gliedert sich in drei Teile, wobei der zweite Teil den größten Raum einnimmt. Zu Beginn wird aus Tanjas Perspektive erzählt, gemeinsam mit ihr tappt man als Leser genauso im Dunkeln wie sie selbst, was ihre Vergangenheit des letzten Jahres betrifft. Besonders gefällt mir hier der Erzählstil, die Emotionen werden so toll rüber gebracht, dass man gebannt weiter liest. Vor allem der zweite Teil, in dem Lukas und Malte abwechselnd chronologisch aus ihrer Ich-Perspektive die Geschichte Tanja als zuhörender Person erzählen, ist besonders und handwerklich sehr gut gearbeitet. Auch wenn ich zunächst skeptisch war, ob mir die Thematik rund um die Dreiecksbeziehung zusagt, konnte ich mich beim Lesen in beide Figuren und auch Tanja hineinversetzen und auch mitfühlen. Man merkt schnell, dass sicherlich sowohl Lukas als auch Malte nicht die komplette Wahrheit erzählen, Dinge hinzuerfinden, weg lassen oder beschönigen. Gerade hier liegt der Reiz der Handlung, denn dieselbe Geschichte wird zwei Mal aus völlig unterschiedlicher Sicht erzählt: vom aktuellen Partner in Deutschland, der nur sporadisch Kontakt zu Tanja halten kann und dem Exfreund in Australien, der gemeinsam mit Tanja unterwegs ist. Die Beziehungen der Figuren untereinander werden so toll heraus gearbeitet, als wäre man live dabei.
Die Situation spitzt sich vor allem besonders im dritten Teil immer weiter zu und man wartet gebannt auf die Auflösung - und welche Wahrheit nun richtig ist und inwieweit stimmt. Tanjas Zwiespalt wird sehr gut deutlich und bis zum Schluss fiebert man mit.

Ein kleiner Kritikpunkt sind für mich die Längen, die das Buch in den Erzählungen von Lukas und Malte hat, eventuell wäre auch eine Karte Australiens mit den Reisepunkten und -stopps hilfreich, denn beim Lesen habe ich immer wieder nachgeschaut, wo sich Tanja und Lukas gerade befinden und wie weit die Ziele voneinander entfernt liegen. Auch die Auflösung hätte noch etwas mehr Raum bekommen können, aber das ist Kritik auf sehr hohem Niveau.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für diesen besonderen Roman, der sowohl mit einer interessanten Erzählperspektive als auch spannend gezeichneten Figuren punkten kann!

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