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Veröffentlicht am 27.06.2023

sehr spicy

In Love with a Star
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„Du bist das bequemste Bett, das ich mir vorstellen kann.“
(Georgia zu Alec in In love with a star)

Worum geht’s?

Die Journalistin Georgia Ross sitzt nach einer Recherchereise völlig erschöpft am ...

„Du bist das bequemste Bett, das ich mir vorstellen kann.“
(Georgia zu Alec in In love with a star)

Worum geht’s?

Die Journalistin Georgia Ross sitzt nach einer Recherchereise völlig erschöpft am Flughafen, als auch noch ihr Flug nach Los Angeles auf den nächsten Tag verschoben wird. Doch dann sieht sie ein bekanntes, unglaublich attraktives Gesicht in der Menge: den älteren Bruder ihrer besten Freundin aus Kindheitstagen. Alec Kim bietet ihr spontan an, seine Luxussuite mit ihr zu teilen. Und es wird eine unvergessliche Nacht – die leidenschaftlichste, die Gigi je erlebt hat. Bis sie am nächsten Tag erkennt, warum ihr Alec nach all den Jahren so vertraut vorkam: Am Flughafen warten Scharen von Fans auf den begehrten neuen Hollywoodstar …

In love with a star ist ein Einzelband.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch wird durch Georgia in der Ich-Perspektive erzählt. Das Buch beinhaltet sexuellen Content.

Meine Meinung

Auch wenn dieses Buch ein Einzelband ist, gehört es beim Verlag gedanklich zu einer Aktion namens „Spicy Summer“. Nachdem mich der erste Teil dieser losen Reihe schon abholen konnte, war klar, dass ich auch diese Romcom-Geschichte lesen möchte. Die Autorin kannte ich vorher nicht und ich bin generell ein riesiger Fan von „der Star und der Normalo“.

Die Geschichte um Alec und Georgia startet einfach direkt mitten drin. Ein gecancelter Flug, Probleme mit dem Hotelzimmer und dann ist da ein bekanntes Gesicht für Georgia, dass sie damals bereits toll fand: Der Bruder ihrer ehemaligen besten Freundin, ihr Teenie-Crush. Große Freude, ein krasses Kribbeln und irgendwie alles sehr gehetzt und überstürzt, bis am nächsten Tag das Erwachen kommt: er ist mittlerweile ein weltbekannter Star. Ich muss sagen, dass ich die ganze Thematik sehr konstruiert fand und es für mich irgendwie – trotz Erklärungsversuchen - nur bedingt glaubwürdig war, aber die Autorin musste ja irgendwie eine Grundlage setzen. Manchmal wirkte es für mich so, als hätte die Autorin ganz viele Ideen, aber wisse nicht so wirklich, wo sie mit der Geschichte hinmöchte. Es gibt da die Thematik um Alecs Ruhm, seine Arbeit und auch ein bisschen seinen familiären, kulturellen Hintergrund. Es gibt da Georgias Job als Journalistin, die gerade an einer Story arbeitet und den Leser ein wenig dabei mitnimmt, was für Spannung und ein bisschen Abwechslung in der Geschichte sorgt. Aber alles wirkt so plastisch, so zweckgebunden und wenig dynamisch. Es ist nicht so, als würde die Geschichte langweilen, dafür sorgt auch der wirklich seichte, mitreißende Schreibstil der Autorin und die dezente Portion Witz.

Aber insgesamt ist die Geschichte sehr vorhersehbar und bietet eigentlich kaum Überraschungen, Twists oder Highlights. Deswegen eierte die Geschichte für mich auch ein bisschen rum und verrennt sich recht bald in meinen Augen in eine Geschichte um sexuelle Anziehung. Erst im Laufe des Buches kommt ein wenig Tiefe hinzu, bei der ich das Gefühl hatte, es geht um mehr als Sex. Das Buch beinhaltet hiervon jedenfalls viel und ausführliche Schilderungen, mehr als ich erwartet hatte trotz des „Spicy Summer“-Labels. Ich finde es immer schade, wenn ein Buch einem das Gefühl vermittelt, dass es nur um das Eine geht und mehr für einen soliden Aufbau einer Beziehung nicht so wichtig ist. Es ist ja nicht so, dass beide gar nicht miteinander funktionieren, aber die Autorin hat für mich zu wenig Energie in den Aufbau einer emotionalen Bindung gesteckt. Ich wünschte mir auch, man hätte einfach mehr über die Charaktere erfahren. Sie waren für mich sehr funktionell und dementsprechend eindimensional gehalten. Georgia ist aufgeweckt, voller Energie und für jeden Spaß zu haben. Sie handelt eher intuitiv und spontan als durchdacht. Sie ist insgesamt schon ein sympathischer Charakter, aber eben auch einer, den man irgendwie wieder vergessen wird. Gleiches gilt leider für Alec. Beherrscht, zurückhaltend und sehr durchdacht, ein Familienmensch, der nie vergisst, wo er herkommt. Manchmal wirkte es so, als wolle er gar nicht berühmt sein. Vielleicht habe ich aber auch zu viel von dem Buch erwartet, denn so ist es ein guter Quick-Read ohne viel Anstrengung, mit viel Drama aber ohne viel Gefühl und Herzschmerz, aber eben umfangreichen und facettenreich beschriebenen Spice-Szenen.

Mein Fazit

In love with a star ist eine vorhersehbare, aber leicht zu lesende Romcom, die für meinen Geschmack zu konstruiert und wenig durchdacht ist. Die Charaktere haben Anziehung, aber es geht leider nicht in die Tiefe. Das Buch lebt hauptsächlich von den ausführlichen Spicy-Szenen. Schnell zu lesen, aber leider nichts, was mich nachhaltig begeistert. Deswegen nur eingeschränkte Empfehlung für Zwischendurch.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 08.06.2023

platter YA-Roman

Mila & Blake: Summer Love
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„Es fühlte sich real an, als würden hier echte Menschen leben.“
(Mila in Mila & Blake: Summer love)

Worum geht’s?

Mila Harding hat alles, was man sich nur wünschen kann: einen berühmten Dad, ein ...

„Es fühlte sich real an, als würden hier echte Menschen leben.“
(Mila in Mila & Blake: Summer love)

Worum geht’s?

Mila Harding hat alles, was man sich nur wünschen kann: einen berühmten Dad, ein Luxusleben in L.A., glamouröse Partys – und jede Menge Ärger: Als sie bei einem offiziellen Empfang aus der Rolle fällt, gefährdet sie den Ruf ihres Vaters, dessen nächste große Filmpremiere ansteht. Kurzerhand verbannen ihre Eltern sie auf die abgelegene Farm der Hardings, irgendwo in Tennessee. Hier soll Mila ihren Sommer verbringen, bei ihrer Tante Sheri, umgeben von Pferden, Feldern und den Erinnerungen ihrer frühen Kindheit. Mila erwartet völlig ereignislose Wochen – bis sie auf Blake trifft, den Sohn des Bürgermeisters. Dass Mila in Schwierigkeiten steckt, ist ihr schon nach einem Blick in seine dunklen Augen klar …

Mila & Blake – Summer Love ist Band 1 der Mila-Reihe. Die Geschichte ist nicht in sich geschlossen und wird in Band 2 fortgesetzt.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch ist in der Ich-Perspektive von Mila geschrieben. Das Buch beinhaltet keinen sexuellen Content.

Meine Meinung

Auf die Reihe um Mila und Blake habe ich mich bereits seit einigen Monaten gefreut, nicht zuletzt, weil eine Freundin von mir sehr davon geschwärmt hat. Von der Autorin selbst habe ich noch nichts gelesen und der Klappentext war genau mein Ding. Als das Buch dann kam, war ich zunächst von der Dicke – bzw. Dünne – überrascht und dann vom Inhalt.

Mir war nicht klar, dass Mila erst 16 Jahre alt ist. Der Klappentext klingt in meinen Augen nicht so, auch ist nirgends der Hinweis darauf, dass Mila über die Schulferien dort ist. Der Verlag Heyne steht für mich nicht für Jugendbücher, Luxusleben und glamouröse Partys klingen mehr nach junge Frau als nach Teenager und ehrlich gesagt empfinde ich „frühe Kindheit“ auch fragwürdig. Entsprechend groß war die Ernüchterung und ich hätte vermutlich auch nicht zu dem Buch gegriffen, wenn ich es gewusst hätte. Zwar gibt sich die Autorin Mühe, die Grundidee zu nutzen, dass Mila sich bei einer Party ihres Vaters schlecht benimmt, indem sie auf den roten Teppich kotzt, aber irgendwie war mir alles zu konstruiert, zu wenig durchdacht. So war Mila offenbar noch in der Grundschule in Fairview, das große Familiengeheimnis liegt gleichzeitig vor Milas Geburt und sorgt jetzt erst für Spannungen in der Familie. Auch möchte die Familie, dass Mila auf gar keinen Fall Kontakt zu Blake und seiner Familie hat, dennoch schicken sie Mila gerade in den Ort, der das ganze Konstrukt der Familie aus dem Gleichgewicht bringen kann. Als Mila Anschluss findet, möchte man sie zurückholen, denn der Plan war, sie quasi auf der Farm gefangen zu halten. Das hat mich alles wahnsinnig angenervt, weil es so wirkte, als wären der Autorin unterwegs immer neue Ideen gekommen, egal ob es passt.

Leider konnte mich auch so die Handlung wenig überzeugen. Das Buch hat einen sehr niedrigen Spannungsbogen, plätschert so vor sich hin und ist eher eine süße Teenie-Sommerromanze abseits des Rampenlichts als irgendwas anderes. Mila fand ich furchtbar anstrengend, sie ist eine ungute Mischung aus naiv, zickig und verwöhnt, wenngleich sie sich in Fairview ganz gut entwickelt und beginnt, für sich selbst einzustehen. Die Entwicklungsprozesse bleiben dem Leser aber leider zu sehr verborgen, aber was will man bei 300 Seiten auch erwarten? Das Buch besteht zum Großteil aus netten Erlebnissen (Parkplatzparty, Lagerfeuer, Poolnachmittag etc.), ein bisschen Farmleben und der Geschichte mit Blake, die sich mir nicht erschlossen hat. Er ist anfangs fies zu ihr, dreht sich dann aber um 180 Grad. Erklärungen fehlen, viele Entscheidungen sind wenig nachvollziehbar und mehr als das vermeintliche „beide verstehen, wie es im Rampenlicht ist“ sehe ich bei beiden auch nicht als Grundlage. Die Störfaktoren von außen, insbesondere Blakes Mutter und Milas Vater sowie sein Manager Ruben, beeinflussen aufkeimende Gefühle auch direkt. An vielen Stellen mangelte es der Geschichte einfach an Substanz, an Hintergrundüberlegungen und Greifbarkeit.

Die Charaktere sind allesamt sehr blass und eindimensional, man merkt, dass diese hauptsächlich bestimmte Aufgaben übernehmen sollen. Dennoch hat sich zumindest Milas Opa Popeye und ihre Tante Sheri einen Platz in meinem Herzen gesichert, denn beide fand ich angenehm und herrlich normal. Die restlichen Charaktere waren typische Klischees, wie man sie aus Jugendbüchern und Jugendfilmen kennt. Vielleicht habe ich von der Geschichte einfach zu viel erwartet – abgesehen davon, dass ich an eine erwachsene Socialista dachte, die hier aus ihrem Leben gerissen wird. Die Entwicklungen waren zum Teil vorhersehbar oder zumindest erwartbar. Vor allem das Ende hat mich entsprechend gar nicht überrascht. Das Bedürfnis, weiterzulesen, habe ich bedauerlicherweise nicht. Dafür fehlte mir einfach zu viel.

Mein Fazit

Mila & Blake – Summer Love war für mich ein Schaf im Wolfspelz. Überrascht von einer seichten Young Adult Story, die einfach die Beschreibung eines entspannten Sommers auf dem Land ist, konnte mich das Buch leider nicht so abholen. Liest sich schnell und hat wenig Tiefe, aber leider bleibt auch wenig hängen. Mila und Blake haben für mich nicht harmoniert und ich werde die Reihe nicht weiterlesen.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 08.06.2023

anders als erwartet und ohne Gefühl

Here With Me
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„Wir starrten einander an wie Feinde auf dem Schlachtfeld.“
(Lachlan und Robyn in Here with me)

Worum geht’s?

Robyn will Kontakt zu ihrem entfremdeten Vater Mac aufnehmen, deswegen reist sie in die ...

„Wir starrten einander an wie Feinde auf dem Schlachtfeld.“
(Lachlan und Robyn in Here with me)

Worum geht’s?

Robyn will Kontakt zu ihrem entfremdeten Vater Mac aufnehmen, deswegen reist sie in die Highlands. Dort trifft sie auf den Ex-Hollywoodstar Lachlan Adair. Den Mann, dem sie die Schuld an ihren zerrütteten Familienverhältnissen gibt. Das Oberhaupt der Adair-Familie ist Besitzer eines Resorts für die Reichen und Berühmten – und arrogant, selbstherrlich sowie verteufelt sexy. Sofort fliegen zwischen ihr und Lachlan die Fetzen. Doch jemand hat es auf die Adairs abgesehen, wodurch auch Mac bedroht wird. Robyn muss herausfinden, wer Lachlan und seinem Umfeld schaden will. Aber in Lachlans Nähe fällt es Robyn zunehmend schwerer, einen kühlen Kopf zu bewahren, und sie gibt ihrer intensiven Leidenschaft nach. Aber dies könnte für Robyn ein böses Ende nehmen …

Here with me ist Band 1 der Adairs-Reihe. Die Geschichte ist in sich geschlossen, die Charaktere der Folgebände kommen jedoch vor.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch wird durch Robyn in der Ich-Perspektive und für Lachlan in der Erzählerperspektive erzählt. Das Buch beinhaltet. Das Buch beinhaltet potenzielle Trigger (sexueller Übergriff, Stalking) und expliziten sexuellen Content.

Meine Meinung

Jedes Mal fange ich meine Rezensionen zu Büchern der Autorin mit „Here we go again, ein weiteres Buch von Samantha Young und ein weiteres „Hit or Miss“ Kapitel“ an. Die Wahrheit ist: Die letzten Bücher waren für mich alle ein Flop und ich hatte es bereits gesagt: Here with me wird die letzte Chance der Autorin, mich zurückzugewinnen. Ihre letzten Titel fand ich allesamt nicht gelungen, teilweise problematisch, zu ausufernd und gleichzeitig zu durcheinander. Und leider ist es auch bei Here with me so. Willkommen also zu meiner letzten Rezension eines Samantha Young-Titels.

Zuerst möchte ich sagen, dass der Klappentext in meinen Augen nicht wirklich gelungen ist. Robyn ist Polizistin und wird im Dienst angeschossen, wodurch sie merkt, dass sie nicht hinter dem Job steht. Den Job, den sie nur gemacht hat, weil sie sich dadurch zu ihrem Vater verbunden fühlt. Zu ihrem Vater hat sie keinen Kontakt mehr, seitdem er Robyn verlassen hat, als sie ein Teenanger war. Ihr Vater Mac ist als Teenager Vater geworden und hat sich später als Bodyguard dem bekannten Schauspieler Lachlan angeschlossen, für den er noch heute arbeitet – allerdings abseits vom Rampenlicht, denn Lachlan hat nun ein Schloss in Schottland, was er als hochexklusiven Urlaubsort für Promis hergerichtet hat. Wieso Robyn nun nach so vielen Jahren ausgerechnet hierhin fliegt, versteht man nur so halb, aber als sie da ist, geht alles ganz schnell: Irgendjemand bedroht Lachlan, das Schloss und die Idee dahinter. Von creepy Stalkernotizen über tote Tiere bis hin zu gewalttätigen Übergriffen ist alles dabei. Robyn macht sich direkt an die Arbeit und ermittelt – mehr schlecht als recht. Nebenbei streitet sie sich permanent mit Lachlan – wieso die beiden sich genau hassen, bleibt auch mehr offen als dass er erklärt wird. Zudem versucht sie, irgendwie eine Bindung zu ihrem Dad aufzubauen, findet Freunde im Schloss und ist nebenbei noch als Fotografin tätig. Irgendwann kommen sie und Lachlan sich näher, der Stalker wird immer bedrohlicher – und ich hatte keine wirkliche Lust mehr auf das Buch.

Ich bin bekennender Fan von Enemies to Lovers, aber nur, wenn ich verstehe, wieso Charaktere Enemies sind. Ich brauche Charaktere, die ich mag, auch wenn sie Kanten haben. Das ist bei Robyn und Lachlan leider nicht der Fall gewesen. Ihre Streitereien fand ich furchtbar anstrengend, viel zu gewollt und viel zu wenig nachvollziehbar. Der ständige Wandel zwischen den Themen konnte mich nicht überzeugen, denn es wirkt oft so, als wäre etwa die Handlung mit dem Stalker komplett vergessen worden. Für mich war vieles leider einfach nicht stimmig, insbesondere fehlte mir das Konzept: Sollte es ein Liebesroman mit Krimi-Elementen sein, ein Krimi mit bisschen Lovestory? Unklar, am Ende war es von allem ein bisschen aber nichts so wirklich. Und das ist ein Punkt, der mich bei den letzten Büchern der Autorin immer gestört hat. Ein wahnsinniges Durcheinander von Klischees, ausufernde Beschreibungen der Umgebung, viele konstruierte Begegnungen, gestellte Unterhaltungen und irgendwie so gar kein Gefühl – das Buch durchzustehen war eine Herausforderung. Ich wollte mehr als einmal abbrechen, da bin ich ehrlich. Am Ende habe ich aber durchgehalten, weil ich wissen wollte, was es mit dem Stalker auf sich hat. Viele Entwicklungen sind vorhersehbar und ich hatte tatsächlich auch auf die richtige Person und die richtigen Motive gesetzt, aber zu sagen, dass es mich überzeugt hat, wäre übertrieben. Das große Problem ist leider, dass mich Robyn auch als Ermittlerin nicht überzeugt. Abgesehen davon, dass sie schlussendlich „nur“ eine Polizistin ist und in einem fremden Land ermittelt, legt sie sich andauernd auf falsche Verdächtige fest, ermittelt einseitig und nicht umsichtig. Das hat mich teilweise doch ziemlich genervt. Die Geschichte entwickelt sich immer wieder in Schüben, als würde der Autorin einfallen, dass sie Plot X und Plot Y ein wenig vorantreiben muss. Es gab für mich einfach zu viele Fragezeichen und Unstimmigkeiten, zu viele Klischees und zu sehr das Gefühl von Wannabe-Hollywood-Entwicklung, unabhängig davon, ob es Sinn macht und passt. Dies gepaart mit den seichten Drumherum-Ideen wie Robyns voranschreitende Fotografie-Karriere, der irgendwie eingebauten Wiederaufnahme der Vater-Tochter-Beziehung und den ganzen Adairs-Mitgliedern-Problemen war einfach nicht stimmig für mich. Es passiert zu wenig, aber gleichzeitig zu viel. Das Buch ist zu lang, aber gleichzeitig fühlt es sich sprunghaft und gehetzt an. Immerhin verfügt es aber über einen soliden Spannungsbogen.

Die Liebesgeschichte konnte mich leider auch nicht überzeugen. Es ist nicht so, als wäre da Sprengstoff zwischen Lachlan und Robyn. Man merkt zu sehr, dass die Autorin einfach wollte, dass beide sich hassen, aber dem Ganzen keine Substanz gibt, dass man überhaupt merkt, wieso. Entsprechend nervte mich Lachlans extrem beschützerisches Verhalten, was teilweise fast schon übergriffig ist, Robyns grundsätzlich negative Haltung ihm gegenüber und die sich dann auf einmal entladende Anziehung, einfach weil es für mich alles nicht zusammengepasst hat. Die Entwicklungen konnten mich emotional nicht abholen.

Mein Fazit

Here with me hätte wahrscheinlich gut sein können, ist für mich aber zu durcheinander und unstimmig. Vor allem die Liebesgeschichte hat keine wirkliche Grundlage, die Stalkergeschichte ist zwar spannend, aber irgendwie auch nicht überzeugend. Ich habe einfach festgestellt, dass die Autorin und ihr Hang zur Dramatik nicht mit meinen Lesevorlieben zusammenpasst.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 12.05.2023

problematisch und anders als erhofft

The Years I Dreamed Of You
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„Und dann befand ich mich wieder genau da, wo ich angefangen hatte. Ich stürzte im freien Fall von einer Klippe und wusste nicht, wann ich auf dem Boden aufkommen würde.“
(Bay in The years I dreamed of ...

„Und dann befand ich mich wieder genau da, wo ich angefangen hatte. Ich stürzte im freien Fall von einer Klippe und wusste nicht, wann ich auf dem Boden aufkommen würde.“
(Bay in The years I dreamed of you)

Worum geht’s?

Vier Jahre ist es nun her, seit Darren Keyton seiner großen Highschool-Liebe Bay das Herz gebrochen hat - vier Jahre, seit sie aus seinem Leben verschwunden ist. Doch das Schicksal gibt den beiden eine zweite Chance: Ihre Wege kreuzen sich wieder, als Keytons Footballtrainingslager an Bays Universität stattfindet. Plötzlich hat Keyton die Möglichkeit, seinen Fehler wiedergutzumachen und ihr zu zeigen, wie sehr er sie immer noch liebt. Denn eins weiß Keyton ganz genau: Egal wie schwer es für ihn sein wird, die Last seiner Vergangenheit hinter sich zu lassen und Bay zurückzugewinnen, er wird nie aufhören, für sie und ihre Liebe zu kämpfen.

The Years I dreamed of you ist Band 2 der „Loving You“-Reihe. Das Buch ist nicht in sich geschlossen und wird fortgesetzt. Vorkenntnisse sind zwingend erforderlich.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Die Geschichte wird durch Dare und Bay in der Ich-Perspektive. Die Geschichte verläuft chronologisch. Das Buch beinhaltet sexuellen Content.

Meine Meinung

Diese Rezension zu schreiben fällt mir wahnsinnig schwer. Denn selten lag meine Meinung zu Bänden einer Reihe so sehr auseinander wie hier. Während Band 1 für mich ein großes Highlight war, was mich mit Schmerz und Hoffnung begeistern konnte, war ich bei Band 2 mehr als einmal geneigt, das Buch abzubrechen oder wahlweise an die Wand zu werfen. The Years I dreamed of you fällt vermutlich unter die Kategorie „Verkehrsunfall, aber man kann nicht wegschauen“. Eine emotionale Herausforderung und ich möchte gern erklären, wieso…

Am Ende von Band 1 trafen Bay und Dare nach vier Jahren wieder aufeinander. Viel hat sich getan, dachte ich zumindest. Bay hat ihr Studium zur Buchhalterin abgeschlossen, gerade die Uni beendet und überbrückt mit einem Job in einem Musikstudio sowie als Wohnheimleitung die Zeit bis zum Jobantritt. Seit den Vorkommnissen am Ende von Band 1 hat sie nicht mehr gesungen, nicht mehr singen können. Und nun steht der Grund wieder vor ihr: Dare. Er ist mittlerweile ebenfalls an der Uni gewesen und hat sich als Football-Spieler einen Namen gemacht, sodass er jetzt im Rahmen der Drafts zu einem Trainingslager einer Mannschaft antritt. Er trauert Bay noch immer hinterher und hat seit dem Ende von Band 1 die Heimatstadt nicht mehr besucht, keinen Kontakt mehr zu seinem Vater und hat alle Verbindungen niedergebrannt. Nun stehen sie sich gegenüber und Bay weist Dare sofort zurück. Sie macht klar, dass sie nicht mit ihm reden möchte, aber er lässt nicht locker, will sich erklären, entschuldigen. Und bereits hier hatte ich Bauchschmerzen. Zwar erfährt man, dass insbesondere Dare in den letzten Jahren sehr viel an Bay gedacht hat, seine Nummer ihretwegen nicht gewechselt hat und sogar versucht, wiedergutzumachen, was er ihr angetan hat. Er will nicht mehr der Junge sein, von Wut getrieben, stets vom nächsten Ausbruch entfernt. Das Problem? Er will es vielleicht, aber er ist es nicht.

Und hier fingen die Probleme an. Während Bay wahnsinnig reflektiert daherkommt, man das Gefühl hat, dass sie sich sehr entwickelt hat und vor allem auch von ihrem Mauerblümchen-Image weggekommen ist, wirkt es so, als sei Dare steckengeblieben. Seine Motivation ist ehrenhaft und es ist mehr als verständlich, dass er nicht wie sein Vater sein möchte. Aber Dare zeigt auf jeder Seite des Buches, dass er sich nicht mit sich selbst auseinandergesetzt hat, nicht mit den Traumata seiner Vergangenheit (insbesondere als man von der Szene mit Dares schlafendem Vater erfährt, müsste beim Leser jegliche Alarmglocke läuten) und er scheint auch nicht zu erkennen, welche Chance ihm gerade mit den Drafts geboten wird. Denn bereits kurz nach dem Aufeinandertreffen mit Bay fängt er an, sich nicht an die Regeln des Trainingscamps zu halten. Lieber begleitet er Bay, die gwzungenermaßen seine Hilfe braucht, und ignoriert dabei die Ausgangssperre. Oder bereitet sich nicht richtig auf das Training vor. Lässt sich andauernd wegen Nichtigkeiten provozieren. Und hier kam erstmals ein Gedanke: Was ist, wenn ich Bay und Dare einfach nicht mehr shippen kann? Was ist, wenn die jugendliche Liebe zu sehr ins toxische abgedriftet ist? Kann ich eine derartige Abhängigkeitsbeziehung, wo ein Part sich für den anderen zu sehr aufgibt, gutheißen? Nein, kann ich nicht. Dare mag sich nun zu Keyton umbenannt haben, aber nur weil er sich von seiner Vergangenheit distanziert, hört der Fluch der Vergangenheit nicht auf, ihn zu jagen.

Leider tut die Autorin für die Beziehung aber auch generell sehr wenig. Nach Bays anfänglichem Widerwillen, mit Dare zu sprechen, fällt sie über Dare her, um zu sehen, ob sie ihre Beziehung zu ihm zu sehr glorifiziert hat. Und ab da daten die beiden irgendwie wieder. Wo waren die Gespräche, die Aufarbeitung? Es tut mir leid, aber es war zu sehr drübergebügelt, zu wenig kommuniziert und vor allem: Nichts aufgearbeitet. Bay und Dare verfallen sehr schnell wieder in alte Muster und es fühlte sich nicht gut oder richtig an. Ich weiß nicht, ob dies die Intention der Autorin war, denn zumindest für Band 3 öffnet dies natürlich sehr viel Raum für Entwicklung. Aber für Band 2 war es leider eine Katastrophe. Aneinanderreihung von Sexszenen, befremdlich wirkende Szenen außerhalb, Dare im Trainingslager, was er gar nicht ernstnimmt und wo recht früh klar war, wie das enden wird. Und hinzu kommt die Storyline um Bay, deren Stimme endlich entdeckt wird und der eine gigantische Karriere angeboten wird. Fast schon ängstlich habe ich Bays Gedankenwirrwarr verfolgt, wie sie sich fragt, was sie machen soll. Fast schon verzweifelt habe ich Dares Planungen für die Zukunft zu Kenntnis genommen, die viel zu sehr mit Selbstaufgabe zu tun haben als mit einer gesunden, stabilen Beziehung. Und als dann der große Knall kurz vorm Ende kam, fühlte ich mich bestätigt und zurückkatapultiert zugleich. Denn Dare hat offenbar nichts gelernt. Umso dankbarer war ich aber dafür, dass zumindest Bay es erkannt hat: Die beiden werden keine Zukunft haben, solange Dare sich nicht seinen eigenen Dämonen stellt. Und das ist der wirklich absolut einzige Grund, wieso ich nach diesem Band überhaupt noch in Betracht ziehe, Band 3 zu lesen: Weil ich Hoffnung habe, dass die Autorin ein würdiges, greifbares Finale für Bay und Dare bereithält. Denn nach Band 2, der zwar jede Menge Gefühl, aber ganz sicher nicht die guten, in mir ausgelöst hat, kostet es mich definitiv Überwindung, Dare und auch der Beziehung von Dare und Bay noch eine Chance zu geben.

Mein Fazit

Heiß erwartet, aber schwer enttäuscht: Band 2 konnte mich nicht begeistern. Während sich Bay weiterentwickelt hat, scheint Dare stehengeblieben zu sein. Die gleichen Probleme zerstören erneut die Grundlage der beiden und ich habe mehr als einmal gezweifelt, ob ich die Verbindung der beiden überhaupt unterstützen kann. Problematisch, teilweise toxisch und ganz sicher fragwürdig – ich hoffe, die Autorin kann in Band 3 das Ruder doch noch herumreißen.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 12.05.2023

witzig, spritzig, chaotisch

It happened one Summer
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„Er war durch und durch ein Fischer. Uns sie war ein reiches, abenteuerlustiges Society-Girl.“
(Brendans Gedanken in It happened one summer)

Worum geht’s?

Piper Bellinger ist ein Hollywood-It-Girl. ...

„Er war durch und durch ein Fischer. Uns sie war ein reiches, abenteuerlustiges Society-Girl.“
(Brendans Gedanken in It happened one summer)

Worum geht’s?

Piper Bellinger ist ein Hollywood-It-Girl. Doch als sie wegen einer außer Kontrolle geratenen Party (und möglicherweise einem klitzekleinen Einbruch in einen Hotel-Pool) im Gefängnis landet, reißt ihrem Stiefvater der Geduldsfaden. Er dreht ihr den Geldhahn ab und schickt sie in den kleinen Küstenort Westport, wo ihr leiblicher Vater aufgewachsen ist – um sich dort um die heruntergekommene Bar der Familie zu kümmern. Piper ist noch keine fünf Minuten in Westport, als ihr der grummelige muskelbepackte Fischer Brendan in die Quere kommt. Er glaubt, dass sie keinen einzigen Tag durchhält. Aber Piper hat es satt, von allen für ein dummes Blondchen gehalten zu werden. Und nur weil sie bei ihrem ersten Versuch zu kochen beinahe die Bar niederbrennt, heißt das noch lange nicht, dass sie aufgibt. Sie wird es allen beweisen. Vor allem diesem ärgerlich attraktiven Fischer …

It happened one summer ist Band 1 der Bellinger Schwestern-Reihe. Die Geschichte ist in sich geschlossen, die Charaktere von Band 2 kommen jedoch schon vor.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch ist in der Erzähler-Sicht geschrieben. Das Buch beinhaltet sexuellen Content.

Meine Meinung

Und wieder ein Booktok-Hype-Buch. Langsam ist es fast schon schwer, ein Buch zu finden, was nicht mit diesen Worten beworben wird. Denn leider finde ich meistens das Attribut „hyped on Tiktok“ nicht gerade vertrauenserweckend. Motiviert aber von einer Freundin, die von der Autorin bereits etwas gelesen habe, und angetan vom Klappentext (erinnert mich ein wenig an die alten Serien wie The simple life mit Paris Hilton) habe ich zugegriffen. Und insgesamt hat es sich gelohnt!

Turbulenter Einstieg mit einer gewöhnungsbedürftigen, aber irgendwie absolut liebenswerten Protagonistin. Auf einer Party macht ihr 3-Wochen-Freund mit Piper Schluss – und um die Gerüchteküche direkt zum Erliegen zu bringen, sorgt sie einfach für bessere Presse: Indem sie eine gigantische, illegale Party in einem Hotelpool veranstaltet, Einbruch, Feuerwerk und jede Menge Leute inklusive. Ihr Stiefvater hat die Nase voll und schickt die verwöhnte High Society-Partyprinzessin kurzerhand nach Westport, dem kleinen Fischerort, in dem Pipers Mutter mit ihrem verstorbenen Vater lebte. Klingt absolut grausam für Piper und als sie dort ankommt, wirkt es für sie wie ein Weltuntergang. Öde, überhaupt nicht stylisch und nicht einmal wirklich Internet. Drei Monate hier durchhalten? Für Piper unvorstellbar. Doch der Ort hält so einige Überraschungen und Erkenntnisse bereit.

Das urige kleine Fischerdorf verzauberte mich von Anfang an. Es waren die lustigen Kontraste – Piper in ihren edlen Sommerkleidern, die Dorfbewohner eher praktisch und dem Fischfang verschrieben, der grumpy Kapitän Brendan und Pipers entspannte Schwester. Piper ist wirklich wie der bunte Vogel in einem Meer aus Tauben. Mit jeder Menge Tollpatschigkeit, einer kleinen Portion Naivität und vor allem ganz vielen Selbstzweifeln stellt Piper Westport komplett auf den Kopf. Denn sie denkt, dass sie nichts und niemand wäre, ohne ihre Follower, ihren Partyruhm und die ganzen Veranstaltungen, weswegen sie sehr schnell wieder wegmöchte. Aber Schritt für Schritt wird sie vor Ort angenommen, findet richtige und echte Freundschaften, baut Beziehungen auf, die nicht nur für Likes und irgendwelche Party-Vorteile gedacht sind – und damit auch langsam zu sich selbst. Der Leser kann Piper dabei auf einer interessanten, süßen Reise begleiten, bei der auch einmal fast ein Haus abfackelt. Und es macht wahnsinnig Spaß, sie wachsen zu sehen, dabeizusein, wie sie für sich selbst einsteht und zugleich macht es einen wütend, wenn ihre Vergangenheit versucht, wie wieder zur Partyprinzessin zu machen oder ihr Stiefvater ihr mal wieder keine Aufmerksamkeit schenkt, weil er ihre Entwicklung nicht ernstnimmt. Pipers Entwicklung ist wahnsinnig gut gelungen und hat eine gute Mischung aus naiven Blondchen, selbstbewusstem Wirbelwind und liebevoller Menschenflüsterin.

Doch natürlich geht es in dem Buch nicht nur um Pipers Entwicklung, sondern auch um Liebe. Liebe zum Fischen, Liebe zur See, Liebe zu Westport. Und um die aufkeimende Liebe zwischen Brendan und Piper. Brendan ist der grumpy Kapitän, den der ganze Ort schätzt. Er ist verwitwet und scheint in einer Dauerschleife aus Schuldgefühlen und längst überfälligen Verbindungen gefangen zu sein. Entsprechend scharf weist er Piper anfangs auch zurück, bevor er ihren Charme erliegt. Brendans Entwicklung ist dabei auch sehr emotional, denn er schafft es nach so langer Zeit, sich von seiner toten Frau zu lösen und nach vorne zu schauen. Brendan und Piper haben funktioniert, ich hätte mir hier aber ehrlich gesagt mehr Tiefe und Gefühl gewünscht. Das recht überschaubare Zeitfenster von wenigen Wochen hilft hierbei natürlich nicht, aber auch sonst hatte ich das Gefühl, dass beide hauptsächlich auf einer sexuellen Ebene zueinander finden. Die Sexszenen wirken für die Geschichte auch irgendwie zu plump. Deswegen konnte mich die Lovestory auch nicht komplett überzeugen und abholen. Dafür gefiel mir das Drumherum sehr, mit den ganzen Einblicken in das gefährliche Leben als Fischer, den Herausforderungen für das Dorf und dem sehr sympathischen Dorfleuten und ihrem Füreinander Dasein.

Mein Fazit

It happened one summer war eine angenehme, locker-leichte Geschichte mit viel Witz. Es hat mir gut gefallen, dass sich die Charaktere entwickeln konnten, ohne sich selbst zu verlieren. Die Liebesgeschichte gerät etwas oberflächlich und schmal, aber kann insgesamt auch überzeugen. Leseempfehlung für Cosy Romcom-Leser!

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]