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Veröffentlicht am 12.05.2023

zu ausufernd und im Kern dafür zu wenig

In jedem Atemzug nur Du
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„Ich habe mich mehr als einmal gefragt, ob es das wert ist: dass ich meinen Körper und meinen Geist zum Kämpfen zwinge, wenn ich doch das Gefühl habe, dass das Schicksal mich aufgegeben hat.“
(Hazel in ...

„Ich habe mich mehr als einmal gefragt, ob es das wert ist: dass ich meinen Körper und meinen Geist zum Kämpfen zwinge, wenn ich doch das Gefühl habe, dass das Schicksal mich aufgegeben hat.“
(Hazel in In jedem Atemzug nur du)

Worum geht’s?

Mit dem Studienbeginn an der Lullaby University wird für Hazel ein Traum wahr. Nach ihrer Lungentransplantation hat sie sich gezielt dort beworben – und nicht nur, weil es eine Top-Uni für ihr Wunschfach Umweltwissenschaften ist … Über den für sie wichtigsten Grund, warum sie an der Lullaby University ist, spricht sie mit niemandem – bis sie Lewis kennenlernt. Seine ruhige, verlässliche Art beeindruckt sie so sehr, dass sie sich ihm anvertraut. Lewis verspricht, sie zu unterstützen – doch auch er trägt eine Last, von der sie nichts ahnt. Beide kommen sich näher und näher, bis sie eine Entdeckung machen, die sie auseinanderreißt …

In jedem Atemzug nur du ist Band 1 der Lullaby University-Reihe. Die Geschichte ist in sich geschlossen, die Charaktere von Band 2 kommen jedoch vor.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch ist in der Ich-Perspektive von Hazel geschrieben. Das Buch beinhaltet sexuellen Content und behandelt potenziell triggernde Themen aus dem Bereich häusliche Gewalt.

Meine Meinung

Als ich die Dilogie von Jennifer Wiley in der Knaur Romance-Vorschau gesehen habe, wusste ich, dass ich auf jeden Fall diese Bücher lesen möchte. Die Thematik um die Organspende kombiniert mit einer idyllischen Umgebung und einer College-Geschichte, das kann doch nur was werden. Aber leider war am Ende das Lesen für mich eher ein Kampf als Genuss.

Hazel kommt frisch an die Lullaby-Universität. Durch ein Stipendium gehört sie einer besonderen Gruppe an, wohnt in einem besonderen Haus und muss als Red-Mitglied einige Aufgaben übernehmen. Was genau Red ist, habe ich leider bis zum Ende nicht erfahren. Jedenfalls ist Lullaby eine ungewöhnliche, relativ kleine Uni und das Wohnheim für Red-Mitglieder eher mit einer Luxus-Bergvilla zu vergleichen. Wieso Hazel Umweltwissenschaften studieren möchte, ist mir leider auch nicht klar geworden, aber die gesamte Ausrichtung des Buches ist sehr naturbelastet, voller Naturschutz-Thematiken und mit jeder Menge ausführlicher Umgebungsbeschreibungen nebst leichter Vogelkunde. Ich muss gestehen, dass ich dies am Anfang noch mochte, aber schon bald empfand ich es als langweilig, ausufernd und hatte das Gefühl, auch nach der Hälfte des Buches nur wahnsinnig wenig Handlung und Fortschritt erlebt zu haben.

Neben jeder Menge Unileben (zumindest außerhalb der Vorlesungen gibt es hier viel, was die Autorin beleuchtet) geht es im Kern um zwei Handlungen: Hazels Suche nach ihrer Organspenderin und Lewis‘ Problemen mit seiner Familie und dem Leistungsdruck, dem er dadurch ausgesetzt ist. Aber leider ist es so, dass beide Handlungen immer mal wieder kurz vorkommen und dann relativ lange nur relativ belanglose und wenig handlungsfördernde Elemente folgen. Hierdurch fehlte der rote Faden und es fühlte sich eher wie eine wiederkehrende, gestrichelte Linie an. Das fand ich wahnsinnig schade, insbesondere da mich das Thema um Hazel und ihre Transplantation sehr interessiert hat. Man erfährt hauptsächlich in Briefen an Ms. X, was in Hazel vorgeht und wie es damals mit der Organspende von ihr empfunden wurde. Ich hätte mir hier nur leider einfach so wahnsinnig viel mehr gewünscht, da es ein so seltenes und besonderes Thema ist. Die Geschichte um Lewis, den ständigen Streit mit seinem Bruder und seiner familiären Lage mit der Tyrannei seines Vaters empfand ich auch als interessant, aber auch hier wirkte es so kurzlebig und schnell abgehandelt. Vor allem hat mir hierbei leider auch gestört, dass Lewis als Charakter sehr wechselhaft ist, mal emotional tief getroffen und dann sehr aufbrausend und fast schon aggressiv. Entsprechend war ich von „dem großen Knall“ auch nicht wirklich überrascht. Die Problemlösung der Konflikte hat mich auch generell leider eher weniger überzeugt. Es fehlte für mich an vielen Stellen an tragbaren Entwicklungen, an Tiefe und greifbaren Erklärungen und belastbaren Entscheidungen. Ich muss gestehen, dass ab etwa 2/3 des Buches mich nur noch die Frage um Ms. X gereizt hat, weswegen ich bis zum Ende durchgehalten habe. Leider hat mich aber zu wenig an Lullaby und Red gereizt, dass ich für Band 2 nicht zurückkehren werde.

Mein Fazit

In jedem Atemzug nur du konnte mich leider nur bedingt abholen. Der angenehme Schreibstil verliert sich in sehr umfassenden Beschreibungen des Unilebens und von Naturschutzthemen, sodass es einem so vorkommt, als hätte das Buch viele Längen. Die Liebesgeschichte gelingt leider kaum, die Probleme der Charaktere sind sehr interessant, aber fühlen sich teils vernachlässigt an. Für mich leider nur eingeschränkt eine Empfehlung.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 12.05.2023

starke Hauptgeschichte mit Abzügen in der Lovestory

A Place to Belong
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„Ihr seid ziemlich überwältigend. Eure Familie, euer Zusammenhalt, eure Farm.“
(Maggie in A place to belong

Worum geht’s?

Als die Journalistin Maggy Gardner auf Cherry Hill eintrifft, wird sie von den ...

„Ihr seid ziemlich überwältigend. Eure Familie, euer Zusammenhalt, eure Farm.“
(Maggie in A place to belong

Worum geht’s?

Als die Journalistin Maggy Gardner auf Cherry Hill eintrifft, wird sie von den McCarthy-Schwestern mit offenen Armen empfangen: Sie soll für mehr Publicity für das neue Baumhaus-Hotel sorgen. Flynn, der die gemütlichen Baumhäuser auf der Farm entworfen hat, soll ihr gleich alles zeigen.
Obwohl Flynn Journalisten nicht ausstehen kann, beginnt es zwischen ihm und Maggy bald zu knistern. Ehe sie es sich versieht, fühlt sich Maggy auf Cherry Hill wie zu Hause. Wie soll sie Flynn und den McCarthy-Schwestern, die sie ins Herz geschlossen hat, jetzt noch die Wahrheit sagen: warum sie wirklich hergekommen ist …

A place to belong ist Band 3 der Cherry Hill-Reihe um die Farm Cherry Hill. Das Buch ist in sich geschlossen, die Charaktere der Vor- und Folgebände kommen jedoch vor, sodass Spoiler möglich sind. Vorkenntnisse sind nicht notwendig.

Inhaltliche Hinweise

Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive durch Maggie erzählt. Im Buch ist sexueller Content enthalten.

Meine Meinung

Heimkommen. Für einen Moment das stressige Leben vergessen und eine Auszeit genießen. So fühlen sich für mich immer die Bücher von Lilly Lucas an. Dabei ist die Cherry Hill-Reihe bisher eindeutig mein Favorit und vor allem Band 1 hat sich wahnsinnig stark in mein Herz gegraben. Der familiäre Zusammenhalt auf der Farm hat mich bisher sehr begeistert und entsprechend war ich auch sehr überrascht, dass es in diesem Buch um keine der drei McCarthy Schwestern geht, sondern um den bereits bekannten Flynn und eine neu hinzukommende Person in Form von Maggie. Was aber dann kam, war überraschen.

Selten erfährt man in einem Buch das große Geheimnis schon so früh wie hier bei A Place to belong. Und lange habe ich überlegt, ob und wie ich es thematisiere, wenn ich das Buch bewerte. Am Ende habe ich mich entschieden, dass ich nicht zu viel dazu sagen möchte, weshalb diese Rezension eventuell etwas kürzer gerät. Aber das Geheimnis von Maggie, wieso sie nach Cherry Hill reist, ist wahnsinnig stimmig und gleichzeitig wahnsinnig kompliziert, denn es beeinflusst sehr viel, was man über Cherry Hill und über die McCarthys weiß und denkt. Es stellt die Autorin aber auch vor eine große Herausforderung, denn es ist zerstörerisch. Als Maggie auf Cherry Hill ankommt, entsteht ein Missverständnis, da Poppy denkt, sie sei eine Journalistin und wolle über die Baumhäuser, die die Farm als Hotelalternative anbietet, schreiben. Zwar ist es zutreffend, dass Maggie Journalistin ist, aber deswegen ist sie nicht da. Im Bruchteil einer Sekunde entscheidet sich Maggie dagegen, offenzulegen, wer sie ist und was sie eigentlich will. Und wird von der Familie gewohnt herzlich aufgenommen und umgehend integriert. Will Maggie anfangs eigentlich direkt wieder gehen, verliert sie sehr schnell ihr Herz an die Farm, an die McCarthys und auch an den sehr grimmigen Flynn, denn der hat gar kein Bock auf eine Journalistin. Wieso, wird man später erfahren, aber auch hier gilt: Stark durchdacht, greifbar und nachvollziehbar ausgearbeitet.

Der Leser weiß nun von Anfang an um das große Dilemma. Das Dilemma, dass zwischen Flynn und Maggie eine Anziehung herrscht, obwohl er sie sehr motiviert immer wieder zurückweist. Das Dilemma, dass Maggie nicht weiß, wie sie den Irrtum geraderücken soll (was nicht heißt, dass sie die Reportage über die Baumhäuser nicht schreiben mag, denn das tut sie!). Das Dilemma, dass Maggie sehr schnell irgendwie angekommen ist und sich wohl fühlt, umgeben von der gastfreundlichen Familie McCarthy. Und Seite um Seite wird das Dilemma größer, bis es bereits nach gut der Hälfte des Buches zum großen Knall kommt. Relativ früh, aber gleichzeitig sehr nötig, denn so hast die Autorin mehr als genug Zeit, den Scherbenhaufen aufzukehren. Hierüber war ich sehr erleichtert, denn ich hatte Angst, dass wie üblich in dem Genre kurz vor Ende alles explodiert und dann schnell, schnell zusammengeklebt wird, was geht. Nicht so hier. Die Autorin lässt sich Zeit, sie gibt den Figuren Raum, wütend zu sein, blöde Sachen zu sagen und auch, zu reflektieren und aufeinander zuzugehen. Es ist ein Faktor, den ich vor allem in Band 1 auch sehr gefeiert habe: Das kommunikative Verhalten. So wirkt nichts überstürzt, zurechtkonstruiert oder gar übergebügelt.

Während Maggie auf Cherry Hill ist, erfährt der Leser wahnsinnig viel über die Arbeit auf der Farm, über die Erntezeit und die Herausforderungen. In der Gesamtheit der Bücher baut sich so Stück für Stück ein besonderer Einblick auf, in das Leben, welches sich die McCarthy-Frauen sicher so nicht gewünscht haben, aber in einer männerdominierten Branche erkämpft haben. Auch hier mag ich, dass die Autorin so ehrlich und realistisch ist. Cherry Hill muss mit Problemen kämpfen wie Schädlingsbefall, sich Gedanken um Finanzen machen oder alle müssen anpacken, weil Erntehelfer ausfallen. Die Autorin zeigt gar kein Bedürfnis, das Leben zu romantisieren, zu glamourisieren oder als leicht darzustellen. Ich wurde einfach wieder total in das Buch gezogen, habe es nicht weglegen können und es einfach genossen, wieder hier zu sein. Ich mag den leichten, mitreißenden Schreibstil, die kuscheligen Vibes von Cherry Hill und Palisade, das sonnige Gemüt der McCarthy-Familie und natürlich auch das Wiedersehen mit den geliebten Charakteren.

Was mich dafür leider nur eingeschränkt abholen konnte, war die Liebesgeschichte. Maggie verbringt nur wenig Zeit auf Cherry Hill und beim ersten Aufenthalt weist Flynn sie viel ab. Mir fehlte ein wenig die Basis für die aufkommenden Gefühle. Beim zweiten Aufenthalt kommt als Hindernis für die jungen Gefühle als Hindernis eine moralische Zwickmühle für Maggie hinzu, die mich nicht so sehr begeistert hat und etwas überraschend wirkte. Am Ende hat mich die schwächere Lovestory aber nicht so sehr gestört, denn die Grundgeschichte um Maggie und die McCarthy-Familie war für mich stark genug, dass ich auch komplett ohne Liebesgeschichte dem Buch verfallen wäre. Zwar ist A place to belong nicht mein Lieblingsband der Reihe, aber es ist eine gewohnt starke Geschichte.

Mein Fazit

Die Queen of Cosy Romance hat wieder zugeschlagen. Dieses Mal zwar mit einer schwächeren Lovestory, dafür aber einer umso stärkeren Hauptgeschichte kann auch A place to belong wieder überzeugen. Mit Einblicken in das Farmleben, einem zerstörerischen Geheimnis und ganz viel kommunikativen Feingefühl wieder eine eine große Leseempfehlung von mir.

[Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, das mir freundlicherweise vom Verlag überlassen wurde. Meine Meinung ist hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 12.05.2023

leider eine schwache Fortsetzung

A Place to Stay
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„Ich habe keine Ahnung, wie die Lösung aussehen könnte. Alles, was ich weiß, ist, dass ich mich trotz zweier Mütter, eines Bruders und einiger neuer Freundinnen einsamer denn je fühle.“
(Hara in A place ...

„Ich habe keine Ahnung, wie die Lösung aussehen könnte. Alles, was ich weiß, ist, dass ich mich trotz zweier Mütter, eines Bruders und einiger neuer Freundinnen einsamer denn je fühle.“
(Hara in A place to stay)

Worum geht’s?

Haras Reise nach Seoul war erfolgreich: Nach 25 Jahren hat sie ihre leibliche Mutter gefunden und freut sich darauf, sie näher kennenzulernen. Doch eine neue Familie, ein Job in einem fremden Land und eine andere Sprache – das alles überfordert sie immer mehr. Ihre Beziehung zu Yujun hat Hara schweren Herzens beendet, denn ihre Liebe darf nicht sein. Nur mühsam kann Hara ihre Sehnsucht nach dem Mann mit den breiten Schultern, dem umwerfenden Lächeln und der aufrichtigen Art unterdrücken. Er hat ihr das Gefühl gegeben, endlich einen Platz in der Welt, ein Zuhause, gefunden zu haben. Doch wie kann das richtig sein, wenn ihre Liebe verboten ist?

A place to stay ist Band 2 der Heart and Seoul-Reihe und schließt die Reihe. Vorkenntnisse aus Band 1 sind zwingend nötig.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch wird durch Hara in der Ich-Perspektive erzählt. Die Geschichte verläuft chronologisch.

Meine Meinung

Selten greife ich zu einem zweiten Teil, wenn mir der erste schon recht wenig zugesagt hat. Blöd, wenn eine Reihe mehrteilig ist, so wie hier. Dann muss ich mich entscheiden: Mit einem Cliffhanger weiterleben oder Gefahr laufen, erneut wenig von einem Buch überzeugt zu sein. Am Ende habe ich mich entschieden, dass ich wissen möchte, ob die Autorin das Ruder in Band 2 rumreißen kann. Kleiner Spoiler vorab: Konnte sie leider nicht.

Ich bin ein großer K-Drama-Fan, ich liebe Bücher mit Setting in Korea, ich mag die Einblicke in fremde Kulturen und das Kennenlernen von fernen Ländern und ihren Gepflogenheiten. Ich mag aber auch Liebesromane, Geschichten voller Entwicklungen und Tiefe. Und leider bedient A place to stay nur den ersten Part, nicht aber den zweiten Teil meiner Anforderungen. Schon bei Band 1 habe ich mich sehr darüber beklagt, dass ewig lange nichts passiert und dann Haras Zeit in Seoul hauptsächlich in ausführlichen, umfangreichen Erklärungen von der Kultur und dem Essen geprägt ist. Wenig Liebe, noch weniger Tiefe – und leider vor allem jede Menge ignoranter Gedankengänge von Hara inklusive. Und leider bleibt es auch in Band 2 so. Zwar geht es nun direkt los, denn nach dem Cliffhanger von Band 1 und den damit verbundenen Folgen für Hara und ihr Leben kann es auch gar nicht anders sein, aber der Spannungsbogen flacht wahnsinnig schnell ab. Hatte ich kaum gedacht, dass es noch ruhiger als in Band 1 werden kann, war dies tatsächlich doch der Fall. Hara zeigt sich weiterhin unglaublich überfordert, fehl am Platz und gleichzeitig auch irgendwie unwillig, sich in das Leben einzufinden. Natürlich muss Hara sich einiges anhören, denn jeder weiß, wieso sie ihren Job bekommen hat – wegen Yujun und wegen ihrer leiblichen Mutter. Und beide Aspekte vermögen in diesem Band wenig erklärbar machen, wieso Hara diese ganzen Hindernisse überhaupt mitmacht. Ehrlich gesagt weiß ich bis heute nicht, was genau Hara von ihrer Reise und ihrer Entscheidung erwartet und sich erhofft hat, denn sie selbst wirkt an so vielen Stellen überfordert, unzufrieden, unglücklich und so gar nicht angetan davon, sich einer neuen Kultur und neuen Herausforderungen der Sprache zu stellen.

Zwar empfand ich Hara dieses Mal nicht als ganz so verzogen, aber sie bleibt unglaublich unbeholfen, vor allem für ihr Alter. Langsam fügt sich Hara in ihre leibliche Familie ein, aber es fühlt sich alles wahnsinnig plastisch und konstruiert an. Die Entwicklung der Liebesgeschichte wirkt platt, die Charaktere sind so eindimensional und wirken wie ein Best Of aus diversen K-Drama-Produktionen. Yujun ist weiterhin einfach nur süß, der absolute Traumtyp, in jeder Hinsicht perfekt, absolut unglaubwürdig ohne Ecken und Kanten und schlichtweg zu gewollt. Weiterhin fehlt mir die Greifbarkeit der Gefühle, das schöne Kribbeln zwischen den beiden und irgendwas, was es begründet, dass die beiden den Kampf um ihre Liebe durchziehen. Entsprechend hat mich auch das Finale eher so mittelmäßig begeistert.

Ähnlich wie in Band 1 ist auch dieses Buch so sehr davon geprägt, den Leser in die koreanische Welt zu entführen, dass die Autorin den Fokus verliert. Es gibt wieder jede Menge ausführliche Essensdetails, Einblicke in die familiären Strukturen, Beschreibungen der Stadt, des Lebens dort und von Aspekten wie etwa der Arbeitsmoral. Es hat mir gut gefallen, keine Frage, aber es ist zu viel, wenn es sich bei dem Buch doch eigentlich um eine Lovestory handeln soll. Und das war, wofür ich ja eigentlich gekommen bin.

Mein Fazit

A place to stay ist eine mittelmäßige Fortsetzung nach einem soliden Auftakt. Die Liebesgeschichte kann nicht wirklich überzeugen, die Autorin verliert sich zu sehr in Ausführungen zum koreanischen Leben und die Charaktere sind eindimensional. Interessantes Buch für Korea-Fans, mittelmäßig geeignet für Romance-Leser.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 04.05.2023

starke Thematik, schwache Lovestory

Dream and Dare (Faith-Reihe 3)
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„Ich glaub, ich hab dich schon vermisst, als ich dich noch nicht einmal kannte.“
(Isaacs Notiz an Hope in Dream and Dare)

Worum geht’s?

Isaacs Band erobert die Charts und die Frauen liegen ihm zu ...

„Ich glaub, ich hab dich schon vermisst, als ich dich noch nicht einmal kannte.“
(Isaacs Notiz an Hope in Dream and Dare)

Worum geht’s?

Isaacs Band erobert die Charts und die Frauen liegen ihm zu Füßen. Doch als sich die Presse auf seine Schwester stürzt und sie zur Zielscheibe wird, zerbricht etwas in ihm. Er verliert seine Leidenschaft, seine Kreativität und allen voran seine Stimme. Die Band steckt deshalb tief in der Krise, und alle sind froh, als eine außergewöhnlich talentierte Straßenmusikerin zu ihnen ins Studio kommt – alle, bis auf Isaac. Er fühlt sich ersetzt und will Hope um jeden Preis wieder loswerden. Auch Hope ist der Rockstar zuwider, aber die Chance auf ein besseres Leben für sich und ihren Bruder will sie sich nicht nehmen lassen. Also willigt sie ein, einen Sommer bei der Band zu bleiben – einen Sommer, der alles verändert …

Dream and Dare ist Band 3 der Faith-Reihe. Vorkenntnisse sind nicht zwingend notwendig, die Geschichte ist in sich geschlossen.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch wird durch Isaac und Hope in der Ich-Perspektive erzählt. Das Buch beinhaltet sexuellen Content. Es sind potenziell triggernde Thematiken enthalten.

Meine Meinung

Here we go again, Band 3 der Faith-Reihe, das große Finale. Sarah Stankewitz ist für mich ohne Frage eine der besten Heartbreak-Autorinnen im deutschsprachigen Bereich und ihre Bücher konnten mich bisher immer sehr begeistern. Der Vorgänger, Shatter and Shine, hat mich zerstört, ich habe geweint und gelitten. Und genau das habe ich auch von Dream and Dare erhofft – leider vergebens.

Issac kennt der Leser bereits aus Band 1, wo Carter mit der Band unterwegs war. Es ist seit Band 1 einige Zeit vergangen, die Band feiert gigantische Erfolge und ist auf großer Tour. Durch ein geleaktes Video stürzt sich die Presse nun auf Isaacs Schwester Megan – und er verliert seine Stimme. Der ganze Druck, die Macht der Öffentlichkeit und die ganzen Zweifel blockieren ihn. Blöd nur, dass die Band gerade auf großer Tour ist. Als Isaacs Manager mit der Idee kommt, die Straßenmusikerin Hope für die restlichen Termine als Leadsangerin zu holen, war nicht nur Issac überrascht – auch ich war es. Und hier geht es schon los. Ich fand die Idee, dass Hope, die zufällig als Straßenmusikerin vor der Konzerthallte spielte und vom Manager entdeckt wird, nun mit der Band auf Tournee gehen soll, irgendwie komisch. Wieso sollte der männliche Lead nun durch eine weibliche Unbekannte ausgetauscht werden? Wieso werden die Konzerte nicht einfach verschoben, wieso wird hierdurch noch mehr Druck auf Isaac aufgebaut? Es waren viele kleine Puzzleteile, die mich irritiert haben. Aber die Autorin hat sich große Mühe gegeben, die Geschichte sinnvoll und gut aufzubauen.

Es ist nicht so, dass mich das Buch nicht begeistern konnte, wirklich nicht. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen, gelegentlich geschmunzelt, öfter den Kopf über Isaac geschüttelt und tatsächlich auch mit ihm mitgelitten. Aber etwas hat gefehlt. Etwas, von dem ich weiß, dass die Autorin es kann, aber hier irgendwie nicht mitgegeben hat: Gefühl und Tiefe. Hope hat es mir von Anfang an schwer gemacht, sie zu mögen. Sie war ein Straßenkind, kümmert sich um ihren drogensüchtigen Bruder und versucht, irgendwie Fuß zu fassen. Dabei ist sie aber sehr verurteilend gegenüber Leuten, die es in ihren Augen besser und einfacher haben, ohne mal hinter die Fassade zu schauen. Sie klaut – und rechtfertigt dies noch damit, dass es erstens eh niemand merken wird und zweitens es so Superstars wie Isaac eh nicht kümmern würde. Das fand ich nicht gut. Sie ist in ihrer Meinung oft sehr festgefahren und auch, wenn sie sich viel Mühe gibt, bin ich mit ihr einfach nicht so wirklich warm geworden. Auch das Problem, was zum berühmten großen Knall führt, war mir irgendwie zu konstruiert und brachte mich moralisch auch in das Dilemma, ob ich mit Hope überhaupt mitleiden kann. Isaac hingegen hat mich recht schnell begeistert. Der kaputte Rockstar, die ganze Bandbreite an Problemchen, dazu noch eine schmerzhafte Vergangenheit. Die Autorin geht seine Probleme vielseitig und nicht immer gradlinig an, was mir gut gefallen hat. Aber auch hier gilt: Irgendwie wirkte Isaac gehemmt, sein Inneres nach außen zu tragen. Vielleicht habe ich auch einfach wahnsinnig hohe Ansprüche an die Bücher der Autorin, weil ich weiß, wie gut sie schreiben und vor allem Herzen zerstören kann.

Die ganze Thematik um die Band war gut aufgebaut, allerdings in einigen Punkten auch vorhersehbar. Leider war mir auch nicht so ganz klar, wieso eigentlich das Feuer zwischen Isaac und Hope entfacht wurde. Auf einmal ist da eine sexuelle Anziehung, die sie auch ausleben. Und danach gibt’s plötzlich Dates, Liebe und jede Menge Drama. Mir hat einfach etwas gefehlt, ich habe mir mehr gewünscht, mehr erhofft und mehr gesucht. Es war für mich nur eine mittelmäßige Liebesgeschichte, die mehr auf gezwungenem Zusammensein basierte. Es war ohne Frage ein gutes Buch, aber leider nicht das Highlight, was ich erwartet habe.

Mein Fazit

Dream and Dare ist ein starker Abschluss der Reihe, hätte aber in meinen Augen mehr Tiefe und Gefühl haben können. Die Thematiken waren angelegt, Herzen zu brechen, aber bei mir kam davon emotional leider nur wenig an. Die Liebesgeschichte ist eher mittelmäßig überzeugend und die Protagonistin Hope war leider nur bedingt mein Fall.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 04.05.2023

witzig, spritzig, chaotisch

Things We Never Got Over (Knockemout 1)
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„Falls du dich mal wieder fragst, Daisy: Mein Problem bist immer du.“
(Knox zu Naomi in Things we never got over)

Worum geht’s?

Der Tag könnte für Naomi nicht schlechter laufen. In einer Kurzschlussreaktion ...

„Falls du dich mal wieder fragst, Daisy: Mein Problem bist immer du.“
(Knox zu Naomi in Things we never got over)

Worum geht’s?

Der Tag könnte für Naomi nicht schlechter laufen. In einer Kurzschlussreaktion flieht sie von ihrer eigenen Hochzeit, wird von ihrer entfremdeten Zwillingsschwester ausgetrickst, steht ohne Auto und Handtasche da und muss sich plötzlich um ihre Nichte kümmern, von der sie nicht wusste, dass es sie überhaupt gibt. Entgeistert bittet sie im erstbesten Diner um Hilfe – und wird hochkant herausgeworfen. Denn ihre Zwillingsschwester, der sie zum Verwechseln ähnlich sieht, ist in Knockemout äußerst unbeliebt. Und als ein attraktiver Fremder sie auf der Straße anbrüllt, reißt ihr die Hutschnur. Wo ist sie hineingeraten? Bad Boy Knox hat in seinem Leben keinen Platz für Drama. Doch die wunderschöne Fremde, die aus dem Nichts für Unruhe in Knockemout sorgt, bringt alles durcheinander. Als Naomis Leben direkt vor seinen Augen implodiert, ist das Mindeste, was Knox für sie und ihre Nichte tun kann, sein Gästehaus anzubieten. Doch dann werden aus ihren Schwierigkeiten handfeste Probleme …

Things we never got over ist Band 1 der Knockemout-Reihe. Die Geschichte ist in sich geschlossen, die Charaktere der Folgebände kommen jedoch bereits vor.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch wird durch Naomi und Knox in der Ich-Perspektive erzählt. Das Buch beinhaltet sexuellen Content. Es sind potenziell triggernde Thematiken enthalten.

Meine Meinung

Booktok-Hypes und ich sind nicht wirklich kompatibel. Das habe ich schon häufiger festgestellt. Trotzdem hat mich die allgemeine Begeisterung für die Reihe gefangen genommen und da ich von der Autorin bereits andere Titel gelesen habe, wollte ich es wagen und habe zum Buch gegriffen. Und was soll ich sagen: Nach fast sieben Stunden Lesezeit (Vorsicht, das Buch wirkt nicht übermäßig dick, hat es aber voll in sich!) bin ich lachend und begeistert aus dem Buch herausgegangen.

Der etwas wirre Klappentext fasst eigentlich schon recht gut zusammen, was einen hier erwartet: Jede Menge Chaos. Aber hinter dem Buch verbirgt sich doch deutlich mehr. Die Geschichte beginnt mit Naomi, die in einer Nacht und Nebel-Aktion ihre eigene Hochzeit verlässt und nach Knockemout kommt, wo ihre Zwillingsschwester, zu der sie schon lange keinen wirklichen Kontakt hat, sie um Hilfe bittend hinbestellt hat. Naomi, eigentlich eine gestandene Frau, verfällt in der Geschichte immer wieder in eine leichte Grundnaivität, was für so einige Momente sorgt, wo man sie gern schütteln möchte. So auch bereits zu Beginn, denn ihre Schwester Tina klaut ihr Auto (inklusive Handtasche), räumt ihr Hotelzimmer leer (inklusive Bargeld) und hinterlässt ihr dankenswerter Weise sogar noch Waylay, ihre 11jährige Nichte. Zu allem Übel ist Tina in dem Ort verhasst, sodass Naomi viele Anfeindungen – insbesondere von Knox, dem örtlichen Badboy – über sich ergehen lassen muss. Wäre jeder normale Mensch jetzt wohl geflohen, wirft sich Naomi in das Chaos, versucht eine Mutterfigur für Waylay zu sein, ihr Leben wieder auf die Reihe zu kriegen und idealerweise ihren Ex dabei noch abzuschütteln.

Bei Things we never got over erwartet den Leser wirklich alles: Dank Tina hat man eine Art Crime-Story, dank Knox jede Menge Enemies to Lovers, Grumpy x Sunshine Elemente, Cosy Smalltown mit jeder Menge Flurfunk, mit Waylay eine taffe junge Dame, die Naomi regelmäßig vor Herausforderungen stellt und mit Knox Bruder Nash vielleicht sogar noch ein bisschen Flirty Triangle. Klingt nach viel? Ist es auch. Umso überraschter war ich, dass es funktioniert, denn so wird das Buch erstens niemals langweilig und zweitens stolpert Naomi quasi von einem Chaos ins nächste. In der Mitte des Buches gibt es zwar einige Längen, insbesondere was das Hin und Her zwischen Knox und Naomi angeht, aber das ganze Drumherum war mitreißend genug, dass es mich nicht gestört hat. Das Buch bietet einfach so wahnsinnig viel. Da ist etwa der komplett beschützerische (manchmal etwas zu machomäßige) Knox, der von Naomi so manchen Spruch reingedrückt bekommt, sich mit Händen und Füßen gegen seine Gefühle wehrt und trotzdem vor Naomi quasi töten würde. Da ist der überdrehte beste Freund Stef, der Naomi nachreist und sie bekräftigt, dass es die richtige Entscheidung war, vom Altar geflohen zu sein. Auch die Geschichte, wieso sie am Ende nicht geheiratet hat, kann absolut überzeugen und spricht ein wichtiges Thema an. Da ist Waylay, verlassen von ihrer Mutter, nun an der Seite ihrer vermeintlich spießigen Tante, die so viel falsch macht und gleichzeitig dabei eigentlich alles richtig. Da sind Nash und Knox, das ungleiche Bruderpaar, was sich manchmal einfach prügelt, um Meinungsstreitigkeiten zu klären – wohlgemerkt mit Ende 30, Anfang 40. Da ist Liza J, die tolle Großmutter von Knox und Nash, die so schrullig und liebevoll zugleich für Waylay und Naomi sorgt.

Ja, das Buch bedient ohne Frage jede Menge Klischees, verarbeitet die beliebtesten Stereotypen und übertreibt es an vielen Stellen – vor allem hinten beim finalen Showdown – gern. Aber es passt, es ist stimmig und die Leichtigkeit, mit der die Autorin hier die Storylines miteinander verdreht, passt zum Buch. Wer also viel Tiefe, intensive Gefühle, gigantische Plottwists und jede Menge durchdachte Handlungen sucht, sollte das Buch eher nicht lesen. Das Buch lebt von „Echt jetzt?“, „ist das dein Ernst?!“ und „ich möchte dir eine runterhauen, damit du klar im Kopf wirst“-Momenten. Und das hat mir so viel Spaß gemacht. Obwohl ich fast sieben Stunden gebraucht habe, habe ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen – jede Menge Lacher, Schmunzler und „ich wusste es!!“-Ausrufe inklusive. Ich werde auf jeden Fall für Band 2 (über den Goodguy Polizisten Nash) und Band 3 (über den dritten Freund Lucian, der sich hier sehr geheimnisvoll zeigt) zurückkehren. Ein Buch, was sich manchmal selbst nicht so ernst nimmt, und damit einfach verzaubern kann.

Mein Fazit

Things we never got over ist ein energiegeladenes Romance-Buch, was irgendwie von allem ein bisschen hat und trotzdem gut funktioniert. Es ist kein herzzerreißendes Buch, aber es vereint Charme, Witz und Gefühl gut miteinander. Ein wenig chaotisch, ein wenig schrullig und sicher auch voller Klischees, aber wahnsinnig unterhaltsam und mitreißend – definitiv eine Leseempfehlung von mir.

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]