...und auf einmal ist man eine Freibeuterbraut im 17. Jahrhundert
Ein Hauch von SchicksalLara Wegner "entführt" Grace aus dem Jahr 2015 ins 17. Jahrhundert. Ehe sie sich versieht, ist sie die Frau eines ihr fremden Mannes - ausgerechnet eines Freibeuters. Kaum hat sich begriffen, was passiert ...
Lara Wegner "entführt" Grace aus dem Jahr 2015 ins 17. Jahrhundert. Ehe sie sich versieht, ist sie die Frau eines ihr fremden Mannes - ausgerechnet eines Freibeuters. Kaum hat sich begriffen, was passiert ist, sind sie auf dem Weg nach Barbados. Ist das nicht schon schlimm genug, merkt Grace schnell, wie anziehend sie ihren Gatten findet. Alles könnte so schön sein, doch in dieser Zeit überlegen nur die Stärksten.
Auf Empfehlung meiner Schwester habe ich das Buch gelesen und der Anfang hat mir richtig gut gefallen. Von Seite 1 an war spannend zu lesen, was Grace alles passiert. Da das komplette Buch aus der Ich-Perspektive von Grace geschrieben ist, konnte ich auch ganz gut in ihre Gedankenwelt eintauchen. Es war alles verständlich, aber für mich nicht immer nachvollziehbar. Bei einigen Geschehnissen kann ich mir nicht vorstellen, dass diese so schnell verarbeitet werden können. Das wirkte auf mich teilweise nicht glaubwürdig. Auch, dass die Hauptfigur scheinbar berechtigte Ängste aus dieser Zeit scheinbar ignoriert, fällt mir schwer nachzuvollziehen (vor allem wenn es um medizinische Aspekte geht).
Es macht jedoch Spaß der Handlung zu folgen und ich finde es super, dass auch "heftigere" Themen angesprochen werden (u.a. Sklaverei und Mord). Das gibt der Story viel mehr Tiefe und lässt den Spannungsbogen nicht abbrechen. Auch die Liebesgeschichte zwischen Grace und ihrem Ehemann Tyler ist wirklich toll. Ich frage mich zwar, ob man so schnell bedingungslos lieben kann, aber das ist ein anderes Thema. Grace wird als 20-jährige Frau beschrieben. Dafür finde ich sie unfassbar reif und abgeklärt. Sie zeigt über die Handlung hinweg eine unglaubliche Stärke, die bei solchen Ereignissen bemerkenswert erscheint. Sie wirkt unnahbar und für mich teilweise auch kühl (in dem Sinne, dass vieles an ihr "einfach" vorbeizugehen scheint).
Ich finde es klasse, dass immer wieder Verbindungen zu ihrer Zeit in 2015 dargestellt werden und auch das letzte Kapitel ist klasse (hier aber kein weiterer Spoiler!).
Alles in allem ist es ein sehr schönes Romantasy-Buch, dass zum "in-Gedanken-Schwelgen" einlädt.